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Zulu
.
*Titelmelodie*
Mit Untertiteln von SWISS TXT
Personen und ihre Farben:
Karin Gorniak, Oberkommissarin Leonie Winkler, Oberkommissarin
Jens Riebold, Revierleiter
*ruhige Musik mit Gesang*
Die Kollegen haben echt eine Laune heute.
Was haben die gefrühstückt?
Hier eine Verkehrskontrolle, ey.
Echt gar nichts los.
*leises Plätschern*
*Düstere Musik setzt ein.*
"Wer ist der coolste Polizist von Dresden?
Martin Winkler!"
"Die Winkler-Gang!"
Der Schwedt sagt, dass sie niemanden brauchen im Moment.
Okay. Was heißt das jetzt?
Keine Ahnung.
Vielleicht wollen sie keine Frau mehr.
Na toll!
Na ja, Antrag ist raus.
Abwarten.
Fuck, fuck, fuck.
Hast du von dem Riebold schon mal eine Bewertung bekommen?
Macht der sowas? Wie ist der da so drauf?
Hände ans Steuer!
Lauf, lauf, geh in den Wagen, los!
*Schüsse fallen.*
4-83 für Leitstelle, Schütze! Kollege getroffen, Kollege getroffen!
Standort: Landstraße vor Hohnberg. Wir brauchen Verstärkung!
Mach die Tür zu, mach die scheiß Tür zu, Anna!
Leila! - Mach die scheiß Tür zu!
Was? - Mach die scheiß Tür zu!
Was machst du?
Leila, fahr zurück!
Leila, was machst du?
*Ein Schuss fällt.*
(Funk) "Leitstelle für alle Wagen, Schüsse auf Kollegen!
Südöstlich Dresden, Landstraße vor Hohnberg.
Alle Wagen im Rufgebiet sofort anfahren, Landstraße vor Hohnberg.
Schüsse auf Kollegen. Ich wiederhole ..."
Leitstelle, Winkler, Mordkommission Dresden.
Ich bin in der Nähe und fahre hin.
*Sie atmen heftig.*
*Er röchelt.*
(Funk) "Achtung, hier spricht die Zentrale.
Wir haben eine Großfahndung eingeleitet.
Der Täter ist bewaffnet, kann als gefährlich eingestuft werden."
Wo ist meine Kollegin?
"Einheiten in der Umgebung sollen sich sofort einsatzbereit machen."
Bist du okay? - Ja, alles gut.
Nicht mein Blut, ich habe als Erste vor Ort den Kollegen versorgt.
Ich habe den Rettungswagen gesehen. - Er hat viel Blut verloren.
War er ansprechbar? - Nein, keine Chance.
Der Täter hat beiden aus nächster Nähe in den Kopf geschossen.
Ein Wunder, dass er noch lebt.
Hier ist das Einschussloch.
Sieht wie eine Hinrichtung aus.
Warum warst du als Erste hier?
Ich habe den Funkruf gehört. Ich war in der Nähe, verabredet.
Die Kollegen haben eine Verkehrskontrolle durchgeführt.
Hier?
Hier ist doch nichts los.
Der Fahrer hat geschossen, die Kollegen haben erwidert.
Ein Schuss ging in den Reifen.
Das hat den Wagen außer Gefecht gesetzt.
Der Täter ist wohl zu Fuß geflüchtet.
Wie lange ist das her?
Die Meldung ging 08:19 Uhr über den Funk, also 48 Minuten.
Wie ist die Umgebung hier?
Wald im Süden, Felder im Osten.
Zu Fuß schwierig.
Hundestaffel und Hubschrauber sind unterwegs.
Der kommt nicht weit.
Waren die Kollegen allein?
Nein, waren sie nicht.
Sie sind sich sicher, dass es nur eine Person war?
Soweit ich sehen konnte, ja.
Personenbeschreibung?
Mitte 30, würde ich sagen.
Blass, schmächtig, dunkelblonde Haare, mittellang.
Nervöse große Augen, markante Nase.
Wenn Sie wollen, dann, also ich ... - Wie bitte, was?
Ich könnte ihn zeichnen.
Okay.
Als die Schüsse fielen ... - Ging alles viel zu schnell.
Sie sind zum Wagen, haben den Funkspruch abgesetzt.
Dann?
Ich weiß es nicht.
Panik?
*Ein Handy vibriert.*
Sie hätten Handlungsoptionen gehabt.
In Deckung gehen, einen Warnschuss abgeben.
Einen Warnschuss, bei dem Geballer?
Sie hätten schießen können.
Ihre Kollegen hätten wegrennen können.
Sehe ich das falsch? - Kann sein.
Sie hätten den Täter an der Flucht hindern können.
Was wollen Sie hören?
Ja, es stimmt alles. Es tut mir leid.
Das müssen Sie mir nicht sagen, ich muss es nur verstehen.
Chef.
Jungs.
*Leonie räuspert sich.*
Leonie.
Ist lange her. - Ja, 10 Jahre.
Was ist mit Lahn? - Unterwegs in die Klinik.
Furchtbar.
Ja.
Wie geht es Ihrem Vater?
Gut so weit, alles in Ordnung. - Grüßen Sie ihn, wenn es passt.
Spurensicherung, ich muss.
Wenn Sie irgendwas brauchen, egal was.
Ich bin in Panik geraten.
Ich bin einfach weggefahren.
Es war ein Reflex, Anna wollte noch, dass ich umkehre.
Warum haben Sie nicht umgedreht?
Ich hatte Todesangst.
Ich übernehme die volle Verantwortung.
Was sagen Sie, kommt das hin?
Ja.
*spannungsgeladene Musik*
*leises Trommeln auf dem Autodach*
Ach, du Scheiße.
*Rauschen, klassischer Chorgesang*
Los jetzt, alle gemeinsam, komplett aufziehen!
So ein verdammter Scheiß hier. Hierher mit dem Ding!
Rollt das Ding aus, los!
Scheiße!
Hier rüber. - Vorsicht, drübersteigen!
Vorsicht, ganz vorsichtig.
Tempo, Tempo!
Die Hundestaffel findet bei dem Regen keine Spur mehr.
