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Zulu
.
(Trippelnde Musik)
(Spannungsvolle Musik)
Mit Untertiteln aus Deutschland
(Musik steigert sich und wird flotter.)
(Dynamische Musik)
(Musik endet.)
(Rhythmische Beats)
"Cheers."
Der Typ ist so ein krasser Performer.
Warte mal, ich zeig es dir.
Mega, oder?
Der ist 72.
und macht genau so einen Scheiû wie ich grad.
Der hat sogar einen eigenen Channel.
(Klirren)
(Unheimliche Klänge)
(Nachdenkliche Musik)
(Kameraklicken)
(Kameraklicken, bedrohliche Musik)
(Laute elektronische Musik)
(Stimmengewirr)
(Jubelrufe, Pfiffe)
Hey.
Marie, es ist saukalt. Komm mal wieder rein.
Mir ist schlecht.
(Gedämpfte Disco-Musik)
Ts. Wow, der edle Ritter.
Ich denk, ihr seid nicht mehr zusammen.
Ist alles okay bei dir?
Hm, alles gut.
(Dynamische Musik im Hintergrund)
Marie, dein Handy.
Ist alles scheiûe.
Ich ... ich wünschte, es wär alles wieder gut.
Mit Sina.
Sina, was ist los?
"Nichts."
"Es ist nichts los."
(Traurige Musik)
Sinchen.
Was ist los?
(Melancholische Musik)
Sina?
(Angespannte Musik)
"Wir haben uns gestritten."
Marie und ich.
(Traurige Musik)
"Wenn ich wäre wie Marie, dann wär das alles nicht so,
aber ... das bin ich nicht."
"Ich bin bloû Sina."
"Und das ist scheiûe."
"Ich bin scheiûe."
(Bedrückte Musik)
Sina ... - "Ist ja egal."
"Ich hab 'n Lied gehört, das ist schön."
"Das hab ich mal von Tom gekriegt."
"Als wir noch zusammen waren."
"Ich hab's dir geschickt."
(Leises Rattern)
(Unheimliche Klänge)
(Belebte Musik setzt ein.)
(Die Musik wird kraftvoller.)
(Rockige Musik)
(Die Musik verklingt.)
Er ist gestern gestorben.
18.07 Uhr.
Über 40 Jahre Berufserfahrung.
(Stimmengewirr)
Smartwatch.
Der Herzschlag hat 18.07 Uhr aufgehört.
(Funksprüche im Hintergrund)
Das Blut.
Eine Kopfverletzung? - Vielleicht ein Herzinfarkt.
Ist häufig so, ein paar Tropfen aus dem Nasenloch.
Dann wäre es eine natürliche Todesursache gewesen.
Wäre. Aber es gibt mehrere "Aber".
Seine Augen sind stark gerötet.
Ich tippe auf Pfefferspray oder so was Ähnliches.
Genaueres ... - Ergibt die Obduktion. Ich weiû.
Das hieûe, er hat hier jemanden getroffen.
Oder jemanden angegriffen.
Und der- oder diejenige hat sich verteidigt.
Aber es gibt keine Spur.
Es hat die Nacht geregnet, sogar mal kurz geschneit.
(Entfernte Funksprüche)
Wie geht es dir eigentlich damit, dass du aufhörst?
Mit 63 Jahren fängt das Leben an oder so ähnlich.
Ich freue mich drauf. - Lena!
Hier: Geldbeutel mit Ausweis. Lukas Ricke, 55, aus Köln.
Im Auto liegt die Adresse einer Pension in der Innenstadt.
Es ist ein Mietwagen.
Er hat ihn für drei Tage gemietet. Das Auto war abgeschlossen.
Hast du einen Autoschlüssel gefunden?
Fehlanzeige, auch kein Handy.
An der Wetterstation ist eine Überwachungskamera.
Ja, sehr gut. Schauen wir uns die Pension an.
Okay.
(Laute Motorengeräusche)
(Abwartende Musik)
Von seinem Handy? - Nee, Laptop.
Wo bleibt unsere Freundin von der Rezeption?
Die wollte doch längst hier sein. So lang kann das nicht dauern.
(Telefonklingeln)
Stern.
Wer?
Ach, von der Bank.
Ja, super. Danke für den schnellen Rückruf.
Ich habe eine Frage zu einem Ihrer Mitarbeiter, Lukas Ricke.
Das muss mir durchgerutscht sein.
Absolute Ausnahme nehme ich an. - Ja.
Ja.
(Abwartende Musik)
Sie haben Herrn Ricke nicht ins Gästebuch eingetragen.
Keine Ausweiskopien, nichts.
Das ist ein Verstoû gegen die Meldepflicht.
Das Finanzamt wird sich sicher auch interessieren.
Sie sind seit gestern Abend hier? - Ja.
Können Sie mir sagen, ob Herr Ricke einen Laptop dabei hatte,
als er die Pension verlieû? - Wie soll ich das wissen?
War danach irgendwer in seinem Zimmer?
Manchmal schlafe ich auch eine Runde oder schau fern.
Aber als ich wieder vorkam, dachte ich,
vielleicht war der Mann doch noch mal hier.
Sein Schlüssel hing falsch.
Alles klar. Ja. Danke schön für die Infos.
Bis dann.
Lukas Ricke war Bankangestellter, höheres Management.
Keine Vorstrafen.
(seufzt:) Wieso steigt er in so einem Loch ab?
Weil er nicht gefunden werden will.
Warum?
Keine Ahnung.
Krumme Bankgeschäfte?
Ich hab auch schon mit den Kölner Kollegen telefoniert
und gesagt, dass eine von uns vorbeikommt.
(Bedrückende Musik)
(Signalton)
(Melancholische Musik)
(Unruhige Musik, leises Piepen)
(Leises Rattern)
(Bohrgeräusche, sanft treibende Musik)
(Die Musik wird energischer.)
(Kraftvolle Beats)
(Lässiger Gesang setzt ein.)
(Die Musik verklingt.)
Nein ... Diese Pension, das sagt mir überhaupt nichts.
(Entferntes Bellen, Kinderstimmen)
Soll der Kollege nicht doch den psychologischen Dienst
noch mal bitten zu kommen?
Lukas hat nur gesagt, er muss zwei Tage nach Ludwigshafen für die Bank.
Hatte er dort öfter zu tun?
Früher manchmal. Da gab's irgendeinen Groûkunden.
(Entferntes Bellen)
Haben Sie ihn mal angerufen?
(Klacken)
Da war nur die Mailbox an.
Hatten Sie in letzter Zeit finanzielle Probleme?
Nein.
(Bedrückte Musik)
Ihr Mann war nicht wegen der Bank in Ludwigshafen.
Sondern?
Das wissen wir nicht.
Ihnen ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen, bevor er gefahren ist?
(Angespannte Musik)
Und dir? Ist dir was aufgefallen?
Nichts. Alles wie immer, ja?
War dein Vater öfter auf Geschäftsreise?
(Unruhige Musik)
Ja.
