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Charlotte Anastasia
Umut Tulani
* Ruhige Musik *
Darf ich?
Ich würde mir gern dieses wunderbare Buch signieren lassen.
Wäre das möglich? - Aber sehr gerne.
Du bist der Erste. - Nee. Ernsthaft?
Äh, für Torsten, bitte. - Gut.
Und? Schon Lampenfieber?
Sagen wir, auf... angenehme Weise.
Hi, hallo. Hier, eure Kollegin.
(Julia) So. - Danke. Viel Spaß. Äh...
Ah.
Ah, da ist Dana.
Dana Zimmer, die Krimiautorin. Unsere Moderatorin.
Wie immer auf den letzten Drücker.
* Gesprächsfetzen *
Sandra Reidemeister.
Ich hoffe, Sie haben Zeit für ein Interview.
Sehr gerne. Ah, Sie schreiben für den "Hallenser Anzeiger".
Genau, das Feuilleton.
Danke. - (Dana) Bitte schön.
Was soll das?
Wir müssen reden. - Du kennst meine Meinung.
Lass mich in Ruhe. Komm her. Sag mal, spinnst du?
Aber sag mal, woher kennst du eigentlich Dana Zimmer?
Ähm... so vom Hören. Mhm.
Ist Charlotte nicht hier? Nee.
Nur wir beide haben den halben Tag freibekommen.
Liebe Gäste, mein Name ist Henry Brill.
Sie werden mich nicht kennen.
Ich bin der Verleger des Ganzen hier und freue mich,
Ihnen anlässlich ihrer Buchveröffentlichung
Dr. Julia Salomon vorstellen zu können.
Forensische Psychologin und Dekanin
der Polizeifachhochschule hier in Halle.
Ja, danke für den freundlichen Empfang,
obwohl Sie ja gar nicht wissen,
auf was Sie sich hier eingelassen haben.
Ja, ein vermeintliches It-Girl,
ein Postbote, der von sich behauptet, Arzt zu sein.
Ein falscher Prinz.
Was bewundern wir so sehr an Betrügern?
Wie viel Hochstapler steckt in jedem von uns?
Es gibt zwei Eigenschaften, über die ein perfekter Lügner verfügen muss.
Er darf keine Angst haben, entlarvt zu werden,
und muss sehr von sich überzeugt sein.
Er muss so sehr an die eigenen Geschichten...
* Klirren * (Frau) Ah!
* Stimmengewirr *
(leise) Scheiße.
(Phillip) Hallo? Können Sie mich hören?
Umut, rufen Sie den Notarzt. Kommen Sie.
Polizei Halle, Schneider mein Name.
Bitte bewahren Sie Ruhe. Es besteht keine Gefahr für Sie.
Sobald wir Informationen haben, werden wir diese an Sie weitergeben.
Ich möchte Sie bitten,
dass Sie sich in den vorderen Bereich bewegen.
Meine Kollegen werden auf Sie zukommen und Ihnen Fragen stellen.
* Handy *
Ja, Umut?
Ist was mit Dana? Kann ich zu ihr? - Henry bleib bitte bei mir.
Was denken Sie, was wir machen? - Sandra Reidemeister, Journalistin.
Es geht um Dana Zimmer, richtig? Ich sehe die Schlagzeile schon.
Ja, kann sein, aber Sie warten bitte jetzt bei den anderen Gästen.
Wir haben einen Todesfall.
Das Opfer heißt Dana Zimmer. Die Krimiautorin?
Ja, genau die wurde erstochen. Finden Sie alles über sie raus.
Dana ist tot.
Frau Venturi, Sie sind später gekommen.
Ist Ihnen irgendwas aufgefallen? - Was denn zum Beispiel?
Ist Ihnen jemand entgegengekommen, der es besonders eilig hatte?
Nein, da war niemand.
Bitte einmal Ihren Namen, Ihre Anschrift und die Telefonnummer.
Okay, könnten Sie mir Ihren Stift borgen?
Ich habe meinen vergessen wahrscheinlich.
Ein Füller. - (leise) Ja.
Damit einen Thorax zu durchstoßen, das braucht Kraft.
Ist 'n teures Teil, mit hoffentlich schönen Fingerabdrücken drauf.
Moment, wir sollten erst versuchen, das Handy zu entsperren.
* Signalton *
Ja.
Mit wem hat sie telefoniert? - Ich überprüfe das.
