All language subtitles for Der.Hauptmann.2017.German.DTS.720p.BluRay.x264-SHOWEHD

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Original subtitles

(Fanfarensignal, Keuchen)

(Ein Schuss fällt.)

(Schuss)

(Weitere Schüsse, schräge Fanfarenklänge)

(Schüsse)

(Fanfare krächzt.)

(Keuchen)

(Er keucht.)

(Feldjäger brüllt) Los! Wo ist denn das kleine Schweinchen?

(flüstert) Kommt jetzt. Wo ist er?

(flüstert) Wo ist das kleine Schweinchen?

(Leises Lachen)

(Hämmernder Herzschlag)

(Düstere Musik)

(Bedrohliche Klänge)

(Wind rauscht, sonst Stille.)

(Schritte)

(Düstere Klänge)

(Ferne Explosion)

(Ächzen)

(Ferne Explosion)

(Weitere Explosion)

(Bedrückende Musik)

(Beklemmende Musik)

(flüstert) Komm.

Das da heißt nur, hier gibt's noch was.

(Pferd wiehert laut.)

(Gackern)

(Knacken) - (Spannungsvolle Stille)

Mach!

Diebe! Diebe! Der haut ab! Der haut ab!

Ich werd dich...

(Bellen)

(Ladehemmung) - (Panisches Keuchen)

(Knurren) - Ah!

Ah!

(Hund bellt.)

(Bellen)

(Er pfeift eine fröhliche Melodie.)

(singt) Das ist zu schön, um wahr zu sein

So wie ein Wunder fällt auf uns nieder

Vom Paradies ein gold'ner Schein

Danke.

Danke.

Vielen, vielen Dank.

(arrogant) Ja, sagen Sie mal, was erlauben Sie sich?

(schmierig) Was erlauben Sie sich?

(munter) Sehe ich da richtig?

Die Hose ist zu lang?

Entschuldigung. Entschuldigung, Herr Hauptmann.

Was haben Sie gesagt? Was habe ich gehört da? Ha?

Rennen sollst du.

Renn!

Na los, du kriegst deine Chance. Renn, ich will, dass du rennst!

Na los, lauf!

Lauf um dein Leben, du kleines Schweinchen. Na los, lauf.

(Imitiert einen Schuss.)

(Schritte)

Gefreiter Walter Freytag meldet sich zur Stelle, Herr Hauptmann.

Hab meine Einheit verloren.

Bitte gehorsamst, mich Herrn Hauptmann unterstellen zu dürfen.

Stecken geblieben?

Denn hole ich Herrn Hauptmann aus'm Dreck.

(Ferne Explosion)

(Motor leiert.)

(Motor springt an.)

(Ferne Explosion)

Was erlauben Sie sich eigentlich?

Zeigen Sie mal Ihr Soldbuch.

Hab meine Einheit verloren. - Seien Sie still.

(Motor knattert vor sich hin.)

Desertiert sind Sie.

Nein, Herr Hauptmann.

Versprengt.

Waren in schwere Kampfhandlungen verwickelt.

Halbe Batterie...

Sie sehen hungrig aus.

Seit drei Tagen nix gegessen, Herr Hauptmann. Sehr hungrig.

Na schön, probieren wir's miteinander.

(Lautes Magenknurren)

Dann finden Sie uns mal 'ne Wirtschaft. - Jawoll, Herr Hauptmann.

Dunkel wie in meinem Arsch hier, Herr Hauptmann.

Dann wollen wir mal.

(Lautes Stimmengewirr)

(Alle verstummen.)

Heil Hitler!

(murmelt) Heil Hitler.

Nicht persönlich nehmen, Herr Hauptmann.

Uniformen sind kein schöner Anblick mehr. - Schon gar nicht deutsche.

(jemand flüstert) Schmarotzer.

Es wird ja so einiges über die Zustände hinter der Front gemunkelt.

Aber die Dinge scheinen mir noch schlimmer als befürchtet.

Name?

Name?

Schnabel, Gerd, Herr Hauptmann.

Seit '32 in der Partei.

(Gelächter, das sofort verstummt.)

Hören Sie, ich weiß, dass hier nicht alles den Vorschriften entspricht.

Der Braten war 'ne Notschlachtung. Das arme Tier...

Entspannen Sie sich. Ich will niemandem was einbrocken.

Sagen Sie mir einfach, wie hoch der Schaden ist.

Durch Plünderungen durch Deserteure.

Was haben sich die Gauner geholt, was war es wert?

Bitte. Für die Rückerstattung.

Ich bin hier, um sicherzugehen, dass alle ihr Geld bekommen.

Geld?

Die Partei sorgt schließlich noch immer für Recht und Ordnung!

Heil Hitler! - Heil Hitler!

Heil Hitler! - (alle) Heil Hitler!

Ich hatte zwei Kutschpferde... - Du hast doch gar keine Pferde.

Ist noch Essen da? Frühstück ist lange her.

Ja... Sogar noch Braten da.

Freytag, Braten! Freytag?

Es gibt Braten. Gehen Sie dem Wirt zur Hand.

Gehen Sie schon.

(Bauer 1) Sie zerschlugen mein Geschirr. - (Bauer 2) Einen Schrank...

Wohl bekomm's, Herr Hauptmann. - Lassen Sie es sich schmecken.

Glänzend.

Glänzend sieht das aus.

Ja, dann erst mal 'ne kleine Pause.

Keine Sorge. Jeder kriegt, was er verdient.

(Wirt) Mahlzeit.

In der Tat. Mahlzeit.

(Freytag schmatzt hektisch.)

(Wirt) Herr Hauptmann!

Herr Hauptmann, wir haben einen.

(Angespannte Klänge)

Er hat geklaut.

Da muss Ordnung gemacht werden. - (Bauern) Jawohl.

Zeit, sich den Braten zu verdienen.

(Soldat stöhnt auf.)

Jeder, was er verdient.

(Keuchen)

(Soldat sackt zusammen.)

Für alle Fälle stelle ich Ihnen noch eine Kerze auf den Nachttisch.

Das war schwer.

Morgen pünktlich 5.30 Uhr wecken. - Jawohl.

Und...

Wie steht's mit Frühstück? - Im Wagen ist noch ein Rest Bohnenkaffee.