Bleibt noch der Hubschrauber.
Los, kommt, Jungs!
*Ein Fenster quietscht.*
Huch!
Die Bullen, was haben die gesagt?
Ich soll nicht aufmachen, Fenster und Türen zumachen.
Was denkst du denn? - Aha.
Du hast sie abgeknallt.
Weil die mich fertigmachen wollten.
Komm, wir gehen zu den Sachen.
Es ist alles weg.
Was heißt das?
Unten ist nichts, die haben alles mitgenommen.
Zeig her.
Zeig her.
Was ist das für eine Scheiße hier?
Fuck! Lass mich, lass mich!
(Funk) "An alle Einheiten in der Umgebung ..."
Alles klar, okay. Danke.
Der Wagen wurde nicht als gestohlen gemeldet.
Gehört einer Firma in Prohlis, "XOXO Automaten GmbH".
Geht nur der AB ran.
Nicht gerade ein Premium-Modell.
Paar hundert Euro kriegt man dafür.
Er fährt kleine Straßen, weil er mit dem Wagen nach Tschechien will?
Er rechnet nicht mit der Kontrolle, sieht Polizisten, gerät in Panik.
Woher kennst du ihn?
Lebtal war die Dienststelle meines Bruders, Riebold sein Vorgesetzter.
Hm.
Können wir was machen? - Nein, fahrt nach Hause.
Bitte, lassen Sie uns was ... - Was tun, ja?
Ich kann euch hier nicht brauchen.
Vor 4 Tagen hat mich ein Mann angerufen.
Was für ein Mann?
Anonym, er hat geflüstert, seine Stimme verstellt.
Er hat gesagt, schönen Gruß von Martin.
Martin? - Mein Bruder.
Dein toter Bruder?
Er hat gefragt, willst du wissen, warum Martin sterben musste?
Er wurde beim Einsatz erschossen oder verpasse ich da was?
Das war eine Razzia, bundesweit, gleichzeitig in 6 Bundesländern.
Das MEK kam zu spät, das BKA wollte nicht warten.
Martin ist mit rein, die hatten Maschinenpistolen.
Er hatte nicht mal eine Weste an. Er war sofort tot.
Was hat der Mann gesagt?
Dass sie wollten, dass er stirbt.
Wer wollte, dass er stirbt?
Seine Kollegen.
Das ist doch Schwachsinn. - Das habe ich auch gesagt.
Leo, das wird ein übler Scherz sein.
Er wollte sich mit mir treffen, hier in der Nähe.
Und du glaubst jetzt ... - Das war er.
In seinem Auto liegt das Handy, mit dem er mich angerufen hat.
Prepaid, Wegwerfhandy.
Er war unterwegs, um sich mit mir zu treffen.
Anna.
Es tut mir leid. - Lass gut sein, ja?
Wird nicht so schlimm für dich.
Wieso für mich?
Was meinst du?
Mann, Leila, alle wissen es.
*Schrei, Glockenschläge*
*Sie hört durch die Glockenschläge hindurch Annas Schreie.*
*Sie schreit.*
Philip.
Philip!
Hast du die Akte?
Warum ziehst du die nicht selbst? - Weil mein Familienname draufsteht?
Genau. Außerdem sind das ...
Außerdem sind das interne Ermittlungen.
Jetzt mal im Ernst, suchst du nach Ärger?
Warum willst du die Akte deines toten Bruders sehen?
Lass, ich besorge sie mir selber.
Ja, prima, und ich weiß mal wieder von nichts.
Hallo. - Ja.
Guten Morgen.
Was soll an diesem Morgen gut sein?
Warum wurde ich nicht angerufen?
Ihre Familienfeier?
Wenn so was passiert, muss ich informiert werden, immer,
auch auf einer Familienfeier.
Wie geht es dem Kollegen?
Sie operieren noch. - Herrje!
Wo stehen wir?
Fahndung läuft, Straßensperren, die ziehen einen Ring von 20 Kilometern.
Hubschrauber mit Wärmebildkameras und ein Großaufgebot an Leuten.
Der Tote ist einer von ihnen. - Einer von uns, Winkler.
Wir wollen mit diesem Bild fahnden. - Warum läuft das nicht schon?
Wir kommen klar.
Wollen Sie nicht zurück zu Ihrer Feier?
Oh nein, Taufe meiner Großnichte, ganze Verwandtschaft ist da.
Familie, Gorniak, das ist der Horror.
Seien Sie froh, dass Sie keine mehr haben.
Bin in meinem Büro.
Hm, warum hast du Schnabel nichts gesagt?
Vorläufig gibt es nichts zu sagen.
Spätestens wenn die Spusi das Handy aus dem Wagen auswertet
und deine Nummer findet, zieht er dich ab.
Deswegen müssen wir uns beeilen.
Der Mann hat einen Polizisten erschossen.
Wenn wir nicht schnell sind, setzt er sich ab.
Du willst wissen, was das alles mit Martin zu tun hat.
Ich will was überprüfen.
2 Stunden.
Ach!
Laupheimer?
(schreiend) Laupheimer!
Einen Ticken lauter, dann hört er Sie wahrscheinlich.
(leise) Laupheimer?
Habt ihr den Laupheimer gesehen?
*Handy vibriert.*
"Leo, jetzt komm schon rein."
Du wolltest ja nichts, oder? - Nein, danke.
Wie geht es Mama?
Die ist auf Kur.
Ich weiß, aber ich dachte, du rufst mal an.
Wie soll die sich von mir erholen, wenn ich die andauernd anrufe?
Sie hat wieder für eine ganze Kompanie gekocht.
Hm.
Bevor Martin gestorben ist, war ich hier.
Wir haben über ihn gesprochen.
Es ging ihm schlecht. Erinnerst du dich?
Hm.
Du dachtest, dem geht es nicht gut. - Da war was.
Er stand ständig unter Strom, hat schlecht geschlafen.
Der war im Schichtdienst, das geht auf die Knochen,
aber Martin kam ganz gut zurecht damit.
Gib mir mal das Salz.
Ich ermittle in einem Fall, es geht um 2 ehemalige Kollegen von Martin.
Sein Tod war vielleicht kein Zufall. - Hör auf damit.
