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Bravo!
Bravo!
Emilia, Emilia!
Entschuldige bitte.
Ich konnte nicht anders. Ich liebe das Theater allzu gern.
Du hast es getan. Vielen Dank.
Bravo!
Du glaubst, es ist mutig, sich vor allen zu verbrennen? Eine Heldentat, stimmt's?
Und dein Vorschlag? Mich zu verkaufen, wie du es tust?
Na schön.
Das Theater kümmert dich nicht, das Kollektiv auch nicht, es ist dir schnuppe.
Aber... Denk über dein Wohl nach.
Du kannst in eine Klapsmühle weggesperrt werden.
Du darfst im Theater bestimmt nicht bleiben. Verstehst du zumindest das?
Ich bleibe hier nicht.
Wieder verrätst du uns.
Laufen wir davon. Hoppla.
Ja, gut, gut, gut. Vorsicht.
Emilie, erinnerst du dich daran, wie wir Theater spielten?
Heute spielen wir das wieder, ja?
Erinnerst du dich daran, wie wir im Theater waren?
Dort hat es viele Leute gegeben. Sie haben sehr laut gesprochen. Nicht wahr?
Es war eben ein bisschen beängstigend.
Jetzt bitte ich dich, das tapferste Mädchen auf der ganzen Welt zu spielen,
das keine Angst hat, vor nichts und niemandem.
Meine Mutige. Meine kleine Heldin.
Nun verstecke ich dich. Hab keine Angst.
Mai 1972, Kaunas, Litauen
Schuld nur das Regime für meinen Tod. Romas Kalanta
Mama!
Sie bekommen ein Bad und einen Kaffee und einen Kakao.
- Vielleicht ein bisschen ähnlich. - Ein bisschen? Die Gruppe sagt, ich sei ihm wie aus dem Gesicht geschnitten.
- Aber möchten Sie? - Na, was ist das schon für eine Arbeit?
Arm hoch, Hintern runter, dann Bein nach oben.
Der Kolchos ist... ist Arbeit!
- Und ich werde im Theater spielen. - Echt?
- Ja, sicher. - Und ich war nie im Theater.
- Nie? - Uh-uh.
Dann werden Sie von mir eingeladen, unbedingt.
Für einen einfachen sowjetischen Menschen ist das Theater...
Aber dort ist alles sehr beschwingt, sehr rein!
Nun ja, rein. Und dann komme ich mit meinen schmutzigen Stiefeln.
Ich ersticke! Die schwarzen Wände sind über mir zusammengestürzt.
Hör auf, hör auf. Stopp, stopp, bitte!
Die schwarzen Wände. Es gibt keinen Geist Gottes in der Welt.
- Ich höre nichts! Höre nichts. - Ich ersticke. Die schwarzen Wände...
Stopp, es ist genug.
Findest du dein Theater?
Und Sie? Finden Sie Ihre Garage?
- Emilia - Ja?
- Lädst du mich zur Aufführung ein? - Ich werde es mir überlegen.
Mach's gut!
Freiheit für Litauen! Freiheit für Litauen!...
- Entschuldigung. Verzeihen Sie. - Mädchen, falsche Richtung. Komm mit.
- Wie bitte? Wohin? - Komm mit uns. Hier ist es besser.
Sieh dich um. Hier ist jeder für die Freiheit.
- Ich... ich gehe ins Theater. - Wohin?
- Ins Theater! - Was machen Sie da? Schluss damit!
Was machen Sie da?! Aufhören!
Zurück!
Geh da. Beeil dich!
Beeil dich!
- Hallo, Leon. - Hallo.
Warte mal. Einen von gestern habe ich für dich da.
- Wie viele sind verhaftet worden? - 400.
Und wohin mit den allen?
Acht wurden ins Gefängnis gesteckt, andere
Hippies hat man kahl rasiert und freigelassen.
- Und einen hat man uns übergeben. - Wozu?
Man sagte mir, es ist dein Gebiet. Antisowjetische Literatur.
Nimm, lies das.
- Wer war er? - Wer war sie. Irgendeine Schauspielerin.
Steh nicht rum.
Setz dich.
Wie heißt du?
Emilia.
Also, du bist Schauspielerin?
Ich habe die Zulassung. Zum Theater.
Von der Musikakademie?
Dann musst du mich zur Aufführung einladen.
Sitzen bleiben!
Beabsichtigst du, mir Angst einzujagen?
Und überhaupt,
Mädchen, möchtest du mir etwas Konkretes sagen?
Lassen Sie mich gehen. Ins Theater.
Bitte.
Freilich, das ist kein Wohnheim, aber
heutzutage eine Behausung zu finden ist... ähm.
Und so.
Lauf nachts nicht im Theater herum.
Mach mir keine blöden Sachen, keine Jungs, kein Alkohol.
Was ist mit deinem Gesicht?
- Ich bin hingefallen. - Na ja.
Das gehört dir. Für den Dienstraum.
Danke.
Die Probe ist um 10 Uhr. Unsere Schauspieler verspäten sich nicht.
Herzlich willkommen.
Das ist kein einfacher Tisch, Genosse Czeslaw.
Er setzt uns wie Apostel am letzten Abendmahl hin
und hofft darauf, dass wir nichts begreifen.
Oder wir geben vor, nichts zu verstehen!
Vielleicht befiehlt er uns, am Ende ein Kirchenlied zu singen?
Das ist eine künstlerische Entscheidung. Sie
sind Fanatiker ihrer Idee, eine Art Apostel.
Ei, Apostel...
Ich kann Ihren nationalistischen Untergrund schon meilenweit riechen.
Meilenweit.
Meilenweit auch!
Seid ruhig, Jungs.
- Czeslaw, das ist nur ein blöder Tisch. - Na sicher.
Es geht um keinen Tisch.
Es geht um Litauen.
Entschuldigung.
Die Knochen sind schon geliefert.
Gut, gut.
Auf geht's.
Was wird hier gespielt?
Hallo, gut, dass du da bist. Gib mir solche, an denen mehr Fleisch ist.
