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Original subtitles

Pardon.

Entschuldigen Sie. Danke.

FÜR STÉPHANE LE DALL

Wir haben gewonnen!...

Entschuldigung?

Entschuldigung.

-Guten Abend. -Ich bin Véra, die Freundin von Hortense.

Ja, wegen der Schlüssel.

AUF DIE FREUDE

Bist du sicher, dass er tot ist?

Na ja, äh... Ja, er ist völlig hinüber.

Tut mir leid, Hortense.

Andererseits war ja damit zu rechnen.

-Meine Nachbarin konnte nicht kommen. -Warum?

Sie hat sich aufs Land verzogen. Das machen doch alle.

Vielleicht gebe ich den Pflanzen mal was.

Ich habe dich umsonst kommen lassen.

Und wie geht's dir? Noch andere Symptome?

Nein, nein, es ist wie eine Grippe.

Außer Paracetamol nehme ich nichts.

Nur die Gliederschmerzen halten mich vom Schlafen ab.

Was nicht lustig ist, dass ich mein Zimmer nicht verlasse.

Und wir waschen uns alle die Hände, 15-mal am Tag.

Gut, dass mein Bruder genug Platz hat.

Jetzt kommst du schon mal nach Paris... Ist zum Kotzen.

Ich mache mal Schluss, der Dingsda redet gerade.

-"Dingsda"? -Edouard Philippe.

Wir sind ein fröhliches Volk, das gern zusammenlebt.

Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr,

wenn die Angst sich ausbreitet.

Nach den Ankündigungen des Präsidenten am Donnerstagabend

bin ich am Freitag und auch heute Morgen

nach draußen gegangen, und wohl jeder hat diese Erfahrung gemacht:

Es sind zu viele Menschen in den Cafés und Restaurants.

In normalen Zeiten würde mich das freuen,

denn das ist das Frankreich, das wir lieben.

Aber für einige Wochen

ist es nicht das, was wir tun sollten.

Zusammen mit dem Präsidenten der Republik

habe ich daher beschlossen, bis auf Weiteres,

ab heute um Mitternacht alle Orte

mit Publikumsverkehr zu schließen,

die für das Leben nicht unerlässlich sind.

Das betrifft insbesondere die Restaurants, Cafés,

Kinos und Diskotheken.

Religiöse Stätten bleiben geöffnet.

Alles klar?

Dein Vater hustet, und er glaubt, er hat Fieber.

Mist... Aber das bildet er sich doch nur ein.

Halt, halt, halt!

Habt ihr Fieber gemessen?

-Äh, nein. -Na, dann kauft ein Thermometer.

-Aber geht's ihm wirklich nicht gut? -Er hustet und fröstelt.

Ich weiß nicht, ob ich dich reinlassen soll.

Na ja... ich weiß nicht, aber...

Wir können aber draußen was essen.

Nein, bleib bei ihm. Wo ist er denn? Papa?

Ja, bitte bleib nicht da, das ist gefährlich.

Unsinn.

Ich kann dich nicht mal umarmen.

-Wie blöd, ich hab Hähnchen gemacht. -Aber ich werd doch jetzt nicht gehen.

Ich weiß nicht, gibt's um die Zeit noch Züge?

Hortense, ich noch mal. Ich stecke in der Klemme.

Vater ist krank. Sie wollen nicht, dass ich da schlafe.

Ich bin also wieder unterwegs zu deiner Wohnung.

Weil das der einzige Ort ist, wo ich schlafen könnte.

Ruf mich an. Ich drück dich. Und pass auf dich auf.

KONNTE HEUTE DEN FLIEGER NICHT NEHMEN.

SITZE IN SPANIEN FEST, MINDESTENS BIS MORGEN.

-Ja, hallo? -Hat Hortense nicht Bescheid gesagt?

Ich wollte meinen Fotoapparat holen.

Davon weiß ich nichts. Oder doch - warte.

Doch, sie hat es mir geschrieben.

Reinigst du regelmäßig dein Telefon? Die Dinger sind Bakterienschleudern.

-Dann kannst du gleich noch mal duschen. -Wo ist der Apparat?

Entweder in dem Schrank neben dem Bett

oder auf der anderen Seite, unter einem...Dingsda.

Okay.

Trockne dich ruhig erst ab. Ich kann warten.

Oder ich komme in 10 Minuten wieder?

Nein, da muss ich zum Zug.

Okay, ich komme nicht rein.

Kann ja sein, dass ich es hab, ohne es zu wissen.

-Tut mir leid. -Ach, ich hab' ihn.

Da ist er.

Ja, super, das ist er.

-Hier. -Danke, vielen Dank.

Gut, dann pass auf dich auf.

Tu was getan werden muss, wir kneifen den Hintern zusammen.

-Tschüss. -Danke.

-Hallo? -Guten Tag, Véra.

-Guten Tag. -Könnten wir unser

Video-Vorstellungsgespräch vorverlegen, so auf 15 Uhr?

Wie Sie sich denken können, herrscht überall Chaos.

Aber da sitz' ich im Zug.

Aber mein Zeitplan ändert sich alle fünf Minuten.

Sagen wir heute um 15 Uhr?

Sind Sie unglücklich bei Bouchard & Berry?

Nein. Mich motiviert, in eine Kanzlei wie die Ihre einzutreten.

Wir haben keine Zeit, denen nachzulaufen, die Privates machen.

Mir ist vor allem wichtig, dass Sie Sie bleiben.

-Haben Sie helle oder dunkle Augen? -Wie bitte?

-Blaue, wieso? -Ich seh's nicht so gut.

Entschuldigung. Das war nur eine harmlose Frage.

Heute kann man ja nichts mehr sagen.

Die Männer wissen nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen.

Viele Frauen fühlen da mit, also ich meine...

mehr, als man denkt.

Und Sie? Wie denken Sie darüber?

Ich misstraue eher dem Abschweifen als den Reden.

Und jede Rede hat ihre Abschweifungen.

Ja.

Sie sind clever. Sie haben Autorität, das ist gut.

Ist das gut?

Ihr Stimme ist sehr schön.

-Danke. -Das war ernst gemeint. Das ist wichtig.

...nimmt weiter zu. 1.200 Fälle,

weitere 21 Todesfälle in 24 Stunden.

Tja, da wird man sich nun wohl in seinem Haus einsperren.

Viele Pariser packen aber auch,

sie wollen diese Krise lieber im Grünen überdauern.

Ich bin da zwiegespalten.

Diese Furcht, ich verstehe das Bedürfnis, sich...sich

die Schränke zu füllen - von wegen: "Der Nachbar tut's doch auch..."

-Wie geht es ihm? -Er hustet überhaupt nicht mehr.

-Das ist beruhigend. -Aber ich habe ein Thermometer gekauft.

-Er hat immerhin 37,4. -Aber 37,4 ist kein Fieber.

-Ihr seid beide echt schlimm. -Willst du dann zum Abendessen kommen?

Ich kann nicht, äh... Ich muss zum Gare de Lyon,

um heut Nacht in Montpellier zu sein.

Du passt im Zug aber auf, ja? Trägst du eine Maske?

Die Masken bringen nichts. Keine Sorge.

Du warst also nicht wählen?

Reden wir nicht von dieser Farce.

Aber...ist alles gut bei dir?

Ja, alles gut. Warum?

Du klingst so gehetzt.

Ja klar, ich muss zum Zug.

Du klingst so komisch. Als stecke da was anderes dahinter.

-Hat Mehdi dich angerufen? -Warum hätte er mich anrufen sollen?

-Was ist los? -Na, eben gar nichts.

-Bist du sicher? -Ja, ich bin sicher.

Ich glaube, du solltest nicht zu hart mit ihm sein.

Er hat recht, dass er Adoption in Betracht zieht.

Es gibt die globale Erwärmung und du hast viel Arbeit,

aber trotzdem, dass du mit 29 darauf verzichtest...

Du vermischst das alles, und es geht dich auch nichts an.

MEHDI: ICH HABE EINEN FLUG UM 21 UHR! HAST DU EINEN ZUG GEFUNDEN? KUSS.

ICH BIN AM GARE DE LYON,

ICH KONNTE DEN ZUG NICHT NEHMEN, VERSUCH'S MORGEN WIEDER. ICH DRÜCK DICH GANZ FEST

ICH DRÜCK DICH

Ohne die drastischen Maßnahmen

hätten wir um die 100.000 Personen in den Intensivstationen.

Und das, wo wir in Frankreich aktuell 5.000 Betten

für die Behandlung von Patienten mit solchen Symptomen gibt.

Selbst wenn wir die Kapazität verdoppelt hätten,

hätten wir nur 10 Prozent der Menschen behandeln können.

Das könnte zu 90.000 Todesfällen in den kommenden Wochen führen.