* Handy *
* Handy *
* Tastenton *
Ah, interessant.
Begleiten Sie unseren Herrn Verleger auf die Dienststelle?
Aber wieso? Entschuldige mal.
Das ist Routine, Sie können uns 'n paar Fragen beantworten.
Du kanntest das Opfer.
Also gut.
* Geheimnisvolle Musik *
Was können Sie uns über Marke und Verbleib Ihres Füllers sagen?
Federkern, unsere Hausmarke für verdiente Mitarbeiter.
Ich muss ihn im Büro vergessen haben.
Warum ist das so wichtig?
Weil Frau Zimmer mit genau solch einem Füller erstochen wurde.
Was?
Wir wissen, Sie waren der Letzte, der mit ihr telefoniert hat.
Jaja, das ist nicht ungewöhnlich, ich bin ihr Verleger.
Ich muss immer mit meinen Autoren in Kontakt bleiben.
Wären Sie bereit, uns Ihr Handy zu geben?
Jaja, alles gut, alles gut.
Offenbar haben Sie täglich mit Frau Zimmer telefoniert
und das sogar bis spät in die Nacht.
(Dörte) War das auch rein beruflich?
Nur dass zuletzt alle Anrufe von Frau Zimmer ausgegangen sind.
Was ist passiert?
Hatten Sie eine Affäre?
Ja, die habe ich vor Kurzem beendet.
Ja, Sie sind ja schließlich verheiratet.
(Henry) Ja.
Ihre Frau befindet sich wo?
Nina, die ist jetzt für den Verlag in London grade.
Wir werden das überprüfen.
Wir haben Zeugen, die beobachtet haben,
wie Sie und Frau Zimmer sich gestritten haben vor ihrem Tod.
Ja, das... das macht mich verdächtig.
Worum ging es dabei?
Ich war sauer auf Dana.
Sag mal, spinnst du? Wir hatten vereinbart, diskret zu sein.
Warum schickst du meiner Frau diesen Brief?
Gott sei Dank konnte ich den abfangen.
* Sie lacht. * Warum lachst du jetzt?
Ich bin nicht dein Spielball. - Was für ein Quatsch. Spielball?
Du solltest besser zuhören. Ich habe gesagt, es ist aus, vorbei.
So gehst du nicht mit mir um. - Krieg das in deinen Kopf. Bitte.
Ich meine, Dana hat ihre Starallüren, ja,
aber... ich hätte ihr doch nie etwas antun können.
Okay. Okay, danke.
Warum hätte sie das gebraucht?
Dein Verleger bestreitet die Tat,
gibt aber 'n Verhältnis mit dem Opfer zu.
Wie schätzt du ihn ein?
Grundsätzlich traue ich ihm alles zu.
Sein Aggressionspotenzial konnte jeder sehen.
(Julia) Tschüs.
Wir müssten dann auch mal zurück. Ja, schönen Tag noch.
Danke schön, tschüs.
Haben Sie da grade was geklaut?
Was? Nein, das ist geliehen.
Du hast 'nen Büchereiausweis?
Ja, die haben gute Fachliteratur. Polizeiarbeit, Ermittlungen.
Und was genau ist das jetzt?
Ist dir doch egal. Nee, das interessiert mich.
Komm, zeig mal her. Ist es 'n Porno?
Was?
Fertig, Abflug. Zeig her.
Ist das dein Ernst? Zeig mir jetzt.
"'Miss Crime', cosy crime mysteries written bei Meghan Murphy."
Komm, gib her. Uh!
Her damit. "The Amateur Detective"?
Her damit! Damit verbessere ich mein Englisch.
Hallo. Kripo Halle. Kaiser. - Das kann jeder sagen.
Ich bin bei der Mordkommission. Wir hatten hier drin Ermittlungen.
Hallo?
Darf doch nicht wahr sein.
Das zahl ich sowieso nicht.
Ja, danke, falls wir Fragen haben, melden wir uns.
(Henry) Okay, ähm, ja.
Habt ihr den Verleger gehen lassen?
Du willst doch nicht mit mir über den Fall sprechen, oder?
Natürlich nicht.
Ich will überhaupt mit dir sprechen und du gehst mir ausm Weg.
Wenn du mir was zu sagen hast, dann sag's mir, bitte.
Was willst du von mir, Phillip? Weißt du das überhaupt?
* Vibration *
Ihr habt noch Kontakt.
