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Bist du schon mal mit 160 km/h auf dem Motorrad gefahren...
... und hast dich bei dem Gedanken ertappt:
"Und wenn's das gewesen ist?",
und dich gefragt, ob du das Glück hast,
jemandem davon zu erzählen?
Und dann dachtest du:
"Vielleicht ist es am Ende auch einfach egal.
Vielleicht ist der Gedanke daran auch gar nicht so erschreckend."
Dann hast du dich von außen betrachtet und gedacht:
"Das kann nicht mein Leben sein."
Du versuchst, einen Sinn in allem zu sehen, aber es gelingt dir nicht.
Die Leute brauchen Lärm, um sich am Leben zu fühlen.
Ich will keinen Lärm in meinem Kopf hören.
Dieses Gebrumme...
Dieses Chaos.
Ich will einfach nur meiner beschissenen inneren Stimme lauschen.
Zum Kern der Dinge vordringen.
Zur Wahrheit vordringen.
Lara? - Hey.
Hi, schön, dich kennenzulernen. - Anna, ja? - Ja.
Wie geht's? - Ganz okay.
Hier stinkt's. Dass ich ausgerechnet hier warten muss...
Ich dachte, das wäre ein guter Treffpunkt.
Ja, klar, das passt schon. - Okay, cool.
Ich weiß, wo wir hingehen können. Ich weiß nicht, ob's dir gefällt.
Aber es ist gleich hier, und ein Freund arbeitet da.
Ja, super. Dann gibt's Rabatt.
Ja, das ist immer praktisch.
Wo kommst du her?
Eigentlich bin ich Italienerin.
Ah, okay. - Aber ich lebe hier schon eine Weile.
Ich fühle mich gar nicht wirklich italienisch, falls das...
Du klingst auf jeden Fall sehr italienisch.
Das ist cool.
Findest du? - Ja, du hast einen sehr starken Akzent.
Das ist doch cool.
Ich weiß gar nicht, was du so machst. Ich glaube, ich habe dich nicht gefragt.
Ja, also, ich arbeite in einer Medienagentur.
In East London.
Aber ich bin da in der Personalabteilung. Das ist nicht so spannend.
Klingt doch fancy.
Nein, fancy ist das nicht.
Es ist eigentlich ganz entspannt.
Die Agentur ist ziemlich trendy, und alle sind cool drauf.
Irgendwie muss ja Geld reinkommen.
Ja. Klingt gut. - Und was machst du?
Na ja, ich versuche, zu schreiben. - Cool!
Bis jetzt bin ich nicht sehr erfolgreich.
Aber das ist nicht...
... einfach nur irgendeine Leidenschaft oder so,
weil ich Lesen und Literatur mag und deshalb Autorin werden will.
Es ist eher so...
Da ist was im Innern, das irgendwie raus muss.
Und das ist der einzige Weg, um das zu tun.
Klar.
Ich nehme "Karibik".
Fühlt sich an wie in der Karibik heute bei dem Wetter.
Ja, es ist echt warm.
Okay, dann gehe ich mal...
Man muss selber bestellen. Du kannst hierbleiben.
Ich passe auf die Taschen auf.
Kann ich einen "Karibik" und einen "Dschungelsaft" haben?
Muss man gleich bezahlen oder nachher? - Ja.
Mist, sorry. - Kein Problem.
Sicher? - Ja.
Vielen Dank. So rum... Prost.
Wahrscheinlich...
Wie eben schon gesagt: Ich sehe mich nicht...
Sauer? - Der schmeckt echt intensiv.
Willst du meinen mal kosten? - Nein, passt schon.
Der ist sehr lecker.
Wir waren nicht sehr lange zusammen. Es war gut, sie war echt heiß.
Manchmal schreiben wir uns über Facebook.
Es ist cool, in Kontakt zu bleiben. Ihr Leben ist echt krass.
"Baiser", "küssen".
Ich hab's gewusst. - Aber auch "ficken".
Ist das rutschig? - Ich will nicht auf den Felsen sterben.
In Schottland.
Eine romantische Art zu sterben. - Ja, echt poetisch.
Ich bin echt langsam. - Nein, warte.
Meine Idee für heute Abend.
Ja. - Hör zu. - Okay.
Das hier ist unser Haus.
Ich hab schon immer von einem Haus in den Bäumen geträumt.
Können wir eins bauen? Können wir eins machen?
Genau das meine ich.
Wir bauen... Wir nehmen ein paar hiervon...
Können wir Feuer machen? - Wir können Feuer machen.
Und dann braten wir Fisch.
Ja, wir fahren mit dem Boot raus und klauen ein paar Fische.
