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.
Mit Untertiteln aus Deutschland
* Tatort-Titelmusik *
Hey. Wake up. Wake up, it's Christmas. Come on, get up.
Don't forget your giftbag. Merry Christmas.
Oh. Thank You.
You're welcome. Merry Christmas. - Merry Christmas.
Bye-bye. - Bye.
* angespannte Musik *
* tiefe Bassklänge *
Ah. Hier, die ist für dich. - Frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten. So, jetzt kann es endlich losgehen.
Okay. "Seaman Care". - Ah, und nicht wundern.
Mein Vater wirkt wie ein grummeliger Seebär, aber ist zahm.
Okay.
Freuen sich alle sehr auf dich. - Danke.
* Fabienne lacht. *
* unheilvolles Klavierspiel *
Caribbean. - Yes.
(leise) Willst du das Opa Hendrik geben?
Oh. Ist das für mich?
Cheers. - Prost.
Komm, wir gehen rüber.
(begeistert) Oh. Das ist aber schön.
Sag bloß, du erkennst das nicht.
Das bist du auf deinem Boot. - Auf meinem Schiff. (lacht)
Das Talent hat sie von dir. - Nee.
Ist doch klar.
Ja, eindeutig. * Babygeschrei *
* düstere Weihnachtsmusik *
Hoffentlich hat der Weihnachtsmann den Kassenzettel aufgehoben.
So, Familie. - Kommst du, Sophie?
Gehen wir mal ab ins Bett.
Was macht man bei euch eigentlich zu Weihnachten?
Hm... Karaoke? - (begeistert) Ja!
Wirklich? - Ja.
* Gelächter und Jubel *
Karaoke! - Da freut sich aber einer.
* unheilvolle Musik *
Äh... Weihnachten ist...
15.000 abgefackelte Wohnungen.
Mund auf.
Einbrecher. Hm.
Ähm, häusliche Gewalt.
Äh, Familienbesuch!
Ah, fast. Aua.
"Last Christmas".
Magst du "Last Christmas" nicht? Niemand mag "Last Christmas".
(alle, singend) Jingle bells Jingle bells, jingle all the way
Oh what fun it is to ride In a one-horse open sleigh
Jingle bells, jingle bells Jingle all the way
Oh what fun it is to ride In a one-horse open sleigh
Dashing through the snow In a one-horse open sleigh...
* Der Gesang wird dumpf. *
* angespannte Musik *
* Wassertropfen in der Stille *
* traurige Klavierklänge *
Da entlang ist der Tatort. Jo.
Moin. Frohe Weihnachten. (Polizistin) Moin.
Frohe Weihnachten. Frohe Weihnachten.
Das ist ein Seefahrer-Ausweis.
Moin. So, Ladies. Schöne Weihnachten.
Der Tote heißt Hendrik Wilkens. Kapitän zur See.
Und die Angehörigen? Oben im Wohnzimmer.
Personalien werden gerade aufgenommen.
* Die Kamera surrt. *
Die Kamera?
(kühl) Die Kamera. Zum ersten Mal im Einsatz.
16K, Mehrfachbelichtung,
über 1,5 Millionen Messpunkte in einer Umdrehung.
Aufnahmebereich von 360 Grad horizontal und 180 Grad vertikal.
Und 3D-Vermessung. (skeptisch) Okay...
Hast du schon was für uns? Ähm... Suizid vielleicht?
Eher nicht. Der Einschusswinkel schräg unten in den Brustkorb.
Ich meine, wer bringt sich so um?
Das Surren hat aufgehört.
(entnervt) Endlich.
Der Schuss hat die Lunge getroffen. Er hat Blut aspiriert.
Tatwaffe? Nichts.
Wir durchsuchen das Haus. Bisher keine Patronenhülsen.
(enttäuscht) Toll.
* Liv räuspert sich und seufzt. *
Edda, sind das Kampfspuren? Ist möglich.
Das Fenster wurde eingeschlagen und geöffnet, denke ich.
Der Safe ist leer. Hm.
Weihnachts-Klassiker? Du meinst Einbrecher?
Die Einbruchserie war hier in der Gegend, oder?
Was ist mit dem Todeszeitpunkt?
Laut Temperaturabgleich gegen Mitternacht.
* sanfte Musik *
Frohe Weihnachten.
Herzliches Beileid.
Sie sind die Familie? Bjarne Wilkens, Hendriks Ehemann.
Also der Mann vom ... Toten.
Ich habe ihr eine Spritze gegeben zur Beruhigung.
Ich bin Arzt, Allgemeinmediziner.
Wer ist denn jetzt hier wer?
Das ist Marco, der Sohn meines Mannes und seine Frau Nahid.
Ähm...
Fabienne: die Tochter meines Mannes.
Meine Enkelin ist drüben bei den Nachbarn.
(schluchzend) Wie sollen wir ihr das denn sagen?
Wollen Sie sich alle hinsetzen? Wir hätten noch Fragen.
Kann ich Ihnen was anbieten? Tee, Kaffee?
Nein, danke. Gerne.
* leises Schluchzen *
Und Sie sind? Ich? Andy. Andy Magbanua.
(kühl) Andy Magbanua. Aha.
Andy ist unser Gast über die Feiertage.
Das hat die Seemannsmission organisiert
für ausländische Matrosen, die hier über Weihnachten ankern.
Da arbeitet Fabi, in der Mission.
Und kannten Sie die Familie schon vorher?
Nein, ich kenne die Familie nicht.
Und wann kann ich zu meinem Schiff? Es legt heute am Abend ab.
Klären wir. Bis dahin halten Sie sich bitte zur Verfügung.
Das gilt für Sie alle. * Bjarne schluchzt. *
Heute Morgen habe ich gemerkt, dass er nicht im Bett war.
Und dann bin ich runter,
dann bin ich in den Keller und...
Hat Ihnen heute schon jemand was zu trinken angeboten?
Bitte. Danke.
(seufzt) Manchmal vergisst man,
dass man einen Körper hat, kennen Sie das?
Nach ersten Erkenntnissen wurde er um Mitternacht erschossen.
So ein Schuss ist laut. Besonders in einem geschlossenen Raum.
Den müssen Sie gehört haben. Wir haben gesungen. Karaoke.
Es war sehr laut. Wir hatten Spaß. Wir haben nichts gehört.
Wer hat denn alles Karaoke gesungen?
(schniefend) Na, alle.
Ihr Vater auch?
Ja, der auch. Der hat ein paar Lieder mitgesungen.
Dann ist er... (schnieft)
Dann ist er ins Bett. Er war müde. Das Bett im Keller?
Sie haben nicht gemerkt, dass Ihr Mann nicht ins Bett kam?