Natürlich haben wir Kontakt.
* Gefühlvolle Musik *
Mhm... okay.
Thank you for the information.
Nina Brill ist tatsächlich geschäftlich in London unterwegs.
Dann hat ihr Mann nicht gelogen. Nicht, was seine Frau betrifft.
Vielleicht hat Frau Zimmer es nicht verkraftet.
Und ihn erpresst?
Möglicherweise drohte sie damit, das zu erzählen.
Mhm, und in seiner Not wusste er sich nicht anders zu helfen.
Dazu passt, dass sie vor dem Mord Streit hatten.
Und der hat seinen Füller verlegt. Möglicherweise die Mordwaffe.
Wie kommt man bitte auf die Idee?
Keine Ahnung. Im Affekt?
Anastasia, Umut, Sie haben 'ne Liste mit den Namen der Anwesenden.
Finden Sie raus, wem der Füller gehört.
Merseburg.
Henry Brill steht vor der Moko.
Passt ja, lassen Sie ihn reinkommen. Umut, wir nehmen uns den dann vor.
Schicken Sie ihn rein, danke.
Du übernimmst das, oder?
Klar.
* Ruhige Musik *
Herr Brill, was gibt's?
Den hatte ich im Büro liegen lassen
und bin sofort hierher, um das aufzuklären.
Marke Federkern, wie die Tatwaffe.
Ja, der Rockstar unter den Füllern.
Das Fabrikat ist sozusagen unsere Hausmarke,
als kleines Geschenk für unsere Stars.
Das hat echt Stil.
Aber was sagt uns, dass Sie davon nicht mehr haben?
Wissen Sie, was der kostet?
Ich habe Dana nicht getötet. Bitte glauben Sie mir.
Jaja, wir glauben nicht, wir ermitteln.
Sie listen uns bitte die auf,
die in den Genuss dieses Präsents gekommen sind.
Ja klar, kann ich sofort veranlassen.
Wir würden den hierbehalten, ja?
Äh... ja.
Sie finden selbst raus? Ähm, ja.
Na? Was sagt unser Cosy-Crime-Experte?
Also, bei "Miss Crime" ist es oft 'ne falsche Fährte.
Hier könnte es genauso sein.
Spannend.
(Torsten) Julia.
* Sie seufzt leise. *
Ich hab noch mal über Brill nachgedacht.
War grade hier, hat uns seinen wiedergefundenen Füller präsentiert.
Was ich mich frage: Würde jemand sein bestes Pferd im Stall töten?
Dana Zimmer hat 'n Vermögen eingebracht.
Ja, Geschäftsmann ist er, durch und durch.
Von Literatur hat er keine Ahnung.
Ernsthaft? - Hm.
Der hat nur die wenigsten Bücher gelesen, die er verlegt.
Seine Frau Nina hat den Brill-Verlag mit in die Ehe gebracht.
Er hat ihren Namen angenommen?
Er ist nur der Geschäftsführer.
Bei 'ner Scheidung würde er leer ausgehen.
Und wahrscheinlich auf der Straße stehen,
wenn sein Verhältnis mit Dana rauskommen würde.
Die Frage ist, wie weit würde einer wie er gehen,
wenn er mit dem Rücken zur Wand steht.
(Dörte) Tut mir leid, das weiß ich nicht.
(Dörte) Keine Ahnung.
(Phillip) Das ist die Aussage von der Bibliothekarin.
(Dörte) Danke, Phillip. Ähm, ich muss Schluss machen.
Auf die Gefahr hin, Sie zu Tode zu langweilen,
der Füller wurde unserem Opfer mit großer Wucht
genau durch die Rippen mitten ins Herz gerammt.
Also, ein männlicher Täter. Oder jede Menge Wut.
Jedenfalls war die Frau Sekunden später tot.
Und Fingerabdrücke? Fein säuberlich abgewischt.
Das ist ganz schön abgebrüht. Ich mein, da waren 'n Haufen Leute.
Lässt sich der Täter nicht über einen DNA-Test einkreisen?
Leider gibt's am Corpus Delicti keine verwertbaren DNA-Spuren.
Schade.
Was glauben Sie?
Lässt sich etwas daraus ableiten, dass die Tatwaffe ein Füller ist?
Ja, dass die Tat nicht geplant war. Das will ich wohl meinen.
Der Täter könnte 'n Autor sein,
der 'nen Konkurrenten ausschalten wollte.
