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Asolo, 25. März 1945, im 23. Jahr der faschistischen Herrschaft.
Mach schnell!
Können Sie nicht schneller fahren? - Die Straße ist eine Katastrophe.
Und das Auto ist, wie es ist.
Ich versprach ihrem Mann, auf Sie acht zu geben.
Auch mir haben Sie etwas versprochen.
Keine Angst, unsere Vereinbarung wird eingehalten.
Unsere sündige Vereinbarung.
Ich begehre Sie und kann es kaum erwarten in Venedig zu sein.
Ich weiß. Aber nun fahren sie doch.
Sie bringen mich zu Helmut und ich löse mein Versprechen ein.
Sie werden heute noch bei ihm sein und noch heute... - Ja, ja.
Nun wollen wir nicht mehr sprechen.
Denken Sie ans Fahren und lassen mich etwas ausruhen.
Mit dem Erstbesten von der Straße?
Mit jemanden, der einfach vorbei läuft?
Und danach weiß man nicht, was man tun soll.
Man kann gar nichts tun. Ist es denn wahr?
Ja, es ist wohl wahr. Dann dieser Ekel!
Dieses Schaudern über eine unnötige, schmutzige Tat.
Einfach fabelhaft.
Sehr gut.
Warum weinst du nur? Bitte sag mir doch alles!
Oh, nein. - Lassen Sie mich!
Lassen Sie mich jetzt gehen! - Was sagst du da? Warum?
Sag es mir!
Da Sie es wissen... - Ich habe es geahnt!
Wie konnten Sie es ahnen? - Weil ich die Frauen kenne.
Ich schäme mich so sehr.
Es ist so schrecklich. - Keine Bewegung!
Wenn ein Spion oder Verräter im Theater ist, soll er vortreten.
Dann bekommt er das Blei der Partisanen zu spüren.
Venezianer! Die letzte Stunde Hitlers und der Faschisten ist angebrochen.
Kämpft mit uns für die nationale Befreiung
und die endgültige Niederlage des Nazi-Faschismus.
Tod dem Faschismus! Freiheit für das Volk!
Es lebe die Front der Jugend!
Meine Damen und Herren, einen schönen Abend und gute Unterhaltung.
Keiner verlässt den Saal!
Das Theater ist umzingelt.
Geben Sie's mir!
Geben Sie her! Das ist ein Befehl!
Warum haben Sie die Herren auf der Bühne nicht gefangen genommen?
Hure! Bedecken Sie Ihre Brüste, wir sind nicht im Bordell.
Das Fräulein gehört zu mir.
Geben Sie ihr das Flugblatt zurück. - Gehen wir!
Es ist doch nicht möglich, dass...
Aber sicher ist es möglich. Inzwischen ist alles möglich.
Wer ist dieser Idiot? - Leutnant Helmut Schulz vom cinematografischen Dienst.
Ein Frauenheld, der tut, wonach es ihm steht.
Aber wie ist das nur möglich?
Alles ist möglich für den, der die Baarova in Goebbels Bett geholt hat.
Herr Leutnant!
Toll! Unbesonnen, diese Italiener.
Er hat es für mich getan. Ich spürte seine Lust zwischen meinen Schenkeln.
Ich fühlte sie, wie noch nie bei einem Mann.
Sein Blick vergewaltigte mich. Und ich floh nicht.
Ich schämte mich nicht. Ich hatte einen Orgasmus.
Was meinte Ugo über die Baarova?
Sie war die Geliebte von Goebbels, bis Hitler ihn zwang, sie zu verlassen.
Was spielt dieser Schulz für eine Rolle?
Er war ihr Begleiter. - Ihr Begleiter?
Er war der Vermittler im Auftrag von Goebbels.
Und nun? - Hast du's nicht gesehen?
Er ist ein Weiberheld, der alle Frauen vernascht.
Wieso kennst du ihn? - Er ist der deut- sche Vertreter im Kultusministerium.
Wir unterzeichnen zusammen den Austausch von Kinoneuigkeiten.
Tauscht ihr nur Kinoneuigkeiten aus?
Nein. Nein, tu es nicht.
Das war das Signal, dass er mit mir schlafen wollte.
Mein Mann wurde nur erregt, wenn ich meine Strümpfe anbehielt.
Ich pflege gute Beziehungen zu ihm, wo gerade alles zugrunde geht.
Hast du gesehen, was im Theater pas- siert ist? Man muss sich vorbereiten.
Verstehst du, was ich damit sagen will?
Gegenseitige Gefälligkeiten. Ugo und ich haben damit schon begonnen.
Freunde, Feinde. Alle haben Interessen, die sie retten möchten.
Helmut ist ein Deutscher, der mal sehr nützlich werden könnte.
Vielleicht gerade wegen seiner Laster.
Mach das Licht aus! Die Scheinwerfer der Flugabwehr leuchten.
Eine wundervolle Nacht. Wir haben Vollmond.
Ich habe ihn hierher gelockt, damit ich nicht in sein Gesicht sehen muss.
Ich hätte an diesem Abend die Haare in seiner Nase nicht ertragen können.
Und nicht den Ausdruck in seinen Augen.
Was für Laster? - Was? Welche Laster?
Du sagtest, Schulz könnte uns gerade wegen seiner Laster nützlich werden.
Ja, er ist unmoralisch.
Er ist zynisch, ein Spieler. Ein Mann, der die Frauen schlecht behandelt.
Warum interessiert er dich so sehr? - Er ist mir völlig egal.
Schatz, du bist ja so nass.
Sehr schön... Du Hure.
Das gefällt dir, ja? Sag die Wahrheit!
Das gefällt dir, hm? Los, sag's doch.
Warum habe ich Carlo nur geheiratet?
Hatte ich ihn jemals geliebt? Nun war ich sicher, dass ich ihn nicht liebte.
Noch etwas anderes wurde mir erschreckend klar.
Mein Körper, mein Fleisch, meine Sinne sehnten sich verzweifelt nach Helmut.
Belohnungen! 5.000 Lire und 5 Kilo Salz für jeden Hinweis,
der der Aufdeckung eines Waffenlager oder der Festnahme...
Eine Tüte für Sie? - Warum nicht.