Er hat ja ein Sofa unten. Ich dachte, er schläft unten.
Wir waren ja auch laut mit der Karaoke.
Sie haben heute Morgen den Notruf abgesetzt, oder?
Ja.
Aber da war er schon... Da...
Da...
Und dann haben Sie bis nach Mitternacht
zusammen Karaoke gesungen?
Nee, ich bin hochgegangen mit den Kindern.
Aha. So gegen zehn.
Da haben Sie keinen Schuss gehört?
Und wann sind Sie dann ins Bett? Fabi, wann sind wir ins Bett?
Äh, halb drei. - (alle) Halb drei.
Bis um halb drei haben wir gesungen
und im Radio haben sie was gesagt von einer Einbruchserie?
Wir überprüfen das.
Sagen Sie,
fällt Ihnen jemand ein, der Ihrem Mann etwas Böses gewollt hat?
Wer hätte Papa was antun wollen? Den haben alle geliebt!
Alle. Wir haben uns immer gefreut, nach Bremen zu kommen.
Herr Wilkens, wir brauchen bitte eine Liste
mit den Gegenständen im Safe.
Das war Hendriks Safe.
Sie wissen nicht, was da drin war? Nee.
Gut. Dann nehmen die Kollegen gleich noch Fingerabdrücke.
Wir haben doch gar nichts gemacht.
Dient dazu, Ihre Fingerabdrücke von anderen zu unterscheiden.
Falls es Einbrecher waren.
Sie meinen, jemand ist hier rein, um Hendrik...
Noch meinen wir gar nichts. * Babygeschrei *
Aber wir müssen nicht gehen. Wir können bleiben.
Natürlich nicht, das ist ein Tatort.
Entschuldigen Sie uns mal kurz. Komm.
Komm. Die können doch hierbleiben. Nein. Das ist ein Tatort.
Oh Mann. Die Wirtschaftsabteilung hat eh zu.
Willst du denen das Hotel zahlen? Ja, wenn es sein muss. Ja.
Mann, Selb. Es ist Weihnachten.
* dunkle, schwere Klaviermusik *
Gut. Sie können bleiben. Aber den Keller versiegeln wir.
Zeigen Sie uns noch, wer sich wann heute Nacht wo aufgehalten hat.
So, hier ist das Gästezimmer. Hier schläft der Andy.
Nett, dass Sie zu Weihnachten einen Fremden einladen.
Darum geht es doch an Weihnachten.
Und hat Andy irgendwann mal das Wohnzimmer verlassen?
Nee, der war die ganze Zeit bei uns.
Hier ist Fabiennes altes Zimmer.
Ja, Sie sehen, wir haben hier...
Ich gehe lieber ins Fitnessstudio, aber wenn Hendrik mal da ist...
Ah.
Fabienne hat die Leidenschaft für Schifffahrt wie ihr Vater?
Ja, sie wollte auch Kapitänin werden.
War bei derselben Reederei wie Hendrik.
Hat es zur 1. Offizierin geschafft. Hm. Und dann?
Dann... Dann hat sie gemerkt,
dass ein Leben auf See nichts für sie ist.
Hendrik war ja nie da.
Dass der Weihnachten zu Hause war, war die Ausnahme.
Und was ist mit der Mutter von den beiden?
Darmkrebs. Zu spät erkannt. Ja. Das ist 25 Jahre her.
Zwei Jahre, bevor ich Hendrik kennenlernte.
Eine richtige Seefahrer-Familie. Das ist Marcos Zimmer.
Hendriks Großvater und Vater: sind alle zur See.
Nur Marco nicht, der ist Förster geworden.
Landratte. Wie ich und seine Mutter.
Ihr Sohn ist eher so ein Mama-Kind, ja?
War das ein Problem?
Ach so.
Na ja. Am Anfang war das schon schwierig. Für Marco.
In der Pubertät.
Na, in der Pubertät ist alles schwierig.
Aber ... er ist mein Sohn.
Wird es immer bleiben.
Als Hendrik...
Unser erstes Treffen, das war ...
am 27. November 2001 am Osterdeich.
Als er mir dann von seinen Kindern erzählte, ...
konnte er mir nicht in die Augen schauen, wie ich das wohl finde.
Dass es da zwei Menschen gibt, die er mehr liebt als alles andere.
Wie der so dastand.
Im Wind. Mit seinem Pulli. Da habe ich gedacht: "Mann.
Den haut nichts um."
* sanfte bedrückende Klänge *
Und seitdem...
Seitdem was?
Seitdem sind wir eine Familie.
Sagen Sie, wann kann ich ihn denn beerdigen?
Dauert noch.
Und seinen Ring?
Bekomme ich den zurück? Klar.
Wenn die gerichtsmedizinische Untersuchung abgeschlossen ist.
Und? Glaubst du denen? Keine Ahnung.
Nett.
Ich weiß nicht.
Für mich ist das Heititei von wegen
"wir haben uns alle so lieb", keiner hatte Probleme miteinander.
Klingt wie frisch aus einer Margarine-Werbung.
Bjarne Wilkens konnte sich nicht erinnern,
wann er was getrunken hat.
Aber wann er ins Bett gegangen ist genau.
Halb drei. Halb drei. Halb drei. Da stimmt doch irgendwas nicht.
Doch, doch. Den mochten sie alle.
Der kam gut an. Mit den Rosinen, ja.
Frohe Weihnachten. Oma, ich komme nicht mit in die Kirche.
Gibt es was Neues von der KTU? W... Wir sehen uns später.
Äh, ja. Die Tatwaffe wurde nicht im Haus gefunden.
Keine Schmauchspuren. Weder bei der Familie noch beim Gast.
Seit Corona weiß jeder, wie man sich die Hände wäscht. Nachbarn?
Haben keinen Schuss gehört und nichts Verdächtiges gesehen.
Und die Einbruchserie?
Die Einbrecher kundschaften die Gegend aus,
steigen dann durch ein Kellerfenster ein,
nehmen, was sie finden, lassen ihre Handys zu Hause
und hinterlassen keine Spuren.
Profis eben.
Und die treffen dann auf Hendrik Wilkens?
(singend) Jingle bells, jinge bells Jingle all the way
Oh what fun it is to ride In a one-horse open sleigh
Dashing through the snow In a one-horse open sleigh...
* leise hallender Gesang *
* Der Gesang wird dumpf. *
* angespannte Musik *
(Mann) Mach den Safe auf.
Mach schon. - (nervös) Ja, ja.
Nun mach.
* Ein Schuss fällt. *
Möglich. Aber wahrscheinlich?
Laut den Kollegen hat die Enkelin einen Mann im Garten gesehen.
Können wir sie befragen?
