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(Elegische Musik)
(Türklingel) (Alle) Heil Hitler!
Wir sind angekündigt. Herr General- feldmarschall erwartet uns. - Bitte.
Darf ich um die Mäntel der Herren bitten? - Nein danke.
Würden Sie uns bitte zum General- feldmarschall bringen. - Ja, sicher.
Heil Hitler! - Guten Tag.
Guten Tag, Herr Generalfeldmarschall.
Gnädige Frau. - Gnädige Frau. - Ich hoffe,
die Herren bleiben zum Essen. - Nein, danke. Es ist dienstlich.
Darf ich Sie bitten, uns allein zu lassen? - Komm.
Ich sag Bescheid, wenn wir etwas brauchen.
Aldinger, halten Sie die Normandie-Akten bereit. - Jawohl.
Darum geht es doch: Sie suchen einen Dummen, der
die Verantwortung für das Zerbrechen der Front im Westen übernimmt.
Generalfeldmarschall, Sie werden beschuldigt,
am Attentat gegen den Führer beteiligt gewesen zu sein.
Was?
(Wochenschau-Fanfare)
Der Wüstenfuchs, der Sieger von Al Agheila, der Held von Tobruk,
der Eroberer Nordafrikas.
Generalfeldmarschall Rommel inspiziert im Auftrag des Führers
den Atlantikwall. Vom Nordkap bis zu den Pyrenäen
greift das größte und modernste Befestigungssystem der Welt.
Hunderttausende kampferprobter Soldaten sind
an der westlichen Verteidigungs- front Europas angetreten,
um die erwartete Invasion des Feindes zurückzuschlagen.
Diese Soldaten mit den modernsten Waffen stehen zum Schutz Europas
Freiheit und Kultur bereit. Und dieser Mann führt sie an.
Erfahren in vielen Schlachten erwartet er ruhig
und soldatisch selbstbewusst die große Auseinandersetzung.
Wenn Rommel an der Westfront steht,
kann Deutschland ruhig schlafen.
(Lautsp.) Ende, sehr gut! Wir kommen für die Nahaufnahmen!
Egal, wenn's nur die Invasion um eine Woche verzögert!
Der Adjutant des Führers ist da. - Wir brauchen Ihre Unterstützung.
Einige hohe Offiziere, bei Stalingrad gefangen genommen, haben
in Briefen unsere Truppenführer zur Einstellung der Kämpfe aufgefordert.
Die wurden doch von Stalin selber diktiert. - Leider nicht.
Es gibt klare Beweise, dass die Briefe echt sind.
Haben Sie auch einen bekommen? - Nein. Sonst hätt ich ihn zerrissen.
Man muss dem Führer die Sicherheit geben, dass dieser Verrat
ein Einzelfall ist und ihm die Feldmarschälle treu ergeben sind.
Er weiß, dass ich das bin. - Feindliche Jäger! - Geben Sie her!
Wir sind noch nicht gesichtet. Fahren Sie in den Wald dort, Daniel!
Die haben uns entdeckt! - Setzen Sie sich besser, Herr Feldmarschall.
Gib Gas! Da sehen Sie unser Problem: Kein deutscher Jäger in Sicht.
Die Anglo-Amerikaner jagen uns wie (MG-Rattern, Explosionen)
Anhalten! Da rein! Los! Hier lang, da rein!
Da rein! Um Gottes willen, die ganzen Sachen! Scheiße!
Alles in Ordnung?
Wir bekunden namens aller Offiziere und Heeressoldaten die innerste
Verbundenheit und nie wankende Treue zu Führer und Nationalsozialismus.
Dem gemäß versprechen wir, alles zu tun,
dass jeder Soldat des Heeres ein umso fanatischerer Kämpfer
für die nationalsozialistische Zukunft unseres Volkes wird.
Berchtesgaden, den 15.3.1944
Mein Adjutant war tief beeindruckt bei Ihnen am Atlantikwall.
Ich bin gespannt auf Ihren Lagebericht.
Vor 2 Wochen südlich von Plymouth:
Der Feind bereitet offenbar eine groß angelegte Landeoperation vor.
Sicher ist: Sie sammeln mindestens 50 Divisionen an der Kanalküste.
Also nur noch eine Frage von Wochen, bis sie kommen. - Falls!
Der Feind hat schon öfter Luftlandeübungen gemacht.
Natürlich wird er im Westen landen.
Ich fiebere dieser Landung geradezu entgegen.
Was glauben Sie: Wo wird er es versuchen?
Wahrscheinlich hier bei Calais.
Oder in der Normandie. Die beiden Halbinseln bieten jeweils
hervorragende Möglichkeiten zur Ausbildung eines Brückenkopfes.
Wie wird der Feind vorgehen? - Mit schweren Bombenangriffen auf unsere
Stellungen, in der Breite mit Sturmbooten und Landungsfahrzeugen.
Mit Feuerschutz der Schiffs- artillerie und Jagdbomber.
Im Hinterland mit Luftlandetruppen. - Was gedenken Sie zu tun?
Der Feind muss schon beim Landungsversuch vernichtet werden.
Hauptkampflinie ist der Strand. - Das ist Gerede, Herr Rommel.
Wie wollen Sie über 2000 km Küstenlinie verteidigen?
Dazu fehlen uns alle Kräfte. - Doch, wenn wir jede verfügbare
Panzerdivision an die Küste verlegen. Ich zeig es Ihnen.
So wird es in spätestens 3 Monaten überall am Atlantikwall aussehen:
Hindernisse erschweren das Anlanden feindlicher Landungsboote,
Unsere Küstenbatterien beschießen sie schon in der ersten Landephase.
Wo sie fehlen, übernimmt unsere starke Panzerwaffe diese Aufgabe.
Wenn der Feind nur an einer Stelle die Verteidigungslinie durchbricht,
wird der Angloamerikaner bis Berlin durch marschieren
und unsere Panzer können nur noch hinterherfahren.
Unsere Panzer werden den Feind an jedem Landepunkt in zwei Tagen
erfasst und vernichtet haben. - Vorher hat sie der Feind
in Klump und Asche gebombt, Herr Geyr von Schweppenburg.
Mein Führer, ich bitte Sie, die Panzertruppe meinem Kommando
zu unterstellen. Nur so können wir die Invasion des Feindes verhindern.
Damit hätten wir keine strategischen Reserven mehr.
Als Oberbefehlshaber West kann ich das nicht verantworten.
Von Rundstedt, Sie haben den Ausbau des Atlantikwalls vernachlässigt,
während Rommel viel schneller mustergültig gewirkt hat.
Eine Invasion ist zu verhindern.
Denn nach der ersten gescheiterten Landung
wird es der Feind nie nochmals versuchen. Dann werden endlich
die Kräfte für die 45 dringend benötigten Divisionen im Osten frei.
Von Ihnen und Ihren Soldaten hängt der Ausgang des Krieges ab
und damit das Schicksal des Reichs und der ganzen Nation.
Ist Ihnen das bewusst, Generalfeldmarschall?
Jawohl, mein Führer. - Kannst du nicht auf Manfred warten?
