All language subtitles for Sophie.Scholl.The.Final.Days.2

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian Download
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French Download
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German Download
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew Download
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian Download
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal) Download
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese Download
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

(Song aus dem Radio, beide singen mit) Sugar, I call my baby my sugar

I never maybe my sugar That sugar baby of mine

He's special ration

Funny, he never asks for my money

All I give him is honey

And that he can spend anytime

I'd make a million trips to lips If I were a bee

Because he's sweeter than chocolate candy to me

Gisela, ich muss gehen. - Was hast denn du noch vor?

Gisela. - Ach so!

Komm, los jetzt.

Also, bis morgen um 12 im Englischen Garten. - Vor dem Seehaus?

Ja. Der Hans soll doch mal anrufen. - Sag ich ihm.

Hat er sich wieder beruhigt? - Du h�ttest ihn auch nicht so anschreien m�ssen.

Aber ist schon wieder vergessen.

Na endlich, es wurde aber auch Zeit. Komm, los weiter.

Ist das alles? - Das ist der Rest, mehr war nicht da...

(Liest) "Ersch�ttert steht das Volk vor dem Untergang der M�nner vor Stalingrad.

330.000 deutsche M�nner hat die geniale Strategie unseres Weltkriegsgefreiten...

sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt."

Sophielein! Willi freut sich bestimmt, wenn du ihm hilfst.

Hier, die Briefmarken. Und das Verzeichnis.

Danke dir.

(Hans atmet tief durch)

Und was ist mit dem Rest?

Die verteile ich morgen in der Uni.

Bist du verr�ckt? - Willi, der Aufstand der Studentinnen neulich im Deutschen Museum,

da war es doch fast soweit. - Gerade deswegen ist bei der Gestapo Alarmstufe 1.

Hans... - Und auch unsere Parolen �berall drau�en an den W�nden!

Hans, wir verstecken die Reste unter den Paletten, bis wir neue Umschl�ge haben.

Das geht doch nicht, es gibt doch keine mehr. Papiermangel.

Nachts was an die W�nde zu schreiben ist schon gef�hrlich genug...

Aber am helllichten Tag mit diesen Flugbl�ttern in die Uni? Spinnst du?

Jetzt m�ssen wir was tun, jetzt! Jetzt bringen wir die Stadt in Bewegung!

Gerade jetzt nach Stalingrad wimmelt doch die Uni vor braunen Spitzeln!

Wenn die Bolschewisten kommen, dann erwischen sie die Schlapph�te...

wenigstens gleich auf einem Haufen. - Ich w�rde mir selbst, an deiner Stelle,

nichtw�nschen, dass der Russe vor dem Ami kommt.

Du hasst doch die Bolschewisten am meisten. Hans, es ist Wahnsinn!

Tu es nicht!

Ich gehe w�hrend der Vorlesung rein, da ist keiner in der Halle...

und dann bin ich sofort wieder drau�en. Vorne rein, hinten raus.

Zu riskant! - Willi...

Ich �bernehme die Verantwortung.

Ich allein.

Mit dem vollen Koffer willst du jetzt durch Schwabing laufen?

Den nehme ich.

Hans, ich halte es nicht f�r richtig, dass Sophie da irgendwie...

Falls eine Kontrolle kommt, haben es Frauen leichter.

Sie hat Recht.

So. Abmarsch, Leute.

Alex, bis morgen um 12 Uhr bei mir.

Also gleich morgen? - Die Nazis warten auch nicht.

Danke.

Mach nicht zu lang.

Gute Nacht. - Gute Nacht.

(Sophie schreibt) Liebe Lisa, ich lasse mir gerade das Forellenquintett vorspielen.

Man sp�rt und riecht in diesem Ding von Schubert f�rmlich die L�fte und D�fte...

und vernimmt den ganzen Jubel der V�gel und der ganzen Kreatur.

Die Wiederholung des Themas durch das Klavier- wie kaltes, klares Wasser...

Oh, es kann einen entz�cken. Lass doch bald von dir h�ren.

Herzlichst. Deine Sophie.

Ob Mutter noch Marmelade hat? Auf die Marken gibt es nur noch Steckr�bensirup.

Unauff�llig genug?

Heute fliegt der Funke in die Uni. - Ja.

Morgen!

Morgen. - Wir gehen r�ber in die Nervenklinik. Kommt ihr mit?

Sophie f�hrt nach Ulm. Ich komme gleich nach. - Jetzt komm.

Raus jetzt, los komm, komm! Los, komm!

Es sind noch welche im Koffer, Hans. - Was?

(Hans atmet durch)

Oben sind noch keine, warte. - Ich geh mit.

(Lautes Stimmengewirr)

(Hausmeister) Halt! Stehen bleiben!

Sofort stehen bleiben! Sie da... Halt... stehen bleiben!

Sie sind festgenommen! Stehen bleiben, verdammt noch mal! - Was ist?

Sie sind verhaftet! - Das ist l�cherlich! Sie k�nnen uns nicht einfach verhaften!

Sie waren die Einzigen da oben. Mitkommen! - Wir waren im psychologischen Institut.

Sie haben Flugbl�tter runtergeschmissen! - Das ist doch l�cherlich!

Los, lassen Sie ihn los! Ich habe das Papier da runtergeworfen.

So, das wird jetzt angezeigt. Beide mitkommen. Beide mitkommen!

Das hat Folgen, auch hier in meiner Universit�t, glauben Sie mir.

"Ersch�ttert steht unser Volk vor dem Untergang..."

(T�rklopfen) Herein!

So viel? Das ist unfassbar!

Sind das alle? - Jawohl!

Wegtreten!

Schmid, Sie schreiben einen Bericht.

Wir kriegen auch die Rotb�ckigen klein.

Da... da, der Student hat da was...

Los, her damit! Da, noch ein Flugblatt.

Hergeben! Oder wollen Sie, dass ich Gewalt anwenden lasse?

Das geh�rt alles mit dazu.

Mohr, Staatspolizei. Heil Hitler. - Heil Hitler.

Das sind die beiden vorl�ufig Festgenommenen...

und das ist die Schm�hschrift. - Ich habe die beiden...

K�nnen Sie sich ausweisen?

Fr�ulein Sophia Magdalena Scholl? - Ja.

Und Herr Hans Fritz Scholl? - Ja.

Sind Sie Geschwister? - Ja.

Das schwache Geschlecht.

21 Jahre...

(Mohr) Soll das der Widerstand gegen das Gro�deutsche Reich sein,

das ganz Europa im Griff hat?

Dieser junge Mann hat in meinem Beisein versucht, dieses Papier zu zerrei�en.

Den hat mir ein fremder Kommilitone in die Hand gedr�ckt

und ich wollte ihn vernichten, damit er mich nicht belastet.

Geh�rt dieser Koffer Ihnen? - Ja, mir.

Abf�hren!

Ich habe angeordnet, dass die Universit�t bis aufWeiteres abgeriegelt bleibt.

Es verl�sst auch niemand vom Lehrk�rper oder aus der Verwaltung das Haus.

Jawohl! Ich bleibe selbstverst�ndlich auch.

Geh nach Hause und sag Alex, er soll nicht auf mich warten. - Ruhe!

Scholl, Hans, gleich rein zum Mahler ins Verh�r!

Kommen's endlich, Fr�ulein!

Kommen's endlich!

Handschellen l�sen!

Danke.

(Schnelle Schritte im Flur)

Los geht's.

Setzen Sie sich.

Scholl, Sophia Magdalena, aus Ulm,

geboren am 9.5.1921 in Forchtenberg.

Evangelisch. Vater?

Robert Scholl. Er war Berufsb�rgermeister in Forchtenberg.

Ausbildung zur Kinderschwester abgeschlossen? - Ja.

Immer noch mit Zweitwohnsitz wohnhaft in M�nchen 23, Franz-Joseph-Stra�e 13,

Gartenhaus, bei Schmidt? - Ja.

Vorbestraft? - Nein.

Sie haben gegen�ber dem Hausmeister der Universit�t zugegeben,

dass Sie diese Flugbl�tter hier von der Balustrade geworfen haben.

Die lagen auf dem Marmorgel�nder herum.

Ich habe ihnen im Vorbeigehen einen Sto� versetzt.

Warum?

Solche Sp��e liegen in meiner Natur.

Ich habe es ja auch gleich zugegeben. Ich sehe aber ein,

dass ich mit dem Hinuntersto�en der Zettel eine Dummheit gemacht habe.

Ich bereue das, kann es aber nicht �ndern.

