All language subtitles for Tatort.S2024e19

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Original subtitles

.

(Spannungsvolle Musik)

Mit Untertiteln aus Deutschland

(Dynamische Musik)

(Die Musik endet.)

(Quietschen, Rattern, Prasseln)

(Spannungsvolle Musik)

(Spannungsvolle Musik)

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil.

(Spannungsvolle Musik)

(Unheilvolle Musik)

(Angespannt tickende Musik)

(Musik wird bedrohlicher.)

Der Angeklagte Mario Amari wird ...

freigesprochen. (Jubel, Applaus)

Die Kosten ...

Bitte einmal ... einmal um Ruhe.

Die Kosten des Verfahrens

und die notwendigen Auslagen des Angeklagten

trägt die Staatskasse.

Bitte nehmen Sie Platz.

Es ergeht noch folgender Beschluss.

Der Haftbefehl wird aufgehoben.

(Rattern, Vogelzwitschern)

(Spannungsvolle Musik, Keckern)

(Dissonante Klänge)

(Verstörende Musik)

Jetzt wird gefeiert.

(Stimmengewirr)

Bruder, wie hast du das hingekriegt?

Wünsch Ihnen alles Gute.

Also Leute, Leute, es reicht.

Alle raus jetzt.

Alle raus.

(Unruhige Musik)

(Motorenlärm)

(Die Musik wird eindringlicher.)

(Die Musik endet, Motorenlärm stoppt.)

Danke, dass Sie gekommen sind.

(Angespannte Musik)

Ich weiß, das bringt jetzt nichts mehr, aber ...

Sie können sich mit den anderen zusammentun.

(Spannungsvolle Musik)

Warten Sie. Ich hab trotzdem ...

(Alarmierende, eilige Musik)

(Schuss, ängstliches Bellen)

(Überschnappendes Bellen)

(Bellen, eilige Musik)

Na ja, und da kommt man nicht hinterher.

Das ist Zeug vom letzten Jahr.

Und für die Stelle von der Harms gibt's immer noch keine Nachfolge.

Und wer das dann macht, der kriegt einen Herzinfarkt, weißt?

Du, aber sag mal ...

wie geht's dir?

Ja, der Doktor meint, die Chemo schlägt an.

Na ja, der hat gut meinen.

Aber hör mal, wieso gibt's bei euch noch keinen Nachfolger?

"Die wollen jemand Externes, 100 Pro."

Und wir hängen halt total in der Luft ohne Dezernatsleitung.

"Extern? So ein Quatsch."

Und was ist mit dir?

Was? Leitung? Ich?

Ähm ...

Also, eigentlich hätte ja der Berg alle Qualifikationen.

Der Berg, der Friedemann? "Nie im Leben. Never ever."

Ähm, Papa, du, ich muss. Tschüss.

(Fernes Martinshorn)

(Piepton, Ächzen)

(Vogelkeckern)

(Ächzen)

(Ernste Musik)

(Stimmengewirr, Piepsen, Winseln)

Wollen Sie sonst noch irgendwas wissen von mir, oder ...?

Fund!

Ah.

(Stimmengewirr, angespannte Musik)

(Kameraklicken, die Musik wird ruhiger.)

(leise:) Danke.

Morgen. Ist einer vom Baum gefallen?

Hahaha. - Hm?

Nee, Schusswunde in die Stirn.

Tobias Benzinger.

Wie, Benzinger? Der Sohn vom Anwalt Benzinger?

Und hier der letzte Anruf.

Na guck.

Und eine Zeugin, die sagt, da war ein Motorradfahrer.

Vielleicht sollten wir den gleich mal einsacken.

Dazu reicht es nicht. - Franziska, Friedemann?

Aufmachen? - Ja, klar.

(Rascheln, Kameraklicken)

Komm, das passt doch immer besser, oder?

Ja, ich würde mir das Go von der Staatsanwaltschaft holen.

Ich mein, einen Haufen Geld und einen Anruf, das ist nicht viel.

Ja, gut, das ist aber auch nicht nichts.

Komm ... Gefahr im Verzug, hm?

Na gut.

Ruf die Staatsanwaltschaft an. - Ja-haaaa!

(Vogelzwitschern)

(Rockige Musik, Stimmengewirr)

(Funkdurchsage)

"Achtung, Einsatzleitung gibt."

"Fünf, vier, drei, zwei, eins."

"Zugriff."

(durcheinander:) Polizei!

Die Hände will ich sehen! Keiner redet mehr mit dem anderen.

So.

Das ist jetzt noch der Rest, den wir gefunden haben.

Irgendwas Auffälliges? - Hier tatsächlich nicht.

Nein. Wir sind dann jetzt auch fertig und packen dann zusammen.

Ja, wir sehen uns dann im Präsidium. - Stopp, Sie können hier nicht rein.

Wie es aussieht, sind Sie mit der Spurensicherung längst durch.

Es gibt überhaupt keinen Grund ... - Moment!

Ich leite hier die Ermittlungen. Tobler.

Wen wir durchlassen, ist Ermessenssache.

Wir sind die Angehörigen. - Rainer. Ist gut.

Sie sind? - Maki Benzinger.

Ich bin die Mutter von Tobias. Und Nader ist ...

Tobias ist mein Mann.- Gut, dann kommen Sie erst mal beide.

Es ist, wie gesagt, Ermessenssache.

Aber das wissen Sie ja, Herr Benzinger.

(Angespannte Musik)

Faschismus ist das hier!

(Stöhnen)

Aaah! - Du Scheißbulle!

(Schrei)

Berg, du Arsch! Klar geht das auf deine Kappe.

Salü, Batzi, alte Socke! Na, wie läuft's?

Für dich immer noch Herr Ehrhardt. (Pfiff)

Passts mal auf!

(Angespannte Musik)

(Vogelzwitschern)

Das ... ist bestimmt kein leichter Anblick.

(Spannungsvolle Musik)

Mein Beileid.

(Spannungsvolle Musik)

Das ist eine Hinrichtung.

(Ernste Musik)

Mach halt hin!- Pass auf, ich kann's auch zulassen, gell?

So. Jetzt gibst mir mal dein Telefon.

Nix mach ich. Wieso? Ich hab gar kein Telefon.

Weil ich's dir sag, Heilandsack.

Und wegen 150 Gramm Koks, deswegen, du Schafseggl. Gib her!

(Leises Lachen)

Ach Gott, ist das grindig. Mach mal auf.

Was soll denn das?- Das ist rein persönliches Interesse.

Ich will einfach wissen, mit wem du so telefonierst.

Mit niemandem, den du kennst.

Ach, Mensch, Tobias Benzinger! Hm?

Ja, und? Mein Anwalt.

Und worum ging's da so?

Um meine Bewährung, die ist nämlich durch.

Freier Mann, verstehst? - Gratulation, Batzi.

Und, was hat er so gesagt? Habt ihr euch vielleicht verabredet?

Wieso verabredet? Was soll er gesagt haben?

Ich versteh eh nur die Hälfte, was der quatscht.

Da kannst du richtig froh sein, weil der quatscht gar nix mehr.

Der ist nämlich tot. - Wieso?

Ja, sag du's mir.

Ich? Warum ich? - Der ist umgebracht worden.

Wie? - Das musst doch du wissen.

Wieso soll ich das wissen? Ich war das nicht!

Mhm.

Mhm. - Ah.

Mhm.

Mhm.

Ja, danke. Tschüss.

(Telefonklingeln)

So ein Scheiß.

Eine Zeugin, aber Fußspuren von halb Freiburg da oben.

Vielleicht geht was mit der Waffe oder den Reifenspuren.

Die Abdrücke auf dem Briefumschlag sind jedenfalls vom Toten.

Auf dem Geld auch.- Wie?Sonst keine Abdrücke. Oder DNA.

M-m.

Was ist denn eigentlich das?

Keine Ahnung. Lag auf dem Boden am Weg.

Wo ist denn der Berg abgeblieben?

Hat er die Staatsanwaltschaft erreicht?

Ich bin mir nicht sicher, ob er mit denen gesprochen hat.

Das LKA hat eben angerufen.

(Schritte, Knistern)

(Stöhnen)

(laut:) Ah! Fuck!