Zwei Lire.
Hallo, Oma! - Was will er denn von mir?
Ich danke Ihnen.
Hey du, junger Bengel. Stehenbleiben!
Was sagt ihr dazu, Kameraden? - Ich habe nichts Unrechtes getan.
Habt ihr gehört? Der junge Mann hat nichts Unrechtes getan.
Wenn er sagt, dass er nichts getan hat, dann schneiden wir einfach!
Verschwinde, aber sofort. Und vergiss deine Lektion nicht!
Es gibt zu viele tanzende Leute hier, während das Vaterland weint.
Achten Sie nicht auf die. Die sind verrückt.
Ihr Wechselgeld.
Behalten Sie's!
Mir blieb das Herz stehen. Ich hatte gehofft, ihn wieder zu sehen.
Gleichzeitig hatte ich Angst, das es passieren könnte.
Ohne mich umzublicken, verrieten meine Sinne mir, dass er mir folgte.
Meine Beine zitterten, mein Herz klopfte mir bis zum Hals.
Soll ich die Tüte für Sie halten?
Ich muss dringend mit Ihren Mann sprechen. - Er ist nicht zu Hause.
Nein! ...Nein.
Sie wollen es nicht? Niemand zwingt Sie dazu.
Ich konnte mich nicht von ihm entfernen.
Ich wollte nicht fliehen und spürte, wie meine Unterwerfung seine Sinne erregte.
Ich wiederhole es: Sie sind frei!
Siehst du: Du gehörst mir!
Ach, Sie sind es, Signora Livia.
Der Leutnant will meinen Mann sehen.
Ja, sicher. Verzeihen Sie, bitte.
Ich liebe dich!
Geh! Geh schon!
Ich liebte ihn auch.
Oh ja, ich liebte ihn. Ich liebte ihn.
Verflucht! - Was ist?
Eine Straßensperre! - Straßensperre?
Partisanen! Bewahren Sie die Ruhe.
Überlassen Sie die Sache mir.
Motor abstellen, aussteigen und Hände hoch!
Wir sind in Ordnung.
Cornelia, kümmer dich um den Wagen!
Die anderen kontrollieren die Straße.
Durchsuche ihn!
Da ist nichts! - Arme runter. Nun die Frau.
Die ist auch sauber. - Darf ich rauchen? - Nein!
Wer sind Sie und wohin fahren Sie?
Wir fahren nach Venedig. Ich bin Anwalt, sie ist meine Schwester.
Papiere!
Kultusministerium! Faschisten, richtig? - Offensichtlich!
Ich habe eine Bescheinigung. - Und?
Ich kann sie Ihnen zeigen.
Mal sehen.
Wir garantieren für den Überbringer dieses Briefes.
Sie können weiter fahren. - Danke.
Wir haben nicht auf Sie gewartet.
Schiebt den Baumstamm weg!
Was gefunden? - Halt mal hoch!
Nur das hier.
Eine Mauser von '36. Ein Sammlerstück.
Eine deutsche Waffe, aber auch republi- kanisch. Stammt aus dem Spanienkrieg.
Los doch, fahren Sie!
Die Roten werden siegen!
Fanatiker! Nun müssen wir die verlorene Zeit aufholen.
Warte ab. Es wird viele Sieger geben, wenn der richtige Moment da ist.
Du wirst es erleben. - Haben Sie eine Zigarette?
Ich möchte jetzt rauchen. - In meinem Jackett.
Geben Sie mir auch eine.
Streichhölzer? - In der linken Tasche.
Bei uns gibt es auch einen Partisanen. Mein Cousin Thomas.
Er ist Ex-Hauptmann. Seit September haben wir nichts mehr von ihm gehört.
Ist dieser Mann auch in Sie verliebt?
Ja, ich glaube schon. - Und Sie?
Nein. Er besitzt zu viele Ideale und zu viele Tugenden.
Das Gegenteil von Helmut. - Genau.
Das Gegenteil von Helmut.
Oh Mario, ich habe solche Angst. Vito schöpft Verdacht.
Keine Sorge, Stella. Ich kümmere mich um deinen Mann.
Nein, Vito! Tu es nicht!
Ich habe meine Ehre wieder gewonnen.
Schnitt! - Bravo, bravo! - Hervorragend geworden.
Ruhe! Ruhe, bitte!
Bravo, diese Szene hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Später drehen wir noch Nahaufnahmen. Inzwischen gehen wir etwas trinken.
Kommt alle mit, ihr seid eingeladen.
Kameraden, einen Toast auf den Film "Der Verrat". - Es lebe der Duce!
Die Dreharbeiten für diese ersten Aufnahmen in den Scalera-Studios
für den Faschismus und die Republik
wurde durch die Rück- holung verschiedener Geräte möglich,
die versehentlich aus Cinecittá nach Polen verschleppt wurden.
Sie wurden heldenhaft gerettet.
Unser Dank gilt der großartigen Unterstützung von Leutnant Schulz,
auf den ich alle Ver- sammelten bitte, ihr Glas zu erheben.
Das ist nett von dir.
Prosit!
Und du, Helmut? Würdest du für deine Ehre töten?
Was bedeutet Ehre? Ich verstehe nicht.
Ein deutscher Soldat, der nicht weiß, was Ehre bedeutet?
Militärgerede! - Und für die Liebe?
Tötest du für die Liebe? - Es sind die Ehemänner, die die Liebhaber töten.
Niemals die Liebhaber die Ehemänner. Nicht wahr, Signor Mazoni?
Zum Glück. - Auch weil lebende Ehemänner nützlicher sich als tote.
Nicht wahr, Herr Leutnant?
An der Art, wie die Nutte ihn ansah, er- kannte ich, dass sie mit ihm im Bett war.
Meine Eifersucht brachte mich fast um.
Der Gedanke, dass das noch nicht vor- bei sein könnte, machte mich irrsinnig.
Sie fühlen sich nicht gut? - Ein wenig Kopfschmerzen.
In meiner Garderobe habe ich sehr wirksame Tabletten.
Kommen Sie mit mir. Kommen Sie.
Gehen wir.
Ich begleite Sie. Ich habe die Ansprache Ihres Chefs sehr geschätzt.
