All language subtitles for Freakscene.The.Story.of.Dinosaur.Jr.2021.1080p.Bluray.DD5.1.x264-c0kE

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Original subtitles

Ich weiß nicht mehr, wie ich mich damals gefühlt habe.

Keine Ahnung, warum.

Danke, dass ihr da wart! Gute Nacht!

Nein, zuerst hab ich Gitarre gelernt,

aber nach ein paar Stunden Unterricht bin ich zum Schlagzeug gewechselt.

In der 5. Klasse hab ich mit Schlagzeug angefangen.

Ich hab einen Plattenspieler neben mein Schlagzeug gestellt und

hab alle meine Hardcore IPs rausgesucht und sie auf 45 abgespielt,

um schneller dazu zu spielen.

Ich hatte genug von diesen Hippies und ihren Drogen.

Wir hängten in einem Plattenladen einen Flyer auf.

Und J hat sich gemeldet.

"Drummer gesucht, sollte spielen wie Circle Jerks, Black Flag..."

Minor Threat war auch ein Einfluss.

Er hat sich gemeldet.

Als ich bei Deep Wound war, musste mich mein Vater

nach Westfield fahren.

Oder Lous oder Scotts Eltern mussten sie nach Amherst bringen.

Schwierig, wenn in einer Band alle zu jung sind, um Auto zu fahren.

Deep Wound waren was Besonderes.

Die einzigen, die in der 11. Klasse eine Platte rausbrachten.

Sie nahmen eine EP auf,

in Boston. Alle waren schwer beeindruckt, sie war klasse.

Mit der schnellste und trashigste Hardcore damals,

aber total auf den Punkt.

Wir hörten mit Hardcore auf, und J spielte dann Gitarre.

Aus Negative Approach wurde Laughing Hyenas,

Aus Minor Threat wurde Fugazi...

Es wurde Zeit, neue Wege zu gehen

Ich hab überlegt, welche Musik ich machen wollte.

Ich hab J mit 16 kennengelernt,

und ich hab sein außergewöhnliches Talent erkannt.

Ich wusste, der Typ hat was.

J war ein sehr wichtiger Einfluss für mich.

Ich hab wirklich an ihn geglaubt,

an seine musikalische Visionen. Ich bin ihm einfach gefolgt.

Ich war eher der Hippie-Punk, und er ein Straight-Edge-Punk.

Lustig, ich war eher so "Love and Peace", einfach kiffen und Liebe verbreiten.

Und J eher: "Fickt euch, fickt euch alle."

Ich war schon in der Mittelstufe schräg drauf,

da wollte ich aus der Gesellschaft aussteigen.

Er schmierte sich morgens Ei ins Haar und bekam dadurch diesen verrückten Look.

Er, also... Von Anfang an sah er...

verrückt und großartig aus. Seine totale Anti-Haltung

stand ihm wirklich gut.

Ich war super rebellisch, wollte alle Grenzen austesten.

J und Lou fand ich sehr verkrampft.

Murph änderte ständig seinen Look.

Man konnte ihn kaum wiedererkennen.

Alle vier Wochen sah er komplett anders aus.

Kaum wiederzuerkennen.

Alle vier Wochen hatte er einen neuen Look.

Murph war der charismatischste Typ an unserer Schule.

Er hatte einen Führerschein und konnte auf alle Partys gehen.

Und er feierte immer länger und heftiger als alle anderen.

Ich sah fast so aus wie heute, nur ohne Bart.

Ich mochte Pullis aus Second-Hand-Läden, groß...

Altmännerkleidung.

Die mochte ich schon immer.

Das war wahrscheinlich der Beginn von Dinosaur.

Keine Ahnung, warum alle denken, dass Musik machen Spaß ist.

Bei uns war das nicht so.

Viele denken wohl, wenn's keinen Spaß macht, warum sollte man's dann tun.

Bei uns ging es nicht um Spaß.

Musik war uns sehr wichtig, darum haben wir's gemacht.

Wir sind Dinosaur!

Er fragte, ob ich bei Dinosaur Bass spielen wolle.

Ich war überrascht, ich dachte, er hasst mich.

Ich hab nicht verstanden, warum er mich in seiner Band haben will.

Wir waren in J's Keller. Seine Mutter hatte diese ganzen Bücher:

Liebesromane, Kinderbücher, darunter irgend so eine Geschichte,

und er meinte: "Dinosaur."

Und ich hab gedacht: Dinosaur?

Was soll das? Ist es das? Okay, egal."

Meine Stimme klingt eher nach Neil Young, aber ich stand mehr auf Nick Cave.

Wir wollten diesen dröhnenden Bass-Sound.

Das war leicht für mich, ich hab den Bass einfach wie Hardcore Gitarre gespielt.