Was geht in einem kaputten Kopf vor?

Dass ich meinen eigenen Anwalt ausknipse oder was?

Warum? - Du warst der letzte Anrufer.

Haufen Geld beim Benzinger, dein Koks.

Ach, was! Beweis mir doch, dass das mein Koks ist.

Der Tobi, das war ein guter Typ.

Jetzt muss ich aber gleich heulen.

Dein lieber Tobi ist der Sohn vom Benzinger.

Äpfel fallen nicht weit vom Stamm.

Wen die alles vertreten, weißt du selber.

Da gehörst du leider zu den ganz kleinen Lichtern.

Ach, Berg, wir waren den ganzen Abend hier, die ganze Zeit.

Europa League, frag doch, wen du willst.

Wen kann ich da sofort ... Was denn?

Guten Abend, Herr Kollege.

(Funksprüche)

Ich meine, woher soll denn ich das wissen? LKA?

Zum Beispiel, wenn du bei der Staatsanwaltschaft anrufst

und dabei erfährst, dass eine Observation läuft,

die deinem Verdächtigen ein Eins-a-Alibi verschafft.

(Verächtliches Schnaufen)

(Vogelzwitschern)

Weißt du ... wenigstens wenn du es dreimal klingeln lässt,

dann kannst du zum Staatsanwalt sagen,

lieber Herr Staatsanwalt, ich hab es versucht, aber ...

Wie oft sind wir vor dem gestanden,

und bloß weil dem irgendwas quer lag, hat er uns wieder weggeschickt.

Und am Ende war's, wie wir uns das gedacht haben.

Bloß weil dieser Scheißsesselfurzer irgendwie ... Ist ja gut.

Okay, wie war das noch mal?

Hier an dem Baum stand das Fahrrad, ja?- Ja.

Die Leiche war etwa hier, und da hinten ... war der Motorradfahrer.

Ja, also von da kommen die Motorradspuren.

Rum.

Baff.

Okay, was hat das dann werden sollen? Eine Art Geldübergabe.

Aber an wen? An den Motorradfahrer?

Aber der hat das Geld dann gar nicht mitgenommen.

Oder das war für jemand Dritten.

So eine Art Raubüberfall.

Aber was wurde dann geraubt? Auf jeden Fall nicht das Geld.

100.000 in bar im Rucksack, das sieht mir doch ziemlich nach OK aus.

Oder nach Rauschgift oder Erpressung.

Die Zeugin sagt, sie hört den Schuss.

Und unmittelbar darauf kommt ihr der Motorradfahrer entgegen.

Also, ich sehe da irgendwie gar keine Übergabe.

Da ist keine Zeit, der steigt nicht ab, der kommt nur her.

Peng ... ab durch die Mitte.

Dann hat er wahrscheinlich gar nichts von dem Geld gewusst.

Das war nicht für ihn bestimmt. - Was haben die dann hier gemacht?

(Angespannte Musik)

Dienstweg, ich schwöre.

Ja, ja.

Guten Tag. - Guten Tag.

Kriminalpolizei, mein Kollege Berg, Tobler.

Wir würden gern mit Herrn Benzinger sprechen.

Haben Sie einen Termin? - Nein.

Dann einen Moment, bitte.

Herr Benzinger?

Herr Benzinger?

Die beiden Herrschaften von der Polizei

würden gerne mit Ihnen sprechen.

Ja, aber nur zehn Minuten, ich hab noch ein Gespräch.

(Angespannte Musik, Aufzugston)

Oh, äh, Frau Benzinger.

Ihr Schlüssel. Schlüssel. Bitte. - Oh, danke.

Ah.

Mein Beileid.

Ja. Entschuldigung, ich muss gehen.

So eine Fahrradtour, war das eher üblich oder unüblich für Ihren Sohn?

Stiefsohn.

Maki hat ihn mit in die Ehe gebracht.

Tobias war noch recht klein.

Ist das von Ihrer Frau?

Und über seine Freizeitaktivitäten war ich nicht auf dem Laufenden.

Ah, hatten Sie nicht so ein gutes Verhältnis?

Ich meine, er war doch Ihr Partner hier.

Kein Partner. Angestellt.

Und nur, weil ich nicht weiß, wann wer Fahrrad fährt?

Wer könnte denn davon gewusst haben?

Hat er so was hier im Kalender vermerkt?

Der Kalender ist unserer Arbeit vorbehalten.

Und Ihr Mann geht arbeiten? - Ja.

Na ja, dann wissen wir ja wenigstens, wo wir ihn antreffen.

Und wozu?

Na ja, ist ja auch der Arbeitsplatz Ihres Sohnes.

Hat er denn irgendwas gesagt, dass er bedroht wird oder so?

Oder haben Sie irgendwas wahrgenommen?

Nein.

Dürfte ich mich in seinem Büro umsehen?- Nein. Warum?

Ihr Stiefsohn hat sich vermutlich mit dem Täter verabredet.

Und wir können nicht ausschließen, dass ...

Dass Sie nach seinem Kalender und Büro fragen, unterstellt,

unsere Arbeit hätte was damit zu tun.

Ja, es sieht nach einer professionellen Tat aus.

Und Sie und Ihr Stiefsohn vertreten Personen, die der Organisation ...

Unsere Klienten, das ist Vertrauenssache.

Ohne richterlichen Beschluss ...

Ihr Stiefsohn wurde erschossen.

Und Sie verlangen für Ihre Hilfe bei der Aufklärung

einen Gerichtsbeschluss. - Ja, das möchte ich.

Sie wissen ja, wer hier alles vertreten wird.

Clanfamilien, organisiertes Verbre- chen, rechtsradikale Rockerbanden.

Ja, und früher wurde meinem Mann vorgeworfen,

er sei selbst linksradikal.

Nur, weil er Kommunisten verteidigt hat.

Kenne ich alles.

Wie Sie auf mich reagieren, ist genau der Grund,

warum ich diese Kanzlei betreibe: Vorverurteilung.

Gestehen Sie doch mir oder meinen Mandanten dasselbe zu

wie jemand, den Sie sympathisch finden.

Nur weil Sie mich nicht mögen oder meine Mandanten nicht mögen,

heißt das noch nicht, dass sie was mit Tobias Tod zu tun haben.

Sie schließen es einfach so aus.

(Unbehagliche Musik)

Tobias ... hat seine ... - Entschuldigung.

Herr Ehrhardt ist hier.

Ja, sieh an, die Toblerone.

Na! - Und?

Braucht der Berg jetzt auch einen Anwalt

wegen seiner Aktion von gestern?

Jetzt haben Sie doch recht.

Das ist wirklich nicht so einfach mit den Sympathien.

Mein Beileid.

Wir haben bei Ihrem Sohn eine Menge Bargeld gefunden.

Haben Sie irgendeine Ahnung, wo das herkommen könnte?

Tobias hat von seinem leiblichen Vater viel hinterlassen bekommen.

Aber das ist alles fest angelegt.

Hören Sie, ich kann natürlich verstehen,

dass Ihnen das nicht besonders, ich sag mal, schmeckt.

Aber den Täter im Umfeld der Kanzlei zu suchen, ist sehr naheliegend.

Und ich würde mich freuen,

wenn Sie sich diesen Gedanken etwas öffnen können.

Gut. Danke.

Die wollen mich drankriegen wegen dem Koks.

Aber wie ich das sehe, müssten die doch beweisen,

dass es mir gehört, oder nicht?

Entschuldigen Sie bitte.

Okay, alles klar.

(Angespannte Musik)

(Unheilvolle Musik)

Kann ich irgendwie helfen?

Suchen Sie etwas? - Alles bestens.

Hi.

Jeg heter Tobias.

Og jeg vil gjerne betale.

Og jeg, ojojojeg?

Ja?

Ist das falsch? - Na ja.

Und was ist mit dem anderen Satz?

Welcher andere Satz?

Jeg elsker deg.

Was?

Jeg elsker deg.

Jeg elsker deg ... - Jeg elsker deg.

(lachend:) Was heißt das?

Mmh ...

(Angespannte Musik)

Ich liebe dich.

Ich dich auch.

Aaaaah!

(Verstörende Musik)

(Die Musik wird eindringlicher.)