Noch einmal mein Kompliment.
Die Tabletten liegen auf dem Tisch.
Helmut? - Ja?
Wenn du fertig bist, schließ' die Tür wieder ab.
Ein wunderbarer Film. Ein Meisterstück der Scalera-Studios.
Ich verstand mich nicht mehr. Die schreckliche Eifersucht von eben
hatte sich in eine gewaltige, sinnliche Erregung verwandelt.
Du bist eifersüchtig! - Ja, und wie!
Auf alle Frauen, die dich ansehen. - Auch auf Elsa?
Ja, auch auf sie. Wieso?
Vielleicht sollte ich eifersüchtig sein. - Ich verstehe nicht. Was heißt das?
Das erkläre ich später. Wir haben keine Zeit.
Bist du am Sonntag frei?
Ich glaube schon. - Dann warte ich um 15 Uhr bei Nemo auf dich.
Den kennst du. - Ja, der seinen Namen von Abraham in Nemo geändert hat.
Stimmt genau. Der ist es. Wirst du da sein?
Auf jeden Fall. Küss mich noch einmal.
Diesmal habe ich etwas, das doppelt so erregend ist.
In der Form und im Inhalt. - Wenn Sie es sagen.
Schauen wir mal. - Halt!
Livia! - Was für ein seltsamer Ort.
Ich hab's mir anders vorgestellt. Guten Tag. - Ja, schade, dass es so leer ist.
Aber heutzutage geht alles in die Brüche.
Setz dich!
Du sollst sie auch sehen. Wenn wir gehen, werde ich sie nicht mehr haben.
Starke Bilder! Von wem?
Wie bitte? Sie kennen ihn nicht? Das erstaunt mich aber.
George Grosz. - Wieso sollte ich ihn kennen?
Ist er nicht ein entarteter Künstler? Haben Sie ihn ausgeschaltet?
Nein, leider nicht. Er ist nach Amerika geflohen, der Glückliche.
Ich war erschüttert. Die Männer und Frauen auf den Bildern waren obszön.
Jedoch erregte mich etwas an ihnen.
Ich wurde von Helmut in eine Spirale der Perversion gezogen.
Die sind fantastisch. - Wirklich!
Und deswegen ist der, der diese Blätter gezeichnet hat, verfolgt worden.
15.000 Lire für alles. - Sie sind ein Blutsauger.
Ein wahrer Judenpreis! - Ex-Jude, Herr Leutnant. Ex-Jude.
Ich bin zu einen Christen geworden.
Sie verdienen eine Anzeige. - Wenn sie mich anzeigen,
wem wollen Sie beim nächsten Mal Ihre Zeichnungen verkaufen?
Sagen wir 20.000 Lire.
Sie bleiben trotzdem ein Halsabschneider. - Genau wie Sie.
Wie Sie wollen. Einverstanden.
Sagen wir 20.000 Lire. Ich frage mich aber, was Sie damit machen werden.
Was ich damit mache? Das ist ganz einfach:
Ich versuche diesem Krieg zu entfliehen.
Einen Tag. Zwei Tage. Eine ganze Woche.
Also 20.000 Lire für eine Woche Freiheit.
Schieben Sie mich zum Safe, wenn Sie Ihr Geld haben wollen.
Für 20.000 Lire kann mich ein Offi- zier des Dritten Reichs ruhig schieben.
Was meinte er damit? Stark, schön, pervers, feige. Er gefiel mir.
Bis zum nächsten Mal.
Schließen Sie bitte die Tür hinter sich.
Herr Leutnant, Sie haben Ihre Mappe vergessen.
Behalten Sie sie. Ein Geschenk zum Andenken an Dr. Goebbels.
Warte! - Wieso?
Helmut! Ein Tag, zwei Tage, eine ganze Woche.
Mach' mit mir, was du willst. Gib es mir.
Dir haben die Bilder gefallen, nicht?
Die Männer sahen wie dein Ehemann und seine Freunde aus.
Mit deren Frauen. - Nein, ich nicht. ich bin nicht so.
Nur mit dir könnte ich...
Nein, du nicht. Du sicher nicht.
Aber sie haben dich erregt. - Ja, oh ja.
Sie haben mich erregt. Fühlst du es? - Ja, ich fühle es.
Ich war in seiner Gewalt. Keiner hatte mich je so berührt.
Mit nur einer Fingerspitze hat Helmut mich zu seiner Sklavin gemacht.
Nimm mich hier! Tu es! Sofort!
Ein Säuberungsaktion.
Bleib hier!
Mama! Mama! Mama!
Komm weg hier!
Komm schon weg hier!
Was ist passiert?
Der Krieg!
Ich wollte mein Gesicht an Helmuts Brust verstecken.
Ich wollte nichts mehr sehen, hören, denken.
Nur ihn wollte ich haben.
Mir wurde klar, dass Helmut der Sinn meines Lebens war.
Der Sinn, den ich bis dahin nie gefunden hatte.
Los, komm hier her.
Schneller! Geht das nicht schneller?
Der Himmel war grau, aber es war nicht kalt.
Ich hatte Helmut zum Lazarett am Strand vom Lido begleitet.
Stört dich der Regen nicht? - Nein, was kümmert mich der Regen?
Wir waren allein zwischen Himmel, Regen, Sand und Meer.
Ich fühlte mich frei, ohne Vor- schriften, ohne Pflichten. Ohne Scham.
Bist du verrückt, was machst du?
Wer war dieser Mann? - Ein Mediziner.
Geht es dir schlecht? - Nein, bestens.
Was hat er dir gegeben? - Sagen wir: Geld.
Und was hattest du für ihn? - Morphium, gegen Schmerz und für das Vergessen.
Wirst du mich auch vergessen?
Nein, ich vergesse ich nie. Alles andere würde ich gern vergessen.
Die Vorschriften, die Uniformen und den Krieg.
Ich würde sterben, wenn du mich vergisst.
Warte!
Es regnet nicht mehr.
Nein, die Sonne ist rausgekommen.
Komm mit, lass uns schwimmen.
Endlich hatte ich das Gefühl, dass Helmut mir gehörte.
Ich wollte ihn mit all meinen Sinnen. Ich wollte seinen Körper.