Es tut mir leid, weiût du, aber ich muss das fragen.
Können sie uns nicht in Ruhe lassen! Hauen Sie ab! Hauen Sie ab!
(Klirren)
Klar, der stand unter Schock, aber es war schon extrem.
Ricke hätte problemlos mit seinem eigenen Wagen fahren können.
Seine Frau bestätigte, er hatte den Laptop dabei.
Ich hab die Kameras an der Wetterstation checken lassen.
Da gibt's eine Frau in Jogging- klamotten, die aus dem Wagen steigt.
Die müsste die Leiche gesehen haben. Zeit stimmt auch.
Julia da Borg, 44, ledig ...
Wie heiût die?
"Da Borg. Keine Kinder, wohnt in Ludwigshafen."
"Ich hab ihr schon 'ne Nachricht hinterlassen,
aber sie hat noch nicht zurückgerufen."
Schickst du mir ihre Adresse? - "Mach ich. Bis später."
Bis später.
Ihnen ist am Fluss niemand begegnet oder was Ungewöhnliches aufgefallen?
Nee, nix.
Doch, da waren zwei Jugendliche, die waren so 13, 14.
Die sind da Rollerblades gefahren.
Aber ein bisschen weiter weg, auf dem Radweg.
Als Sie geparkt haben, sind Sie über diesen Wanderweg am Fluss gegangen.
Ja. - Ist Ihnen da was aufgefallen?
Nee.
Sorry, dass ich vergessen hab, Ihre Kollegin zurückzurufen.
Sie boxen?
Ja, Thaiboxen.
Oh, Mist. Ich muss mein Zeug zusammenpacken.
(Angespannte Musik)
Gehen Sie immer da joggen?
Nee. Ich fahr immer einfach los, ohne festes Ziel.
(Nachdenkliche Musik)
Der Tote lag am Flussufer, wo Sie vorbeigekommen sind.
Sie müssten ihn gesehen haben.
Nee, ich hab ihn nicht gesehen.
Wohnen Sie hier allein?
Ja.
Das ist nur eine Übergangslösung.
Ein Freund von mir ist Künstler, das ist sein Atelier.
Diesen Mann kennen Sie nicht?
(Unruhige Musik)
Nee.
(Stimmengewirr)
(Buhrufe, Pfiffe)
Hey, Tom, hast du es gefunden?
Würd ich dann noch suchen?
Wie soll das Kabel denn da hingekommen sein?
Deine Box stand doch hier.
Da ist es aber nicht.
(Gespräche und Lachen im Hintergrund.)
Das nennt man Blindheit.
(Gefühlvolle Musik)
Sag mal, hab ich gestern nur Scheiûe gelabert?
Du hast über Sina geredet.
(Nachdenkliche Musik)
Du hast gesagt, dass ...
alles wieder gut sein soll.
(Ferne Einsatzsirenen)
(Klopfen)
Hi.
Ich wollte 'nen Kaffee mit dir trinken,
aber du gehst nicht ans Telefon.
Wie geht's dir?
Die Polizei hat mich deinetwegen angerufen.
(Entferntes Telefonklingeln)
Warum rufen die dich an?
Wahrscheinlich, weil du noch bei mir gemeldet bist.
Sie wollten dich sprechen, warum?
Ich war joggen und in der Gegend haben sie einen Toten gefunden,
jetzt suchen sie Zeugen.
Ich mach mir Sorgen um dich, du weichst mir aus,
du redest kaum mehr mit mir. - Ich bin erschöpft.
Richard, ich hab eine Besprechung, jetzt.
Die sind eh schon angefressen,
weil ich das letzte Projekt abgegeben hab.
Okay, ja.
(Sie seufzt.)
Ein andermal.
(Abwartende Musik)
Julia?
(Unruhige Musik)
(Melancholische Musik)
Sie ist sechs Minuten vor seinem Tod
am Tatort aus ihrem Wagen gestiegen, sonst war da niemand.
Sie nimmt verschreibungspflichtige Aufputschmittel und sieht aus,
als hätte sie seit Wochen nicht geschlafen.
Ja, aber wenn wir alle verdächtigen, die sich dopen ...
Was schenken wir denn den beiden jetzt?
Ich denke, du wolltest dich drum kümmern.
Ja, wenn ich weiû, was.
Ich mein, hat Becker irgendwelche Hobbys oder ...
Er hat einen Schrebergarten.
Okay, ja.
Gieûkanne und ...
Höre ich die Kaffeemaschine?
Der Obduktionsbericht.
Todesursache Herzinfarkt.
Der hat eine nicht erkannte koronare Vorerkrankung gehabt.
Und Stress.
Stress? Wieso Stress?
Weil seine Augenrötungen
durch Oleoresin-Capsicum verursacht wurden.
Pfefferspray.
Was ist eigentlich mit Frau Keller los?
Wir legen gerade die Modalitäten für unseren Abschiedsumtrunk fest.
Frau Keller ist für ...
Danke.
Champagner, Austern, Kaviar, weiû livrierte Dienerschaft,
einen lyrischen Barden und 200 geladene Gäste.
Ich bin für Wurst und Wein.
Sag, wo kriegst du deinen Kaffee her, wenn du in Rente gehst?
Thermoskanne.
Toskana.
An der Grabungsstätte in San Casciano dei Bagni.
Archäologie. Sensationsfund.
Zwischen zweitem Jahrhundert vor und erstem Jahrhundert nach Christi.
Von Etruskisch nach Römisch. Die suchen Fachleute.
Das wollte ich schon immer machen.
Knochen ausgraben, die so alt sind, dass sie nimmer stinken.
Cool, der neue Schliemann.
Oder Indiana Jones, das wird schön.
Wenn ich mal Pause brauche, komme ich euch besuchen.
(flüstert:) Indiana Jones. - Auf einen Kaffee. Täglich.
Sag mal, gibt es noch was Neues über den Laptop?
Bleibt verschwunden, genau wie Schlüssel und Handy.
Der Typ mit dem Pfefferspray wird das in den Fluss geworfen haben.
Oder die Frau mit dem Pfefferspray. - Und den Laptop gleich hinterher.
Haben wir genug Anzeichen für ein mögliches Gewaltverbrechen?
Heiût, ermitteln wir weiter?
Ja, absolut.
Die KT hat das Navi ausgelesen von dem Herr Ricke.
Es gab zwei Stunden vor seinem Tod einen über 30-minütigen Halt
vor einem Gebäude hier in Ludwigshafen.
Auf dem Satellitenbild sieht es aus wie ein Bürogebäude.
(Unruhige Musik)
Da!
(Scheppern)
(Scheppern)
(Metallische Klänge)
Scheiûe.
Eine kleine Folterkammer in ansprechendem Ambiente.
Aber warum der verschwundene Laptop?
Rickes Handy? Der Leihwagen?
Den Laptop ...
hat sie mitgenommen.
Angenommen, sie hat ihn in irgendeinem Chat kennengelernt.