So war Dinosaur.

Bei der Gitarre

waren mir immer die Effekte und das Equipment am wichtigsten.

Ein Schlagzeug war für mich eher ein Instrument, eine Gitarre dagegen...

war irgendwas Schräges.

Darum hab ich immer Pedale verwendet.

Ich hab nie direkt in den Verstärker gespielt.

Bei unseren Proben in J's Keller experimentierte er mit Verstärkern.

Er suchte den richtigen Verstärker für den Gitarrensound, den er wollte.

Und es war laut. Brutal laut.

Er setzte sich einen riesigen Gehörschutz auf und drehte die Gitarre auf.

Und Murph und ich dachten nur: "Oh Gott!"

Wir sind ins Bad gerannt und haben uns was in die Ohren gestopft.

Ich hab Bass gespielt, aber ob er das überhaupt gehört hat...

Ich hab immer so laut gespielt, um das gleiche Gefühl

wie beim Schlagzeugspielen zu bekommen

und wollte mit Effekten eine gewisse Dynamik erreichen.

Denn es fühlte sich undynamisch und flach an. Irgendwie schwach.

J und ich saßen an zwei Schlagzeugen nebeneinander.

Er war sehr pedantisch, jeder Schlag musste auf eine bestimmte Art sitzen.

Um überhaupt gehört zu werden,

mussten Murph und ich eine eigene Spielweise entwickeln:

So laut spielen, dass wir uns selber hören konnten.

Eine Stratocaster konnte ich mir nicht leisten.

So wurde es eine Jazzmaster, ich lernte sie zu spielen und blieb dabei.

J's Songwriting war sehr ausgefeilt für sein Alter.

Ich hab versucht, Schritt zu halten.

Ja, das Cover...

Wenn man es betrachtet:

Der Typ auf dem Feld... Alles J!

Er machte die Flyer, organisierte die Auftritte, machte die Telefonate.

Er machte alles Mögliche. Er war der Motor des Ganzen.

Lou war ein ruhiger Typ, sehr nach innen gekehrt, schüchtern.

Er hat sehr wenig geredet.

Aber er und J waren eindeutig die treibende Kraft.

Das, was mir wirklich am Herzen lag und mich dazu bewegte,

J einfach zu folgen, war die absolute Reinheit seiner Vision.

Das ist ein Popklassiker! - Wir brauchen ein Basspedal!

Ein Basspedal!

Es gab keinen Club, keinen Ort für sie,

um sich eine klassische Fangemeinde oder so aufzubauen.

Es war die Reagan-Ära.

Die Zeit der Anti-Drogen-Kampagne.

Michael Jackson war angesagt.

Was Popkultur betrifft, wurde Musik durch MTV stark vereinheitlicht.

Wir wollten auf Tour gehen, so wie die Bands von SST Records:

Black Flag,

Minutemen,

Hüsker Dü.

Wir hatten alle die gleiche Vorstellung von Musik.

In einer Drei-Mann-Band zu sein, aggressiv, Gitarre, Bass, Schlagzeug.

Sehr schnell, sehr laut, aber auch melodisch.

In den Achtzigern in Amerika in einer Band zu sein...

Du hörst College-Radio und Dinosaur Jr.

wird da gespielt.

Es war egal, ob uns jemand zuhörte.

Ich wollte nie auf der Bühne stehen, um vor Publikum zu spielen,

sondern um Menschen zu attackieren.

Sie hatten einen Ruf,

und der war nicht gut.

Viele Veranstalter sagten nach einem Auftritt von ihnen:

"Die spielen hier nie wieder."

Ich krieg' Stromschläge am Mikro.

Tonmann?

Was?

Wir wurden aus allen Clubs der Stadt verbannt.

Ein Auftritt und danach...

Um 1986 wurde ich auf Dinosaur aufmerksam.

Dann hörte ich, dass eine Band schon so hieß.

Sie änderten den Namen in Dinosaur Jr. Ich fand das stark,

einfach ein "Junior” anzufügen. Lustig.

Ich mag diese Art zu denken.

Er wollte nach New York, er langweilte sich.

"Massachusetts langweilt mich, ich geh nach New York."

So waren wir öfter in New York,

traten in Boston auf. Das brachte uns...

...auf die nächste Stufe.

Das war eine große Sache für Dinosaur,

der Gig im CBGB.

Es war brechend voll.

Kim und Thurston nahmen immer

Bands, die sie mochten,

wie etwa Mudhoney, Dinosaur und Nirvana

unter ihre Fittiche.

Ich hab Dinosaur Jr. geliebt.

Für mich waren sie die perfekte Band.

Denn ihre Musik hatte Hooklines,

aber auch diese richtig lauten, irgendwie dissonanten Anteile.