-Guten Tag. -Guten Tag.

Mademoiselle.

Bitte hinten anstellen.

Verdammt.

Husten oder niesen Sie in Ihre Armbeuge.

Benutzen Sie Einmaltaschentücher.

-Grüßen Sie ohne Händedruck. -Überlebst du?

Hab' keine Angst, ich bin's.

-Ich habe keine Angst. -Hier...

-Willst du? -Du hast welches gefunden?

Mein letztes Fläschchen.

Ja.

Hier.

-Danke. -Nichts zu danken.

Ich hab' mich gefragt... Ist es nicht komisch,

sich morgens Klamotten rauszusuchen, wenn man nur 10 Minuten am Tag rausgeht?

Der Blick der anderen war ja ein Thema. Nicht so wichtig, aber jetzt noch weniger.

Als ginge es nur darum, sich mit sich selbst wohlzufühlen.

Ich könnte aufhören, mir die Fingernägel zu schneiden.

Da blüht uns eine kleine Lotterwirtschaft.

Kommt drauf an, ob man allein lebt.

-Obwohl... -Wolltest du nicht zum Zug?

Ja. Aber... nein.

-Und du wohnst bei Hortense? -Ja, aber ich lebe in Montpellier.

-Und du wohnst hier im Viertel? -Ja. Gleich dahinten.

Da drüben. Gleich da drüben.

-Und Hortense? Geht's ihr gut? -Geht so. Es dauert noch ein paar Tage.

Was passiert hier? Kriegen wir am Ende Rationierungskarten oder was?

Wenn das der Fall ist, habe ich mein Lager gewählt.

Ich bin voll für Maréchal.

So einen in den Dreck zu ziehen. Denk an 1916...

-Okay, so einer bist du. -Was für einer?

-Einer, der immer noch Nazi-Witze macht. -Aber ja. Ja, ja, ja.

Was bleibt uns denn sonst?

ALLES GUT, SITZT DU IM ZUG?

-Gut. -Ja.

-Ist dein Handy jetzt sauber? -Ja, ist es.

Freut mich. Deine Einkäufe musst du auch reinigen.

Die Verpackung.

Das Virus überlebt bis zu 24 Stunden.

-Okay... -Bei Plastik herrscht noch Uneinigkeit.

Manche sagen drei Tage, andere acht Tage.

Sonst aber geht's mir gut, ich denke da nie dran.

-Danke. -Ja.

Guten Tag, hier ist Maître Olivet. Ich muss Ihnen sagen,

dass wir leider nicht zusammenarbeiten werden.

Aber ich habe unser Gespräch sehr geschätzt.

Selten, dass man eine junge Frau trifft, die so viel Esprit hat

und so lebendig ist.

Alles Gute für Sie und bis bald.

Diverse Unterlagen werden mir demnächst zugestellt.

Dann passen wir die gerichtliche Strategie an.

Aber jetzt liegt uns noch kein Schriftstück zu Ihrer Entlassung vor.

Eine Ausbildung steht Ihnen zu.

Die Anwältin -

was will sie? Mein Mann ist etwas zappelig.

Die Umstände machen es nicht besser.

Ich sage, du bist zappelig. Erlaubst du es mir?

Tut mir leid, ich muss mich entschuldigen. Er zieht Grimassen.

Und dann behandelt er mich wie ein kleines Mädchen.

Und, sind Sie schon lange getrennt?

Was ist lange? 13 Jahre.

Ja, schon lange.

Sie haben zwei Kinder. Verstehen Sie sich gut mit ihnen?

Na ja, mit meinem Sohn ist es nicht immer einfach.

Aber wir sehen uns selten, er lebt in Belfort.

Aber mit meiner Tochter, wir verstehen uns ausgezeichnet.

Sie ist ja auch toll.

Sie ist ein Traum, sie ist einfach...

Das Problem ist ihr Mann. Den kann ich nicht ausstehen.

Er ist unerträglich.

Seine Präsenz, seine Stimme. Ich hab's echt versucht...

Na ja. Das ist blöd.

Äh, Ihr Entlassungsschreiben, das ist datiert auf den 4.2.?

Das ist erledigt...

Das ist wichtig.

Ich wollte nach deiner Nummer fragen, hab' mich aber nicht getraut.

Es könnte nett sein, unser Gespräch fortzusetzen.

Außer telefonieren haben wir ja eh nichts zu tun.

Wir könnten uns weiter unterhalten,

das wäre doch lustig, sich so kennenzulernen.

Ob du jetzt hier bist oder in Montpellier, ist doch egal. Ist doch am Telefon.

Gibst du sie mir? Findest du mich eigenartig?

Nein. Aber du hättest ja Hortense fragen können.

War dir das unangenehm?

Hortense liegt den ganzen Tag im Bett.

Ich glaube nicht, dass es gut wäre, sie damit zu nerven.

-Du willst telefonieren? -Warum nicht?

-Aber wir sehen uns doch. -Ja.

-Okay... Aber halt nur hier.

-Ja. -Du sagst also,

dass das auch ein Konzept sein kann.

Voilà.

Das ist nicht schlecht.

Wo setz ich mich hin? Wir müssen den Abstand einhalten.

Also kriegst du nur eine Hälfte von mir.

Halb so große Chance, dich anzustecken. Moment...

Ich biete dir jetzt...

So ist nur mein linkes Nasenloch eine Gefahr.

Ansonsten könnten wir auch fünf Minuten spazieren gehen.

Wir halten einen Meter Abstand und...

vermeiden es, uns anzuspucken?

-Und was macht er in Spanien? -Er arbeitet als Architekt.

An der Erweiterung eines Theaters nahe Madrid.

Ah, sehr schick.

Und ihr habt euch schon lange nicht mehr gesehen?

Ja, schon lange. Das heißt, nicht so lange - zwei Wochen.

Da er sehr viel da arbeitet, sehen wir uns seit einem Jahr recht wenig.

Wohnt ihr zusammen? Ja?

-Und du, lebst du allein? -Oh, ja...

Und was machst du, arbeitest du zu Hause?

Was hast du gemacht? Was machst du?

-Ich arbeite da. Das heißt... -Mist.

Du sagst es. Wenn du solche Läden auch nur eine Woche schließt,

-ist das Jahr verloren. -Bist du angestellt?

Ja. Aber nicht für immer.

Ich eröffne mein eigenes Restaurant. Ich habe sogar schon... Nein.

Was?

Ich habe noch nicht unterschrieben. Ich bin da etwas abergläubisch.

Soll ich's erzählen?

-Ja? -Ja.

Ich übernehme ein Lokal mit einem Freund im 20..

Finanziell ist das heftig. Aber ich kenne ja viele Lieferanten...

-Super. -Ja...

Bist du auf Kurzarbeit?

Ich weiß nicht genau. Ich glaube noch nicht, aber...

-Wie, du weißt nicht genau? -Das wird wohl bald passieren.

Tatsächlich gab es kleine Konflikte - nicht wegen der Arbeitslosigkeit...

Es gab immer wieder Streit mit einem Riesenarschloch,

dem Partner meiner Chefin.

Aber gut...

-Und dann wurde ich krankgeschrieben. -Fühltest du dich schwach?

Ja. Na ja... Es war nichts Schlimmes.

Ein bisschen Stress, ein bisschen...Erschöpfung.

In der Küche kannst du nicht verschnaufen.

-Aber temperamentvoll bist du auch, oder? -Ein wenig.

Ich sollte Anfang April wieder anfangen, aber...

Hast du dir vier Milliarden Mal die Hände gewaschen?

Sieht aus wie die, die Hand von Gollum.

Hör auf...

Da weiß man nicht, was es ist. Zeig mal.

Das darfst du nicht.

-Weil du einen Freund hast? -Nein.

Weil's total bescheuert ist, kein bisschen vorsichtig.

Geht's dir jetzt um mehr Hygiene oder Moral? Hä?

-Das war etwas plump. -Ja, etwas.

Ach ja, ich hab Gel dabei.

Ich halte noch deine Hand und dann gebe ich dir das Gel.

Das ist doch ein guter Deal, das ist mega spontan.

Es fehlt, dass man sich anfassen kann.

Ich meine nichts Anzügliches, sondern nur...

Nur das zu machen.

-Das ist, ähm... -Das ist was?

-Egal. -Was denn?

Na los. Das ist jetzt genug.

Ja. Hier, wie versprochen.

-Pardon. -Danke.

War das zu viel?

Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.

Wir befinden uns im Krieg. Jegliches Handeln der Regierung

muss auf den Kampf gegen die Epidemie gerichtet sein.

Tag und Nacht. Nichts darf uns davon ablenken.

Deshalb habe ich beschlossen, dass alle laufenden Reformen ausgesetzt werden,

angefangen mit der Rentenreform.