Sie schickt ihm Fotos von sich. Dann trifft sie ihn.
Kapiert, dass es hier ein perverser Bondage-Kram ist.
Sie attackiert ihn mit ihrem Pfefferspray. Er fällt tot um.
Dann ihre Fotos auf seinem Laptop.
Sie gerät in Panik, weil man sie darüber finden würde.
Wirklich. Er war verheiratet.
Das würde auch seine ganze Heimlichtuerei erklären.
Der Leihwagen, das schäbige Hotel.
Die Kölner Kollegen durchforsten gerade sein Vorleben.
Becker soll mal Fingerabdrücke von diesen Dingern nehmen.
Dann wissen wir, ob Ricke hier war. - Ja.
Kennen Sie die Pension Brückenhof?
Nee.
Der Tote am Flussufer ist an einem Herzinfarkt gestorben.
(Klingeln)
Aha. Entschuldigung.
Hey. - Hallo.
Was machst du denn hier?
Ich ... ich hab's jetzt erst gefunden.
Es ... es war gerissen. Ich hab's repariert.
Danke.
Die Toilette?
Gleich links.
Hallo. - Hallo.
Ich bring dich zur Tür. - Mhm.
(Angespannte Musik)
(Ruhige Musik)
(Computerton)
(Spannungsvolle Musik)
(Piepen)
Entschuldigung, der ist einfach angegangen.
Ja, der Chatbot antwortet automatisch.
Das ist ganz praktisch.
Dann muss ich nicht alles zehnmal erzählen.
Das bedeutet allerdings auch,
dass irgendein Programm meinen potenziellen Partner aussucht.
Und dann?
Treffen Sie sich mit den Männern, oder?
Geht die Frage nicht ein bisschen weit?
Ja, dann treffe ich sie.
Manchmal.- Haben Sie eine Vorliebe für Bondage?
Nee.
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was Sie von mir wollen.
Wer war das Mädchen?
Marie.
Ich helfe ihr manchmal bei Mathe.
"Mit Papa kann ich nicht reden. Ist mal wieder nicht da."
"Bist du nicht zu Hause, dann ..."
"Ich würde gern mit dir reden."
"Ich ...
könnte ...
bitte."
Das geht jetzt leider nicht mehr.
Ich würde so gern, aber ich ...
Ich muss aufhören. - "Aber Mama ..."
Ich muss aufhören, Sinchen.
Ja.
(Beunruhigende Musik)
(Unheilvolle Musik)
(Rapmusik)
(Ruhige Musik)
(Musik steigert sich spannungsvoll.)
(Vogelzwitschern)
(Bedrohliche Musik)
(Sie ächzt.)
(Spannungsvolle Musik)
(Kampfgeräusche)
(Stöhnen, dramatische Musik)
(Er schreit.)
(Stöhnen, Kampfgeräusche)
(Sie schreit.)
(Stöhnen)
(Angespannte Musik, Kampfgeräusche)
(Röcheln)
(Ächzen, Stöhnen)
(Sie ächzt.)
(Sie schreit.)
(Sie atmet hastig.)
(Düstere Musik, schweres Atmen)
(Bedrohliche Musik)
(Unheilvolle Musik)
(Sie atmet schwer.)
(Wasserplätschern, angespannte Musik)
(Schweres Atmen)
(Die Musik steigert sich dramatisch.)
(Die Musik verklingt.)
Julia?
Julia, ich bin's.
Lass endlich den Schlüssel da. - Scheiûe, was ist passiert?
Ich bin an 'nem scheiû Eisenteil hängen geblieben.
Du blutest ja furchtbar.
Ich bring dich ins Krankenhaus. - Nein!
Ich will, dass du jetzt gehst.
Bitte.
Okay.
(Unheilvolle Musik)
(Leises Rattern)
(Signalton)
(Schwere Musik)
(Leises Flirren, ernste Musik)
(Signalton)
(Aufschrei, Scheppern.)
(Schweres Atmen)
Fuck!
(Bedrohliche Musik)
(Unheilvolle Klänge)
(Angespannte Musik)
(Unheilvolle Musik)
Nass, aber alles noch da.
Ausweis, Papiere.
Jonas Krötz, 52, aus Passau.
Und wie ist er hergekommen?
Mit dem Mietwagen, steht ein Stück Fluss aufwärts.
Johanna ist dort. Da ist er angetrieben worden.
Lag die halbe Nacht im Wasser.
Drei Stichverletzungen, links.
Aber das war kein Messer, sondern eher ...
Na, kann ich noch nicht sagen.
Und eine Wunde im Gesicht. Vermutlich von einem Schlag.
Gerötete Augen? - Eher ned, aber abwarten.
Gab es einen Kampf? - Möglich.
Der Tatort ist vermutlich dort, wo sein Mietwagen steht.
(Funksprüche im Hintergrund.)
Überraschung, er ist nicht von hier.
Der Mietwagen wurde für zwei Tage angemietet.
Handy und Autoschlüssel sind nicht da,
hat Becker wahrscheinlich schon erzählt.
Dafür ein Laptop-Kabel, aber ohne Laptop.
Zwei Tote in zwei Tagen. - Genau.
Bei den sichergestellten Gegenständen
sind ein Picknickbecher und der Verschluss von 'ner Thermoskanne.
Lagen beide unter dem Baumstamm da, vermutlich erst seit Kurzem.
Aber kein Rucksack oder so was? - Nee.
Krötz war Schreiner.
Vielleicht war die Tatwaffe sein eigenes Werkzeug.
Julia da Borg sucht im Netz nach einem neuen Partner.
Vielleicht hat sie sich hier verabredet.
(Sie seufzt.)
Ausgerechnet hier. Hier ist doch nichts.
(Angespannte Musik, Krähenschreie)
(Hahnenkrähen, düstere Musik)
(Beklemmende Musik)
(Lockere Radiomusik)
Du bist aber nicht sehr kommunikativ.
Wir haben Ärger mit dem Kunden, wir können seinen Neuwagen nicht liefern.
Egal, ich hab's gleich.
(Lockere Musik aus dem Radio.)
Bastian will so eine Hüttentour machen.
Mit Fahnen.
Wo ist das Problem?
Ich dachte, ich höre ein Problem.
Mit irgendwelchen Kumpels aus der Parallelklasse.
Keine Ahnung, wo die plötzlich herkommen.
Ich kenne die gar nicht.
Ein Gregor, ein Simon, eine Nathalie.
Nathalie? Die von gegenüber?
Nein. Die kenne ich schlieûlich.
(Sanfte Radiomusik)
Also wenn du mich fragst, es ist kein Problem. Was ist dabei?
Dann hätten wir ein bisschen mehr Zeit für uns.
Stimmt. Aber es ist dein Sohn. Du musst es entscheiden.
Ich gehe duschen.
Lässt du mir noch einen Espresso raus?
Mach ich.
(Unheimliche Musik, Krähenschreie)
(Krähenschreie)
(Hahnenkrähen)
(Düstere Musik)
(Elektronisches Piepen)
(Klingel)
(Musik klingt aus.)