Er wird enttäuscht sein, wenn er dich nicht mehr sieht.
Grüß ihn bitte. Es sind evtl. noch 6 Wochen, bis der Feind kommt.
Noch ist verdammt viel zu tun. - Du schaffst das. - Das muss ich!
Der Führer erwartet von mir die Verteidigung des ganzen Reiches.
Ich bin froh, dass er dir wieder vertraut. - Ja.
Da sind Sie ja endlich! Wir hatten früher mit ihnen gerechnet, General.
Unser Flugzeug wurde von Jägern ver- folgt. Wir mussten zweimal runter.
Ja, die Luftüberlegenheit des Feindes ist unser größtes Problem.
Hauptmann Aldinger, mein Adjutant. - Angenehm.
Kommen Sie, Speidel, ich stelle Sie meinem Stab vor.
Wie steht's im Osten? - Die russische Offensive ist nicht zu stoppen.
Die Haltebefehle des Führers sind eine Katastrophe. Sie fordern nur
unnötige Opfer und verhindern jede sinnvolle Frontverlegung.
Was meinen Sie mit damit? - Den Rückzug auf die Reichsgrenzen.
Mit so einem Feind verhandelt keiner. Wollen Sie ein 2.Versailles?
Nein. - Wir vereiteln die Invasion. Nur dann kann der Führer
in starker Position mit den Angloamerikanern verhandeln.
Meine Herren, darf ich Ihnen unseren neuen
Stabschef General Speidel vorstellen? - Freut mich.
Comtesse La Rochefoucauld, Nichte des Grafen, dem Schlossbesitzer.
Bon jour. - Comtesse, bon jour. - Sie spricht ausgezeichnet deutsch
und übersetzt für uns. - Ah! Ist das Ihr berühmter Vorfahr,
der Dichter? - Ja. - "La jeunesse est une ivresse continuelle,
c'est la fièvre de la raison." Das ist doch von ihm.
Jugend ist beständige Trunkenheit. Sie ist das Fieber der Vernunft.
Wen meinen Sie damit? Ich sehe hier nur eine Jugend: die Comtesse.
Es kam mir nur so in den Sinn. - Keine falschen Hoffnungen!
Die Comtesse weiß, was sich gehört. - Sind Sie sicher? - Etwa nicht?
Messieurs! Guten Abend! - Bon soir.
Na, da könnte man glatt zum Lump (Gelächter)
Bei uns an der Calvadosküste klafft noch immer eine Lücke von 40 km.
Wenn die Panzer ausbleiben, sehe ich schwarz, Herr Feldmarschall.
Der Führer hat mir die Verlegung zugesagt. Sie kriegen Ihre Panzer.
Wir müssen die Vorstrandhindernisse noch weiter vor ziehen, Marcks.
Die Angloamerikaner machen jetzt auch Landeübungen bei Ebbe.
Bei Ebbe? - Ja, sieht ganz so aus.
Aber wir machen ihnen den Weg zum Strand lang. - Wie? Ich brauche
frische Soldaten für den Kampf und keine ausgemergelten Baubataillone.
Marcks! Ihre Männer sind zu ausge- ruht nach 3 Jahren Strandurlaub!
Dr.Speidel war in der Schlacht bei Tscherkassy und beklagt sich nicht.
Ich hab mein Bein im Osten verloren. Ihr Programm braucht,
bis es steht, minimal ein Jahr. Wer Ihnen was anderes erzählt,
verschweigt die Realität, hat keine Ahnung. - Was bilden Sie sich ein!
Ich bin hier auf Führerbefehl. Der lautet: Verhindern Sie die Landung.
Davon lass ich mich von einem Mies- macher und Faulpelz nicht abbringen!
Und jetzt machen Sie sich endlich an die Arbeit. - Zu Befehl.
Das war wohl ein bisschen grob.
Aber sonst passiert hier nichts, glauben Sie mir.
Marcks, warten Sie! - Er weiß genau, dass Marcks recht hat.
Ihre Männer waren fleißig. Vor 8 Wochen war's hier leer. Tut mir leid
Hier hat sich viel verändert, Hans. Die Pariser Juden wurden fast alle
in den Osten gebracht. Aus Drancy gehen immer noch Transporte ab.
Heil Hitler! Jetzt jagt die SS
sogar jüdische Kinder, die in Heimen versteckt wurden.
Die neueste Idee der hiesigen SS:
Seit der Feind die Pariser Verschie- bebahnhöfe bombardiert, springen
immer wieder die Waggontüren auf. Damit die Juden nicht mehr fliehen,
werden sie jetzt nackt transportiert. (Türklopfen.)
Ja bitte!
Oberstleutnant Hofacker, ein Vetter des Grafen Stauffenberg.
Herr General! - Freut mich.
Berlin will endlich handeln. Deshalb hat man mich gebeten,
Sie ins Vertrauen zu ziehen. Es geht um Rommel.
Rommel? - Glauben Sie, ihn für die Umsturzpläne gewinnen zu können?
Er tut hier alles, um die Invasion unbedingt zu verhindern.
Überzeugen Sie ihn. Mit Rommel haben wir die Unterstützung der Front.
Und die des Volkes. Er ist der populärste General im Reich.
Es ist ein verdammt weiter Weg vom Günstling des Führers
zur Gallionsfigur des Umsturzes.
Aber der einzige, den wir sehen. Ich muss ihn treffen.
Möglichst so, dass die Gestapo keinen Wind kriegt.
Können Sie das einrichten?
(Motorenlärm und Musik)
General Guderian kommt direkt aus dem Führerhauptquartier, Rommel.
Er soll in der Panzerfrage entscheiden.
Seit wann tut das nicht mehr der Führer? - Er hat mich um Inspektion
Ihrer Panzertruppen und um eine Empfehlung gebeten. Bin gespannt.
Da gehört Ihre 2.Division hin, Herr Geyr. Sie steht aber noch hier!
Der Gegner kann längst innerhalb von 10 Min. 3 Luftlandedivisionen
mit zahlreichen Panzerabwehrkanonen absetzen. - Daher nützen Panzer
an der Küste nichts, wenn der Feind dahinter landet.
Der Feind wird Ihren Panzern den Weg zur Küste verriegeln
und in aller Ruhe seinen Brückenkopf einrichten.
Und wie wollen Sie unsere Panzer vor
der feindlichen Schiffsartillerie schützen? - Ich lasse sie eingraben.
So? - Ja. - Ich dachte immer, die Stärke der Panzertruppen besteht
in der Verbindung von Panzerung, Feuerkraft und Bewegung.
Beim Frankreich-Feldzug konnte es Ihnen doch nicht schnell genug gehen
mit Ihrer Gespensterdivision. (Heiterkeit)
Der Führer hat meinen Plänen ausdrücklich zugestimmt.
Er behält sich eine Entscheidung ausdrücklich vor. Bis dahin
bleiben die Panzerdivisionen dem Oberbefehlshaber West unterstellt.
Ja, dann können wir das Ganze hier beenden.
In Afrika lief's schlecht für ihn. Nun will er unbedingt hier was sein.