Das ist gut.

So ganz nüchtern los ist auch nicht schön.

Ja.

Danke.

(Tür wird geschlossen.)

(Düstere Musik)

(Düster dröhnende Musik)

Wohin jetzt, Herr Hauptmann?

Der Hof ist rechts. - Jawohl, Herr Hauptmann.

(Düster dröhnende Musik)

(Es läuft heitere Walzermusik.)

(Er trällert mit.)

Jetzt erst mal Achtung! Und zwar dalli!

Na los!

(Weiter leise Walzermusik)

Dann wollen wir mal kontrollieren. Soldbücher und Marschbefehl.

(Radio) Hier ist der Großdeutsche Rundfunk

mit dem "Wunschkonzert für die Wehrmacht".

Einsatzgebiet ist die andere Richtung. - Deserteure. Hab ich gleich gesagt.

Antworten! Wird's bald?

Herr Hauptmann, melde gehorsam...

Wir wurden von der Truppe versprengt.

Und da habt ihr euch hier eingenistet? - Auf meine Kosten. Versoffenes Pack!

Feldgendarmen sind im nächsten Ort. Aber das Telefon hat der uns zerschlagen!

Komm her!

Man kann sich schließlich nicht alles gefallen lassen.

'nen Schnaps! - Jawohl, Herr Hauptmann. Schnaps.

Herr Hauptmann... - Hab ich was gefragt?

Also?

Herr Hauptmann, melde gehorsam.

Bitten, uns unterstellen zu dürfen.

Na gut, setzt euch.

Ich muss einen Auftrag erledigen hinter der Front.

Und dabei brauche ich Hilfe.

KOMMANDO "H"

Ihr werdet mir helfen.

Auf die Leibgarde Herold! Gemeinsam ist man stark.

Herr Hauptmann.

Was ist eigentlich der Auftrag?

Mir Klarheit verschaffen von der Lage hinter der Front.

Darüber kann ich Ihnen Klarheit verschaffen.

Die Lage ist das, was man draus macht. Nicht wahr, Herr Hauptmann?

(Man versteht ihn nicht.)

(Ferne Explosion)

(Düster dröhnende Musik)

(Hauptmann) Stopp!

(Flugzeugdröhnen)

Flieger!

Noch mal!

Weiter.

(Düstere Musik)

(Keuchen)

Herr Hauptmann!

Wo soll's überhaupt hingehen?

Einsatzgebiet ist geradeaus.

Feldjäger! Alle Mann aufstellen! Soldbücher raus!

Ich sag das nicht noch mal!

Raus!

Was erlauben Sie sich eigentlich?

Als Hauptmann der Luftwaffe verbitte ich mir diese respektlose Behandlung.

Ich will Ihren Vorgesetzten sprechen! - Jaja, schon da.

Sie wollen Ihr Soldbuch nicht herzeigen? - Einem Unteroffizier, der so auftritt?

Warum ist Ihre Truppe ohne Marschbefehl?

Ein Sondereinsatz. - Sondereinsatz?

Bericht von der Lage hinter der Front. - Aha.

Mit welcher Vollmacht? - Mit welcher Vollmacht?

Vollmacht von ganz oben.

Ganz oben.

Vollmacht vom Führer selbst.

Ihm ist so einiges zu Ohren gekommen.

Über die Zustände hier wird Bedenkliches gemunkelt.

Aber sagen Sie erst mal, wer Sie sind.

Sichner, Josef.

Wenn Sie mir jetzt Ihr Soldbuch zeigen, reden wir nicht mehr davon.

Muss zumindest bei Ihnen was drinstehen.

Na schön.

Wenn ich dann auch um Ihre Papiere bitten darf?

Als gleichrangiger Offizier darf ich auch Ihre Dokumente überprüfen.

Auch das werde ich in meinem Bericht vermerken müssen, Herr Hauptmann Sichner.

Waffen runter.

Ja, wissen Sie...

Bei den ganzen Fahnenflüchtigen weiß man nicht mehr, wer in der Uniform steckt.

Ungeheuerlich.

Freytag, geben Sie die Soldbücher zurück. - Das Lumpenpack streunt plündernd umher.

Darum die scharfen Kontrollen. - Sehr gut. Das hört der Führer gerne.

Soldbuch werden Sie noch öfter vorzeigen müssen.

(Bedrohliche Musik)

Sie haben recht. Diese Plünderer muss man Lebensart lehren.

Herr Hauptmann, ich begleite Sie auf Ihrer Kontrolle,

mache mir für meinen Bericht ein Bild der Lage

und werde, wo nötig, auch gerne mit zulangen.

Heil Hitler! - Heil Hitler!

Die Männer nehmen wir mit, und den Karren schleppen wir ab!

(Düster dröhnende Musik)

(Wachmann) Soldbücher!

Heil Hitler! - (Wachmann) Hauptmann Sichner.

Wir bringen Deserteure ins Lager II. Aufmachen!

(Wachmann) Jawohl. Aufmachen!

(Mann) Halt!

Nicht so schnell.

Hauptmann Junker. Heil Hitler!

Hauptmann Herold soll über die Lage hinter der Front berichten.

Dem Führer höchstpersönlich. - Dem Führer?

Bestellen Sie ihm: Die Lage ist beschissen.

Lager II? - (Sichner) Steigen Sie ein.

Na?

(ächzt) Hab noch ein paar Freunde dabei.

Wir kennen uns doch.

Kreta? - Äh...

Narvik! - 1940.

Haarig. Wehrmachtsteil?

Fallschirmjäger. - Hm...

Und Sie? - 1940? Polen.

(schwärmerisch) Herrgott, Polen 1940...

Ich hab's geliebt.

Ich vergesse kein Gesicht.

Na, uns fällt's bestimmt noch ein.

(Bedrohliche Musik)

(Mann) Auf, auf, auf, auf!

(Man versteht Junker nicht.)

(Man versteht sie nicht.)

(Bedrohliche Klänge)

Wir haben noch ein bisschen Zeit.

Ich gebe einen aus.

Na, kommen Sie, solange wir auf Benzin warten.

Das ist ein unerhörter Luxus.

In dieser Zeit Zuchthäuser und Arbeitslager in Betrieb zu halten.