Ab Mittwoch wird im Ministerrat

ein Gesetzesentwurf vorgelegt,

der uns ermöglicht, auf Notsituationen zu reagieren.

Und, wenn nötig, per Verordnung Gesetze in Bereichen zu erlassen,

die unter das Krisenmanagement fallen.

Dieser Entwurf wird dem Parlament vorgelegt, sobald...

Ich bin am Ende, verstehen Sie, ich bin am Ende!

Lassen Sie sich nicht entmutigen! Denn das will die andere Seite.

Aber nervlich schaffe ich das nicht.

Das verstehe ich. Der Faktor Zeit ist das,

was die Straffreiheit in Frankreich am meisten begünstigt.

Sie müssen diese Bescheinigungen lesen! -Beruhigen Sie sich!

-Schreien Sie mich jetzt auch an? -Sie lassen mich ja nicht zu Wort kommen!

Ich werde daheim, im Haus und auf der Arbeit angeschrien!

Sogar heute im Supermarkt. Angeblich komme ich den Leuten zu nahe!

Wenn ich krank wäre, würde ich das nicht machen.

Was sind das alles für Schisser?

Ich... Ich sage, in diesem Zustand können Sie nicht vor Gericht gehen.

Aber bis zur Verhandlung ist's noch lange hin!

Ich habe also Zeit, mich 50-mal zu beruhigen und wieder aufzuregen.

Beruhigen Sie sich! Entschuldigen Sie mich bitte.

Hallo. Ich kann jetzt nicht reden, Mehdi, ich arbeite.

Du bist nie erreichbar.

-Macht der Zug Probleme? -Nein.

Willst du mit dem Auto fahren?

-Nein, gar nicht... -Wann kann ich dich anrufen?

Ich bin nicht bei meinen Eltern, ich bin bei Hortense.

Ich musste allein sein und wusste nicht wohin.

Der perfekte Zeitpunkt dafür.

-Ist dir klar, was du mir damit antust? -Ich kann nicht reden.

Als ob wir nicht genug Zeit getrennt verbringen.

Aber diesmal entscheide ich mich dafür.

Aber Hortense ist krank. Es ist völlig bescheuert, bei ihr zu sein.

Sie ist schon seit 10 Tagen weg.

Ich rufe dich zurück.

Entschuldigen Sie... Scheiße!

Entschuldigen Sie. Gut, wir machen jetzt ganz ruhig weiter.

Ich muss noch genauer wissen, was passiert ist.

Was Ihre Arbeitgeber anführen, ist Ihr Benehmen. Es ist wichtig, dass...

-Madame? Madame? Geht's? -Ja?

Ich rufe Sie wieder an.

Oh, verdammt...

Ist jemand da?

Ist jemand da?

Scheiße...

Geh auf, verdammt!

Sam!

Sam!

Sam!

Verdammte Scheiße!

Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.

Hier ist Véra. Ist ein bisschen schwer zu erklären,

aber kannst du mir die Nummer von Sam geben?

Sam! Sam!

-Oh je. -Keine Angst vor Blut?

Nein... Ich mag's eigentlich.

Keine Witze jetzt! Ist es ein großes Loch?

-Was hast du denn gemacht? -Ich habe mir den Kopf angestoßen.

Schaust du's dir mal an?

-D-Dann muss ich näher ran. -Nicht zu nahe!

Ich kann nichts sehen. Du hast dich mächtig angeschlagen.

-Ist dir schwindlig? -Nein.

-Möchtest du dich übergeben oder schlafen? -Nein, Notaufnahme geht jetzt nicht.

Doch, die sind im Moment ganz entspannt.

-Ich finde, wir rasieren alles ab. -Hörst du mal auf?

Ja, pardon. Hast du nur das zum Desinfizieren?

-Ja. -Verbände, Kompressen?

-Nur Pflaster. -Drück das Handtuch drauf, genau.

Du bleibst da und lass deine Tür offen. Brauchst du sonst noch was?

-Nein. -Bin gleich wieder da. Alles wird gut!

Pardon, pardon, pardon, tut mir leid. Ich...

Meine Mutter ist gestürzt, da ist überall... Danke.

Warte...

-Tut das weh? -Nein.

Pardon, pardon... Ich hab's gleich wieder.

-Soll ich dir helfen? -Nein, geht schon...

-Was? -Nichts.

-Nerv' ich dich? -Ach, was...

-Hast du dich rasiert? -Ja.

Ich habe gelesen, das Virus bleibt mehrere Stunden in den Haaren.

Morgen Kopf und Augenbrauen. Gute Idee?

Warte, warte, aber... Ernsthaft?

Ich bin jetzt kein Arzt. Aber was muss, das muss.

Ich habe nur einen Schnellkurs gemacht.

Aber du hast Glück. Es muss nicht genäht werden.

Für alle Fälle habe ich Nadel und Faden geholt.

Das brauch ich nicht, den Lötkolben leider auch nicht.

-Hörst du nie auf? -Niemals. Einwandfrei.

Das hält super.

Ich finde, das ist ein Meisterwerk. Willst du dich sehen?

Nein. Nein, danke. Sicher, dass es nicht mehr blutet?

Oh, ja.

Na dann vielen Dank, Sam.

Verdammt, ich bin so schmutzig.

-Soll ich dir einen Kräutertee machen? -Kräutertee?

Und noch eine Rolle rückwärts? Nein, nein,...

Du setzt dich hin und, und ruhst dich aus.

Thymian ist super für die Bronchien.

Wir sind nicht krank, weißt du das?

-Was weißt du schon? -War das falsch?

Nein, ich weiß nicht. Nein.

Ich mache dir den Tee. Okay? Darf ich?

-Der gehört Hortense. -Man gönnt sich was.

Hast du...

-mit ihr geschlafen? -Wie kommst du darauf?

-Du musst nicht antworten. -Aber ich werde antworten. Äh...

Ja, also... Auf die Schnelle.

-"Auf die Schnelle", was? -Ja, also...

D-Das ist schon lange her. Es war bizarr, weil sie eine Freundin meiner Eltern war.

Es war mein erstes Mal.

Ich musste ein bisschen was aufholen.

-Und jetzt...jetzt sind wir Freunde. -Komisch, dass wir uns nie begegnet sind.

-Wir? -Ja, in Montpellier wohne ich seit

sieben Jahren, aber Hortense kenne ich schon von der Uni.

Hat sie dich versteckt?

-Nein. -Nein?

So ist sie nicht.

-Ich habe auch mit ihr geschlafen. -Nicht wahr.

Es war nur ein Abend. Wir waren sehr, sehr betrunken.

Aber es war nicht wegen des Rauschs.

Wir mussten trinken, um dem Verlangen nachzugeben.

Danach fühlte sie sich schlecht, machte sich Gedanken

wegen des Altersunterschieds und ihrer Position.

Mir ist ein bisschen warm. Kann ich das Fenster aufmachen?

-Ja. -Stört das nicht?

Danke.

Wie heiß es hier ist, oh Mann...

Ah!

Ist ja ein Paradies, dein Lockdown!

-Bei mir gucke ich auf den Hof. -Da gibt's 'nen Trick.

-Ich sagte, bleib sitzen! -Geh zur Seite.

Entschuldige.

-Soll ich dir helfen? -Nein.

Danke.

-Was machst du sonst so den ganzen Tag? -Äh, nicht sehr viel...

Ich wollte mehr lesen, aber ich schaffe nichts.

Ich ertrage mich. Das läuft gar nicht schlecht.

Vielleicht weil man weiß, dass alle eingesperrt sind.

-Und du? -Äh, ich schlafe schlecht, aber...

-Weil du viel arbeitest? -Ja.

-Und du fotografierst? -Wieso?

Ah, wegen dem Fotoapparat?

Ich habe ihn gern dabei, für den Fall dass, aber...

Hortense ist viel besser, die Fotos da hat sie gemacht.

Ja, ich weiß. Die mag ich sehr.

Und siehst du, da unten rechts?

Was so unscharf ist?

Das...

-Das ist meine Schulter. -Ach ja?

Ja, ich schwör's dir.

-Gut, dann werde ich mal... -Ja.

...gehen. Okay. Und du, du brauchst...nichts?

-Nein. -Soll ich einkaufen?

-Nein? -Übrigens, äh...

Hier, das ist für die Kompressen und den Rest.

Machst du Witze? Nein, lad mich auf ein Glas Wein ein, wenn das vorbei ist.

-Das wird nicht bald sein. -Ja, mag sein...

-Aber danke. Vielen Dank noch mal. -Gern geschehen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe dich immer so gekannt.

Gut, aber es war ein Vergnügen.

-Ja, dann bin ich ja froh. -Und ich auch. Gut, dann gehe ich.

-Wird's gehen? Sicher? -Ja, sicher.