Bringen Sie ihn zur Vernunft, Dr.Speidel.
Er kann den Ansturm so nicht vereiteln.
Ich glaube, der Feldmarschall weiß, was er tut.
Glauben Sie? Im Grunde war er immer nur ein guter Divisionskommandeur.
(Stimme) Rühren!
So ist das beim Führer:
Wer als letzter die Türklinke in der Hand hatte, bekommt Recht.
Kommen Sie, Speidel, gehen wir noch ein paar Schritte! Rundstedt,
alt und müde, hat längst vor den (Bellen)
Guderian wurde zum bedingungslosen Ja-Sager. - Seien Sie konsequent:
Nehmen Sie die Sache selber in die Hand. - Was meinen Sie jetzt?
(Stimmen) Fordern Sie im Westen den Oberbefehl ein. Stellen Sie Hitler
ein Ultimatum. Sie sind der beliebteste Soldat im Reich.
Ich soll ihm die Pistole auf die Brust setzen?
Um die Invasion zu verhindern.
Das bewirkt bei ihm das Gegenteil!
Wenn Sie abtreten, begreift auch das Volk: Der Krieg ist verloren.
Seien Sie still. Ich will Sie noch länger als Stabschef behalten.
(Stimmen) Großzügig, dass Sie die Familie hier weiter wohnen lassen.
Sie meinen leichtsinnig. Aber der Adel fürchtet mehr die Bolschewiki.
Der Graf ist ein glühender Verehrer des Führers.
Sein Sohn da ist so alt wie unser Manfred. Er ist Flakhelfer in Ulm.
Neulich hatte er die Idee, er wolle zur Waffen-SS.
Das hab ich ihm verboten.
Jetzt wundern Sie sich sicher. Aber:
Ich habe furchtbare Geschichten gehört von Massenerschießungen,
Abschlachtungen der Juden in den besetzten Gebieten.
Können Sie das bestätigen? - Es passiert auch hier.
Über die Pariser Bahnhöfe werden noch immer Juden deportiert.
Die SS lässt landesweit in Heimen nach jüdischen Kindern suchen.
Woher wissen Sie das?
In der Pariser Militärverwaltung wollen das einige nicht hinnehmen.
(Knall, Baby schreit.)
Na Bürschle, an Blitz und Donner musst du dich als Soldat gewöhnen.
Manfred hat bei sowas auch immer geschrien.
Na, Stülpnagel, der Speidel hat mich doch nicht hierher gelockt,
um einen Säugling zu beruhigen, oder? - Nein, Herr Feldmarschall.
Im äußersten Notfall muss man Hitler eben zwingen einzulenken,
Was soll das heißen: zwingen?
Ihn verhaften, vor ein ziviles Gericht stellen, ihn für die
Verbrechen aburteilen, die er namens des deutschen Volks begangen hat!
Herr von Stülpnagel, Sie schlagen mir einen Militärputsch vor!
Glauben Sie, auch nur ein führender General ist dazu bereit?
Im Reich steht nunmehr ein Kreis hervorragender Männer zur Verfügung.
Es gab auch schon früher Umsturzplanungen.
Einige wollten ihr Leben einsetzen, um das Reich von Hitler zu befreien.
Ihr Leben einsetzen? Sie meinen ein Attentat?
Nicht, wenn es sich vermeiden lässt.
Wissen die da alle Bescheid?
Die Details kennt nur Berlin. - Sie verlangen von mir Hochverrat!
Hitler hat Deutschland längst verraten. Ohne raschen Frieden
mit Briten und Amerikanern stehen die Russen im Herbst in Berlin.
Auch Sie haben einen Eid geschworen. Vergessen Sie das nicht!
Jetzt rennt er zum Führer.
(Musik)
Seit wann wissen Sie von diesen Plänen? - Seit einiger Zeit schon.
Sie wissen, was der Soldaten-Gehorsam von mir verlangt!
Tun Sie, was Sie tun müssen.
(Motor brummt.)
Verflucht nochmal!
Geben Sie her. Das kann man noch reparieren.
(leise) Hence!
Go!
(Rattern)
Achtung, ich glaube, sie kommen! Sie kommen! Loslassen!
(Einzelne Schüsse)
Speidel, verdammt noch mal! Was ist los? Sind die Engländer gelandet?
Bei Calais wurde ein Kommando- unternehmen der Briten vereitelt.
An der Kanalküste? - Ja. Ein Offizier wurde gefangen genommen.
Bringen Sie ihn. - Er wurde der Gestapo übergeben. - In Paris?
Sie kennen ja die Befehlslage! (Schlag)
(Aufschlagen)
Sein Kommando wollte die Küstenbatterie sprengen.
Herr Gruppenführer, wir nehmen ihn mit. - Was? - Rommel will ihn sehen.
Sie kennen doch den Kommandobefehl, Oberst. Der Mann ist sofort zu
liquidieren, sobald er ausgesagt hat. - Das hat er wohl noch nicht.
12 Stunden hier, wird er Ihnen Termin und Ort der Invasion nennen.
Zweifellos. Aber auch wir haben Mittel.
Die verraten Sie mir sicher mal. - Gern. Ab!
(Motorlärm)
Achtung.
Der englische Leutnant! - Nehmen Sie ihm die Handfesseln ab.
Wie geht es meinem Freund Montgo- mery? Übersetzen Sie Tempelhoff!
Ich glaube, er versteht Sie ausgezeichnet.
Man hört, ihr wollt jetzt kämpfen? - Und das in Afrika? - War Geplänkel
gegen das, was uns jetzt erwartet. Wollen Sie sich setzen?
Wissen Sie, Herr Leutnant, wir haben doch nun denselben Feind.
Und der steht in Russland.
Warum kämpfen wir nicht zusammen? - Das könnte schwierig werden.
Wir finden manches sehr abstoßend, was die Deutschen tun.
Was meinen Sie? - Die Art, wie Sie mit den Juden umgehen.
Das ist Politik. Als Soldaten haben wir mit Politik nichts zu tun.
Wenn Ihr Führer ganze Völker vernichtet, ist das für Sie Politik?
Wir könnten das ändern. - Dafür ist es zu spät.
(Motoren, Musik)
Comtesse? - Was passiert mit ihm?
Er wird in ein Gefangenenlager für britische Offiziere gebracht.
Und der Kommandobefehl? - Woher wissen Sie davon? - Man hört viel.
Keine Angst, ihm wird nichts geschehen. Ich garantiere für ihn.
Aber können Sie das? - Natürlich. Ich bin hier der Oberbefehlshaber.
Es gibt viele Oberbefehlshaber in Frankreich. Und es gibt die SS.
Comtesse! Einen Moment.
Könnten Sie mir solche in Paris besorgen für meine Frau?
Sie hat in 2 Wochen Geburtstag. - Sie haben einen guten Geschmack.
Ihr Onkel hofft, dass wir den Feind zurückschlagen können.
Und Sie?
Für wen sind Sie? - Wir sind sowieso verloren.