Wir klauen Fische. - Nicht "klauen". Aber wie nennt man das?
Fische fischen. - Fischen.
Englisch ist einfach. - Wir fischen Fische.
Geh weiter.
Wir könnten ein Boot klauen und auf den See fahren. - Könnten wir.
Das ist so kalt. - Ich will auch mal.
Krass.
Es muss toll sein, in dem Haus da zu wohnen.
In welchem? - Ja, das...
Ich mag Seen lieber als das Meer. - Wirklich? Wieso das denn?
Es hat auch mit den Bergen zu tun.
Gehen wir rein!
Ist das Wasser gut so? - Perfekt. - Ja?
Nicht die Haare.
Eine 90 Jahre alte Frau. - Ja.
Sie hat nie einen BH getragen, ihr ganzes Leben lang nicht.
Und ihre Titten haben die perfekte Form, als wäre sie 20.
Weil sie nie einen BH getragen hat. - Sie hat nie einen BH getragen.
Darum! Weil es nicht gut ist. - Sie hat mir ihr Geheimnis verraten.
Sie hat ihr Leben lang kalt geduscht. Sie hat es mir so erklärt:
"Ich halte den Duschkopf beim Duschen so auf meine Titten,
mit kaltem Wasser, so lange, bis sie blau werden."
Was?
Hängetitten oder kalt duschen.
Ich nehme was von dem Shampoo in deinen Haaren.
Meine Titten werden größer. Ich spüre es.
Ist das kalt? Willst du noch was?
Guck mal, wie groß die werden.
Guck doch mal!
Kalt. - Ich wärme dich.
Ich ertrinke. - Gar nicht.
Danke.
HEY... WIE IST FRANKREICH?
ICH BIN JETZT IM ZUG... WIR SEHEN UNS IN WENIGER ALS 4 STUNDEN...
Mein Koffer. - Ja, hol ihn mal.
So lecker.
Ich finde, Werbung für Pasta sollte ab sofort so aussehen:
Zwei Menschen essen Pasta im Bett!
Das ist eindeutig das beste After-Sex-Essen.
Ja, das stimmt.
Ich bleibe für immer.
Für 50 Jahre.
Nur ein Herz? Spinnst du?
Keine Ahnung, ob das dein Geschmack ist...
Es sieht toll aus.
Es wäre toll, auf einem Boot zu schlafen. - Auf einem Boot?
Träumst du etwa nicht davon?
Ich meinte, dass ich...
Weißt du, als hätte man Ameisen.
Deine Hand ist abgestorben.
Nein, was sollen wir nur machen? - Rette meine Hand!
Hör auf!
Warum? - Weil du nicht überzeugend klingst.
Nein? - Nein.
Bei mir klingt's überzeugend. - Gar nicht.
Doch: Du bist schön. - Du bist schön.
Du bist schöner.
Ich glaube, ich verlaufe mich.
Jetzt sehe ich den Himmel.
Eigentlich wollte ich singen:
Hilf mir.
Bleib bei mir.
Du musst bei mir bleiben. Du darfst nicht weggehen.
Ich helfe dir mit meiner Stimme.
Nicht bewegen! - Mach ich gar nicht.
Nicht schummeln! Hör auf damit. - Ich schummele gar nicht.
Hör auf. - Ich schummele nicht. - Hör auf...
Ich liebe dich.
Ich liebe dich auch.
Als hättest du Sterne in den Augen. Das ist wunderschön.
Ich weiß, du hast Hunger. Das weiß ich doch.
Warte! Sei nicht so frech.
BIN JETZT ZU HAUSE... DEINE KÜSSE SIND DER SAUERSTOFF FÜR MEINE LIPPEN...
ICH HAB DAS GEFÜHL, ICH KRIEG ZU WENIG LUFT...
Manchmal blinzele ich, und plötzlich bist du da.
Manchmal rede ich mit jemandem,
und höre plötzlich deine Stimme anstatt die des anderen.
Manchmal bin ich ganz von Wärme durchdrungen,
wenn ich an deine lachenden Augen denke.
... mich zu lieben,
komme, was wolle.
Tu es einfach.
Voll?
Soll ich mich der Sehnsucht nach dir hingeben...
... oder die Sehnsucht nach dir als Antrieb nutzen?
Wohin ich auch gehe,
wohin ich mich auch wende,
ich kann deine Anwesenheit spüren.
Wo ich auch bin,
ich sehe dich.
Hi.
Ich war gerade in der Nähe und...
Ich wollte dich wiedersehen, also...
Ich habe mich gefragt, ob du vielleicht
irgendwann mit mir zu Abend essen möchtest.