Die nicht. Die hier. Gib her.
Das ist meins. Ich war früher da.
- Wie viele hast du genommen? - Ich war zuerst da.
Die Knochen?
Die Fleischfabrik hat eine Patenschaft mit uns.
Wir geben ihnen ein Schauspiel, sie geben uns Knochen.
Hast du dich schon eingerichtet?
Und wie ist es?
- Ich habe es mir anders vorgestellt. - Das Theater?
- Das Theater war so... Wissen Sie, so... - Wunderbar?
Hier gibt es keine Wunder.
- Es ist ein Sumpf. - Das Theater?
Dieses ganze verdammte System. Das Theater...
Du hast weder geklagt noch geschimpft.
Wir kommen weder her noch zurück.
Solange wir einen Weg haben, gehen wir vorwärts.
Solange wir ein Gehör haben, hören wir das Lied.
Alle haben gesungen, wie sie konnten. Alle...
Ich möchte eine neue junge
Schauspielerin begrüßen, die unserem harmonischen Kollektiv
- beigetreten ist. Elena? - Emilia.
Emilia!
Jeder, der sich für das Theater entschieden hat,
entsagt allem.
Er gibt sich ganz den Dramaturgen,
den Regisseuren, den Kollegen, den Zuschauern hin.
Und ich glaube, unser Theater ist der wunderschönste Kirschgarten, wo...
- Wahrscheinlicher ein Gemeinschaftsgarten. - Ein kleines Gärtchen.
...in dem die Begabung eines jungen Menschen erblühen kann.
Also, liebe Emilia,
ich glaube, du wirst dich schnell mit unserem
Kollektiv und dieser Bühne vertraut machen,
und schließlich glänzt du heller als manche Alteingesessene unseres Theaters.
- Herzlich Willkommen. - Danke.
Und nun spricht die lebende Star der Zukunft,
die geehrte Volkskünstlerin der Litauischen SSR und UdSSR - Emilia
- Ein Gedicht! - Ein Gedicht!
Die Poesie!
Sie ist eine Hymne an die Helden, die unbekannten Soldaten,
die kommen, um unsere Schwestern und Mütter zu vergewaltigen.
An die Tempel der Götter,
deren Altäre tausendfach für die fetten Bäuche eingetauscht worden sind.
Es ist eine Hymne an den Papa Cäsar, dessen
brillanter Geist uns in eine helle Zukunft führt,
wo wir frei hinter Gittern sitzen und die verdorbene Luft als Freiheitslied einatmen,
einander mit Lügen füttern
und die Hymne des Gottes des Verrats,
der mit dem Blut der weißen Lämmer befleckt ist, singen!
Nicht schlecht. Nur...
Damals habe ich das nicht geschafft.
Die Probe ist morgen
- um 9 Uhr. - Um 11, Herr Regisseur.
Um 9.
Bravo, bravo, bravo.
Egal,
welche Ideen er zu verwirklichen versucht,
hat er kein Recht, die Schauspieler herumzuschubsen.
Ein überaus ehrgeiziger Regisseur wirft einen
Schatten auf die Absicht des Dramatikers.
Regisseur?
Der Regisseur?
Ja. Auf die Absicht des Dramatikers und auf die Begabung des Schauspielers.
Der Regisseur.
Deshalb müssen wir, die Schauspieler,
uns vereinigen und gegen die Regisseursdespotie unsere Stellung halten.
Allen Respekt.
Weiter so.
Du bist aufgestanden und, wie war das,
einander mit Lügen füttern und die Hymne des Gottes des Verrats singen.
Wer ist der Autor?
Noch einmal sage ich dir.
Sie können zufällig zu deinen Papieren kommen,
aber sie suchen selbst nicht.
Die Machthaber befehlen,
und ich bringe die ihnen.
Glaub mir, deine Akte
deckt eine dicke Staubschicht, weiß der Himmel, wie lange das her ist.
Vielleicht
hast du einen Hang zur Paranoia?
Nimm Urlaub und ruh dich aus.
Im Ernst.
Warte, möglicherweise ist es nicht unsere Truppe, die dich überprüft?
Dann weiß ich nicht mehr.
Du hältst 'ne Kornblume in der Hand Ganz anders als in Nachkriegszeiten
Eine wunderbare Zeit ist jetzt gekommen.
Im Walde ringsum glitzern die Perlen von Tau.
Jetzt singen wir alle zusammen.
Mach auch mit.
- Nicht jetzt. - Noch eine Strophe.
Hörst du das Lied, welches
beschleunigt selbst 'ne Schnecke Dann reimst du die perfekten
Verse, welche wohin du willst, dorthin auch stecke.
Genossin Aušra, lassen Sie uns allein.
Also, du bist wirklich Schauspielerin.
Was ist denn? Was? Ich kann es nicht verstehen.
Es gibt so viele Furchtbares und soviel Unsinn um uns herum.
Wer hat dir das denn gegeben?
Wer?
Mein Vater.
Mein Vater hat es geschrieben.
Und wer ist denn unser Vater?
Der Feind des Volks.
Es ist das letzte Mal, dass ich sanft frage
Wer hat dich geschickt?
Niemand hat mich.
Von einem Helden bis zum Verräter ist nur ein Schritt.
- Ich bin keine Verräterin. - Auf eine einfache Frage,
eine einfache Antwort.
Niemand hat mich geschickt. Ich habe eine Zulassung von der Musikakademie.
Meine Geduld hat ihre Grenzen.
- Ich... - Schweig!
- Ich weiß nichts... - Sag mir jetzt!
- Ich weiß nichts. - Sag einfach und klar oder...
- Ich weiß nichts. - Eins.
Niemand hat mich geschickt. Ich schwöre. Ich weiß nichts.
Zwei.
Ich brauche ein Behandlungszimmer.
Bringen Sie Kostas hierher.
Niemand hat mich darüber informiert.
Ich informiere jetzt.
Leon, aber nach dem letzten Mal...
- Shhh...
- Leon.