Fr�ulein Scholl, die Flugbl�tter, die Sie in der Universit�t abgeworfen haben,

fallen unter die Kriegssonderstrafrechtsverordnung.

Wollen Sie nachlesen, was auf Hochverrat und Feindbeg�nstigung steht?

Ich habe damit nichts zu tun. - Gef�ngnis, Zuchthaus...

oder Todesstrafe. - Ich habe damit wirklich nichts zu tun.

Zigarette? - Nein danke.

Sie rauchen aber? - Gelegentlich.

Die passen genau.

Zufall.

Warum nehmen Sie einen leeren Koffer mit in die Universit�t?

Ich will nach Hause, nach Ulm fahren, um die W�sche zu holen,

die ich letzte Woche meiner Mutter gebracht habe. - Nach Ulm?

So weitwollen Sie? Mitten in der Woche?

Ja. - Nur wegen W�sche?

Nein. Auch, weil ich meine Freundin und ihr neugeborenes Kind sehen m�chte.

Au�erdem ist meine Mutter krank. - Aber warum mitten in der Woche?

Es sind doch Vorlesungen! Das wirkt �berst�rzt.

Weil meine Freundin fr�her als geplant nach Hamburg fahren will, habe ich die Reise...

vom Wochenende vorverlegt.

Ich wollte den Schnellzug um 12:48 Uhr nehmen.

Ich habe mich am Holzkirchner Bahnhof mit dem Freund meiner Schwester verabredet.

Sie k�nnen ihn fragen.

Name? - Otto Aicher.

Er ist mit dem Zug aus Solln um halb 12... halb 12 hier in M�nchen angekommen.

Aicher mit "e"? - Mit "a - i".

Hatten Sie denn keine schmutzige W�sche f�r Ulm?

Nein. Kleine St�cke wasche ich mit der Hand aus...

und gro�e W�sche war noch nicht angefallen.

Es gibt also bei Ihnen keinen Bedarf f�r frische W�sche,

und Sie wollen mir im gleichen Atemzug erz�hlen,

dass Sie extra einen leeren Koffer f�r frische W�sche mit sich f�hren?

Ich wollte f�r die n�chsten Wochen vorsorgen, wenn ich schon in Ulm bin.

Was haben Sie in der Universit�t gemacht, wo Sie doch nach Ulm wollten?

Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet. Sie hei�t Gisela Schertling.

Wir wollten heute um 12 Uhr im Seehaus im Englischen Garten zu Mittag essen...

Obwohl Sie nach Ulm wollten?

Ich habe mich gestern Abend umentschieden...

und bin in die Universit�t gegangen, um Gisela abzusagen.

(Summer)

Warum war lhr Bruder mit Ihnen in der Universit�t,

wo Sie doch nur der Schertling kurz absagen wollten?

Wir gehen oft zusammen in die Uni und Hans wollte in die Nervenklinik.

Der Hausmeister sagt aus, Sie waren um 11 Uhr auf der Empore im 2. Stock.

Was haben Sie dort gemacht? - Wir waren auf dem Weg zu Gisela,

die in der Vorlesung von Professor Huber �ber die Einf�hrung in die Philosophie sa�.

Aber die ist im ersten Stock. - Ja, und weil wir da 10 Minuten zu fr�h waren,

habe ich meinem Bruder noch das Psychologische Institut gezeigt,

wo ich �fters Vorlesungen besuche. Das liegt im zweiten Stock.

Und wo befanden sich da die Flugbl�tter?

Ich habe Zettel �berall auf dem Boden liegen sehen, wenn Sie das meinen.

Und nicht gelesen? - Doch, aber nur fl�chtig.

Mein Bruder hat noch Witze dar�ber gemacht. - Politische Witze?

Nein, nur �ber die Vergeudung von Papier. Er ist so unpolitisch wie ich.

Bei dem Zwergenaufstand der Studentinnen neulich im Deutschen Museum,

bei der Rede des Gauleiters,

waren Sie dabei?

Nein.

Anwesenheitwar doch Pflicht. - Ich halte mich aus allem Politischen heraus.

Wie stehen Sie dazu, wenn der Gauleiter im Deutschen Museum...

vor wenigen Tagen sagt,

M�dchen sollen lieber dem F�hrer ein Kind schenken,

statt sich an der Universit�t herumzudr�cken, und wenn er...

weniger H�bschen sogar verspricht, ihnen einen seiner Adjutanten zuzuweisen?

Geschmacksfrage.

Die Umst�nde, unter denen Sie in der Universit�t angetroffen wurden,

machen Sie verd�chtig. Ich rate Ihnen dringend uneingeschr�nkt...

und ohne R�cksicht auf etwaige Nebenumst�nde die Wahrheit zu sagen.

Ich bestreite, auch nur das Geringste mit den Flugbl�ttern zu tun zu haben,

au�er dem dummen Scherz. Ich verstehe ja, dass der Verdacht...

an uns h�ngen bleiben kann, wenn die richtigen T�ter nicht gefunden werden,

aber mein Bruder und ich, wir haben wirklich nichts damit zu tun. - Meinen Sie,

dass uns lhre wirkliche Gesinnung in dieser Untersuchung verborgen bleibt?

Ich bin doch ganz offen zu Ihnen.

Fr�ulein Scholl, die Kollegen haben keine Spuren von diesen Flugbl�ttern...

im Koffer gefunden. lhr Bruder hat lhre Darstellung im Verh�r best�tigt.

Erleichtert?

Ich habe mir keine Sorgen gemacht.

Protokollf�hrerin soll kommen.

Ich diktiere jetzt ein Protokoll. Sie m�ssen genau zuh�ren...

und mich unterbrechen, falls was nicht mit lhren Aussagen �bereinstimmt.

Haben Sie mich verstanden, Fr�ulein Scholl? - Ja.

Danach werden Sie zwar erst mal hinten im Gefangenentrakt aufgenommen,

aber... je nachdem...

vielleicht k�nnen Sie heute Abend doch noch nach Ulm fahren.

Fertig?

Metternich! Entlassungsschein. Heil Hitler. - Heil Hitler.

Herr Sch�rmer! Mitkommen!

lhr Studenten meint's auch, ihr k�nnt's uns hier drinnen alle mit eurem Gespinne...

auf Trab halten.

(Goebbels Rede wird im Radio �bertragen) - lhren Schmuck, bitte. Armbanduhr.

(Radio) ...wir sind entschlossen, unser Leben mit allen Mitteln zu verteidigen,

(Applaus) ...ohne R�cksicht darauf, ob die uns umgebende Welt...

die Notwendigkeit dieses Kampfes einsieht oder nicht... - Halskette mit Anh�nger.

(Radio) ...Der totale Krieg ist also das Gebot der Stunde...

Kommen Sie bitte mit. (Applaus im Radio)

(Radio) ...Es muss jetzt zu Ende sein mit den b�rgerlichen Zimperlichkeiten,

die auch in diesem Schicksalskampf...

nach dem Grundsatz verfahren wollen: Wasch mir den Pelz,

aber mach mich nicht nass! - Ziehen Sie sich bitte aus und geben mir die Kleider.

(Radio) Die Gefahr ist riesengro�.

Riesengro� m�ssen deshalb auch unsere Anstrengungen sein...

(Leise) Wenn du was Belastendes bei dir hast, gib es mir, ich werfe es ins Klo.

Ich bin selber H�ftling. - ...Es ist also jetzt die Stunde gekommen...

Ich habe nichts.

(Radio) ...die Glaceehandschuhe auszuziehen!

(Jubel und Applaus)

(Goebbels Rede gehtweiter) - So, da sind wir.

...wird morgen auf den Knien danken, dass wir ihn auf uns genommen haben.

Eintreten, die Damen, zack, zack, ich will die Rede h�ren!

Haben Sie was von meinem Bruder geh�rt?

Dein Bruder war schon dran und wartet oben bei den M�nnern.

Du bist momentan die Hauptverd�chtige, weil du den Koffer getragen...

und die Flugbl�tter runtergesto�en hast. Gestehe denen blo� nichts!

Es gibt nichts zu gestehen.

Wie lange sind Sie schon hier? - Seit einem Jahr und f�nf Tagen.

Sie haben mich mit einem Brief erwischt mit Ludwig-Thoma-Zitaten gegen Hitler.

Trotzdem arbeiten Sie f�r diese Leute? - Das wird einfach befohlen.

Ich bin hier, damit du dich nicht umbringst...

Wieso sind Sie gegen die Nazis? - Mein Bruder und ich sind Kommunisten,

obwohl er ein hohes Tier bei einer Versicherung ist.