Wir müssen darüber reden.
Hör endlich auf, deinem Bruder am Zeug zu flicken.
Der war ein guter Polizist.
Und du, du warst schon immer ... - Was?
Eifersüchtig.
Wo willst du jetzt schon wieder hin?
*Die Waffe ahmt Schüsse nach.*
*Ein Feuerzeug wird geöffnet und geschlossen.*
*Im Autoradio läuft französische Rap-Musik.*
*Sie macht die Musik leise.*
Sag mal, ist eigentlich irgendwas?
Nein, wieso?
*Er schnappt mit dem Feuerzeug.*
Du kannst immer mit mir reden.
Klar, klar, weiß ich doch, Leo.
*Er schnappt mit dem Feuerzeug.*
*Sie macht die Musik wieder lauter.*
*Sie öffnet und schließt das Feuerzeug.*
Das war in Martins Auto versteckt. - Na und?
Ist dir das egal?
Ich habe dir gesagt, dass es Martin nicht gut geht
und du hast nichts gemacht!
Stimmt gar nicht.
Ich habe Riebold angerufen.
Ich habe ihn gefragt, ob mit Martin was nicht stimmt.
Er hat mir versichert, dass er sich gut macht.
Kein Anlass zur Sorge, hat er gesagt.
Und das?
Ich hatte recht, Papa. Warum hast du Riebold vertraut?
Warum nicht?
Riebold war sein Dienstgruppenleiter und er hat mir versprochen,
dass er mich anruft, wenn was ist.
Er hat aber nicht angerufen und ein paar Tage später war Martin tot.
Scheiße.
Ach!
Wie geht es ihm?
Die Ärzte meinen, stabil.
Aber ob er ansprechbar ist, wenn er aufwacht,
wenn überhaupt, weiß man nicht.
Anna und ich, sind wir jetzt freigestellt?
Es wird eine Untersuchung geben.
Ja, das ist schon klar. Aber bis dahin?
Erst mal Innendienst.
*Ein Rasierer läuft.*
Komplett ab, ja?
Ja, mach halt, sind doch nur Haare.
Okay.
Sieht gar nicht so scheiße aus.
Hm.
So finden die dich nie.
Meinst du?
Was hast du jetzt vor?
Ich werde sicher nicht auf die Bullen warten.
Du bringst mich jetzt hier raus.
(Schnabel) Ich kann nicht. Ja, tschüss.
Mein Gott!
Ich habe die Firma erreicht,
diese XOXO Automaten GmbH, der der Wagen gehört.
Er wurde ihnen letzte Nacht gestohlen.
*Telefon klingelt.*
Der vorläufige Bericht der KTU ist da.
Ja, keine dramatischen Pausen. Was steht drin?
Alle Oberflächen im Pkw wurden abgewischt,
aber am Lenkrad fanden sie einen halben Daumenabdruck.
Passt zur Spur eines Einbruchs vor zweieinhalb Jahren.
Täter wurden nicht gefasst, es handelt sich wohl um eine Serie.
Ein Dutzend Einbrüche in 11 Jahren.
Eine Einbruchsserie, 11 Jahre nicht geschnappt.
Ist ein Profi, auch noch bewaffnet. - Ja.
Ich frage die Kollegen vom Einbruch, was die haben.
Besser wir treffen die Ermittler persönlich.
Wenn 2 Beamte niedergeschossen werden, das betrifft uns alle.
Okay, ich frage nach.
*Telefon klingelt.*
Schna..., ich sagte, ich kann nicht, Gundel.
Hey. - Hey.
Schön, dich zu sehen.
Ich habe leider nicht viel Zeit.
Das hier kann mich die Karriere kosten.
Doch ein Karrieretyp.
Dann statt Karriere § 353 StGB.
Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Geheimhaltungspflicht.
Strafe von bis zu 5 Jahren.
Wenn du nichts hast, ist das okay.
Ihr ermittelt wegen der Schüsse auf die Polizisten?
Weißt du was?
Ein Kollege von der Staatsanwaltschaft ist hyper-nervös,
seit heute die Nachricht reinkam.
Der hängt die ganze Zeit am Telefon.
Irgendwas geht da ab auf der Wache in Lebtal.
Und was?
Kannst du es rausfinden?
Vielleicht. Muss ich sehen.
Tschau.
(Radio) "Um Dresden kommt es weiterhin zu Straßensperrungen ..."
Wenn sie den Wagen durchsuchen, bist du tot.
Wenn du was sagst oder ein Zeichen machst, bist du tot.
Sei ruhig jetzt.
(Radio) "Der Verdächtige hat das Feuer auf 2 Beamte eröffnet.
Er ist vermeintlich zu Fuß unterwegs.
Achtung, der Mann ist bewaffnet und gefährlich.
Und jetzt zum Wetter."
*düstere Musik, Funksprüche*
Ziehen Sie Ihre Weste an. - Ich fahre gleich weiter.
Hier trägt jeder Weste, keine Ausnahme.
Wie sieht es aus? - Nix.
Der Hubschrauber findet nur Wildschweine.
Kann sein, er steckt unterm Felsen, kann sein, er ist weg.
Sie bekommen jederzeit frische Kräfte.
Verheizen Sie sich nicht und Ihre Leute.
Meine Leute sind alle im Einsatz.
Ohne Ausnahme.
Jeder, der dienstfrei hatte, ist trotzdem reingekommen.
Die Kollegen Brandstedt und Lahn, waren die mit Martin befreundet?
Mit Martin?
Lebtal ist eine kleine Wache, da geht man mal was trinken, oder?
Ja, klar. - Man feiert, es gibt mal Streit.
Moment.
Ist okay.
Hey, Jens. - Na, Doreen.
Hast du schon gehört? - Ja.
Udo und Tom waren bei mir. Furchtbar.
Und die ganze Zeit dieser Hubschrauber.
Und wie geht es dir? - Geht so.
Ja, dann, viel Erfolg.
Wir müssen Ihren Wagen durchsuchen. - Nein, müssen wir nicht.
Doreen ist die Patentante meiner Nichte, das geht in Ordnung.
Ist kein Problem, Jens. - Ist gut, fahr weiter.