Im späten Herbst, in einer dunklen Nacht. Dort
haben sich die Freiheitskämpfer niedergelassen.
Dort haben sie sich angesiedelt.
Guter Dichter war er.
Er hat Gedichte für Kinder geschrieben.
Aber niemand hat gewusst, dass er 1949 Lieder
für die Banditen im Wald geschrieben hat.
Leon!
Leon!
Leon!
Die Kornblume wurde festgenommen, Leon. Sie wurde festgenommen und gefoltert!
Sieh, was Todesangst mit dem Menschen macht.
Du kannst das Vaterland nicht lieben, wenn du irgendwo im Moor faulst.
- Es ist genug, bitte.
Wir haben ein angenehmes Leben versprochen, dass
jedes verdammte Oktoberkind seine Gedichte aufsagt.
Er hat alle verraten. Jeden Einzelnen, den er gekannt hat.
Er war ein treuer Hund. Aber Alkohol.
Sieh, wie die Volkshelden sterben.
Sieh nur!
Gehen Sie fort. Geh weg.
Geh nach Hause, Mutter.
Nein!
Heben wir ihn hoch.
Na, spielst du weiter eine Heldin, oder was?
Hast du gedacht, dass ich dies sehe und gleich in die Hose mache?
Hast du gedacht, dass du mir Angst einjagen kannst?
Hier ängstige nur ich. Klar?
Das ist alles, was ich von meiner Familie habe.
Ich habe niemanden, den ich verraten könnte.
Niemals.
Ich habe niemanden.
Wir alle haben einen, den wir verraten.
Ich habe verstanden, es ist gar nicht lustig. Guten Abend.
Was ist?
Emil...
Ja...
vielleicht kann ich dir... helfen?
Ich...
- Bleib sitzen... - Ich wasche ab.
Danke... Ich...
- Es ist schon gut, ich kann es selbst machen, -
Entschuldige, ich wollte hier... Ich spüle dann später.
Also gut.
Könntest du aufhören, mich so anzustarren?
Sicher...
Du sprichst von Zorn, Verdruss, und wie ist es mit der Liebe?
Die Liebe ist zum ersten Mal in diese
schwarzen Gemächer eingetreten, wo sich nur die
Erbitterung und der Schmerz ein Nest gebaut haben.
Jetzt ist die Liebe gekommen.
Wir haben wie Kinder vor Freude geschrien. Als
wir zum ersten Mal allein gelassen wurden.
Ich habe dich gesucht und gefunden.
Dich habe ich von Anfang an gesucht.
Ich wollte den Tod herausfordern.
Doch habe ich geschrien, ich habe das Leben aus vollem Herzen herausgeschrien.
Ich will mein unbegreifliches Schicksal verstehen.
Warte, das hier... Hast du das hier denn geschrieben?
- Mein Vater hat es geschrieben. - Und wer ist denn hier unser Vater?
Der Feind des Volks.
Emilia...
Christina!
Christina! Warte! Wart auf mich!
Christina. Christina.
Ich bin... vorbeigekommen.
Christina...
Ach Litauen! Litauen!
Meine Liebe, Bestraf mich, wenn unter den Diamanten
wenigstens ein Tropfen Blut vorhanden ist.
Erlöse mich, wenn die Liebe zu dir in den Diamanten scheint.
Sei frei bis in alle Ewigkeit, ach Litauen. Und sei gerecht und gut für jeden!
Na? Was denkt ihr über das Stück?
Solange andere schweigen, möchte ich fragen, wenn ich darf.
Wer hat den Mist geklaut?
- Was denn? - Den Mist.
Gestern habe ich im Kolchos angerufen,
man hat gesagt, dass man eine Fuhre Mist für uns abgeladen habe.
Wo ist dann diese Fuhre?
Hört, wir sprechen hier über das Stück, über Litauen.
Und wir sprechen über den Mist.
Der Mann hat recht. Der Gemüsegarten muss gedüngt werden.
Wann hast du es geschafft, deine schauspielerische Seele zu verkaufen?
Und was hast du dafür bekommen? Jenen Warenbezugsschein für eine Waschmaschine?
Versuch selbst jeden Tag mit blutigen
Fingerknöcheln vollgemachte Windeln zu waschen.
Dann sprechen wir uns wieder.
Kollegen, sehen Sie, was für Material wir da haben.
Wartet, wartet.
Was für Material?
Das ist kein Material, der Teufel weiß, was das ist.
Ein Frauchen leitet den Aufstand.
Und wogegen - gegen das große russische Volk.
Und was hast du gegen Frauen? Hm, Julius?
Jonas, du bist doch der Geschäftsführer. Los, sag endlich was.
Was soll ich sagen, Julius? Das ist ein Kampf gegen die Zarenmacht.
Gegen die Ungleichheit der Gesellschaftsstände.
Emilia Plater. Die erste revolutionäre Frau.
Na ja, na ja...
Der Text ist selbstverständlich nicht eindeutig.
So so. Das ist es, wovon ich rede.
Frauen!
Sieh da, eine Revolutionärin. Genau so wie Maria Melnikaitė.
Der Stoff kommt im Ministerium durch.
Wie ein heißes Messer durch Butter.
Ach, ich muss schon... Seht.
Solange du nicht da warst, haben wir alles gehabt.
Wir sind auf Tour gegangen, wir haben im Kreml gespielt.
Uns wurde Ausland versprochen, Polen.
Waren denn die Theatervorstellungen schlechter?
Übrigens, ist das Theater gut dort.
- In Polen? - Im Kreml.
Dummkopf.
Man kann Bananen, eingemachte Erbsen und Mayonnaise dort im Büfett bekommen.
Ich mag keine Mayonnaise.
Lerne, Kompromisse zu machen. Das wäre für alle Seiten gut. Verstehst du?
Nein, Julius, ich verstehe das nicht.
Nein!
- Versuch's doch mal. - Ich ziehe diese Lumpenklamotten nicht an.
Das sind keine Lumpenklamotten.
Das sind Vorstellungskostüme. Gewöhne dich dran.