Ihre Eltern haben noch nicht zugestimmt.
Wem hat sie das gesagt? Den Kommissarinnen?
Keine Ahnung. Sophie hat mir das erzählt.
Das ist doch Quatsch. - Warum sollte Sophie lügen?
Sie hat gestern Nacht wen im Garten gesehen.
Ja, Sophie glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Was, wenn es der Einbrecher war? Fabi, was meinst du?
Nein, ich möchte nicht,
dass die unsere Tochter in die Mangel nehmen!
Und du, geh raus zum Rauchen!
Du musst hier nicht so rumschreien, echt.
* Babygeschrei *
Wo willst denn du jetzt hin? - Nach oben.
Sorry.
Passt schon.
Seit wann rauchst du eigentlich?
Niemand in dieser Scheißfamilie erzählt mir hier irgendwas.
Ich bin immer der Letzte.
Als Mama Krebs hatte... - Als Mama Krebs hatte, warst du 5.
Ihr habt mich angelogen!
* sanfte bedrückende Klänge *
* Er schluchzt. *
Vielleicht gab es Streit.
Hm, oder wir liegen ganz falsch
und müssen das berufliche Umfeld untersuchen.
Hm. Ich höre mich in der Reederei um.
Dann muss nur noch jemand zum Haus der Wilkens' fahren.
Jemand?
Ich kann leider nicht. Ich bin beschäftigt.
Du wolltest doch die ganze Zeit die 360-Grad-Kamera ausprobieren.
Vergiss deinen Stollen nicht.
Das heißt Klaben.
* bedrückende angespannte Musik *
Und früher kann der Richter nicht? "Ich kann's versuchen."
Ja, ja, ja. Ich weiß: Weihnachten. Verstehe.
Schnell! Fabi! * Babygeschrei *
* unheilvolle Musik *
Mach die Tür auf! Mach die Tür auf, Fabi!
Mach die Tür auf, Fabi! Mann, jetzt mach die Tür auf, Mensch!
Was ist los? Wo kommen Sie denn her?
Fabi hat sich eingeschlossen. Nicht, dass sie sich was antut.
Sie haben einen Kamin, oder? Sie wollen durch den Kamin?
Nein. Fabi!
Fabienne! - Fabi!
Scheiße, Fabi! - Jetzt mach die Tür auf, bitte!
Fabienne! - Mach die Tür auf, Fabi.
Fabi, jetzt mach die Tür auf, Mensch!
Weg. Weg! Mann!
* Rütteln und Ächzen *
* unheilvolle Musik *
* lautes Krachen *
Fabi? Scheiße. Fabi? Fuck.
(Marco) Fabi! - Marco, lass mich mal machen, ja?
Rufen Sie einen RTW? Ja.
Was sind das für Tabletten da?
Atmung ist effizient. Das sind Schlaftabletten.
Hätte sie nicht nehmen sollen nach der Spritze.
Moin, wir brauchen einen RTW. Wach mal auf! Wach mal auf!
Guck mich mal an. Wie viele Tabletten hast du genommen?
Fabienne? Fabienne, werd mal wach. Fabienne. Fabienne. Fabienne.
Wach mal auf. Wach mal auf.
Wie viele Tabletten? Wie viele Tabletten hast du genommen?
Werd mal wach hier.
Liv, ich habe eben mit der Reederei telefoniert.
Ist alles okay?
Wir haben wohl einen Suizidversuch von Fabienne.
Oh.
Der Arzt ist gerade bei ihr. Was sagt die Reederei?
Ja, bei den Kollegen war er total beliebt.
Es war sein zweites Zuhause.
Er war manchmal neun bis zehn Monate auf See unterwegs.
Weihnachten zu Hause war die Ausnahme.
Kam höchstens alle zehn Jahre vor. Traumjob.
Warum ausgerechnet dieses Jahr?
Man sagt, er hat sich zurückgezogen.
Er hat wenige Fahrten gemacht. Mal einen Monat hier, mal da.
Und er hat abgenommen und nicht an den Stammtischen teilgenommen.
* Türquietschen *
"Du, der Sanitäter geht gerade. Bis später."
Bis später.
* sanfte traurige Musik *
(Marco) Danke.
Was machst denn du für Sachen?
Wir schaffen das.
Kann ich Ihnen ein paar Fragen stellen?
(hauchend) Ja.
Würden Sie uns kurz...
Klar.
* Liv räuspert sich. *
Sie haben Ihren Vater sehr geliebt, oder?
Ging ihm in letzter Zeit nicht so gut.
Haben Sie da was gemerkt?
Weniger zur See gefahren, öfter zu Hause geblieben.
(schwach) Ja.
Und was ist eigentlich mit Ihnen?
Sie standen doch gerade kurz vor der Beförderung zur Kapitänin.
Hat Ihr Stiefvater erzählt.
* Liv seufzt. *
Vielleicht reden wir später, oder?
Sie sollte jetzt nicht schlafen. Sie braucht Zucker.
Wollen Sie auch einen Keks? (knapp) Nee.
* gezupfte Streichmusik *
"Liv. Ich bin verliebt." (lacht) Ein Weihnachtswunder?
"Die 360-Grad-Kamera."
Die Spritzspur ist unterbrochen. Was für eine Spritzspur?
"Einbrecher schlagen das Fenster ein,
klettern in den Keller, es kommt zum Kampf mit Hendrik.
Sie schießen, treffen die Lunge, er hustet Blut." Und?
Das Blut müsste sich auf dem Boden und den Scherben verteilen.
Ja.
Ich habe zwei Glasscherben,
die 17,8 Zentimeter voneinander entfernt lagen.
Und wenn ich die zusammensetze, passt die Blutspur zusammen.
Was nicht sein kann, oder?
Oder das Fenster wurde eingeschlagen,
nachdem er erschossen wurde.
"Passt zu dem, was die Forensik sagt.
Keine fremden Fingerabdrücke im Haus."
Ich schicke das an die KTU zum Bestätigen.
Wenn das stimmt, dann waren das keine Einbrecher.
Dann befindet sich der Täter im Haus.
* traurige, geheimnisvolle Musik *
(Mädchen) Bäh!
* Jemand spricht philippinisch. *
* aufgebrachtes Gespräch *
Bitte, ich habe ein Schiff heute, okay?
Es legt um acht Uhr ab.
Ich kann nicht den Job verlieren. Ich habe Familie.
Kinder zu Hause. Sie brauchen das Geld!
Wir organisieren gerade eine Vernehmung.
Ich habe nichts gemacht! Das war ein Einbruch!
Sie werden ja auch nur als Zeuge vernommen.
Damit Sie nicht extra zur Verhandlung anreisen müssen.