Ich wollte ihn in mir spüren.
Venedig ist nie bombardiert worden. Deshalb wurde es eine Art freies Gebiet.
Danke für das Chanel No. 5.
Auf dem Schwarzmarkt lässt sich alles finden.
Auch Morphium?
Mit viel Geld natürlich auch Morphium.
Übrigens auch Kokain. - Und wer nimmt so was
Wer? Sehr viele Leute.
Vielleicht kennen Sie auch so welche. - Wer zum Beispiel?
Naja, Schauspieler. Und auch Schauspielerinnen.
Die nehmen vor allem Kokain. - Vorsicht!
Meine Güte. Ich brauche einfach mehr Licht zum Arbeiten.
Hier sieht man ja gar nichts. - Ja.
Vielleicht nehmen wir die Lampe meines Mannes.
Das wäre gut. - Carlo!
Zu deinen Diensten. - Gibst du uns die Schreibtischlampe?
Signora Rosa braucht besseres Licht. - Nimm sie nur, ich gehe noch aus.
Sind Sie so nett sie vom Schreibtisch zu holen? Sie wissen doch, wo es ist.
Ja, sicher. Am Ende des Korridors.
Danke.
Ich habe einen Termin in den Scalera-Studios mit Leutnant Schulz.
Ein seltsamer Mensch, dieser Deutsche.
Wieso?
Gestern hat er mir von einem wunder- baren Bad erzählt. Bei Regen im Lido.
Na und? Was ist daran seltsam?
An dem Bad nichts, aber an dem Vorschlag, den er mir gemacht hat.
Was ist das für ein Vorschlag?
Dass wir die Rechte an unseren Filmen in Deutschland wieder bezahlt kriegen.
Seit zwei Jahren war dieser Vertrag unterbrochen.
Er fordert dafür eine Auszahlung von 100.000 Lire. - An wen?
An den Leutnant der SS Helmut Schulz natürlich.
Wieviel Geld erhalten wir? - Ein paar Millionen etwa.
Ein günstiges Angebot.
Sicher, daran gibt es keinen Zweifel.
Aber kann man ihm vertrauen?
Hast du kein Vertrauen? - Tja.
Der Leutnant hat sicherlich Geld nötig.
Er hat keine Skrupel, soviel steht fest.
Er glaubt nicht mehr an den Führer. Vielleicht hat er's nie getan.
Er liebt das Leben. Und er will kein Held sein.
Ich weiß es nicht.
Was würdest du machen?
Ich würde ihm vertrauen.
Vielleicht hast du recht. Er braucht uns.
Und wir brauchen ihn.
Endlich kann ich was erkennen.
Sind die Füße meiner Frau nicht bezaubernd?
Und ihre Schenkel! Die sind noch viel besser.
Sie hat die schönsten Schenkel ganz Venedigs.
Ich spüre Carlos Blick auf dem Liebes- mal, das Helmut hinterlassen hatte.
Ahnte er etwas? Ich schämte mich nicht.
Im Gegenteil. Ich empfand eine Art Stolz.
Es tut mir leid, aber die Pflicht ruft nach mir.
Auf Wiedersehen, Signora Rosa. - Meine Verehrung, Signor Mazoni.
Was wollte Carlo? Mich wissen lassen, dass ihm mein Spiel recht war,
solange er seines spielte. Oder war es eine Provokation?
Venedig war wie der Zuhälter unserer Liebe. Aber mir war alles egal.
Ich hatte kein schlechtes Gewissen Carlo zu betrügen.
Ich hatte keine Schuldgefühle, wenn ich mit Helmut schlief.
Ich liebte ihn immer mehr.
Als wir das erste Mal vor dieser Tür standen, haben mir die Beine gezittert.
Nicht vor Angst, sondern vor Erregung.
Das war die geheime Wohnung, die Helmut in der Giudecca gemietet hatte.
Sie sind es! Guten Tag, Herr Leutnant.
Guten Tag.
Halt! Ich kann nicht länger warten.
Nicht hier! Komm mit!
Oh, Helmut. Steck ihn mir rein!
Steck ihn mir rein! Steck ihn mir rein!
Jetzt bist du dran.
Trink!
Wer war die Frau unten an der Tür?
Eine Geldfresserin. - Das heißt?
Die Hausbesitzerin.
Für das Rattenloch und ihr Schweigen muss ich bezahlen, bezahlen, bezahlen.
Was passiert wohl, wenn meine Vor- gesetzten von der Wohnung erfahren?
Von heute an werde ich alles bezahlen.
Ich bin teuer. - Wieviel?
Sehr teuer.
Meine Spielschulden! Dann diejenigen, die mir die Front ersparen.
Und alles andere.
Ich habe es dir gesagt: Ich werde an alles denken.
Wirklich sehr erregend. Ich, Helmut, werde von dir ausgehalten.
Du, Livia, bist meine Geliebte.
Genau wie Alexej Orlov und Katharina die Große.
Ja... Sehr aufregend!
Nein! Nur eine!
Sieh mal wie friedlich.
Wenn du mich betrügst, bringe ich dich um.
Ich mag keine Pistolen.
Was bist du für ein Soldat? Pistolen gehören nun mal zum Krieg.
Eben. Ich mag auch keinen Krieg.
Ach nein? Was gefällt dir denn sonst?
Das weißt du genau. - Ich will es von dir hören.
Ich will in deinen Arsch.
Jawohl, die ganze Welt kann mir gestohlen bleiben.
Hitler und der Duce können mir gestohlen bleiben.
Und Stalin auch. Ich bin verrückt nach deinem Arsch, Liebling.
Die Generäle, Priester, Vorgesetzten, alle können mir gestohlen bleiben.
Ich will in deinem Arsch durchdrehen. Sag mir, dass er verrückt ist nach mir.
Sag es!
Lauter, sag es lauter!
Ich kann dich nicht verstehen. - Mein Arsch ist verrückt nach dir!
Mein Körper und mein Geist waren zutiefst befriedigt.
Helmut hatte mich zu etwas gebracht, was außerhalb meiner selbst lag.
Durch ihn hatte ich eine Lust entdeckt, die ich bisher nicht kannte.