Im Hinblick auf unsere starken Sperranlagen,
auf den hervorragenden Geist unserer Truppe,
auf die neue Bewaffnung und die Kampfmittel,
können wir den kommenden Ereignissen mit größter Ruhe entgegen sehen.
Es wird bestimmt gut gehen.
Ich glaube nicht,
dass der Engländer wiederkommt, wenn er's hier versucht hat.
War das so in Ordnung?
Ausgezeichnet. Sehr überzeugend. - Gut, wenn Sie meinen.
Bei Calais wurde ein britisches Kommando gestellt. Glauben Sie jetzt,
dass die Invasion da oben stattfindet? - Merken Sie sich, Marcks:
Die Engländer kommen immer da, wo niemand rechnet. - Also bei mir.
Am Sonntag gehen sie noch in die Kirche, am Montag an Bord
und sind am Dienstag hier in der Normandie. - Wie kommen Sie darauf?
Am Dienstag habe ich Geburtstag. - Meine Frau auch. - Sehen Sie!
Vom OKW. Generaloberst Jodl.
Scheiße! - Schlechte Nachrichten?
Der Führer hat mir nur 3 Panzer- divisionen unterstellen lassen.
Der Rest bleibt Führerreserve. Beim Angriff kann ich sie anfordern.
Schriftlich per Antrag, wenn der Feind landet?
Ich muss zu Hitler. Er kennt die Lage nicht, wird falsch informiert
von diesen Verbrechern um ihn. - Glauben Sie das wirklich?
Ihre Freunde sehen das anders. Aber soll ich dem Chaos weiter zusehen?
Ich möchte hier nicht als Feldherr in die Historie eingehen,
der seine Soldaten sehenden Auges zur Schlachtbank geführt hat.
Es gibt andere Optionen. - An die glaub ich nicht.
Bitte das Führerhauptquartier, der Adjutant des Führers! Ich warte.
Gefallen Ihnen die Schuhe? Ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau.
Sehr elegant. Sie wird sich sicher darüber freuen.
Der Wetterdienst meldet bis 10.6. Sturm und geschlossene Wolkendecke.
Sie können also beruhigt fahren.
Gute Fahrt! - Halten Sie den Laden in Ordnung, Speidel.
Monsieur le Comte! Pour votre femme.
Für Ihre Frau zum Geburtstag. - Ah, merci!
Au revoir. - Au revoir. Au revoir. - Au revoir.
(Hitler)...Invasion wird dem Gegner
eine vernichtende Niederlage...
(Elegische Musik) (Türschlag)
(Lucie) Da bist du ja endlich, Manfred!
Guten Tag, Vater. - Tag, mein Sohn. Die Uniform steht dir gut!
Darf ich sie trotzdem ausziehen? - Er muss heute Abend schon zurück.
Er wollte sich nicht freigeben lassen. Sehr gut. Bin stolz auf dich.
Geh schon hoch. Wir sehen uns ja gleich.
Es plagt ihn, dass du gegen seinen Eintritt in die Waffen-SS warst.
Ich bin noch immer gleicher Meinung. - Wie schön, dass du kommen konntest.
Ich muss zum Führer. Es läuft nicht alles zum Guten in Frankreich.
Setz dich doch. Du bist so ungemütlich.
Erinnerst du dich an das, was Strölin uns neulich erzählt hat?
Dass sie die Juden vergasen, im Osten. - Hör bitte auf.
Strölin ist Nazi und Stuttgarter Oberbürgermeister.
Auch er hat die Juden in den Osten geschickt. Warum erzählt er sowas?
Es stimmt, Lucie. Es passiert sogar in Frankreich, vor meinen Augen.
Ich dachte immer: Das sind Einzelfälle.
Aber die da oben sind nicht sauber.
Wen meinst du mit "Die da oben"?
Du weißt, wo wir hier leben, was hier früher war.
Ja. Ein jüdisches Landschulheim.
Wir müssten also hier ausziehen, wenn das nicht sauber wäre.
Lass dir doch sowas nicht einreden.
Solange wir Nr.1 vom Mikro nicht fernhalten,
wirft er die Massen in 5 Minuten um.
(Klopfen) Sie müssen auch am Mikrofon stärker als Hitler sein.
Diese Kraft wächst uns auch durch Attentate nicht zu.
(Anklopfen)
Was gibt's, Herr Oberstleutnant? - Der Radioüberwacher der 15.Armee
hat jetzt auch noch die 2.Hälfte des Tarnspruchs abgefangen.
Von Salmuth hält seine Armee im Pas de Calais in Alarmbereitschaft.
Soll ich die 7. alarmieren? - Rufen Sie Rundstedts Stab an.
Das sollen die Herren dort entscheiden. - Gut.
Es geht also los. Vermutlich nur die (Geschützdonner)
(Marcks) Da sind sie. Ich hab's gewusst!
Melden Sie Rommels Stab: Es geht los.
(Zischen und Rattern)
Wie sieht's im Pas de Calais aus?
Da gab es wohl auch Landungen, mit Lastenseglern hier und hier.
Zwei Gefangene sagten, dass da noch weitere Landungen folgen.
Wir könnten die 21. in die Normandie schicken.
Deren Kommandeur meldet sich nicht.
Er ist mit seinem 1A nach Paris. - Was? - General Speidel, Telefon!
Ja? Verstanden. Sehr gut! Danke.
Und herzlichen Glückwunsch, Herr General. Das war Marcks.
Der Engländer greift mit Strohpuppen an. Er glaubt aber,
die Situation mit eigenen Kräften bereinigen zu können.
(Lachen) Was machen wir jetzt!
Na, was wohl? Ins Bett gehen!
(Gesang) Hoch soll er leben, hoch soll er leben, dreimal hoch!
Er lebe hoch, er lebe hoch! (Geschützdonner)
Britische Schiffsartillerie. Ein Geburtstagsgruß von Churchill.
(Anhaltender Lärm, dramatische Musik)
(Vogelzwitschern, Klingel.)
Das Oberkommando hat mich beauf- tragt, diese Blumen für Frau Rommel
abzugeben. Mit den besten Wünschen vom Führer. - Danke schön.
(Telefon)
Versorgen Sie den gut, Karolina. Der ist vom Führer. - Sehr wohl.
Sie werden am Telefon verlangt. - Wohl vom Führerhauptquartier.
Ja? Speidel, was gibt's? Sie sind gelandet? Wo?
Wie weit ist unser Gegenangriff?
Lassen Sie die Division sofort angreifen. Sofort zum Einsatz!
Tut mir leid. - Geht halt nur so. Nun hat wenigstens das Warten ein Ende.
Ja.
Mach's gut. Pass gut auf meinen Sohn auf.
(Motorstart, Musik)
Sie passen nicht, Karolina.
Schön, Sie wohlbehalten hier zu sehen.
Haben Sie bessere Nachrichten als am Telefon. - Leider nein.
Der Feind hat an mehreren Lande- köpfen wohl schon 150 000 Mann
und schweres Gerät abgesetzt. Er beherrscht ein Gebiet von 130 qkm.