Ich habe „nein“ gesagt.
Christina, wir haben davon gesprochen, worüber dieses Stück ist.
Dieses Stück ist über uns, über dich, über mich, über die Freiheit.
Über die Freiheit des Schaffens, die wir
nicht haben. Über die Freiheit des Menschen.
Ich verstehe auch nicht, wie gehören diese Andeutungen über Klapsmühle dazu?
Pass auf, sie verlässt alles: die Eltern, das Haus, die Privilegien, dich.
Sie versammelt die Männer und geht in den Krieg.
Sie opfert sich der Freiheit, verstehst du?
Sie opfert ihr Leben.
Und du nimmst das Hemd, eine Art Kleid.
Also Brautkleid, verstehst du, was ich damit sagen will?
Und das ist so was wie der Tod der Freiheit.
Also gut.
Weißt du, worüber ich nachgedacht habe... vielleicht...
Vielleicht steckst du mich in eine Kiste und
lass mich den Text von dort aus vortragen.
Nun hast du es verstanden.
Verstehst du, dass ich kein Ding bin, das man in irgendeine Kiste steckt...
Und dazu noch einen Text vortragen.
Ich bin Schauspielerin, verstehst du?
Du kannst mit einem Schauspieler einfach nicht so... wie mit einer Schachfigur.
Du machst alles, um den Schauspieler zu töten.
Und ich will meinen Gedanken freien Ausdruck geben.
Ohne all diese Narrenschellen. Und ohne jeden Lärm.
Wenn diese Lumpenklamotten dein Talent verstecken,
dann gibt es vielleicht dort auch keins?
Scher dich mit all deinem Talent, verstehst du?
Ich spiele diese Scheiße nicht
Gut, spiel nicht!
Muss man auch nicht.
Ich meine nicht, dass du es könntest.
Was guckt ihr so? Schluss mit der Probe.
Du kannst dich nicht so benehmen.
Erklär mir nicht, was ich kann und was ich nicht kann!
Ich verstehe nicht, was ist da nicht zu können?
Was? Wie ihr vor den Zuschauer geht,
wenn ihr einen einfachen Knoten nicht binden könnt?
Binde!
Na, bitte.
Binde bitte für mich.
- Könnt ihr nicht? - Ruhig, Marius.
- Warum? Wozu? - Beruhige dich.
Könnt ihr nicht?
Ihr könnt nicht!
Ihr könnt nicht.
Ich kann.
Entschuldigen Sie, wo kann ich Antanas finden?
- Hallo. - Guten Tag.
Ich suche Antanas.
- Dort, unter dem Auto. - Danke.
Was ist das?
Die Einladung ins Theater. Ich habe die Rolle bekommen.
Emilia, warte!
Christina hat eine Beschwerde an Korsakas eingereicht.
Wie?
Stell dir mal vor! Diese Schlange.
Sie hat alles Mögliche geschrieben: Marius zerstört das schauspielerische Talent,
seine künstlerischen Entscheidungen stimmten nicht mit dem Zeitgeist überein.
Und dass er ein antisowjetisches Theaterstück aufführt.
Woher weißt du das alles?
Ich habe es zufällig gehört. Weißt du, wie sie herumschreit?
- Also, was wird jetzt passieren? - Ich weiß nicht.
Aber ich habe Angst, dass sie es nicht so einfach lässt.
Wenn etwas passiert, sag es uns sofort. Wir unterstützen dich.
Danke.
Jugendliche, kauft Bulotschki. Sie sind
lecker und frisch. Mit Sauerkraut oder Mohn.
- Haben Sie welche mit Fleisch? - Nur mit Kraut und Mohn.
- Dann eins mit Kraut. - Mit Kraut. Und eins mit Mohn.
- Danke. - Mahlzeit!
Kommt morgen, dann werden wir welche mit Fleisch haben.
Gut!
Steh auf!
Sag deinen Text auf.
Sag deinen Text auf.
- Sag ihn jetzt auf. - Was wollen Sie, Herr?
Nicht viel. Lass mich unter dein Hemd.
Ist das alles?
Ich öffne dir mein Herz und die Tore zur Freiheit.
Ich brauche keine Freiheit, wenn sie mir von
jemand anderem in die Hand gegeben wird.
Ich brauche keine Freiheit, wenn sie mir von jemand anderem in die Hand...
Was siehst du in dieser Szene? Was siehst du, wenn du mich anschaust? Was?
Was ist in dieser Szene los?
Wir haben darüber gesprochen. Kablukov ist dein Verlobter.
Aber er ist Abschaum.
Du hasst ihn, nicht wahr?
Du kannst ihn nicht ausstehen.
Jede Berührung, jedes Wort, jede Geste von ihm.
Er ist blass, dick, mit Sommersprossen.
Jeden Abend drückt er sich an dich mit seinem weißen Bauch
und seinen stinkenden Achselhöhlen. Er leckt dich ab.
Denk an einen Menschen, den du verachtest.
Eine bestimmte Person.
Zerstöre etwas und entfessle. Werde wütend auf dich
selbst. Hole etwas aus deinen widerlichen Albträumen.
Wenn du morgens aufwachst, kannst du es einfach nicht abwaschen.
Du kannst es nicht abwaschen, weil es klebrig,
schleimig, klammernd ist... wie ein Blutegel.
Wie... Wie eine Zecke, in deine Haut eingesaugt,
so dass du sie nicht wegbürsten kannst
Es lauert im Inneren jeden Augenblick wie eine
Krankheit, wie ein Schmerz, wie... Krebs.
Komm! Komm! Press es aus dir heraus!
Nein!
Laus!
Der Andere.
Die Poesie ist eine Hymne an die Helden und die unbekannten Soldaten
die kommen, um unsere Mütter und Schwestern zu vergewaltigen,
und die nur Blut und den Samen des Satans hinterlassen
an die Tempel der Götter
deren Altäre tausendfach gegen einen fetten Bauch eingetauscht worden sind.