Das hat Spaß gemacht, unsere einzige Spaß-Tour.

Geht's jetzt los? - Ich denke schon.

Trommelstöcke jonglieren.

Gut, ich hab's.

Gut, jetzt du, Lou!

Mann, Alter!

Spiel! - Wart kurz.

Auf der Tour mit Sonic Youth fingen wir an, am Ende wie verrückt zu improvisieren.

10 Minuten lang und sehr Sonic-Youth-mäßig.

Das hat uns sehr beeinflusst.

Nicht das Songwriting, aber ganz sicher unsere Live-Shows.

Ich hab Bass gespielt und auch meine Basslines ausgearbeitet.

Und ein oder zwei Songs auf "You living all over me"” sind von mir.

Ich war also an der kreativen Arbeit beteiligt, aber...

Aber wirklich wichtig war mir, dass der Sound stimmig ist.

Dass Murph und ich als Rhythmusgruppe funktionierten.

CRUISEN VERBOTEN

Wir waren im Sommer auf Release-Tour für "You're living all over me”".

Die LP war noch nicht raus, es gab Verzögerungen,

aber wir waren schon auf Tour.

Der Van hatte bereits am ersten Tag eine Panne und danach ständig.

Die ganze Sache war frustrierend.

Und dann ging der Van ganz kaputt

in Mountain Home in Idaho.

Wir saßen eine Woche fest, und dort brach alles auseinander.

Ja...

Wir waren in diesem Hotelzimmer gefangen.

Ich wurde richtig gemein.

Ich hab irgendwann total auf Lou rumgehackt,

sein ganzes Leben zerlegt.

Ich esse was von KFC, und er so:

"Was isst du da?”"

Und ich... Egal, ich war einfach jung und...

Er nannte sich "der Empathiker".

Wie ein Schwamm

saugte er das ganze Gift auf, dass die Jungs verspritzten.

Murph flippte im Hotelzimmer aus

und zerschlug irgendwas.

Er schleuderte eine Matratze herum, war völlig in Rage.

Und du hast zu J gesagt: "J, du sollst ***!"

Und J sagte ganz ruhig: "Selber, Murph."

Es war echt schlimm. - Großes Kino.

Ja echt, ein Horrorfilm.

Tja, die Langeweile...

Murph ist als Drummer physisch so präsent,

dass er der Körper der Band ist.

Und der Körper ging kaputt.

Er hielt es nicht mehr aus.

Das war der Bruch, von da an ging alles völlig schief.

Das hat alles kaputtgemacht, kein Zweifel.

Ich hatte das Gefühl, jemand nimmt mir meinen Raum

und nun auch noch meinen Geist.

Ich hab gemerkt, ich ertrag es nicht. Das muss aufhören.

Diese Folter muss enden.

Danach gab es kein Zurück mehr.

Alles fing an, auseinanderzubrechen.

Da wurde ich extrem wütend.

Anfangs habe ich J nicht gehasst. Erst später, als er anfing,

mich zu beleidigen.

Irgendwann war's dann genug, und ich dachte: Fick dich.

Aus dem stillen, nach innen gekehrten Lou

wurde jemand, der zu allem eine Meinung hatte, rechthaberisch wurde.

Auf der Musikebene kamen wir klar,

solange er nicht geredet hat.

Und wenn er geredet hat, kamt ihr nicht klar? - Genau.

Wir kamen von dieser Desaster-Tour zurück.

Das Album kam raus.

Und es kam besser bei den Leuten an als die Platte davor.

Wir bekamen Fans, und alles nahm an Fahrt auf.

BOMBARDIERUNG VON EL SALVADOR STOPPEN

Wenn wir Krach machen wollten, wären wir die heftigsten.

Ja, mit 20 Verstärkern bei jeder Show, und ich hätte drei Basstrommeln.

Wir könnten Leute ernsthaft verletzen.

Wir haben die Platte gekauft

und da Lou und Murph getroffen.

Waren bestimmt Fans von euch.

Euch gab's eher.

Ihre Platten waren toll, unsere Schrott.

Wir waren mit allen befreundet, nicht nur mit J.

Damals waren J, Lou und Murph Freunde. Dann zerstritten sie sich.

Als sie zum ersten Mal im Powerhouse aufgetreten sind,

hat Lou uns angestrahlt.

Bis J kam. J und Lou redeten nicht miteinander.

Lou blieb für sich und ich merkte, da stimmt was nicht.

Es gab andere Bands Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, Grunge-Bands

oder Shoegazing-Bands, und ich glaube,

dass J's Herangehensweise

neue Möglichkeiten aufgezeigt hat, mit Gitarren zu experimentieren.