Ja, sehr gerne.
Ich würde gern für dich kochen oder es zumindest versuchen.
Heute Abend?
Ja.
Ja, heute Abend klingt gut.
Wäre 21 Uhr zu spät?
Nein, 21 Uhr ist perfekt. Das ist gut.
Sorry...
Hier ist meine Adresse.
Ich hoffe, du kannst das lesen. - Danke.
Cool.
Dann bis heute Abend.
Ja, bis heute Abend. - Tschüss.
Ja, ich vermisse sie sehr. - Echt?
Ja.
Also, ich bin nicht...
Aber...
Ich weiß, es ist vorbei. Das ist gut so, aber gleichzeitig...
Ja.
Und gibt es bei dir jemanden, von dem du loskommen willst?
Nein.
War jemand schon mal wirklich wichtig?
Nein.
Das ist eigentlich ganz gut.
Es ist irgendwie anstrengend.
Was ist anstrengend?
Beziehungen.
Meine letzte wichtige Beziehung ist schon eine Weile her.
Wie lange war deine längste? - Zwei Jahre.
Mein bescheuerter Freund.
Es war echt hart,
ein...
... Mädchen zu finden.
Ein Mädchen zum Daten.
Oh, bin ich das Mädchen, das du...
Du bist das erste Mädchen, das ich date.
Echt? - Ja.
Und...
Seit ich dich das erste Mal gesehen habe,
muss ich immerzu denken:
"Ich will dieses Mädchen unbedingt küssen."
Was passiert, wenn man den Sinn für die Realität verliert?
ICH VERMISSE DICH
Wenn man Realität und Fantasie nicht mehr unterscheiden kann?
Was?
Nichts, ich will dir etwas geben,
und versuche, den richtigen Moment zu finden.
Was denn?
Mach die Augen zu.
Okay.
Mach die Hand auf.
Mach die Augen auf.
Gefällt's dir?
Ich liebe dich.
Ich verliere mich in der leeren Stille meiner Welt.
Diese Wände sind die einzigen Zeugen meiner Apathie.
Leer, allein, einfallslos.
Keine Richtung, kein Weg.
Tag, Nacht, Licht, Dunkelheit.
Nichts hat Bedeutung.
Worte, so leer wie mein Herz, zerfließen, sobald ich sie niederschreibe.
Ich strecke meine unsichtbare Hand nach dir aus.
Nach dir, die du mich nicht sehen kannst.
Nach dir, die du mich nicht spüren kannst.
Willst du nicht was anderes machen?
Wir haben...
... seit Tagen nichts gemacht.
Ich muss hier mal raus.
Ich glaube, ich kann gerade nichts machen.
Toll.
Wie lange willst du noch
so lethargisch sein?
Noch eine Woche?
Einen Monat?
Ein ganzes Jahr?
Nein? Du weißt es nicht?
Schön.
Ich weiß nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll.
Denkst du, das hilft?
Fang doch mal mit irgendetwas an. Vielleicht bringt das was in Gang.
Nichts kann mir helfen.
Weil ich nicht das finden kann, was ich finden will.
Und was machen wir jetzt?
Sollen wir ewig im Bett liegen und ins Leere starren? Oder...
Ich kann den Grund einfach nicht finden.
Den Grund wofür? - Ich kann meine Motivation nicht finden.
Es ist einfach...
Na ja, vielleicht wenn du aufhörst...
Tot. - Was?
Sie ist tot.
Was ist tot?
Keine Ahnung. Meine Leidenschaft ist tot.
Du musst irgendwas machen. Das ist langsam sehr frustrierend.
Ich sehe dich immer nur so.
Ich kann einfach nicht...
Hörst du mich?
Ja, ich höre dich.
Warum reagierst du nicht?
Hast du verstanden, was ich gesagt habe?
Ja, habe ich.
Jetzt weine doch nicht. Das ist doch nicht...
Es geht doch nicht immer nur um deine Gefühle.
Ich bitte dich nur, etwas für uns zu tun, ein bisschen Spaß zu haben, keine Ahnung.
Ich verstehe nicht mehr, was in meinem Kopf abgeht.
Ich kann es weder ignorieren noch akzeptieren.
Man hat das Gefühl, nicht zu existieren
oder dass die Welt um einen herum nicht existiert.
Alles, was bleibt, sind die Gedanken.
Alles andere existiert nicht.
Alles andere zählt nicht.
Alles andere ergibt keinen Sinn.
Es ist Leere und Fülle in einem.
Egal, wie sehr man versucht, dem Schmerz einen Sinn zu geben:
Es ergibt einfach keinen Sinn.