Das geht aber erst morgen Nachmittag.
Wir reden mit Ihrer Reederei für einen Flug,
der Sie zu Ihrem Schiff bringt.
Tschuldigung. Ja?
Hendrik Wilkens hat regelmäßig jeden Monat
2000 Euro abgehoben, seit Juni '22 jedenfalls.
Ja, immer am Monatsersten. Insgesamt 60.000 Euro.
2000 Euro in bar, jeden Monat?
Hm.
War er immer in derselben Filiale?
"Ritterhuder Straße, Ritterhuder Straße"
und nochmals Ritterhuder Straße.
Das ist am Steintor. Nicht gerade in der Nähe.
Hendrik mochte Bargeld. Da war er altmodisch.
Fast 60.000 Euro.
Ein kleines Vermögen. Was hat er damit gemacht?
Das weiß ich nicht.
Wir hatten getrennte Konten.
Kennen Sie jemanden am Steintor?
Steintor...
Nee, da fällt mir keiner ein. Und Ihr Mann?
Schwarzer Kardamom. Hat er mir aus Vietnam mitgebracht.
Ich habe meinen Mann nicht kontrolliert.
Hendrik, der war auf der ganzen Welt.
Shanghai, Rio, Sydney.
Ich habe auch mal dran gedacht, ins Ausland zu gehen.
(lacht) Für "Ärzte ohne Grenzen".
Aber meine Aufgabe ist hier, bei meiner Familie.
Sie halten hier alles zusammen, nicht?
Haben seine Kinder großgezogen.
Sie wussten nichts von dem Geld, oder?
Wollen Sie nicht mitessen? Es war Hendriks Lieblingsessen.
Ich überlege es mir.
Tschuldigung.
* traurige geheimnisvolle Musik *
* Lied: "Jingle Bells" *
* Sie singen mit. *
* unheilvolle Bassklänge *
Kannst du das nicht heimlich machen?
Ich bin doch hier. Reicht das nicht?
Gute Nacht.
* weiter unheilvolle Musik *
* Ein Schuss fällt. *
* Die Musik wird lockerer. *
* Glas splittert. *
Eine Beziehungstat?
Bjarne findet raus, dass sein Mann eine Affäre hat und tötet ihn?
Das würde bedeuten, Bjarne Wilkens hat das geplant,
eine Waffe besorgt
und seinen Mann an Weihnachten im Keller erschossen.
Weihnachten kochen Emotionen hoch, hast du gesagt.
Ja. Ist doch nur Spekulation.
Kann genauso gut das Geld im Casino verzockt haben.
Wir müssen rausfinden, wo Hendrik hingegangen ist,
nachdem er so viel Geld abgehoben hat.
Ich schicke eine Streife.
Jetzt höre ich mich zu unserem mysteriösen Gast Andy Magbanua um.
Die heißen alle Andy? Wait.
Ah. Police. - Police.
* Es läuft fröhliche Weihnachtsmusik. *
(übers Mikrofon) "Check, one, two." Party?
Yeah.
Hm.
Darf ich spielen gehen? - Na klar.
(genüsslich) Mmh.
Mit dem Kardamom: super.
(Räuspern) Papa wäre es nicht scharf genug gewesen.
(Bjarne) Sophie, schön vorsichtig. Das Ding ist empfindlich.
Was ist denn das? Fünftant.
Ein Fünftant? Sextant.
Siebentant.
Ein nautisches Instrument zur Astronavigation.
Einen Sinn für Geschenke hatte Opa Hendrik nicht. (lacht)
Er hat sich Mühe gegeben.
Marco hat Unterwäsche von ihm geschenkt bekommen.
Das ist total gute Qualität. - Gestern fandest du es noch blöd.
Noch Wein?
* Ein Handy vibriert. *
Glas zum Feierabend, Frau Moormann? Danke.
Ich habe eine Nachricht von der KTU gekriegt.
Der Einbruch bei Ihnen im Keller, ...
der war inszeniert.
Inszeniert? Wie... Wie kommen Sie denn darauf?
Wieso sollten Einbrecher das inszenieren?
Das Fenster wurde eingeschlagen, nachdem Hendrik erschossen wurde.
Und wir haben keine Fingerabdrücke,
außer die von Ihnen.
Weil die Täter Handschuhe getragen haben vielleicht?
Ist Ihr Job, das herauszufinden. - Marco.
Was wollen Sie denn hier andeuten?
Sie kommen zum Essen, um uns Vorwürfe zu machen?
Ich mache Ihnen keine Vorwürfe, ich konfrontiere Sie mit Fakten.
Bullshit. Wem wollen Sie das hier anhängen, hä?
Ihm vielleicht?
Es wird sich alles aufklären, ja?
Die Polizei muss ja in alle Richtungen ermitteln, ne?
Okay, Marco. Fabi?
* geheimnisvolle Klaviermusik *
Ich glaube, ich gehe lieber mal. Ja, bitte.
Haben Sie keine eigene Familie?
Dass Sie nichts Besseres zu tun haben,
als uns gegeneinander aufzuhetzen?
Sie sind ganz schön einsam, was?
Ja, was ist denn mit Ihnen?
Ein Raum voller Menschen und Sie sind einsam.
Kein Freund? Partner? Kind?
Hm?
Meine Mutter, die ... ist in der Kneipe.
Meine Schwester...
Die ist im Knast. Schwarzes Schaf, ja?
(lachend) Nee.
Ich bin das schwarze Schaf, wenn es nach meiner Mutter geht.
Und? Was?
Hat Ihre Mutter recht?
Sie haben gefragt, warum ich hingeschmissen habe.
Und?
Die haben mich fertiggemacht mit ihrer Chauvi-Scheiße an Bord.
Ich habe das nicht ausgehalten.
Aber Papa hat mir überhaupt keinen Vorwurf gemacht.
Der hat es total verstanden.
Na ja, zumindest dachte ich das.
Der Sextant.
Bevor Papa in den Keller ist, ...
hat er uns eine Gute Nacht gewünscht und wollte mich umarmen.
Aber ich war wütend.
Ich habe mich weggedreht.
Warum habe ich ihn nicht einfach umarmt?
(Räuspern) Aber das ist Familie.
Und das heißt nicht, dass wir einander umbringen.
* traurige geheimnisvolle Musik *
* weiter geheimnisvolle Musik *
Hey, Ricki! Ricki!
* Ein Handy vibriert. *
Selb? "Liv, pass auf."
Unser Andy wollte unbedingt zur Familie Wilkens.
Er hat einen Matrosen bezahlt, die Gastfamilie zu tauschen.
Der hat doch behauptet, dass er die Familie nicht kennt.