Guten Morgen.
Ja?
Eine kurze Frage. Gestern Abend, waren Sie da joggen?
Nee, ich war zu Hause.
Allein oder war jemand bei Ihnen?
Allein. Warum?
Haben Sie Schmerzen?
Kleiner Unfall beim Training.
Kann ich die Verletzung mal sehen?
Nee. Warum?
Ich hab an die Partnersuche via Internet gedacht.
Finden Sie, dass Sie das was angeht?
Am Fluss wurde ein Mann ermordet.
Nahe der Stelle, wo Sie neulich gejoggt sind.
Ach so, und den hab ich dann mal eben beim Joggen umgebracht.
Also um ehrlich zu sein, ich find Ihre Unterstellungen total absurd.
Wiedersehen.
Wiedersehen.
(Nachdenkliche Musik)
Der Wagen ist so verdächtig sauber.
(Nachdenkliche Musik, Gezwitscher)
"Ich bin dir eh ganz egal."
"Du hast gesagt, du bist immer für mich da."
"Aber du bist die ganze Zeit nur auf deinen Scheiû-Meetings."
"Nicht bei mir. Ich hasse dich. Ich hasse dich so sehr."
(Schluchzen, gefühlvolle Musik)
Wir reden, wenn ich wiederkomme, ja?
(Sie seufzt tief.)
Ich ... ich hab jetzt einfach keine Zeit.
Das ist nur Schule, ich verpasse da nichts.
Nur Schule? Das ist deine Zukunft!
Da machst du ja auch nichts.
In der Schule nichts, auûer Schwänzen.
Denkst du, ich bin blöd? Wieso lügst du mich an?
Seit Monaten!
(Düstere Musik, entferntes Bellen)
(Krähenschreie)
(Entferntes Bellen)
(Gezwitscher)
(Hip-Hop-Musik aus dem Handy)
(Unheilvolle Musik)
(Die Musik steigert sich bedrohlich.)
Was machst du mit meinem Handy? Gib das her!
Deiner Mutter wird nicht gefallen, was du da machst.
Hey, was ist hier los?
Nichts. - Er schaut sich einfach mein Handy an.
Du kannst doch nicht einfach ... Wieso hast du überhaupt seinen Pin?
Wo hast du meinen Code her? - Warte mal.
Ich will dir was zeigen.
(Krähenschreie, Gezwitscher)
Hey, warum machst du das?
Er spioniert mir doch auch die ganze Zeit nach.
Ich hab schon länger den Verdacht, dass er uns heimlich filmt.
Das war doch jetzt nicht nötig.
Bastian!
Hey!
Hi! Du kommst zu spät.
Ich hatte gerade fünf in Folge.
Das ist wirklich gut.
Aber Steph Curry hatte mal 105 in Folge.
(Stimmengewirr im Hintergrund)
Was ist los?
Nichts.
Das ist meiner! - Nein, nicht mehr!
Ich bin doch hier gerade am Spielen!
Dir ist irgendwie alles scheiûegal.
Was? Nein! Das stimmt doch gar nicht.
Da war eine Polizistin bei Sinas Mutter.
Was wollte die?
Keine Ahnung.
Woher wusstest du, dass das überhaupt eine Polizistin war?
Die hat eine Pistole am Gürtel.
Und was machst du bei Sinas Mutter?
Ich hab Sinas Armband gefunden. Und hab's repariert.
(Düstere Musik)
(Klirren des Säbels)
(Pochende Geräusche)
Bastian?
(schreit:) Bist du völlig verrückt?
Hör sofort auf damit, Bastian!
Hör auf!
Bastian, jetzt hör auf!
(Schmerzvolle Musik)
(Er atmet schwer.)
Was ist los mit dir?
(brüllt:) Was ist los?
(Schweres Atmen, düstere Musik)
(Nachdenkliche Musik)
(Musik wird bedrohlicher.)
Hallo? Odenthal, Kripo Ludwigshafen.
Ja, guten Abend.
(lacht:) Ja, stimmt, eher Nacht.
Sagen Sie, wann hat denn der Kollege Prest Dienst?
Ach, der ist gerade von der Streife zurück? Da hab ich ja Glück.
Ja, danke, ich warte.
Ah, Herr Prest, guten Abend. Odenthal hier.
Ja, eine kurze Frage. Sie haben Frau Julia da Borg
im Oktober wegen Widerstands gegen Polizeibeamte angezeigt,
aber dann die Anzeige zurückgenommen. Warum?
Ich meine ...
(Abwartende Musik)
Was heiût, Frau da Borg stand neben sich
und ist bei der Verkehrskontrolle durchgedreht?
(Unruhige Musik)
Frau da Borgs Tochter?
Sechs Tage vorher bei einem Unfall am Fluss?
Aber sie hat keine Tochter.
Ihr Lebensgefährte?
(Nachdenkliche Musik)
Ja, können Sie mir seinen Namen sagen?
Richard Otting.
Und den seiner Tochter?
Sina.
Sandhofen, das ist bei Mannheim, ja? Aber die Verkehrskontrolle?
Die war hier bei uns, richtig?
Es war am 23. Oktober, vor knapp drei Monaten.
Ja, danke, schönen Abend noch. Wiederhören.
(Nachdenkliche Musik)
Odenthal noch mal.
Ja, ich weiû. Können Sie mir den genauen Standpunkt schicken?
Ja, von der Stelle am Fluss.
(Spannungsvolle Musik)
(Die Musik wird energischer.)
(Gesang zu rockiger Musik setzt ein.)
(Rockige Musik)
Õ Leave this world behind.
Õ Leave this world behind.
(Gesang wird zu Rap.)
(Telefonklingeln, Musik stoppt.)
(Telefonklingeln)
Wissen Sie, was Ihre Tochter am Fluss wollte?
Nein.
Ich war in Lissabon, als der Unfall passiert ist.
Ich hab da ein Projekt, ich bin Architekt.
(Entferntes Bellen)
Vor drei Monaten haben Sie mit Frau da Borg noch zusammen gelebt.
Ja.
Sehen Sie Frau da Borg öfter?
Wenig.
Was wollen Sie?
Kennen Sie diesen Mann?
Nein.
Ihre ehemalige Lebensgefährtin vielleicht?
Kann sein, weiû ich nicht.
Alles in Ordnung bei Ihnen? - Ja, ich hab nur Kopfschmerzen.
Hat Frau da Borg eine Vorliebe für Bondage?
Was soll das denn?
Nein, wieso?
Wir ermitteln in einem Mordfall.
Im Zuge der Ermittlungen sprechen wir auch mit ihr.
Was heiût, Sie sprechen mit ihr?
Verdächtigen Sie Julia etwa?
Aber das ist doch absurd.
Sie sagte mir, sie sei nur Zeugin. - Hat sie das gesagt?
Ja.
Wir sind unter anderem irritiert darüber,
dass sie nichts über den Unfall Ihrer Tochter gesagt hat.