Du lässt deine Wunden nicht heilen.
Du kannst deine Wunden nicht heilen lassen.
Sie helfen, zum Kern der Dinge vorzudringen,
die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Was ist die Wahrheit?
Anna.
Ich gehe jetzt.
Was? - Ich muss jetzt los. Sorry.
Was heißt das?
Das heißt, ich gehe jetzt.
Ich gehe aus London weg.
Ich will nicht wiederkommen.
Ich hab's dir gesagt.
Du gehst nicht wirklich.
Doch.
Tut mir leid.
Du kannst nicht gehen.
Doch.
Ich liebe dich. - Ich liebe dich auch.
Aber ich muss mich jetzt selbst lieben.
Tut mir leid.
Robyn!
Robyn, bitte! - Nein, Anna.
Nein, nein!
Bitte, tu das nicht. Tu das nicht! Tu das nicht!
Nein, nein. Hör auf! Hör auf!
Tu das nicht, verdammt! Du liebst mich doch!
Hör auf! Lass mich gehen!
Was passiert, wenn man den Sinn für die Realität verliert,
in diese irre Spirale hineingerät und nicht weiß, wie man wieder rauskommt?
Weil man nicht anders kann.
Man kann einfach nicht.
WIE IST ES IN ITALIEN?
Nein, nein!
Oh, mein Gott.
Du bist so ein Feigling.
Ich will nicht von dir getrennt sein.
Musst du ja nicht. Bleib einfach hier.
Du könntest einfach schreiben, ein paar...
... Kapitel oder so.
Warum nicht? Du brauchst doch nur...
... dich und...
... ein paar...
... Blatt Papier, mehr nicht.
Du könntest so frei sein.
Willst du ins Wasser? - Du siehst aus wie eine Nixe. - Ja?
Nein, nicht so!
Du warst die perfekte Nixe. Jetzt siehst du aus wie eine Sekretärin.
Privatpool. Whirlpool.
Ich bin soweit. Und du?
Du nennst mich "Sekretärin"?
Echt?
Ich wäre ein Thunfisch. - Dann kann ich dich essen.
Ich ziehe dich runter.
Ich höre nie auf, dir zu sagen, dass du die Schönste auf der ganzen Welt bist.
Oder?
Wenn du es immer wieder sagst... - Nein.
Irgendwann findest du eine andere Garnele.
Ich finde bestimmt keine andere Garnele.
Denkst du, du findest einen anderen Hai?
Keinen weißen. Keinen großen weißen.
Die Antwort gefällt mir nicht.
Du könntest also einen anderen Hai finden?
Nein, wenn ich einen anderen Hai finden müsste,
würde er nicht an dich rankommen.
Hör auf, bitte!
Also, wer ist die beste Küsserin?
Krieg ich noch einen?
Willst du nicht was schreiben?
Ich meine,
ist das hier nicht inspirierend?
Es...
Es inspiriert mich vielleicht zu einem Erotikroman.
Aber ich weiß nicht, ob ich so was schreiben will.
Was willst du denn schreiben?
Was Tiefergehendes.
Ich verstehe einfach nicht,
was es in London Tolles gibt, über das sich besser schreiben lässt.
Ich glaube nicht, dass ich es schon gefunden habe.
Was? Den Ort zum Schreiben?
Ich glaube, was fehlt, ist das Drama.
Meinst du, um kreativ zu sein und ein Drama zu schreiben,
muss dein Leben dramatisch sein?
Ja.
Nein.
Wenn sich deine Figur die Pulsadern aufschneidet,
machst du das doch nicht auch, um es beschreiben zu können.
Manches ist einfach Fantasie.
Wie kann ich authentisch schreiben, wenn ich es nicht selbst erlebt habe?
Es soll also eine Autobiografie werden?
Du schreibst über dein Leben.
Nicht? - So würde ich das nicht sagen.
Du schreibst also Fiktion.
Es muss nicht wirklich passiert sein.
Ich kann nicht über etwas schreiben, das ich nicht kenne.
Das nennt man Fantasie. - Ich kann das so nicht.
Worüber schreibst du dann?
Worüber schreibst du?
Da bleibst ja nur noch du übrig.
Du schreibst also nur über dich, nicht über die Welt.
Keine Geschichten, oder doch?
Ich schreibe über meine Gefühle.
Ja, aber ich verstehe nicht, was der Ort damit zu tun hat.
Vielleicht hast du recht. - Ich biete dir die Chance auf was Neues.
Warum sträubst du dich? - Nein.
Du hast dich in die London-Idee verrannt. - Ich sträube mich nicht.