Ich hab darauf gewartet, dass sie erwachsen werden. Sie waren so unreif.

Ich dachte: "Wir sind doch eine gute Band, also was ist euer Problem?

Stellt euch der Sache, und bringt das in Ordnung."

Mir fiel Zwischenmenschliches leicht, mit anderen umzugehen.

Ich kapierte nicht, dass es für sie schwierig war.

Ich ging raus, guckte beim Spielen nur nach unten,

redete nach der Show mit niemandem.

Wir gratulierten uns nie oder sagten uns gegenseitig:

"Es war toll. Wir sind super!"

Das gab's nicht. Wenn Leute uns lobten, glaubte ich ihnen nicht.

Ich glaubte an nichts, außer an die reine Kraft unserer Songs.

Es scheint so zu sein, dass sie nur in der Rockmusik ...

Die Beziehungen unter Männern fand ich immer interessant.

Wenn sie Rockmusik machen, kommunizieren Männer ja miteinander,

aber nicht klar genug. Und Dinosaur Jr. waren

ein klassisches Beispiel dafür.

Man redet, aber kommuniziert nicht.

Als sei man sich nah, aber berührt sich nicht.

Ich dachte, es wäre cool, nur einen Ton zu spielen. Ungefähr so:

Während J den Song spielt.

Ich dachte nur: "Oh...

Lou ist...

...echt ätzend. Der versucht...

.„.den Song kaputtzumachen. Der will uns wirklich nerven.

Murph wird ihn verprügeln. Das ist nicht gut. Das wird böse enden."

Ich wurde zum Störfaktor in der Band.

Ich hab Lou ständig nach neuen Songs gefragt. Und er immer nur...

Das war schon so bei "Bug".

Zu dem Album hat er nichts beigetragen.

Also musste ich alles machen.

1988 oder 1989 schmiss er mich raus, weil ich so drauf war.

Er merkte, dass ich diese Stimmung verbreitete

und tat das Richtige.

Ein Hauptgrund für die Spannungen war, dass Lou irgendwann beschloss,

dass er nichts mehr für die Band tun würde.

Er wollte spielen, aber nichts beisteuern.

Er wollte alles lieber für Sebadoh verwenden.

Und das wollte ich nicht.

Er warf mich raus, und ich fing an, eigene Musik zu machen.

Aber am Ende war ich echt sehr enttäuscht.

Ich schätze, Lou dachte,

wir wären wie eine Familie, die sich nie trennen würde.

Und dass er sich alles erlauben könnte,

und einfach alles sabotieren könnte.

Wenn ich in der Band geblieben wäre, hätte das allmählich

meine Liebe zur Musik zerstört.

Was geschah nach diesen Alben, Lou, dass du gegangen bist?

Oh, die haben mich rausgeschmissen.

Ich befand mich in einem inneren Wandel. Und wurde zu dem, der ich heute bin.

Es war so eine Phase, in der ich meine Stimme fand,

und wir verstanden uns nicht mehr.

Jetzt scheint es keine Persönlichkeits-Geschichten mehr zu geben.

Seid ihr erwachsen geworden? - Ja, sind wir.

Das erklärt wohl alles.

Einleuchtend.

J, wie war's für dich, die Songs zu spielen,

als es dieses Trio nicht mehr gab?

Es kam wohl auf den Abend an, weiß nicht.

Du hast um die Songs dieser Alben keinen Bogen gemacht?

"In a jar" hab ich nie gespielt.

Den wollte ich nicht spielen.

Und die Songs, die Lou gesungen hatte, aber viele andere hab ich gespielt.

Vieles von "Bug" nicht.

In jeder Beziehung oder Familie, denn es ist wie eine psychotische Familie,

macht man Dinge, ohne zu wissen, warum. Da gibt's Rituale, Gepflogenheiten...

In einer Band zu sein, ist eine Art psychotischer Zustand.

Die Single lief überall. Einfach überall.

John Peel gefiel sie. Der BBC auch.

Die Clubs spielten sie, alle Plattenläden hatten sie.

Eine Platte, wo jeder sagt: "Gefällt mir!"

Ich auch.

Ich mochte The Cure.

Aber es war wohl vor allem interessant,

weil man das zu der Zeit nicht machte.

Anders als in den 1960ern, wo ständig aktuelle Songs gecovert wurden.

Das war nicht mehr so üblich.

Für mich waren sie eine Art Pop-Band.

Auf eine sehr seltsame Art und Weise.

In den Studioaufnahmen der Songs hört man, wie gut gemacht sie sind.

Sie sind wunderschön zusammengesetzt.

Aber live haben sie sie immer komplett zerlegt!