Ja gut, das kann man doch nachvollziehen.
Für Julia war Sina wie ihr eigenes Kind.
Wir waren ja fast zehn Jahre zusammen.
Und Sie sind Fremde für sie.
Können wir uns Sinas Zimmer ansehen?
(Entferntes Bellen)
Ja.
(Sanfte, gefühlvolle Musik)
Ich schaffe es einfach nicht, ihre Sachen wegzupacken.
Hingen da noch mehr Fotos?
Ja, von Tom und ihr. Tom war Sinas Freund.
Ihre erste Liebe.
Haben Sie die weggenommen?
Nein, Sina, sie ...
Ich habe das gar nicht mitbekommen. Erst als die Fotos weg waren.
Hatte Sina einen Computer und ein Handy?
Sie hatte keinen Computer.
Julia war dagegen, sie ...
Sie ist Programmiererin
und arbeitet in der Werbebrache oft mit Kindern.
Deswegen hält sie da nichts von.
Aber ein Handy hatte sie.
Ja, das war nicht zu vermeiden.
Das Handy würden wir uns gerne ansehen.
(Schwermütige Musik)
Die Polizei hat es nie gefunden.
Sie meinten, es liegt im Fluss.
War Sina in sozialen Medien unterwegs?
Ja, sie war auf dieser Internet-Foto-Community.
Wissen Sie ihren Profilnamen?
Grüner Anis.
Anis.
Sina.
Grün war ihre Lieblingsfarbe.
Ihre Augen waren grün.
Keine Spuren von äuûerer Gewalteinwirkung.
Wasser in der Lunge, Tod durch Ertrinken.
So weit der Autopsiebericht.
"Das Mädchen rutscht auf dem nassen Pier aus
und fällt in den Fluss."
"An dem Tag ist Hochwasser."
"Der Fluss ist reiûend."
Wenn eine meiner Töchter
bei so einem Scheiûunfall ertrinken würde ...
Sie kennt das Mädchen, seit es drei war.
Ihr Tod wäre eine Erklärung für die Tabletten.
Doch wohl eher Schlaftabletten.
Du hast gesehen, dass sie das Foto von Tom wieder zusammengeklebt hat?
Sie war nicht fertig damit.
Frau da Borg hat sie gesucht, aber nur ihre Jacke am Fluss gefunden.
Ich hab keine Ahnung, wie ich reagieren würde.
Warum hat sie uns nichts von dem Unfall des Mädchens gesagt?
Warum sollte sie?
Sie war einmal in der Nähe eines Tatorts.
Sie muss uns das nicht erzählen.
(Gespannte Musik)
Warum war das Mädchen am Fluss?
Keine Ahnung. Darüber steht nichts im Bericht.
Wir haben zwei Leichen.
Beide am Fluss.
(Ernste Musik)
(Stimmengewirr)
Hey! Ich dachte, das ist ein körperloses Spiel.- Hallo.
Wir haben uns bei Frau da Borg gesehen.
Ist Tom da?
(Ernste, abwartende Musik)
Nee.
Weiû nicht, wo der ist.
Okay. Dann hast du vielleicht kurz Zeit?
Du warst doch Sinas beste Freundin. Könnt ihr mal kurz verschwinden?
Na kommt. Ein bisschen Privatsphäre.
Ich bin von der Polizei. Ich hab nur eine kurze Frage.
Weiût du, was Sina am Fluss wollte, als sie verunglückt ist?
(Die Musik endet.)
Das war ihr Lieblingsort.
Wegen der Lichter.
Das Chemiewerk.
In der Nacht ist das wie ein Palast.
Kennst du Frau da Borg gut?
Weil du ihr ein Armband gebracht hast.
Geht so.
Sie ist halt Sinas Mutter.
Also für Sina.
Sie ist nett.
(Unheimliche Musik)
(Unruhige Klänge)
(Möwenrufe)
(Spannungsvolle Musik)
(Die Musik endet, entferntes Telefonklingeln.)
Das Video wurde nie überprüft. Seltsam, oder?
(Sanfte Musik)
Und es ist Tag.
Wo sie doch angeblich die Lichter vom Chemiewerk anschauen wollte.
Ja.
Und überhaupt ihr ganzes Verhalten.
(Nachdenkliche Musik)
Das war's.
Sie kommt nicht mehr zurück.
Als ich Marie gefragt habe, was Sina am Flussufer wollte ...
Sie hat reagiert, als wär ein Blitz in sie eingefahren.
Und noch was.
In dem Unfallbericht heiût es doch,
Frau da Borg hat Julias Jacke am Flussufer gefunden.
Wie kalt oder warm war's denn da überhaupt?
Tagesdurchschnitt: 9,4 Grad.
(Beunruhigte Musik)
Das war kein Unfall.
(Sinas Stimme:) "Ich kapier nicht, von was du redest."
"Was willst du denn?"
(Mann:) Nein. Was?
(Sina:) "Was hast du jetzt?"
Was machst denn du da?
"Ich kapier nicht. Du musst mir schon genauer sagen, was los ist."
Du programmierst ein Deep-Fake von Sina?
Hm, du?
Eine künstliche Sina?
Wie konntest du ... Sina ist seit drei Monaten tot.
Sie ist tot. - Ja, und ich bin schuld.
Nein, das bist du nicht, verdammt.
Warum tust du dir das an? Warum quälst du dich?
Sina hat mich angerufen, zwei Tage vor ihrem Tod.
Ich war in einem Scheiûmeeting.
Ich hatte keinen Kopf für sie, ich hab's nicht gecheckt.
Wenn ich ihr zugehört hätte, dann würde sie noch leben.
(Traurige Musik)
Am nächsten Morgen hab ich ... hab ich sie angebettelt,
mir zu sagen, was los ist.
Ich hab sie sogar angeschrien.
Aber sie hat die Tür nicht aufgemacht.
Sie hat gesagt, sie hat sich mit Marie gestritten.
Dann hab ich Marie angerufen. Die hat gesagt ...
Es ist wegen Tom.
Und dann musste ich wieder los.
Aber es ging nicht um Tom.
Es ging nicht um Tom?
Ich bin an ihrem Bett gestanden.
Da ist sie wahrscheinlich gerade zum Fluss geradelt.
Sie hatte ihren alten Stoffaffen wieder aus dem Schrank geholt.
Er lag unter ihrer Decke.
Sie muss sich so ...
(Traurige Musik)
... geschämt haben, so schuldig gefühlt haben.
Was ... Was genau meinst du?
Was?
(Angespannte Musik)
Lies es.
Hast du den Mann umgebracht am Fluss?
(Angespannte, beklemmende Musik)
Ja.
Wie bist du an ihr Handy gekommen?
(ruft:) Sina!
Sina!
(Unbehagliche Musik)
(Krähenrufe, Knarzen)
(Die Musik endet.)
Hallo, Marie.
Das ist meine Kollegin Johanna Stern.- Hallo.
Kann es sein, dass Sina am Fluss war,
weil sie nicht mehr leben wollte? - Was?