Ich habe das angezettelt.

Was? - Dass er sich entscheiden muss.

Wofür?

Für ihn und mich.

Oder für immer unglücklich, habe ich gesagt.

Sie wissen doch, wen sein Stiefvater so verteidigt.

Er dachte, er kann sich damit arrangieren, seiner Mutter zuliebe.

Happy family. Aber alles Bullshit!

Gehen wir besser rein. - Kommen Sie bitte.

(Die Musik verklingt.)

Wasser? - Nee, danke.

Tobias und ich wollten Ende des Jahres nach Norwegen.

Ich habe mir da extra eine Stelle gesucht im Krankenhaus in Oslo.

Richtig auswandern.

Ja, ich habe das einfach nicht mehr ausgehalten,

Tobias so zu sehen in seinem Unglück mit diesem Typen.

Rainer Benzinger, ja?

Ja ... Hatten die Streit?

Ich denke, Rainer war insgeheim froh, dass wir gehen.

Der wusste, dass Sie gehen.

Und warum sollte er sich darüber gefreut haben?

Sie haben ihn doch gesehen.

Rainer muss der Chef sein, immer.

Da gibt es keine Spielräume für andere oder deren Meinung.

Ja, seine Mutter, wusste die auch, dass Sie gehen?

Tobias und seine Mama.

Keine Ahnung, wann er es ihr sagen wollte.

Wir haben bei Tobias' Leiche Bargeld gefunden.

100.000 Euro.

100.000 Euro? - Mhm.

Von Tobias?

Würde man das nicht merken, wenn das weg ist?

Wir hatten getrennte Kassen.

Tobias hat gesagt, er will noch klar Schiff machen, bevor wir gehen.

(Schubladenöffnen)

Und ich habe die Scheiße hier angeschoben.

Darf ich?

(Rhythmische Musik)

(Überraschtes Auflachen)

Die würden wir gerne mitnehmen, geht das?

(Spannungsvolle Musik, Knirschen, Quietschen)

(Angespannte Musik)

Ah, badische Aktenheftung.

Stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Dafür wurde extra ein Locher erfunden.

Ach so, lustig.

Die wollten Karton sparen,

deshalb haben die Archivare Spielkarten verwendet,

um die Bindung zu stabilisieren.

Das findet sich noch heute in vielen Akten so.

(Spannungsvolle Musik)

Ist alles Jahre her.

Tobias war mal als Assistent dabei, mal nicht.

Wenn die alles vertreten, ey.

Alles, was möglichst viel Dreck am Stecken hat, ne?

Also, was mir nicht so richtig in den Schädel will:

Der junge Benziner lässt Akten von seinem Stiefvater mitlaufen.

Hat einen Haufen Geld dabei. Mit wem will er sich treffen und warum?

Gibt's da irgendwelche Überschneidungen?

Also ... Warum genau diese Akten?

Also, alles alte Geschichten.

Wenn es mit dem alten Benzinger wirklich so kompliziert war,

wie uns gerade der Nader erzählt hat, dann ...

Klar Schiff machen, was heißt das dann?

Ja, aufräumen. Abrechnen. - Mit dem alten Benzinger, oder?

(Spannungsvolle Musik)

Fahr mal da vorne links.

Ja, ich hab da eine Idee.

(Spannungsvolle Musik)

(Die Musik wird ruhiger.)

Hallo, Papa. (Er lacht.)

Na, wie geht's?

Muss.

(Vogelzwitschern)

Ah, die Digitalisierung ist ja weit fortgeschritten.

Kommst du?

Nee, einer muss ja noch zum Meeting.

Du kannst ja dann ein Taxi nehmen. Tschüss.

Ja. Tschüss.

Den jungen Benzinger hat's erwischt, ja?

Ja, kanntest du den?

Willst du einen Kaffee?

Nee, ich kann gar nicht so lang bleiben.

Und du darfst doch keinen, oder? - Ich könnte auch einen Tee machen.

Nee, lass gut sein. - Okay.

Ja, der Tobias ist mit seinem Alten mitgelaufen am Anfang.

(Ächzen)

Als ich fast aufgehört hab.

Hat's weit gebracht.

Ja, komm. - Also, Frage:

Was ist der Grund, warum der Tobias Benzinger

ausgerechnet diese alten Fälle bei sich gehortet hat?

Klaut die Akten von seinem Stiefvater.

Das ist aber interessant.

Das wär ein Motiv, oder?

Wir haben jede Menge Hinweise auf Motorradfahrer.

Aber die gehen weit auseinander. - Abend.

Abend. Und die Reifenspuren sind noch in der Auswertung.

Wir sind auch noch mal die von den Devils durch.

Aber dadurch, dass deren Alibi ja vom LKA kommt ...

Ja, mea culpa, mea maxima culpa, ja?

Wer hat denn eigentlich Geburtstag. -Ich.

Ah, ja, dann mal alles Gute, nicht?

Was ist mit DNA?

Am Mordopfer ...

Und Funkzellenauswertung ...

Sagen wir mal so, das ist ein Naherholungsgebiet.

Da kommt halb Freiburg in Frage.

Ich hätte da was zur Tatwaffe.

Die ist vor zwölf Jahren aktenkundig geworden.

Der Täter wurde gefasst, verurteilt und ist mittlerweile verstorben.

Ist die Waffe damals nicht sichergestellt worden?

Mhm. Aber die Munition, mit der auf Tobias Benzinger geschossen wurde,

passt eins zu eins zu der Waffe von damals.

Kratzspuren am Projektil, wie ein Fingerabdruck.

Wie? Die Waffe war seit zwölf Jahren verschwunden.

Und jetzt wird plötzlich wieder jemand damit erschossen.

Haben wir irgendwas zu dem Fall damals?- Schön, dass du fragst.

Wie bitte? - Hier ... schau mal.

Nee, das gibt's doch nicht.

Kein Zufall, oder? - Nee.

Ach, Kraut und Rüben.

Außer, dass der Benzinger die alle ... verteidigt hat.

Ja.

Und immer gut abgeschnitten.

Freisprüche, milde Urteile.

Also, auf den ersten Blick ist da nichts ...

nichts unrechtmäßig.

Aber irgendwas, womit der Junge den Alten hätte belasten können.

Ich mein, wenn man jetzt mal deinem Gedanken folgt,

und der alte Benzinger hatte wirklich ein Motiv,

seinen Sohn oder seinen Stiefsohn zu töten ...

Papa? - Hm?

Ach, komm, ist wirklich egal.

Ich hab einfach gedacht, dir fällt vielleicht was auf.

Aber du hast wirklich andere Sorgen. - Lass, lass, lass, lass, lass.

Schau, mir tut es gut, ich schau morgen mit frischem Kopf drüber,

wenn du sie nicht mehr brauchst. - Danke, Papa.

Schön, dass du da bist. - Ja.

Aber dass du immer noch die Rumlauferei machst.

Ja, wenn's mich dabei zu dir führt.

Warum bewirbst du dich nicht auf die Leitung?

Wenn ich schon keine Enkel krieg.

Ja. Also, wie gesagt, wenn, wär der Berg jetzt dran.

Der Berg, der kommt nicht mehr voran!- Wieso?

Du bist eine Frau, alle Qualifikationen,

und jetzt, wo jeder nach der Quote schreit ...

Es gibt Chancen, die gibt's nur einmal.

Also, ich wär die Quotenfrau. Danke.

Wieso kommt der Berg nicht mehr voran?

Dass der noch überhaupt im Dienst ist, oder?- Was?

Habt ihr Stress gehabt, oder ...

Ich hab dir dein altes Fahrrad hingestellt.

Also, ich muss jetzt los. Ich nehm's mit!

(Spannungsvolle Musik)

(Spannungsvolle Musik)

Entschuldigt.

Die Welt dreht sich leider weiter.

Bleib doch bitte sitzen.

Ist im Ofen.

Ja, die Welt dreht sich.

Tobias ist ja nur erschossen worden.

Kein Ding. Weiter geht's.

(Klappern)

(Angespannte Musik)

Die Beamten waren im Büro. Ich hab mit ihnen gesprochen.

Mehr kann ich nicht tun.

