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FÜR STÉPHANE LE DALL
AUF DIE FREUDE
REDE EDOUARD PHILIPPE
PREMIERMINISTER FRANKREICH (BIS 3. JULI 2020)
Wir sind ein fröhliches Volk, das gern zusammenlebt.
Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr,
wenn die Angst sich ausbreitet.
Nach den Ankündigungen des Präsidenten am Donnerstagabend
bin ich am Freitag und auch heute Morgen
nach draußen gegangen, und wohl jeder hat diese Erfahrung gemacht:
Es sind zu viele Menschen in den Cafés und Restaurants.
In normalen Zeiten würde mich das freuen,
denn das ist das Frankreich, das wir alle lieben.
Aber für einige Wochen
ist es nicht das, was wir tun sollten.
Zusammen mit dem Präsidenten der Republik
habe ich daher beschlossen, bis auf Weiteres,
ab heute um Mitternacht alle Orte
mit Publikumsverkehr zu schließen,
die für das Leben nicht unerlässlich sind.
Das betrifft insbesondere die Restaurants, Cafés,
Kinos und Diskotheken.
Religiöse Stätten bleiben geöffnet.
KONNTE HEUTE DEN FLIEGER NICHT NEHMEN.
SITZE IN SPANIEN FEST, MINDESTENS BIS MORGEN.
ICH HABE EINEN FLUG UM 21 UHR! HAST DU EINEN ZUG GEFUNDEN? KUSS.
ICH BIN AM GARE DE LYON ...
ES IST DIE HÖLLE, KONNTE DEN ZUG NICHT NEHMEN.
VERSUCHE ES MORGEN FRÜH WIEDER.
ICH DRÜCK DICH GANZ FEST
ICH DRÜCK DICH
...
ALLES GUT, SITZT DU IM ZUG?
EMMANUEL MACRON STAATSPRÄSIDENT FRANKREICH
Wir befinden uns im Krieg. Jegliches Handeln der Regierung
muss auf den Kampf gegen die Epidemie gerichtet sein.
Tag und Nacht.
Nichts darf uns davon ablenken.
Deshalb habe ich beschlossen,
dass alle laufenden Reformen ausgesetzt werden,
angefangen mit der Rentenreform.
Ab Mittwoch wird im Ministerrat
ein Gesetzesentwurf vorgelegt,
der es der Regierung ermöglicht, auf Notsituationen zu reagieren.
Und, wenn nötig, per Verordnung Gesetze in Bereichen zu erlassen,
die unter das Krisenmanagement fallen.
Dieser Entwurf wird dem Parlament vorgelegt, sobald ...
INTERVIEW OLIVIER FAURE
ERSTER SEKRETÄR DER PARTI SOCIALISTE (SEIT 7. APRIL 2018)
... hängt nicht nur mit der Globalisierung zusammen.
Es gab die Spanische Grippe, die Cholera,
die Pest, die die Grenzen zu Zeiten überschritten,
in denen es noch keine Globalisierung gab,
wie wir sie heute kennen.
Deshalb wird das Dichtmachen,
das Abschotten der Nationalstaaten nicht dazu führen,
dass die Verbreitung von Viren verhindert wird.
Aber es ist offensichtlich,
dass es Fragen der Souveränität im direkten Wortsinn gibt.
Wie können wir Herr über unser eigenes Schicksal bleiben?
Wenn wir einen Teil unserer Souveränität
im Gesundheitsbereich
an ein Land wie China abgegeben haben,
dann gibt es ein Problem.
Denn wenn keine Masken mehr aus China kommen,
dann gibt es in Frankreich keine Masken mehr.
Das ist eine echte Problematik, der wir uns stellen müssen.
Die Zeit nach der Corona-Krise sollte im Hinblick auf diese
zu starke Abhängigkeit vom Ausland gedacht werden ...
... für Medikamente, Masken, Beatmungsgeräte und so weiter.
Wir müssen alle Lehren aus dieser Krise ziehen ...
WANN KOMMT DAS GLÜCK ZURÜCK?
EIN JAHR SPÄTER
Wir haben kein Problem damit, wir haben nur nicht das Geld.
Sie müssen uns jeden Tag bezahlen, sonst funktioniert das nicht.
Tolle Ideen zu haben, ist eine Sache,
aber man muss sie auch bezahlen können.
Wir haben immer noch Lieferprobleme,
und deshalb bleiben uns nicht viele Möglichkeiten.
Was schlagen sie vor?
Klingt gut. Wann?
Okay, gut. Kann ich in fünf Minuten zurückrufen?
Ja, danke. Wiederhören.
So viele Dinge, die man nicht sagen kann.
Besonders diesen Augen.
Jeden Tag sehen sie mich an.
Das war Freude. Genau das.
Véra: Luisa Wietzorek
Sam: Ozan Ünal
Muriel: Cathlen Gawlich
Doriaz: Romanus Fuhrmann
Mehdi: Jan Makino
Lulu: Aline Staskowiak
Véras Mutter: Julia Biedermann
Maître Olivet: Sven Gerhardt
Madame Galibert: Isabelle Schmidt
u. v. a.
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