Neun von zehn Insassen sind moralisch haltlos und menschlich wertlos.

Nicht wahr? - Unerhörter Luxus. Sie sagen es.

Aus den Lagern, die wir vorm Eintreffen des Feindes evakuierten,

wurden alle Häftlinge hierhergebracht.

Und jetzt dürfen wir sie durchfüttern, bis die Justiz... Äh, hier lang.

... sich dazu durchringt, sie endlich abzuurteilen.

Und was steht auf den Plakaten? Ey!

Was predigt denn die Partei?

"Bei Plünderern heißt's Ordnung machen."

(Jemand schenkt etwas ein.)

Hauptmann, äh...

Wie war gleich der Name? - Herold. Hauptmann Willi Herold.

(Junker) Richtig.

Hauptmann Herold.

Ich muss mich um meine Männer kümmern.

Ein Vergnügen. - Um Ihre Männer kümmern wir uns.

(Junker) Ah! SA-Führer Schütte.

Ihm untersteht die Wacheinheit. Das hier ist Hauptmann Herold.

Heil Hitler! Bin ich froh, Sie zu sehen. Endlich passiert was.

Wir warten ewig auf ein Standgericht. - Er ist nicht vom Standgericht.

Was? Nicht? Also...

Ich hörte nur Sondereinsatz und dachte, jetzt wird's endlich ernst.

Er soll berichten, wie es aussieht hinter der Front.

Dem Führer. Höchstpersönlich.

Dem Führer?

Ja. Also erzählte ich Hauptmann Herold von unserem Lagerungsproblem.

Ach so.

Ja, wissen Sie... mit all den entflohenen Gefangenen

haben wir hier an der Heimatfront ja so was wie unseren eigenen Krieg.

Auch wenn's da weniger fein zugeht wie bei euch Offizieren.

Wir kämpfen mit denselben Problemen.

Gerade neulich kam mir wieder ein Plünderer unter.

Und? - Ordnung gemacht.

Ja, was ich immer sage.

Die Bevölkerung hat uns um Hilfe gebeten,

weil die Gefangenen in die Häuser gehen und stehlen.

Die hochschwangere Frau eines SA-Manns ist überfallen und beraubt worden.

Wer desertiert, plündert, vergewaltigt, muss abgeurteilt werden.

Entflohene Gefangene kommen für eine Begnadigung gar nicht infrage.

Und wir müssen dafür sorgen,

dass sie nicht in die Hände des Feindes fallen.

Aber das Standgericht tritt nicht zusammen.

Hier sollte die Wehrmacht bestimmen, nicht die Justiz.

Die gehen doch davon aus, dass die Sache sich lokal verläuft.

Aber wo täglich tapfere Frontkämpfer krepieren,

da geht's doch nicht an, dass erwiesene, verurteilte Verbrecher

wie die Maden im Speck leben, weil keiner den Mumm hat durchzugreifen.

Das Ungeziefer ist sicherer als jeder Frontsoldat.

Dabei wäre das leicht zu bereinigen, wenn man nur wollte.

Ja, ja, der Hauptmann versteht schon unser Dilemma.

Oder?

Natürlich.

So einen Notstand darf man nicht ignorieren.

Sie werden mit dem Führer sprechen? - Ein gutes Wort für uns einlegen?

Uns wäre ein Stein vom Herzen.

(Düstere Musik)

Vielleicht geht ja sogar mehr.

(Sie stoßen an.)

(Schütte) Ja?

Was... Was stellen Sie sich vor?

(Herold) Ich will nix versprechen. Erst brauche ich ein Bild von der Lage.

Und meine Truppe braucht Unterbringung und Verpflegung.

Sie klären das mit den Gefangenen, und wir kümmern uns um Ihre Truppe.

Na, dann wollen wir mal.

(Junker) Bringen Sie ihn gleich zur Arrestbaracke.

Das muss ich mit Hansen abklären. Mit dem Lagerleiter.

Der innere Bereich mit den Sicherheitsverwahrten

untersteht der Justizbehörde, da habe ich keine Befugnis.

(Junker brummt) Ja.

Dann muss ich Ihnen wohl die nötige Befugnis erteilen.

Die Justiz darf der Wehrmacht nicht auf der Nase rumtanzen.

Na prima!

Also, ich muss los. Schütte, Sie übernehmen das.

Heil Hitler! - (beide) Heil Hitler!

(alle) Heil Hitler! - Prima.

Hauptmann Junker!

Jetzt will ich es aber doch wissen. - Was?

Na, woher wir uns kennen. - Ach so.

Hm... Nein.

Ich komme einfach nicht drauf.

Na, kommt vor, was?

Mhm, ja.

(Motorrad knattert.)

(Schütte) Wenn ich dem Herrn Hauptmann den Weg zeigen dürfte?

Zur Arrestbaracke.

Flüchtig gewordene Gefangene sind nach der Wiederergreifung getrennt zu halten.

(Wachmann) Achtung!

Mach hin!

Alles antreten!

Aber dalli!

Dem Ungeziefer muss Zucht und Ordnung beigebracht werden.

Euch Schweine lass ich alle verrecken!

Ich hole den Lagerleiter.

Können die Gefangenen ja schon mal verhören

(Schütte ächzt.)

(Schritte entfernen sich.)

(Leises Husten, sonst Stille)

(Husten)

Hast du gestohlen?

Geplündert?

Vergewaltigt?

Ah! - (Erschrockenes Raunen)

(Häftling stöhnt.)

Hast du nicht gehört, was der Hauptmann dich gefragt hat?

Vergehen?

Fahnenflucht.

Mehrfache Fahnenflucht.

(Häftling schluchzt.)

(Weiter Schluchzen)

Ah!

Sollen draußen antreten.

(Leises Schluchzen)

(Mundharmonika erklingt.)

Jetzt machen alle ihre Taschen leer.

Wer nichts hat, ist dran.

(brüllt) Hast du was?

Hast du was? Mach rein!

Das geht. Das geht auch.

(brüllt) Wer hat hier was? Du hast was. Gib her!

Raus! Gib her.

Du? Hä?

Du?

Du? Gib her!

Gib her jetzt!

Herr Hauptmann...

Bitte gehorsamst... - Die sind schon tot.