Aber die Kommunisten halten zusammen, das hat mir imponiert.

Irgendwas muss man tun.

Scholl, Sophia. Mitkommen!

(Leise) Ich hoffe, wir sehen uns nicht wieder. Alles Gute. - Ja, alles Gute!

(T�r f�llt ins Schloss)

Hier warten.

So, Fr�ulein, hier ist lhr Entlassungsschein. Noch mal Gl�ck gehabt.

(Telefon)

Aufnahme.

Jawohl!

Mitkommen. Mitkommen!

Den Mantel k�nnen Sie ausziehen.

Setzen Sie sich.

lhr Vater hat letztes Jahr sechs Wochen eingesessen, weil er unseren F�hrer...

als "Gottesgei�el der Menschheit" bezeichnet hat.

Er istwegen "Heimt�cke" in Haft gekommen,

und man hat ihm die Zulassung zum Beruf entzogen.

Ich frage mich, wie lhr Vater dazu gestanden hat, dass Sie...

beim Bund Deutscher M�del waren?

Unser Vater hat uns nie im politischen Sinne beeinflusst.

Typisch Demokrat! Warum waren Sie beim BDM?

Weil ich geh�rt hatte, Hitler will unserem Vaterland zu Gr��e,

Gl�ck und Wohlstand verhelfen und daf�r sorgen, dass jeder Arbeit und Brot hat.

Und dass jeder Einzelne ein freier und gl�cklicher Mensch ist.

Sie sind ledig? - Ich bin verlobt.

Mit Fritz Hartnagel. Er steht als Hauptmann an der Ostfront.

Stalingrad? - Ja.

Wann haben Sie ihn zum letzten Mal gesehen? - Vor �ber einem halben Jahr.

Kennen Sie die?

Mein Bruder hat so eine. Er ist Feldwebel bei der Wehrmacht.

Und was ist mit den 190 Patronen in lhrem Schreibtisch,

Kaliber 9 Millimeter? - Die geh�ren auch meinem Bruder.

Wann haben Sie in der letzten Zeit Briefmarken gekauft?

Vor 2 Wochen etwa. - Wo? Wie viele?

Beim Postamt 23 in der Leopoldstra�e.

Zehn Zw�lfer. Vielleicht f�nf Sechser, ich wei� nicht genau.

Nicht mehr? - Nein.

Kennen Sie diese Marken?

Nein.

Wirklich nicht? - Nein.

Wir haben diese hier im Zimmer lhres Bruders gefunden.

Warum haben Sie uns verschwiegen, dass er derartige Mengen...

an Porto f�r Postwurfsendungen besitzt?

Sie haben gefragt, wann und wo ich in letzter Zeit Marken gekauft habe.

140 St�ck! Wer von Ihnen wollte diese Marken wozu verwenden?

Was sollte per Postwurfsendung zum Versand kommen?

Gr��e an Freunde und Familie. Wir schreiben viel.

Also kennen Sie diese Marken? - Ich vermute nur.

Sie haben die Marken doch bei meinem Bruder gefunden. Nicht bei mir!

(T�r wird ge�ffnet)

Besitzen Sie eine Schreibmaschine?

Die im Zimmer meines Bruders geh�rt unserer Wohnungsgeberin.

Sie hat sie uns geliehen, damit mein Bruder etwas tippen kann. - Was?

Einen Aufsatz �ber philosophische und theologische Fragen.

Nicht dieses Flugblatt hier? - Nein.

Vielleicht philosophische und theologische Fragen wie:

"Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verl�ngern".

Oder: "Ein Verbrechertum kann keinen deutschen Sieg erringen".

Oder: "Das kommende Deutschland kann nur f�deralistisch sein.

Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses".

Das stammt nicht von Hans.

Von Ihnen? - Nein.

Aber Sie glauben an so eine Ordnung der Welt. - Ich bin und bleibe unpolitisch.

Jedenfalls ist mit der Schreibmaschine aus lhrer Wohnung, laut Schriftvergleich,

diese Schm�hschrift geschrieben worden, die auch Anfang des Monats...

an zahlreiche Empf�nger, unter anderem in Augsburg und M�nchen, verschicktwurde.

Davon wei� ich nichts.

Sitzen bleiben! Passen Sie auf!

Sie waren ja dabei, als bei lhrem Bruder diese Schm�hschrift gefunden wurde,

die er vernichten wollte.

Kennen Sie das Papier?

Nein. - Lesen Sie, bevor Sie was Falsches aussagen.

"200.000 deutsche Br�der wurden geopfert f�r das Prestige...

eines milit�rischen Hochstaplers." - An was erinnert Sie das?

Doch wohl sehr genau an die Musik, die in den anderen sechs Flugbl�ttern spielt.

Und die Handschrift?

Kenne ich nicht. - Jetzt h�ren Sie aber mal auf!

Der Urheber dieses Pamphlets ist ein gewisser Christoph Probst,

ein Freund von Ihnen aus Innsbruck. Wir haben bei Ihnen Briefe von ihm gefunden.

Die Handschrift stimmt �berein!

Probst, auch Medizinstudent von F�hrers Gnaden.

Familienmensch mit Gem�t und der Liebe zu den Bergen seiner Heimat.

Auch so ein privilegierter Nestbeschmutzer, w�hrend andere an der Front verrecken!

Wer, au�er lhrem Bruder und dem Christoph Probst, hat noch...

bei den Flugbl�ttern geholfen? - Lassen Sie diese Unterstellungen!

Die Existenz dieser Beweise aus lhrer Wohnung haben Sie mir verschwiegen,

obwohl Sie zu wahrheitsgem��en und vollst�ndigen Aussagen gezwungen sind!

Ich kann nur zugeben, was ich wei�.

Wollen Sie h�ren, was lhr Bruder zu diesen Beweisen sagt, nachdem er, wie Sie,

um den hei�en Brei herum geredet hat?

"Nachdem ich geglaubt hatte, dass die milit�rische Lage...

nach der Niederlage an der Ostfront und dem ungeheuren Anwachsen...

der milit�rischen Macht Englands und Amerikas eine siegreiche Beendigung...

des Krieges unsererseits unm�glich macht, gelangte ich nach vielen, qualvollen...

�berlegungen zu der Ansicht, dass es nur noch ein Mittel zur Vermeidung...

weiterer sinnloser Opfer und der Erhaltung der europ�ischen Idee g�be,

n�mlich die Verk�rzung des Krieges. Andererseits war mir die Behandlung...

der von uns besetzten Gebiete und V�lker ein Gr�uel".

Das ist blo� eine politische Erkl�rung, keinerlei Stellungnahme zu den Vorw�rfen.

Das...

...ist Wehrkraftzersetzung und Hochverrat!

Ich glaube auch nicht, dass mein Bruder solche Aussagen gemacht hat.

Ach, Sie denken, dass Ihnen hier falsche Aussagen vorgehalten werden?

Bevor es mir mein Bruder nicht selbst sagt, glaube ich nicht, dass er solche...

Angaben gemacht hat.

Das Maleratelier Eickemayer sagt Ihnen doch was?

Ja.

Eickemayer ist seit Monaten in Krakau als Architekt. Er hat uns den Schl�ssel...

zu seinem Atelier gegeben, damit wir Freunden seine Bilder zeigen.

Die Fingerabdr�cke auf dem Vervielf�ltigungsapparat...

stammen von lhrem Bruder.

lhr Bruder hat gestanden.

Er hat zu Protokoll gegeben, alles alleine gemacht zu haben,

alle sechs Flugbl�tter entworfen, vervielf�ltigt und verteilt zu haben.

Er will in einer Nacht in M�nchen alleine 5000 St�ck ausgelegt haben.

Sie wohnen mit lhrem Bruder zusammen,

Sie waren mit ihm zusammen heute Vormittag auf der Empore.

Da wollen Sie uns weismachen, dass Sie von all dem nichts gewusst haben?

Sie wollen die Pamphlete f�r harmlose Zettel gehalten haben? Geben Sie doch endlich zu,

dass Sie mit lhrem Bruder zusammen die Flugbl�tter hergestellt und verteilt haben!

Ja! Und ich bin stolz darauf!

Was passiert jetzt mit meinem Bruder und mir?

Das h�tten Sie sich fr�her �berlegen m�ssen, Fr�ulein Scholl.

Kommt unsere Familie in Sippenhaft? - Das entscheiden andere.

Ich muss jetzt auf die Toilette. - Jetzt nicht.

Wer hat die Flugbl�tter verfasst?