Ich hatte alle Grenzen überschritten.
Die Tage von Hitler und Mussolini sind gezählt.
Wir befinden uns in einem Sturm, den wir unbeschadet überstehen müssen.
Bereiten wir uns darauf vor, nach dem Unwetter wieder aufzutauchen.
Wir müssen unser Ansehen wieder erlangen.
Die besten Kräfte der Republik müssen sich an dem Werk beteiligen.
Im Juli wird Carlo 69.
Er ist 28 Jahre älter als ich. Nicht gerade wenig.
Helmuts Alter dagegen...
Von den Verbindungen zur Kurie ganz zu schweigen.
In der Schweiz habe ich Kontakt zum Grafen...
Später, Emilietta, wir rufen Sie.
Ich wollte berichten, dass ich Graf Leoni getroffen habe.
Er hat die Mehrheit des Aktien- kapitals der Zeitung "Il Gazettino"
umsonst dem Komitee zur na- tionalen Befreiung CLN überlassen.
Damit er weiter am Ball bleibt, überlässt er dem Widerstand weitere Millionen.
Das muss man sich mal vorstellen. - Mag sein, aber er hat genügend Geld.
Sie doch auch, Mazoni.
Wenn Sie wollten, hätten Sie es auch.
Was meinen Sie damit? - Ich will es Ihnen verraten.
Lassen Sie sich eine Vorzahlung von 3 Millionen vom Kultusministerium geben.
Damit können Sie drei neue Filme der Astra Cinematografica anfangen.
Die werden niemals produziert. - Nein, selbstverständlich nicht.
Die Leute von Astra geben Ihnen das Geld für die Partisanen zurück.
Es ist opportun, sie zu unterstützen.
Ich konnte das nur ertragen, weil ich wieder mit Helmut schlafen würde.
Das kann man machen. Sicher.
Also, Ugo. Organisieren Sie mir morgen ein Treffen.
Wir müssen noch ein anderes Problem bedenken:
Die Rettung der gesamten Film- Ausrüstung aus der Giudecca,
wenn die Deutschen abziehen werden.
Schon erledigt. Auch wir verfügen über ausgezeichnete Beziehungen.
Oberst Langhans von der Technischen Abteilung in Oberitalien
und Leutnant Schulz, der deutsche Vertreter beim Kultusministerium.
Vertrauenswürdig? - Langhans ja. Schulz nicht.
Warum nicht? Er hat sogar Mor- phium für das Hospital am Lido besorgt.
Er wusste, dass es für Parti- sanen war, die dort versteckt werden.
Er tat es nur wegen des Geldes. Spielen. Frauengeschichten.
Er würde auch seine Mutter verkaufen.
Er lässt sich durchaus von uns bezahlen, aber auch von allen anderen.
Dieser Schulz sucht verzweifelt nach einen Weg, den Krieg zu überleben.
Ja, ein Mann ohne Prinzipien.
Dann lassen wir die Finger von ihm.
Marghera wird erneut bombardiert.
Die Alliierten sollten besser mit den Fa- briken umgehen. Sie brauchen sie bald.
Sie sehen hinreißend aus. - Was haben Sie gegen Helmut?
Ich verbürge mich für ihn. - Ich sage das, weil ich Sie liebe, Livia.
Er wird Sie betrügen, wie alle anderen, wie seine eigenen Leute.
Vergessen Sie ihn. Er liebt nur sich.
Ich könnte ihn anzeigen.
Vorsicht, Ugo! Wenn Sie gegen Helmut vorgehen, bringe ich Sie um.
Ugo, Livia! Kommt her. Was macht ihr da im Dunkeln?
Ich musste Helmut warnen. Ihm helfen, beschützen.
Neben diesen eiskalten Männern er- schien mir Helmut plötzlich so naiv.
Ohne Waffen und Schutz.
Ein kleiner, hilfloser Junge.
Das Glück ist dem Mutigen hold. Siegeslotterie!
Versuchen Sie Ihr Glück. Siegeslotterie!
Das Glück ist der Jugend hold. Siegeslotterie!
Siegeslotterie! Siegeslotterie! Versuchen Sie Ihr Glück.
Das Glück ist dem Mutigen hold. Sie- geslotterie! Versuchen Sie ihr Glück.
Ich begriff nicht, warum Helmut so viel Verspätung hatte.
Hatte ich den Treffpunkt falsch verstanden?
War er schon in der Mansarde?
Wer ist da?
Der Leutnant ist nicht zu Hause. - Sind Sie sicher?
Ich habe gerade Laken nach oben gebracht. Da hätte ich ihn gesehen.
Hat er eine Nachricht hinterlassen? - Sie wissen doch wie Männer sind.
Wie sind sie denn? - Vollkommen verrückt.
Besonders, wenn es um Frauen geht.
Ich war dem Wahnsinn nahe. Mein Herz platzte vor Eifersucht.
Keine Sorge, er kommt bestimmt, wenn Sie eine Verabredung haben.
Warten Sie doch in der Taverne dort.
Wenn er kommt, rufe ich Sie.
Darf ich Ihnen vertrauen?
Ich bewege mich nicht vom Fenster.
Danke!
Du hast keine Chance!
Wieso denn? Hör mal, das seh ich anders. Habe ich doch gleich gesagt.
Wollen wir noch mal ziehen, Freunde?
Guten Tag!
Sie wünschen? - Was gibt es?
Nicht viel. Bitterlikör, Maraschino und Spritz.
Was ist das? - Mineralwasser, Weißwein, Zitrone und Bitterlikör.
Das nehme ich. Vielen Dank.
Wenn das so weitergeht, bin ich ruiniert.
Rede keinen Blödsinn.
Komm zu mir, Helmut! Wo bist du?
Was ist passiert?
Wir machen die Ärsche fertig. - Pass auf, was du redest, du Idiot.
Da sitzt eine Signora. - Ich zahle sofort.
Eine Lira.
Was ist? Nehmen wir noch einen?
Lieber nicht. - Das ist ja mal wieder beschissen.
Signora, Ihr Spiegel! - Danke.
Und Ihr Spritz?
Komm schon, Junge, du hast doch nichts in der Hand. - Angeber!
Helmut!