Ja, und die Familie hat vor allem behauptet,
"dass sie ihn nicht kennt!
Du, die Band hat losgelegt!" Danke.
* Sie singen "Wellerman" von Nathan Evans. *
Soon may the Wellerman come to Bring us sugar and tea and rum...
Cheers.
* nachhallender Gesang *
Herr Magbanua?
Fuck.
* angespannte Musik *
Sag der Bundespolizei, sie soll alles abriegeln:
Flughäfen, Bahnhöfe... Der kann nicht weit sein.
Das ist ein Mordverdächtiger. Ja, Mantrailer auch.
Danke. Tschüss.
Scheiße.
Haben Sie Andy erzählt, was in dem Safe ist? Was Teures?
Teure Uhr, Bargeld, irgendwas?
Das ist doch absurd. - Andy ist kein Raubmörder.
Woher wollen Sie das wissen? Sie kennen den gar nicht.
Warum verteidigen Sie den dann alle so?
Weil den sonst niemand verteidigt!
Weil der auf einem Frachter arbeitet, der uns Wohlstand bringt!
Aber das können Sie sich gar nicht vorstellen.
Und jemand, der unschuldig ist, haut einfach ab, oder was?
(kühl) Ich muss zu den Kindern.
Nahid. Nahid!
Nahid. - Was?
(flüsternd) Warum machst du das? - Warum?
Warum verteidigt ihr ihn alle? Wir kennen den Typen nicht.
Wieso bist du dir so sicher, dass er es nicht war?
Willst du mir vielleicht was sagen?
* "Stille Nacht" auf dem Klavier *
* Jubel *
Mabuje! Prost!
* weiter "Stille Nacht" *
Bist du allein? Ja.
Hier, der muss ums Haus. Ich war da vorne.
* Sie singen zu "Stille Nacht". *
Muss hier rausgekommen sein und über die Wiese.
(singend) Sleep in heavenly peace.
* melodisches Summen zu "Stille Nacht" *
Fuck. Das ist der doch.
Fuck!
* Friedlicher Chorgesang setzt ein. *
Merry Christmas.
* Er schreit frustriert. *
* "Stille Nacht" verklingt. *
Mir ist was dazwischengekommen. Das ist für meine Schwester.
Sagen Sie, es tut mir leid.
Okay.
Ja? Moormann.
(entsetzt) Was? Fuck.
* Es klopft. * Selb?
Weiß ich nicht.
Und du? Warum bist du nicht zu Hause, Weihnachten feiern?
Zweiter Weihnachtsfeiertag. Heißt?
Ich liebe meine Familie, aber auch meine geistige Gesundheit.
Also, keine Neuigkeiten von der Fahndung.
Andys Handy war am Waller Sand eingeloggt, das heißt...
Ist was passiert?
Wir können den Fahndungsaufruf zu "Name unbekannt" ändern.
Wieso?
Müsstest du nicht zu Hause sein? Zweiter Weihnachtstag.
Das war das schönste Weihnachten ever.
Schön für dich.
* Selb seufzt glücklich. *
* Sie summt fröhlich. *
(singend) Rudolph The Red-Nosed Reindeer
Had a very shiny nose
And if you ever saw him... Selb.
...You would even say it glows... Selb.
All of the other reindeer Used to laugh and...
Selb! Ja!
Dieser Andy Magbanua heißt gar nicht Andy Magbanua.
Die geben sich internationale Namen,
damit die Crew das besser sagen kann.
Aber fälschen die auch alle ihre Seeleute-Ausweise?
Wie? Wieso ist das der KTU nicht aufgefallen?
Ist der KTU aufgefallen. Aber zu spät.
Von Europol ausgeschrieben. * Selb seufzt. *
* Es klopft. * Ja.
Sein Schiff hat abgelegt. Ich weiß.
Wenn die in Rotterdam anlegen,
warten die Kollegen und befragen den Kapitän.
(genervt) Ja, ich weiß. Ja.
Frohe Weihnachten. * Liv seufzt. *
Mann, Scheiße. Der ist wegen mir abgehauen.
Kaffee.
Weißt du, was ich nicht verstehe?
Wenn dieser Andy Magbanua oder wie auch immer dieser Typ heißt,
Hendrik Wilkens in seinem Keller erschossen hat,
danach den Safe leer geräumt hat, ja?
Warum hat er danach hat mit der Familie Weihnachten gefeiert?
Da stimmt doch irgendwas nicht. Das ist doch komisch.
Mhm.
Na ja, es sei denn, er dachte eben,
dass es ihn besonders unverdächtig erscheinen lässt.
* Ein Handy vibriert. *
Das ist die Gerichtsmedizin.
Ja, Selb hier?
1,4 Promille im Blut, aber war ja Weihnachten.
Toxikologischer Befund sonst negativ.
Was ist mit der Quetschung am Handgelenk?
Er hat noch gelebt. Vielleicht bei einem Kampf.
Wir konnten aber das Projektil zuordnen.
Gehört zu einer DMR-.308.
Klassische Handfeuerwaffe für die Jagd.
Mein Onkel hat so eine.
Ah, das... Das...
Das ist doch die für den, ähm...
Den, den ... Fangschuss. Ja.
Marco Wilkens ist Förster.
Nicht jeder Förster hat einen Jagdschein.
Ja, Selb hier.
Ich brauche eine Info zu einer Waffenbesitzkarte.
(lachend) Ah, nee. Papa, ernsthaft?
Ich weiß nicht, was ihr habt.
Schwarz zur Beerdigung ist eh lahm.
Ja, aber zur eigenen Beerdigung?
Hendrik hat gesagt, er will kein Trauerfest.
Stimmt. Er hat gern so getan, als wäre nichts passiert.
Ist mir egal, in welchem Hemd ihr ihn einäschert.
Ich gehe arbeiten.
Fabienne.
Fabienne. Bitte. Bitte bleib.
Wir können über alles reden.
Wir...
(singend) Last Christmas I gave you my heart
But the very next day You gave it away...
Sag mal, muss das sein?
(murmelnd) But The very next day...
* Türklingel *
* Marco seufzt. *
Moin. Können wir reinkommen? Ungern. Wir frühstücken.
Nee, Sophie. Bleib bei Mama. Das reicht doch jetzt.
Wir möchten über die Waffe reden,
die auf Ihren Namen zugelassen ist.
Komm, mein Schatz.
Sollen wir nicht doch lieber mal reinkommen?
Also ist es Ihre Waffe?
Ja.
Warum bringen Sie eine Waffe zum Weihnachtsfest
in Ihr Elternhaus?
Wir wohnen mitten im Wald. Wir waren in der Dämmerung unterwegs.
Ich habe mal ein Wildschwein überfahren.