Vielleicht hast du recht, und ich sollte offen für Neues sein
und hierher zu ziehen, zu dir.
Ich will dich zu nichts zwingen.
Es ist nur... Keine Ahnung. - Du zwingst mich nicht.
Ich verstehe nur nicht, wie du das meinst:
Du musst etwas erleben, um darüber zu schreiben.
Schreibst du über mich?
Ich schreibe über die Liebe.
Und darüber, wie toll es ist, verliebt zu sein.
Bei der Frau zu sein, die man liebt. - Okay.
Mit ihr Liebe zu machen.
Mit ihr zu kochen.
Klingt das interessant?
Na ja,
als Leben schon, aber nicht als Lektüre. Vielleicht ist das der Unterschied.
Genauso sehe ich das auch.
Du verstehst mich also.
Du musst also etwas dazuerfinden.
Aber du willst doch keine Tragödie leben, oder?
Ich wünschte, nicht.
Also kannst du dir die Tragik ausdenken, nicht wahr?
Mein Italienisch ist also schlecht.
Das hab ich nicht gesagt. - Doch, hast du.
Dann nehme ich es zurück.
Sag's noch mal, es war so niedlich.
Du bist die schönste Frau der Welt, ich bin verrückt nach dir.
Die San-Giovanni-Kirche.
Du redest so einen Unsinn.
Das ist total falsch. Oh, mein Gott...
Was? Ich hab gar nichts gemacht.
Das ist nicht das historische Zentrum.
Das kippt doch um. - Beachte: Ich hatte schon etwas Wein.
Soll ich dir helfen?
Lass mich dich daran erinnern:
Wenn du da oben wärst,
könntest du mir auch nicht beim Klettern helfen.
Ich würde mein Bettlaken runterwerfen. - Dein Haar.
Man kann die ersten Sterne sehen.
Die kann man auch von unserem Haus aus sehen.
Ja. - Da gibt es keine Lichter drumherum.
Das wird toll. - Du hast "unser Haus" gesagt.
So, hier werden wir wohnen.
Bist du bereit für eine Führung? - Ja.
Man muss ein bisschen putzen, aber das ist das Wohnzimmer.
Oh, Gott, das ist mein Traumhaus.
Ein geheimer Ort. Man kann daraus machen, was man will.
Es ist wunderschön.
Ja. - Wie hast du den Ort überhaupt gefunden?
Kennst du ihn schon länger?
Ich habe mir alle verlassenen Geisterhäuser in der Gegend angeschaut
und das hier für das beste befunden.
Habe ich das gut gemacht? - Ja, das hast du.
Etwa nicht?
Gefällt es dir? Soll ich es kaufen?
Das klingt traumhaft, ja.
Wie teuer ist es? - Ich muss es nicht mal kaufen.
Es fällt niemandem auf.
Du ziehst einfach ein und renovierst es. - Genau.
Was denkst du? - Ich denke, es ist perfekt.
Dein Plan ist...
Wenn du ruhig machst, sagt niemand was. - Es fällt niemandem auf.
Ich sehe es vor mir, wie du mit deinem Hut im Gras sitzt.
Rauchend. - Und schreibend.
Genau, mit so einem Dings im Mund. - Ich wusste, dass du das sagst.
Vielleicht ziehe ich ja her...
Ich kann nicht ohne mich leben.
Nein, ich kann nicht ohne dich leben.
Ich versuche, an nichts anderes zu denken
als das hier.
So soll es sein.
Was?
Keine Ahnung, hast du andere getroffen
in der Zeit?
Nein, ehrlich gesagt, nicht.
Und du?
Ich hab's versucht.
Wie viele Dates hattest du?
Eins hat gereicht.
Alles klar.
Wie war sie?
Nicht mein Typ.
Ich liebe den Wind.
Ja, er ist perfekt.
Ich hab eine Hose an.
Im Ernst?
Ja.
Warte. Niemand da.
Ich habe das bestimmt schon mal gesagt, aber...
Was? - Dieser Moment soll nie enden.
Ich sorge dafür,
dass du gar nicht wegkannst.
Weg wovon? - Von dem hier.
Von dieser Sache? - Ja.
So, dass ich nicht falle?
So, dass du für immer hier bleibst.
Lustig: Nur deine Nase ist rot.
Ich weiß, deine auch ein bisschen.
Ich weiß, hier. Komisch.
Wegen der Sonnenbrille.
Attraktiv.
Was? - Attraktive Nasen.
Ja.
Sie sind füreinander bestimmt.
Vielleicht sind wir füreinander bestimmt.
Das ist so schön. - Ich weiß, so schön.
So anders.