Die 6. britische Luftlandedivision hat im Raum Caen
die Brücken über die Orne besetzt. Ein Teil davon hat unsere Batterie
bei Merville zerstört, unter schweren Verlusten. - Ist das alles?
Unsere Informationen sind äußerst dürftig. Unser Funk wird gestört.
Saboteure haben Anschläge auf unsere Telefon- und Nachschublinien verübt.
Mit einem zweiten Großunternehmen muss gerechnet werden.
Bei Dover haben sie offenbar schon die Küste vernebelt.
Sagen Sie es doch gerade heraus, Speidel. - Was? - Sie haben versagt!
Die Herren Generalfeldmarschälle Rundstedt und Rommel, mein Führer.
Danke, meine Herren, dass Sie kommen konnten. Bitte.
Ich bin fassungslos über das Versagen Ihrer Kommandeure.
Die Wehrmacht in Unterhosen im Bett überrascht!
Das sagt schon alles über den Zustand Ihrer Soldaten.
Das ist eine Falschmeldung des Feindes, mein Führer!
Egal! Trotz Ihrer Zusagen haben Sie die Feindlandung nicht verhindert!
Mein Führer, die Truppe kämpft aufopferungsvoll.
Die Landung gelang nur, weil Luftwaffe und Marine versagt haben.
Beim Heer haben Führung und Truppe Übermenschliches geleistet.
Aber die Luftherrschaft des Feindes und das ungehinderte Operieren
seiner Marine macht ein geordnetes Vorgehen gegen ihn schier unmöglich.
Bedauerlich, dass sich noch keiner im OKW ein Bild von der
tatsächlichen Lage an der Front gemacht hat.
Stattdessen wird der Feind-Propaganda geglaubt.
Entscheidend ist, Cherbourg samt Hafen zu halten.
Sonst bekommt er den Schlüssel zur Normandie und zu ganz Frankreich.
Wir können nur Cherbourg halten oder den Durchbruch verhindern.
Für beides reichen unsere Kräfte nicht aus.
Sind Sie gleicher Ansicht, von Rundstedt?
Zumindest sollten wir die starre Verteidigung der Halbinsel aufgeben
und zu einem geordneten Rückzug zum Hafen
und in die Festung Cherbourg übergehen. Auch in
Caen an der Orne wäre Ausweichen... - Kein Ausweichen und Operieren!
(brüllt) Hier gilt es zu stehen, zu halten und zu sterben.
Bestimmen Sie einen besonders fähigen Kommandanten für Cherbourg.
Zeigen Sie mal die verheerende Wirkung unserer Vergeltungswaffen.
Sehr wohl.
Seit gestern werden laufend unsere V1-Fernwirkungswaffen gegen
London abgefeuert, ausgestattet mit Sprengköpfen von einer Tonne.
Es gab viele sichere Treffer. Unsere Agenten berichten:
Die englische Zivilbevölkerung ist am Boden und begehrt gegen
Churchill und seine Regierung auf.
Ein feindlicher Bomberverband nähert sich unserem Luftraum.
Mein Führer, es wäre besser, wenn wir in den Luftschutzraum gehen.
Was wird jetzt? - Ich sehe black.
Wir müssen ihm glasklar sagen, dass die Lage aussichtslos ist.
Nur zu. Auf Sie hört er. - Sie sind der Oberbefehlshaber West.
Ich kann nur noch Truppen von links nach rechts verlagern.
Mein Führer. Sie wissen, ich bin ihr treuester Diener.
Darf ich? - Bitte, nehmen Sie Platz.
Glauben Sie nicht, dass es an der Zeit ist,
über andere Lösungen nachzudenken?
Was meinen Sie? - Zu verhandeln.
Mit mir verhandelt keiner mehr.
Der Feind hat die Vernichtung Deutschlands beschlossen.
Es kommt jetzt auf den fanatischen Widerstand jedes Einzelnen an.
Sind Sie dazu bereit?
Sind Sie dazu bereit, Rommel.
Ja.
Wo Wissen und Können ihre menschliche Begrenzung finden
und die Intuition beginnt, jenes übersinnliche Wahrnehmungsvermögen,
ein Kind von Eingebung und Erkenntnis,
liegt erst das Führertum des Feldherrn. Rommel besitzt es.
(Lachen) Wie ich sehe, amüsiert man sich.
Herr Generalfeldmarschall. - General Speidel. - Bitte.
Der Führer befiehlt, Cherbourg zu halten,
auch die Stellungen westlich der Orne. Tun Sie das Erforderliche.
Ist dem General Marcks ein Entlastungsangriff möglich?
Er ist bei einem Luftschlag des Feindes gefallen.
Wollen Sie die kompletten Verlustzahlen des Tages haben?
Nein, nicht nötig.
Meine Herren!
Lassen Sie vorrücken.
Nehmen Sie von da oben aus die Straße nach Bayeux unter Beschuss.
Viel Glück, Herr Oberleutnant. - Danke, Herr Generalfeldmarschall.
Vorwärts, Männer! Heizt den Tommys ordentlich ein!
(Alle) Jawohl, Herr Genmeralfeldmarschall!
Viel Glück, Männer! - Danke, Herr Generalfeldmarschall.
(Geschützdonner)
Zurück, Daniel! - Es ist Wahnsinn. - Wir müssen hier weg!
Los, fahren wir. Fahr!
(Rommels Dackel bellt.)
Wer ist da?
Kommen Sie raus, hallo! - Guten Tag!
Entschuldigung, ich wollte Sie nicht erschrecken.
Comtesse, was machen Sie denn hier? (Dackel bellt) Ruhig, Elbo!
Ein schöner Platz. Ich bin oft da. - Man könnte Sie für eine Partisanin
oder eine englische Agentin halten. - Vielleicht bin ich's ja.
Dann muss ich ja achtgeben! Für die Briten wär ich die Trophäe.
Ja. Der Wüstenfuchs. - Das ist lange her. Das war einmal.
Jetzt bin ich nur noch der, der die Invasion nicht verhindern konnte.
Bedauern Sie das? - Ich bin Soldat, Comtesse. Vergessen Sie das nicht.
Ich sage meinen Leuten Bescheid, dass Sie hier rumstrolchen. - Danke.
Liebste Lu, mir geht es so weit gut.
Ich darf den Mut nicht fallen lassen, auch wenn nun viele
Hoffnungen begraben werden müssen. (Klopfen) Ja?
Der Russe ist bei der Heeresgruppe Mitte durchgebrochen.
7 deutsche Divisionen sind einge- kesselt. Die Front ist in Auflösung.
Das war's dann wohl im Osten.
Ich wäre froh, wenn die nächste Woche schon vorüber wäre, Speidel.
Hier hab ich noch etwas.
Wo ist das? - Oradour, ein kleiner Ort bei Limoges.
Soldaten der 2. SS-Panzer- division haben ihn total zerstört,
alle Bewohner getötet, darunter 450 Frauen und Kinder.
Als Vergeltung für einen entführten Sturmbannführer. - Woher ist das?
Von unserer Militärverwaltung. Stülpnagel hat schon protestiert.