Ich bin Förster. Ich muss doch helfen.
Sie reisen ab? Ja, wenn Sie nichts dagegen haben.
Nee. Aber Ihr Mann, der muss hierbleiben.
Warum? Was ist denn das?
Sie kommen und gehen, wie es Ihnen passt.
Ich habe mir nie was zu Schulden kommen lassen.
Dass Sie die Patronen nicht separat lagern,
ist grob fahrlässig.
Ich habe sie meinem Vater gegeben, damit nichts passiert.
Er hat sie weggeschlossen in den Safe.
Sie wussten nicht, dass er die Waffe dabeihat?
Ich hasse Waffen. Ich will die hier nicht haben.
Mama, Mama, Mama!
Opa Bjarne hatte doch noch gesagt, dass er mit mir Ponyreiten geht.
Nee, das machen wir zu Hause. - Bitte!
Sophie, du sollst packen. - Bitte!
Wenn du nicht packen gehst, gehen wir nicht Ponyreiten. Los.
Ich kenne noch nicht mal die Zahlenkombination.
Ihr Vater wurde mit Ihrer Waffe erschossen.
Welchen Grund hatte Marco, seinen Vater zu töten?
Er hat Hendrik vergöttert.
Obwohl er seine Tochter bevorzugt hat?
Ja, das war früher.
Fabi und Hendrik haben kein Wort gewechselt,
nachdem sie hingeschmissen hat.
Von wem ging der Bruch aus? Hendrik konnte stur sein.
Manchmal bin ich froh, dass wir aus Bremen weg sind.
Wo ist denn die Waffe jetzt?
Ich weiß es nicht.
Ich hab meinen Vater nicht umgebracht.
* sanfte bedrückende Klänge *
Gehst du bitte zum Auto, Sophie? - Nahid.
Was machst du denn? Was soll denn das?
(leise) Du kannst mich nicht alleine lassen.
Ich habe noch was für Sie.
Hendrik war ein guter Mensch.
Wie meinen Sie denn das?
Liv. Liv, kommst du?
Äh, jetzt? Tschuldigung.
Ja, was?
Die niederländischen Kollegen haben angerufen.
Die waren in Rotterdam und haben die Identität
von Andy festgestellt.
Unser Andy Magbanua heißt in Wirklichkeit...
Jomel Malinao.
Und der ...
hatte einen Bruder.
Und der hieß Nelson Malinao. Hier.
Der Matrose Nelson Malinao wurde im Februar 2022,
also vor fast 3 Jahren,
bei der Schleuse Oslebshausen tot aus dem Wasser gezogen.
Todesursache: Ertrinken. Nachdem er angefahren wurde.
Kennst du den Fall? Ich kenne ein paar Cold Cases.
Warum?
Weil es im Sommer unten im Archiv schön kühl ist.
Mhm. Und weil da keine Menschen sind.
Ja, man hat seine Ruhe, richtig nachzudenken.
Der Matrose hatte null Promille, subdurales Hämatom, ...
Schädelfraktur, aufgeblähte Lunge.
Der hat gelebt, aber wurde ins Wasser geschmissen,
um den Unfall zu vertuschen.
Ja, die konnten nicht mal den Unfallort zuordnen.
Ich rufe noch mal im Archiv an.
Selb. "Wie kann ich dir helfen?"
Warum haben die Kollegen den Fall von Nelson Malinao nicht gelöst?
"Äh, die Ermittlungen sind eingestellt, oder?"
Ich kann es nicht ertragen, wenn ein Fall nicht gelöst wird.
"Nichts rausgefunden über das Täterfahrzeug.
Die Leiche war zu lange im Wasser. Keine Lackspuren, gar nichts.
Aber wenn ich was rausfinde, melde ich mich bei dir."
Gut.
Die Kollegen haben damals eine Liste
mit allen Kfz-Werkstätten in der Region erstellt.
Aha.
Ich will, dass du die anrufst und den Suchradius erweiterst.
Nee, oder? Das dauert bis nächste Weihnachten.
War das jetzt ein Witz?
Ja, äh, nein. Es ist einfach sehr viel.
* treibende Bassmusik *
Hier.
Jomel Malinao, also unser falscher Andy,
hat damals eine Aussage gemacht.
Als sein Bruder nicht zu einer Verabredung aufgetaucht ist,
hat er nach ihm gesucht.
Die Tat selbst hat er nicht gesehen,
aber angeblich einen flüchtenden Mann.
Das ist doch Hendrik Wilkens. Ja.
Also.
Jomel Malinao muss davon ausgegangen sein,
dass Hendrik Wilkens
seinen Bruder überfahren und ins Wasser geschmissen hat.
Und dann hat er sich einen Ausweis besorgt
und sich in Familie Wilkens eingeschlichen.
Und jetzt haben wir zwei Tote. Das ist scheiße.
Nelson Malinao war an der Schildstraße gemeldet.
Das ist beim Steintor. Wo Hendrik jeden Monat Geld abgehoben hat.
Laut Akte war seine Frau schwanger, als er starb.
Ich habe das zu Protokoll gegeben.
Hase, lässt du das?
Ich war schwanger, Nelson hatte abgemustert.
Hase, bitte. Lass das mal.
Er wollte zum Schiff, um seinem Bruder Tschüss zu sagen,
aber er ist nie angekommen. Und einen Tag später...
Er konnte nicht schwimmen.
Ein Matrose, der nicht schwimmen kann.
Und Ihr Schwager Jomel? Wussten Sie, dass er in Bremen ist?
Jomel hat uns immer besucht. Um den Kleinen zu sehen.
Wenigstens einer, der was über seinen Vater weiß.
Zu Weihnachten wollte er nicht mal vorbeikommen?
Hm. Ich habe ewig nichts von ihm gehört, tut mir leid.
So. Hase, komm. Wir gehen jetzt zum Weihnachtsmarkt, ja?
Ui. Hui! Komm her.
Sagen Sie, haben jemals Nelson oder Jomel
den Namen Hendrik Wilkens erwähnt?
Nee.
Was ist mit den 2000 Euro jeden Monat?
Was für 2000 Euro? Ich habe keine 2000 Euro.
Doch, seit Juni 2022, genauer gesagt:
Vier Monate, nachdem Nelson gestorben ist.
Das sind fast 60.000 Euro.
Das interessiert die Steuerfahndung.
Ihnen wird nichts passieren, Frau Reinick. Versprochen.
Die kamen immer ohne Absender.
Lag jeden Monat in meinem Briefkasten.
Ich habe mich gefragt, von wem, aber: haben oder nicht haben?
Mein Sohn hat schon so viel verloren.
Können wir uns hier mal umschauen?