Niemals.
War sie denn glücklich?
Sie war sauer.
Auf Tom und mich.
Sie hat mitbekommen, dass wir auf einer Party rumgemacht haben.
Sie war ja auch wieder verknallt ...
Es war auch alles wieder gut. - Verknallt? In wen?
Nick.
So ein cooler Typ.
Ich glaub, den hat sie im Internet kennengelernt.
Hast du mal ein Foto von ihm gesehen oder so?
(Angespannte Musik)
Zeig mal.
(Lachen im Video)
"Ich hab doch gesagt, ich bin voll gut."
Ich schick mir das kurz, okay?
Verdacht auf Cyber-Grooming.
Sexueller Missbrauch.
Vielleicht könnt ihr den Jungen irgendwo zuordnen.
Am besten schickst du's zum BKA, die haben bessere Suchmaschinen.
Ich bleib so lang dran.
Du bist gar nicht mehr mit Tom zusammen,
seit Sina tot ist?
Weiût du, ob Sina sich mit diesem Nick getroffen hat?
Ich weiû es nicht. Aber ich glaub eher nicht.
Sie wollte mit mir nicht über ihn reden.
Also, sowieso haben wir fast gar nicht mehr miteinander gesprochen.
Nur manchmal in der Schule. - Irgendwas hat sie doch gesagt.
Wo er wohnt? Welche Schule?
Nee, eigentlich nicht.
Nur, dass er supercool ist, schöne Fotos macht
und dass er mal auf eine Zirkusschule gehen will.
Und Sina hat nicht gesagt, wo er wohnt?
Irgendwo im ... Elsass.
Wo denn da genau?
Keine Ahnung.
Kann es sein, dass dieser Nick Nacktfotos von Sina haben wollte?
Oder was Ähnliches?
Nee. So was hätte sie mir schon noch erzählt.
(laut:) Habt ihr Tom gesehen?
(Stimmengewirr)
"Hallo, hier ist Tom."
"Leider ruft ihr auûerhalb meiner Geschäftszeiten an."
(Nachdenkliche Musik)
(Unheimliche Klänge)
(flüstert:) Was machst du?
Ich hab gedacht, ich hab was gehört, aber er schläft ganz friedlich.
Das sollten wir jetzt auch.
(Unheimliche Klänge)
(Nachdenkliche Musik)
(Rapmusik im Video)
(Spannungsvolle Musik)
(Unbehagliche Klänge)
Hey, voll super.
Ich ... schick dir auch was, okay?
Dann weiût du wenigstens auch, wie ich aussehe.
"Cheers!"
(Unheimliche Klänge)
Wollen wir uns treffen?
Voll gut wär am Wochenende,
da bin ich bei meinem Onkel in Ludwigshafen.
Da könnt ich ziemlich gut weg.
(Nachdenkliche Musik)
(Fernes Bellen)
Sina?
Sina.
Wir haben's geschafft.
"Dann ... bestellen wir jetzt Sushi?"
(Schluchzendes Lachen)
Ja.
Aber der Name Nick sagt Ihnen absolut nichts?
Ja, danke, das war's auch schon.
Morgen. - Gutes Timing.
Sinas Vater kennt diesen Nick nicht.
Meint aber, dass es ihr eine Weile nach der Trennung von Tom
plötzlich besser ging.
Ich hab das Video, das Sina Marie geschickt hat,
gestern auf unsere Server geladen.
Es wurde in L'Herbe aufgenommen, einem französischen Urlaubsort.
Nick hat die Metadaten nicht gelöscht.
Wenn sich ein Pädophiler hinter ihm verbirgt, war das ein Fehler.
Vielleicht ist er aber auch ein ganz normaler Junge.
Sie muss sich so einsam gefühlt haben.
Ihre beste Freundin knutscht mit ihrem Freund rum.
Sie haben sie verraten.
Darüber hat sie wohl nicht mit Mama und Papa geredet.
Nicht unbedingt, da schämst du dich doch dafür.
Das ist peinlich. Und du bist so verletzt.
Da kommt ein Junge daher, sieht gut aus, hört dir zu.
Tröstet dich, versteht dich.
Wie ein Engel aus einer anderen Welt.
Und es geht dir besser.
Aber wenn unsere Vermutung stimmt, ist das Ganze eine groûe Lüge.
Ihr ganzer Schmerz, die Traurigkeit,
die Wut, die Verzweiflung - alles kommt wieder.
Glaubst du, sie hat ihn getroffen?
Marie meint, eher nicht.
Und wenn sie dich angelogen hat?
Nein.
Sie wollte uns verheimlichen,
dass sie ihrer besten Freundin den Freund ausgespannt hat.
Und sie fühlt sich schuldig.
(Türglocke)
Hi.
Die Trulla nervt irgendwie. - Wer?
Na die Polizistin.
(Entferntes Hupen)
Sie hat mich zu Sinas Tod ausgefragt.
Was? - Ja.
Es ist total scheiûe. Sie tut so, als wären wir schuld.
Wir sind aber nicht schuld.
Doch.
Wir sind schuld.
Wenn ...
Wenn wir nichts miteinander angefangen hätten oder ...
direkt wieder Schluss gemacht hätten,
dann ... dann hätte Sina ...
dann hätte Sina das alles nicht gemacht.
Und ... du wolltest das ja am Anfang sowieso auch gar nicht.
Das ...
Deswegen ist das ... alles meine Schuld.
Nein, das hat überhaupt nichts mit dir oder uns zu tun.
Sondern?
Wir sind nicht schuld.
Das ist doch alles Scheiûe, was du sagst.
Julia da Borg hat sich hier mit Krötz getroffen,
um sich zu rächen, weil er Nick war,
sich im Netz als gleichaltriger Junge ausgegeben hat
und Sina missbraucht hat.
Ich denke, das wusste sie.
Und was ist mit Lukas Ricke?
Den hat sie zuerst für den Täter gehalten
und ihn konfrontiert.
Er stirbt an einem Herzinfarkt.
Dann nimmt sie seinen Laptop und stellt fest,
er ist der Falsche. - Ja, das passt.
Aber solange wir das nicht beweisen können ...
Was ich mich frage:
Sie sieht, wie Lukas Ricke vor ihren Augen stirbt.
Es war ein Herzinfarkt, kein Mord.
Aber sie hört nicht auf. Sie macht weiter.
Sie trifft sich einen Tag später mit Krötz, einen Tag später!
Das schaffst du nur, wenn du ein Ziel hast,
das wichtiger ist als alles andere.
Das ist ein Tunnelblick, da gibt's nichts sonst.
Sie hat sich einmal geirrt. Was, wenn Krötz auch der Falsche war?
Dann stehen wir vor einem dritten Mord.
Scheiûe.
Odenthal, noch mal wegen dem Durchsuchungsbeschluss.
Herr Staatsanwalt, Sie müssen den beantragen.