So oder so.

(Stille)

(Mann) Ja!

Was ist jetzt schon wieder?

Ein Hauptmann von der Luftwaffe will die Häftlinge in der Arrestbaracke sehen.

Hat er ausreichende Vollmacht?

Ja, höchst ausreichende Vollmacht, direkt vom Führer.

Vom Führer direkt?

Hm...

Aber im inneren Lagerbereich muss ihn einer von meinen Justizbeamten begleiten.

Im inneren Lagerbereich haben Sie, Ihre SA-Wacheinheiten

oder die Wehrmacht keinerlei Befugnisse.

Mit Ihrer Erlaubnis übernehme ich das.

Na, den Vorschriften entsprechen tut das aber nicht.

Ist uns doch hoffentlich bewusst? - Natürlich.

Aber da ich doch jetzt schon mal, also ganz offiziell,

die Liaisonsperson für den Hauptmann bin...

Na gut.

Ich komme gleich.

Äh, Schütte? - Ja?

Die Tochter vom Winkler aus Baracke vier möchte,

dass das ihrem Vater persönlich übergeben wird.

Können Sie das für mich übernehmen? - Gerne, komme ja sowieso vorbei.

(Tür knallt ins Schloss.) - Arschgeige.

(Herolds Schläger brüllt) Raus! Na los, raus da!

Was hab ich gesagt? Raus!

Was guckst du mich so an?

Was ist mit dir? Hä?

(Fliege summt.)

Sie werden das Standgericht also selbst abhalten?

Mein Vater sagte immer: "Was man anfängt, soll man auch zu Ende bringen."

Endlich passiert was. Brockhoff!

Alle Gefangenen sofort einfahren. Sollen ja nicht an die Fenster.

Bei Zuwiderhandlung sofort schießen. Postieren Sie Männer am Stacheldraht.

Und heben Sie 'ne Grube aus. Diese Verbrecher brauchen keine Särge.

(Brockhoff) Alles klar.

(Klopfen) - Herein.

(mit Akzent) Heil Hitler! Schauen Sie sich das an.

(Schuss)

(Dumpfe Schläge)

(Herolds Schläger) Los, schneller.

Was zum Teufel geht hier vor?

Herr Hansen, darf ich vorstellen: Hauptmann Herold.

Ah, der Hauptmann. Haben Sie Papiere für das?

Der Führer beauftragte mich persönlich, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen,

wenn immer deutsche Kampfkraft gefährdet ist.

"Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben."

Ja. Ja, ja.

Trotzdem bitte ich Sie, vorerst nichts weiter zu unternehmen.

Weil ich erst mit meinem Vorgesetzten Kontakt aufnehmen muss.

Schließlich habe ich ja noch keinerlei Weisung von der Justizbehörde.

Das sollte Ihnen als Offizier eigentlich einleuchten.

Ich stehe Ihnen zur Verfügung.

Herr Dr. Thiel, Hansen hier vom Lager II.

Ja. Ich habe hier Hauptmann Herold.

Er sagt, er habe Vollmacht vom Führer,

und hat bereits fünf Gefangene hinrichten lassen.

Ja, im inneren Lagerbereich.

Ah, Moment.

Der stellvertretende Sonderbeauftragte des Justizministeriums, Dr. Thiel.

Hauptmann Herold.

Fünf Gefangene, ja. Ich weiß, dass sie der Justiz unterstehen.

Sie griffen mich während eines Vor-Verhörs an.

Ja, alle fünf. Herr Schütte kann das bestätigen.

Ja, das kann ich in der Tat.

Natürlich ist ihre Schuld erwiesen.

Sonst wären sie nicht in der Arrestbarracke.

Ja.

Ja.

Ja?

Verstehe.

Herr Dr. Thiel möchte,

dass Sie bis morgen warten, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.

Er meint, die Gesetzeslage ist da sehr deutlich.

Ein Standgericht muss ordentlich organisiert sein.

Dr. Thiel wird sich mit dem Oberstaatsanwalt

in Oldenburg in Verbindung setzen

und wird dann anschließend hier im Lager vor Ort Ihre Vollmachten prüfen.

(Schütte) Das kann er gerne tun. - Das wird er auch tun.

Sie haben den Ernst der Lage noch nicht verstanden, Herr Hansen.

Das kann man wohl sagen! - Also bitte.

Das muss alles seine Richtigkeit haben. Das will keiner auf seine Kappe nehmen.

Hauptmann Herold!

Hauptmann Herold, das lässt sich ganz leicht zur Zufriedenheit aller lösen.

Wenn der Gauleiter auf unserer Seite ist, den kenne ich,

dann gibt es mit dem Justizministerium auch kein Problem mehr.

Den Herrn Doktor Thiel halten wir uns problemlos fern.

Hauptmann Herold, ja.

Mit uneingeschränkter Vollmacht vom Führer.

Ja, genau, er soll hier im Lager Ordnung machen.

Ja, der Herr Hauptmann hat schon ein paar Gefangene beseitigt.

Er sagt: "Irgendwo muss man ja anfangen."

Das sehe ich ganz genauso. Das Justizministerium mauert nur.

Wir sollten das aber unbedingt mit der Gestapo in Emden abstimmen.

Ach, Sie übernehmen das?

Na prima!

Er sagt: "Wenn Hauptmann Herold die Sache übernimmt, spart man Zeit."

Er ruft zurück.

(Uhr tickt leise.)

(Telefon klingelt.)

Schütte. Der Gauleiter.

Ja. Kommt jemand von der Dienststelle?

Iwo, das kriegen wir auch alleine hin.

Heil Hitler!

Er sagt: "Hals- und Beinbruch, dass die Sache gut abläuft."

(Uhr tickt.)

Herr Dr. Thiel? Ja, Schütte hier, vom Lager II.

Hauptmann Herold will Sie sprechen.

Dr. Thiel?

... und mich damit beauftragt.

Die Lagerangelegenheit wurde der Gestapo in Emden übergeben.

Er prüft das mit der Gestapo, spricht mit dem Generalstaatsanwalt

und informiert dann Hansen.

(singt) Schlaf, Kindchen, schlaf

Der Hansen ist ein Schaf

(Hansen murmelt) Aha...

(Telefon klingelt.)