Ach, hier, deine Wäsche!

Meine Wäsche? Danke.

-Sind die Waschsalons noch geöffnet? -Ja, zum Glück.

Auf Stoff hält sich das Virus nicht so lang wie auf der Haut.

Die Wissenschaftler sagen etwas und dann das Gegenteil.

Sie sagen, die Tests seien zuverlässig.

Wobei das vielleicht nicht ganz richtig ist.

Aber sie sind schwer auf unseren Alltag anzuwenden.

Und die Virenlast, die Erkrankte abgeben, ist schwer zu...

-Hast du ein Kondom? -Nein.

-Hast du auch keins? -Nein.

Verdammt.

-Sollen wir suchen? -Es gibt keine.

-Hast du schon gesucht? -Nein.

-Vorsicht... -Entschuldige.

Ich gehe noch mal in die Apotheke.

-Ich geh noch mal hin, okay? -Okay.

-Nicht bewegen. -Mach ich nicht. Warte.

-Hör auf. -Geh jetzt, los...

Ich gehe. In welcher Welt leben wir?

In welcher Welt leben wir, verdammt?

Es tut mir leid, ich... Nein, ich werde, ich werde...

Halt, halt, halt, stopp-opp-opp-opp.

Beweg dich nicht mehr. Ich beweg mich nicht.

Du machst mich zu sehr an.

Ist es zu lange her?

Nein, es liegt an dir, an dir.

Okay. Nein, lach nicht, das ist schrecklich.

-Ich lache nicht. -Hör auf, das nervt.

-Hör auf. -Ich kann's nicht zurückhalten.

-Alles gut? -Ja.

Bei mir auch. Nett, dass du fragst.

Das sah auch so aus.

Früher hatte man Angst vor dem Teufel, heute vor Mikroben.

Ich weiß nicht, was dümmer ist.

Ja, jetzt bin ich dir ausgeliefert.

-Wie, jetzt? -Jetzt, wo...

Jetzt, wo...

Wiederholst du alles, was ich sage?

"Wiederholst du alles, was ich sage?"

-Etwa bis zum Ende des Lockdowns? -"Etwa bis zum Ende des Lockdowns?"

-Das ist sehr beängstigend. -"Sehr beängstigend."

-Sehr beängstigend. -"Sehr beängstigend."

Sag mal... Hast du was von deinem Vater gehört?

Ja. Er sagt, er hat nichts.

Im Endeffekt war's nichts.

Vielleicht ist er ein gesunder Überträger. Also asymptomatisch, aber ansteckend.

Ach, Shit, meinst du?

-Deiner Mutter geht's gut? -Ich glaube schon.

-Und bei deiner Familie ist alles gut? -Ja.

Ich habe nur noch meinen Vater, meine Mutter ist vor drei Jahren gestorben.

-Tut mir leid. -Das konntest du nicht wissen.

-Versteht ihr euch gut? -Ja.

Er ist ein Vater.

"Er ist ein Vater"?

Das bedeutet, immer zu nah und dabei zu weit weg.

Er war früher auch in der Gastro, das ist einfach eine Welt mit Männern,

die ein bisschen...super-männlich sind.

Du machst mir Hunger mit deinem Dings.

-Bist du Einzelkind? -Ja. Du etwa auch?

Ja.

-Was? -Ich habe das Gummi vergessen.

Ich sehe albern aus.

Und in den sechs Jahren mit deinem Freund, wolltet ihr nie ein Kind?

Stört's dich, dass wir über ihn reden?

Die sind abgelaufen.

Ist jetzt auch egal.

Außerdem: nein.

Mal sehen...

Ich kann keine haben.

Ich kann keine Kinder haben. Es klappt nicht.

-Li-Liegt's an ihm oder an dir? -An mir.

Aber ich bin nicht absolutistisch.

Ich will nicht verbissen eine Million Tests machen.

Ich will sie nicht um jeden Preis.

Ich...

Als ich etwa 20 war,

war ich Praktikant in einer Psychiatrie, dank eines Freundes meiner Eltern.

Und da war eine...junge Frau.

Die lief rum mit einem Plüschelefanten.

Sie fragte: "Stört's dich, wenn ich ihn stille?"

Und dann zog sie ihr Oberteil hoch und stillte ihn.

Und dabei redete sie total vernünftig.

-Es fiel mir schwer, da nicht zu lachen. -Das möchte ich vermeiden.

Es tut mir leid. Dir das jetzt zu sagen, das ist wirklich...

ein bisschen taktlos, verzeih.

Weißt du, ich bin nicht bereit für mehr.

Ich weiß.

Na ja, ich glaube, ich versteh's.

Ich werde jedenfalls nicht bleiben.

Das wollte ich damit nicht sagen.

Du kannst ruhig bleiben.

Außer wenn...

Ich will, dass du bleibst.

Und jeden Abend werden die Pflegekräfte geehrt.

Dieser Applaus und die Rufe von den Balkonen...

Nein, aber sie ist gut, diese Frau, und...

-Kennen Sie sie persönlich? -Hose...

Äh, ich weiß, dass sie vielen Leuten sehr geholfen hat.

Ich wollte Ihnen das sagen, weil, weil...

die Entschädigung, die Sie verlangen,

Teil einer Entschädigung ist, die sehr viel größer und längerfristiger ist...

Ja, ich weiß, ich weiß,...

Wir haben darüber gesprochen.

Ich bin nur etwas zusammengezuckt, weil ich Seelenklempnern misstraue...

Aber das müssen Sie dann bitte mit ihr klären.

Es freut mich sehr, dass es gut läuft.

Ich, ich rufe Sie bald wieder an.

Rauchst du?

Hab' vor drei Wochen aufgehört.

Es sind noch ganz genau 17 Kippen in der Schachtel.

So sehe ich meiner Standfestigkeit ins Auge.

Ich müsste sie wegwerfen.

Hast du Hypnose probiert? Oder EKT?

-Was? -EKT, Elektroschocks.

Nein, was für ein Quatsch.

Oh, warte, hier... Ich mach's dir leichter.

-Darf ich? -Rauchst du nicht?

Nein, ich habe Asthma. Darf ich?

Ja, ich sehe nicht hin.

Erledigt.

Was machst du?

B-Bravo, das war sehr schön, was du getan hast.

Hast du Asthma und deshalb Schiss?

Ich hab keinen Schiss, ich muss nur duschen.

Nein, ich stinke. Ich sehe furchtbar aus.

-Im Ernst, hör auf, lass mich! -Ich habe schon wieder Lust.

Die sind überall.

Was ist das?

-Hat sich da jemand vertan? -Soll ich nachsehen?

Nein, ist egal.

Ich bin's, Muriel. Die Schwester von Hortense.

-Wir kennen uns von ihrem 50.... -Ich habe Sie nicht erkannt.

Hortense sagte, du wärst vielleicht noch da.

-Aber du schwitzt ja, ist alles okay? -Ja.

-Misst du regelmäßig deine Temperatur? -Ja, ja.

Also, ich habe Vorräte für Hortense besorgt.

Bevor die Läden leergefegt sind. Für nach ihrer Rückkehr.

-Aber du kannst sie auch benutzen. -Danke, das ist sehr nett.

Ich komme aus Meudon und ich habe genau 18 Minuten gebraucht.

Es ist niemand unterwegs. Ich stell's hierhin?

Ja, da ist gut.

Warte vielleicht ein paar Stunden, bevor du's anfasst.

Was ich mache... Ich wasche mein Gemüse in Essigwasser.

Das ist perfekt. Man darf nicht mit dem Essig sparen.

-Hast du Alkohol zum Reinigen? -Ja, ja.

-Hast du gerade geschlafen? -Äh, ja und nein, also...

Im Moment hält man schnell den Tag für die Nacht. Das ist ein bisschen...

Ja, das Leben gibt einem nicht viel Struktur.

Es soll den ökologischen Wandel voranbringen,

sorgt aber nur für Depressionen.

Und erst die, die ihre Miete nicht zahlen können.

Ich bin sehr deprimiert.

Ich kann es per se nicht ertragen, allein zu sein.

Also lese ich... Ich schaue Serien.

Ist das "leben"?

Du wirst mir sagen: "Besser das als sterben."

Gibt es denn etwas Neues von Hortense?

Sie antwortet mir nicht mehr. Und ich...

Na ja, weil sie im Krankenhaus ist. Das wusstest du nicht?

-Nein. -Nicht auf der Intensivstation,

sie hatte nur Mühe mit dem Atmen. Es ging ihr sehr schlecht.

Aber die Ärzte sind sehr beruhigend,

trotz der Überlastung. Im Elsaß fliegen sie Patienten nach Toulon,

mit Militärflugzeugen.

Hortense müsste nächste Woche wieder gesund sein.

