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Was gehört zu einer guten Suppe?
Weiß ich nicht. Eine gute Suppe ...
Eine gute Suppe braucht v.a. Zeit. Langsam muss sie garen.
Alle Zutaten sollen sich miteinander vermischen.
So entsteht aus den verschiedenen Geschmäckern ein neuer Geschmack.
Wenn die Zutaten stimmen. Das klingt wie ...
Du hast wieder geträumt, stimmt's? Wieder von ihm?
Er ritt auf mich zu auf einem weißen Pferd und einem Kleid wie ein Jäger.
Er nahm mich mit in sein Reich. "Komm", sagte er.
Bei mir ist es warm und hell. Du wirst glücklich sein wie nie zuvor.
Prinzesschen, Prinzesschen.
Jetzt schüttel bitte einmal das hübsche Köpfchen,
dass dieser Traum mit seinen Flausen in deinen Rosenkohl purzelt.
Das sind keine Flausen. Mir ist, als wär ich dem König wirklich begegnet.
Ein Traum ist ein Traum. Und Männer sind ...
Und Reiter auf weißen Pferden ...
Das sind Hirngespinste.
Hör auf mit diesen Träumereien.
Aber Birthe, was wär denn das ganze Leben ohne Träume?
Nanu?
Eine Nuss zu dieser Jahreszeit?
Hoheit, schauen Sie doch wenigstens hin.
Sie müssen sich wieder vermählen, damit wir eine Königin haben.
Es hat keinen Zweck.
Und diese Schönheitssonne? Wie finden Sie die?
Augen wie schwarzer Stein, Zähne wie Elfenbein. - Die ist ja ein Elefant!
Dann eben die. Eine Göttin, entsprossen aus des Meeres Schaum.
Die Haare wallen wie Ebbe und Flut über ihre Schultern.
Richard, wann begreifst du es endlich?
Auf Erden findet sich keine, die meiner geliebten Frau gleichkäme.
Und fände sie sich doch, so hätte sie doch nicht ihr goldenes Haar.
Aber das Leben geht weiter. Sie sollten ...
Nein!
Ich hab meiner Frau versprochen, als sie starb,
nur eine zu heiraten, die ebenso schön ist wie sie.
Und die ebensolch goldenes Haar hat wie sie.
Ich habe ihr mein Wort gegeben. Jetzt lass mich zufrieden.
Musik
Du.
Wie kann das sein?
Majestät, ist Ihnen wohl?
So wohl war mir schon lang nicht mehr.
Majestät, warten Sie doch! So warten Sie doch!
Majestät, was ...?
Was ist mit Ihnen?
Da steht ...
... meine Königin.
Aber das ist Ihre Tochter.
Vater. Ihr hier?
Endlich hab ich dich gefunden.
Ich bin nie fort gewesen.
Prinzessin, wir wollten in die Küche.
Küche! Wollten wir?
Ja. Suppe kochen. Rosenkohl.
Bleibt hier!
Nein, in den Thronsaal.
Kommt in den Thronsaal und hört, was ich zu sagen habe.
Nein! Das ist nicht recht.
Sei still, Köchin!
Kein Wort.
In den Thronsaal!
Endlich hab ich dich gefunden.
Wiedergefunden.
Meine Königin.
Ich will meine Tochter heiraten.
Sie ist das Ebenbild meiner Frau.
Und sonst kann ich doch keine Braut finden, die ihr gleicht.
Gott hat verboten, dass der Vater die Tochter heiratet.
Das ist Sünde.
Das Reich wird ins Verderben gezogen. - Still!
Niemand bringt mich von meinem Entschluss ab.
Ich will und werde meine Tochter heiraten.
So wartet noch, Vater!
Ehe ich Euren Wunsch erfülle, muss ich 3 Kleider haben.
Eins so golden wie die Sonne.
Eins so silbern wie der Mond. Und eins so glänzend wie die Sterne.
Ferner verlange ich einen Mantel aus Tausenderlei Pelz und Rauhtier.
Jedes Tier in Eurem Reich muss ein Stück seiner Haut dazugeben.