Ich. - Sie l�gen ja schon wieder, Fr�ulein Scholl! Wir haben schon...

vor Wochen ein wissenschaftliches Gutachten anfertigen lassen,

wonach der Verfasser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Mann ist.

Geistesarbeiter. lhr Bruder!

Und wer hat die Schm�hschriften zum Versand gebracht? - Mein Bruder und ich.

Entschuldigung, ich muss jetzt wirklich auf die Toilette.

Locher!

Toilette!

Kommen Sie.

(Schritte hallen laut)

(Unterdr�cktes Schluchzen)

(Klopfen) Beeilung!

(Anneliese) Machen Sie doch die Handschellen auf, das tutweh!

(Hans) Was wollt ihr denn mit denen da?

Kennen's die Kollegen, Fr�ulein Scholl? Jetzt geht's Schlag auf Schlag...

So, n�chste T�r links. Sie kennen das ja schon.

(Schreibmaschine klappert)

Was ist mit den Schmierereien: "Nieder mit Hitler"...

und "Freiheit"...

und die durchgestrichenen Hakenkreuze an der Universit�t, in der Ludwigstra�e,

am Marienplatz, in der Kaufingerstra�e und in Schwabing?

Die stammen von meinem Bruder und mir.

lhr Bruder hat nach seiner Festnahme in der Universit�t gesagt: "Geh nach Hause...

und sag Alex, er soll nicht auf mich warten."

Die Schertling stand ganz in der N�he.

Das war doch eine Aufforderung zur Flucht an den Schmorell?

Hans war mit Schmorell verabredet, er wollte nicht, dass er vergeblich auf ihn wartet.

Haben Sie mit dem Schmorell �ber die Pl�ne gesprochen? - Nein.

Mit Graf? - Auch nicht.

Warum l�gen Sie denn immer noch, Fr�ulein Scholl? - Ich l�ge nicht.

Hier.

lhr Gest�ndnis von heute. Unterschreiben Sie.

Locher!

Abf�hren!

(Else) Der Mohr soll heute Nacht zum Locher gesagt haben: Solche Leute...

braucht Deutschland eigentlich. Man m�sste euch halt gr�ndlich umerziehen.

Vielleicht probieren sie es mit weltanschaulicher Schulung.

Aber die werden sich alle noch umgucken. Das sage ich dir.

Warum? - Sogar die hohen Tiere oben haben Fracksausen.

Viele reden davon, dass die Invasion in 8 bis 10 Wochen kommen muss.

Und dann geht's Schlag auf Schlag, und Deutschland wird befreit.

(Mit erstickter Stimme) Wenn meine Mutter erf�hrt, dass wir verhaftet sind,

das verkraftet sie nicht.

Sie ist schon �ber 60 und seit Monaten krank.

Und wenn die Gestapo wieder bei uns vor der T�r steht...

und sie dann auch noch in Sippenhaft kommen...

Und dein Vater?

Der ist zehn Jahre j�nger. Er hat uns immer viel von seiner Kraft geschenkt.

Dann ist sie ja nicht alleine.

(Unterdr�cktes Schluchzen)

(Leises Schluchzen)

Danke.

"Wir schweigen nicht, wir sind euer b�ses Gewissen!

Die 'Wei�e Rose' l�sst euch keine Ruhe!".

Wer sind "wir"? - Das hat mein Bruder geschrieben.

Unter dem Flugblatt Nummer 4 steht als Letztes: "Bitte vervielf�ltigen...

und weitersenden". Hier am Ende ist die Rede von Widerstandsbewegung.

Das h�rt sich nicht nach Einzelt�ter an. - Es gibt keine Gruppe.

Was wissen Sie �ber Willi Graf?

Feldwebel, er studiert Medizin wie mein Bruder. Er kommt gelegentlich zu uns.

Wir wissen, er hat in dem Maleratelier geholfen, die Flugbl�tter zu vervielf�ltigen.

Sie werden seine Fingerabdr�cke gefunden haben.

Aber er war zu einem ganz anderen Zeitpunkt im Atelier. - Wann?

Mitte Januar, als wir die Bilder von Eickemayer unseren Freunden gezeigt haben.

Deswegen sind auch noch die Fingerabdr�cke von anderen im Atelier.

Wer war noch dabei? Schmorell? - Kann sein. Ich wei� es nicht,

ich war am Anfang nur kurz da und bin dann in ein Konzert gegangen.

Hat Probst Salzburg und Linz mit Flugschriften versorgt? - Nein.

Hans hat ihn nicht eingeweiht, schon alleine wegen Probsts Frau und seinen drei Kindern.

Sie haben hier, verdammt noch mal, die Wahrheit zu sagen! Ich erwarte von Ihnen,

dass Sie mir jetzt endlich Ross und Reiter nennen!

Graf, Anneliese?

Insgesamt bin ich etwa acht bis zehn Mal mit ihr in Ber�hrung gekommen.

�ber was wurde gesprochen? - �ber Literatur und Wissenschaft.

Die Graf halte ich f�r v�llig unpolitisch. - Unpolitisch, aber eingeweiht?

Ich bestehe darauf, dass Graf mit unseren Flugbl�ttern nicht das Geringste zu tun hat.

Und die Schertling? - Gisela treffe ich �fter,

seit wir in M�nchen studieren. Ich kenne sie vom Arbeitsdienstlager Krauchenwies.

Sie ist nationalsozialistisch eingestellt. - Wenn es nach Ihnen geht, Fr�ulein Scholl,

dann wimmelt das ganze Reich noch von Unpolitischen und Anh�ngern der Bewegung.

Dann ist f�r Sie doch alles in bester Ordnung, Herr Mohr.

Insgesamt hat die so genannte "Wei�e Rose" nach unseren Feststellungen...

alleine im Januar 10.000 Blatt Abzugspapier...

und 2.000 Briefumschl�ge beschafft.

Wer war das? - Mein Bruder und ich.

Es mag glaubhaft klingen,

weil die ersten vier Pamphlete nur Hunderter-Auflagen hatten.

Aber Sie wollen mir doch nicht erz�hlen, dass Sie und lhr Bruder ganz alleine...

von der f�nften und sechsten Schm�hschrift tausende Blatt gedruckt...

und zum Versand gebracht haben? - Wir haben Tag und Nacht gearbeitet.

Respekt. Neben den Vorlesungen, die Sie nachweislich besucht haben?

Ja. Wir wollten den Anschein erwecken, unser Widerstand h�tte eine breite Basis.

Wir wissen, dass lhr Bruder, Graf und Schmorell sowie ein gewisser...

Furtw�ngler und ein Wittenstein zusammen an der Ostfrontwaren.

Alle studieren hier in M�nchen.

Da sollen sie sich nicht auch politisch ausgetauscht haben?

Mein Bruder hat mir vom Grauen des Massensterbens erz�hlt und nicht �ber...

seine Kameraden gesprochen. - Das glaube ich Ihnen nicht, Fr�ulein Scholl.

Heute ist doch jeder vorsichtig geworden, wenn es um politische �u�erungen geht.

Wie man an lhren Flugblattaktionen sieht.

Woher stammen eigentlich die Adressen?

Aus Telefonb�chern im Deutschen Museum abgeschrieben.

Nehmen wir Stuttgart: Am 27. Januar und am folgenden Morgen sind dort...

etwa 700 Flugbl�tter bei der Post eingeworfen worden.

Gleichzeitig sind hier in M�nchen am selben Tag...

rund 2000 Flugbl�tter ausgelegtworden.

Das kann doch ihr Bruder unm�glich alleine gemacht haben... 2000 St�ck!

Am 27. bin ich abends mit dem Schnellzug nach Stuttgart gefahren...

und die Flugbl�tter habe ich im Koffer dabeigehabt. Nach meiner Ankunft...

habe ich etwa die H�lfte in Bahnhofsn�he in Briefk�sten eingeworfen,

den Rest am Tag darauf in Vororten.

lhr Bruder alleine kann aber unm�glich 2000 Flugbl�tter am 28. Januar...

in M�nchen in den Telefonkabinen in die Telefonb�cher gesteckt...

und an anderen Orten ausgelegt haben. Wer hat ihm geholfen?

Ich war in M�nchen nicht dabei.

Wer hat die Flugblattaktionen finanziert?

Mein Vater gibt mir im Monat 150 Reichsmark,

und mein Bruder bezieht Wehrsold.

Davon wollen Sie zu zweit gelebt haben und die Flugbl�tter samt Porto bezahlt haben?

Jede lhrer vielen Reisen nach Ulm kostete alleine schon 15 Reichsmark.