Du liest definitiv zu viel "Miss Crime".
(Julia) Ah.
Hey, Julia. Hast du 'nen Moment?
Ja, natürlich.
(Julia) Komm rein.
Es tut mir leid.
Was genau meinst du?
Du kannst doch gar nichts dafür. Oder doch?
Nein, natürlich nicht, aber ich hätte mir deine Präsentation
ganz anders vorgestellt.
Ach.
Das ging uns wahrscheinlich allen so.
Die Presse wird vermutlich den Mord in den Vordergrund rücken.
Nicht schön, aber steigert erfahrungsgemäß die Verkaufszahlen.
Dann hättest du ja ein Motiv.
Ich?
(leise) Hm.
Hast du mit der Journalistin vom Feuilleton
einen Vorabdruck des Buches ausgemacht?
Wie meinst du?
Sandra Reidemeister.
Die kenn ich nicht.
Aber du hast sie zur Lesung eingeladen.
Reidemeister? Nein, nie von ihr gehört.
Marvin Schulze, Steuerberater. Kein Füller.
Polly Venturi, Köchin, König Otto. Auch kein Füller.
Vielleicht schreibt die ja Kochrezepte?
Bringt der Verlag Kochbücher raus?
Leute, ich glaub, ich weiß, wem der Füller gehört.
Frau Pfeiffer? Ja?
Ich bin die Gegenstände des Opfers durchgegangen.
Frau Zimmer hatte ein leeres Etui bei sich.
Vom Federkern-Füller keine Spur. Okay.
Den hatte sie doch dabei.
Hier.
Moment, soll das heißen,
sie wurde mit ihrem Füller erstochen, oder was?
Vielleicht hat der Mörder ihr den aus der Hand gerissen.
Dann war's 'n crazy Fan oder vielleicht 'n Stalker oder so?
* Vibration *
Was ist los?
Der internationale Suchdienst, sie haben vermutlich Bintou gefunden.
Deine Schwester.
Was, wenn das wieder nur 'n falscher Alarm ist?
Und was, wenn nicht? Sie haben doch Kontakt zu ihr.
Was sagen sie denn? Wo ist Bintou? In Spanien.
Sie haben mir eine Handynummer geschickt.
Versuch's einfach.
* Freizeichen *
(Bintou) Hola, lo siento, no puedo ahora. Hasta luego.
* Piepton *
(leise) Los.
Super.
* Er seufzt leise. *
Och Mensch! Was ist das denn hier für eine Scheiße, Mensch?
Die Journalistin Sandra Reidemeister
würde auf jeden Fall ins Raster passen.
Hat sie 'ne Verbindung zum Opfer? Das wissen wir nicht.
Aber immerhin schreiben Journalistinnen.
Leute, die Köchin Polly Venturi
hat vor vier Monaten ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht.
Kein Kochbuch, sondern einen Krimi, "Der 5-Sterne-Mörder".
Ich lad das E-Book runter.
Heißt das letzte Buch von Dana Zimmer nicht genauso?
Fast, "Der Mörder kam um 8".
Gut, bestellen Sie Frau Reidemeister und Frau Venturi für morgen ein.
Ja? Ja.
Hey. Was ist denn mit Tulani?
Ich bin mir sicher, das erzählt er euch gleich selbst.
Mach dir keine Sorgen, das wird schon.
Und wenn sie's wirklich ist, dann meldet sie sich bei dir.
Ja, und die freut sich doch auch, ihren Bruder wiederzufinden.
Ja. * Vibration *
* Vibration *
* Vibration * Das... ist Bintou.
* Vibration *
Ja, äh, Tulani Coulibaly.
Wer auch immer du bist, keine Ahnung, woher du das weißt,
aber es ist dreist, mich anzurufen und mir Hoffnungen zu machen.
Nein, also, ich bin's wirklich.
Du lügst. Spricht die Deutsch?
Mein Bruder ist vor mehreren Jahren ertrunken.
* Bintou legt auf. *
Ja und? War sie's wirklich?
Äh... ich denke schon.
Aber sie glaubt mir nicht.
Vielleicht kam das jetzt überraschend
und es war einfach zu viel für sie.
Was ist, wenn du ihr ein Video machst, wo du alles erklärst?
Ja, und dann zeigst du ihr die Kette von euren Eltern.
Ja... gute Idee.
Am besten jetzt sofort, oder?
Ja.
Okay... eins, zwei, drei und Action.