Das sind meine Bedingungen.
Was sie verlangt, ist unmöglich.
Dem Himmel sei Dank.
Dein Wille, mein Liebes, sei mir Befehl.
Ich werde deine Wünsche erfüllen.
Die geschicktesten Jungfern sollen dir deine Kleider weben.
Eins so golden wie die Sonne, eins so silbern wie der Mond
und eins so glänzend wie die Sterne. Meine Jäger werden alle Tiere jagen
und von jedem ein Stück Haut abziehen.
Daraus wird für dich ein Mantel aus Tausenderlei Rauhwerk gemacht werden.
Und dann werden wir Hochzeit halten.
Musik
Ehe ich Euren Wunsch erfülle, muss ich 3 Kleider haben.
Eins so golden wie die Sonne.
Eins so silbern wie der Mond.
Und eins so glänzend wie die Sterne.
Ferner verlange ich einen Mantel aus Tausenderlei Pelz und Rauhtier.
Ein jedes Tier in Eurem Reich muss ein Stück seiner Haut dazugeben.
Wieherndes Pferd
Dramatische Musik
Hier ist all das, was du von mir verlangt hast.
Morgen soll die Hochzeit sein.
Wollt ihr Euren Sinn nicht doch noch wenden?
Da gibt es nichts zu wenden.
Dann ist nicht aufzuhalten, was nun geschieht.
Traurige Musik
Willst du mir nicht auf Wiedersehen sagen?
Birthe. Dich such ich doch. Alles Gute, mein Kind.
Alles Gute auf deinem Weg. Danke.
Birthe?
Hat Mutter gewollt, dass Vater mich heiratet? Nein, natürlich nicht.
Sie wollte, dass der König eine gute Frau heiratet. Mit goldenem Herzen.
Schau.
Sie bat mich, das aufzubewahren und dir zu geben, wenn die Zeit reif ist.
Ring, Spinnrad und Haspel werden dir helfen, den richtigen Mann zu finden.
Dein Reiter auf dem weißen Pferd.
Mit dem Ring gibst du ihm ein Versprechen.
Mit dem Spinnrädchen spinnst du feine Fäden, die euch miteinander verbinden
Mit dem goldenen Haspelchen wickelst du die Fäden fein auf.
Wie schön.
Jetzt mach dich auf den Weg. Sonst erwischt er dich noch.
Er hält mich nicht mehr auf. Nie mehr.
Husch, husch!
Dramatische Musik
Gruselige Geräusche
* Sie keucht. *
Hoffnungsfrohe Musik
Gebell und Wiehern
Schaut nach, was für ein Wild sich dort versteckt.
Was interessiert uns das Tier im Geäst? Mich interessiert es.
Und?
Es ist ein wunderliches Tier, wie wir noch nie eines sahen.
An seiner Haut ist Tausenderlei Pelz.
Aber es schläft. - Dann schießt es doch tot.
Nein. Seht zu, dass Ihr es lebendig fangt. Dann nehmt es mit.
Hund bellt.
Nein! Nicht!
Ein Reiter auf einem weißen Pferd.
Es ist kein Tier, es ist ein Mädchen.
Ein Mädchen.
Ist sie hübsch? Wer bist du?
Nur ein armes Kind, von Vater und Mutter verlassen. Nehmt mich mit.
Sie hätten dich mal waschen sollen. In der Tat, schmutzig ist sie.
Sag uns: Warum hast du dich wie ein Bärchen verkleidet? Brumm, brumm.
Sehr lustig. Ha, ha.
Ganz schön frech.
Nimm sie mit! Sie soll in der Küche die Asche zusammenkehren.
Die? In der Küche? Die soll in der Küche helfen.
Nimm sie mit!
Vorwärts, Rauhtierchen! Hast nicht gehört, was der König gesagt hat?
Na los!
He, was ist?
Musik
Da hinten kannst du schlafen und wohnen.
Leg deine Sachen ab und geh in die Küche.
Musik
Traurige Musik
* Er singt. *
Oh. Hm.
Herein, wenn's kein Halsabschneider ist.
Was führt dich ins Reich von Matthis, dem Koch?