Frau da Borg hat seit heute Nacht ein plausibles Motiv:
die Rache für den Missbrauch an ihrer 13-jährigen Ziehtochter
und dem darauffolgenden Selbstmord des Mädchens.
Das Mädchen hat Selbstmord begangen, und zwar kurz,
nachdem sie den angeblichen Jungen im Netz kennengelernt hat,
hinter dem ein Erwachsener steckte.
Ja, angeblich.
Das Mädchen hat sich am Fluss umgebracht.
Beide Opfer sterben am Fluss, beides Männer - das ist kein Zufall.
(Empörter Laut)
(leise:) Du ...
Wir denken, dass Frau da Borg im Chat nach dem Täter sucht.
Ja, deswegen brauchen wir einen Zugang zu ihrem Computer.
(Sorgenvolle Musik)
Es kann sein, dass der Pädophile frei rumläuft - und dann?
Herr Staatsanwalt, es ist, wie gesagt, ein gravierender Fehler.
Aufgelegt.
(Düstere Musik)
Was suchst du? Wegen mir brauchst du nicht aufhören.
Auûerdem hast du vergessen, den Laptop zuzuklappen.
Hab ich auch schon probiert.
Also, das mit dem Laptop.
Geht aber nicht.
Fingerabdruck.
Du hast gesagt, ihr spioniert dir nach - wieso?
Weil's so ist. - Wozu soll das gut sein?
Was weiû ich.
Ist doch egal.
Das glaubst du mir sowieso nie.
Vielleicht macht er ja für deinen Geburtstag damit.
Vielleicht hofft er auch einfach,
dass geile Clips von Nathalie drauf sind.
Hast du mal gesehen, wie er sie anschaut?
(Spannungsvolle Musik)
(Frau:) Wie wär's damit? So 'n bisschen bunter ...
Auch 'n bisschen moderner.
Ich weiû nicht, ob das meiner Nichte gefällt.
Das ist eine typische Idee von meiner Schwester.
"Kauf einen Bikini", ich weiû nicht ...
Das müssen Sie entscheiden.
Oder Sie überlegen sich das noch mal.
Kann ich den ersten noch mal sehen? - Gerne.
(Tuscheln)
(Beklemmende Musik)
(Nachrichtenton)
"Wow, was für ein Foto."
"Sorry, dass es gedauert hat, es hat geklingelt."
"Ich war hin und weg."
"Ich könnte das Longboard mitbringen."
"Scheiû Mikro, ich reparier's."
"Schickst du mir noch so ein schönes Foto?"
Also, du kommst dann?
Aha, und was bekomm ich dann von dir?
(Unsichere Töne, düstere Musik)
(Näher kommende Schritte)
(fern:) Hallihallo!
Hab Teigtaschen mitgebracht.
Was ist los?
Hab ich was getan? - Was willst du mit dem Kinderbikini?
(Krähenruf)
Der Bikini?
Der ist für eine Kollegin von mir.
Sie ist krank. Der Bikini ist für ihre Nichte.
Welche Kollegin?
Das ist doch egal. Was soll das denn?
Wieso hast du nicht gesagt, dass du auch im Kaufhaus warst?
Wir hätten zusammen ... - Fass mich nicht an.
Manon, bitte.
(Fernes Bellen)
(Angespannte Musik)
Okay.
Wenn du willst, dann ... geh ich jetzt?
Und wenn man dann wieder normal mit dir reden kann,
erklär ich ... - Hau ab.
(brüllt:) Hau ab!
(Dröhnende Klänge)
(Anfeuerungen)
(Ächzen)
Go, go, go!
Als ich ihm das Ding vors Gesicht gehalten hab,
bin ich das Arschloch endlich losgeworden.
Du musst es genauso machen.
Dann hört das Scheiûstalking endlich auf.
Ich garantier's dir.
(Düstere Musik)
Was willst du dafür haben? - Nichts.
Gib sie mir einfach wieder zurück, wenn du dein Problem gelöst hast.
(Ernste Musik)
(Maries Stimme:) Ich hab's jetzt erst gefunden.
Es war gerissen. Ich hab's repariert.
(Türglocke)
(Düstere Musik)
Marie?
Marie?
Hey.
Sina und du - was ist zwischen euch passiert?
Ihr habt euch so gestritten,
dass Sina ihr Freundschaftsband zerrissen hat.
Kurz vor ihrem Tod.
Bei dem Streit ging's nicht darum, dass du mit Tom zusammen warst.
Das warst du ja schon länger.
Was ist passiert, Marie?
Ich hab nicht gewusst, dass er ein Erwachsener ist.
Dieser Nick?
Wenn er kein Erwachsener gewesen wäre, dann ...
Sina hat ihn getroffen.
Und dir und Tom vorgeworfen, dass ihr schuld seid.
Tom weiû das alles nicht.
Sie fand ihn doch so toll.
Sie hat geschrieben, dass er supertolle Fotos macht,
die jetzt wahrscheinlich in eine Ausstellung kommen.
So toll ist er im Gegensatz zu uns.
Keine gute Idee mit dem Wein.
(Fernes Hupen)
Sie hat mir eins von seinen supertollen Fotos geschickt.
Kurz bevor sie ihn getroffen hat.
Ich hab ihr zurückgeschrieben,
dass sie auch ein Foto von sich schicken kann.
Am besten ein bisschen bitchy.
Darauf steht er doch sicher.
Vielleicht ...
Vielleicht ist alles deshalb passiert.
(schluchzt:) Vielleicht hätte er sie sonst nicht getroffen.
Oder er hätte nichts gemacht,
oder sie wär gar nicht erst hingegangen.
Nein, das glaub ich nicht.
(Starre Musik)
Du hast gerade gesagt, er hat Sina ein Foto geschickt,
das er gemacht hat.
Zeigst du's mir?
Ich schick mir das mal, ja?
Ich hab nicht gewusst, dass er ein Erwachsener ist.
Ich schwör's.
Ja.
Sie hat gesagt, dass sie nicht versteht,
warum sie zu seinem Camper mitgegangen ist.
Aber er hat die ganze Zeit auf sie eingequatscht,
gesagt, dass das nichts macht mit seinem Alter.
Und ...
dass er spürt, dass sie genauso denkt.
Dass sie was Besonderes sind.
Er möchte nicht, dass sie Angst hat.
Sie braucht keine Angst zu haben, das macht ihn traurig.
Dann ... hat er ihre Hand genommen.
Und ...
Sie wollte eigentlich weglaufen, aber da war niemand.
Sie wollte nicht zeigen, dass sie Angst hat.
Aber dann waren sie plötzlich in dem Camper und ...
Er war die ganze Zeit so freundlich.
Aber dann war er ganz anders.
Ganz brutal.
Sie hat gesagt, dass sie ...
zu weinen angefangen hat.
Und danach gekotzt hat und nichts mehr essen konnte.
Weil es sie daran erinnert.
Dann hat sie mich angeschrien und gesagt,
dass das alles nicht passiert wär,
wenn ich nicht mit Tom rumgemacht hätte.