Oh, Liebling! Ich habe befürchtet, dass du nicht kommst.
Ich dachte, du wärst vielleicht bei... - Einer anderen Frau?
Ja, bei einer anderen Frau!
Ich bin wahnsinnig eifersüchtig auf alle anderen.
Keine andere Frau, Livia. Die Frauen sind nicht deine Rivalen,
sondern das Spiel. Es frisst die Seele, verwirrt den Geist und leert die Taschen.
Schwöre es!
Ich habe die Schlüssel kopieren lassen.
Der Große für die Eingangs- tür, der Kleine für die Mansarde.
Nun kannst du mich jederzeit ertappen, wenn du willst.
Sie gehören dir! - Mein Liebster!
Gehen wir. Ich muss dir was sagen.
Sie vertrauen dir nicht. - Wer?
Ugo und mein Mann. Sei vorsichtig!
Carlo ist unterwegs. Ich kann die ganze Nacht bleiben.
Warte! Wir sind die ganze Nacht zusammen, aber nicht hier.
Wo dann? - Man erwartet mich. Ich muss Spielschulden begleichen.
Deshalb bin ich in Zivil. - Helmut, wa- rum bittest du mich nicht um das Geld?
Wieviel hast du bei dir? - Etwa 70.000 Lire.
Du bist meine Rettung, Livia.
Der gehört dir!
Na, was ist?
Gefällt dir mein kleines Fest? - Ja.
Wo ist Helmut eigentlich? - Da drüben.
Der Duce sagt: Das Volk ist wie eine Frau. Sie geht mit dem, der siegt.
Es lebe der Duce! - Auf uns!
Ich trinke auf den Sieg der Allianz!
Helmuts Verspätung hatte mich in Pa- nik versetzt. Ich war von ihm abhängig.
Es erregte mich, ihm Geld zu geben.
Karte!
Kaputt! Auf Wiedersehen, 70.000 Lire.
Darauf kommt es nicht an. Morgen habe ich neues Geld.
Ja. Aber solange kann ich nicht weiter spielen.
Wer sagt das?
Ich gebe dir noch eine Chance.
Hier, 200.000 Lire.
Gegen Livia. Der Gewinner bekommt alles: das Geld und die Frau.
Nur einmal würfeln. Einverstanden?
Ich bin einverstanden. - Bravo, Livia!
Ich danke dir für dein Opfer, Schatz.
Nun, ich habe gewonnen. - Sie gehört ganz und gar dir.
Gehen wir dort hin!
Ich fühlte mich leicht und frei.
Farben und Töne verstärkten sich in meinem Kopf.
Alles drang ungefiltert und ungebremst zu mir.
Alles erschien mir unwirklich und real zur selben Zeit.
Nicht interessierte mehr. Ich hätte mein Leben gegeben um Helmut zu gefallen.
Ich war seine Frau und er mein Mann.
Elsa war nur eine kleine Statistin unserer Leidenschaft.
Mein Bewusstsein verschwand im Rausch.
Die Luft ist rein.
Ich musste aufs Ende der Ausgangs- sperre warten, bis ich gehen konnte.
Helmut spielte und verlor weiter.
Elsa hatte ihm noch mehr Geld geliehen.
Diese Frau hatte ihn in der Hand.
Ich musste ihn von ihr befreien.
Los, weiter! Weg hier!
Ich habe schon 4 Leichen gesehen. - Die Rache für den Mord an Badeschi.
Nicht hinsehen! Komm weiter!
Du sollst nicht hinsehen. Komm schnell weiter!
Signora, Sie sind es! Ihr Mann ist heute Nacht wieder gekommen.
Und er war böse, weil ich nicht wusste, wo sie waren.
Ah... Er ist zurück!
Wo ist er? - In seinem Büro.
Sag ihm, dass ich wieder da bin. Ich ziehe mich um
Ja, Signora.
Natürlich!
Wo zum Teufel hast du die Nacht verbracht?
Im Haus von deiner Freundin Elsa. Die Ausgangssperre hat mich überrascht.
Weißt du, was man jetzt über dich sagen wird?
Was denn? - Dass du eine Nutte bist!
Und dich mit Lieberhabern rumtreibst.
Aber das ist nicht wahr. Ist doch wahr, dass es nicht wahr ist.
Das ist nicht die Zeit für Witze, Livia. Das erlaube ich dir nicht.
Gewisse Beziehungen müssen sofort abgebrochen werden.
Du weißt haargenau, wovon ich spreche.
Ich bin früher zurück gekehrt, weil wir keine Zeit zu verlieren haben.
In meinem Interesse und in deinem!
Zieh dir was an und komm! Das Bad kann warten, unsere Interessen nicht.
In Ordnung.
Pass genau auf: Drücke hier und es öffnet sich ein doppelter Boden.
Das sind Bescheinigungen der Alli- ierten und der Befreiungsorganisation.
Hier sind 4 Millionen Lire. Sie hier zu behalten wäre verrückt.
Venedig droht jeden Moment zu einer Falle zu werden.
Morgen gehst du mit Emilietta nach Asolo.
Dort steht eine Villa, die enteignet wurde, schon für dich bereit.
Ugo begleitet dich. Du bleibst da, bis Ruhe herrscht.
Nunmehr ist es eine Frage von Wochen, vielleicht von Tagen.
Und du? - Ich muss in Venedig bleiben.
Mit einem Fuß stehe ich hier und mit dem anderen dort.
Im richtigen Moment werde ich beide Füße auf der richtigen Seite haben.
Ich zähle auf dich! Lege Unterwäsche oder sowas darauf.
Und schließe den Koffer immer ab.
Aber wann sehe ich dich wieder? Alles kommt so unvorhergesehen.
Ich komme so schnell wie möglich.
Und nun kannst du dein Bad nehmen.
Aber dann solltest du Koffer packen. Ihr brecht morgen sehr früh auf.
Ich bin verzweifelt.
Mein Mann schickt mich nach Asolo.
Wir müssen uns sofort sehen.
Ich erwarte dich um 16 Uhr bei mir zu Hause.
Carlo wird nicht da sein. Komm zu mir! Ich flehe dich an.
Enttäusche mich nicht! Livia.