Ende der 80er, Anfang 90er hörte man von Nirvana,

Tad, Soundgarden, Alice in Chains, diese Seattle-Szene.

Durch diese Szene wurde man auch auf andere Bands aufmerksam.

MTV und die Radiosender dachten: "Drehen wir den Scheinwerfer mal nach da,

schauen wir mal." Und Dinosaur Jr. war eine Band, die hervorstach.

Die Genre-Bezeichnung "Alternative Rock" kam in den späten 80ern auf,

als auch die großen Labels einstiegen.

Für uns war es einfach Punkrock.

Es wurde zu "J Mascis" nach Lous Weggang.

Es hieß noch Dinosaur, aber eigentlich war es ganz und gar J.

Alle haben's hingenommen:

"Wenn ihr nicht zusammen spielen könnt, geht's eben nicht."

Ich glaube, Mark Lanegan kam mit Mike zu uns.

J kam auf Besuch vorbei

und mochte ihn sofort.

Er fragte ihn, ob er mit ihnen touren wolle.

Es schien gut zu passen.

Und es hielt eine Zeitlang.

Mit Mike war es eher eine zweckmäßige Band.

Wir kamen gut miteinander klar, und ich glaube, Murph mochte ihn.

Nach Lou wars schwer für mich.

Denn zwischen Bass und Schlagzeug gibt es eine Verbindung.

Ich brauche diese Verbindung, sie ist wie ein Fundament.

J war eher: "Probieren wir doch den oder den..."

Das war nervig, denn ich musste mich ständig neu einrichten.

Ich brauche Kontinuität, Stabilität.

Von "Bleach" war erst die Single draußen.

Ich erinnere mich, dass Kurt sagte:

"Lass es. Mach doch lieber bei uns mit.”

Also... Ich hab nicht drüber nachgedacht. Wir waren damals viel bekannter als sie.

Das zeigt, wie sehr sie vielleicht auch Nirvana beeinflusst haben.

Leute reden ja viel Blödsinn, aber...

...Dinosaur hatten diese dissonante Note, die zu dem passte,

was Kurt sehr mochte.

Die Jungs von Nirvana waren ganz aufgeregt,

als sie mit Dinosaur auf Tour gehen durften.

Ja, Nirvana

und Sonic Youth... Wir waren oft auf den gleichen Festivals.

Wir sind nicht im Paket gebucht worden.

Alle Festivals buchten die gleichen Bands.

Es war wirklich ein energetischer Moment, die Jahre '91, '92.

Aber innerhalb von zwei Jahren kopierten alle diesen Sound.

Endlich kapierten die Leute, was wir schon seit Jahren wussten:

Es gibt diese tolle Musik und

es war schön, dass Dinosaur Jr. da mit dabei waren.

Denn viele Bands werden groß,

ohne dass man nachvollziehen kann, warum.

Und nach SST wart ihr bei Warner Brothers? - Ja.

Ja, sie haben uns das Geld für die Platten gegeben.

Bis sie uns fallenlassen haben.

Plötzlich lief Dinosaur im kommerziellen Radio.

Zum Glück hatten wir nicht diesen...

...Nirvana-Erfolg.

Als Lou ging, wollte er nicht reden, war nur wütend.

Und seine ganzen frühen Songs für Sebadoh handeln alle von J.

Letztlich war es gut für Lou, denn es war eine Art Katharsis für ihn.

Seine Therapie, um den ganzen negativen Ballast loszuwerden.

Den ganzen Schrott, den ganzen Mist.

Wir wurden immer bekannter,

und die Alben ab "Green Mind", der Platte nach "Bug", wurden immer perfekter.

J konnte sich wirklich ausleben.

Er fand es gut, die Aufnahmen selber zu machen.

Er arbeitete so schnell, dass ich nicht mehr mitkam.

Geld kam rein, das war auch ein Problem.

Es wurde immer größer, Videos kamen dazu.

Ich hab Regie bei einem Musikvideo geführt.

Das war...

"Get me” war der Song.

Wir hatten die Idee, ein Haus niederzubrennen.

J ging zu seinem Vater in die Zahnarztpraxis.

Der hatte Visitenkarten,

da stand "Dinosaur Senior" drauf.

Und J so:

"Dad, wir suchen ein Haus, das wir abfackeln können."

Und sein Vater dachte nur: "Was ist aus meinem Sohn geworden?"

Kurz vor dem Lollapalooza-Festival, ein paar Monate vorher, glaube ich,

starb J's Vater.

J war immer so zurückhaltend und ruhig gewesen.

Nun kam er aus seinem Schneckenhaus, weil er so viel bewältigen musste.

Zu der Zeit wurde die Band ziemlich erfolgreich.

Wir haben ein Video gedreht, oben auf einer Bergspitze.