Es ist eine Hymne an Papa Cäsar
dessen brillanter Geist uns in eine helle Zukunft führt,
wo wir frei hinter Gitter sitzen und die
verdorbene Luft als Geist der Freiheit einatmen.
Wir füttern einander mit Lügen. Wir singen die Hymne an den Gott des Verrats,
der mit dem Blut der weißen Lämmer befleckt ist.
Nicht schlecht!
Etwas besser.
Ich möchte dir eine Geschichte über einen Schauspieler erzählen.
Da war ein Schauspieler. Er war ziemlich gut, begabt.
- Liebling des Publikums... - Ich werde nichts sagen.
Ich habe dich nach nichts gefragt.
Dieser Schauspieler hat eine Aufgabe bekommen.
Wie üblich, was und wie zu tun ist.
Aber weißt du, dieser Schauspieler hat beschlossen, den Helden zu spielen.
Und plötzlich hat er sich erinnert,
wie diese... Künstler, Dichter, Schauspieler... Sie nehmen sich ständig das Leben.
und
Sie nehmen sich...
Es wird ein Theaterstück geben.
Wie dieses.
Wer hat dich darum gebeten?
Es geht um den Kampf der Arbeiter gegen die zaristische Unterdrückung.
Du verstehst immer noch nicht, mit wem du es zu tun hast?
Siehst du das?
Jetzt ist es hier, und dann plötzlich weg.
Emilia ist weg.
- Hat dir deine Mami das nicht erzählt? - Ich habe keine Mami.
Und auch keinen Papi. Ich kann mich nicht erinnern, wie sie aussahen.
Ich habe niemanden.
Gar niemanden.
Sie haben Angst vor mir.
Du hast Angst vor mir.
Vor einem kleinen Mädchen, dem ihr nichts wegnehmen könnt, weil Menschen wie du
schon alles genommen haben.
Du bist so eine Hure.
- Christina, wenn... - Brünstige Hündinnen wie du gehen auf dem Strich.
Du denkst, dass du deine Beine spreizt und es läuft schon?
Schon ein Star.
Jetzt vögelt dich Marius, später jemand anderer. Dann jemand anderer.
Sei dieser Star.
Für eine Weile.
Dann wird eine Jüngere kommen, und sie werden dich auf die Straße werfen.
So ist es mit unserer Karriere, Mädchen.
Wenn du ihm gibst... Beginn bloß nicht zu kotzen, ok?
Was? Hey! Halt! Was ist das?
Nach rechts.
Links.
Kaffee und Kuchen.
Du hast gesagt, dass du alleine lebst.
Das ist Brünhild!
Brünhild - das ist Emilia! Macht euch bekannt.
Sie gehörte meinem Vater. Er hat sie nach Hause
genommen, als die Universität geschlossen war.
Er hat gesagt, sie wäre seine zweite Liebe.
- Und was sagte deine Mutter dazu? - Sie war schon tot.
Mein Vater hat diese Apfelbäume gepflanzt, als ich noch ganz klein war.
Ich habe gelernt, Bäume zu beschneiden. Es wäre an der Zeit, es wieder zu tun.
Alles ist vernachlässigt. So vernachlässigt.
Aber nach der Ernte.
Marius, hast du keine Angst?
Wovor?
Im Theater spricht sich rum, dass wir diesmal echt übertrieben haben.
Dass die Behörden das Theaterstück verbieten werden.
Wann haben sie je etwas anderes gesagt?
Wenn wir nach den Aufführungen einen trinken, sagen sie:
„Marius, hier im Theater sind wir wie eine Familie.
Wir sind wie eine Faust, die dem System entgegenschlagen kann.“
Aber wenn es so weit ist, ist niemand da.
Dann sagt Korsakas zu mir: „Marius, du musst lernen, Kompromisse zu schließen.“
Ich kann es nicht. Kann nicht. Ich weiß nicht wie.
Als sie kamen, meinen Vater zu holen, haben sie uns nur
ein paar Minuten gegeben, um uns zu verabschieden.
Er kniete sich neben mich und sagte:
„Mein Sohn, jetzt wird dir jeder sagen, dass ich ein Bandit bin, ein Volksfeind.
Alle werden lügen... Sie werden schamlos die ganze
Welt belügen. Und die ganze Welt wird ihnen glauben.
Aber nicht du.“
Dann haben sie ihn weggebracht.
Ich habe nicht gelernt, ein sattes Leben zu führen.
Ich habe das nie gelernt.
Und du wirst es auch nie.
Das ist genug. Genug herumgelegen.
Auf!
Jetzt wirst du es mir beweisen. Hast du Angst?
Darius! Darius!
Darius...
Hilfe!
Diese Schauspieler, die bringen sich immer um.
Was machst du? Was machst du denn?
- Was mache ich? - Ich frage dich.
Leon, was machst du?
Wir arbeiten nicht so.
Wir arbeiten schon lange nicht mehr so. Es ist seit
langem nicht mehr 1951. Begreifst du, was ich sage?
Du hast mich gefragt, ob jemand nicht versucht mich zu
überprüfen und damit kleinzukriegen. Also, mein Bester,
sie versuchen dich klein, ganz klein zu kriegen.
Ich weiß nicht, was du vorhast. Um ehrlich zu sein, ich will es nicht wissen.
Wenn du dir ins eigene Fleisch schneidest, schneide nur in deins. Klar? In deins.
Du hättest diesen Burschen nicht aufhängen sollen.
Weißt du, was hier bei allem am wichtigsten ist?
Am Leben zu bleiben.
Zu überleben.
Zur Generalprobe durften wir immer hineinkommen.
Madame, Sie haben das missverstanden.
Such nach diesen Damen in Amerika.
Tantchen, vielleicht dürfen Studenten doch rein?
Nein! Die Regierung hat es verboten.
Was ist das für eine Regierung, wenn sie Angst vor der Stimme des Volkes hat?
Madame, wir haben keine Angst vor diesen Behörden.
Keine Angst... Wenn du deinen Arsch in Sibirien
abfrierst, dann wirst du Angst haben.