Ich soll helfen.
Helfen? Du?
Hm. Verstehst du was vom Kochen?
Ein wenig. Ich hab's zu Hause gelernt bei meiner ... Mutter.
Zu Hause? Dann weißt du sicher, was zu einer guten Suppe gehört.
Suppe hab ich noch nicht gelernt. Nur Grützwurst und Labskaus.
Was arme Leute essen. Als Erstes kommt doch die Suppe in jeder Küche.
Zuerst kochte man Suppe.
Deshalb erkläre ich dir zuerst, was zu einer guten Suppe gehört.
Das klingt einfach, aber das Einfache ist oft das Schwerste.
Eine gute Suppe ...
... braucht Zeit. Vor allem Zeit.
Langsam muss sie garen.
Alle Zutaten müssen sich miteinander vermischen.
So entsteht aus den verschiedenen Geschmäckern ein neuer.
Etwas Neues, nie Dagewesenes.
Hm.
Was lächelst du so?
Ich freu mich, weil ich bei dir was lernen kann. Wie zu Hause.
Freu dich nicht zu früh. Erst mal tust du all die schlechte Arbeit:
Rupfst Federvieh, holst Holz, Wasser, schürst das Feuer.
Zieh den Mantel aus! Du erstickst sonst. Den behalt ich an.
Ich friere sonst. Du frierst? In der Küche?
Das verstehe, wer will.
Herzlich willkommen. Allerleirauh.
Schade, dass wir den Hirsch nicht erlegt haben.
Welches Wild wurde heute gejagt?
Tiere und Tierchen. Mein liebes Riekchen.
Täglich wirst du schöner.
Und das? Ist das euer neuester Streich?
Er hat ein Auge auf sie geworfen. Sie hat mich leider abblitzen lassen
Bis später.
He. Was gaffst du so?
Hilf uns aus den Stiefeln. Ja. Komm her, Allerleirauh!
Zieh deinem König die Stiefel aus. Nun mach schon!
Wie lange soll ich noch warten?
Fass richtig an!
Braves Tierchen.
Und jetzt, allez hopp, fang ihn! Au.
Oh, nicht gefangen. Müssen wir wohl noch üben.
Allerleirauh, wo bleibst du? Du bist dran.
Ich brauch das Wasser zum Kochen.
(weinend) Belieben den Stiefel nach mir zu werfen, Herr König?
Geh in die Küche! Spielverderber.
Die Stiefel putz später.
Seltsam, dies Mädchen.
Dass der König das mitmacht! Wo er sonst ganz anders ist.
Freundlich, gerecht. Mit einem großen Herzen für alle im Reich.
Ist schon gut. Es tut gar nicht weh.
Natürlich, im Herzen tut das weh.
Ich werde diesen Schweinebohnen Mores lehren.
Dein Schwesterlein kommt gleich, mein Lieber.
Aber vorher muss ich noch etwas mit dir besprechen.
Du weißt, dass ich dich liebe wie einen Bruder. Wir sind Freunde.
Doch weil du der König bist ...
Rasmus, bitte nicht diese Leier! Lass mich in Ruhe damit.
Ich habe Hunger, Allerleirauh.
Hunger wie ein Bär.
Jakob, du hörst mir jetzt bitte zu!
Es geht um deine Zukunft. Es ist Zeit, dass du jetzt heiratest.
Prinzessin Larissa wird zu unserem Ball kommen.
Warum soll ich schon heiraten? Und warum Prinzessin Larissa?
Sie wartet nicht ewig. Mit ihr bist du der Erste
unter den Königen dieser Welt.
Dein Reich, vereinigt mit ihrem, reicht vom Nordmeer nach Süden,
vom Ozean bis in die Weiten des Osten.
Rasmus, das kümmert mich nicht.
Wenn ich einmal heirate ... dann eine Frau, die ich liebe.
Eine wirkliche Königin.
Schön und mit einem Herzen, größer als alle Reiche dieser Erde.
Du schwätzt wie ein Träumer. Ich rede wie ein König.
Was sagst du dazu?
Was ist wichtiger? Geist?