Es geht ihr schon besser.

Es ist nur ein bisschen hart, 600 Kilometer von ihr weg zu sein.

Ich wusste leider nicht, ob du noch da bist.

Das tut mir leid...

Mir ist lieber, sie ist im Krankenhaus von Valence,

wo man weiß, was los ist,

als bei meinem Bruder in der tiefsten Ardèche,

auf seinem zugigen Hof. Er ist nämlich ein Fall für sich.

Hat sie nie von ihm erzählt?

-War's das? -Alles klar, sie ist weg...

Warum versteckst du dich? Fühlst du dich schuldig?

Ich kenne sie zu gut. Das Irrenhaus lässt grüßen.

Hast du das mit Hortense gehört?

Eine Intubation nach der anderen,

das ist der Alltag von Alexis,

der reihenweise schwerste Corona-Fälle auf die Intensivstation kommen sieht.

Wir sind seit fast zwei Wochen voll belegt.

Wir haben Betten aufgestellt,

um mehr Patienten aufnehmen zu können.

Sobald Patienten entlassen werden, erwarten wir die Nächsten.

Das ganze Klinikum spürt die Situation.

Besonders das Pflegepersonal auf der Intensivstation

muss sich gezwungenermaßen weiterbilden.

Wir sehen Teams, die das nicht gewohnt sind,

das Kämpfen und das Leiden...

Dass sich das Virus weltweit ausbreiten konnte,

hängt nicht nur mit der Globalisierung zusammen.

Es gab die Spanische Grippe, die Cholera,

die Pest, die die Grenzen zu Zeiten überschritten,

in denen es noch keine Globalisierung gab,

wie wir sie heute kennen.

Deshalb wird das Dichtmachen,

das Abschotten der Nationalstaaten nicht dazu führen,

dass sich Viren aufhören zu verbreiten. Aber es ist offensichtlich,

dass es Fragen der Souveränität im direkten Wortsinn gibt.

Wie können wir Herr über unser eigenes Schicksal bleiben?

Wenn wir einen Teil unserer Souveränität im Gesundheitsbereich

an ein Land wie China abgegeben haben,

dann gibt es ein Problem.

Denn wenn keine Masken mehr aus China kommen,

dann gibt es in Frankreich keine Masken mehr.

Das ist eine echte Problematik, der wir uns stellen müssen.

Die Zeit nach der Corona-Krise sollte im Hinblick

auf diese zu starke Abhängigkeit vom Ausland gedacht werden...

-Komm wieder auf mich. -Was?

Komm wieder auf mich.

... für Medikamente, Masken, Beatmungsgeräte und so weiter.

Wir müssen alle Lehren aus dieser Krise ziehen...

-Zerquetsch ich dich nicht? -Nein.

Sag das bitte nur noch einmal: "Aber ihr Männer..."

-Nein, aber ihr Männer... -Und wir dürfen nicht sagen:

-"Ihr Frauen." -Natürlich.

Ihr Männer habt ein Problem mit der Selbstwahrnehmung.

-Quatsch! Warum sind wir mehr als ihr? -Weil das biologisch so ist!

-Ich dachte, wir pfeifen auf die Natur? -Es ist was ganz Banales, okay?

Eine Frau muss sich, um ihr Geschlecht zu sehen, schon als Kind zusammenklappen,

in der Hoffnung, etwas zu sehen - was ihr im Übrigen nie gelingt.

Sie braucht einen Spiegel. Wir sind darauf vorbereitet,

dass das Leben mysteriös ist.

Dass es ein bisschen weh tut.

Dass die wichtigen Dinge versteckt sind.

Nein, aber ihr müsst nur aufstehen,

die Hände in die Hüften stemmen, den Kopf senken

und schon seht ihr stolz eure Attribute.

Selbst du, du markierst dein Territorium,

du machst Witze, willst zeigen, dass du's draufhast.

Ich sage nicht, dass du dich ändern sollst.

Ich will damit nur sagen, dass ihr Männer...

tut euch schwer damit, in euch reinzuschauen.

Das heißt, ihr habt... Ihr habt Angst vor eurem eigenen Po-Loch.

Man kann ja nicht mal mehr antworten.

Doch, antworte, na los.

-Los, antworte bitte. -Nein, nein, nein,...

Komm mir nicht so. Du...du bevormundest mich.

-Das ist schlimmer als mich zu bemuttern. -Nein, mein Armer...

-Nein, hör auf. -Entschuldigung.

-Entschuldigung, Entschuldigung... -Ich will dich beißen.

Mach doch. Warum nimmst du nicht die Mütze ab?

Weil dann mein Kopf verschwindet.

Hallo?

Mehdi, müssen wir uns denn täglich anrufen?

Deshalb gehe ich nicht ran. Es tut mir leid.

Ja.

Wir können uns schreiben.

Oder wir machen uns Sorgen und wir akzeptieren das.

Ja, ja, deine Mail kam an, aber...

ich konnte noch nicht antworten. Ich...ich brauche Zeit.

-Kann ich umblättern? -Noch nicht.

Ich weiß nicht, was ich tun soll.

Ich weiß nicht, was ich tun soll.

-Was soll ich tun? -E-Entschuldige...

-Du hast mich erschreckt. -Alles gut?

Alles gut. Alles in Ordnung, alles in Ordnung.

Alles in Ordnung, okay?

Ich kann nicht schlafen.

-Nicht schlecht, oder? -Ja.

-Bisschen kitschig, aber gut. -Sehr kitschig.

-Mir gefällt's. -Mir auch.

Hat was von 'ner Teenie-Party, von "La Boum".

-Hände auf die Schultern? -Nein, eher so.

-Stimmt, ist aber auch lange her. -100 Jahre aber auch nicht.

"Das ist aber lange her."

"Das ist sehr lange her."

-Ein kleines Küsschen. Bitte... -Hör auf, bitte.

Ich kann nicht, ich kann nicht.

Oh, aufgepasst! Achtung, Achtung!

Oh, verdammt.

Da muss man mithalten!

Andere Seite, andere Seite! Spring!

Sie hat's gemacht, sie hat's gemacht!

-Verdammt... -Bin ich so schwer?

Warte, ich habe ein bisschen Angst.

Okay...

-Achtung! -Der Typ geht voll ab.

-Entschuldige. Alles okay? -Ja, alles okay.

-Achtung, ich versuche jetzt mal was! -Was machst du?

Wir versuchen abzuheben!

Ich verspreche nichts. Oh, verdammt, es geht ab!

Es geht ab, es geht ab, es geht ab!

Oh, verdammt! Achtung!

Achtung, Achtung, Véra!

Achtung! Achtung!...

Véra, hab' dich!

Ich habe meinen Schwanz wieder.

Wir sind nicht davor gefeit, maximal viele Schwänze in die Visage zu kriegen.

Ja, Constantin, ich rufe an, weil du nicht zurückgerufen hast.

Hast du die Rentabilitätsberechnungen,

die ich dir geschickt hatte, mit dem Banker besprochen?

Ich nehme an, es fehlen noch viele Unterlagen?

Also, ruf mich an, damit wir das regeln.

Liebe Grüße.

Hortense hat mir gerade geantwortet.

Sie ist noch im Krankenhaus. Sie fühlt sich benommen und isoliert,

aber es geht.

Weiß sie, dass du hier bist?

Wir wollten heute Vormittag laufen gehen.

-Na dann morgen. -Das haben wir schon vorgestern gesagt.

Guten Tag, Madame Galibert. Kommen Sie zurecht?

Ja, ich habe übers Internet meine Arbeitgeberbescheinigung geschickt.

Das reichte aber noch nicht. Ich machte ein Foto

und dann habe ich mit Ihnen telefoniert.

Ich versuchte, es gerade hinzulegen, aber...

-Es war nicht gerade. -Ah ja?

-Deshalb wurde es abgelehnt. -Okay.

Ich war beim Großputz. Das war nötig, höchste Zeit.

Ach...

Ja, Papa, ich bin's.

Ich wollte wissen, wie es dir geht

und fragen, ob du mir diesen Monat aushelfen könntest.

Nur was du kannst, auch wenn's nicht viel ist.

Ich hoffe, es geht dir gut und...ich umarme dich.

-Shit... -In der Zwischenzeit bin ich auch da.

Ah, nein, nein,... Ich wollte mich nur an den Einkäufen beteiligen.

Constantin, ich bin's noch mal, äh...

Ich wollte hören, ob du mit der Bank reden konntest...

Also ruf mich bitte zurück, wenn du, wenn du kannst.

Hallo? Ja, ich höre.

Ihr Arbeitgeber darf Sie nicht auffordern zu kündigen.

Ja, das verstehe ich.

Aber wenn es für Sie mündlich einfacher ist...