Tobias saß nächtelang über irgendwelche Unterlagen

aus deinem Büro.

Es ging um dich. Wusstest du das?

Nein.

(Anhaltender, angespannter Klang)

Was du da machst ...

Was mache ich? - Ja, was machst du?

Rainer, wusstest du, dass Tobias Ende des Jahres nach Norwegen wollte?

(Ernste Musik)

Er wollte es dir selbst sagen.

Aber warum hat er das dann nicht gemacht?

Weil vielleicht noch andere Dinge zur Sprache gekommen wären.

Maki, noch mal in aller Freundschaft:

Nur, weil du möchtest, dass dein Leben schön und idyllisch läuft ...

Hast du dich mal gefragt, wie es Tobias erging in letzter Zeit?

Ich finde deinen Ton nicht angebracht.

Weil du Tobias in deine Scheißkanzlei reinquatschst.

Weil Tobias Leute verteidigen muss, die es nicht wert sind.

Er wollte das nie. - Dafür haben wir sehr gut zusammengearbeitet.

Und uns hat er nichts davon gesagt, dass ihm die Arbeit nicht behagt.

Vielleicht ist es dein Problem.

(Fernes Bellen)

Warum hat er dir denn nicht gesagt, dass wir nach Norwegen gehen?

Er wollte nur noch ein paar Dinge geradeziehen vorher.

Deshalb hat er auch die Akten mitgenommen.

Und für die interessiert sich die Polizei sehr.

Was sind das für Akten, Rainer?

Ja, Rainer, was sind das für Akten? - (laut:) Was wird das hier?

Ein Tribunal?

Dass ich dafür verantwortlich bin?

Dafür gibt es sicher eine Erklärung.

Sicher?

Und Norwegen?

Von mir aus.

Ich bin nicht von jemandem abhängig, den ich aufgebaut habe.

Wo wäre er denn? - Da hast du es doch.

"Wo wäre er denn?"

Tobias war mein Kind.

Und ich dachte auch immer, er war deins.

Bitte gib mir nicht das Gefühl, dass es etwas mit dir zu tun hat.

(Spannungsvolle Musik)

(Unheilvolle Musik)

(Gedämpfter Schrei)

Scheiße.

Von wo kam das? - Ich glaub, von hinten.

Du gehst vorne rum, ich geh nach hinten.- Hab's.

(Schuss)

(Spannungsvolle Musik)

Maki! - Komm!

Polizei!

Zur Seite, zur Seite!

Lauf! - Rainer!

Polizei! Die Waffe weg und die Hände hoch!

Weg von der Scheibe!

Bleiben Sie stehen!

(leise:) Scheiße.

(Angespannte Musik)

Geht's Ihnen gut?

(Angespannt wabernde Musik) Langsam, langsam, langsam.

(Motorradröhren, unterdrücktes Seufzen)

Panzerglas, ja?

Vom vorherigen Eigentümer.

Bundesanwaltschaft.

Und wer hat auf Sie geschossen?

Ist das nicht Ihre Aufgabe?

Also ...

Mit der Waffe, die auf Tobias abgefeuert wurde,

und mit großer Wahrscheinlichkeit auch gerade auf Sie,

ist vor zwölf Jahren ein Mann erschossen worden.

Und wissen Sie, wer der Anwalt von dem Täter damals war?

(Fernes Klappern)

(seufzend:) Kleine Gedächtnisstütze.

(Melancholische Musik)

(Eindringliche Musik)

(Kraftvoll-eindringliche Musik, Stimmengewirr)

Ich kann Ihnen dazu nichts sagen, wir sind grade ...

Also: Schießerei, Revierstreitigkeiten

zwischen dem Devils und der albanischen Mafia.

Auf der Flucht erschießt der Devil Stefan,

genannt Mick Wagner, einen Unschuldigen, der ihm im Weg stand.

Und der Anwalt von Mick waren damals Sie.

Kommt's langsam wieder?

(Unruhige Musik)

Jetzt, zwölf Jahre später ...

wird mit derselben Waffe Tobias erschossen.

Und es gab gerade diesen Mordversuch.

Also, für mich sieht das nach einem großen Zusammenhang aus.

(räuspernd:) Wie ist dieser Zusammenhang Ihrer Meinung nach?

Ah, da!

Moment, ich mach's groß.

Der ist nur auf der Kamera zu sehen.

Was glaubst du, ob der genaue Infos über das Haus hatte?

Na ja, ausgespäht auf jeden Fall.

Das Verfahren damals ist ja ziemlich gut für Ihren Mandanten ausgegangen.

Das haben Sie irgendwie hingekriegt.

Die Anklage war Mord, aber Mick kam mit fahrlässiger Tötung davon.

Das war wieder ein sehr schöner Erfolg für Sie, oder?

Wir haben rausgekriegt, dass Tobias alte Akten von Ihnen entwendet hat.

Es gibt Hinweise darauf, dass er eine dieser Akten,

nämlich genau die zu diesem Fall, bei sich hatte,

als er erschossen wurde. Das ist für mich der Zusammenhang.

Verstehen Sie? Es geht um diese alte Geschichte.

Die Frage ist, warum jetzt?

Wer hat wegen dieser Sache immer noch so einen Hass auf Sie,

dass er erst Ihren Stiefsohn erschießt

und es dann noch auf Sie abgesehen hat?

Und warum in dieser Reihenfolge?

Wieso Reihenfolge?

Wenn ich der Mörder wäre, wären Sie eindeutig die Nummer eins.

Das ist doch logisch.

Hören Sie, ich bin Opfer einer Straftat. Ganz konkret.

Wovon Sie sprechen, ist lange her.

Ich kann mich nicht erinnern.

Der sagt nichts.

Er weiß mehr, aber er sagt nichts,

auch, wenn er dafür noch eine Kugel in den Kopf kriegt.

Was soll man da machen?

Kurzfristig observieren, zum Schutz, und mehr rausfinden.

Das geht ohne Antrag. - Super Idee.

Hoffentlich hält sich der Mörder an Observationszeiten.

Dann geh wieder rein und zieh's ihm aus der Nase.

Lass es nicht an uns aus. - Das ist so ein Dreckssack.

Der kriegt's Maul nicht auf, weil er so viel Dreck am Stecken hat,

dass er nicht mehr weiß, wer ihn erschießen will.

Aber er muss nichts sagen, alles legal. Gut, bissle observieren.

Ich checke auch mal die Gefängnisse wegen Entlassungen. Vielleicht so.

Hey, mich strengt das auch alles an, aber was ist los?

Das ist doch nichts Neues.

Das ist aber auch immer das Gleiche.

Wir halten uns an die Regeln, allen anderen geht's am Arsch vorbei.

Deshalb verlieren wir immer.

Dann bewirb dich.

Wo denn? Bei der Fremdenlegion? - Vergiss es.

Dann sag mir, was du meinst.

Als Dezernatsleitung.

Was, ich?

Ja, wenn du wirklich was verändern willst.

(Ferne Funksprüche)

Wir müssen jetzt rauskriegen, was damals wirklich passiert ist.

(Krähenkrächzen, Vogelzwitschern)

(Rockige Musik von innen)

(innen:) Jaja!

(lachend:) Allgemein.

Du, es geht nicht um dich.

(Rockige Musik)

Gerhard!

Mensch, Bruno, bist du auf 'nen Kaffee?

Morgen! - Guten Morgen.

Fühl dich ganz wie zu Hause. - Also, eine Sache.

Komischerweise fehlt die.

Die Akte Mick.

Die von dem Rocker.

(Leises Stimmengewirr)

(Nachdenkliche Musik)

Wo willst du hin?

Ich möchte nicht mehr hier sein.

Ich übernachte im Atelier.

Hast du Angst?

Ja, natürlich.

Habe ich mich jetzt mein halbes Leben lang getäuscht und gedacht,

zwischen dir und Tobias ist gut? Ja?

Vergiss bitte nicht, dass man auf mich und Tobias geschossen hat.

Man hat wegen dir auf Tobias geschossen.

Es tut mir leid.

Rainer, du könntest deine Meinung ändern.

Und der Polizei sagen, was du alles weißt, warum er ermordet wurde.

Aber das tust du nicht.