Wir haben uns bei Freunden Geld geliehen. - Wer waren die Geldgeber?

Hier auf der linken Seite oben...

steht der Buchstabe "E", der soll doch bestimmt hei�en "Einnahmen".

Der Name hinter dem Betrag soll doch sagen, von wem das Geld stammt. - Ja.

Da ist auch lhr Verlobter drunter.

Also ist er Mitwisser! - Nein!

Wir haben jedes Mal einen Vorwand benutzt, wenn wir uns Geld geliehen haben.

Sie k�nnen jeden Einzelnen fragen.

Mein Bruder und ich, wir sind die T�ter, die Sie suchen.

Haben Sie mal die Konsequenzen bedacht, wenn Sie und lhr Bruder...

alles auf sich nehmen?

Wir kennen alle Namen!

�berlegen Sie doch mal, Fr�ulein Scholl, mit uns zusammenzuarbeiten.

Das w�rde man bei lhrer Strafe ber�cksichtigen.

Denken Sie an lhre armen Eltern und die Schande, die Sie ihnen machen.

Herr Mohr, Sie werfen uns Hochverrat vor. Und jetzt wollen Sie,

dass ich angebliche Mitt�ter verrate, damit ich selber besser davonkomme?

Ein Kriminaldelikt aufzukl�ren ist kein Verrat.

Die Kameraden meines Bruders haben damit nichts zu tun.

Locher!

Abf�hren!

Ich mach mir Sorgen um Fritz.

Wie konnte ich nur seinen Namen in mein Heft schreiben?

War er denn eingeweiht? - Absolut nicht.

Und er hat wirklich nichts bemerkt? - Nein.

Er h�lt sich au�erdem als Soldat an seinen Eid auf Hitler.

Wir haben so oft dar�ber gestritten. Ich war dagegen, die Front zu unterst�tzen,

weil es den Krieg verl�ngert. Das hat ihm nicht gefallen.

Ist er auch in Stalingrad? - Er war.

Zum Gl�ck haben sie ihn als einen der Letzten nach Lemberg ausgeflogen,

wo er im Lazarett liegt. Man hat ihm zwei Finger amputiert,

weil er und seine Leute bei 30 Grad K�lte wochenlang...

Tag und Nacht im Freien gelegen haben.

Ich w�nsche ihm so sehr, dass er den Krieg �bersteht, ohne sein Gesch�pf zu werden.

Was ist, wenn Fritz erf�hrt, dass du hier bist?

Er wird mich verstehen.

Hoffentlich.

Und, wie sieht er aus?

Gro�, dunkle Haare.

Ein freier Geist.

Er hat mich immer zum Lachen gebracht.

Die Liebe, die ganz einfach umsonst ist, ist so etwas Wunderbares!

Und wann hast du ihn das letzte Mal gesehen?

Letzten Sommer. Wir waren an der Nordsee in Karolinensiel.

Mit dem Fischkutter sind wir in aller Herrgottsfr�he hinausgefahren...

und abends mit dem Fuhrwerk ins Watt.

Nachts haben wir gesungen und vom Frieden geredet.

Und nirgends gab's Soldaten, keine Flieger, keine Bomben!

Nur die See, der Himmel,

der Wind und unsere Tr�ume.

(Schritte im Flur, dumpfe Schl�ge)

(Schreie)

(Sophie betet leise) Lieber Gott ich kann nicht anders, als stammeln zu Dir.

Nichts anderes kann ich, als Dir mein Herz hinhalten.

Du hast uns geschaffen hin zu Dir, und unruhig ist unser Herz,

bis es Ruhe findet in Dir.

Amen.

Hier, trinken Sie.

Das ist ja echter Bohnenkaffee.

Es geht Ihnen doch auch um das Wohl des deutschen Volkes, Fr�ulein Scholl?

Ja. - Sie haben nicht feige eine Bombe gelegt wie dieser Elser,

'39 im B�rgerbr�ukeller hier in M�nchen.

Sie haben zwar mit falschen Parolen, aber mit friedlichen Mitteln gek�mpft.

Warum wollen Sie uns denn dann �berhaupt bestrafen?

Weil das Gesetz es so vorschreibt! Ohne Gesetz keine Ordnung.

Das Gesetz, auf das Sie sich berufen, hat vor der Machtergreifung 1933...

noch das freie Wort gesch�tzt, und jetzt bestraft es unter Hitler...

das freie Wort mit Zuchthaus oder dem Tod. Was hat das mit Ordnung zu tun?

Woran soll man sich denn sonst halten, wenn nicht an das Gesetz,

egal, wer es erlassen hat? - Auf lhr Gewissen.

Ach was!

Hier ist das Gesetz, und hier sind die Menschen.

Und ich habe als Kriminalist die Pflicht zu pr�fen, ob beide deckungsgleich sind,

und wenn nicht,

wo die faule Stelle ist. - Das Gesetz �ndert sich.

Das Gewissen nicht. - Wo kommen wir hin, wenn jeder selber entscheidet,

was nach seinem Gewissen richtig oder falsch ist? Selbstwenn es...

Verbrechern gelingen w�rde, den F�hrer zu st�rzen, was k�me denn dann?

Zwangsl�ufig ein verbrecherisches Chaos! Die so genannten freien Gedanken,

der F�deralismus, die Demokratie? Das hatten wir doch alles schon,

da wissen wir doch, wo es hinf�hrt.

Ohne Hitler und seine Partei g�be es endlich wieder Recht und Ordnung f�r jeden,

und den Schutz des Einzelnen vor Willk�r, nicht nur f�r die Mitl�ufer.

Willk�r. Mitl�ufer.

Wie kommen Sie dazu, so abf�llig zu reden? - Sie reden abf�llig,

wenn Sie meinen Bruder und mich wegen ein paar Flugbl�ttern Verbrecher nennen,

obwohl wir nichts anderes machen, als mit Worten zu �berzeugen versuchen.

Sie mit lhren Privilegien, die Sie und lhre Sippschaft schamlos ausnutzen.

Sie d�rfen von unserem Geld mitten im Krieg studieren.

Ich durfte in der verdammten Demokratie nur Schneider lernen. Wissen Sie,

wer mich zum Polizisten gemacht hat? Der Franzose in der besetzten Pfalz,

nicht die Deutschen Demokraten. Und wenn die Bewegung nicht gewesen w�re,

ich w�re heute noch Landgendarm in Pirmasens.

Das Schanddiktat von Versailles, die Inflation, die Arbeitslosigkeit,

die wirtschaftliche Not, das alles hat unser F�hrer Adolf Hitler beseitigt.

Und Deutschland in einen m�rderischen Krieg gef�hrt,

f�r den jedes weitere Opfer umsonst ist. - In den Heldenkampf!

Sie bekommen dieselben Lebensmittelkarten wie wir, die Menschen,

die Sie verachten und bek�mpfen.

Ihnen geht es doch sowieso besser als unsereinem.

Sie haben es doch gar nicht n�tig. Wie kommen Sie eigentlich dazu aufzumucken?

Der F�hrer und das deutsche Volk sch�tzen Sie!

Hier drinnen im Wittelsbacher Palais, oder meine Familie in Sippenhaft!

Unsere deutschen Soldaten befreien Europa von der Plutokratie...

und vom Bolschewismus und k�mpfen f�r ein gro�es, freies Deutschland.

Nie wieder Besatzung auf deutschem Boden, das sage ich Ihnen!

Bis demn�chst der Krieg zu Ende ist und wieder fremde Truppen einmarschieren...

und alle V�lker auf uns weisen und sagen, wir haben Hitler widerstandslos ertragen.

Und was sagen Sie, wenn der Endsieg errungen ist und nach...

all dem Blut und Leid Wohlstand und Freiheit in Deutschland einzieht,

wovon Sie selber getr�umt haben, als Sie dem BDM beigetreten sind?

Den Glauben daran haben in Hitlers Deutschland alle verloren.

Und wenn es doch so kommt, wie ich es sage?

Sie sind doch Protestantin? - Ja.

Die Kirche fordert doch auch, dass die Gl�ubigen ihr folgen,

auch wenn sie zweifeln. - In der Kirche ist jeder freiwillig.

Aber Hitler und die Nationalsozialisten lassen einem keine andere Wahl!

Warum gehen Sie f�r falsche Ideen, so jung wie Sie sind, ein derartiges Risiko ein?

Wegen meines Gewissens.

Ich kann nicht verstehen, dass Sie mit lhren Gaben...

nicht nationalsozialistisch denken und f�hlen.