Nein, wir wollten zum Weihnachtsmarkt!
Stehen bleiben!
* hoch spannende Musik *
Fuck!
Weg!
Fuck.
* weiter hoch spannende Musik *
Stehen bleiben! Runter auf den Boden!
Auf den Boden!
Auf den Boden! Hände auf den Rücken!
Hände hinter den Rücken! Bitte nicht schießen!
Ich erschieße Sie doch nicht. Bitte.
Warum sind Sie abgehauen?
Nach dem Tod Ihres Bruders
haben Sie dieses Phantombild anfertigen lassen.
Aber man hat nicht nach dem Mann gesucht,
sondern stattdessen Sie verhört, richtig?
Sechsmal wurde ich gefragt, aber niemand hat mir geglaubt.
Niemand hat mir geholfen und ihr habt einfach Nelson vergessen.
Ja. Und es tut uns leid, dass das passiert ist.
Aber das ist kein Grund zur Selbstjustiz.
Ich habe nichts gemacht.
Warum dann der gefälschte Ausweis? Andy Magbanua.
Wir wissen, dass Hendrik Wilkens
in den Tod Ihres Bruders involviert ist.
Sie haben ihn gesucht, drei Jahre lang, und haben ihn gefunden.
Wo? In der Seemannsmission? Wollten Sie sich rächen?
Sind Sie ihm doch in den Keller gefolgt?
Gut. Dann gehen wir noch mal alles durch.
Wann sind Sie in dieser Nacht ins Bett gegangen?
Halb zwei.
Sie haben ausgesagt, halb drei. Ja, halb drei.
Ich habe das alles schon gesagt.
Und? War er es?
Keine Ahnung.
Alles okay? Ich kriege Migräne.
Kein Wunder. Das Blinken von dem Weihnachtsbaum macht einen kirre.
Er hat natürlich recht.
Hätten die Kollegen den Fall aufgeklärt,
wäre Hendrik Wilkens jetzt noch am Leben.
Trotzdem hat er ein klares Motiv.
Ach, woher soll er denn wissen,
dass Marco Wilkens eine Waffe im Safe deponiert hat?
Und wie soll er da rangekommen sein?
Vielleicht hat ja gar nicht Jomel
Hendrik Wilkens bedroht, sondern...
* unheilvolle Bassklänge *
* Es läuft "Jingle Bells". *
Warum sollten die dir glauben ohne Beweise?
Ich habe dich gesehen. Gib mir alles, was im Safe ist.
Um das wiedergutzumachen.
Jetzt!
* dumpfer Gesang *
* bedrohliche Musik *
Du kommst in mein Haus, an Weihnachten.
Und nächstes Jahr stehst du wieder vor der Tür?
Glaubst du, dass ich das zulasse?
* Ein Schuss löst sich. *
Ich werde U-Haft beantragen für ihn.
Es besteht Fluchtgefahr.
Aber warum verteidigt ihn die Familie so vehement?
Ja, das fühlt sich falsch an.
Wir bestellen die ganze Familie noch mal ein.
* sanfte geheimnisvolle Musik *
* Ein Handy vibriert. *
"Der Gesprächspartner..." Mailbox.
Sie war in der Seemannsmission. Ja, aber wo ist sie jetzt?
Ich schicke eine Streife zu ihr nach Hause.
* weiter sanfte Musik *
Herr Wilkens, Sie kommen bitte zu mir.
Und Sie, Herr Wilkens, mit mir.
Vor drei Jahren.
Woher soll ich wissen, wo ich vor drei Jahren war?
Am 18. Februar. Was weiß ich? Zu Hause. 200 Kilometer weit weg.
Was soll denn die Scheiße jetzt?
Brauche ich jetzt einen Anwalt? Nein, nein.
Das ist eine Zeugenbefragung. Das ist kein Verhör.
Ja.
Kennen Sie diesen Mann?
(leise) Nein. Bitte?
Nein.
Das war Nelson Malinao.
Hat Ihr Mann sich deshalb so verändert,
weil er an Nelson Malinaos Tod schuld war?
Hendrik hat mir nie erzählt, was genau passiert ist.
Aber es hat ihn zerbrochen. Hm.
Und Jomel Malinao? Warum decken Sie ihn?
Aus Mitleid?
Jomel kann es nicht gewesen sein. Er war immer bei uns.
Wer sonst? Ihre Schwiegertochter?
Die ist als Einzige früh ins Bett. Nahid, das... Das ist total absurd.
Wussten Sie, dass Ihr Vater ihn mutmaßlich getötet hat?
Und ins Hafenbecken geschmissen?
Lebendig.
Daraufhin ist er ertrunken.
Sie wissen, dass Jomel dafür wahrscheinlich in den Knast geht?
Wussten Sie davon? Er hat ihn angefahren.
Ihr Vater hat den halb tot... Nein!
Ich wusste gar nichts.
Ich habe nichts gemacht. Gar nichts.
Was ist denn mit Ihrem Sohn? Marco? Der hat keine Ahnung.
Ihre Tochter?
Wollte sie deshalb keine Kapitänin mehr werden?
Nein. Fabienne...
Als ihre Mutter starb, das war schlimm.
Marco hat gelitten. Fabienne hat sich nichts anmerken lassen.
Aber Hendrik, der war danach alles für sie.
Diese ganze Schifffahrtsgeschichte ...
hat sie nur gemacht aus Liebe zu Hendrik.
Hm. Wann genau hat Ihre Tochter denn ihre Karriere hingeschmissen?
Vor ein paar Jahren. Wie, vor ein paar Jahren?
Gut. Danke sehr. Schöne Tage. Gleichfalls, ja.
Und? Was Neues? Nee.
Ja, vielen Dank. Dann auf Wiederhören. Tschüss.
Selb. Das war die Reederei.
Fabiennes Vertrag
wurde drei Wochen nach Nelson Malinaos Tod beendet.
März 2022. Das ist ja ein Zufall.
Ihr Vater tötet einen Matrosen, daraufhin kündigt sie
und redet kaum mehr ein Wort mit ihm.
Nicht ganz. Fabienne Wilkens wurde gekündigt.
War betrunken auf Wache und das nicht zum ersten Mal.
Ich rufe sie noch mal an.
Ja, eine Streife war bei ihrer Wohnung. Fehlanzeige.
Ja. Es geht um einen Unfallwagen. Januar '22, mit Fahrerflucht.
Ja, wieder Mailbox. Wo ist die denn?
Wir suchen die Werkstatt für die Reparatur,
um den Halter zu ermitteln.
Wir befragen noch mal Jomel Malinao.
Die wissen alle mehr, als die uns sagen.
"Wer lügen will, braucht einen Plan", sage ich immer.