Mit einem Lagerfeuer und lauter Freaks von dort...

Wo war das?

In Whistler, Kanada.

Beim Lollapalozza drehte Murph ab, spielte nicht gut,

knallte einfach durch.

Ich war so gestresst, dass ich vor jedem Auftritt gekotzt hab.

Ich hatte Panikattacken.

Woran denkst du beim Schlagzeugspielen?

Meistens an mein Zimmer zu Hause. Und was ich dort machen würde.

Ich hatte das Gefühl, ich stecke alles in die Band,

aber ich kriege nicht mal eine Gehaltserhöhung.

Deswegen und wegen der schlechten Stimmung dachte ich: "So nicht mehr."

Und ich hab lange mit J geredet, und er sagte:

"Wenn's keinen Spaß mehr macht, lass es."

Und ich dachte nur: "Alter, Spaß? Das war doch nie eine Spaß-Band.

Es geht nicht um Spaß, sondern um Schweiß und Tränen."

Danach ist er gegangen.

J trat mit George auf,

im "Iron Horse" in Northampton.

Ich ging hin und betrank mich.

Es war irgendwie verrückt und gleichzeitig cool,

denn zum ersten Mal konnte ich hören, wie Dinosaur klang.

Es gefiel mir, Dinosaur mal von außen sehen zu können.

Gleichzeitig war es komisch.

So, als ob du deine Ex mit ihrem Neuen siehst. Du kennst sie,

aber für dich ist es...

„..seltsam.

Man denkt so: Echt gruselig.

Es war einfach sehr seltsam.

Sechs Monate danach ging's mir echt schlecht,

denn Dinosaur war wie meine Familie gewesen.

Sie zu verlassen, war traumatisch für mich.

Es gab nichts, um diese Leere zu füllen.

Also rief ich J an: "Können wir nicht eine Lösung finden?"

Er war nett, meinte aber: "Tut mir leid, aber der Zug ist abgefahren,

hab 'ne neue Band. Was soll ich sagen..." Da wusste ich,

es ist echt vorbei. Und da hab ich's akzeptiert.

Ich war sicher, ich würde nie wieder mit ihnen spielen.

Das Video zu "Feel the pain" wurde in New York

von dem neuen Regie-Talent Spike Jonze gedreht.

Ihre brandneue Platte heißt "Without a sound".

Bitte begrüßen Sie Dinosaur Jr.! Und los geht's!

Dann waren alle Musikleute...

...auf der Suche nach den neuen Nirvana oder so.

Die Musikindustrie erkennt schnell eine erfolgreiche Band

und kopiert diese Band dann x-fach.

Und innerhalb von zwei Jahren, ich würde sagen

Ende '93, Anfang '94 war die Bezeichnung "Grunge" dann ziemlich abgegessen.

So um 1995 begann

der Niedergang der Musikindustrie.

Damals gründete er sein Studio "Bob's Place"

und nahm "Hand it over " auf.

Ich hätte nie gedacht, dass ich je so einen blöden Business-Quatsch hören würde:

"Wir hören keine Single."

Unvorstellbar.

Ich dachte: "Hat sie das echt gesagt?"

Wir sollten also einen "Hit" aufnehmen.

Es war einfach nur lächerlich.

Egal, wir waren nett

und sind zurück ins Studio, um "Le Hit” aufzunehmen.

Sie waren unfreundlich und komisch, haben das Album nicht mal beworben.

Zwei Jahre zuvor hatten wir in Detroit vor ungefähr

4000 Menschen gespielt und bei dem Album waren es vielleicht gerade mal 100.

Das war sehr deprimierend.

Denn ich fand die Platte sehr... Ich mochte sie sehr.

Es schien vorbei zu sein.

Man war plötzlich allein.

Die Musikindustrie war ein sinkendes Schiff.

Ich hab die Band einfach aufgelöst.

Das war's. "Hand it over" war wirklich die Übergabe.

Oder die Rückgewinnung der Macht.

Jemand erzählte mir von dieser Frau in New York, dieser...

Keine Ahnung, wie ich sie nennen soll. Spirituelle Heilerin vielleicht,

Ich weiß nicht, wie ich sie nennen soll.

Sie hat mir von Mutter Meera erzählt, einer Inderin in Deutschland.

Ich war viel bei dieser Heilerin,

weil ich mich dafür interessierte.

Sie erzählte mir auch von Amma,

Die jedes Jahr vorbeikam auf ihren Touren.

Nach dem Ende...

...von Dinosaur reiste ich Amma hinterher, trat ab und zu mal auf, wo sie war.

Asheton, Asheton, Mascis und Watt...

Rons Art zu spielen hat mich immer sehr inspiriert. Daher war es toll,

zu lernen, wie man Stooges-Songs spielt.