Das war eine Scheißgeschichte damals.

Warst du dabei?

Wie?

Da habe ich noch in die Hose geschissen.

Habe ich mir erzählen lassen.

Typisch, wenn einer den Helden spielt.

Wer jetzt, der Mick?

Nein, der andere, der ums Leben kam. Der hat den Helden gespielt.

So ein Typ, der sich Mick in den Weg stellt,

obwohl er ein Kind dabei hat. Völlig irre.

Will ihm die Waffe abnehmen.

Bäm.

Was genau heißt jetzt Bäm?

Bäm.

Die Bullen haben gesagt, dass es Absicht war,

dass Mick an den Wagen wollte.

Mick sagt, der Vater dreht voll am Rad, springt ihn an.

Dabei fällt ihm die Waffe runter, Schuss löst sich.

Deswegen Unfall.

Und wie war es wirklich?

Der Tote war ja kein Bandenmitglied. - Ja, ein Unbeteiligter, ich weiß.

Neben dem Spielcasino war ein Kinderarzt.

Der Vater kommt mit seinem Bub raus.

Dann gehen die Aussagen auseinander.

Die einen sagen, dass der Mick den Wagen vom Vater an sich bringen will.

Was ich über den Mick weiß: Das war ein Arsch.

Den ganzen Tag auf Speed.

Im Knast ist er an Krebs verreckt oder so.

Ich sag ja, der hat ihn wegen seinem Auto einfach abgeknallt.

Na ja, dann wäre es ein Mord gewesen.

Wie genau hat der Benzinger das hingedreht,

dass der Mick dann doch bloß

mit fahrlässiger Tötung durchgekommen ist?

Das darfst du mir nicht fragen. Ist halt ein geiler Typ.

Meiner Meinung nach war das ganz klar Mord.

Der Mick wollte den Wagen.

Zeugen gab es keine.

Nur der Mick und das Kind.

Der Benzinger hat alles dafür getan,

dass es wie fahrlässige Tötung aussieht.

Dementsprechendes Urteil, ne?

Statt Mord zwei Jahre.

Hey! - Hey.

Hast du eine Zigarette? - Nee, ich rauche nicht.

(Benzinger:) Shit! (Erschrockenes Seufzen)

Bitte ...

bitte bleib.

Dass Tobias für etwas getötet wurde,

für das du verantwortlich bist ...

Wenn das so war, dann werde ich dir das nie verzeihen.

Warum mischt er sich ein, was ihn nichts angeht?

Ich versuche doch nur, ein Auskommen ...

Anders ...

Es allen recht zu machen,

für dich und für ihn.

(laut:) Aber es reicht dir ja nicht! Es reicht ja nie!

Warum wühlt er in Sachen, die längst vorbei sind?

Sag doch einfach die Wahrheit. Geh zur Polizei!

Weißt du, was da auf dem Spiel steht?

Das überreißt du doch gar nicht.

Mein Kind ist tot! - Dein Kind ist tot!

Und vielleicht bin ich schuld!

Das wirst du mir nie verzeihen, also! (leise:) Fuck!

(Vogelzwitschern)

Du bist nicht einmal traurig, dass er tot ist.

Oder dass dir irgendetwas leid tut.

Du hast nur Angst wegen dir selbst, was jetzt rauskommt.

(Verstörende Klänge)

(Knall)

(Unbehagliche Musik)

Jürgen!

Hast du es gefunden? - Ja.

Der Jürgen war damals entscheidend.

Meine Tochter. - Freut mich.

Franziska Tobler.

Sieht ja alles aus wie früher.

Na ja, ein bisschen was hat sich schon verändert.

Auch ein Kollege?

Nur nicht so erfolgreich wie Ihr Vater.

Setz dich doch. - Sie waren auch in der Sache tätig?

Ja, aber als Zeuge.

Nicht für den Staatsanwalt, für den Benzinger.

Ich habe den Ermordeten damals belasten sollen, den ... Kreuzer.

Kennen Sie die Familie Kreuzer?

Ist ja kaum mehr einer übrig.

Erst der Mann, der ist erschossen worden.

Dann die Frau, also, seine Witwe, mein ich -

gestorben, Weihnachten.

Fragen Sie mal die Frau Haag. Die hat sich alles mal gekümmert.

Was hatte die denn, die Frau Kreuzer?

Bei der Familiengeschichte? 1.000 Sachen am Ende.

Depressionen, mit dem Herz.

Entschuldigung, dass wir stören,

aber haben Sie noch den Schlüssel für Kreuzers?

Mir habe geklingelt, aber es macht keiner auf.

Ja, ich glaube, ja.

Warum denn?

Ah so, Entschuldigung. Berg, Kripo Freiburg.

Ja, einen Moment.

Also, das sind Zustände gewesen.

Die hat am Ende die Wohnung nicht mehr verlassen.

Und Sie kannten die Kreuzers gut, ja?

Was ist denn los?

Ist was mit Jan?

Der Jan, der wohnt doch noch hier, oder?- Ja, ja.

Ist was passiert, oder warum fragen Sie das alles?

Haben Sie Kontakt zu Jan?

Nicht so viel in letzter Zeit.

Ich bringe den Schlüssel gleich wieder zurück.

Ja?

Danke.

Ich mache das schon, danke. - Na gut, kein Problem.

Wissen Sie, Lärmbelästigung, Laden- diebstahl, das war meine Abteilung.

Oder eben Nachbarschaftsstreit, wie mit dem Kreuzer.

Und dann kommen die und laden mich vor

und wollen, dass ich was zu seinem Charakter sage.

Guck mal. Der Benzinger wollte beweisen,

dass der Kreuzer auf den Rocker los ist. Und nicht umgekehrt.

Damit sich das plausibel anhört,

dass der Mick die Waffe hat fallen lassen.

Also hat er Sie einbestellt,

damit Sie sozusagen schlecht über den Toten aussagen.

Was heißt schlecht? Ich habe halt ehrlich sagen müssen, wie er war.

Und dass er Ärger gehabt hat mit dem Nachbarn

und dass er ein jähzorniger Seggl war.

Eine riesige Sauerei von dem Benzinger.

Bewiesen ist da gar nichts.

Aber Zweifel.

Und im Zweifel ... - Dreckiger Trick!

(Bruno:) Aber der Richter hätte es beweisen müssen.

Wer war denn damals der Richter? - Die Wirtz.

Gute Frau, wenn du mich fragst.

Hallo?

(Angespannte Musik)

Der Tod von meinem Stiefsohn hat da was losgetreten.

Es geht um die alte Geschichte mit dem Mick.

Wir müssen was machen. Ich mach was.

Fahr, fahr, fahr, fahr!

(Unheilvolle Musik)

(Angespannte Musik)

(Angespannte Musik)

(Hupen)

(Reifenquietschen, Hupen)

(Reifenquietschen, unheilvolle Musik)

(leise:) Scheiße. Also, so was ... Scheiße.

Boah, spinnst du eigentlich, du Vollidiot?

Du hast einen Schaden! - Sorry, sorry, sorry.

Bruno.

Meine Tochter.

Tobler. - Wirtz.

Ja. - Bitte.

Komm. - Ja.

(Nachdenkliche Musik)

(Seufzen)

Aber ist das nicht Manipulation?

Man kann das so sehen.

Dass Herr Benzinger da betrügt.

Er hat das gute Recht, einen Zeugen einzubringen.

Das ist kein Betrug.

Bruno, wir kennen uns jetzt wie lange?

Und Sie sind ja auch nicht erst seit gestern dabei.

Die Staatsanwaltschaft und Sie machen alles so wasserdicht wie möglich.

Dem gegenüber steht der Anwalt.

Entweder der Ankläger überzeugt mich

oder die Verteidigung sät berechtigte Zweifel.

Aber du warst doch in einigen Fällen vom Benzinger vorsitzende Richterin.

Glaubst du, er hat sich immer an die Regeln gehalten?

Er hat oft etwas gefunden,

was zu einem geringeren Strafmaß oder Freispruch geführt hat.

Aber jetzt die Entscheidung ganz konkret, hier im Fall Mick.

Wenn Indizien nicht gut genug sind oder Aussagen widersprüchlich,

oder wie in diesem Fall ein Zeuge etwas

über den Charakter des Opfers aussagt ...