Schönheit?
Staatspolitik?
Ihr fragt mich, Majestät, aber erwartet doch keine Antwort.
Hiergeblieben! Der König hat dich etwas gefragt.
Ja. Ich will deine Antwort hören.
Geist und Kleid gehören zusammen, mein König.
Hättest du so einen Spruch von unserem Bärchen erwartet?
Genau das: dummes Geschwätz.
Wer hat die Soße versalzen?
* Sie husten. *
* Lachende Frauen *
Lauft nicht fort, ich hab Angst im Dunkeln.
Wir sind müde, Rasmus.
Komm, geh schlafen. Jakob will auch ins Bettchen.
(Rasmus) Dein Bruder ist eine Schlafmütze.
Sie ist seine Schwester.
(erstaunt) Ah.
Das Rauhtier, das mir das Essen versalzen hat.
Hab ich nicht.
Das soll ich glauben?
Dann sag mir doch mal:
Warum versteckst du dich immer in deinem Mantel?
Versteckst dein Gesicht?
Was führst du im Schilde?
Nichts. Ich verberge nichts.
Lügen.
Nichts als Lügen.
Schau mich an, Allerleirauh!
Bärenmädchen! Der König befiehlt, dass du ihn anschaust.
So! Ist es so recht?
Ho, ho. Du machst mir Angst.
Noch etwas zu Diensten, mein König?
Schenk mir ein Tänzchen, wunderliches Kind.
Langsame Musik
* Er summt. *
Wie du tanzt, Allerleirauh ...
... wie eine Prinzessin.
Und die Handschrift auch.
Wie eine Prinzessin. Verzeiht mir, mein König.
Mit dem Ringlein machst du ihm ein Versprechen.
Mit dem Spinnrädchen spinnst du die Fäden,
die euch miteinander verbinden.
Mit der Haspel wickelst du die Fäden fein auf.
* Sie summt. *
Sieh an, sieh an. Muss ich mir Sorgen machen?
Warum, Matthis?
Weil du verliebt bist. Es spukt das schönste Männerbild im Köpfchen wild
Du bist betrunken. Vorsicht mit dem Salz!
Jetzt, wo du verliebt bist. Nicht, dass sich der König wieder beschwert
* Sie summt. *
Moment. Ich glaube, du bist in unseren König verliebt.
Au.
Es ist der König.
Bitte, es reicht, wenn sie spotten und Stiefel nach mir werfen.
Ich werfe gar nichts nach dir.
Schon gar keine Stiefel.
Wie schön deine Hände sind.
Wie von einer Dame.
Leg den Pelz in die Ecke. Zeig dich der Welt.
Dann werden sich alle in dich verlieben. Man muss dich sehen.
Einmal ...
Einmal wurde ich von einem gesehen und ...
Entschuldige, Allerleirauh.
Ich wollte dir nicht zu nahe treten.
Du siehst entzückend aus, allerliebstes Schwesterlein.
Dir zu Ehren sollte dieser Ball stattfinden.
Aber es ist dein Ball, Bruderherz. Es geht um Staatsangelegenheiten.
So ist es. Hätte ich mich nur nicht von Rasmus beschwatzen lassen.
Komm, wir laufen davon.
Hiergeblieben! Komm.
Zauberei, wie du das alles hinkriegst?
Heute wird nichts versalzen. Heute sollen die Gäste zufrieden sein.
Zufrieden. Sie werden dich feiern, hochleben lassen.
Den Koch, Rauhtierchen, wird niemand feiern.
Und seine Rauhtierchen ebenso wenig.
Das müssen wir schon höchstpersönlich und selbst tun.
Hm? Hm!
Musik aus dem Tanzsaal
Höfische Musik
Das Lamm war ein wenig zu lang im Ofen.
Es war wunderbar. Butterweich und zart. Kein bisschen trocken.
Und von innen lachsfarben, wie ein Gemälde. Im Ernst?
Du verstehst was vom Kochen, Allerleirauh.
Matthis? Hm?
Darf ich dem Fest zusehen? Ich stell mich außen vor die Tür.
Geh nur.