Freiheit, Ehre, Wohlstand,

sittlich verantwortliches Staatswesen, das ist unsere Gesinnung!

Hat Ihnen denn nicht auch das furchtbare Blutbad, das die Nationalsozialisten...

im Namen von Freiheit und Ehre in ganz Europa angerichtet haben,

die Augen ge�ffnet?

Der deutsche Name bleibt f�r immer gesch�ndet, wenn nicht endlich die...

deutsche Jugend Hitler entmachtet und hilft, ein neues, geistiges Europa zu errichten!

Das neue Europa kann nur nationalsozialistisch sein.

Und wenn lhr F�hrer ein Wahnsinniger ist?

Denken Sie doch blo� an den Rassenhass! Es hat bei uns in Ulm...

einen j�dischen Lehrer gegeben, den man vor eine SA-Gruppe gestellt hat,

und alle mussten an ihm vorbeiziehen und auf Befehl ihm ins Gesicht spucken.

Und in der Nacht ist er dann verschwunden, wie seit '41 hier in M�nchen Tausende.

Angeblich zum Arbeitseinsatz im Osten.

Diesen Unfug glauben Sie? Die Juden wandern aus, von selber.

Die Soldaten, die aus dem Osten kommen, erz�hlen schon lange von Vernichtungslagern.

Hitler will doch die Juden in ganz Europa ausrotten!

Diesen Wahnsinn hat er schon vor 20 Jahren gepredigt. Wie k�nnen Sie glauben,

dass die Juden andere Menschen sein sollen wie wir?

Dieses Pack hat uns nur Ungl�ck gebracht. Aber Sie geh�ren...

zu einer verwirrten Jugend, die nichts versteht. Falsche Erziehung.

Wahrscheinlich sind wir selber schuld. Ich h�tte ein M�del wie Sie anders erzogen.

Was glauben Sie, wie entsetzt ich war, als ich erfahren habe,

dass die Nationalsozialisten geisteskranke Kinder mit Gas und Gift beseitigt haben!

Mir haben Freundinnen unserer Mutter erz�hlt, wie Kinder bei den Diakonissinnen...

in der Pflegeanstalt mit Lastwagen abgeholtwurden.

Da haben die �brigen Kinder gefragt, wo die Wagen hinfahren.

"Sie fahren in den Himmel", haben die Schwestern gesagt.

Da sind dann die �brigen Kinder singend in die Wagen gestiegen.

Glauben Sie, ich bin falsch erzogen, weil ich mit diesen Menschen f�hle?

Das ist lebensunwertes Leben. Sie haben doch Kinderschwester gelernt,

da sind Ihnen doch auch Geisteskranke begegnet.

Ja, und deswegen wei� ich genau, dass kein Mensch, egal unter welchen Umst�nden,

ein Recht hat, ein Urteil zu f�llen, das allein Gott vorbehalten ist.

Niemand kann wissen, was in der Seele eines Geisteskranken vor sich geht.

Niemand wei�, welches geheime innere Reifen aus Leid entstehen kann.

Jedes Leben ist kostbar.

Sie m�ssen sich daran gew�hnen, dass eine neue Zeit angebrochen ist.

Was Sie sagen, hat mit der Realit�t nichts zu tun.

Was ich sage, hat nat�rlich mit der Wirklichkeit zu tun, mit Sitte,

Moral und Gott. - Gott gibt es nicht...

Ist es denn nicht so gewesen, dass Sie sich auf lhren Bruder verlassen haben,

dass es richtig war, was er getan hat, und dass Sie einfach nur mitgemacht haben?

Sollen wir das nicht noch ins Protokoll aufnehmen?

Nein, Herr Mohr, weil es nicht stimmt.

Sehen Sie, ich habe auch einen Sohn, der ist sogar noch ein Jahr j�nger als Sie.

Der hatte auch manchmal Flausen im Kopf, aber jetzt steht er an der Ostfront,

weil er eingesehen hat, dass er seine Pflicht tun muss.

Glauben Sie denn noch an den Endsieg, Herr Mohr?

Mensch, Fr�ulein Scholl, wenn Sie das alles bedacht h�tten,

Sie h�tten sich doch nie zu solchen Handlungen hinrei�en lassen.

Es geht um lhr Leben!

Hier... f�r das Protokoll halte ich Ihnen Folgendes vor:

"Sind Sie nach unseren Aussprachen zur Auffassung gekommen,

dass lhre Handlungsweise gemeinsam mit lhrem Bruder gerade...

in der jetzigen Phase des Krieges als ein Verbrechen gegen�ber der Gemeinschaft,

insbesondere aber unserer im Osten schwer und hart...

k�mpfenden Truppen anzusehen ist, das die sch�rfste Verurteilung finden muss?"

Nein, von meinem Standpunkt aus nicht.

Einen Fehler einzugestehen hei�t nicht, seinen Bruder zu verraten.

Wohl aber die Idee. Ich w�rde es genauso wieder machen, denn nicht ich,

sondern Sie haben die falsche Weltanschauung.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich das Beste f�r mein Volk getan habe.

Ich bereue das nicht, und ich will die Folgen daf�r auf mich nehmen.

Protokollf�hrerin zur Niederschrift. Ja.

Sagen Sie dem Chef, wir sind dann fertig.

Mohr hat mir eine goldene Br�cke gebaut, wenn ich von unserer Idee abschw�re.

Und? - Ich bin nicht darauf eingegangen.

Warum nicht?

Sophie, du bist noch so jung, du musst f�r dich und eure Idee �berleben.

Und f�r deine Familie. Nimm in Gottes Namen sein Angebot an!

Es gibt kein Zur�ck.

(Sirenen heulen)

Fliegeralarm!

(Bombeneinschl�ge)

(Flugzeugmotoren dr�hnen, Flaksch�sse)

Komm runter, weg vom Fenster! Hier unten ist es am sichersten.

(Flugzeugl�rm und Explosionen)

Komm runter!

Es dauert nicht mehr lang, und wir sind frei!

(T�r wird aufgeschlossen)

Der Neuzugang ist nicht Schmorell,

sondern ein Christoph Probst.

Auch wegen Hochverrat.

Das tut mir Leid. Ich dachte...

Er hat drei Kinder.

Und das j�ngste ist gerade erst geboren...

und seine Frau liegt im Kindbettfieber.

Fr�ulein Scholl, Sie m�ssen jetzt zu lhrem Ankl�ger.

So, weiter.

Hier ist meine Anklageschrift.

lhre Verhandlung ist morgen fr�h vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofs...

hier in M�nchen. Schriftliche Ladung habe ich beigef�gt.

Morgen schon? - Die Sache duldet keinerlei Aufschub.

(EIse) Hochverrat, Wehrkraftzersetzung und Feindbeg�nstigung.

Und morgen ist schon der Prozess!

So ein herrlicher sonniger Tag...

(Sophie betet leise) Ich bitte Dich von ganzem Herzen,

zu Dir rufe ich, "Du" rufe ich,

wenn ich auch nichts von Dir wei�, als dass in Dir allein mein Heil ist,

ich bitte Dich,

wende Dich nicht von mir, lieber Gott mein herrlicher Vater.

Amen.

Ich bin Rechtsanwalt Klein, lhr Pflichtverteidiger.

Haben Sie die Anklageschrift gelesen?

Ja. - Noch Fragen dazu?

Was geschieht mit meinen Eltern und Geschwistern in Ulm?

Bitte!

Dar�ber wird an anderer Stelle entschieden.

Ich will aber wissen, was passiert. Sie sind doch mein Anwalt!

Sie haben einen Ton in der Stimme, als w�re ich f�r lhre Lage verantwortlich.

Es ist mein Recht zu wissen, was mit meiner Familie passiert. Sie wissen das!

Glauben Sie, dass es Ihnen zusteht, Forderungen zu stellen?

Egal, wie mein Bruder verurteilt wird... ich will keine mildere Strafe bekommen.

Ich bin genauso schuldig wie er, wenn man es aus lhrer Sicht betrachtet.

Ach, mehr haben Sie nicht zu sagen?

Nein. - Sie und lhr Bruder, Sie meinen wohl, Sie brauchen sich nicht...

in das Volksganze einzuf�gen. Aber da t�uschen Sie sich!

Morgen kommt sogar der Pr�sident des Volksgerichtshofs extra aus Berlin!

Der treibt Ihnen die Flausen schon aus, mein Fr�ulein, der macht Sie...

und lhren Herrn Bruder so klein mit Hut!

(Klein klopft an die T�r) Aufschlie�en!