Ich hoffe, ihr findet das Schwein.
*Sie startet.*
Martin war ein Guter.
Der hätte ein anständiger Polizist werden können.
Hat er Drogen genommen?
Mein Vater hat sich erkundigt,
ob bei ihm alles in Ordnung sei kurz vor seinem Tod.
Was haben Sie da gemacht?
Ich habe seinen Spind durchsucht und Kokain gefunden, nicht viel.
Sie haben das nicht gemeldet?
Wir haben ein Gespräch geführt, Ihr Bruder und ich.
Sie hatten meinem Vater versprochen, ihn anzurufen.
Der hätte ihm den Kopf abgerissen.
Ich wollte, dass er keine Schwierigkeiten kriegt.
Jeder kann mal einen Fehler machen.
Frau Gorniak!
Richard Weiswasser, Einbruch und Diebstahl.
Danke, dass das so schnell klappt.
Schnabel.
Ist doch klar, in Anbetracht der Umstände.
Wie geht es dem Kollegen?
Nicht gut. - Schlimm.
Wow!
Das sind die Fälle, die ich der Serie zuordne
aufgrund des modus operandi.
Frühstück? Das ist exzellent hier.
*düstere, angespannte Musik*
Lasst mich durch, lassen Sie mich durch!
Martin, Martin!
Martin!
Martin ...
Martin, nein.
*Sie weint.*
Das sind absolute Profis.
Den Spuren nach sind das 4 Mann.
Entschuldigung, könnten natürlich auch Frauen sein.
4 Täter*innen.
Gut ausgerüstet, diszipliniert.
Na ja, wenn sie seit 11 Jahren nie geschnappt worden sind.
Was ist mit den Fingerabdrücken von dem Bruch von vor 2 Jahren?
Keine Vergleichsabdrücke im System.
Ist eine Sackgasse.
Die Täter haben sich spezialisiert auf Villen, Einfamilienhäuser.
Bewohner sind nicht zu Hause, meistens im Urlaub.
Alarmanlagen werden deaktiviert und wir reden hier von Hightech.
Sie nehmen nur Bargeld mit, Schmuck,
einzelne wertvolle Teile, Goldbarren, Silberleuchter.
Sie machen keine Fehler? - Na ja.
Einen Fehler haben sie gemacht. Warten Sie mal.
Die Frau heißt Elsbeth Woltershagen.
Hier, hat bei ihrer Tochter die Katzen gehütet.
Täter nahmen wohl an, es ist niemand zuhause, stumpfes Schädeltrauma.
Ein Tötungsdelikt. Warum ist das nie bei uns gelandet?
Weiß ich nicht, der Fall ging an die MK Leipzig.
Die Einbrüche verteilen sich über Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Wann war das? - Vor 8 Wochen.
Das ist der letzte Fall, von dem wir wissen.
Okay, professionell, diszipliniert, gut organisiert.
Könnten das Polizisten sein? - Polizisten?
Polizisten? Wie kommen Sie da drauf?
Ist das peinlich, dass Sie das vor dem Kollegen gesagt haben.
Polizisten, wir können jetzt nicht gegen die eigenen Kollegen ermitteln.
Ist Ihnen eigentlich klar, wie es denen auf der Wache jetzt geht?
Einer tot, einer in Lebensgefahr, 2 schwer traumatisiert.
Deswegen wollte Leonie das auch inoffiziell überprüfen.
Was heißt denn inoffiziell? Das soll mich jetzt beruhigen?
(brüllend) Tür zu!
*spannungsgeladene Musik*
*Handy vibriert.*
Hallo. - Hallo.
Kann ich Ihnen helfen? - Gerne.
Auf der alten Wache gab es einen Wasserschaden.
Es sollte ein Provisorium sein, jetzt sind es schon 2 Jahre.
Im Winter ist es eiskalt.
Wir haben keine Arrestzellen, kein feuerfestes Archiv.
Keine Sicherheitsschleuse.
Manchmal tropft es von der Decke.
Können Sie sich das vorstellen?
Gibt es hier wenigstens Umkleiden?
Waren die beiden befreundet? - Ja, beste Freunde.
Familie haben sie nicht?
Nein, beide alleinstehend, soweit ich weiß.
Und als Kollegen? - Sehr erfahren.
Hab viel von ihnen gelernt.
Ist nicht immer einfach, ältere Kollegen, die den Ton angeben.
Ich habe noch viel zu tun. Entschuldigen Sie mich?
Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte in Ihrer Situation.
Das wissen Sie vorher nie.
Wer was anderes behauptet, hat keine Ahnung.
Plötzlich Schüsse, unklare Lage.
Der Körper trifft eine Entscheidung.
An einem Tag ist man der Held, am anderen nicht.
Ja.
*Handy vibriert.*
Hey.
Hey.
Riebold hat gesagt, dass ich wieder zum Dienst kommen soll.
Hast du mit ihm gesprochen?
Danke.
So, ich lass dich hier raus.
Nein, nein, nein, fahr weiter. Da vorn links.
Ich habe gesagt, ich fahr dich her und dann ist gut.
Es ist vorbei, wenn ich sage, es ist vorbei.
Kapiert?
Hey, ich muss nur schnell ein paar Sachen holen, geht schnell.
Hey, guck mich an, guck mich an.
Wird alles gut, ja? Keine Angst.
Los, komm.
Komm jetzt!
*spannungsgeladene Musik*
*Musik klingt aus.*
Huch!
Also ...!
Mann, ey.
Wo gibt es hier Kaffee?
Da.
*düstere Musik, Quietschen*
Ist schon speziell.
Hm, ja.
Ich habe mich fürs Mobile Einsatzkommando beworben.
Beim Auswahltraining war ich eine der Besten.
Beim Schießen bin ich unter den top 2% in ganz Sachsen.
Glückwunsch.
Glauben Sie, die nehmen mich jetzt noch?
Ich höre schon die Typen, wie sie alle sagen,
ja, Frauen bei der Polizei, die haben einfach nicht die nötige Härte.
Es gibt Militär-Studien,
die sagen, dass Frauen in Kampfsituationen öfter versagen.