Aber in einer halben Stunde bist du wieder hier.
Ich bin gleich wieder da.
Zieh das Fell aus. Sonst lachen sie über dich.
Chormusik
König Jakob, es ist mir eine Ehre, Prinzessin Larissa vorzustellen.
Enchante, Prinzessin. Ich bin entzückt.
Ganz meinerseits, Hoheit. Ich hatte Gelegenheit, Ihr Reich zu bewundern.
Alles in Ordnung: volle Scheunen, fleißige Bauern.
Ich hoffe, Sie werden sich wohlfühlen.
Wir haben alles vorbereitet, damit wir, damit ...
Musik verstummt
Wer ist das?
So schön haben meine Augen noch keine gesehen.
Ich bin erschöpft von der Reise.
Darf ich bitten?
Romantische Musik
(mehrere) Ah.
Mir ist, als ... Als würde ich träumen.
Und ich wär wohl ein Traumgespinst? Nein, nein.
Ich weiß nur nicht, wie mir geschieht.
Ich glaube, ich schwebe.
Dann nehmt mich als Traum, König Jakob. Das ganze Leben ein Traum.
Nur ein Traum?
Nein, niemals.
Wer seid Ihr? Wie heißt Ihr, und woher kommt Ihr?
So viele Fragen.
Wie soll ich so rasch eine Antwort finden?
Wartet!
Wo wollt Ihr hin?
Wartet auf mich!
Ein Trauerspiel ist das, ein Reichstrauerspiel.
Du hast sie verprellt.
Lass mich in Frieden mit deiner Staatspolitik. Schaff sie herbei!
Hol einen Doktor. Dein Bruder ist nicht mehr Herr seiner Sinne.
Du täuschst dich, Rasmus. Er war nie klarer als jetzt.
Ich bin zurück.
Ist recht, Rauhtierchen.
Komm an den Herd und koch die Suppe für den König.
Du weißt ja, wie es geht.
Ich will auch ein wenig nach oben gehen und zusehen.
Lass kein Haar in die Suppe fallen. Sonst gibt es nichts mehr zu essen.
Keine Angst, es fällt kein Haar hinein.
* Sie summt. *
Mit dem Ring machst du ihm ein Versprechen.
Aha, mein Bruder hat 1.000 Fragen: Wo ist sie? Warum ist sie weggelaufen?
Habe ich einen Fehler gemacht?
Hab Erbarmen mit mir, Friederike. Ich leide.
Wie eine Erscheinung kam sie herein.
Ich sah sie an und mir war, als hätte ich sie schon mal gesehen.
Als wären wir miteinander bekannt. Und dann dieser traumhafte Tanz.
Und dann flieht sie vor mir. Warum?
Gleichzeitig ist es, als wäre sie noch in diesem Raum.
Als stünde sie noch hier.
Du hast dich verliebt wie niemals in deinem Leben.
Aber sie ist fortgelaufen. Warum?
Ob sie jemals wiederkommt?
Hm.
Was ist mit der Suppe? Ich habe noch niemals eine so gute Suppe gegessen.
So ist das, wenn man verliebt ist.
Was ist das? Ein Ring.
Der Koch soll kommen.
Zu Diensten erbötigst, hochwürdigste Hoheit.
Was ist mit dem Essen? Ein Haar in der Suppe?
Wer hat die Suppe gekocht? Die Suppe?
Ich habe sie gekocht, mit meinen eigenen Löffeln,
sozusagen mit meinen eigenen Händen. War sie nicht gut?
Sie war ...
... wunderbar.
Du hast sie nicht gekocht. Sie war viel besser gekocht.
Besser als meine Suppe, wie kann das sein?
Ich gestehe: Nicht ich kochte die Suppe, sondern das Rauhtierchen.
Aber nach meinem Rezept.
Allerleirauh?
Schaff sie herbei!
Wer bist du?
Ich bin ein armes Kind, das Vater und Mutter verlor.
Wozu bist du in meinem Schloss?
Ich bin dazu da, dass Stiefel nach mir geworfen werden. Sieh mich an!