Sie haben keine Angst...
Sie lassen die Leute nicht in den Saal
Sie befürchten, dass die Leute herausfinden, was sie verbieten.
Hast du gesehen?
Hast du gesehen, wer zur Generalprobe gekommen ist?
Wer?
Garantiert... Sie werden unsere Aufführung verbieten.
Julius,
worüber sorgst du dich? Du bist ein Kommunist.
Dir wird nichts geschehen. Wenn überhaupt, kannst du
sagen, dass ich dir gedroht habe. Du hattest keine Wahl.
Ein betrunkener Soldat hat das Mädchen in den Pferdestall gebracht,
wo sich seine Freunde vergnügten.
Und bis Sonnenaufgang zwangen sie sie, Wodka zu trinken.
Die Erde war voll von schrecklicher Schuld.
Stechäpfel, Brennnessel und böse Ringdisteln
sind an der Stelle des Grauens gesprossen.
Und drei Tage und Nächte hat
das Mädchen dort gelegen, ohne Gott zu rufen.
Und die Leute haben sie solange nicht gesehen.
Zuerst wirst du die Liebe zerstören, denn das ist
die Verbindung, die am schwersten zu brechen ist.
Nach dem Verzicht auf deine Freunde und
Familie, ohne jemanden zu lieben oder zu hassen
- Also, bist du bereit? - Ich habe Schmetterlinge in meinem Bauch.
Schmetterlinge?
Schmetterlinge sind gut. Kakerlaken wären schlecht, aber Schmetterlinge sind gut.
Emilia, du bist dran.
Du wirst nach einem Platz für dein Grab suchen, für den Anfang des wahren Lebens.
Emilia
Emilia
Emilia
Ich bin gekommen, dich zu begrüßen, als dein Verlobter.
Ich weiß, dass du noch kein Gelübde abgelegt hast,
aber du kannst meine Gaben schon annehmen.
Aus Übersee?
Und warum sollte das eigene Dorf ohne fremden Schmuck schlechter sein?
Wo sich schlichte Raute auf den Boden schmiegt
und unsere Herzen so sanft berauscht.
Kann ein Geschenk ein Ersatz für ein schlagendes Herz sein?
Ich werde Wasser aus meinem eigenen Brunnen trinken.
So.
Der Regisseur hat alle seine Visionen gezeigt.
In der Tat haben wir ein bemerkenswertes künstlerisches
Bild des Kampfes des Volkes gegen den Zarismus.
Nur zu, Genossen.
Also.
Ich möchte sagen, dass das Drama mir gefiel.
Aber die Aufführung überhaupt nicht.
Nun, wir müssen uns darüber klar sein, dass dies eine Bearbeitungsversion ist.
Ich könnte auch ein paar kleine Fehler sehen.
Aber Sie müssen zugeben, dass
Wir können es jederzeit korrigieren, etwas anpassen, Nuancen und Probleme lösen.
Und wie soll ich die übermäßige Anwendung von Blut in der Aufführung verstehen?
Besonders wenn das Blut als das eines Opfers dargestellt wird.
Es ist kein Symbol von Blut, das im Kampf vergossen wurde.
aber von sinnloser Grausamkeit.
Von Straftat.
Und aus irgendeinem Grund wird diese Straftat direkt
mit der roten Flagge des Kommunismus identifiziert.
Genosse Korsakas, ich möchte Ihnen eine Frage stellen.
Warum wird dieses Theaterstück aufgeführt?
Wir müssen das Volk nach dem Konzept des Internationalismus erziehen, oder?
Und was ist das?
Das ist... Das ist offensichtlich Nationalismus.
Genosse Šimkus, Sie übertreiben. Übertreiben!
Ja, du musst ganz blind und taub sein, um nicht
zu verstehen, worum es in dem Theaterstück geht.
Meiner Meinung nach... das heißt, unserer Meinung nach.
Das ist eindeutig nicht das beneidenswerte Werk eines jungen, ideologisch
unreifen Künstlers, der in seiner Kreativität noch völlig unentwickelt ist
Eines Künstlers, der offensichtlich dem Einfluss von
Antisowjets und verschiedenen Dissidenten erlegen ist.
Was ist der Sinn dieses ganzen Karnevals hier?
Sie haben alles verurteilt. Im Vorgriff
Diese Künstler sind sensibel. Wir verzeihen ihm dieses Aufbrausen.
Ich kann ein paar Szenen korrigieren. Ich kann... Ich kann einige Nuancen überarbeiten.
Marius, genau das meine ich!
Sehen Sie, ich kann fühlen, dass wir einen Kompromiss erreichen werden.
Ein Kompromiss. Zur Hölle mit diesem Kompromiss.
Kompromiss, Kompromittierung, Kommunist, Komsomol...
Sie werden das Theaterstück verbieten?
- Komsorg, Kom... - Ja, Marius,
Wir werden einen Kompromiss eingehen.
Wir?
Wir.
Wir!
Wir haben dieses ganze Ding erstickt.
Wir!
Wir haben dies alles getötet. Wir haben die Wahrheit getötet.
Wir haben uns eine dumme Jagdtrophäe daraus gemacht und nennen es Wahrheit.
Wenn, in der Tat, wir jeden Tag, jede Sekunde in irgendeiner Lüge leben.
Er wird sich verbrennen, ich schwöre bei Gott.
- Ein Kompromiss! - Er wird sich verbrennen.
Ein Kompromiss!
Diese ganze Gesellschaft ist wegen dieses ganzen Kompromisses verrottet.
Wir stecken bis zum Hals in diesem Sumpf, und was hält ihn weiter?
Nein, nicht der Glaube an ein strahlendes Morgen, nicht das Zur-Kirche-Gehen,
nicht die Armee oder Staatssicherheit. Nein! Es ist die Angst jedes
anständigen Litauers, seinen verschlissenen Trog zu verlieren!
Und was ist mit uns passiert?
Uns Verrätern. Wir haben Litauen verraten.
Sie haben dafür ihr Leben hingegeben, und wir haben sie verraten.