Es tut mir dann leid für die Familie, aber ...

(Angespannte Musik)

Hm.

Ja, und in anderen Fällen, dass da Richter, sagen wir mal,

gemeinsame Sachen mit dem Benzinger gemacht hätten

und Urteile in seinem Sinne ... - Schwarze Schafe gibt es überall.

Aber deshalb sitzen da Schöffen an unserer Seite.

Ich kann nicht entscheiden, wie ich will.

Ich werde kontrolliert.

Und glauben Sie, wenn ich das Gefühl hätte,

Benzinger betrügt, ich würde ihm das durchgehen lassen?

Vielleicht bin ich ja naiv, dass ich immer noch denke,

es geht schon auch um die Suche nach Gerechtigkeit.

Das schaffen wir nicht.

Um was geht es denn dann? - Schadensausgleich.

(Handyklingeln)

Entschuldigung.

Frieder, was gibt es?

Ich glaube, es ist der Sohn von dem Opfer damals.

"Jan Kreuzer, der fährt Motorrad,

der hat ein Motiv, auf den Benzinger sauer zu sein."

Und ich habe in seiner Wohnung gerade ein Öltuch gefunden.

Könnte von einer Waffe stammen. Wer weiß, der Waffe.

"Vielleicht hat er die ja wirklich mitgehen lassen."- Scheiße.

"Ich gebe jetzt eine Fahndung raus." Ich frage da nicht erst noch nach.

Es ist der Sohn.

Ja, der Junge von dem Kreuzer damals.

Also, wahrscheinlich.

Papa! - Ja.

Bruno ... tschüss. - Danke.

(Angespannte Musik)

(Er pfeift leichtherzig.)

(Das Motorrad stoppt.)

Scheiße.

Fuck!

(Zittriges Atmen)

Scheiße. Scheiße.

(Nachdenkliche Musik)

Scheiße.

Geben Sie mir Bescheid, wenn er aus dem Operationssaal kommt? Danke.

Ja, ich verstehe das als Entgegenkommen. Danke.

(Seufzen) Und?

Er lebt.

Und wir dürfen die Wohnung von Jan Kreuzer durchsuchen.

Morgen früh kommt der Beschluss.

Schnaps?

(Nachdenkliche Musik)

Tut mir leid, er gibt Gas und ich komme erst in dem Moment.

Du ...

jetzt sieh's mal so:

Du hast ihm das Leben gerettet.

Komm.

(Anschwellende Musik)

Noch einen?

(gesprochen:) ♪ If you are ... I'm out of the game.

♪ If you are the healer means I'm broken and lame.

♪ If thine is the glory, then mine must be the shame.

♪ You want it darker.

Kannst nichts machen, da muss er durch, der Andi.

Ach, das war einfach nur ein Scheißtag.

Mh. (Schniefen)

(Seufzen)

Was ist eigentlich mit deinem Vater?

Also ... was sagt der zu den Akten?

Ach ... ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee war.

Ich dachte halt ...

Aber der macht sich dann immer gleich so breit.

Mein Bruder hält das ja gar nicht aus.

Na ja, seit mein Vater den Krebs hat,

will ich ihn halt einfach so ein bisschen ...- Mhm.

Kennt ihr euch eigentlich gut?

Was? Nö. Warum?

Also, nicht wirklich. Ich hab ja damals erst angefangen.

Bin noch zur Streife gefahren.

(Grillenzirpen)

Wie diese Wirtz, die Richterin, wie die ihren Beruf sieht. So nüchtern.

Schadensausgleich. Ich ... Ich krieg das nicht aus dem Kopf.

Ich mein, da geht's doch nicht um Falschparken.

Jetzt rennt der junge Kreuzer da mit der Waffe rum.

(Kurzes Auflachen)

(seufzend:) Ach, Franz.

Gerechtigkeit und Moral.

Lass es lieber.

Da kommst du bloß schlecht drauf.

Ja, aber man will doch was bewirken, oder?

Wir kommen einfach immer zu spät. Das ist das Problem.

Also, bis morgen, ja? - Ja, bis morgen.

(Motorgeräusch, nachdenkliche Musik)

Bewirb du dich doch. - Was?

(Sphärischer, wortloser Gesang)

(Musik: "You Want It Darker" von Leonard Cohen)

♪ Magnified, sanctified be thy holy name.

♪ Vilified, crucified in the human frame.

♪ A million candles burning for the love that never came.

♪ You want it darker.

♪ We kill the flame.

Immer zu spät.

(Seufzen)

♪ Magnified, sanctified be thy holy name.

♪ Vilified, crucified in the human frame.

♪ A million candles burning for the love that never came.

♪ You want it darker.

(Ächzen)

Jan Kreuzer. Brutal, hm?

Ja, und jetzt wie vom Erdboden verschluckt

und auch vom Motorrad keine Spur.

Verwandte, Freunde?

Ja.

(brummend:) Ich kenn das Gefühl.

Man verliert doppelt, wenn der Täter auch nur ein Opfer ist.- Mhm.

Franzi, komm, dein Tee.

Ja, danke.

Oje.

(Ächzen)

Ich fahr dann gleich wieder. - Mhm.

(Angespannte Musik)

(Die Musik wird rhythmischer.)

(Eindringliche Musik)

(Ungläubiges Auflachen)

Nicht so viel gesehen in letzter Zeit.

Wer's glaubt, wird selig.

(Die Musik wird ruhiger.)

Ich sitz da die halbe Nacht und überleg und überleg.

Hängt der junge Benzinger da mit drin oder nicht?

Will er was verschwinden lassen, will er den Alten belasten?

So oder so.

Irgendwo hat der Alte was gedreht und wir sehen's nicht.

(Spannungsvolle Musik)

(Gerätepiepsen, fließende Klaviermusik)

(Bewegte Musik)

Es tut mir leid. Wie geht's ihm?

Sie haben ja nicht auf ihn geschossen.

(Gleichmäßiges Piepsen)

Er hat so was Gewinnendes, was Einnehmendes.

Er kann so charmant sein und so klug.

Ich dachte mir immer, Tobias, du kannst so viel von ihm lernen.

Wenn Ihr Mann in irgendeiner Form für seine Klienten etwas gedreht hat,

was nicht rechtens ist, haben Sie all die Jahre davon nichts mitbekommen?

(Sie seufzt.)

Uh, das war daheim! -Frau Haag!

(Nachdenkliche Musik)

Ich muss mal eben ... Ich muss gleich wieder runter.

Ich geh mal eben grad nur vor und schließ die Tür auf.

(Abwartende Musik)

Wenn Sie mir gestern einfach die Wahrheit gesagt hätten,

dass Jan Ihr Freund ist ...- Jan und ich sind nicht mehr zusammen.

Ich hab keine Ahnung, wie es ihm geht und was Sie von ihm wollen.

Tobias Benzinger, Rainer Benzinger, schon mal gehört.

Wer soll das sein?

Wollen Sie mir sagen, dass Sie nichts von der Geschichte wissen?

Wenn Sie die Geschichte meinen ...

Von seiner Mutter, ich hab sie gepflegt.

So haben Jan und ich uns auch kennengelernt.

Genau die Geschichte mein ich.

Seine Mutter hat nur immer davon gesprochen,

dass die Schuldigen davonkommen, dass alles Scheiße ist.

Und der Jan sieht das genauso?

Der Jan spricht nicht darüber.

Vater erschossen, Jan guckt zu,

ruiniert 'ne ganze Familie, Schulden, Frau kommt nicht mehr auf die Beine.

Das spielt alles keine Rolle vor Gericht.

Jan hatte so Tage, da kam er gar nicht mehr aus dem Bett.

Was soll er dazu sagen? Was soll ich dazu sagen?

Der Jan fährt jetzt rum und erschießt Menschen.

Der hat mutmaßlich Tobias Benzinger erschossen,

das ist der Sohn von dem Anwalt damals.

Zwei Tage später hat er dann auf den Anwalt selber geschossen.

Der ist jetzt schwerverletzt und kämpft um sein Leben.

Ich will nicht, dass noch mehr passiert, verstehen Sie?