Woher hast du den Ring? Von dem Ring weiß ich nichts.
Sag die Wahrheit! Ich bin dein König.
Ihr seid mein König, und von dem Ring weiß ich nichts.
Keiner hat das Weib gesehen. Als hätte sie sich aufgelöst.
Unmöglich, dass eine Suppe besser schmeckt als meine.
Die ist wirklich ...
Die schmeckt wirklich ein bisschen besser.
Hm, ein verdammter Gaumenkitzel für einen Gaumenlüstling ist das.
Diese Suppe ist ein kulinarisches Trauerspiel.
Du hast ein Haar hineinfallen lassen.
Dafür gibt es Schläge.
Da war kein Haar. Ich kochte die Suppe so, wie du es mir gezeigt hast
Du hast die anders gemacht. Da ist eine Zutat drin, die ich nicht habe.
Darum schmeckt sie besser als alle Suppen, die ich je gekocht habe.
Die Suppe ist ein Traum.
Und du selbst erst.
Neuerdings lesen wir, ja? Bücher, Gedichte. Ist denn das eine Art?
Mir macht's Spaß. Nur manches versteh ich noch nicht.
Das z.B.: "Wie Schatten flieht die Lieb, indem man sie verfolgt."
Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.
Dieser Unsinn verwirrt das Gemüt. Du sprichst du nur noch über Liebe.
Das Reich geht zugrunde an deinem Wahn.
Im Gegenteil, das Reich wird blühen. Es wird größer und stärker werden.
Hier: "Denn die Liebe ist das Größte von allem."
Ein Wahn ist es, ein Traum für Narren. Das wirkliche Leben ...
Nichts ist wirklicher. Auch du wirst das noch begreifen.
Ich werde ein 2. Fest veranstalten. Damit sie wieder zu mir kommt.
Der Himmel gebe, dass diese Dame nie mehr an unserem Hof erscheint.
Was für schöne Augen du hast, Allerleirauh.
Dass ich das nie gesehen habe?
Komplimente für den Dreckbatzen, als wäre sie eine Hochwohlgeborene.
Dieses Weib hat einen Toren aus dir gemacht. Weder Narr noch Tor.
Wenn ich an sie denke, fühle ich mich wie ein wirklicher König.
* Sie summt. *
He, Dreckbatzen, was gibt es zu summen?
Stehe zu Diensten.
Stehst zu Diensten, ja? Putz mir die Stiefel! Aber rasch!
Ich hole das Putzzeug. Bleib hier! Nimm das Fell, deine Hände!
Knie nieder! Fang an!
Was glotzt du so mit deinen schönen Augen?
Willst du die Peitsche? Willst du?
Rasmus! Lass Sie in Ruhe!
Ich weise sie nur in die Schranken. Rühr sie nicht an!
Du rührst sie nicht an!
Und du! Geh in die Küche.
Tanzmusik
Wenn sie kommt, gebe ich dir ein Zeichen.
Schnapp sie, bevor der König sie sieht.
Ich habe mit der Dame noch ein Wörtchen zu reden.
Musik
Es ist alles fertig, ich würde so gern ... nach oben gehen?
Dich vor die Tür stellen? Nur zu gerne würde ich das.
Geh in Gottes Namen. Lass dich nicht erwischen.
Wer sollte mich erwischen? Rasmus.
Er will die Unbekannte daran hindern, aufs Fest zu kommen.
An allen Türen stehen Wächter. Sieh zu, dass sie dich nicht verwechseln.
Wer sollte mich denn verwechseln?
In einer halben Stunde bist du wieder hier
und kochst die Suppe für den König, die er so gerne isst.
Wie Schatten flieht die Lieb, indem man sie verfolgt.
Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.
Und ich habe schon befürchtet, du kommst nie wieder.
Warum? Wenn ein König wartet ...
Musik
Dieses Gedicht ...
Ich kenne es auch.
Ich weiß.
Du weißt das?
Woher?
Zauberei.
Hast du mir den Ring in die Suppe gezaubert?
Ist das dein Ring?
Wie sollte mein Ring in Ihre Suppe gelangen?