Ich habe dir in deiner eigenen Stadt etwas gezeigt, das du nicht kanntest.
Ich hätte es kennen sollen.
Schämst du dich? - Ich schäme mich nicht.
Sollte ich?
Was? - Nichts.
Was? Na los, sag schon.
Ich werde dich vermissen.
Komm mit mir.
Das klingt verlockend.
Komm mit mir.
Verlass mich nicht.
Du verlässt mich.
Ich gehe nicht weg. - Stimmt.
Ich bleibe hier.
Lass uns zusammen hierbleiben.
Okay, klingt gut. Klingt nach einem Plan.
Ich glaube nicht, dass ich weggehen kann.
Ich will nicht weggehen können.
Dann geh nicht.
Verdammt seist du.
ICH GLAUBE, ICH KANN NICHT OHNE DICH LEBEN.
Hallo. - Hey, was machst du so?
Du siehst so heiß aus. - Danke.
Was ist das für eine Hose?
Eine psychedelische.
Kaffee, Tee, Bier?
Bier, bitte.
Willst du was essen?
Nudeln? Erdbeeren?
Ich will nichts, danke. - Okay.
Ich bin so fett geworden, ich schwöre.
Ich hab das Shooting noch nicht gebucht.
Du sagst immer, du bist fett geworden, dabei siehst du noch genauso aus.
Dann bin ich immer fett.
Los geht's.
Ich hab den Akkord vergessen. - Ja, aber das war echt cool.
Mach's einfach so.
Ja, genau, cool. Also noch mal...
Wer ist die heißeste Frau der Welt?
Ich! - Genau!
Ich bin wirklich ziemlich heiß.
Das ist super. Das machen wir.
Das war gut, bis auf den Part am Ende.
Danke.
Gerne.
ICH KANN'S KAUM ERWARTEN, DASS DU WIEDERKOMMST.
MEIN TAG WAR SCHRECKLICH.
ICH KOMME BALD UND HEITERE DICH AUF.
WILLKOMMEN ZU HAUSE
HOL MICH HIER RAUS...
TREFFEN IN PECKHAM IN EINER STUNDE
ICH BRING MEINE FREUNDIN MIT.
"Ich will aus Liebe leiden.
Neulich im Theater habe ich diesen Satz gehört:
'Wir kennen die Trauer, wenn eine intime Beziehung zu Ende geht.
Wir haben gelernt, mit ihr umzugehen.'
Der Satz stammt aus Becketts 'Glückliche Tage'.
Glückliche Tage einer Trauer, die ich nicht kenne.
Ich träume weder von Vereinigung oder Idylle,
noch von gefühlsseligen, gar dauerhaften Freuden.
Ich wünsche mir eine bestimmte Form von Trauer.
Ich kann sie erahnen.
Vielleicht habe ich sie sogar schon erlebt.
Irgendwo zwischen dem Mangel und dem Schwermut der Kindheit verortet.
Ich will unter Hunderten begehrenswerten Körpern auf jenen treffen,
der es vermag, mich zu verletzen.
Sogar aus der Ferne, abwesend,
selbst auf dem Bett liegend, von mir abgewandt.
Auf denjenigen, der die Waffe besitzt, mich zu verletzen."
WIEDER EIN ROMANTISCHER TAG MIT DIR IN PARIS
SORRY, ICH KANN DAS NICHT MEHR.
Ich erfinde das nicht. Das sind meine Gefühle.
Du lebst in deiner Fantasiewelt, Anna. Das ist nicht die Realität.
Hey...
Bist du schon mal mit 160 km/h auf dem Motorrad gefahren...
... und hast dich bei dem Gedanken ertappt:
"Und wenn's das gewesen ist?",
und dich gefragt, ob du das Glück hast,
jemandem davon zu erzählen?
Und dann dachtest du:
"Vielleicht ist es am Ende auch einfach egal.
Vielleicht ist der Gedanke daran auch gar nicht so erschreckend."
Dann hast du dich von außen betrachtet und gedacht:
"Das kann nicht mein Leben sein."
Niemand kommt, um dich zu retten.
Gedankenfetzen:
Schreiben als verzweifelter Versuch, zum Kern vorzudringen.
Alles Illusion. Es gibt keinen Kern.
Alles ist relativ, es gibt keine Wahrheit.
Ich schreibe, um Klarheit zu bekommen, doch alles verschwimmt nur noch mehr.
Willst du weiterschreiben? - Nein, will ich nicht.
Liebst du mich noch?
Natürlich.
Ich fühle mich sehr einsam. - Aber ich bin hier.
Ich habe das Gefühl, eine Versagerin zu sein.
Das stimmt nicht, Anna.