Also, bitte: Haben Sie Kontakt zu Jan?

(Handyklingeln)

Muss ich kurz ran.

Und, ist er aufgewacht? - (Beuter:) "Nein."

Aber vielleicht kommt ihr hierher ... oder direkt ins Präsidium.

Frau Benzinger möchte eine Aussagen machen.

Na ja, vielleicht weiß die ja doch mehr.

Danke, ja? Ich nehme die jetzt wieder mit.

Mhm. Franzi? Franzi? - Ja?

Weißt du, du wärst ... du wärst eine hervorragende Dezernatsleiterin.

Und mach dir mal keine Sorgen wegen dem Berg.

Was ist mit dem?

Papa, war da mal was zwischen euch?

Der ist gut, da wo er ist.

Aber du bist was Besseres. Ich sag's nur.

Ja, und ich hab's gehört. Danke.

Also, danke für alles.

Und ... und ... Ruh dich mal aus, ja?

(Vogelzwitschern, fernes Bellen)

(Motorgeräusch)

Vor ein paar Jahren mussten wir uns überlegen, wie wir Geld anlegen.

Rainer hat viel zu tun.

Also hat er mir alles übergeben.

Das ist unser gesamtes Vermögen.

Oh, warum geht er denn dann noch arbeiten?

Ja, ist viel Geld.

Aber schauen Sie mal her.

Ich hatte das zufällig entdeckt.

Rainer hatte lange ein Konto in Zürich.

Er wusste nicht, dass ich das wusste.

Vor Kurzem hat er es aufgelöst

und das Geld in Immobilien im Ausland angelegt.

Aber ... da geht's ja noch mal um mehrere Millionen.

Aber ich frage mich ...

Woher kommt Rainer an ... Schwarzgeld in dieser Menge?

Und haben Sie ihn das auch gefragt?

(Verstörende Musik)

Der Polizist weiß, dass wir zusammen sind.

Fragt nach dir.

Ich hab mich rausgeredet.

Und der Anwalt lebt.

(Die Musik wird eindringlicher.)

(Elektronische Pieptöne, Stimmengewirr)

(Türknallen)

Ich bin nicht dein Scheißinformant.

Ich hab gedacht, wir wären befreundet.

Ich mein, jetzt, wo du ohne Anwalt dastehst,

wär das doch ganz günstig für dich, oder?

Was ist denn eigentlich los?

"Also, Folgendes."

Wenn man beim Benzinger, ich sag mal,

ein bisschen eine bessere Behandlung will,

kostet das dann extra? - Was soll denn das heißen?

"Na, ich meine ... Cashofant."

Schwarz. Schmiergeld, nichts Regelsatz, verstehst?

Na komm, ich frag dich ja nicht, ob du im auch extra was bezahlt hast.

Das ist wie im Puff. "Verstehst?"

Nee.

(Er lacht.)

Hab ich mir gedacht.

Buchst du Standard, kriegst du Standard, du Jungfrau.

Aber sagen wir mal, du legst gleich mal fünf Große auf den Tisch ...

"Dann läuft der Champagner, capisce?"

Ja, ich glaub, jetzt hab ich verstanden, danke.

(Durchatmen)

Aber das würde ja bedeuten, dass in all den Fällen,

die der Tobias Benzinger da recherchiert hat,

sein Stiefvater Schmiergeld genommen hat

und dafür eben den Prozess gedreht.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie er das genau angestellt hat.

Ja, und was ist mit den Gerichtsprotokollen?

Dass sich da ein Hinweis findet? - Vielleicht.

(Handyklingeln)

Oh, das Krankenhaus.

Tobler?

Ist aufgewacht.

Haben Sie das auch dem Kollegen vor Ort gesagt?

Moment. Von uns ist keiner da.

Beim Benzinger?

Das gibt's doch nicht, ich fahr hin. Mann!

Es kommt wer.

(Motorengeräusch)

(Angespannte Musik)

(Bedrohliche Musik)

(Drängende Musik)

(Aufzugsklingel)

(Wabernde Töne)

(Spannungsvolle Musik)

(Wirbelnde Musik steigert sich.)

(Wabernde Töne)

(Spannungsvolle Musik)

Herr Kreuzer! Herr Kreuzer, Polizei! Stehenbleiben!

Zeigen Sie mir Ihre Hände! Die Hände!

Was machen Sie hier?

(schwach:) Wo ist sie?

Wer?

(Abwartende Musik)

(Angespannte Musik)

Frau Haag! Legen Sie die Waffe weg! - Was machst du hier?

Die Waffe weg, oder ich werde schießen!- Das ist doch jetzt egal!

Die Waffe jetzt weg!

(Die Musik spitzt sich zu.)

Hör auf, es ist nicht egal.

Du hast die ganze Zeit nichts gesagt.

Weil du nichts gesagt hast.

(Spannungsvolle Musik)

So, Sie zwei gehen jetzt rüber ans Fenster.

Gesicht Richtung Fenster! Und die Arme hoch, ja?

(Wirtz:) Woherkann so ein Exemplar bezogen werden?

Produziert wurde das hier verwendete Fabrikat bis 2003.

Theoretisch könnte die verwendete Munition

überall erworben worden sein.

Wir haben einige Händler kontaktiert und Bestandslisten ausgewertet.

Teilweise gibt es heute noch Restbestände.

Daher können wir leider nicht genau sagen,

wann das Geschoss erworben wurde.

Sie finden dazu noch einen Antrag in Ihren Unterlagen.

(Wirtz:) Das klingt nicht sehr aufschlussreich.

(Spannungsvolle Musik)

(Gutachter:) ... ist wirklich schwierig, hier eine ...

(leise:) Entschuldigung. - ... präzise Aussage ...

(hallend:) Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil ...

Du, ruf mich zurück.

Ich glaube, ich weiß jetzt, wie der Benzingers es gemacht hat.

... wird freigesprochen. (Jubel)

Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen ...

Sollen wir auf Ihren Anwalt warten? - (leise:) Wie Sie wollen.

Ich würde es an Ihrer Stelle machen.

Weil Sie nichts beantworten müssen, wenn es Sie selbst belastet.

Liegt doch auf der Hand, alles.

Ich verstehe es trotzdem nicht.

Tobias Benzinger.

Warum schießen Sie auf den?

Der tut so reumütig.

Und will eigentlich nur sein Gewissen freikaufen.

Kommt, entschuldigt sich nach all den Jahren.

Anstatt dass er aussagt gegen seinen Vater,

was das für ein Betrüger ist.

"Hier habt ihr Geld". Reißt alles wieder auf.

Sie sollten jetzt aufhören zu sprechen und auf Ihren Anwalt warten.

(Angespannte Musik)

Ist es richtig, dass Sie unversteuerte Einnahmen haben,

mit denen Sie sich Immobilien gekauft haben?

(Poltern, Gerätepiepsen)

(Unartikulierter Laut)

Wenn das mit dem Sprechen so anstrengend ist,

können Sie auch einfach nicken.

Gut.

Wir gehen davon aus,

dass Ihnen Ihre Mandanten dieses Geld gezahlt haben,

schwarz und cash,damit Ihre Strafen im Prozess dann geringer ausfallen.

(Ächzen)

Wie konnten Sie sich sicher sein, dass Sie in jedem Prozess,

bei dem Sie solche illegalen Zahlungen angenommen haben,

auch wirklich etwas für Ihre Mandanten erreichen können?

Antworte. Versuch's.

(Gerätepiepsen)

Ah, er meint schreiben.

(leise:) Ja.

(Rasches, gleichmäßiges Piepsen)

Alles ... - Wirtz?

(Unheilvolle Musik)

Schöffen beeinflusst, Beweismittel nicht zugelassen,

Anträgen stattgegeben.

Zugunsten des Angeklagten geurteilt, Verfahrensfehler festgestellt.

Ja, macht ja Sinn. Der besticht einfach den Richter.

Ich hol da die Gerichtsprotokolle ab und denk,

ah, ich red noch mal mit der Wirtz vielleicht über ihre Kollegen,

die die anderen Fälle von Benzinger betreut haben.

Blätter mich so durch nach dem Namen, und dann seh ich:

Oh, da steht immer ihrer. - Hat einfach alle Fälle betreut.