Hallo, Bintou, ich bin's wirklich, dein Bruder... Tulani Coulibaly.
Ähm... vielleicht mehr lächeln?
Mhm. Okay, noch mal auf drei.
Eins, zwei, drei und Action.
Hallo, Bintou.
* Tulani wechselt die Sprache. *
* Anklopfen und Tür *
Julia, entschuldige, ich hab da... ich komm damit nicht...
Du hast doch von deinem Verleger so 'nen tollen Füller bekommen.
Ja. - Den brauchst du noch, hm?
Ja.
Ja. Na ja, war ja klar, kein Problem.
Du, aber ich kann ihn ja fragen.
Ich kann sehen, was ich für dich tun kann.
Wirklich? - Mhm.
Du, habt ihr mit dieser Journalistin gesprochen, Sandra Reidemeister?
Äh, Henry meinte, er kennt sie nicht und hat noch nie was von ihr gehört.
Wir haben sie für morgen einbestellt, aber gut zu wissen.
Schönen Feierabend. - Tschüs.
* Umut gähnt. *
Ey, hör dir das mal an.
"Ihr stockte das Herz, als sie das leise Atmen einer Person vernahm,
die sich ihr langsam näherte.
Ihre Erblindung hatte ihre Sinne geschärft
und ihr unerwartet einen Vorteil verschafft."
Bei dir ist die Ermittlerin auch blind?
Ja, und die hat so 'nen Blindenhund oder so.
Krass, bei mir auch.
Hä? Echt jetzt?
Was entdeckt?
Äh, vielleicht.
Scheinbar hat Frau Venturis "5-Sterne-Mörder"
einige Ähnlichkeiten mit... "Der Mörder kam um 8".
Vielleicht gibt's da 'nen Zusammenhang.
Kann es sein, dass Polly Venturi den Text geklaut hat?
Frau Zimmer hat das herausgefunden, sie hat sie zur Rede gestellt
und wurde dann mit ihrem eigenen Füller erstochen.
Schade nur, dass Frau Venturi erst reinkam,
als Frau Zimmer schon tot war.
* Er seufzt. *
Und weiter geht's.
* Ruhige Musik *
Schon was von Bintou gehört? Nein.
Warum meldet sie sich nicht?
Sie meldet sich bestimmt.
Ihr habt schon Feierabend?
Mit der Befragung geht's morgen weiter.
Ich geh joggen. Kommt jemand mit?
Nee.
Ich komm mit.
Sprints, oder? Ja, vielleicht.
"Miss Crime und der Schreibzirkel"?
Äh, ja. Ja, äh, auf DVD und auf Deutsch.
"Miss Crime und der Schreibzirkel"?
Boah, ja, "Miss Crime und der Schreibzirkel".
Was ist damit? Gib mal her.
Haben wir da eine Kuschelkrimiexpertin?
Oh ja, das musst du grade sagen.
Ach so. Komm, jetzt gib mal her.
* Ruhige Musik *
* Dynamische Musik *
Nehmen Sie bitte Platz. - Danke.
Danke, dass Sie gekommen sind.
Auch wenn ich nicht verstanden habe, was Sie von mir wollen.
Wir haben herausbekommen, dass Sie das Opfer kannten.
Ja... das ist kein Geheimnis.
Ich war vor zwei Jahren in Danas Krimiseminar.
Können Sie uns erklären,
warum Frau Zimmer Ihre Nummer geblockt hat?
Echt? Hat sie das?
Keine Ahnung.
Und fragen geht ja wohl nicht mehr, hm?
Was wollten Sie bei der Lesung?
Na, mich inspirieren lassen, für meinen zweiten Krimi.
Wir haben festgestellt,
dass Ihr Krimi 'ne Ähnlichkeit zu dem Bestseller von Frau Zimmer hat.
In beiden Büchern erblindet die Detektivin
und hat einen Schäferhund an ihrer Seite.
Wessen Idee war das?
Wenn ich das sage, glauben Sie mir nicht.
Wollen Sie andeuten, dass Frau Zimmer abgekupfert hat?
Ja.
Also, wenn jemand meine Story klauen würde,
dann würde ich nicht so ruhig bleiben.
Deshalb gleich jemanden umbringen? Haben Sie?
Nein.
Ich bin nicht nachtragend und ich habe meinen Krimi
erfolgreich im Selbstverlag rausgebracht.