Da war ich zum ersten Mal wieder mit J auf der Bühne.

Vor allem, weil Lou...

...Nicht mehr wütend war.

Da muss Karma mit im Spiel gewesen sein, denn genau zu der Zeit

rief mich J's Manager Brian an und fragte: "Hast du Lust auf eine Reunion?"

Ich war...

"Ja, sicher!"

Ich bin Murph.

Ich bin Lou.

Wir sind Dinosaur Jr.

Die Texte sind nicht unwichtig, aber...

ich würde es nicht in meiner Freizeit tun.

Ich bin kein Dichter, der ständig Gedichte oder Liedtexte schreibt.

Wenn ein Liedtext gebraucht wird,

dann schreibe ich ihn.

Egal, was sie spielen, singen oder schreiben, immer ist es...

Es ist eine eigene Welt.

Es knüpft nicht an irgendetwas an.

Und ich glaube, bei so etwas besteht die Möglichkeit,

dass es zeitlos wird.

Es ist eher ein Wesen, das so...

Das so... weißt du?

Verstehst du, es ist so, als ob es ein großes Bein hätte.

Murph ist das Bein oder so.

J ist ein Arm und Lou der andere Arm.

Der Kopf ist wohl ein Doppelkopf, mehr J als Lou, schätze ich.

Oben ist dieser Kopf, aber die Musik ist der ganze Körper.

Das, das und das! So ist es, was immer sie auch machen.

Es ist mehr so...

Es ist wirklich eine Einheit.

Es ist nicht so, sondern so.

Hey! Hey! Hey!

Echt cool, aber kennt ihr den Song von Dinosaur Jr.?

Welchen? - Den neuen.

Ein bisschen besser.

Wir können, wenn ihr noch mal wollt.

Und ich bin noch Vater geworden.

Das verändert die Perspektive.

Gute Fahrt, Jungs.

Einen schönen Auftritt!

Egal, ob B. B. King, GG Allin

oder Jimmy Hendrix, Henry kann zu allen eine Geschichte erzählen.

Er liebt es, Geschichten über Black Flag zu erzählen

und über die Touren früher.

Er ist wie eine Musikbibliothek.

Ich gehe raus und sage "Hallo Leute, das und das passiert jetzt.”

Die Band ist bereit. Dann ich: "Zurück auf der Bühne, Ladies und Gentlemen...”

Dann haben wir sie und fangen an. Danach Stühle weg,

kurze Pause, ihr kommt wieder und... So in etwa?

Ich habe die Ehre,

legendäre Akteure der amerikanischen Independent-Rock-Geschichte

hier auf die Hauptbühne zu bitten:

Die großartigen Dinosaur Jr.!

Wenige Dinge sind mir bisher so schwer gefallen.

Denn ich leide sehr unter Lampenfieber.

Das Schlagzeug ist meine Schutzmauer.

Und da ganz nackt zu sitzen,

mit dem Mikro und Henry vor 800 Leuten

und auch noch vor der Show. Das war

eine der nervenaufreibendsten Sachen, die ich je getan habe.

Für mich war es sehr schwer.

Aber es war gut, und wir haben es geschafft.

Keine Ahnung, ob sie beste Freunde sind.

Aber gemeinsam auf der Bühne sind sie großartig.

Und ich glaube, das haben sie zu schätzen gelernt.

Sie sind nicht die Einzigen, die ihr eigenes Ding durchziehen.

Aber es ist schön, dass es noch Musiker gibt, die ihren eigenen Kopf haben

und ihr Ding machen.

Darauf kann man sich bei ihnen verlassen.

Genau wie Nick Cave, der versucht nie, dir zu gefallen.

Er macht eine Platte, wenn sie dir gefällt, toll.

Wenn nicht, kommt er nicht, um dich zu trösten.

Sieben, acht Tage in New York...

Eine echte Herausforderung für uns: Jeden Tag neue Songs

und neue Leute, mit denen wir gespielt haben.

Aber es war ein guter Moment, wir waren als Band in Spitzenform.

Murph war... Alle waren wir So...

Es war hart.

Ich glaub, keiner von uns wusste, ob wir's hinkriegen.

Denn besonders für uns... Wir sind eine so geschlossene Band.

Wir sind immer alleine auf die Bühne,

schreiben unsere Songs alleine, sind immer nur zu dritt.

Als Band waren wir immer ein sehr enges Konstrukt.

Und das innerhalb einer Woche

völlig umzukrempeln,

sich jeden Abend auf andere Menschen einzustellen

und alles völlig anders zu machen,

das hat uns sehr gefordert, aber es war sehr befreiend.

Ja, sehr schön. - Das ist neu, oder?