Emilietta, ich vertraue dir!
Das weißt du. Du musst diesen Brief zum Kommando bringen.
Frage dort nach Leutnant Schulz.
Gib ihm den Brief persönlich. Hast du verstanden? Nur in seine Hände!
Du kennst ihn doch? - Der Herr, der mit Ihnen am Tor stand?
Genau der! Geh schon! Und komme nicht ohne seine Antwort wieder!
Ich hatte das Gefühl, ich sterbe.
Asolo... weit weg von Helmut.
Ich zählte die Stunden, die Minuten, die Sekunden, die mich von ihm trennten.
Bist du sicher mit 4 Uhr?
Ja. Was sage ich, ich mache schnell auf. - Nein, lass nur.
Ich gehe schon.
Oh Liebling! Komm rein!
Komm rein, Liebster!
Mein Mann will, dass ich morgen fahre.
Er meint, die Lage sei gefährlich. Ich will nicht, ich will nicht!
Ich kann nicht ohne dich sein. Ich verstecke mich in deiner Mansarde!
Das ist unmöglich! Dein Mann hat recht!
Die Lage ist gefährlich. In Asolo bist du sicherer.
Keine Angst, ich besuche dich.
Schwöre, dass du mich nicht verlässt. - Denke nicht an sowas!
Die Situation ist dramatisch. Alle sind in Gefahr. Ich will auch weg aus dieser...
Willst du desertieren? '- Ich versuche nur zu überleben.
Es gibt eine Organisation, die mir helfen kann. - Ja, Geliebter, du musst es tun.
Das sind keine Menschenfreunde. Die wollen Geld.
Wieviel? - Sehr viel.
Ungefähr eine Million!
Warte, mein Liebster! Bleib hier!
Ich komme gleich wieder.
Sieh mal! Sieh mal! - Oh, mein Liebling!
Mein Schatz!
Ich liebe dich! - Nimm es! Zähle es! ich weiß nicht, wieviel es ist.
Ich hatte nie so vor einem Mann gekniet.
Meine Erregung war stärker geworden,
weil ich ihm das Geld gegeben hatte.
Voller Freude empfing mein Mund die heiße Flüssigkeit seines Orgasmus.
Helmut gehörte mir!
Unsere Schicksale waren verbunden.
Ich brauchte ihn und er brauchte mich!
Es ist kaputt. Wir können nicht weiter.
Und nun? - Wir warten, bis jemand kommt.
Wie lange dauert das? - Hoffentlich nicht lange. Ich lade den Wagen aus.
Ich verschwinde mal ganz kurz! - Vorsicht! Knicken Sie nicht um.
Ich habe eine Panne. Haben Sie noch Platz?
Wo wollen Sie hin? - Nach Venedig.
Wer ist da? - Wer ist diese Frau?
Sie reist mit mir.
Vom Kultusministerium. In Ordnung, steigen sie hinten auf.
So, einsteigen. Nur Mut!
Eins, zwei, drei und hopp!
Sind Sie im Dienst? - Wir beide ja.
Der fährt nach Hause. - Freie Tage?
Verwundet!
Tut mir leid für Sie. - Für ihn ist es wenigstens zu Ende.
Und bald für alle! - Was soll das heißen?
Das heißt: Wir haben verloren und die anderen sind die Gewinner.
Wir werden immer weniger. Die gehen alle rüber zu den anderen.
Wir hoffen nur, dass wir zuletzt nicht geschlachtet werden.
Emilietta!
Emilietta! Wo hast du dich versteckt?
Die blöde Dienerin!
Was wollte ich in der menschenleeren Villa?
Ohne Helmut war die Ruhe von Asolo die Qual des Todes.
Seit 2 Wochen keine Nachricht von ihm.
Ich brannte wie eine Nymphomanin im Kerker.
"Das merkwürdige Gewicht der Hoden zwischen seinen Beinen..."
"Wieder spürte sie das langsame Aufrichten seines Phallus."
Als ich 16 war, habe ich dazu masturbiert.
Ob die englische Besitzerin der Villa es auch getan hat?
Vielleicht auch nicht. Man erzählt sich, sie hatte einen italienischen Liebhaber.
Dort steckte diese Schlampe also.
Sie hatte keine Zeit verloren und sich einen starken Ast gesucht.
Einen Moment war ich fasziniert, wie ein Voyeur.
Dann wurde ich hysterisch eifersüchtig.
Emilietta!
Ugo!
Ugo, endlich! Seit 2 Wochen habe ich von niemanden etwas gehört.
Bleiben Sie ruhig! Es herrscht Chaos.
Es war nicht ganz einfach herzukommen.
Ich habe einen Brief von Ihren Mann.
Und einen von Leutnant Schulz.
Geliebte Livia, ich küsse dich.
Ich sehne mich danach, dich in meinen Armen zu halten.
Du hast mein Leben gerettet. Mit deinen Geld habe ich Ärzte bestochen.
Ich verstecke mich in der Mansarde.
Leutnant Schulz existiert bald nicht mehr.
Er ist raus aus diesem sinnlosen Krieg voller unnötiger Qual.
Du aber wirst da sein, geliebte Livia. Nur du. Für immer nur du!
Meine einzige wahre Liebe. Helmut.
Ugo, Sie sind mir ergeben, nicht wahr?
Sie wissen, dass ich Sie liebe.
Dann fahren Sie mich nach Venedig! - Ich soll... Wie denken Sie sich das?
Ihr Mann hat mein Wort! - Wählen Sie!
Ich oder mein Mann! - Was sagen Sie?
Ja, Sie haben mich genau verstanden.
Ich bin Ihre Belohnung, wenn Sie mich nach Venedig fahren.
Wir brechen im Morgengrauen auf!
Und wir... - Nach erfülltem Auftrag schlafe ich mit Ihnen.
Oh Livia, danke! - Ugo war mir egal.
Das war nur der Preis, um in Helmuts Armen zu liegen.
Dafür hätte ich meinen Körper jedem angeboten.
Venedig! Wir haben es geschafft!
Ich gehe in die Richtung. - Darf ich Sie noch begleiten?
Nein! - Wie Sie möchten. Und das hier?