Hast du noch nie gesagt.
Doch. Nein.
Heute sage ich das. Absolut nicht.
(Bjarne) Fabi, bitte melde dich. Ja?
Ruf zurück. Egal, was ist. Wir finden eine Lösung.
Lösung, ja? Was für eine dumme Entscheidung.
Das war alles so eine Scheißidee!
Wir haben das gemeinsam entschieden.
Gemeinsam? Warum habt ihr das Fabi erzählt und mir nicht?
Die ist doch total labil mit ihrer Sauferei!
Fabi trinkt nicht mehr. Seit zwei Jahren nicht.
Das kriegst du gar nicht mit, hm?
Und dein Vater hatte eine waschechte Depression.
Hast du das gewusst? Nee. Natürlich nicht.
Er wollte, dass es euch gut geht, dass ihr euch keine Sorgen macht.
Der hat nicht gelacht, nicht geweint,
der hat kaum noch was gegessen.
Weißt du, wie es mir damit ging? Weißt du nicht. Weil du nie fragst!
Weil du nie hier warst! Weil es dir scheißegal ist!
Wir haben ein Baby bekommen. Wir hätten uns gefreut...
Und dann bringst du eine Waffe ins Haus! Bist du bescheuert?
Tschuldigung.
* sanfte bedrückende Klänge *
Wo ist das Ding eigentlich? - Hä?
Die hast du doch entsorgt. - Ich habe die nicht.
Herr Malinao, wir haben U-Haft beantragt.
Sie wissen, was das bedeutet?
* Liv räuspert sich. *
Fabienne Wilkens ist verschwunden.
Fabi? Seit wann? Sie war in der Mission.
Seitdem hat sie keiner gesehen. Sie hat die Waffe.
Die Tatwaffe?
Herr Malinao, die Tatwaffe? Wissen Sie, wo Fabienne Wilkens ist?
Oder was sie vorhat? Hat sie ihren Vater erschossen?
Sie müssen uns die Wahrheit sagen. Sonst stirbt noch jemand.
Wollen Sie das? Ich habe ihn nicht getötet.
Ich habe es gewollt.
Aber...
* unheilvolle Musik *
* entferntes "Jingle Bells" *
* unheilvolle Bassklänge *
Du hast ihn gekannt, oder? - Nelson war mein Bruder.
Ich...
Ich habe ihn... Ich...
Ich wusste nicht...
Ich weiß, ich kann das nie wiedergutmachen.
Aber vielleicht...
Hier.
Hier. Für deine Familie. Für deine Kinder.
Hier.
* pulsierender tiefer Basston *
Hatte er Schmerzen?
Hm? - Ich weiß es nicht.
Hat er noch was gesagt? - Nein.
Nein. Ich dachte, er ist tot, als ich ihn...
Erst als ich in den Nachrichten gehört habe,
dass er ertrunken ist, da habe ich begriffen, wie... ich...
(verzweifelt) Es tut mir so leid.
* traurige Streichmusik *
Was du gemacht hast, ...
gehört dir.
* laut: "Jingle Bells" *
(singend) Jingle bells...
Andy?
(zitternd) Papa. Nein.
Leg die Waffe weg.
Wo willst du denn hin mitten in der Nacht?
Danke für die Einladung.
Hä, was ist denn los? Was ist denn passiert?
Andy, warte mal. Ich rufe dir ein Taxi. Was ist?
(Fabienne) Was machst du da? - Fabi, ich war das alles.
Ich! - Lass es!
Fabi, ich habe ihn... - Nein!
Nein, danke, ich muss zum Schiff. - Was? Jetzt doch nicht.
* Ein Schuss fällt. * Was...
Hendrik. Hendrik!
Hendrik!
Papa!
* angespannte Musik *
Was hast du gemacht? Hm?
Was hast du gemacht?
Dein Vater hat meinen Bruder umgebracht.
Was? Was erzählst du da?
* Marco schluchzt laut. *
* traurige geheimnisvolle Musik *
* Weihnachtsglöckchen über tiefem Bass *
* Glas splittert. *
Warum haben Sie uns denn nicht gesagt, dass es ein Unfall war?
Miss, meine Fingerabdrücke ...
waren auf der Waffe.
Und Nelson war mein Bruder.
Ich dachte, ich ... komme ins Gefängnis.
Aber Bjarne hatte diese Idee mit dem Einbruch.
Sie müssen das Ganze noch zu Protokoll geben.
Kann ich wirklich gehen?
Hier.
In Cuxhaven war ein Wagen auf den Namen Wilkens zur Reparatur.
Zwei Wochen nachdem Nelson Malinao gestorben ist, aber...
Aber?
Nicht der Wagen von Hendrik Wilkens.
Der von Fabienne.
Mit Unfallspuren
an der Motorhaube, rechter Scheinwerfer, Kotflügel.
Es ging nie darum, dass sie nicht Kapitänin werden wollte.
Ja. Lassen Sie uns bitte durch.
Das ist ein Notfall hier. Ja.
Sie müssen uns helfen, Fabienne zu finden.
Ich mache mir Sorgen, dass sie sich was antut.
Weil sie schuld ist an Nelson Malinaos Tod, oder?
Weil sie den Wagen gefahren ist und nicht Ihr Ehemann.
* tiefer dröhnender Bass *
Fabi? Du bist zurück.
Wo warst du?
Es tut mir so leid.
Vor drei Jahren...
In der Nacht habe ich Ladepläne kontrolliert.
Es sollte bald losgehen.
Rotterdam, Cape Town.
Aber ich wollte nicht. (seufzt)
In der Nacht habe ich gesoffen.
War nicht das erste Mal, dass ich...
Es hat geschüttet, als ich nach Hause gefahren bin.
Und dann gab es plötzlich einen Schlag.
* dumpfer Aufprall *
* weiter tief dröhnender Bass *
Ich war in Panik. (schluchzt)
Ich habe meinen Vater angerufen.
Ich habe ihn da mit reingezogen.
Es ist alles meine Schuld.
* düstere traurige Musik *
(Marco) Warum hast du mir nichts gesagt?
(Bjarne) Fabi.
Ich habe sein Leben zerstört.
Ich habe deine Familie zerstört.
(weinend) Ich kann mir das nicht verzeihen.
* sanfte bedrückende Klänge *
Aber ich... Ich verzeihe dir.
(Bjarne) Fabienne!
Fabi.
* gesummtes "Stille Nacht" *
* friedvolle Musik *
* andächtiger Chorgesang *
* sanftes Klavierspiel *
Ich bin doch jetzt da.
* Fabienne schluchzt. * Es wird alles gut.
Es wird alles gut.
Untertitel 2024: Untertitel-Werkstatt Münster
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