Also hat alles gut funktioniert.
War's das?
Ich mein, es war schön mit Ihnen, aber meine Schicht fängt gleich an.
Da wollen wir Ihnen natürlich nicht im Wege stehen.
Falls wir noch Fragen haben, Ihre Adresse haben wir ja.
(Polly) Danke.
Sie kannte das Opfer. Zufall?
Schwer zu glauben.
Vor allem, wenn Dana Zimmer tatsächlich ihre Idee verwendet hat.
Vermutlich hat Frau Venturi gehofft,
dass Frau Zimmer 'n gutes Wort für sie einlegt.
Als es nicht passiert ist, hat sie Frau Zimmer immer wieder angerufen.
Sie war genervt und hat ihre Nummer blockiert.
Ja, deswegen ist Frau Venturi zur Lesung gekommen.
Um Frau Zimmer damit zu konfrontieren.
Das führte dann zum Streit, es ist eskaliert.
(Torsten) Ja, wenn nicht...
Einige gesehen hätten, dass sie nach dem Mord reingekommen ist.
Also, verdächtig bleiben
der Verleger Brill und die Journalistin Reidemeister.
Genau... die nicht zur Befragung erscheinen ist.
Ernsthaft? Haben Sie da nachgehakt?
Ich bin dran.
(Dörte) Was für 'n beschissener Fall.
(leise) Ah.
Herr Kaiser? (klopft an) Ja.
Sandra Reidemeister behauptet,
beim Hallenser Anzeiger zu arbeiten,
aber dort gibt es keine mit diesem Namen.
Die angegebene Adresse stimmt auch nicht.
Also hat sie gelogen.
Gibt sie sich nur als Journalistin aus? Warum?
Vielleicht, um ein Interview mit Frau Dr. Salomon zu führen.
Versuchen Sie, mehr über sie rauszufinden.
Du meinst also, sie ist eine Hochstaplerin.
Ich hab keine andere Erklärung.
Wieso gibt sie sich als Journalistin aus?
Fiel's ihr so leichter, sich ihrem Opfer zu nähern?
Sie könnte die Täterin sein.
Ihre falsche Identität kann auf vieles hindeuten.
Auf jeden Fall hätte sie's gar nicht nötig gehabt,
sich bei mir vorzustellen,
wenn ihr Ziel gewesen wäre, Frau Zimmer umzubringen.
Mhm, das stimmt.
Aber es bringt ja nichts, wenn wir uns hier im Kreis drehen.
Wir müssen erst mal rausfinden, wer diese Frau wirklich ist.
* Freizeichen * Wen rufst du an?
Sandra Reidemeister, Journalistin. Hinterlassen Sie eine Nachricht.
* Piepton * (leise) Julia.
Dr. Salomon hier, ich rufe Sie an,
weil ich Ihnen ja noch ein Interview schuldig bin.
Das waren ja unglückliche Umstände.
Wär's Ihnen recht,
vielleicht gleich heute Nachmittag hier bei mir im Büro?
Rufen Sie mich noch mal an, um mir zu sagen, wann es Ihnen passt?
* Signalton *
(seufzend) Julia.
Ich bin ja nicht allein und ich fühle mich ausreichend vorgewarnt.
Du sagst mir, wenn sie sich meldet.
Aber natürlich, sofort.
Und ihr seid euch da zu 100 Prozent sicher?
Die Fakten sprechen für sich, oder? Mhm.
Neue Erkenntnisse?
Oh ja, Sandra Reidemeister ist nicht Sandra Reidemeister.
(Torsten) Ah. Sondern?
In Wirklichkeit heißt sie Sylvia Müller
und wurde vom örtlichen Adelsverband angezeigt.
Was war denn der Grund?
Sie hat sich wohl als Baronin von Kalitsch ausgegeben
und brisante Geschichten aus ihrem angeblichen Adelsleben gepostet.
Eine Hochstaplerin. - Ja.
Und 'ne Messerstecherin. - Wie bitte?
Sie hat 'ne Frau mit 'nem Messer verletzt.
Histrionische Persönlichkeitsstörung.
(beide) Bitte?
Ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Habt ihr Frau Dr. Salomons Buch nicht gelesen?
Liegt bei mir aufm Nachttisch.
Was uns fehlt, ist 'ne Verbindung zwischen ihr und dem Opfer.
Wie auch immer, solange wir nicht wissen, was mit ihr los ist,
müssen wir davon ausgehen, dass sie gefährlich ist.