Sieh mich an: In all diesen Jahren habe ich nichts...
Ich habe dir nur immer wieder Versprechungen gemacht.
Und das Schlimmste ist, dass du auch noch an mich geglaubt hast.
Das tue ich immer noch.
Aber wie kannst du das?
Wie kannst du mir nahe sein?
Wie kannst du überhaupt mit mir zusammen sein?
Ich an deiner Stelle wäre so angewidert.
Ich würde nicht in meiner Nähe sein wollen.
Vielleicht musst du nur die Perspektive wechseln oder...
Das alles tut dir nicht gut. Ich halte es nicht aus, dich so zu sehen.
Was ist die Alternative?
Du sagt, du willst eine Zukunft mit mir.
Ja. - Ich kann dir keine Zukunft bieten.
Ich kann dir gar nichts bieten,
nur diesen Scheißmüll hier.
Was soll das werden? Wo soll das hinführen?
Versuch was anderes, keine Ahnung.
Was zum Beispiel?
Etwas, das dich glücklich macht.
Das ist das Problem. - Macht es dich glücklich?
Nichts macht mich glücklich. - Bist du glücklich?
Nichts. - Es muss etwas geben.
Ich sehe keinen Sinn, in nichts.
Aber hilft dir das Schreiben, Sinn zu sehen?
Nein, aber...
... genau darum schreibe ich,
weil ich Sinn finden will.
Versuch doch mal,
das alles zu vergessen und Spaß zu haben.
Ich kann doch nicht aus meinem Kopf raus, oder?
Wie komme ich aus meinem Kopf raus? Wie soll ich ihn ausschalten?
Indem du einfach lebst, anstatt immer zu schreiben
und um deine Gefühle zu kreisen.
Ich kann es nicht abschalten.
Ich kann es nicht genießen, mit dir zusammen zu sein
und einfach Sachen zu machen so wie früher,
weil ich mich mit der Frage herumquäle, wie ich dir...
... eine schöne Zeit bieten kann.
Aber ich kann nicht. Ich kann dir nichts bieten.
Ich kann dir gar nichts bieten.
Liebst du mich denn noch?
Ich liebe dich,
aber ich weiß nicht, wie ich dich glücklich machen kann und wie...
Das ist doch ganz einfach. - Ich kann dich nicht glücklich machen.
Ich weiß nicht, wie ich dir das Leben geben kann, was ich dir geben will.
Ich weiß nicht, wie.
Ich habe nie jemanden so sehr geliebt, wie ich dich liebe.
Ich war überhaupt noch nie zuvor verliebt.
Aber ich will nicht, dass es dir wegen mir schlecht geht,
weil ich so verrückt bin.
Ich kann das einfach nicht abschalten.
Ich kann mir nicht einfach sagen: Sei mal glücklich,
genieß die Sonne und hab Spaß.
Aber warum nicht? - Das weiß ich nicht, verdammt.
Weil ich krank bin.
Ich kann die Sachen nicht, die normale Menschen machen,
und mich dabei gut fühlen.
Du solltest mich dafür hassen.
Du solltest nicht mit mir zusammen sein wollen.
Ich weiß nicht, wie du das machst,
warum du noch hier bist.
Ich weiß nicht, wie du diese Seite von mir erträgst.
Ich weiß noch: Als Jugendliche...
... fing ich an, unter Depressionen und so zu leiden.
Ich hatte Selbstmordgedanken.
Und...
... das ging ungefähr fünf, sechs Jahre so.
Und der Moment, als ich den Gedanken losgelassen habe,
dass ich etwas aus mir machen muss,
um andere glücklich zu machen,
war ein Befreiungsschlag für mich.
Die Selbstmordgedanken verschwanden.
Das Schreiben hat mich davor gerettet,
sterben zu wollen.
Du redest darüber, als ob... - Das Schreiben war vor dir da.
So sehr ich dich auch liebe.
Was, wenn es dich nicht gäbe?
Wäre ich dann tot,
weil ich nichts habe, an dem ich mich festhalten kann?
Du... - Was soll ich darauf antworten?
Hörst du dir selbst zu? - Ja!
Du verstehst nicht, wie frustriert ich bin.
Nein, das tue ich nicht. - Du kannst es nicht verstehen.
Was für ein Ziel hast du im Leben?
Ich wünschte, ich könnte es dir sagen. - Ist das Ziel nicht, glücklich zu sein?
Ich weiß nicht, wie man glücklich ist. - Du weißt nicht, wie.
Ich kann nicht einfach auf Knopfdruck glücklich sein.
Ich kann nicht einfach glücklich sein, weil ich scheiß Nutella esse.