Leider nur sind die Gewerkschaftsbüros geschlossen.

Würde mich wundern, wenn sie geöffnet hätten.

Sie müssen Ihnen schnell ein Einschreiben schicken.

Um zu widersprechen.

Nein, keine E-Mail, einen Brief.

Ja. Nein, ich schicke Ihnen eine Mail am Vormittag,

um alles zu klären. In Ordnung?

Nein, gern geschehen.

Wiederhören, Mme Jappain.

Du, ich kann dir helfen, Sam.

-Nein, nein. Nein, ich sagte doch... -Das meine ich nicht.

Ich meine, dass du erhobenen Hauptes gehst.

Willst du denn dahin zurück?

-Wovon reden wir hier? -Dass du einen Arbeitsmediziner aufsuchst,

der deine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.

Wie kommst du darauf, ich bin arbeitsunfähig?

-Das sage ich nicht. -Spinnst du jetzt?

Ich kenne die Arbeitswelt.

Neun von 10 Menschen wissen nicht, was sie aushalten müssen.

Ich sehe das jeden Tag, dafür hab' ich 'nen Riecher.

Aber die Leute beklagen sich nicht.

Du bist nicht arbeitsunfähig, aber könntest eine Entlassung erwirken

wegen "Arbeitsunfähigkeit" infolge von Mobbing.

-Vor allem bei einem Neustart. -Das war doch kein Mobbing, gar nicht.

-Ich will niemanden reinlegen. -Darum geht es nicht.

Ich hätte mich nur fast mit dem Partner meines Bosses geschlagen.

Ich wollte ihm nur die Zähne einschlagen, aber es gibt Schlimmeres.

Ich kann mich nicht kündigen lassen, das ergibt keinen Sinn.

Wenn du mich machen lässt, dann ist es dein Arbeitgeber,

-der dir einen neuen Job finden muss. -Nein, wir sind Freunde.

Na ja, schöne Freunde. Dein Arzt hat dich drei Wochen krankgeschrieben.

-Das heißt schon was. -Ich, ich...

Lass dir das nicht gefallen. Das geht auch ohne deinen Vater.

Hör auf jetzt! Warum sagst du das?

Das hat Hand und Fuß! Was hast du denn?

Ich habe nichts, alles ist super. E-Es gibt Dinge, die du nicht verstehen kannst.

-Was? Was habe ich gesagt? -Ich eröffne mein eigenes Restaurant.

Es ist nichts. Ich weiß, wie scheiße das ist. Ich weiß, ich...

Ist es, weil ich deinen Vater erwähnt habe?

-Was habe ich gemacht? -Lass, lass, schon gut.

-Ich habe keine Lust. Okay? -Sag's mir.

-Schon gut. Alles gut. -Wir müssen nicht sprechen.

Komm her.

-Der Andere, er antwortet mir nicht. -Wer?

Constantin, er geht nicht ran. Ich weiß nicht, was los ist,

ich verstehe das nicht...

Seid ihr gut befreundet?

Er ist mein zukünftiger Partner, also ja.

-Keine Sorge, er wird anrufen. -Ja, ja, okay.

-Aber hör mir zu... -Nein, ich will dir nicht mehr zuhören.

Ich bitte dich nur um eine Sache: Lass mich das allein regeln.

Okay.

WANN KOMMT DAS GLÜCK ZURÜCK?

"So 'n Scheiß," hätte meine Mutter gesagt.

Glück ist nur eine Vorstellung. Ich ziehe die Freude vor.

Es gibt nichts Schöneres. Weil sie nicht andauert.

Die Zeitumstellung ist merkwürdig.

-Ich habe sie. -Nein, glaub' ich nicht.

-Du glaubst mir nicht? -Oh nein.

-Doch, ich habe sie. -Okay.

Na los, du bist dran. Pardon.

-Aber du hast doch Schiss. -Ich habe Schiss?

Kenn ich gar nicht. Seit ich meine Mutter sterben sah,

-habe ich vor nichts Angst. -Lenk nicht ab.

-Hab' ich sie oder nicht? -Du würdest nicht 5.000 Fragen stellen.

-Also, du hast sie nicht. -Oh doch,...

Hier bitte, ich hab' sie! Pik Sechs!

-Du trinkst, zwei Mal. -Wieso zwei Mal?

Du hast dich geweigert, also trinkst du zwei Mal.

-Da hatte ich's noch nicht kapiert. -Ach ja?

-Wir spielen seit zwei Stunden. -Ich bin vollkommen betrunken.

-Gib her. -Ach nein.

Mir doch egal.

Gluck, gluck. Los, los.

Nicht schlecht. Noch eins.

-Das reicht. -Noch eins.

-Und zwar ein richtiges Glas. -Oh Mann!

Ich trink derweil meinen... Châteauneuf-du-Pape von 1802.

Weiter, weiter.

-Du bist echt ein Mistkerl. -Man muss wirklich blau sein,

um eine Pik Sechs mit einer Pik Neun zu verwechseln.

-Da muss man wirklich dämlich sein. -Im Ernst?

-Ist gut, warte. -Nichts ist gut!

Halt, halt! Du tust dir doch weh.

Verdammt!

-Hör auf, lass das! -Du nervst mich!

-Hör schon auf, du hast verloren. Du nervst mich, hör auf! Stopp!

Ist gut, ist ja gut...

Hör auf, hör auf. Wir machen ein letztes Spiel.

-Nein, wir machen gar nichts. -Noch ein Spiel.

Wir machen gar nichts. Hör auf, du nervst mich.

Halt, nicht! Verdammt...

Hast du dir weh getan?

Der Arm, der Arme hat sich den Arm gebrochen. Oh nein!

-Es tut weh, echt... -Umso besser.

Hör auf, hör auf!

Was machst du?

Verdammt...

Oh verdammt...

Oh verdammt. Was machst du da?

Oh verdammt.

Das ist der begossene Gärtner.

Gerechtigkeit ist mein Beruf.

Nein!

-Das ist brutal. -Wir müssen mal aktiv werden.

Das artet langsam aus.

Ich komme...

Ich komme...

Entschuldigung.

Was für eine Scheiße!

Machst du das absichtlich?

Ich liebe es, mit bloßen Händen den Müll aufzusammeln.

Du siehst doch, dass er voll ist.

833 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden,

das sind deutlich mehr als am Vortag.

Ein Hoffnungsschimmer ist, dass die Zahl der im Krankenhaus aufgenommenen Fälle

noch nie so niedrig war. Das ist ein erster Effekt des Lockdowns.

Das darf uns nicht dazu verführen, nachzulassen. Seht Italien an:

Das Land, das mit 16.500 Toten am stärksten betroffen ist,

glaubte tagelang an eine Verbesserung der Situation mit weniger Todesfällen.

Doch die Zahlen sind wieder am Ansteigen.

Größte Sorge herrscht auch um den Gesundheitszustand von Boris Johnson,

den britischen Premierminister, der seit fast 15 Tagen erkrankt ist.

Er wurde gestern auf die Intensivstation gebracht,

nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechterte.

Er ist jedoch nach wie vor bei Bewusstsein.

Mama, es ist nicht so, dass ich nicht mit dir reden will.

Ich...habe nur nichts zu erzählen,

Telefonieren ist etwas ermüdend.

Aber wir wissen doch nicht, ob es bis Juli dauert.

Ich habe keine Lust, die düstersten Hypothesen auseinanderzuklauben.

Constantin, ich, ich bin's noch mal.

Sag mir ab oder irgendwas, aber das wird langsam...

Heißt das, er ruft dich an?

Warte, streichele mich.

Warte...

Komm.

-Nein, warte, warte. -Was ist los?

So geht es nicht...

-Sag Bescheid, wenn du's dann mal hast. -Hör schon auf.

Was? Alles in Ordnung?

Nein, komm mir nicht wieder damit. Du trägst auch nicht viel bei.

Bei mir ist es wie bei dir, ich bin keine Maschine.

-Hattest du keine Lust? -Doch, aber...

Gut. Pause?

Verschnaufen und durchatmen?

Ich weiß nicht, wie du nur ruhig bleiben kannst.

Ich bin nicht ruhig. Du bist sehr unruhig.

Manchmal denke ich, du bist etwas pervers.

So passiv aggressiv.

Eine,

die gern das letzte Wort hat, es aber nie zeigt.

Was steckt da wohl dahinter?

-Seit wann bist du Psychiater? -Du tust immer so überlegen.

Bist du etwas manipulativ?

Nein, nein, das meine ich ernst.

Wer wollte das hier unbedingt ausleben?

Du scherzt, oder? Siehst du?

Du tust wieder so, als ginge alles von mir aus.

Ich glaube, du genießt die Unruhe, die du auslöst.

-Ist doch menschlich. -Sehr menschlich.