Istwas? - Nein, nein. Wir sehen uns morgen im Gericht.

Mieser Feigling.

Der Freisler wird euch morgen als gemeine Verbrecher hinstellen.

Der war fr�her Sowjetkommissar. Der muss sich an der Heimatfront bew�hren.

Unser Vater sagt: Ich m�chte, dass ihr grad und frei durchs Leben geht,

auch wenn es schwer ist.

Ist morgen Publikum zugelassen?

Ja, bestimmt. Das wird ein Schauprozess, um abzuschrecken.

Dann muss der Freisler in aller �ffentlichkeit �ber unsere Flugbl�tter reden!

Und alle k�nnen h�ren, was wir denken. In der Studentenschaft gibt es bestimmt...

eine Revolte, wenn sie erfahren, was wegen ein paar Flugbl�ttern passiert ist.

Nach dem Prozess wirst du erstmal verlegt, und wenn es zum �u�ersten kommt:

99 Tage stehen jedem bis zur Vollstreckung zu.

"Ein harter Geist, ein weiches Herz", sagt mein Bruder.

Ich hab getr�umt...

Ich trage ein Kind in einem langen wei�en Kleid in meinen Armen.

Ich sp�re seine W�rme... Pl�tzlich bewegt sich die Erde,

und es �ffnet sich direkt unter mir eine Gletscherspalte.

Ich fange an zu rutschen. Ich schaue auf das Kind...

und habe gerade noch Zeit genug, es sanft auf die sichere Seite zu legen...

Ich st�rze und bin trotzdem erl�st und erleichtert...

Das Kind im wei�en Kleid ist unsere Idee, und sie hat �berlebt.

Scholl, fertig machen zum Abtransport! - Die Frau muss sich erst richtig anziehen!

Danke.

Gott mit dir, Sophie! - Gott mir dir, Else!

Vielen Dank.

(Stimmengewirr aus dem Nebenraum)

(Stimmen werden lauter)

Wie geht es dir? - Und dir?

Ruhe jetzt! Es spricht nur, wer gefragt wird!

Du musst jetzt f�r dich k�mpfen. - Ruhe jetzt!

Heil Hitler. - (Alle) Heil Hitler!

(Richter) Ich er�ffne die Verhandlung des Ersten Senats des Volksgerichtshofs...

gegen Hans Fritz Scholl und Sophia Magdalena Scholl aus M�nchen,

sowie Christoph Hermann Probst aus Aldrans wegen Hochverrats,

Wehrkraftzersetzung und Feindbeg�nstigung.

Probst, Christoph!

Sie sind verheiratet und haben drei Kinder?

Ja, von zweieinhalb Jahren, eineinviertel und eines von vier Wochen.

Und wie wollen Sie, ausgerechnet Sie Versager, drei Kinder...

zu richtigen Deutschen erziehen? - Ich bin ein guter Vater und...

(Richter) Was "und"?

...und ein unpolitischer Mensch.

Unpolitisch nennt er sich... Dass ich nicht lache!

Das ist doch lhre Schrift?

Ja. - Weder die F�rsorge des nationalsozialistischen Reichs...

f�r lhre Berufsausbildung noch die Tatsache,

dass nur die nationalsozialistische Bev�lkerungspolitik es Ihnen erm�glicht hat,

eine Familie als Student zu haben, hinderten Sie daran,

auf Aufforderung Scholls dieses Manuskript auszuarbeiten,

das den Heldenkampf in Stalingrad zum Anlass nimmt,

den F�hrer als milit�rischen Hochstapler zu beschimpfen...

und zur Kapitulation aufzufordern. Geben Sie das zu?

Jawohl. Aber es war doch nur ein Entwurf...

Es gibt kein "nur" im �berlebenskampf des deutschen Volkes.

Aber ich m�chte sagen, dass ich unter einer psychotischen Depression bei Abfassung...

So? Eine psychotische Depression bei Abfassung...

ist schuld daran? (Raunen geht durch den Saal)

...unter einer psychotischen Depression bei Abfassung des Entwurfs gelitten habe.

Der Krieg, das Kindbettfieber meiner Frau, die ja immer noch...

Ach, h�ren Sie auf damit! Das entschuldigt doch nicht einen solch �blen Verrat!

Ich habe mich gestern doch schriftlich distanziert.

Ich muss au�erdem darauf bestehen, dass ich weder durch finanzielle Unterst�tzung,

noch durch Materialbeschaffung, noch durch Anfertigung oder Verbreitung...

von Schriften ein solches Unternehmen unterst�tzt habe.

Meine seelische Verfassung war... - Ja, wir haben alle geh�rt, dass Sie sich...

als psychopathischen Idioten ausgeben, um besser davon zu kommen.

(Zustimmendes Gemurmel)

Herr Pr�sident, meine Kinder brauchen den Vater.

So ein mieses Vorbild brauchen deutsche Kinder nicht.

Sie sind doch unw�rdig, Probst!

Verteidigung, noch Fragen? - Nein, Herr Pr�sident.

(Richter) Abf�hren!

(Richter) Scholl, Hans...

Sie studieren seit Fr�hjahr 1939 Medizin? - Ja.

Und zwar heute, dank der F�rsorge der nationalsozialistischen Regierung,

im achten Semester. - Achtes Semester ist richtig.

Auf Kosten des Reiches! Auch noch so ein Schmarotzer.

Zwischendurch waren Sie im Frankreichfeldzug in einem Feldlazarett...

und vom Juli bis November 1942 an der Ostfront im Sanit�tsdienst?

Auch das ist richtig. Aber ich m�chte sagen, dass...

Nichts sagen, bevor ich Sie frage! - Ich will sagen, dass ich nicht als Schmarotzer...

Halten Sie den Mund, oder ich lasse Sie abf�hren!

...als Soldat der Studentenkompanie ist Studium Pflicht.

Ach, dann reden wir doch gleich mal �ber Pflicht!

Als Student haben Sie die Pflicht zu vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit.

Das und die F�rsorge, die gerade Ihnen das Reich angedeihen lie�,

hat Sie nicht gehindert, in der ersten Sommerh�lfte 1942...

vier Flugbl�tter der "Wei�en Rose" zu verbreiten, die def�tistisch...

Deutschlands Niederlage vorhersagen, zum allgemeinen passiven Widerstand,

zur Sabotage in den R�stungsbetrieben und �berhaupt bei jeder Gelegenheit...

dazu auffordern, dem deutschen Volk seine nationalsozialistische Lebensart...

und seine Regierung zu nehmen. - (Zwischenrufe) Das ist ja unerh�rt!

Frechheit, so was... - Verr�ter... - ...am Vaterland...

Scholl, geben Sie das zu?

Ja. - Und lhre Schwester haben Sie da feige mit hineingezogen.

Es war meine Entscheidung. - Habe ich Sie gefragt, Angeklagte?

Ich muss das richtig stellen. - Verschonen Sie uns mit lhren Kommentaren!

Haben Sie diese Flugbl�tter geschrieben, weil Sie sich einbilden,

dass das deutsche Volk nur durch Verrat am F�hrer durch den Krieg kommen k�nne?

Der Krieg kann nicht... - Ja oder nein? Das kann doch nicht so schwer sein!

Gegen Amerika, England und Russland haben wir keine Chance.

Blicken Sie doch nur mal auf die Landkarte!

Hitler f�hrt das deutsche Volk mit mathematischer Sicherheit in den Abgrund.

Er kann den Krieg nicht mehr gewinnen, er kann ihn nur noch verl�ngern!

Da t�uschen Sie sich aber gewaltig �ber den Kampfeswillen...

und das Durchhalteverm�gen des deutschen Volkes!

Durch lhre terroristische Feindbeg�nstigung...

werden noch mehr deutsche Soldaten sterben!

Nur wer den Krieg jetzt schnell beendet, verhindert, dass...

Krieg beenden? Ja, wie denn? - ...verhindert, dass noch was...

Ja, glauben Sie denn, Sie k�nnen �ber Krieg und Frieden entscheiden?

Das ganze deutsche Volk will den totalen Krieg!

Das deutsche Volk ist ausgeblutet und es will Frieden. Hitler und seine Helfer...

sind schuld an einer unglaublichen Metzelei in Europa,

die jedes Ma� unendlich �berschreitet. Jeder hier wei�...

Jeder... - Ja, was bilden Sie sich ein?

Sie ehrloser Hund haben noch die Frechheit,

vor Gericht den F�hrer zu beschimpfen?

Ich war an der Ostfront, wie viele der Zuh�rer hier.

Sie nicht!