Ich kann nicht einfach glücklich sein, weil...
... weil ich aufwache und dich sehe,
obwohl du das Schönste bist, das ich je gesehen habe.
Also macht dich nicht mal die Liebe glücklich?
Ich habe das Gefühl, Liebe ist nicht genug.
Ich habe das Gefühl, da gibt es noch mehr und ich...
Das ist eine Illusion, Anna. Was du dir da ausdenkst, gibt es nicht.
Ich weiß nicht, wovon du redest. Es existiert nicht.
Alles existiert, und nichts existiert.
Alles existiert nur in deinem Kopf. - Was soll das heißen?
Was existiert, was nicht... - Hör auf, mit Worten zu spielen.
Ich spiele nicht mit Worten. Was existiert? Ich meine, alles...
Das Hier und Jetzt existiert. - Alles, was du willst...
Das Hier und Jetzt.
Du versaust dir dein Leben.
Wenn du an etwas denkst,
dann existiert diese scheiß Sache in deinem Kopf.
Und niemand kann sagen, dass sie nicht existiert.
Wenn sie für dich real ist, ist sie real.
Wer bin ich... - Wovon redest du? Was ist real?
Wer bin ich, zu sagen, dass dein Gefühl nicht real ist?
Du fühlst es, also ist es für dich real.
Und das ist meine Realität.
Du erfindest Dinge, das ist nicht die Realität.
Ich erfinde nichts. Das ist mein Gefühl. - Weil du in deiner Fantasie lebst.
Das ist nicht die Realität. - Oh, doch.
Das Problem ist, dass du zu oft in deinem Kopf und zu selten hier bist.
Du siehst die Welt nur durch deine eigene gequälte Seele.
Das ist nicht die echte Welt.
Komm schon.
Nein, die echte Welt besteht aus Märchen
und wunderschönen Sonnenuntergängen und...
Warum glaubst du, so kompliziert sein zu müssen?
Das ist keine Entscheidung.
Natürlich.
Super.
Okay.
Vielleicht hast du recht, und es ist eine Entscheidung.
Wo ist meine Zigarette? - Es ist, als würdest du das extra machen.
Es gefällt dir, so zu sein.
Ja, vielleicht.
Vielleicht ist das mein Ding.
Ich denke, wir sollten uns auch mit anderen treffen.
Vielleicht sollten wir auch andere treffen.
Was, wenn das, vor dem du Todesangst hattest,
am Ende der wichtigste Moment deines Lebens ist?
ES GEHT MIR GUT
"Liebe Anna, vielen Dank für die Zusendung Ihres Romans 'Borderline'.
Die rohe Ehrlichkeit, mit der Sie diese intime Geschichte
und die Suche der Autorin nach ihrer Stimme erzählen, fanden wir sehr spannend
und würden gern mit Ihnen über eine Publikation sprechen.
Bitte teilen Sie uns mit, wann ein Treffen möglich wäre.
Ich freue mich auf Ihre Antwort und wünsche Ihnen alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen, Mark Wilson."
Viele von uns wissen, wie es ist, verletzt zu werden,
wie es ist, in ein tiefes Loch zu fallen.
Ich selbst fand Erlösung dort, wo ich sie nicht vermutet hätte.
Oder vielleicht doch.
Als ich gezwungen war, mich all meinen Dämonen zu stellen.
Das Leben ohne sie fühlte sich genauso an wie das einer unerfüllten Autorin.
Aber ich musste allein sein,
um der Autorin in mir eine Stimme zu geben.
Entweder, weil ich beides zusammen nicht konnte,
oder weil ich so irre war zu glauben, dass ich eins für das andere opfern muss.
Habe ich unbewusst meine Beziehung sabotiert,
um mein Lebensziel zu erreichen?
War die Geborgenheit zu bequem,
das Glück zu glücklich?
Habe ich mich masochistisch meinen Gefühlen hingegeben,
oder war ich es leid, mich vor ihnen zu verstecken?
Heute kann ich diese Fragen nicht beantworten,
aber vielleicht morgen,
in einer Woche
oder in einem Jahr.
Aber ich bin der Person, die ich sein will, einen Schritt näher.
Kreativität ist eine Notwendigkeit, keine Entscheidung.
Entweder man findet einen Weg, sie auszuleben, oder man wird irre.
Und manchmal ist der Irrsinn ein notwendiger Zwischenschritt.
Wenn du noch immer glaubst, dass die Liebe dich rettet,
dann irrst du dich, Kumpel.
Du und nur du kannst dich retten.
Vera Kühn und Sandra Köster BABELFISCH TRANSLATIONS
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