-Das nennt man Perversität. -Oh nein.

-Doch. -Das ist,

wenn ich mich an deinem Leid erfreuen würde.

Leidest du so sehr?

Und das sagst du mit einem Lächeln.

Du bist hier der Perverse.

Ich weiß nicht, wohin diese Unterhaltung führt.

Keine Ahnung. Vielleicht um ein Fazit zu ziehen.

Wir ficken gut,

aber wir lieben uns nicht.

Es ist die Situation, die wir lieben.

Vielleicht ist das der Moment, wo es sich gut anfühlt, das zu sagen.

Hör auf, hör auf, die ganze Zeit zu lächeln.

Das ist wirklich...

Du hörst zu oft, dass du hübsch bist.

-Lass gut sein. -"Lass gut sein," das ist falsch.

Das ist falsch, keiner akzeptiert irgendetwas.

Gibt es das überhaupt?

-Ich glaube, du drehst durch. -Drehst du nie durch?

Verlierst du nie die Kontrolle?

Es tut weh, dir das Gegenteil zu beweisen.

-Besonders dir. -"Besonders mir"? Wow...

Du bist perfekt. Du bist per-fekt!

Ändere nichts, niemals. Perfekt.

Weißt du, wenn du so tust, als ob du kommst, dann

-weiß ich das. -Was?

-Und manchmal kommst du wirklich. -Du gehst mir auf den Sack!

-Es geht doch, wenn du willst. -Verschwinde!

-Wenn du das hören willst! -Was ich hören will?

-Ja, genau! -Jetzt hör mal gut zu!

Ich weiß nicht, welche Lücke du mit mir füllst,

aber wie meine Mutter führst du dich dabei nicht auf.

Ich weiß nicht, ob das ein Spiel für dich ist.

Es ist mir egal.

Ich hab' ausgespielt, Lückenbüßer ist keine Berufung.

Zieh dich an und verschwinde! Hau ab!

-Nimm das und hau ab. Los, zieh Leine! -Ja, ja, ja,...

Beeil dich, verdammt!

Halt's Maul!

Die Verfahrensmodalitäten, insbesondere die Frage,

ob es eine Klage gegen diese Kollegin geben wird,

sind abhängig von den Unterlagen, die wir noch bekommen werden.

Wir navigieren momentan ein bisschen auf Sicht und...

stehen vor...vor einem Haufen von Hypothesen.

Ich weiß nicht, ob es was bringt, sie aufzuzählen.

Daher...

Alles okay, Madame?

Madame, alles okay?

-Alles okay? -Entschuldigung.

Ich glaube, ich schaff's nicht mehr.

Haben Sie auch Angst?

Wissen Sie,...

Was zählt, ist, dass man glaubt - an die Dinge.

An das Bett, an die Matratze...

An unsere Hände, an unsere Handgelenke, jeden Finger.

Das erfordert...sehr viel Kraft.

Das denkt man gar nicht...

Verstehen Sie das?

Doch. Gerade schon.

Willst du deine Sachen holen?

Ich kann dich nicht mal um Verzeihung bitten.

Was ist passiert?

Sam, ich bin nicht das Problem.

Was ist passiert?

Ich hatte Angst.

-Wovor? -Vor mir.

Ich...ich habe noch nie so eine Angst gehabt.

Es ist, weil draußen alles...

in Zeitlupe abläuft. Man hat das Gefühl,

dass das mit uns zu schnell geht.

Das verfälscht die Ausgangslage.

"Ausgangslage"?

Es gibt nichts Falsches zwischen uns - im Gegenteil.

Es macht mir keine Angst mehr.

Auch wenn wir es teuer bezahlen.

Ich wurde in meinem Leben so oft gehindert.

"Gehindert"?

Woran?

Was hat dich gehindert?

Du hast nie gesagt, wie deine Mutter starb.

Ein Unfall.

Sie fuhr zu schnell.

Sie war immer ruhelos.

Das habe ich vielleicht von ihr.

Sie war nicht dafür gemacht, Kinder zu haben.

Sie wusste nicht, was das nach sich zieht.

Ich verstehe das...

-Schläfst du ein? -Nein...

Doch, du schläfst ein.

Ich liebe dich.

In jedem Fall handelt es sich um einen Einbruch des Welthandels,

schlimmer als während der letzten Krise 2009.

-Alle Regionen... -Keinen Hunger?

...erleben einen Rückgang im zweistelligen Bereich.

Am stärksten betroffen sind die Exporte aus Nordamerika und Asien.

Sie waren vor dem Ausbruch der Krise

durch die Spannungen zwischen den USA und China beeinträchtigt.

In Bezug auf die Wirtschaftszweige...

Drück mich an dich.

Fester.

-Fester. -Ich will dir nicht wehtun.

Mach.

Frankreich hat beim Krisenmanagement versagt.

Die schlechte Organisation hat es nicht geschafft,

seine Vorräte aufzufüllen.

Das behauptet die Website Mediapart

in der Untersuchung: "Masken, Beweise für eine Staatslüge."

Sam?

Sam, alles okay?

-Du bist ganz heiß. -Ich kann nicht...

Ich k...

-Ich kann nicht mehr atmen. -Nicht reden.

Ich bitte dich, hau ab.

Pack deinen Koffer und...

-Ich kann mich... -Sonst noch was?

-Es geht schon... -Vergiss es, ich lass dich nicht allein.

Bitte, bleib nicht hier.

Lass mich auf dem Sofa schlafen oder nach Hause gehen.

-Nein, mir ist das egal. -Hier sind zu viele.

-Wir sind zu viele. -Was?

Ich weiß nicht, wie ich hergekommen bin.

Meine Chefin darf das alles nicht erfahren.

Ganz ruhig, du bist im Fieberwahn.

Du sagst nichts, okay?

-Wusstest du es auch? -Hör auf.

Du darfst nicht hierbleiben.

Um alle Bürger gleich zu behandeln,

bedarf es ungleicher Maßnahmen,

insbesondere für die Ärmeren, die heute unverzichtbar sind.

Die Menschen in Seine-Saint-Denis können nicht im Homeoffice arbeiten.

-Habe ich dich geweckt? -Nein, nein...

-Wie fühlst du dich? -Nicht schlimmer, geht schon.

Du hältst den Hygieneabstand nicht ein.

Nein, nicht wirklich.

-Er hat immer noch nicht zurückgerufen. -Wer?

Äh, Constantin.

Meinst du, das ist jetzt wichtig?

Er wird dich anrufen.

Alles liegt ein bisschen auf Eis.

-Weiß dein Vater, dass du krank bist? -Nein.

-Soll ich es machen? -Nein, nein, bloß nicht.

-Es ist verrückt. -Was?

Niemand hat mich je so angesehen wie du.

Das sagst du, weil du Fieber hast.

Gestern hast du nur Blödsinn geredet.

Wenn du der letzte Mensch auf Erden wärst, hätte ich vor nichts mehr Angst.

Es ist etwas beängstigend, das zu hören.

Gar nicht so sehr.

Sag es.

Ich weiß nicht wie.

Ich höre dich trotzdem.

Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.

Sam? Sam. Sam, was hast du?

Sam! Huhu, Sam!

Sam! Wach auf, hey!

Wach auf! Hörst du mich? Wach auf, wach auf, wach auf!

Verdammt, was... Sam! Sam! Sam!

-Haben Sie angerufen? Ist er hier? -Ja, da.

-Er atmet nicht mehr. -Seit wann?

Als ich Sie anrief, hat er noch geatmet.

-Ich kümmere mich. Wie heißt er? -Sam.

Sam, hören Sie mich?

-Wenn ja, drücken Sie meine Hand. -Bitte, gehen Sie zur Seite.

-Wir brauchen freie Bahn. -Er ist bewusstlos.

-Hat er Vorerkrankungen? -Er ist Asthmatiker.

-Er ist Asthmatiker. -Monsieur, atmet er?

-Sam und wie weiter? -Weiß ich nicht.

-Haben Sie seine Papiere? -Eins, zwei.

Könnten Sie mir seine Versicherungskarte geben?

-Seinen Personalausweis. -Das müsste er sein.

Okay, sehr gut. Sein Alter?

-30 Jahre, richtig? -Ja.

-Okay, er atmet. -Okay.

Wiedereintreten der Atmung um 22:50 Uhr.

-Er atmet? -Wiedereintreten der Atmung um 22:50 Uhr.

Alles gut, keine Sorge. Setzen Sie bitte Ihre Maske auf.

-Seine Wohnadresse, ist die noch aktuell? -Ja.

Wir bringen ihn in die stabile Seitenlage.

-Wir nehmen die Tasche mit. -Ja.

An der Tür, das sieht eng aus.

-Wohin bringen Sie ihn? -Ins Saint-Antoine.