Wird in Kürze bei Julia sein. Tulani, Sie warnen sie.
* Handy *
Ja? Ähm. ¿Sí?
Hi, hier ist Bintou, ich komme gleich mit dem Taxi bei dir an.
Was?
Hier? Du... Du meinst, jetzt?
Ja, als ich dein Video gesehen hab, hab ich mich auf den Weg gemacht.
Okay.
Tuli?
* Ruhige Musik *
* Emotionale Musik *
(weinend) Es tut mir so leid. Schon okay.
Ich hab alles versucht, wirklich, so viel Geld gegeben.
Es war so furchtbar. Tuli, hey.
Und dann hab ich diesen Kontakt zum Suchdienst...
Diese Ärztin... Ist schon okay. Ist schon okay.
Ich kann es nicht glauben, dass du's wirklich bist.
Sie haben mir gesagt, du wärst tot.
Mir auch.
* Emotionale Musik *
Warum kannst du eigentlich Deutsch? Ähm...
Touristikstudium, Schwerpunkt Deutsch.
Ich war zwei Semester lang an der FH in Neu-Isenburg.
Sollen wir?
* Geheimnisvolle Musik *
* Sie klopft an. *
(Julia) Ja, bitte.
* Die Tür geht zu. *
Frau Dr. Salomon.
Frau Reidemeister, das ist, ähm... das ist aber schön,
dass Sie's einrichten konnten.
Kommen Sie, setzen Sie sich.
Warten Sie nur 'nen Moment, ich muss einen Termin verschieben.
So spontan hab ich jetzt doch nicht mit Ihnen gerechnet.
Frau Venturi hatte unser Opfer verklagt
wegen Diebstahl geistigen Eigentums.
Davon hat sie uns nichts erzählt.
Mhm, nur wurde die Klage abgewiesen aus Mangel an Beweisen.
Wir haben so viele Parallelen zwischen den Krimis gefunden.
Tja.
Was ist, wenn uns Frau Venturi getäuscht hat?
Sie ersticht Frau Zimmer aus Rache,
geht unbemerkt raus und kommt wieder,
nachdem sie sich sicher ist, dass alle sie kommen sehen.
Sozusagen als ihr Alibi. Genau.
Brauchen wir nur noch Beweise und Zeugen.
Ich schulde Ihnen ja auch noch das Leseexemplar.
Warten Sie, ich hole Ihnen das. Setzten Sie sich ruhig.
* Tastenton * (leise) Sie ist hier.
Ah! - Falls es grad nicht passt...
Doch, doch, es passt.
Oh Gott, ist es mir peinlich. Entschuldigung.
Ich kann es Ihnen auch signieren, wenn Sie mögen.
Mögen Sie? - Gerne.
Für Sandra Reidemeister?
Genau.
Sagen Sie,
hat Ihre Feuilletonredaktion Sie eigentlich geschickt
oder... haben Sie auch ein persönliches Interesse
am Thema Hochstapelei.
Danke.
Mögen Sie Tee?
Ich mach uns welchen.
Danke, nein.
Sie haben recht, Sie wollen ja Ihre Fragen stellen.
Ich hab 'ne Idee. Komm mit. Ich weiß, wen wir fragen können.
(Julias Sprachnachricht) Sie ist hier.
Scheiße. Whoa!
Wie und wann genau sind Sie auf das Thema Hochstapler gekommen?
Aus aktuellem Anlass quasi.
Vielleicht wollen Sie doch das Buch, ich hab's im Vorwort sehr genau...
Die Hand aus der Tasche.
Die Hand aus der Tasche, Sylvia Müller alias Sandra Reidemeister.
Wussten Sie das auch?
Nicht von Anfang an.
Und woran haben Sie's gemerkt? - Lesen Sie mein Buch.
Ich muss Sie bitten mitzukommen.
Sie stehen unter Verdacht, Dana Zimmer ermordet zu haben.
Sie denken, ich hab... - Die Hinweise reichen aus.
Aber ich hab gar nichts gemacht. - Abführen.
Ich hab damit nichts zu tun. - Kommen Sie bitte mit.
* Julia seufzt. *
Du meine Güte, ihr habt euch ganz schön Zeit gelassen.
Ich hab die ganze Zeit gedacht, sie holt ihren... Füller aus der Tasche.
Das ist 'n Diktiergerät.