Wir performen heute Abend gemeinsam...

"Heart of Gold"” von Neil Young.

Singen ist...

Einer muss singen, aber...

Ich muss nicht unbedingt singen.

Es gehört eben zum Song dazu, zur Band dazu.

Ich würde lieber nur Gitarre spielen, das wäre viel einfacher.

Auf einer Tour hast du auch immer Angst,

krank zu werden und deine Stimme zu verlieren.

Nach den ganzen Jahren mit Touren und Spielen

fühlt es sich wie eine lange Tour an.

Wie willst du sagen, welcher Teil des Traums der schönste war?

Wenn du aus einem verrückten Traum aufwachst, wie sollst du dann sagen,

was das Beste daran war?

Sie haben einen ausgezeichneten Sinn für Humor,

der mir sehr gefällt.

Ich mag die Jungs wirklich.

Es geht mir nicht ums Reisen,

ich bin nicht gerne nur an einem Ort.

Keine Ahnung, wo mich das hinführt.

Ich wollte nie irgendwo unbedingt hin,

wollte nicht die ganze Welt sehen.

Du hebst ab, weil es so heftig ist, und du kannst es nicht greifen.

Aber es gibt auch...

Manches lässt sich nicht greifen, wie seine Spielweise.

Aber vieles kannst du wie menschliche Wesen anfassen.

Alle haben auf J geschaut, und er ist heute noch sehr wichtig.

Es ist wie ein niemals endendes Lied.

Ich weiß noch nicht, welches Lied und wovon es handeln wird,

aber es geht immer weiter, Tag für Tag.

Ich krieg schlechte Laune, wenn's heimgeht.

Die Tour soll nicht aufhören, weil dieses Leben viel aufregender ist.

Denn ich habe keine Kinder,

bin nicht verheiratet. Nicht so wie bei den beiden.

Die freuen sich wahrscheinlich, heimzukommen. Ich nicht.

Aber es ist immer anders.

Ich spreche viel mit meiner Familie, versuche mitzubekommen,

was bei ihnen gerade so los ist und sie irgendwie zu unterstützen

aus meilenweiter Entfernung.

Ich spiele sehr gern,

besonders mit Dinosaur Jr., denn es ist so...

Es ist ein großer Teil meines Lebens. Als es los ging, war ich 17.

Jetzt bin ich 50.

Heute kann ich unsere Geschichte endlich genießen.

Unsere ganze Arbeit

kann ich nun genießen.

Ich bin nicht mehr...

Früher hatte ich das Gefühl, kaum mitzukommen, das war sehr anstrengend

und hat mich emotional sehr belastet.

Und jetzt ist es für mich...

Wir sind in einer guten Phase und segeln da einfach so durch.

Musik und Kunst sind ein Geschenk.

Es stimmt, auch wenn's kitschig klingt.

Es kann aber auch etwas sein, das dich quält.

Der kreative Prozess kann

unerträglich schmerzhaft sein,

aber auch unglaublich befreiend.

Als ich Drogen genommen habe und ziemlich durchgeknallt war,

quälten mich viele Geister, viele Dämonen aus der Zeit mit der Band.

Meine persönlichen Dämonen, die ich nicht...

Wie soll ich sagen... die ich nicht beseitigen,

mit denen ich nicht umgehen konnte.

Ich musste mich sozusagen betäuben, weil es zu viel war.

Ich war depressiv, habe täglich an den Tod gedacht,

wie die meisten, denen es so geht.

Ich wurde wieder clean, als meine Eltern innerhalb eines halben Jahres starben.

Der einzige Weg zur Besserung war, clean zu werden

und zu versuchen, mich mit den Dämonen auseinanderzusetzen.

Und ich hatte Glück, denn viele schaffen es nicht.

Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich das geklärt habe.

Mit J und Lou und mit mir selber.

Es ist ein laufender Prozess, wir entwickeln uns ja immer noch weiter.

Keine Ahnung. Gesund bleiben und weiter kreativ sein.

Mehr nicht. Einfache Ziele. Ich bin jetzt ein einfacher Mann, Phil.

Vielleicht erkennen die Menschen irgendwann,

dass die Soundwand, die wir erschaffen, ähnlich bedeutend ist

wie die von den Ramones oder die von Velvet Underground.

Wir sind immer noch eher eine Familie als Freunde.

Eine dysfunktionale Familie.

All die Musik, die ich gemacht habe, wurde von jemand gehört.

Vielleicht nicht von Millionen, aber doch von einigen.

Wenn sie jemanden berührt hat, dann macht mich das froh.

Wenn man bemerkt, dass sie jemanden einen Moment lang glücklich gemacht hat.

Untertitel: S. Kortas Titelmanufaktur

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