(Ernste Musik)
Warum hast du Tom nicht gesagt, was Sina passiert ist?
Weil ...
Das hätte alles nur noch schlimmer gemacht.
Marie, ich weiû, dass du das alles nicht gewollt hast.
Du solltest mit jemandem reden.
Mit Tom.
Es tut mir leid, aber ... - Ja, ist spät, ist egal.
Komm mal her.
Albé im Elsass.
Es gibt doch keine Metadaten. - Stimmt.
Was heiût, dass der Fotograf extrem vorsichtig war.
Aber dieser Turm hier ...
(Gespannte Musik)
Wie hast du das gemacht?
Bildrückwärtssuche.
Die KI sucht sich Fotos mit denselben Merkmalen.
In diesem Fall der Kirchturm von Albé.
Heiût, wir kommen unserem Nick näher?- Ja.
Und das hier ist offensichtlich ein privater Garten.
Ich denke, er wohnt dort und hat den Jungen dort aufgenommen.
Vielleicht seinen Sohn.
Deshalb hat das BKA im Darknet nichts gefunden.
Dieses Arschloch hat seine eigene Familie benutzt.
Eins von diesen Häusern. Hier ist der Kirchturm.
Aus dieser Perspektive wurde das Foto aufgenommen.
(Gespannte Musik)
Hallo.
Hallo. Odenthal, Kripo Ludwigshafen.
Ist dein Vater da?
(Krähenrufe)
Mama! Die Polizei.
(Rapmusik im Video)
Dieses Arschloch.
Jetzt macht plötzlich alles Sinn.
Hier steht, dass er heute zum Klettern fahren wollte.- Ja.
Aber gestern hab ich ihn dann hier rausgeworfen.
(Angespannte Musik)
Im Oktober war er auch zwei Tage klettern - 14, 15.
Hat er gesagt, ja.
Er geht oft klettern.
Wie kann man nur so blind sein?
Er will dann nur noch für sich sein. Angeblich nachdenken.
Kein Handy, nichts. - Keine Ahnung, wo er sich aufhält?
Und du?
Nein.- Wahrscheinlich hat er sich einen Camper gemietet.
(Düstere, spannungsvolle Musik)
(Knarzen, unbehagliche Musik)
"Cheers!"
"Der Typ ist so ein krasser Performer, warte, ich zeig's dir."
(Klingeln)
"Mega, oder?"
Polizei!
(Pumpern, Klingel)
Machen Sie die Tür auf.
(Video spielt weiter.)
Wo ist Ihre Frau?
Ich weiû es nicht.
Sie hat ihr Handy abgestellt und uns diese Nachricht geschickt.
Wir sollen dahinkommen. Kennen Sie das?
Das ist eine Sandbank bei Petersau.
Ist sie dort vielleicht? - Ich weiû es nicht.
Sie hat mich angerufen, dass ich kommen soll.
Wir sollen dahinkommen, jetzt. - Sie will sich was antun?
Sie will ...
Das war wie ein Abschiedsbrief.
Der Computer war nicht gesichert.
"Der Typ ist so ein krasser Performer."
"Warte, ich zeig's dir."
Ein Avatar.
Ist bei dieser Sandbank irgendwas Besonderes?
"Mega, oder?"
Sina hat da mal was hingesprüht, so einen Spruch.
"Jungs, sie sind wie Engel."
"Cool, sexy und schön." Irgendwie so. Mit Marie zusammen.
(Video spielt weiter.)
(Beklemmende Musik)
Klar hätt ich's dir gleich sagen können.
Aber ...
wir haben uns doch von Anfang an so gut verstanden,
als würden wir uns schon ewig kennen.
Ich hatte Angst, dass du dann nichts mehr von mir wissen willst.
Dabei fahr ich auch Skateboard.
Richtig gut sogar.
Unsere Liebe ist doch was absolut Auûergewöhnliches.
Da macht der Altersunterscheid nichts aus.
(leise:) Der Altersunterschied nichts aus.
(Krähenrufe)
(Nachdenkliche Musik)
Er hat es gewusst.
Irgendwann war ihm klar, dass sie was mit den Toten zu tun hat.
Sie trifft ihn da.
Aber warum schickt sie uns so eine genaue Uhrzeit?
Denkt sie, wir schauen zu, wie sie ihn erschieût?
Da vorn rechts. Da geht's zum Fluss.
(Gespannte Musik)
(Die Musik verklingt.)
Hallo.
Wissen Sie, wer ich bin?
Nee. Entschuldigung.
Was soll das?
Nehmen Sie die weg. Das ist eine Verwechslung.
(Spannungsvolle Musik)
Da, da hinten.
Hören Sie. Was wollen Sie denn von mir?
Nein.
Bitte, bitte nicht.
Bitte nicht schieûen. Bitte.
Sie machen einen Fehler. Das ist eine Verwechslung.
Bitte nicht.
Sie machen einen Fehler.
Jetzt machen Sie die Waffe runter! Bitte!
(Angespannte Musik)
(Die Musik wird ruhiger.)
(Gefühlvolle Klaviermusik)
(Die Musik wird angespannter.)
(Die Musik endet.)
(Schuss)
(Traurige Musik)
Sie hat sich erschossen.
Sie hat sich einfach erschossen, das haben Sie doch gesehen.
Ich kenn diese Frau nicht.
Sie hat sich ... Sie hat sich erschossen.
Bitte, ich ... Ich hab ihr nichts getan.
(Locker-beschwingte Musik)
(Flotte, beschwingte Musik)
Õ I hate that this memory fills my head.
Õ Now it's part of me,
Õ and there's no way to escape.
(stimmlos:) Es tut mir so leid.
Õ There's no reset, and there's no rewind,
Õ it makes more sense to leave this world behind.
Õ Leave this world behind.
(Die Musik endet.)
Frau Odenthal und Frau Stern verspäten sich.
Die haben grad angerufen. - Na immerhin.
(Sanfte Jazzmusik im Hintergrund)
Die anderen Kollegen ...
Die kommen bestimmt auch noch.
Oder auch nicht.
Ja, Frau Keller ... - Edith.
Peter.
Jetzt geht's aufs Abstellgleis.
Och ...
Aber wir könnten als Avatare wieder auftauchen.
Na und wie?
Man braucht Bildmaterial von uns.
Das wird so animiert, dass es echt aussieht.
Mittels Datenanalyse kann der Computer
sogar ein Gespräch mit uns simulieren.
Das nennt man dann künstliche Intelligenz.
Aha. Im Unterschied zu unserer Intelligenz,
die nämlich ganz natürlich ist.
Peter. - Edith.
Prost.
Mmh!
(Knallen)
Was ist das jetzt? - Hm.
(Jubel)
Och!
Oh Gott.
Indiana Jones.
Indiana wer?
Ich erzähl's dir später. Und was ist das mit der Palme?
Karibikurlaub.
(Knaller)
Ja, immerhin das Wochenende.
(Lässige, treibende Titelmusik)
SWR 2024
Can't find what you're looking for?
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