Wie könnte ich Ihre Suppe auf meinem Ring anrichten lassen?
Ich weiß es nicht.
Aber ich möchte es gerne wissen.
Wie heißt du?
Lotte.
Lotte.
Lotte.
Lotte, ich kenne dich irgendwoher.
Vom letzten Fest, oder?
Nein.
Ich kenne dich schon länger.
Ich kenne Euch auch schon länger.
Wartet auf mich!
Rennt doch nicht wieder weg.
Lotte, sie heißt Lotte. Lotte?
Lotte. Du machst mich kirre wegen dieser Person.
Will sie dich auf die Probe stellen?
Warum? Um deine Liebe zu prüfen.
Liebe, Liebe! Es geht um Staatspolitik, um das Reich.
Ich habe noch mal mit Prinzessin Larissa ... Schluss mit Larissa.
Kein Wort mehr von ihr. Ich verstehe dich nicht.
Ich muss wieder zugeben, dass nicht ich die Suppe gekocht habe.
Das Rauhtierchen hat die Suppe gekocht.
Bring sie her!
Ihr habt mich rufen lassen?
Kannst du es mir diesmal erklären?
Nein, von dem Spinnrad weiß ich nichts.
Nun sag schon.
Wozu bist du in meinem Schloss?
Hat Lotte dich geschickt?
Ich bin dazu da, dass Stiefel nach mir geworfen werden.
Ich spreche von diesem goldenen Spinnrad und von dem Ring.
Wie kommt das in meine Suppe?
Sag es! Du hast die Suppe doch gekocht.
Ich bin ein armes Kind, das seine Eltern verlor.
Ja, nur ein armes Kind. Jakob!
Ei ei, er rührt sie an, sie rührt ihn an.
Scher dich fort. Ich hab genug von deinen Lügen.
Ihr beschmutzt die Königswürde, wenn Ihr die Armen so schlecht behandelt.
Wie redest du mit dem König?
Aus meinen Augen. Geh!
Geh! Ja, ich gehe.
Himmel! Sie ist stolz wie eine Prinzessin.
Prinzessin ...
In der Tat. Wie eine Prinzessin.
Mach keinen Unsinn, Rauhtierchen.
Du willst mich doch nicht verlassen? Was soll ich noch hier?
Wasser holen, Feuer schüren, Asche kehren, über den König lachen.
Mir zeigen, wie man eine gute Suppe kocht.
Dazu brauchst du mich nicht.
Er hat mich angeschrien, mich zu Boden geworfen.
Der König ... Der König ist durcheinander, der Gute.
Wegen ihr. Mit dir hat das nichts zu tun. Er ist ein guter König.
Mit einem guten Herzen. Deshalb warf er mich auf den Boden?
Nein, natürlich nicht.
Bleib. Bitte.
Meinetwegen.
Was soll ich denn hier ohne dich?
Und wo willst du hin? Du hast doch niemanden außer mir.
Ohne dich ... wird mir kalt in der Küche.
Der Ofen hält dich schon warm.
Deine Wärme, Rauhtierchen, die brauche ich.
Komm, hol Holz.
Ich koch uns was. Komm in die Küche.
Musik
Komm her. Setz dich zu mir, goldschönes Rauhtierchen.
Setz dich her.
Lass es dir schmecken. Vielen Dank, Matthis.
Hm.
Das schmeckt noch besser als sonst.
Diesmal habe ich auch diese besondere Zutat genommen.
Damit gelingt jedes Gericht noch viel besser.
Matthis, du bist wie ein Vater für mich.
Wie ein wirklicher Vater.
Wo ich doch keinen Vater mehr habe.
Dann lass mich dein Vater sein.
Musik
Allerleirauh?
Lauf nicht weg. Ich tu nur meine Arbeit.
Bitte bleib stehen. Ich wollte nur ... Um Verzeihung bitten?
Bitte bleib stehen. Ich befehle dir, stehen zu bleiben!
Womit kann ich dienen? Wollt Ihr mich noch einmal zu Boden werfen?
Was macht man mit einem Spinnrad? Damit spinnt man Fäden aus Fasern.