Aber Hitler hat ein Verfahren gegen den verantwortlichen
Obersturmbannführer untersagt. - Wirklich?
Gut Nacht.
(leise) Gut Nacht.
(Daniel) Arme Schweine. - Ja. - Meine Mutter sagte, ich soll dem Herrgott
danken, dass ich bei Ihnen gelandet bin. - Wieso?
Weil mir bei Ihnen nichts passieren kann. (Düstere Musik)
(Tischtennis-Klacken)
Ja! (Lachen)
Herr Feldmarschall, Oberst Finckh,
der neue Generalquartiermeister, ist aus Paris gekommen.
Er will sich Ihnen vorstellen. - Gut, ich komme gleich.
Herr Feldmarschall. - Was gibt's? - Der Führer bittet Sie,
die Möglichkeit eines Entlastungsangriffs für Cherbourg
im Rücken der Amerikaner prüfen.
Was? - Er will einen neuen Vorstoß der 7. Armee am Westflügel.
Sagen Sie ihm: Wir haben notdürftig die Verteidigungslinien in der
Westnormandie zusammengeflickt. Die Front ist zum Angriff ungeeignet.
Mich hat heute der Bruder von Marcks angerufen. Er wollte
minutengenau wissen, wann der General am 12.Juni gefallen ist.
Warum das? - Um 11 Uhr an dem Tag ist in der Wohnung
des Bruders ein Bild des Generals von der Wand gefallen. - Ja, und?
Um 10.45 Uhr getroffen, ist er Punkt 11 gestorben. Unglaublich, nicht?
Glauben Sie an Wunder? - Nur Hitler tut's bezüglich des Kriegsverlaufs.
(äfft) "Sprechen Sie nicht vom Landekopf. Sprechen Sie vom letzten
Stück Frankreich, das der Gegner (Lachen)
In 3 Tagen wird Cherbourg fallen, in 4 Wochen wird der Feind
ungehindert Richtung Reichsgrenze stürmen. Wir können nur beten,
dass Engländer und Amerikaner schneller sind als die Russen.
Im Reich schätzen nicht nur Sie die Lage so ein.
Ich glaube, jeder hier schätzt sie so ein. Nicht wahr, Dr.Speidel?
Hitler ist in einer Art Rausch nicht mehr fähig, Folgerungen
zu ziehen, Entscheidungen zu fällen. Immer nur zu sagen:
Halten bis zum letzten Mann! Das ist eine Katastrophe.
Einen Angriff auf Cherbourg zu befehlen, ist idiotisch.
Sie sind der einzig geeignete Mann in Deutschland. - Wofür geeignet?
Den Krieg zu beenden. - Den führen andere, Herr Oberst!
Dann muss man die erschießen, wenn nicht anders möglich.
Mein Gott, Speidel, Sie sind ja ein rauer Krieger!
Kampf um Stadt und Hafen Cherbourg haben den Gegner, der am Sonntag
den Großteil der Stadt eingenommen hat... Einzelne Werke, Stützpunkte
und Küstenbatterien.. Die Zahl der Fliegerangriffe.. erhöht.
Noch immer herrscht in den Straßen ein sehr blutiger Straßenkampf.
Funkspruch General von Schlieben:
Letzter Kampf um Cherbourg. Gegner greift mit Panzern an.
Wo bleibt Luftunterstützung? - Funken Sie zurück:
Eigene Luftunterstützung durchdrang feindliche Jagdsperre nicht.
Gemäß Führerbefehl bis zur letzten Patrone kämpfen! Gott mit Ihnen!
Der Führerbefehl lautet: "bis zum letzten Mann".
Wollen Sie den wirklich unterlaufen? - Wo ist der Unterschied?
Letzte Patrone heißt Kapitulation, nicht Untergang.
Ich hoffe, der General versteht das genauso.
(Goebbels) In Cherbourg hat die Deutsche Wehrmacht
ein Blatt in die deutsche Heldengeschichte eingefügt.
Es hat in den großen Bunkern Übernachtungen gegeben.
Sie haben sich einzementiert und nur noch hinter Schießscharten
ausgehalten und bis zur letzten Patrone auf den Feind geschossen.
Wenn eine Nation im 5.Jahr des Krieges zu solchen Taten...
Are you sure that he is going to Germany?
Yes, Hitler ordered him to Obersalzberg.
How is it that you are so well informed, Comtesse?
I do my job. You should do yours. - Sure you want me to do that?
Thank you.
Die im Führer-Hauptquartier werden einen Schuldigen für den Fall
Cherbourgs suchen. Also Sie oder ich? - Ich werde dem Führer
klarmachen: Der Krieg muss beendet werden. Alle Welt ist gegen uns.
Was erwarten Sie von mir? - Dass Sie mich mit Ihrer Meinung unterstützen.
Sie haben recht. Springen wir beide über die Klinge.
Er wird wieder einknicken. Sie werden sehen.
6 Uhr. Man lässt uns warten.
Herr von Kluge! Sie hier? Sie sind von Ihrem Unfall gut genesen.
Das freut mich.
Der Führer hat mich um meine Lage- Einschätzung im Osten gebeten.
Entschuldigen Sie mich. Das Flugzeug nach Berlin wartet.
Bitte, tragen Sie vor!
Mein Führer, ich stehe hier als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe
Berta. Ich kann heute wohl letztmals verantwortlich vor dem deutschen
Volk Ihnen die Lage im Westen vortragen. Ich bitte, mit der
Beurteilung der politischen Lage beginnen zu dürfen.
Sie haben sich nur zur militärische Lage zu äußern!
Diese und meine Verantwortung für Deutschland fordern von mir,
zur Gesamtlage Stellung zu nehmen.
Sie haben sich hier auf die militärische zu beschränken!
Ich bin enttäuscht von Ihnen!
Trotz meiner Aufforderungen waren Sie zu keinem Gegenangriff auf der
Halbinsel Cotentin fähig. Cherbourg hätte nie fallen dürfen.
Es siegt immer der mit den besten Nachschubwegen.
Die Montgomerys waren weit gefährdeter als Ihre.
Den Vorteil haben Sie durch Ihr Abwarten endgültig verspielt.
Jetzt gilt es, die Engländer in Caen zu binden, sie dort anzugreifen,
und den Feind in der Normandie auszubluten.
Herr Reichsminister, fragen Sie doch die Oberstgruppenführer
Hausser oder Dietrich!
Sie wissen doch so gut wie ich, wie aussichtslos die Lage ist!
Mein Führer, ich kann hier nicht wegfahren, ohne mit Ihnen über
Deutschland gesprochen zu haben. Können wir unter 4 Augen sprechen?
Ich glaube, Sie verlassen jetzt besser den Raum.
(Elegische Musik)
Herr Rommel, machen wir Halt bei Ihnen daheim in Herrlingen?
...keinen Fußbreit Boden aufgeben und
wenn wir ihn aufgeben, sofort wieder vorstoßen.
Wir sind glücklich, seit gestern zu wissen:
Unser Generaloberst Rommel... (Jubel und Applaus)
Herr Generalfeldmarschall! (zweimal)
Machen wir Halt bei Ihnen daheim in Herrlingen?