Hansen hier.

Herrlich.

Äh...

Die Gestapo hat also Hauptmann Herold

die Sache als vereinfachtes militärisches Standgericht übertragen

und übernimmt jede Verantwortung?

Ja.

Verstehe. Äh, Hauptmann Herold hat also ausreichende Vollmacht.

Ja. Kann man nichts dran machen.

Ja, verstehe. Kein Zweifel an seiner Befugnis.

Mhm, ja.

Ja, verstehe. Heil Hitler.

(Uhr tickt.)

(Düstere Musik)

Alles aufstellen!

Na los!

(Bedrohliche Musik)

Aber dalli!

(Bedrohliche Musik)

Ich dachte, drei Gruppen zu 30?

Na, dann halten wir uns besser ran.

Los!

Links um!

Marsch!

(Bedrohliche Musik)

(singen) Heute wollen wir marschier'n

Einen neuen Marsch probier'n

In den schönen Westerwald

Ja, da pfeift der Wind so kalt

In den schönen Westerwald

Ja, da pfeift der Wind so kalt

Oh, du schöner

Westerwald

Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt

Jedoch der kleinste Sonnenschein Dringt tief ins Herz hinein

(Bedrohliche Musik)

Weil das Tanzen Freude macht Und das Herz im Leibe lacht

Oh, du schöner Westerwald

Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt

Jedoch der kleinste Sonnenschein Dringt tief ins Herz hinein

Und die Gretel und der Hans

Geh'n des Sonntags gern zum Tanz

Weil das Tanzen Freude macht

Und das Herz im Leibe lacht

Weil das Tanzen Freude macht

Und das Herz im Leibe lacht

Oh, du schöner Westerwald

Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt

(Gefangene, matt) Jedoch der kleinste Sonnenschein

Dringt tief ins Herz hinein

Ist das Tanzen dann vorbei

Gibt es meistens Keilerei

Und dem Bursch', den das nicht freut

Sagt man nach, er hat kein' Schneid

Oh, du schöner Westerwald

Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt

Jedoch der kleinste Sonnenschein Dringt tief ins Herz hinein

(Geschützfeuer, Schreie)

Nachladen!

(Stöhnen, Husten)

(Schreie)

Ah!

(Schmerzensschreie) - Ladehemmung.

(Gefangener) Wir hauen ab.

Die Flak hat ausgeschissen.

Alle schießen!

Na los!

(Maschinengewehrfeuer)

(Maschinengewehrfeuer, Pistolenschüsse)

(Feuer verstummt.)

Herr Hauptmann, was hier vorgeht,

entspricht in keiner Weise den Vorschriften.

Was Sie hier veranstalten, ist eine bodenlose Schweinerei.

Das ist menschenunwürdig. Ich werde das melden.

(Beklemmende Klänge)

(Stille)

(Jemand spielt Mundharmonika.)

Ah!

(Allgemeines Gelächter)

(Tür wird aufgerissen.)

Geht weiter.

(Schütte) Läuft doch wunderbar, hm?

(Gewehrfeuer)

(Stille)

(Stöhnen)

(Anhaltendes Stöhnen)

Da muss einer rein. Sie da!

(Wimmern)

Freytag!

Sie gehen rein!

Na los!

(ungeduldig) Na los!

Wird's bald, verdammt noch mal!

(brüllt) Los!

(Verletzter stöhnt und wimmert.)

Ersparen Sie dem Schwerverletzten unnötiges Leid.

(Schluchzen)

(Schlamm schmatzt.)

(Stöhnen)

(Schmatzen)

(Stöhnen)

(Wimmern)

(Freytag atmet schwer.)

(Wimmern)

(Schuss)

Melde gehorsamst, Befehl ausgeführt...

Herr Hauptmann.

Eine Beschwerde über die nicht ordnungsgemäße Beseitigung

von 90 Gefangenen.

90, Herr Dr. Thiel. - (Stimmen von draußen)

Äh, was?

Äh, ach das.

Hauptmann Herold hat zur Feier des Tages einen bunten Abend organisiert.

Unter den Gefangenen sind einige Künstler.

(Brockhoff) Schaufeln sollst du! - Ja. Äh, und wegen der Beschwerde...

(Brockhoff) Ich mach dich fertig!

(Poltern) - Ich schick dich in die Grube!

Ja. Ja, verstehe. - (Brockhoff) Du sollst schaufeln!

(Mann) Ich hab die Schnauze voll! - Äh, ja. Ja, einverstanden.

(Brockhoff) Befehlsverweigerung! Darauf steht die Todesstrafe!

(Häftling) Ich hau dir die Schaufel... - Was ist da los?

Das ist 'ne riesengroße Sauerei hier! - Halt das Maul!

Die Suppe kann er selber auslöffeln.

Die weigern sich, die Grube zuzuschaufeln!

Dann machen Sie das gefälligst selbst! Und sorgen Sie für Ruhe und Ordnung!

Sie sollen mir alles schriftlich geben. Ich werde das dann weiterleiten.

Ich muss auf eine offizielle Meldung bestehen.

Ich bin doch hier auch machtlos.

Kommen Sie, ich nehme Sie mit ins Dorf.

Den bunten Abend von Herold können wir uns schenken.

Mit Ihrer Erlaubnis halte ich mich bis zu Herolds Abreise vom Lager fern.

Ja, von mir aus. Ist ja eh bald vorbei.

Ach, leck mich doch am Arsch.

Das bereut ihr noch, ihr Säue. Los, an die Arbeit.

(Man hört ihn nicht.)

(Schütte) Hipp, hipp! - (Menge) Hurra!

Hipp, hipp! - Hurra!

Zur Feier des Tages gibt es genug Schnaps zum Ersaufen.

Für alle! - Ja!

Wer sich so ins Zeug legt, der soll es auch gut haben.

(Herold) Jetzt erst mal zum Wohl!

(Stimmengewirr)

In zwei Wochen, am 20. April '45, dem Geburtstag des Führers,

wird die siegreiche deutsche Offensive kommen.

Der Führer hat es gesagt, und der Führer lügt nicht.

Mit mir zusammen, seit sie 15 ist. Glauben Sie das, Herr Hauptmann?

Seit 20 Jahren ein Herz und eine Seele.