Nein, das ist es nicht. Sie meint etwas anderes.
Man sagt auch, mit einem Spinnrad werden die Fäden gesponnen,
die Mann und Frau verbinden.
Ja, das ist es. Danke, wunderliches Mädchen. Matthis wartet auf mich.
Das kann doch nicht sein.
Ein letztes Fest, Rasmus, ein 3. Fest.
Ich will Tänze, die länger währen als jeder Tanz, der je getanzt wurde
Nicht noch ein Fest, damit die Unbekannte erscheint. Keine Widerrede
Wer weiß, ob sie uns wirklich unbekannt ist?
Wir kennen sie also? Verrate mir doch bitte:
Wer ist sie? Wie groß ist ihr Reich? Wo liegt es?
Abwarten. Das 3. Fest ist nur für sie.
Tanzmusik
Da bist du ja endlich. Du fehlst an allen Ecken und Enden.
Putz das Gemüse. Nein, dekorier erst den Braten. Ich rühre die Sauce.
Sei mir nicht böse. Ich bin nicht böse.
Trotzdem gehst du heute nicht aufs Fest.
Warum darf ich nicht vor die Tür? Weil es immer Ärger gibt.
Mal ist die Suppe zu gut, dann ist ein Ring oder Spinnrädchen drin.
Dann wirft dich der König zu Boden, schlägt dich und bricht dein Herz.
Aber er hat mich nicht geschlagen. Du stimmst mich nicht um.
Dieser Ball findet ohne dich statt.
Musik
Sag Rasmus, er soll alle Gäste nach Hause schicken. Das Fest ist beendet
Warts ab, sie wird kommen. Nein, ich hab sie vergrault.
Es ist sinnlos zu warten. Alles ist sinnlos.
Komm her. Setz dich, trink was mit mir.
Es ist so wichtig, weil ich ...
Weil du eine Hexe bist? Und etwas in die Suppe gibst,
dass sie dem König besser schmeckt als alles, was ich koche?
Ich muss zu dem Fest. Mein Glück hängt davon ab. Das glaub ich nicht.
2 Schritte habe ich schon getan. Jetzt muss ich noch den 3. tun.
Wenn alles gut geht, lege ich meinen Pelz für immer ab. Ich versprech es.
Du legst den Pelz ab? Versprochen?
Dann geh. Hier. Geh.
Musik
Raunen Musik verstummt
Musik
Ich gebe auf, es hat keinen Sinn.
Keinen Sinn? Das glaube ich nicht.
Musik
Ich dachte, du wärst für immer verschwunden.
Warum immer so ängstlich, mein König?
Musik
Weil ich zu lange zu blind war.
Ich hab dich gesehen und hab dich nicht erkannt.
Wie meint Ihr das?
So, wie ich es sage: blind.
Verstehst du? Wie ein Blinder, der nicht erkennt, wer vor ihm steht.
Willst du tatsächlich noch mal fort?
Und? Was ist diesmal darin?
Ich glaub, ich weiß es schon vorher. Hier.
Mit der Haspel wickelst du den Faden auf.
Beschäftigen wir uns jetzt mit Handarbeiten?
Rasmus, du bist ein Ochse. Sie soll kommen. Holt Allerleirauh.
Nicht den Koch? Allerleirauh soll kommen.
Allerleirauh?
Hast du wieder die Suppe gekocht? So gut ich es kann.
Verrätst du mir es diesmal?
Wer bist du?
Warum fragt Ihr?
Wo Ihr es doch schon wisst?
Darf ich?
Musik
Meine Lotte.
Musik
Ich glaub es nicht, der Dreckbatz ist ...
Eine wahre Prinzessin.
Ich hab's gewusst.
Musik
Jetzt lasse ich dich nicht mehr gehen.
Du bist meine Braut, und wir scheiden nimmermehr voneinander.
Nein, nimmermehr.
Erzählst du mir nun deine ganze Geschichte?
Und wenn sie so lang ist wie der Weg, den ich gehen musste,
um bei dir zu sein?
Ich will sie hören, die ganze Geschichte.
Untertitel: MDR TEXT
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