Damit hätte sie dich höchstens festnageln, nicht töten, können.
Danke.
Ach... vielleicht war's doch nicht so 'ne gute Idee.
Mhm, super gemacht, Miss Crime.
Hey, warte mal. Ist sie das nicht?
Entschuldigung.
Sadowski, Kripo Halle.
Gül. Hallo. Hallo.
Es gab hier gestern einen Vorfall. Davon hab ich gehört.
Sie haben Strafzettel verteilt.
Richtig? Ja.
Frau Venturi, Sie sind Halterin eines Pkw?
Sonst komme ich nicht zur Arbeit. Warum fragen Sie?
Und Sie hatten Frau Zimmer von Ihrer Romanidee erzählt?
Ja, Dana fand meine Story richtig gut.
Mhm, so gut, dass sie sie selbst benutzt
und damit 'nen Haufen Kohle verdient hat.
Sie müssen enttäuscht gewesen sein. Und ziemlich wütend.
Ja, natürlich.
Sind Sie deshalb zur Lesung gekommen?
Um Frau Zimmer zur Rede zu stellen?
Ja... aber als ich in die Bücherei kam, war sie ja bereits tot.
Ich kam ja zu spät.
Weshalb waren Sie denn zu spät?
Mussten Sie noch lange nach 'nem Parkplatz suchen, oder was?
Ja, genau. (leise) Ah.
Ihr Strafzettel sagt aber aus,
dass Sie bereits 'ne halbe Stunde vor der Lesung dort waren.
Wir werden einen Abgleich Ihrer DNA mit der am Füller vornehmen.
Frau Venturi, ich hab Ihr Buch gelesen
und ich muss gestehen, dass es mir sehr gut gefallen hat.
Ja, sogar viel besser als das von Dana Zimmer.
Mit dem richtigen Verlag und der richtigen Promotion,
da hätte Ihr Buch Bestsellerpotenzial,
also meiner Meinung nach.
Ja.
Frau Venturi... wir glauben nicht, dass Sie den Mord geplant haben,
aber Sie müssen uns sagen, was passiert ist.
Ich habe gesagt, es ist aus, vorbei. Ein für alle Mal.
So gehst du nicht mit mir um, so nicht.
Warum gehst du mir aus dem Weg?
Weil du 'ne Nervensäge bist.
Du hast mich ausgenutzt, es war meine Idee.
Eine Idee kann jeder haben. Nicht jede dahergelaufene...
Du hast versprochen, mich zu empfehlen!
* Dana lacht. * Es ist meine Geschichte.
Ah... jetzt mach dich doch nicht lächerlich.
Eine gute Geschichte reicht nicht aus.
Dein kleiner Roman,
der strotzt nur so vor billigen Belanglosigkeiten.
Was wird das denn?
Das hat sie verdient.
Sie hat mir meinen Erfolg geklaut.
* Ruhige Musik *
Tja, Frau Venturi hat gestanden.
Gratulation.
Mit herzlichen Grüßen von meinem Verleger.
Nicht dein Ernst... whoa.
* Er lacht. *
Bei dem musst du ja 'nen Stein im Brett haben.
Danke. - Bitte.
Frau Dr. Salomon, Herr Kaiser, das ist meine Schwester Bintou.
Sie hat Urlaub und bleibt 'n paar Tage.
Wunderbar. - Ja, das freut mich für Sie beide.
Aber das soll hoffentlich keine Entschuldigung dafür sein,
dass Sie Frau Dr. Salomon nicht gewarnt haben.
Abflug.
Zu streng? - Ja.
Oder nein.
Vielleicht.
Hier wurde grade die Füllermörderin festgenommen.
Mein Name ist Dagmar Katzorke. - Das darf doch nicht wahr sein.
Frau Müller! Darf ich Sie bitten?
Macht einfach so viel Spaß.
Vielleicht sollte ich echt Reporterin werden.
Das können Sie ja, aber bis dahin überlassen Sie die Berichterstattung
der Presseabteilung der Polizei.
Sagen Sie, was wollten Sie bei meiner Buchvorstellung?
Mir 'n paar Tipps abholen. - Aha.
Einen Tipp hab ich für Sie: Suchen Sie sich 'nen Therapeuten.
Auch 'n schöner Beruf.
(leise) Äh...
Leute...
Darf ich euch meine Schwester vorstellen? Bintou.
Schön, dass du da bist.
* Gefühlvolle Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024
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