Ich habe Str�me von Blut in Polen und Russland mit eigenen Augen sehen m�ssen.

Ich habe sehen m�ssen, wie Frauen und Kinder...

von deutschen Soldaten erschossen wurden. - Ja, sind Sie denn so bl�de,

dass Sie annehmen k�nnen, dass nur ein einziger Volksgenosse Ihnen das glaubt?

Wenn Hitler und Sie nicht Angst vor unserer Meinung h�tten,

w�rden wir hier nicht stehen. - Ach halten Sie doch den Mund!

Es ist doch sowieso... ehrloser Lump...

Sie sind doch nur ein... ein Dummkopf und ein mieser Verr�ter.

Ende der Vernehmung.

Noch Fragen? - Nein.

Keine Fragen, Herr Pr�sident. - Scholl, Hans, zur�ck in die Bank.

Sophia Scholl...

Sch�men Sie sich denn nicht, dass Sie Flugbl�tter hochverr�terischen Inhalts...

in der Universit�t verbreitet haben? - Nein, ich sch�me mich nicht!

In den Lichthof geworfen... einfach so?

Nicht einfach so, sondern um auch noch die letzten Flugbl�tter...

Reden Sie lauter, man kann Sie ja kaum verstehen.

Ich wollte auch noch die letzten Flugbl�tter verbreiten,

damit unsere Idee so schnell wie m�glich... - Idee? Diesen Dreck hier Idee nennen!

Das sieht Vollidioten �hnlich, aber nicht deutschen Studenten.

Wir k�mpfen mit dem Wort. - Da schreiben Sie doch tats�chlich:

"Darum trennt euch von dem nationalsozialistischen Untermenschentum!"

Schauen Sie sich doch selber an, dann sehen Sie den Untermenschen!

Wo haben Sie eigentlich das Papier f�r diese Pamphlete her?

Gekauft und aus der Universit�t. - So, aus der Universit�t?

Heimt�ckischer Diebstahl von Volksgut! Papier, gerade Papier, das so knapp ist!

Das sieht nat�rlich Hochverr�tern �hnlich.

Mein Bruder und ich haben versucht, mit den Flugbl�ttern den Menschen...

die Augen zu �ffnen und das furchtbare Blutbad an anderen V�lkern und den Juden...

fr�her zu beenden, als es ohnehin von den Alliierten beendet wird.

Sollen wir denn auf ewig das vor aller Welt ausgesto�ene und gehasste Volk sein?

Ach, ein Herrenvolk interessiert das nicht.

lhr Herrenvolk will in Wirklichkeit Frieden.

Und dass die Menschenw�rde wieder Achtung findet.

Es will Gott Gewissen und Mitgef�hl.

Ja, was bilden Sie sich denn ein?

Der totale Krieg bringt dem deutschen Volk den Sieg,

und es wird aus diesen Stahlgewittern gro� und gereinigt hervorgehen.

Was wir gesagt und geschrieben haben, das denken ja so viele.

Nur wagen sie nicht, es auszusprechen. - Ach, schweigen Sie endlich!

Fragen? - Nein.

Ende der Beweisaufnahme. Abf�hren!

(Halblautes Raunen im Saal)

So, und nun kommen wir noch zu den Schlussworten der Angeklagten.

Ich bin der Vater... - Entfernen Sie diese Leute aus dem Saal!

Ich bin Robert Scholl, der Vater von zwei Angeklagten.

Ich m�chte etwas zur Verteidigung... - Das gestatte ich nicht! Entfernen!

Raus hier, rausbringen! - Es gibt noch eine andere Gerechtigkeit!

Ruhe!

Jetzt die Schlussworte. Die Angeklagten, aufstehen!

Probst? - Ich bitte Sie um mein Leben wegen meiner Kinder.

Ich war auch im vollen Umfang gest�ndig.

Und Sie, Scholl?

Ich bitte Sie, Hohes Gericht, verschonen Sie diesen Mann und bestrafen Sie mich.

Wenn Sie f�r sich selbst nichts vorzubringen haben, dann schweigen Sie gef�lligst!

Sophia Scholl?

Bald werden Sie hier stehen, wo wir jetzt stehen.

Jeder anst�ndige Mensch hier im Saal ist emp�rt �ber das, was Sie sagen!

lm Namen des Deutschen Volkes,

in der Strafsache gegen den Hans Fritz Scholl aus M�nchen,

die Sophia Magdalena Scholl aus M�nchen...

und den Christoph Hermann Probst aus Aldrans...

hat der 1. Senat des Volksgerichtshofs aufgrund der Hauptverhandlung...

vom 22. Februar 1943 f�r Recht erkannt:

Die Angeklagten haben im Kriege in Flugbl�ttern zur Sabotage der R�stung...

und zum Sturz der nationalsozialistischen Lebensform unseres Volkes aufgerufen,

def�tistische Gedanken propagiert und den F�hrer aufs Gemeinste beschimpft...

und dadurch den Feind des Reiches beg�nstigt...

und unsere Wehrkraft zersetzt.

Sie werden deshalb mit dem Tode bestraft.

lhre B�rgerehre haben sie f�r immer verwirkt.

Sie tragen die Kosten des Verfahrens.

Euer Terror ist bald vorbei.

Heute h�ngt ihr uns und morgen werdet ihr es sein.

Abf�hren!

Heil Hitler! - (Alle) Heil Hitler!

Hier lang!

Falls Sie noch Abschiedsworte finden...

fassen Sie sich bitte kurz, Fr�ulein Scholl.

Heute noch?

Ich dachte, 99 Tage hat jeder...

Schreiben Sie lieber.

(Verzweifelter Schrei)

(Sophie atmet schwer)

(Leises Weinen)

(Schritte im Flur, T�r wird aufgesperrt)

Kommen Sie. Sie haben noch Besuch.

Besuch?

Bitte sorgt euch nicht.

Ich w�rde alles genauso wieder machen.

Es war alles richtig. Ich bin stolz auf euch.

Mein M�dchen.

Mama...

Wie du so tapfer und gut bei mir stehst.

Nun wirst du also nie mehr zu unserer T�r hereinkommen.

Wir sehen uns in der Ewigkeit wieder.

Gell, Sophie. Jesus...

Ja, Mutter, aber du auch...

(W�rterin) Fr�ulein Scholl, bitte.

Ich habe mich gerade von meinen Eltern verabschiedet.

Sie werden verstehen.

Kommen Sie bitte.

(T�r wird aufgesperrt)

Fr�ulein Scholl, mein Name ist Alt.

Ich bin der Gef�ngnisgeistliche.

Mein Gott herrlicher Vater,

verwandle Du diesen Boden in eine gute Erde,

damit Dein Samen nicht umsonst in sie falle,

lasse wenigstens die Sehnsucht wachsen nach Dir, ihrem Sch�pfer,

den sie so oft nicht mehr sehen will.

Amen. - Amen.

Ich bitte Sie um den Segen Gottes.

Es segne dich Gott der Vater, der dich nach seinem Ebenbild geschaffen hat.

Es segne dich Gott der Sohn,

der dich durch seine Leiden und Sterben erl�st hat.

Es segne dich Gott der Heilige Geist,

der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat.

Der dreieinige Gott sei dir gn�dig im Gericht...

und bewahre dich zum ewigen Leben.

Amen. - Amen.

Niemand hat gr��ere Liebe, denn der sein Leben l�sst f�r seine Freunde.

Gott ist bei dir.

Es ist zwar gegen die Vorschrift, aber...

Beeilen Sie sich bitte.

Danke.

Es war nicht vergebens.

Fr�ulein Scholl.

Die Sonne scheint noch.

Sophia Magdalena Scholl,

der Reichsminister der Justiz hat mit seinem Erlass vom 22.2.1943 beschlossen,

von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch zu machen,

sondern der Gerechtigkeit ihren freien Lauf zu lassen.

Es ist genau 17 Uhr. Die Vollstreckung ist durchzuf�hren.

(Fallbeil wird hochgezogen)

(Schnelle Schritte)

(Hans) Es lebe die Freiheit!

(Fallbeil f�llt)

(Fallbeil wird hochgezogen)

(Schritte)

(Fallbeil f�llt)

Durch Helmuth von Moltke gelangt das 6. Flugblatt der "Wei�en Rose"...

�ber Skandinavien nach England. Millionenfach wird es...

von alliierten Flugzeugen Mitte 1943 �ber Deutschland abgeworfen.

Es ist jetzt �berschrieben: Ein deutsches Flugblatt,

Manifest der M�nchner Studenten.

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.