Das ist Schwachsinn und das wissen Sie.
Klar weiß ich das.
Ich habe 3 Brüder, habe immer gekämpft.
Haben Sie Geschwister? - Ja.
Einen Bruder.
Dann wissen Sie ja, wovon ich rede.
War ein scheiß Tag.
Kuschlig.
Das ist mein Hauptquartier.
Musst ja nicht gleich einziehen.
Du hast hier überall Kameras?
Kannst keinem mehr trauen, keinem.
Mann.
Was ist?
So eine Scheiße.
Die haben die Beute zu mir gebracht, die wollen mir das anhängen.
Wer ist das denn?
Wie, wer das ist? Du wusstest davon!
Ich habe keine Ahnung, ich habe das Zeug versteckt,
die Kohle genommen und die Klappe gehalten.
Okay, okay. Kannst du mal die Fresse halten?
Scheiße!
Verdammte Scheiße.
Alter!
Fuck, fuck, fuck.
*Klirren und Scheppern*
Sind das die Sachen aus dem Keller?
Und jetzt?
Weiß nicht. Boah, ich muss pissen.
Setz dich ruhig.
Setz dich.
*Tür quietscht.*
*ruhige Musik*
*ruhige Musik*
*Musik klingt aus.*
Hallo, Kripo Dresden, ich ermittle wegen der Schüsse auf Ihre Kollegen.
Könnten Sie mir die Dienstpläne der letzten Tage geben?
Ja, kann ich. - Super.
*Handy vibriert.*
Danke.
(Anna) So, was kann ich tun? - Der Fünfer hat was am Motor.
Fahren Sie den nach Dresden in die Werkstatt.
Alles klar, aber ich dachte, ich kann ...
Bei Frau Lenski steht eine Kiste für die Asservatenkammer,
nehmen Sie die gleich mit.
Mache ich.
*Er atmet tief.*
**Tür wird geklinkt.*
Oh, Entschuldigung.
Was wollen Sie?
Die beiden Kollegen von heute morgen, Brandstedt und Lahn,
die waren dabei, als mein Bruder erschossen wurde.
Sie sind mit ihm ins Gebäude,
sie waren die Ersten, das steht in der Ermittlungsakte.
Das sind interne Ermittlungen.
Woher haben Sie die Akte?
Martin war im 2. Dienstjahr, ein Anfänger.
Warum ist er bei der ersten Welle?
Warum geht er als erster die Treppe hoch, ohne Weste?
2 erfahrene Kollegen sind bei ihm. Warum lassen die das zu?
Ich war nicht vor Ort. - Aber Sie waren sein Vorgesetzter.
Die Männer, die Martin erschossen haben, wurden verurteilt.
Das waren Drogen-Dealer, die hatten 20 Kilo Heroin in der Wohnung.
Und automatische Waffen, der Informant vom BKA wusste das.
Die Kollegen wussten Bescheid.
Ich habe einen Hinweis bekommen.
Es war kein Zufall, dass Martin gestorben ist.
Die Kollegen haben ihn sterben, ihn ins Feuer laufen lassen.
Und das glauben Sie?
Der Hinweis kam von dem Mann, der auf Ihre Leute geschossen hat.
Er wollte mich treffen, als Lahn und Brandstedt ihn angehalten haben.
Meinen Sie, das war Zufall?
Hier, Brandstedt hatte heute morgen überhaupt keinen Dienst,
der hat schnell Schichten getauscht.
Das kommt vor, dass Schichten getauscht werden.
Sie sprechen von 2 meiner besten Männer, tadellose Beurteilungen.
Ihre besten Männer, entscheiden die selber,
wo die Verkehrskontrolle machen?
Ihre Leute haben dem Mann eine Falle gestellt.
Vor 10 Jahren haben die das Gleiche mit Martin gemacht.
Ist das Ihr Ernst?
*Telefon klingelt.*
Noch können Sie mir helfen.
*Ein Telefon klingelt.*
Riebold.
Ja, ja, sie ist hier.
Winkler.
(Schnabel) "Frau Winkler, Sie kommen sofort zurück!"
Ist Ihnen klar, dass Ihr Alleingang dienstrechtliche ...
Wir haben ihn! - Was?
Wir haben ihn.
Eine Doreen Werner behauptet,
der Täter heißt Marek Krug und hat sie entführt.
Wir haben die Adresse.
Wenn die sich nur wichtig machen will?
Das habe ich am Anfang auch gedacht, aber ...
Jetzt komm. Hier.
Das ist er.
Wir haben ihn.
Leo? - Verständigt das SEK.
Schick mir die Adresse.
Wir gehen da nicht alleine rein, hörst du?
Alles klar, bis gleich.
*leise, angespannte Musik*
Blaulicht aus, ich will hier kein Blaulicht, keine Einsatzfahrzeuge.
Können wir gleich das Megafon anmachen.
Rufen Sie Verstärkung, machen Sie vorne dicht.
Das SEK braucht noch eine halbe Stunde.
Na großartig, ganz toll.
Alles gut. Wir sichern und wir warten.
Was machst du da?
Sag mal, bist du irre?
*Hämmernde Musik, der Rauchmelder piept.*
*Musik, Piepen des Rauchmelders*
*Handy vibriert.*
Winkler?
"Ja. Wissen Sie, wer ich bin?"
Wo genau sind Sie?
Scheißegal, halten Sie die Klappe, und hören Sie mir zu.
Ich habe 2, 3 Minuten, dann bin ich weg.
"Die Uhr tickt, hören Sie nur zu." - Okay.
"Wir haben doch nur Einbrüche gemacht, es lief alles gut."
Wir waren im Flow, konnten uns aufeinander verlassen, waren Kumpels.
"Dann ist alles schiefgelaufen."
Wir haben immer aufgepasst, dass niemand zu Hause ist.
Ich habe die Alarmanlagen geknackt. Dann steht da diese alte Schachtel.
Alle sind total in Panik geraten. Ich wollte das nicht.
Ich habe danach gesagt, dass ich durch bin, ich war völlig am Ende.
Ich habe gesagt, dass ich raus bin,
aber die haben mich natürlich nicht rausgelassen.