-Haben Sie Symptome? -Nein.

Morgen früh rufen Sie Ihren Hausarzt an. Und bleiben Sie zu Hause.

-Wiedersehen. -Wiedersehen.

Ich wollte mich nach einem Patienten erkundigen,

der heute Nacht eingeliefert wurde.

Er heißt Sam Berthier.

Nein, wir sind nicht verwandt.

Ich habe eben angerufen.

Nein, wir sind nicht verwandt, aber können Sie ihm bitte meine Telefonnummer geben?

Sie steht auf der Liste, aber vielleicht gebe ich sie Ihnen nochmal.

Ich weiß, Sie sind überlastet, aber es ist wichtig.

Ja, Mama? Wie geht es euch?

Hallo Inès, äh, ich hoffe, alles ist gut bei dir.

Hast du die Kontaktdaten eines Freundes von Hortense Beloeil, Sam Berthier?

Es hat nichts mit der Uni zu tun, aber ich dachte, du kennst ihn bestimmt.

-Sam? -Ja.

Nein, sagt mir nichts.

Sam Berthier, groß, rote Haare. Er arbeitet in der Gastro,

-in einem Laden namens Chez Lulu. -Das sagt mir gar nichts.

Hast du Hortenses Schwester gefragt?

Hier ist Véra. Hallo? Muriel?

-Hallo? -Hören Sie mich?

Ich gehe woanders hin, vielleicht geht's dann. Hallo?

-Véra? -Haben Sie die Kontaktdaten

eines Freundes von Hortense? Er heißt Sam.

Sagt Ihnen das was? Hallo? Hallo.

Véra? Hortense ist tot.

Hortense ist letzte Nacht gestorben.

Bist du noch da?

Ja.

Die Mailbox enthält zu viele Nachrichten.

Hallo, Muriel, hier ist Véra. Ich habe alles saubergemacht.

Man sollte es vielleicht in einer Woche noch mal machen.

Für die Schlüssel habe ich kein Versteck gefunden, die kommen dann per Post.

Danke noch mal für die Adresse von Sam Berthier.

Ich hoffe, Sie halten durch. Leider kann ich Montag nicht bei Ihnen sein.

Fühlen Sie sich fest umarmt.

-Entschuldigen Sie. -Ja?

-Sind Sie Sams Chefin? -Sam... Sam Berthier?

-Der ist seit drei Jahren nicht mehr hier. -Drei Jahre?

Ich liebe Sam, er ist superbegabt.

Aber es wurde echt zu kompliziert.

Seine Mutter kam fast jeden Tag hier an.

-Sie war immer auf der Terrasse. -Seine Mutter?

Ja. Hat er nie von ihr gesprochen? Die war auch fertig.

Er hat ihr nie verziehen.

-Was? -Dass sie abgehauen ist.

Wegen ihm, behauptet er. Hat seinen Vater verlassen,

als es schlecht lief.

Wie lange vor ihrem Tod war das alles?

Seine Mutter ist nicht tot. Das sagt er nur immer.

Wenn er könnte, würde er sie umbringen.

-Aber wo arbeitet er? Was macht er? -Nichts.

Er hat seine 800 Euro vom Gesundheitsministerium.

Ab und zu pumpt er seinen Vater an.

Warum das Gesundheitsministerium?

Sie kapieren's echt nicht.

Sam ist verrückt.

Er ist seit seiner Jugend schizophren.

Er geht in die Psychiatrie, kommt wieder raus.

Mit ihm allein ist er ein Schatz, aber zusammen mit anderen...

Geht's ihm denn besser? Ist er genesen?

Von Corona, meine ich.

Laut dem Krankenhaus ja. Also soweit ich weiß...

Seine Mailbox ist voll.

Er ist vielleicht noch irgendwo in Quarantäne.

Ich glaube, ich weiß wo.

Nicht allzu schwer zu erraten.

Mit der Ansteckung in der Psychiatrie ist es heftig.

Sie werden sagen: "Er ist ja jetzt immun."

Selbst darüber weiß man eigentlich nicht viel.

Wie über die Intubationen.

Manche Ärzte sagen, hätten wir weniger intubiert, hätten wir weniger Tote.

Wissen Sie, in welcher Psychiatrie er sonst ist?

-Nein, tut mir leid. -Und die Nummer seines Vaters?

Nein.

Nehmen Sie den Zug?

Passen Sie auf sich auf.

Sie auch.

Das wird lange dauern.

Wieder auf die Beine zu kommen?

Zu akzeptieren, was wir verloren haben.

EIN JAHR SPÄTER

Ja, Mehdi. Ich weiß, ich bin in einer Viertelstunde da.

Wie, ist mein Vater schon da? Okay.

Tut mir leid, es hat einfach endlos gedauert.

Warte, Sekunde.

Scheiße!

Nichts, ich bin nur genervt. Die haben die Anhörung wieder vertagt.

Warte, ich kriege noch einen Anruf. Aber ich bin unterwegs.

Ja, Madame Camara? Wenn der Mann Ihrer Freundin meint,

dass seine Gesundheit nicht geschützt ist, und er in einer Situation ist,

in der trotz der Lockerung der Maßnahmen

seine Gesundheit gefährdet ist,

muss er Folgendes tun:

Er muss sein Recht auf Arbeitsverweigerung ausüben

und seinen Arbeitgeber schriftlich informieren.

Wir haben kein Problem damit, wir haben nur nicht das Geld.

Sie müssen uns täglich bezahlen, sonst funktioniert das nicht.

Tolle Ideen zu haben, ist eine Sache,

man muss sie aber auch bezahlen. Und sie können nicht liefern...

Sie müssen den Arbeitgeber über die Gefahr informieren.

Gut, ich rufe Sie wieder an und wir bereden die Details.

Ich muss Schluss machen, aber ich melde mich wieder.

-Auf Wiederhören. -Ja, danke. Bye.

-Das war ja... Alles gut? -Ja. Und bei dir?

-Ja. -Verzeih bitte das Gehetze.

Ich verstehe dich nicht. Das Teil ist fertig.

Hättest du es einfach entsorgt... Was ist das?

-Post. -Immer noch?

-Tut mir leid. -Nein, ist ja nicht deine Schuld.

Die ist vor Wochen angekommen.

Ja, ist etwas chaotisch, aber die Adressänderung ist endgültig.

Papa, wo bist du?

Okay, wir kommen runter.

-Wo ist er denn? -Keine Ahnung.

Er sagte, in einer Minute.

-Komm, wir stellen's ab. -Ja.

-Läuft es gut mit ihm? -Mit meinem Vater?

Ja, ja, wir haben uns nur kaum gesehen. Weil ich soviel arbeite.

Er hat mir Regale angebracht. Ist super schön geworden.

Er hat sich mehr gefreut als ich.

-Bis wann ist er da? -Er fährt morgen zurück.

Er ist nicht gern ohne meine Mutter. Ich weiß nicht, wo er jetzt steckt...

Papa, was ist los?

Okay. Er wusste das nicht mit der Einbahnstraße.

-Alles gut bei dir? -Ja.

-Und, was sonst? -Ich weiß nicht,

wie ich es dir sagen soll. Ich habe...

-jemanden kennengelernt. -Das ist doch toll.

-Wie lang ist es her? -Zwei Monate.

Ach ja?

Heimlichtuer.

Wie sieht sie aus? Ist sie schön?

-Sie ist stur. -Ah.

Scheiße... Tatsächlich?

Würdest du mit so was auch sagen?

Ja, das würde ich.

Oder nicht.

Nein, ich bin gerade allein.

Und das ist sehr gut so.

Ich halte dich auf. Geh ruhig, ich krieg' das schon hin.

-Sicher? -Ja, er kommt. Wir schaffen das.

-Grüßt du ihn von mir? -Ja.

-Hey, Mehdi? -Ja?

-Ich bin froh, dass wir es hinkriegen. -Was?

Na das.

Ich dachte, wir sprechen nie wieder.

-Bist du schon geimpft? -Erste Dosis.

-Also, ciao. -Ciao.

Papa, wo bist du?

Wieso Avenue Saint-Lazare?

Nein, du bist links gefahren statt rechts.

Aber nein, du musst wieder umkehren.

Was soll ich dir jetzt sagen? Nein, du entfernst dich, du musst umkehren.

Ja, eben.

SO VIELE DINGE, DIE MAN NICHT SAGEN KANN. BESONDERS DIESEN AUGEN.

JEDEN TAG SEHEN SIE MICH AN. DAS WAR FREUDE. GENAU DAS.

Hallo?

Ja, entschuldige, ich...

Ja, alles gut.

Nein, sicher, alles gut.

Doch, ich schwör's.

Warte... Jetzt sehe ich dich.

Du kannst mich nicht verfehlen.

Hallo, ich bin hier.

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