Der Benzinger musste einfach warten, bis die Wirtz ihm zugeteilt wird.

Wenn das Geld gestimmt hat,

hat die die Sache dann in seinem Sinne gedreht.

Von wegen sie wird von den Schöffen kontrolliert.

Ich hab mir angeschaut, wie das bei ihr läuft.

Die kriegen natürlich voll ihre Stimmung mit.

Sie ist der Profi, der Chef, und die sind die Laien.

Die wollen's ihr auch irgendwie recht machen.

Wir haben die Falschen da drin sitzen.

(Angespannte Musik)

Ich sag nicht gegen Svenja aus.

Wir haben nicht gefragt. Wir warten auf ihren Anwalt, richtig?

(Drängende Musik)

Eine Sache beschäftigt mich aber trotzdem.

Ich glaub, das hat auch nichts mit Svenja zu tun.

Ich sag rechts. - Ich frag aber trotzdem, okay?

So ist sie. Kann man nichts machen.

Seit wann wissen Sie, dass Herr Benzinger

nicht mit legalen Mitteln gearbeitet hat,

damals im Prozess gegen Ihren Vater?

Eines Tages steht der Sohn bei uns im Büro.

Wollte mir Geld geben.

(Eindringliche Musik)

Ich hab ihm gesagt, er soll sich verpissen.

Sich woanders freikaufen, sag ich.

Meine Mutter ist tot, mein Vater ist tot.

Ich wollte einfach, dass der geht und uns in Ruhe lässt.

(Angespannte Musik)

Und dann?

Nichts.

Ich hab so einen Hass geschoben auf die beiden.

Und die Waffe?

Genommen.

Damals.

Ich weiß auch nicht, warum.

(Angespannte Musik)

(Schluchzen)

Hey, was soll denn das? Weg von meinem Auto!

So nicht, du Arschloch!

(Spannungsvolle Musik)

(Hallendes Klappern)

(Monoton klimpernde Musik)

(Die Musik wird zögerlicher.)

(Aufgewühlte, wirbelnde Musik)

(Abwartende Musik)

(Aufgewühlt wirbelnde Musik)

(Abwartende Musik)

(Wirbelnde Musik)

(Die Musik verklingt, Schluchzen.)

Aaah!

Mmmh. - Wohl bekomm's.

Ist unfassbar.

Allerdings. (Räuspern)

Selbst, wenn der Benzinger eine Aussage macht,

das reicht hinten und vorne nicht.

Keine Beweise gegen die Wirtz.

Nur eine Selbstanzeige eigentlich keine gegen ihn.

Das Einzige, was wir jetzt noch machen können,

ist die Ermittlungsakte zu Svenja Haag

und Jan Kreuzer der Staatsanwaltschaft übergeben.

Das war's dann.

Was? Nee, wir bestechen die Wirtz und die haut sie dann raus.

(Räuspern)

(Seufzen)

Die größten Drecksäcke kommen halt immer davon.

Hä?

Wo gehst denn du hin? - Heim, was essen.

(Schritte entfernen sich.)

(Plätschern, Grillenzirpen)

Scheißdreck. (Motorrattern)

Was wird das?

Das willst du nicht wissen.

Ich hab 'nen Vorschlag. - Aha.

Der dürfte dir gefallen.

Willst du 'n Bier?

(Prasseln)

Wenn sich jetzt mal keiner an Regeln und Dienstvorschriften hält ...

Jetzt bin ich aber neugierig.

Und wenn weder die Haag noch der Kreuzer aussagen,

haben wir doch keinerlei Beweise.

Wer von den beiden hat geschossen?

Wer ist dieses Motorrad gefahren?

Du meinst, sie haben beide 'nen Führerschein.

In der Kluft ist DNA von beiden.

Die Waffe ist sauber, keine Fingerabdrücke wegen der Handschuhe.

Genau.- Schmauchspuren waren bei beiden nicht zu finden.

Und sie sind etwa gleich groß.

Hab ich irgendwas vergessen?

Wenn wir nicht weitersuchen ...

Gibt's keine Anklage.

Wegen der Sache im Krankenhaus kommt sie mit versuchtem Mord davon.

Vielleicht auch nur Bedrohung.

Wenn überhaupt.

Da gibt's ja auch nur dich als Zeuge.

Na ja, den Benzinger.

Wie blöd muss der sein und sie anzeigen?

Meinst du das wirklich ernst?

Da geht's immerhin um Mord?

Ja, Schadensausgleich.

Das können wir doch nicht bringen, Heilandsack!

Was? Ich dachte, du fällst mir um den Hals.

Ich mach mich gern selber fertig, aber ich will dich nicht reinziehen.

(Leises Klackern)

(Schniefen)

(Handyklingeln)

Tschüss. - Tschüss, bis morgen.

Wirtz?

Ja, aha?

Jetzt gleich?

(Spannungsvolle Musik)

(Angespannte Klavierakkorde)

(Angespannte Musik)

Danke, dass Sie gekommen sind.

Das ist eine ziemliche Überraschung.

Wenn Sie die Zeitung lesen, nicht, oder?

Das tut mir leid mit Rainer.

Wie geht's ihm?

Nicht gut.

Ich muss mich jetzt um alles kümmern.

Ich weiß, was Sie und Rainer getan haben.

Und wenn es hier zu einer Untersuchung kommt,

dann ist es in unser beider Interesse,

dass das alles nicht noch schlimmer wird. Verstehen Sie?

Ich hab nämlich ein paar Unregelmäßigkeiten entdeckt.

Können Sie sich vorstellen: Mein Mann hat Sie hintergangen?

Wobei?

Finanziell.

Seit wann machen Sie das?

'98.

Was haben Sie denn entdeckt?

Genau wie war denn die Abmachung zwischen Ihnen und Rainer?

Halb-halb.

Und das war noch großzügig, es war schließlich meine Idee.

Ihre Idee?

Wenn Sie das sagen, klingt das wie Betrug.

Aber wie ich entscheide, macht das einen großen Unterschied?

Jeder zweite Fall geht sowieso in Revision.

Oder die Leute werden in den Maßregelvollzug abgeschoben.

Rainer und ich haben das Geld genommen,

aber wir haben immer versucht, mit Maß zu entscheiden.

Sie meinen, gegen Geld die Prozesse

zugunsten der Angeklagten ausgehen lassen?

Wie bei Mick und Kreuzer.

Ja, woher sollten wir wissen, dass das heute so eskaliert?

Eskaliert.

(Angespannte Musik)

Aber sagen Sie, was für Unregelmäßigkeiten?

Und wie viel hat Rainer mich betrogen?

(Eindringlicher Ton)

Gar nicht.

Bitte?

(Aufgewühlte Musik)

Was machen wir jetzt mit Jan und Svenja?

Wir übergeben alles, was wir haben, der Staatsanwaltschaft.

(Bewegte Musik)

Ich dachte, ich frag noch mal.

Wenn alle sich an die Regeln halten, dann ergibt es Sinn, was wir da tun.

Das glaube ich.

Mh.

(seufzend:) Na gut, dann fahren wir mal.

(Spannungsvolle Musik)

(Die Musik wird nachdenklicher.)

(Die Musik verklingt.)

(Harte, metallische Klänge)

(Harte, metallische Klänge)

(Fernes Keckern)

(Harte metallische Klänge)

(Keckern)

(Nachhallende metallische Klänge)

Alles deins jetzt, hm?

(Plätschern)

Meins und das von meinem Bruder.

Was verschafft mir die unverhoffte Ehre?

Ich gehe ja nicht davon aus, dass du mich reinbittest.

Ich werde der Franziska gut zureden, dass sie sich um die Leitung bewirbt.

Das war mir gleich klar, dass das von dir kommt.

Du ziehst die bloß runter.

Kommt drauf an, wo unten und oben ist, oder?

Mach, was ich sag.

Und lass sie.

Sonst mach ich, dass man hier mal den Acker umgrabt.

Dann gucken wir mal, was wir finden.

Als ob sie auf dich hört, hm?

(Spannungsvolle Musik)

(Vogelzwitschern)

(Ruhige Musik)

(Angespannter Klang, ruhige Melodie)

SWR 2024

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