Wie alle Großkatzen paare ich mich nur einmal, aber dann fürs ganze Leben.

(Polternde Schritte)

Nein, eine Banane!

Ah! - (Lachen)

Ah... - Wie geht es dir?

Wie dem jüdischen Anwalt. - Wieso?

Ich kann nicht klagen.

Du, Rabbi? - Ja?

Ich möchte wissen: Was heißt "relativ"?

Du weißt nicht, was relativ ist? - Nein.

Soll ich's dir erklären? - Ja.

Gut, Moshe. Ich ziehe meine Hose runter. - Oh.

Und die Unterhose. - Und jetzt?

Beuge ich mich vor. - Und ich?

Du steckst deine Nase in meinen Arsch. - Uäh, muss das sein, Rabbi?

Ja, Moshe, sonst kann ich dir nicht erklären, was relativ ist.

Ist deine Nase ganz tief in meinem Arsch? - Ja, sie ist tief in deinem Arsch!

So, jetzt haben wir beide eine Nase tief im Arsch.

("Moshe") Ja. - Aber ich bin relativ besser dran.

(Allgemeines Gelächter) - Bravo!

(Man versteht ihn nicht.)

So. Oh... - Ich hab so Hunger.

Wirklich? - Ja.

Hast du was zu essen? - Ich habe so lange nichts... Nein!

Eine Riesenmörderwurst. - Oh!

So was hab ich ewig nicht gesehen. Hab ich Hunger!

Ich hab Hunger. Oh, nein!

Nein! Oh nein! Oh Gott.

Er hat Hunger. Ich habe auch Hunger.

Hunger, Hunger. - Ich hab auch Hunger.

Oh!

(Langgezogener Furz)

(Gelächter) - Ah! Jetzt kann ich auch essen.

Ai, ai, ai, ai, ai, ai...

Hähähä. Hihihi. Hähä.

Hepp! - Ja!

(Jubel) - Bravo.

Die sind richtig gut.

(Mann) Bravo!

(Er pfeift eine traurige Melodie.)

(Gelächter verstummt.)

(Ein Schauspieler pfeift, der andere imitiert traurige Trompetenklänge.)

(Andächtige Stille)

(alle singen) Kriegskameraden! Kriegskameraden!

(Tuba)

Das ist so schön Wie man's nimmer find't

Wenn Kriegskameraden zusammen sind

Dann redet die Seele Schweigt auch der Mund

Sie fühlen alle den Heiligen Bund

Kriegskameraden! Kriegskameraden!

Wer einmal im Schlag der Granaten stand - (Schiefe Mundharmonikaklänge)

Den hat das Herz schon Bruder genannt

Sie sind zusammen Mehr braucht es nicht

Und sehen sie sich auch nur ins Gesicht

Kriegskameraden! Kriegskameraden!

Und erst das Herz Das einst zuckender schlug

Das all die Schmerzen und Leiden trug

Es nahm der bitteren Jahre Lauf

Das ganze Vaterland in sich auf

Kriegskameraden! Kriegskameraden!

Bravo!

(Jubel, Bravorufe)

Auf unseren Hauptmann Herold! Hipp, hipp...

Hurra! - Hipp, hipp!

Hurra!

(Lachen, Applaus)

Jetzt will ich auch mal etwas sagen über unseren großartigen Hauptmann Herold,

der die ganze Sache hier so kurz entschlossen

und... und famos in die Hände genommen hat:

Glatt ist es gegangen! Glatt! Glatt! Glatt!

(Schauspieler imitieren ein Feuerwerk.)

(Applaus)

(Sie imitieren weiter Knallkörper und Raketen.)

Erst mal danke für all die schönen Worte.

Ich muss aber gleich dazu sagen: Unsere Arbeit hier ist noch nicht getan.

Keiner der Gefangenen, der Schmarotzer im Lager,

darf den Engländern lebend in die Hände fallen

und mit ihnen gemeinsame Sache machen.

(Applaus)

Auf die heilige Pflicht und den Gehorsam!

Auf die Kampfgruppe Herold! - Auf die Kampfgruppe Herold!

Ey!

Was ist los hier?

(Gegröle)

(Gegröle entfernt sich.)

Setz dich doch.

Na komm, wir beißen schon nicht. Komm, setz dich.

(Sie kläfft wie ein Hund.)

Komm.

(Kläffen) - Na komm.

Kommen Sie.

(Herold) Hier.

(Schüttes Frau) Zum Wohl! - (Schauspieler) Zum Wohl!

Zum Wohl!

(Tumult von draußen)

Wie heißt denn du? - Roger, Herr Hauptmann.

(Herold) Vergehen? - Eigentlich nichts.

Eigentlich nichts? Dann bist du kein Verbrecher.

Iwo, Schauspieler bin ich. - Ah...

Ein ganz abgebrühter dazu. - Das kann man wohl sagen.

Ich hol gleich deine Akte, du Ferkel. - (Herold) Nicht nötig.

Ich will dich mal was fragen. Rein hypothetisch.

Na, wir tun mal so als ob. Als ob du was getan hättest.

Hab ich aber gar nicht. - Ich weiß, aber du bist Schauspieler.

Ja, aber... - Dann tu so, als ob du was getan hättest.

(Schüttes Frau) Ja. - Genau das heißt "hypothekisch".

(Prusten)

Hypo-was?

Hypothetisch meinst du.

Also, was würde einer wie du anstellen, wenn er was angestellt hätte?

Ich hab da 'nen ganz guten Riecher.

So, wie der aussieht? Ein Dieb ist das.

Was meinst du, Gerda, hm?

Ich weiß nicht.

Hm... vielleicht ein Mörder?

Mörder, ich? Ich hab niemanden umgebracht.

Ich bin doch kein Mörder. - Was bist du denn dann?

Na los, lass dir was einfallen. Ist doch nur...

Hypothetisch.

Sie stellen sozusagen nur den Verbrecher dar.

Also...

(stammelt) Also ein Mörder bin ich nicht.

Und wenn schon, dann...

Ja, dann eher wahrscheinlich so ein...

So ein Dieb. - (Schütte) Was hab ich gesagt?

Was hast du geklaut?

Das hab ich mir noch nicht überlegt. - So macht das aber keinen Spaß.