Sehe ich dich wieder?
Pass auf deine Mutter auf, Manfred.
Und, Speidel? - Noch hält die Front. - Noch!
(Elbo bellt.)
Ich mache mir keine Illusionen, Speidel.
Der Nächste bin ich. - Und Rundstedt?
Wie immer wachsweich. Er wird die Weisungen des Führungsstabs
umsetzen, so saudumm sie auch sein mögen.
Die Fakten sind eindeutig. - Die interessieren Hitler nicht.
Er hat alles bezweifelt: die Luftüberlegenheit des Feindes,
die Wirkung seiner Schiffsartillerie und unsere Nachschubprobleme.
Uns glauben sie nicht. Aber wir sollen ihnen glauben.
Ich sage nur V1! - Herr Feldmarschall, legen Sie das Kommando nieder!
Das wird Wirkung bei den Menschen erzielen.
Sie sind immer noch der beliebteste Soldat im Land.
Das werden die da oben nicht zulassen!
Wahrscheinlich erwarten sie von mir den Heldentod an der Front.
Da kann man ja auch nachhelfen.
Meine Familie ist darauf vorbereitet.
(Elbo bellt.)
Um den müssten Sie sich dann kümmern. Das ist ein Soldatenhund.
Aus dem wird kein Zivilist mehr. (Telefon) Das werden sie sein.
Rommel? Ja.
Mhm. Verstehe. Danke, dass Sie mich informiert haben.
Rundstedt bekommt das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Dann soll er
um seine Ablösung bitten. - Und Sie? - Ich bleibe.
Als Rundstedts Nachfolger? - Nein. Kluge wird Oberbefehlshaber West.
Wie geht's, Speidel. Gut, und Ihnen? - Danke, es geht.
Hier bindet die Wucht der Briten Kräfte, die Stellung zu halten,
die wir hier dringend gegen den Durchbruch der Amerikaner benötigen.
Caen und der Brückenkopf werden nicht geräumt. Nicht ein Fußbreit
wird kampflos aufgegeben. Die Befehle des Führers sind eindeutig.
Sein saudummer Haltebefehl führt, wie so oft, in die Katastrophe.
Ab jetzt müssen auch Sie, wie alle anderen, die Befehle ausführen.
Wie meinen Sie das? - Bisher haben Sie sich regelmäßig den Ansichten
Ihrer Vorgesetzten entzogen, indem Sie zum Führer gelaufen sind.
Bitte lassen Sie mich einen Moment mit dem Feldmarschall allein.
Sie scheinen zu vergessen, dass ein Feldmarschall vor Ihnen steht!
Rommel, ich verlange alle Lage- berichte Ihrer Front-Kommandeure
und eine Statistik der Geschützdaten der feindlichen Schiffsartillerie.
Fahren Sie an die Front! Dann sehen Sie Wirkung dieser Schiffartillerie.
Man merkt: Sie haben bisher höchstens eine Division geführt.
(ruhig) Und Sie haben noch nicht gegen die Engländer gekämpft.
Alle schweren Waffen, Panzer und Artillerie als 3. Verteidigungsring
außerhalb der Reichweite der Feind-Schiffsartillerie!
Die Artillerie hier auf die Anhöhen über Cagny und Emieville!
Dahinter die Panzer in Festposition, um den Feind zu beschäftigen.
Wie lange? - Bestenfalls 3 Wochen. Dann kommt der Durchbruch.
Wir haben also etwa 3 Wochen Zeit. - Wozu?
Um nach anderen Lösungen zu suchen.
Herr Rommel! - Was denn noch? Ich bin hundemüde. - Sie erinnern sich an
Oberstleutnant von Hofacker im Stab Stülpnagel? - Ja.
Er würde gern mit Ihnen sprechen. Morgen, wenn es geht. - Worüber?
Ich komme im Auftrag meines Vetters Graf Stauffenberg. Er wurde ja vor
wenigen Tagen Stabschef beim Ersatzheer bei Generaloberst Fromm.
Hat er sich von seiner Verwundung erholt? - So weit es geht.
Er bittet Sie um eine Einschätzung der Kriegslage im Westen.
Die dürfte auch beim Ersatzheer bekannt sein.
Wie lange noch? - 3 Wochen, höchstens 6, wenn kein Wunder geschieht.
Sie meinen, der Krieg ist verloren?
Was wollen Sie wirklich von mir, Herr von Hofacker?
Würden Sie sich für Deutschland verwenden? - Das tue ich ja schon jetzt!
Für ein anderes Deutschland, unter einer anderen Regierung?
Hände hoch!
Halt, stehenbleiben! - Hände hoch, keine Bewegung!
(Fanfare der Wochenschau)
Panzer nach vorn!
In der fruchtbaren Landschaft Nor- mandie hält der Tod blutige Ernte.
Deutsche Panzermunition durch- schlägt auch den härtesten Stahl.
Im Raum von Caen und Bayeux tobt ein schwerer Kampf,
der entscheidende Kampf um Europa... (Türklopfen)
Der Herr Generalfeldmarschall Rommel, Herr Generalfeldmarschall.
Ich habe Ihren Lagebericht gelesen, Herr Feldmarschall. - Und?
Nehmen Sie meine Entschuldigung an?
Ich teile dem Führer mit: Ich sehe die Lage wie Sie als sehr ernst an.
In St.Lo droht akut der Durchbruch der Amerikaner. In einigen
Abschnitten: nur Gefallene oder Verwundete. Mitteilen reicht nicht.
Was schlagen Sie vor? - Der Führer soll Friedensverhandlungen zustimmen
Oder wir machen die Front auf.
Sie wollen ihm ein Ultimatum stellen? - Egal, wie Sie es nennen.
Ich geb ihm die letzte Chance. Zieht er keine Konsequenzen, handle ich.
Kann ich mit Ihnen rechnen? - Das wird ihn nicht beeindrucken.
Das nimmt uns nicht die Verpflich- tung zu handeln. Stimmen Sie zu,
dass Speidel ein entsprechendes Schreiben an Hitler aufsetzt?
Wir sollten zuvor die Truppenführer befragen, vor allem die SS-Generäle.
Ohne die geht es nicht. - Ich werde sie unterrichten.
Meine Herren!
Weiß er's, oder weiß er's nicht?
Was? - Dass in Berlin ein Staatsstreich geplant wird.
Woher wissen Sie das? - Von Speidel. Er hat mir das angedeutet.
Auch Ihr Name fiel in dem Zusammenhang.
Ich weiß nicht, wovon Sie reden!
Die Lage an der Front wird täglich schwieriger: 97 OOO Mann Verlust.
Auch die materiellen Verluste der Truppen sind extrem hoch
und konnten in nur sehr geringem Maß ersetzt werden. - 2360 Offiziere,
also im Schnitt 2500-3000 Mann, stehen bis jetzt 10 000...
Die Kämpfe haben gezeigt: Bei dem feindlichen Materialeinsatz
wird auch die tapferste Truppe Stück für Stück zerschlagen
und verliert damit Menschen, Waffen und... (Türklopfen)
Wir haben ein Problem, Herr Feldmarschall.