Wir mit euch.
Zieh dich an.
Sonst frierst du.
In diese alten finsteren Gemächer ist zum ersten Mal die Liebe eingekehrt.
Geh nicht.
Marius, ich bitte dich, geh nicht fort.
Marius, ich bitte dich.
Ich hatte keine Wahl.
- Es ist meine Schuld. - Nein, nicht deine.
Ich will...
Weißt du, was sie mir gesagt haben? Sie sehen mir tief in die Augen und sagen:
„Fühlst du keine Verzweiflung, keine Sinnlosigkeit?
Denkst du nicht etwa an Selbstmord? Du bist ein
Künstler, und Ihr, Künstler, neigt immer...“
Sie drohen, sie sind feige, sie haben mehr Angst als wir.
Was wird jetzt passieren?
Ich fahre nicht, um die Taiga abzuholzen.
Nach Sibirien.
Es gibt dort ein Theater.
In die Deportation.
Sei nicht so dramatisch, viele Leute sind zurückgekommen.
Ein paar Leute.
Ich werde zurückkommen.
Das verspreche ich.
Beeilt euch, wir fahren bald.
Wolltest du mir weglaufen, ohne auf Wiedersehen zu sagen?
Ich gehe auf eine Geschäftsreise.
Warum lügst du mich an?
- Passagier, wollen Sie mit? - Ja. Bald bald bald.
Beschütze Emilia.
Welche?
Beschütze, beide, alle beide.
Was soll der Unsinn?
Lesen sie laut, damit es jeder hören kann.
Sowjetlitauen durchlebt eine Zeit wilden Kampfs der Gesellschaftsschichten.
In unserem Theater gibt es offensichtlich Aktivitäten
der bourgeois-nationalistischen Elemente,
die gegen die Durchsetzung des Sowjetsystems
in der Kultur unseres Landes gerichtet ist.
Es ist deine Schuld, du Bastard, dass das Theaterstück verboten ist.
Du hast Marius verpetzt.
Ich habe niemanden verpetzt, um Gottes willen!
Du bist ein Kommunist, oder? Du glaubst nicht an Gott.
Wo soll ich es hinstellen?
Was ist das?
Was? Das ist das Blut für euer Stück.
Marius hat gesagt, dass die Farben nicht gut sind.
Was?
Beschissenes Blut für euer beschissenes Stück.
Es gibt kein Stück mehr, die Aufführung ist verboten!
Wisst ihr was? Scheißt euch doch selbst an.
Jetzt könnt ihr nicht in Ruhe scheißen,
weil ihr Angst habt, dass jemand euch folgt.
Und, wer ist ein Verräter?
Vielleicht du, mein Schatz?
Nein?
Nein, nicht du.
Es ist ein Spiel, „finde den Verräter“.
Vielleicht du?
- Nein. - Hör auf, rumzuspielen.
Hast du damit ein Problem?
- Vielleicht bist du der Verräter? - Fahr zur Hölle.
Ich bin der Verräter.
Warum?
Es sollte so sein.
Warte, Emilia, bitte. Sag mir, dass das eine Lüge ist.
Ich bitte dich, sag mir, dass nicht du das gemacht hast.
Ich habe das geschrieben, Andrius.
Ich bitte dich, sag mir, das warst nicht du.
Bitte lüg mich an, gottverdammt. Emilie!
Ich habe das gemacht.
Nach dem Krieg schoren die Franzosen den faschistischen Huren eine Glatze.
Mädchen, geht es Ihnen gut?
Sie wurde bewusstlos gebracht. Jetzt ist sie wieder zu sich gekommen.
Wir haben auch einen Zettel mit ihrer Telefonnummer in
ihrer Tasche gefunden, deshalb habe ich...
bitte gehen wir hinein.
Du sagst, dass es Heldentum ist.
Und was für eines?
Im Wald zu verrotten?
Zu überleben?
Am Leben zu bleiben?
Häuser zu bauen, Bücher zu schreiben,
Kinder aufzuziehen.
Genug herumgelegen.
Steh auf!
Weißt du,
wie lange es dauert, ein Partisan zu sein?
Ein halbes Jahr.
Ein halbes beschissenes Jahr.
Ich habe im Bunker drei Monate gesessen.
Drei.
Und ich habe die ganze Zeit geschrieben.
Wie ein Verrückter.
Ich hatte nur drei Monate zu leben.
Drei Monate.
Jetzt sollst du alles beweisen.
Hast
du Angst?
Ich will über das Stück reden.
Ah, ja.
Es wird kein Stück sein.
Es gibt keinen Regisseur.
Und auch keine Hauptdarstellerin.
Der Theaterdirektor ist
entlassen worden.
- Das Stück ist von den Behörden verboten. - Ich bin deine Behörden!
Ich bin nicht taub,
ich sage nur, dass es kein Stück geben wird.
Hör gut zu.
Das ist ein Befehl, klar?
Ja, ganz klar.
Entschuldigung, haben sie vielleicht noch Eintrittskarten?
Ich kann nicht mehr.
Ich zähle bis drei.
Eins
Ich habe alles gemacht, alles!
- Zwei - Ich habe alle verraten
Alle, verstehst du? Was wollen sie noch von mir?
Und jetzt wirst du Volksfeind.
- Ich kann nicht. Ich bin nicht so. - Schnell!
Ich kann nicht, bitte.
Gut gemacht, Leon.
Gibt es kein Grauen, keine Angst?
Bitte. Bitte, Genosse, bitte.
Wir haben das Blut gegen das Wasser ausgetauscht.
Und, natürlich, haben wir Zweideutiges aufgehoben.
Ja, aber wie ist es mit dem Nationalismus?
Das Wort „Litauen“ wurde an jeder Stelle gestrichen.
Ein betrunkener Soldat hat das Mädchen in den Pferdestall gebracht,
wo sich seine Freunde vergnügten.
Und bis Sonnenaufgang zwangen sie sie, Wodka zu trinken,
und als die Sonne aufging, haben sie,
nacheinander, ihre Jungfräulichkeit genommen.