Vielleicht hast du Essen geklaut. - Wenn einer Hunger hat...

(Herold) Wenn's ums Überleben geht.

Paar Eier hier, bisschen Brot da.

Paar Lügen. Kleine. Große.

Was immer einen durch die tote Zeit bringt.

Wenn du den Tod nicht drehst, dreht er dich.

Ich zum Beispiel hab diese Uniform geklaut.

(Stille)

(lacht) Nein!

Ich hab den Wein geklaut. Haha. - Ja, und ich hab die Kartoffeln geklaut.

Also rein hypothetisch. - Ich kann diese Wurst klauen.

(lacht) Herr Hauptmann, Sie sind ein ganz schöner Schauspieler.

Jetzt mal im Ernst, was hast du gemacht?

Ich hab einen toten Kameraden bestohlen?

Ach, ein Leichenfledderer ist das. - Schönes Geständnis ist das.

(räuspert sich) Ich meine, hypothetisch. - Weißt du, was darauf steht?

(Gegröle von nebenan) - Soll ich dir das mal sagen?

Was? Soll ich's dir mal sagen, du?

Soll ich dir das mal ganz genau sagen? Hä? Soll ich?

Komm! Komm!

Ja, wie... wie geht's denn hier zu?

(Düstere Musik)

(Lachen)

(Er heult wie ein Wolf.)

(Brockhoff stimmt mit ein.)

(Allgemeines Geheul)

Komm! Komm!

(Geheul von draußen)

Komm, du Sau! - Hey, was soll der Mist?

Nicht graben wollen! Los, raus, ihr Säue!

(Düstere Musik)

(Gerda räuspert sich.)

Schluss jetzt! Ab in die Kantine!

Was ist denn das für eine Sauerei?

Ihr Ferkel!

Ab in die Kantine, aber sofort!

(Dumpfe Schläge)

(Stöhnen)

Aber doch nicht wie die Tiere! Brockhoff!

Herr Hauptmann, so geht das nicht. Das ist keine anständige Art.

So handelt man nicht.

Das ist nicht deutsch!

Es reicht!

(lallt) Alle herhören, wenn der Herr Hauptmann...

befiehlt!

Alle herhören, wenn der Herr Hauptmann befiehlt!

Schluss jetzt, sag ich! - Alle herhören...

wenn der Herr Hauptmann befiehlt!

Alle herhören... - Was nimmt der Mann sich da heraus?

Herr Hauptmann, bringen Sie da bitte sofort Ordnung rein!

(heiser) Alle herhören! Herhören, wenn der Herr Hauptmann befiehlt!

Das muss hier alles seine Ordnung haben!

(Häftling stöhnt.)

Lauf.

(Schuss)

(Häftling) Nein!

Bloß keine Feigheit.

(Schuss)

(Flüchtende keuchen verzweifelt.)

(Keuchen)

Ah!

(Pistole klickt nur.)

(Er ächzt.)

(Ächzen)

(Schuss) - Ah!

(Lautes Stöhnen)

Ich schmeiß 'ne Runde.

Willkommen in der Kampfgruppe Herold.

(Es läuft Walzermusik.)

(Draußen fallen Schüsse.)

(Schütte) Herr Hauptmann!

Herr Hauptmann!

Ich muss den Hauptmann sprechen. - Er ist unpässlich.

Es ist dringend. - Ich sag Ihnen doch, er ist unpässlich!

Dann... dann sagen Sie ihm,

der Volkssturm ist zur Durchkämmung der Umgebung angetreten.

Melde gehorsamst... - Hab's gehört. Gehen Sie in die Kantine.

(Weiter Walzermusik)

(Entferntes Flugzeugdröhnen, Explosion)

Deserteure plündern und vergewaltigen, terrorisieren die zivile Bevölkerung,

gefährden unsere kämpfenden Kameraden.

Damit muss es ein Ende haben!

Es reicht nicht abzuwarten, bis dieser Abschaum handelt.

Wir müssen das Gesocks an der Tat hindern.

Das sind asoziale, wertlose, für Deutschland nicht tragbare Elemente.

Ich erwarte eine schnelle, effiziente Bereinigung.

Bloß nicht zimperlich sein.

Heil Hitler! - Heil Hitler!

(Ferne Explosion)

(Walzermusik)

(Tür wird geöffnet.)

Wegen der Hose...

Die war zu lang.

Aber jetzt passt sie ja wieder, Herr Hauptmann.

Ja, das bin ich. Der Hauptmann.

(Düster dröhnende Musik)

(Düstere Musik)

(Tür geht auf.)

Herr Hauptmann!

Der Volkssturm ist wieder da.

(Granate zischt.)

(Zischen)

(Wachmann) Britische Artillerie!

(Schreie)

(Lauter werdendes Dröhnen)

(Mann) Ah, nein!

(Stille)

(Feuer knistert leise.)

(lallt) Dann wollen wir mal.

Antreten.

Leibgarde Herold, antreten!

(Metallisches Klirren)

(Herold) Diesmal ist unser Leben billig geworden.

Nicht wahr, mein Guter?

Prima Feier, Chef.

Aber der Laden ist dicht.

Euch beide befördere ich zum Rang des Oberfeldjägers.

Sie sind jetzt Feldwebel.

Und ihr besorgt euch Uniformen.

Hier sind wir durch.

(Schneidende, pulsierende Klänge)

(Lebhafte Polka-Klänge)

Halt!

(Weiter lebhafte Polka-Musik)

Vaterlandsverräter!

Scheiße.

Proviant requirieren.

(Schuss) - Ich bin Hauptmann Herold.

Führer des Sonderkommandos und Schnellgericht Herold.

Ich bin der Rächer der deutschen Ehre.

Und ich werde jedem Vaterlandsverräter den verdienten Lohn auszahlen.

Dieses Urteil wird bei allen ehrliebenden Deutschen Beifall finden

und allen Feiglingen, die das Vaterland in diesen ernsten Zeiten verraten,

eine Warnung sein.

Ich werde an diesem Ort wieder für Recht und Ordnung sorgen.

Freytag.

Fragen Sie nach dem besten Haus im Ort.

Passiergebühren bereithalten.

Halt, halt, halt. Stehen bleiben. Ihre Handtasche!