Nehmen Sie's ins Hotel mit. - Ich erwarte Sie dann im Hotel Luna.
Sicher, im Hotel Luna. - Ich liebe Sie, Livia.
Vergessen Sie das nicht! - Auf Wiedersehen!
Es ist so schrecklich, dass wir uns verstecken müssen. - Ich weiß.
Ich habe es auch satt zu lügen. - Warum sagst du deiner Frau nicht die Wahrheit?
Das ist leichter gesagt als getan.
Du bist ein Schwein.
Das gefällt dir, hm? - Ja.
Das ist geil. Auf die Eier!
Pass auf, ich werde sie dir abbeißen.
Au! Was möchtest du jetzt? - Ich will ihn dir reinstecken.
Warte!
So, jetzt!
Komm rein. Ja, stoß mich!
Bravo, mein starker Deutscher.
War Signora Livia so gut wie ich?
Du bist 1.000 mal besser als sie.
War sie so hübsch wie ich? - Sie war alt und eifersüchtig.
Lügner! Du hast gesagt, du liebst sie.
Du weißt, wieso. Ohne ihr Geld wären wir beide nicht hier.
Sieh mal, wer hier ist.
Komm rein. Ich will dich vorstellen.
Ninetta! Siehst du, das ist Signora Livia.
Du wolltest doch wissen, wie sie aussieht.
Was willst du hier? Spionierst du mir hinterher?
Oder willst du mit uns ins Bett gehen, bella Signora?
Ich habe die Nase voll von deiner Eifersucht.
Ich habe dich satt.
Was willst du noch? Du hast die Liebe bekommen, die du dir gekauft hast.
Aber nun ist Schluss. Ich bin dir nichts schuldig.
Was ist? Die Wahrheit gefällt dir nicht!
Aber du musst sie dir anhören.
Dein Geld war der Preis für meine Dienste.
Liebe hat damit nichts zu tun.
Ich habe dich nie geliebt. Und du hast mich auch nicht geliebt.
Du warst nur auf meinen Schwanz heiß.
Das ist die Wahrheit.
Und du weißt es!
Du Dreckskerl. - Ja, ich bin ein Dreckskerl.
Dafür solltest du eigentlich dankbar sein.
Denn einen Helden kann man nicht kaufen.
Du Schwein!
Verpiss dich, du verhurte Signora!
Lass dich hier nie wieder blicken!
Du alter Gauner!
Komm, nimm mich sofort!
Meine Möse brennt vor Geilheit.
Komm schon, du Schwein.
Ja, gib ihn mir ganz!
Ganz! Ich war noch nie in meinem Leben so scharf!
Ich will sterben!
Oh Gott, ich will endlich sterben!
Ich will sterben! - Halt! Stehenbleiben!
Halt! - Ich will sterben!
Ich will sterben!
Halt! - Ich muss Ihren Oberst sprechen.
Papiere!
Warten Sie hier!
Die Polizei befindet sich nicht mehr hier. Dies ist jetzt die SS-Komandantur.
Eben. Ich muss mit Ihren Oberst sprechen. Es ist wichtig.
Folgen Sie mir!
Hier ist eine Italienerin, die den Oberst sprechen will.
Livia Mazoni.
Einen Passierschein für die Frau.
Schnell. Und begleite sie zum Oberst.
Lassen Sie das hier! Kommen Sie mit!
Herr Oberst, Frau Mazoni ist hier.
Sie soll warten. - Jawohl, Herr Oberst.
Setzen Sie sich. - Ich bleibe stehen.
Heil Hitler!
Signora Mazoni?
Was wollen Sie mir mitteilen?
Beeilung! Ich habe nicht viel Zeit.
Lesen Sie!
Also, dieser Leutnant Schulz ist Ihr Liebhaber?
Er ist ein Verräter. - Und er hat Sie fallen lassen.
Er ist desertiert!
Ihre Anzeige ist ein Todesurteil, Signora!
Ich habe meine Pflicht getan.
Tun Sie die Ihre!
Giudecca, Calle della Convertite 23. Dritter Stock.
Auf Wiedersehen, Signora Mazoni.
Eine letzte Frage: Wo kann ich Sie finden?
Ich bin im Hotel Luna. - Begleiten Sie die Frau hinaus.
Und schicken Sie mir Major Brenner.
Jawohl, Herr Oberst.
Gastone, geht diese Uhr richtig?
Sie geht etwas nach. Es ist 1:32 Uhr.
Leisten Sie mir Gesellschaft. Ich lade Sie ein.
Gern, Herr Rechtsanwalt.
Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen? - Fragen Sie nur.
Wenn man eine Frau liebt, sollte man dann alles über sie wissen?
Oder lieber gar nichts? - Gar nichts!
Ugo. - Livia.
Endlich!
Ich fürchtete schon, Sie kommen nicht mehr. - Und wieso?
Ich halte meine Versprechen.
Für mich auch einen.
Und 'ne Zigarette.
Ihre Augen glänzen wie noch nie zuvor.
Noch einen! Wissen Sie, was sie so glänzen lässt?
Die Liebe?
Der Hass!
Hassen Sie Ihren Mann?
Carlo hassen? Ich erinnere mich nicht mal, wie sein Schwanz aussieht.
Nein, Ugo. Ich hasse den Mann, den ich geliebt habe.
Ich habe Sie gewarnt. Er ist ein Verbrecher, der nur sich selbst liebt.
Diese Nacht gehöre ich Ihnen, Ugo.
Sie sind bezaubernd. Außergewöhnlich!
Sie sind umwerfend.
Einzigartig!
Kommen Sie, Livia. Lassen Sie uns nach oben gehen.
Signora Livia Mazoni?
Ja? - Ein Nachricht von Oberst Pepper!
Bitte sehr.
Was haben Sie nun vor?
Ich gehe zum Lazarett. - Ich begleite Sie. Ich kenne den Weg.
Nein, nicht schießen! Ich will nicht... - Achtung! Feuer! Feuer! Feuer!
Nein!
Nehmen Sie mich, Ugo. Hier!
Jetzt sofort! Auf der Stelle!
Livia, du bist ein Engel.
26. März 1945. Gut einen Monat später war der Krieg zu Ende.
Nein!
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