Die Erde hat sich mit Schuld gefüllt.
Stechäpfel, Brennnessel und Ackerdisteln sind an der Stelle des Grauens gesprossen..
Und drei Tage und Nächte hat
das Mädchen dort gelegen,
ohne Gott zu rufen. Und die Leute haben sie solange nicht gesehen...
Du wirst dich von deinen Freunden und Nächsten trennen.
Niemanden liebend und niemanden hassend, wirst
du dein Dorf oder deine Stadt verlassen,
um einen Platz für dein Grab, für den Anfang deines wahren Lebens, zu suchen.
Was macht sie denn?
Emilia.
Was wird denn jetzt passieren?
Emilia!
Ich bin hierhergekommen, um dich als meine Verlobte zu begrüßen.
Aus Übersee?
Und warum sollte das eigene Dorf ohne fremden Schmuck schlechter sein?
Ich wollte nicht sterben.
Verstehst du?
Ich wollte nicht sterben.
Ich habe... verraten...
Ich habe alle verraten. Mit diesen Händen habe ich alle getötet.
Wie fühlt es sich an, herauszufinden, dass du dein ganzes Leben lang
die Worte des Mörders vom eigenen Vater in der Nähe des Herzens getragen hast?
Du hast diese Worte tausendmal gelesen und jede Zeile berührt.
Und in Wirklichkeit hast du deine Hände in das Blut deines Vaters getaucht.
Wie fühlt sich das an? Wie? Wie?
Leon! Komm her!
Es gibt keinen Märtyrer, der kein Prophet wäre.
Es gibt nichts Verstecktes, was nicht bekannt würde.
Was macht ihr im Dunkeln, wo doch im Licht gesehen wird.
Was ihr leise in stillen Kämmerlein flüstert,
wird laut von den Dächern geschrien werden.
Ihr werdet zurückkommen.
Immer werdet ihr mit euren Gedanken und
eurem gesamten Wesen zum Ursprung zurückkommen, wo eure
Leidenschaften und eure Eitelkeit zum Leiden euer Lieben führte.
Czeslaw!
Was machen Sie da?
Es soll so sein, Jonas. Schau mal, die Leute hängen an jedem Wort.
Und? Wen macht das glücklich?
Litauen.
- Alles für Litauen - Es gibt kein Litauen.
Alle erschossen, deportiert, ertränkt in den Abwasserkanälen.
Jonas, ich flehe dich an, lass mich. Ich werde persönlich verantwortlich sein.
Hau ab...
Poesie! Es ist eine Hymne an die Helden, an die unbekannten Soldaten
die kommen, um unsere Mütter und Schwestern zu vergewaltigen,
und die nur Blut und den Samen des Satans hinterlassen
Es ist eine Hymne an Papa Cäsar, dessen
brillanter Geist uns in eine helle Zukunft führt
wo wir frei hinter Gittern sitzen, und verdorbene
Luft als den Geist der Freiheit einatmen.
Wo wir einander mit Lügen füttern und die Hymne des Gottes des Verrats,
der mit dem Blut der weißen Lämmer befleckt ist, singen.
Eine Hymne an den Gott des Verrats, der mit dem Blut der weißen Lämmer befleckt ist.
Niemand wird es verstehen.
Es ist zu kompliziert.
Sie werden verstehen.
Die Frauen werden weinen,
die Männer werden vorgeben, es kümmere sie nicht,
aber sie werden trotzdem weinen.
Litauen wird frei sein.
Dann werdet ihr fühlen, dass der Dolch, den ihr über die Köpfe
eurer Brüder gehoben habt, euer Blut infiziert hat.
Das Gift, das ihr in das Essen
hineingemischt habt, hat eure Leber gelähmt.
Ihr werdet euch als tollwütige Bestien in Stücke reißen, bis ihr
umfallen werdet, bis ihr den schrecklichen Fehler eingesehen habt.
Die Geißlein werden keinen Durchgang öffnen, um sie aufzunehmen.
Ihr findet keine Sicherheit, ihr Führer, selbst
wenn ihr hinter Mauern und Wächtern versteckt seid.
Nachdem ihr die Bindung zu euren Brüdern verloren
habt, verliert ihr die Beweglichkeit der Gelenke.
Ihr kühl werdendes Blut wird aufhören, das Gehirn zu versorgen.
Und ihr werdet verrotten vom Kopf nach unten, wie ein Fisch oder ein Staat.
Leute! Schauen Sie mal!
Die Krone... es scheint, berauscht, und sie macht einen blind.
Ich habe die Krone gehasst und sie begehrt als Rettung.
Ich will nur sehen, ob sie nicht blutig ist.
Nein, es scheint das nicht.
Und was ist da drin?
Gerechtigkeit?
Gott?
Es gibt keinen Gott, keine Gerechtigkeit.
Was gibt es denn? Rubine, Gold? Oder die Macht des Herrschens?
Ich wollte dem Tod eine Herausforderung ankündigen.
Doch habe ich geschrien, ich habe das Leben aus vollem Herzen herausgeschrien.
Sei immer frei, oh Litauen! Und sei zu allem gerecht und liebenswürdig.
Bravo! Bravo!
Emilia, Emilia.
Bitte vergib mir, ich konnte es nicht anders
machen. Ich liebe das Theater allzu sehr.
Mädchen, wo laufen Sie denn hin?
- Nach Nowosibirsk. - Vielleicht nach Sotschi?
Nein. Nach Nowosibirsk.
Das heißt nach Moskau.
In Moskau kannst du umsteigen.
Ah, die Liebe.
Durch die eiserne Kälte sind da immer diese.
Sie kommen stets einsam, rubbeln ihre Hände
am Eis bis es schmerzt, schlagen Löcher ins Eis,
dass andere sich waschen können.
Übersetzung: Inga Bartkuvienė, Hans Harry
Droessiger, Dovilė Hofmanaitė, Simona Žukauskaitė
Untertitelung: Ovidijus Žalys
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