(Heitere Klaviermusik) - (Stimmengewirr)

(Mann 1) Hey, auf den Boden mit dir. - (Mann 2) Runter mit dir!

Hey, schöne Frau, stehen bleiben. Stehen bleiben.

Hier geht es rein.

(Verspielte, heitere Musik)

Erika!

Meine Freundin Irmgard. - Sehr erfreut.

Sehr erfreut.

Das ist unser Hauptmann Herold.

Persönlich ausgezeichnet für seine Tapferkeit vom Führer selbst.

Danke schön.

(Heitere Musik)

(Weiter heitere Musik)

He! He!

He!

Raus, komm! - Loslassen!

Loslassen!

Loslassen! - (Brockhoff) Du Hund!

Lasst mich los! Loslassen!

Loslassen!

(Keuchen)

(Keuchen)

Sie sind der Plünderei, des Diebstahls und...

des Hochverrats angeklagt.

Der Gefreite Kipinski ist eine Schande für unsere Truppe.

Das Schnellgericht Herold hat ihn für schuldig befunden

und verurteilt ihn hiermit zum Tode durch...

Erschießen.

In dich bin ich rein wie der Teufel in die Jungfrau.

Und da bleib ich auch.

In deinem Herzen.

Los.

(Kipinski) Nein...

(Sie laden ihre Waffen durch.)

Anlegen.

Feuer!

(Heitere Klaviermusik)

Wein ich? - Lach ich?

Träum ich? - Wach ich?

Heut weiß ich nicht, was ich tu

Wo ich gehe, wo ich stehe

Lachen die Menschen mir zu

Heut werden alle Märchen wahr

Heut wird mir eines klar

Na komm, friss! - Das gibt's nur einmal

Das kommt nie wieder

Das ist zu schön, um wahr zu sein - Komm, weg.

So wie ein Wunder fällt auf uns nieder

Vom Paradies ein gold'ner Schein

Das gibt's nur einmal Das kommt nie wieder

Das ist vielleicht nur Träumerei...

(Frauen atmen tief ein.)

(Sie atmen aus.) Das kann das Leben nur einmal geben

Vielleicht ist's morgen schon vorbei

Das kann das Leben nur einmal geben

Vielleicht ist's morgen schon vorbei

Das gibt's nur einmal Das kommt nie wieder

Das ist zu schön, um wahr zu sein

Das kann das Leben nur einmal geben

Denn jeder Frühling hat nur einen Mai

Das kann das Leben nur einmal geben...

(Alle singen durcheinander.)

Das kann das Leben nur einmal geben

Denn jeder Frühling hat nur einen Mai

(Heitere Klaviermusik) - (Stimmengewirr, Lachen)

(Dissonante Klavierklänge)

(Musik klingt unharmonisch aus.)

(Bedrohliche Musik)

Feldgendarmerie! Aufstehen!

Raus! Mitkommen! - Hände hoch!

Steh auf! - Feldgendarmerie!

(Er schreit schrill.)

(schreit) Feldgendarmerie!

(Feldgendarm) Öffnen Sie die Tür!

Sie sind ja ein Gefreiter!

Sie geben also zu, folgende Vergehen verübt zu haben:

Das unbefugte Tragen einer Offiziersuniform,

die Verübung eines Massakers in Lager II

und das Totschlagen eines Bürgermeisters, der eine weiße Flagge rausgehängt hat.

Erschießung.

Die Erschießung eines Bürgermeisters.

Mein Vater sagte immer:

"Wer Unrecht begangen hat, soll es wenigstens zugeben."

Rechtlich ist der Fall doch völlig klar.

Der Mann ist zum Tod durch den Strang zu verurteilen.

Ich weiß nicht. Mir scheint das übertrieben.

Unter den gegebenen Wirren der Zeit

hat sich Herold doch gar nicht so abwegig verhalten.

Er legte ein forsches militärisches Auftreten an den Tag,

fügte aber der Wehrmacht keinen nennenswerten Schaden zu.

Bei mir verhielt sich Herold immer als Offizier.

Er stand die ganze Gerichtsverhandlung über stramm, seit mehr als vier Stunden.

Ohne eine Miene zu verziehen. Das ist ein zackiger Bursche.

Er hat enorme kämpferische Führungsqualitäten bewiesen.

Mir imponieren solche Männer. - Ich möchte hinzufügen:

Was zu all diesen Dingen führte, war nur meine Entschlossenheit,

den in diesen letzten Kriegstagen zunehmenden Defätismus einzudämmen

und Deutschland zum Weiterkämpfen anzuhalten.

Ich seh so viel Übles verübt aus Not,

aber dieser Mann ist doch unmöglich bei gesunden Sinnen.

Ach, wissen Sie, wenn ich so denke...

wir als junge Freikorpskämpfer... Ha!

Wir haben manchmal auch wild drauflosgeschossen.

Hahaha! - Wollen Sie ihn etwa freisprechen?

Begrenzt freisetzen.

Ich empfehle, das Verfahren auszusetzen

und Herold zur Bewährung an der Front abzustellen.

Der Herold ist ein schneidiger Kerl. So ein Mann ist Gold wert. Gerade jetzt.

Machen wir uns nichts vor, meine Herren: Der Krieg liegt in den letzten Zügen.

Das Reich hat den Krieg verloren. Das heißt aber nicht, dass wir aufgeben.

Wir bauen eine Elite-Organisation auf,

die nach der Besetzung durch den Feind

den bewaffneten Kampf im Untergrund fortführen wird.

Heil Hitler! Wir marschieren nach Berlin,

um die gefallene Reichshauptstadt wieder freizukämpfen! Jawohl!

(Leises Plätschern)

(Beklemmende Musik)

(Schritte)

(Beklemmende Musik)

(Man hört ihn leise atmen.)

(Beklemmende Musik)

(Heitere Orchestermusik)

(Walzermusik: In Old Bavaria von Alois Pachernegg)

(Weiter Walzermusik)

(Nur Musik, man hört sie nicht.)

(Nur Musik, man hört sie nicht.)

(Beklemmende Musik)

(Nur Musik, man hört sie nicht.)

(Nur Musik, man hört sie nicht.)

BABELFISCH TRANSLATIONS Katrin Zdravković

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