"Ich hätte es wissen müssen, es war wie bei Ihrem Bruder."
Was war mit meinem Bruder? - Was?
Nein, ich will reinen Tisch machen.
Ich meine, einmal, einmal das Richtige tun.
Vielleicht ist ja noch nicht zu spät.
"Was ist noch nicht zu spät?"
*ein Schuss*
Das war ein Schuss. - Das habe ich gehört.
Wer schießt denn da, wer schießt da?
Mein Gott, wo bleibt das SEK, haben die sich verfahren?
Hallo? - "Runter mit dir, Doreen!"
*ein Schuss*
Marek, hallo?
Und los.
"Hallo?"
Fuck!
"Hallo?"
Scheiße.
Marek?
Scheiße.
Nein, nein, bleib hier.
Nein, bleib hier, nicht, Doreen, unten bleiben, bleib unten!
*Schuss*
Nein!
*leise, angespannte Musik*
*Musik wird lauter, er atmet heftig.*
*Er schreit.*
*ein Schuss*
Gorniak, Deckung.
*Der Rauchmelder piept.*
*anhaltendes Piepen des Rauchmelders*
*Musik verklingt, Alarm-Ton stoppt.*
Karin?
Wir brauchen einen Krankenwagen. - Krankenwagen!
Karin?
Leo, Scharfschütze, Deckung!
Winkler, unten bleiben!
*Sie atmet schwer.*
Martin!
Martin!
Martin!
Geht aus der Schusslinie raus!
*Leo weint.*
Hey, Leo!
Hey, alles gut. Hey, Leo, alles wird gut.
Alles gut, alles gut, ist alles gut, alles gut.
Alles gut.
(Schnabel) Was?
Ja. Das gibt es doch gar nicht.
Gut, tun Sie das.
Was ist mit Krug? - Hat es nicht geschafft.
Ein Scharfschütze am helllichten Tag.
Wo sind wir denn hier?
Ich will, dass das gesamte Gelände penibel abgesucht wird.
Und wenn ich penibel sage, dann meine ich zentimeterweise.
Wir sollten die Halle räumen lassen.
Wir warten, bis die Spurensicherung hier ist.
Lass mal. - Wir können hier keinem trauen.
Es reicht jetzt. Das war Laupheimer.
Wissen Sie, wem das ganze Gelände gehört?
Einem gewissen Mike Dengler, dem Automatenkönig.
Dengler betreibt eine Kette von Automaten-Casinos in Sachsen,
vorbestraft wegen Hehlerei.
Die Kollegen der OK sagen, der hängt noch in ganz anderen Sachen mit drin.
Ihm gehört die XOXO Automaten GmbH.
Der Wagen von heute morgen!
Ja, der angeblich gestohlen wurde.
"Kaugummi raus, Dengler."
Das ist also der Automatenkönig, ja? - "Ihr Komplize Marek Krug ..."
Der lässt durch einen Scharfschützen Krug und Doreen Werner töten?
Der Automatenkönig.
Ist nicht unmöglich, oder?
Die Festplatten aus der Werkstatt sind nicht zu retten.
Aber wie es aussieht,
hat Krug für Dengler Spielautomaten repariert und manipuliert.
Zum Nachteil der Spieler. Damit hat er viel Geld gemacht.
Das heißt nicht, dass er auch in der Einbruchserie drinsteckt.
Nein, aber wir haben eine Garage von Dengler durchsucht
und dort heiße Ware aus 3 Brüchen sichergestellt.
Das reicht für einen Haftbefehl.
"Wenn du nicht so blöd wärst, wie du aussiehst, wir könnten Zeit sparen."
Ich glaube das nicht.
*leise, angespannte Musik*
*leises Schnappen eines Feuerzeugs*
*Glockenschläge in der Ferne*
*Musik und Geräusche verklingen.*
Sieh dir das an.
Das scheint ihre Stammkneipe zu sein.
Lebtal ist nur ein paar Kilometer entfernt.
Sie war die Patentante von Riebolds Nichte.
Heute morgen wollte er nicht, dass ihr Auto durchsucht wird.
Das muss alles nichts heißen, Leo.
Die Einzigen, denen wir diese Einbrüche nachweisen können,
sind Mike Dengler und Marek Krug.
Die Beweise liegen bei denen einfach rum,
in Krugs Werkstatt, in Denglers Garage.
Du glaubst, jemand hat sie platziert?
Was sonst?
Krug will aussteigen, nicht nur das, er will auspacken.
Die anderen kriegen das mit.
Sie müssen verhindern, dass er mich trifft.
Sie stellen ihm eine Falle.
Krug ist bewaffnet.
Wenn er bei einer Verkehrskontrolle erschossen wird,
glaubt jeder, dass es Notwehr war.
Aber sie haben sich verzockt, Krug hat als erster geschossen.
Angenommen du hast recht, wer ist der vierte Mann?
Riebold war Präzisionsschütze beim SEK, das steht in seiner Akte.
Er kann aus großer Entfernung jemanden ausschalten.
Ja, wir haben aber keine Beweise.
Wenn er der Letzte ist, dann bringt er das zu Ende.
Der räumt alles aus dem Weg, was ihm noch gefährlich werden kann.
Lahn könnte ihm noch gefährlich werden.
Schnabel wird keinen Personenschutz genehmigen.
Dann fahre ich in die Klinik. - Ich löse dich dann ab.
*Schritte*
*Tür wird aufgeklinkt.*
Hey.
Hey.
Wir müssen einen Stopp machen. - Was?
Ja. - Wovor hast du Angst?
Ich bin dein Vorgesetzter.
Sag mir die Wahrheit.
Was für eine Wahrheit? - Über Brandstedt und Lahn?
Warum fragst du mich das?
Es kommt so oder so raus.
Ich habe dazu nichts zu sagen.
Warum nimmst du die Waffe mit?
Ich gehe zum Schießtraining. Ich war dieses Jahr noch nicht.
Ich kann dir helfen.
Ich brauche deine Hilfe nicht.
*ruhige, melancholische Musik*
*ruhige, melancholische Musik*
*Schnabel unterhält sich laut und lachend mit jemandem.*
*Klirren von angestoßenen Flaschen*
Leo, gucke mal, wer hier ist.
Es ist so herrlich, mal wieder hier zu sein, wirklich.
Du bist ja immer willkommen. - Weiß ich doch.
Was machst du hier? - Riebold hat angerufen.
Ich sagte, die Sache ist erledigt. - Stimmt, ja.
Dieser Marek Krug ist tot.
Der Drahtzieher ist in Haft, also ... - Kommt morgen vorn Haftrichter.
Und meine Tochter, die wird endlich Ruhe geben, oder Leonie?
Die Sache ist vorbei. - Nichts ist vorbei.
Ich habe dir gesagt, Martin war nicht kriminell.
Was willst du denn noch?
Er hatte mit einem Mal Geld, hat mir teure Geschenke gemacht,
eine teure Lederjacke.
Ach so, wegen ein paar Euro, ja?
Ich sage nicht, dass er das wegen des Geldes getan hat.
Weswegen denn?
Wegen dir.
Dein ständiger Druck, deine Erwartungen.
Der große Otto Winkler, unerreichbar.
Also bin ich jetzt an allem schuld? - Jetzt lass mal, Otto.
Jetzt reicht es. - Das war ein harter Tag.
Wir brauchen alle ein bisschen Ruhe.
Er hat sich nach deiner Anerkennung gesehnt, mehr als alles andere.
Aber für dich war das ja nie genug, bis er tot war.
Du verstehst gar nichts, Leonie, nichts verstehst du.
Und du hast keinen Respekt vor mir und vor deinen Kollegen.
Geschweige denn, vor deinem toten Bruder.
Jetzt hör mal auf, Otto.
Du willst immer alles richtig machen, immer die Klügere sein.
Du merkst nicht, was du alles kaputt machst dabei.
Aber ich gebe dir einen guten Rat, suche dir nicht die falschen Feinde.
So wie Martin?
*Medizinische Geräte piepen.*
Hören Sie mich?
Ich hole jemanden.
Was?
Bra...
Brandstedt? Brandstedt ist tot, Krug auch.
Jemand schafft Zeugen aus dem Weg.
Sie sind in Gefahr. Wer ist Ihr vierter Mann?
Wer?
Ist es Riebold?
Was?
*unverständlich*
Ich verstehe Sie nicht.
Wasser, wollen Sie Wasser? Ich gebe Ihnen Wasser.
*Ein Gerät piept schneller.*
Hier, hier ist Wasser.
*Er versucht, zu sprechen.*
Das ist Wasser. Ich verstehe nicht ...
Ganz ruhig, wir brauchen Hilfe!
Wir brauchen Hilfe.
Treten Sie zurück.
Adrenalin, ein Milligramm.
(Otto) Ihr von der Kripo guckt immer schön von oben auf die Uniformierten.
Das war übrigens früher ganz anders.
Aber die Jungs und Mädels halten euch den Weg frei, wenn es drauf ankommt,
wenn ihr mal Deckung braucht.
Martin hatte keine Deckung.
*Handy vibriert.*
Karin?
Jetzt sei mal nicht so hart mit ihr.
Deine Tochter ist eine gute Polizistin.
Weißt du, was noch viel wichtiger ist?
Die lebt, die hast du noch.
Mensch.
Lahn ist tot.
Ich trinke auf den toten Kollegen.
Ich trinke auf Mut und Opferbereitschaft.
Wir sind doch alle Polizisten.
Papa, ist dir klar, dass du Martin zu einem Risiko gemacht hast?
Du hast Riebold angerufen damals.
Mir hast du nicht geglaubt. - Pass auf deinen Ton auf!
Das konnten sie nicht riskieren,
dass Martin auspackt, dass der alte Winkler die Wahrheit rausfindet.
Deshalb mussten sie ihn loswerden.
Nichts ist vorbei.
Haben Sie nie drüber nachgedacht,
warum die keine Spuren hinterlassen haben?
Die wussten genau, wie die Spurensicherung arbeitet.
Weil Polizisten mit drinstecken. Daran haben Sie auch gedacht.
Und wenn?
In all den Jahren habe ich so ziemlich an alles gedacht.
Kennen Sie ihn?
Riebold, Jens Riebold, Lebtal.
Verdächtigen Sie ihn? - Was wissen Sie über ihn?
Wir brauchen Ihre Hilfe.
Bitte.
Gut.
*Flaschen klirren.*
Herr Staatsanwalt. - Ah.
Kann ich helfen, suchen Sie jemanden?
Ja, Frau Winkler, ich habe eine wichtige Nachricht für sie.
Ah. Dienstlich oder privat?
Ist eher inoffiziell. - Also privat.
Na ja.
*Die Flaschen klirren.*
Alkoholfrei.
Ah.
Dienstlich haben wir hier keine Geheimnisse, wir sind ein Team.
Ja, gut, das ist privat.
Ich verstehe.
Vielleicht am besten, wenn Sie sie einfach anrufen?
Gute Idee.
Haben Sie die Nummer?
Ich rufe sie gleich an, danke. Und schönen Tag noch.
Vor 2, 3 Jahren hatte ich denselben Gedanken, Polizisten.
Die wissen, wie man Spuren vermeidet,
dass man mit Diebesgut nicht auffallen darf.
Werfen nicht mit Geld um sich, sparen eher fürs Alter.
Haben Sie das verfolgt?
*Handy vibriert.*
Entschuldigung.
Ja? - Was?
Haben Sie das verfolgt?
Habe ich, ich war bei meinen Vorgesetzten.
Die haben mich regelrecht abgeblockt.
Ich habe nicht locker gelassen
und ein paar Tage später ist das hier passiert.
Kann sein, dass politische Knallköpfe mein Auto abgefackelt haben.
Aber warum sollten die sich die Mühe machen für einen uralten Kombi?
Was, Sie denken, jemand wollte Sie einschüchtern?
Ja, was glauben Sie?
Ich wollte nicht tot in der Elbe landen.
Habe das dann nicht weiter verfolgt.
Das war auch nur eine Theorie.
Oder haben Sie mehr, ich meine handfeste Beweise?
Es gibt eine verdeckte Ermittlung des LKA auf der Wache in Lebtal.
Was? - Gegen René Brandstedt.
Es ist aufgefallen, dass er über seine Verhältnisse lebt.
Eine verdeckte Ermittlerin ist auf ihn angesetzt
wegen ihrer Maßnahmen gegen Korruption.
Eine Ermittlerin, wer? - Leila Demiray.
Bitte, was? Warum hat sie uns nichts gesagt?
Weil ihr nach Brandstedts Tod klar war, dass die Sache größer ist.
Sie hat ihren Kollegen gesagt, sie sei dicht an was dran.
Woran?
Das müssen wir sie fragen. - Da komme ich mit.
Okay.
*spannungsgeladene Musik*
*Musik verklingt.*
Was machst du hier?
Hä?
Du sagst mir sofort, was du suchst. - Lass mich, du tust mir weh!
Jetzt hör mal.
Ich habe die ganze Zeit versucht, dir zu helfen.
Ich dachte, du bist unschuldig. Warum deckst du diese Typen?
Was wird das?
Als wir gestern los sind,
habe ich Brandstedt und Lahn miteinander reden sehen.
Ich habe nicht gehört, was sie gesagt haben,
aber wie sie geredet haben, die hatten was vor.
Was weißt du darüber, Jens?
Leila ...
Als die Schüsse fielen, wollte ich nur noch Anna in Sicherheit bringen.
Nenn mich nicht Leila.
Ich ermittle verdeckt fürs LKA.
Was, bitte?
Es tut mir leid.
Leila!
Leila!
Leila, Leila! Du erklärst mir jetzt mal was.
Hey, lassen Sie sie los!
Sie hat mein Büro durchsucht. - Ja, sie arbeitet fürs LKA.
Wollen Sie mich verarschen?
Was denn, weiß hier jeder Bescheid?
Alle außer mir, hä?
Was ist das für eine Scheiße? Was wollt ihr mir anhängen?
Ich wollte beweisen, dass du unschuldig bist.
Warst du deswegen mit mir?
Willst du das glauben, ja? - Deswegen, ja?
Dann glaub es! - Ich war ein Idiot!
Wir besprechen das in Ruhe.
Was ist das für eine Scheiße hier?
Jetzt ist aber mal Schluss.
Was bist denn du für ein Vogel?
Wer ist das? - Ein Kollege.
Das sieht ganz schlecht aus für Sie, Riebold, ganz schlecht.
Brandstedt und Lahn waren Ihre Leute.
Und Sie sagen ernsthaft, Sie wussten nicht Bescheid?
Ja, spinnt der? - In Ordnung, das reicht.
Das ist der Mann, der Ihren Bruder auf dem Gewissen hat.
Was sagt der?
Ja. - Waffe runter!
Nehmen Sie die Waffe runter! - Er wollte mich angreifen?
Nimm die Waffe runter! - Woher wissen Sie von ihrem Bruder?
Was?
Hast du ihm gegenüber deinen Bruder erwähnt?
Ja, natürlich hat sie ihn erwähnt. - Nein.
Frau Winkler, glauben Sie ... - Ich weiß nicht, was ich glaube.
Das besprechen wir, aber jetzt Waffe runter.
Ja, beruhigen Sie sich. Wir sind alles Polizisten.
Legen Sie die Waffe runter. - Weiswasser, die Waffe weg.
Weiswasser.
Das wollte Lahn sagen, Ihren Namen.
Was? - Sie leiteten die Ermittlungen.
Sie konnten dafür sorgen, dass niemand Ihnen in die Quere kommt.
Das ist doch, das ist doch völlig abwegig.
Waffe runter!
Was soll dieser Schwachsinn? - Waffe her!
Waffe runter! - Keine Bewegung!
Machen Sie nix Unüberlegtes!
Waffen runter oder ich schieße! Ich zähle bis 3: 1, 2, ...
Leila!
Seht ihr, ich mache ernst. - Nehmen Sie die Waffe runter.
Jetzt legen erst mal alle langsam ihre Waffen runter auf den Boden.
Alle!
Jetzt mal alle die Waffen runter!
Gut, sehr schön.
Ich gehe da raus, steig ins Auto und niemand hält mich auf.
Sie kommen hier nicht weg. - Oh doch!
Es ist vorbei, Waffe weg! - Ich werde sie erschießen.
Kostet mich ein müdes Lächeln. Also, Waffe runter.
Los!
Na los!
Na, geht doch.
Anna, top 2%. - Halt die Schnauze!
*Was er sagt, ist unverständlich.*
*Sie atmet schwer.*
*Piepen eines Geräts*
Was?
Sie wussten, dass etwas vor sich geht auf Ihrer Wache,
aber Sie haben nichts unternommen.
Nicht mal, als mein Bruder tot war.
Wenn Sie ein guter Polizist wären, wenn Sie den Mund aufgemacht hätten,
dann würde Martin noch leben.
Und dann wäre das nie passiert.
*melancholische Musik*
Feierabend.
Haben Sie vielleicht Lust, noch was essen zu gehen?
Ich bin schon verabredet.
Das ist doch schön.
Ein andermal.
Ist das ...?
Das haben die Kollegen aus dem Auto von Weiswasser, unter der Rückbank.
Damit hat er 2 Menschen erschossen.
Sie sehen erschöpft aus. Vielleicht machen Sie mal Urlaub.
Wenn jeder, der etwas erschöpft ist, einfach Urlaub macht.
Ein paar müssen auch noch auf dem Posten bleiben.
Ja, bis es irgendwann nicht mehr geht.
Geht schon noch, Frau Gorniak. Es geht.
Okay.
Tür können Sie offenlassen.
*Musik: "All My Tears" von Ane Brun*
♪ When I go, don't cry for me.
♪ In my father's arms I'll be.
♪ The wounds this world left on my soul.
♪ Will all be healed and I'll be whole.
♪ Sun and moon will be replaced with the light of Jesus' face.
♪ And I will not be ashamed for my savior knows my name.
♪ It don't matter where you bury me.
♪ I'll be home and I'll be free.
♪ It don't matter, anywhere I lay.
♪ All my tears be washed away.
Copyright MDR 2023 UT: Büschel
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