Heil Hitler, Oberst Kommandeur! Heil Hitler!
Heil Hitler. - Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?
Hinweise, dass sich hier Saboteure verstecken. Bei mir im Befehlsstand?
Die Comtesse! Die Familie des Grafen steht unter meinem Schutz.
Wer sagt das? - Wir haben gestern einen britischen Agenten gestellt.
Er hat die Comtesse zweifelsfrei belastet. - Sie machen Witze.
Ich verstehe Ihren Schock.
Aber Sie sollten lieber dankbar sein:
Die beiden haben ein Attentat auf Sie geplant.
Standartenführer, das wird Sie interessieren.
Ich vermute mal, das ist nicht die Funkstelle der Heeresgruppe.
Die SS hat Dorfbewohner verhaftet. - Ist die Comtesse dabei? - Nein.
Wo waren wir stehen geblieben? - Die Truppe kämpft allerorts heldenmütig.
Doch neigt sich der ungleiche Kampf dem Ende entgegen.
Es ist meines Erachtens nötig,
die politischen Folgerungen aus dieser Lage zu ziehen.
"..Die politischen Folgerungen.."
Wollen Sie das wirklich abschicken? - Richtig, es ist zu riskant.
Politische Folgerungen meint Friedensverhandlungen.
Politisch ist ein Reizwort: Hitlers ureigene Domäne.
Streichen Sie von mir aus politisch.
Gut, ich schick es noch heute per Kurier an Kluge.
Herr Feldmarschall. - Was ist denn noch?
Inwieweit hat Hofacker Sie denn unterrichtet? - Worüber?
Über die genauen Pläne.
Warum, was für Pläne? - Ich kenne sie auch nicht. - Nein?
Nur ein ganz kleiner Kreis kennt den Ablauf des Umsturzes.
Wenn Sie Hitler verhaften und vor Gericht stellen, stehe ich bereit.
Nicht für ein Attentat. Daran hat sich nichts geändert.
Hofacker hat ihm offenbar nichts von einem Attentat gesagt. Er glaubt
immer noch, Hitler soll verhaftet und vor Gericht gestellt werden.
Uns sagte Hofacker, Rommel stehe für Friedensverhandlungen zur Verfügung.
Für Friedensverhandlungen. Aber nicht für ein Attentat.
Aber ihm muss doch klar sein, dass Hitler gewaltsam abgelöst wird.
Gewaltsame Ablösung heißt nicht Attentat.
Bitte! Vielleicht sind wir alle nicht gemacht für so was.
Aber es muss sein. Mit oder ohne Rommel.
Es gibt ein Ultimatum gegen Hitler. - Was?
Entweder, Hitler stimmt Friedensverhandlungen zu,
oder Rommel und Kluge machen die Front auf.
Wenn Hitler das erfährt, lässt er Rommel günstigstenfalls ablösen.
Wir riskieren das Gelingen von Walküre. - Walküre?
Die Männer um Stauffenberg haben einen Plan für den Fall
des nationalen Notstands genau durchdacht.
Im Zentrum steht das Ersatzheer. Es übernimmt die Macht im Inneren.
Voraussetzung ist ein Attentat auf Hitler.
Die Verschwörer erscheinen also nicht als Urheber des Anschlags?
Nein, es wird aussehen wie ein Putsch von Teilen der Partei und SS.
Der Plan setzt im ganzen Reich ahnungslose Dienststellen in Aktion.
Sie handeln gemäß dem Notstandsplan,
den Hitler selbst für den Fall innerer Unruhen abgesegnet hat.
Wir brauchen nur einen Grund, ihn auszulösen. - Das ist genial.
Einziges Risiko: die Front. Nur Rommel wird von den Soldaten
so hoch geachtet. - Sie nutzen ihn nur propagandistisch?
Goebbels hat ihn zum Volkshelden gemacht. - Das nutzen wir jetzt aus.
Nun hat er die einmalige Gelegenheit, dem Volk einen wirklich
großen Dienst zu erweisen. Ich glaube, der Feldmarschall weiß das.
(Anklopfen) Ja!
Generalfeldmarschall! - Morgen, Speidel. Was gibt's?
Aldinger meldete: Sie fahren zu Obergruppenführer Dietrich.
Ja, nach Caen. Warum? - Werden Sie mit ihm über Ihre Pläne sprechen?
Natürlich! - Er ist tiefbraun und wird sofort die SS gegen Sie..
Ich kenne ihn. Aber andernfalls schießt die Waffen-SS weiter,
wenn die Wehrmacht die Front öffnet.
Da können Sie gleich Himmler oder Goebbels informieren.
Dietrich ist ein erfahrener Front- soldat. Er sieht die Realitäten.
Graf Schwerins Panzer-Division hält sich bereit, die SS zu entwaffnen.
Sagen Sie mal: Bin ich denn noch Herr im eigenen Haus? - Klar.
Noch steht der Feind im Westen. Vergessen Sie das nicht. - Nein.
(Schuss)
(schwäbelt) Haben Sie die Leute da gesehen? Was ist das? - Respekt.
Angst! Sie wissen ja nicht, was kommt.
Und was kommt? - Hoffentlich werden wir eine britische Kolonie und
nicht Teil des Bolschewistenreichs. 8 Feindliche Jäger! - Geben Sie her!
Siehst du den Weg da? Versuch, den Wald zu erreichen, los!
Schnell, gib Gas!
(MG rattert.)
Ah!
Herr Feldmarschall!
(leise) Herr Feldmarschall.
Hilf mir, beeil dich!
Beeil dich, komm!
Blumentritt? Moment.
Herr Feldmarschall! - Ja? - General Speidel!
Ja, Kluge?
Ja, verstanden! Nein, nein. Ich informiere das OKW!
Blumentritt!
Rommel wurde bei einem Angriff im Auto schwer verwundet. Keiner weiß,
ob er überlebt. - Auch das noch! - Verbinden Sie mich mit dem OKW.
Haben wir Rommels Papier schon an den Führer geschickt?
Nein, Sie wollten es noch ergänzen.
Dann legen Sie es erst mal zu den Akten!
Schädelbasisbruch.
Der Arzt sagt, es sei ein Wunder, dass er die Nacht überlebt hat.
Der Führer hat mir seinen Befehl übertragen, bis Rommel genesen ist.
Kann ich mit Ihrer Unterstützung rechnen?
Natürlich. - Ich werde meinen Gefechtsstand hier einrichten.
Von hier bin ich schneller an der Front.
Blumentritt vertritt mich in Paris. - Natürlich. - Das war's dann mal.
Ach ja:
Seit heute früh werden unsere Stellungen vor Caen bombardiert.
Dabei wurden unsere 16.Luftwaffen- Felddivision und die
272.Infanteriedivision vollständig ausgelöscht. Beide lagen ganz vorn.
Hält die Front?
Ja, noch hält die Front.
Was ist mit Daniel?
Tot. Er hat es nicht mehr geschafft.
Letzte Nacht ist er gestorben.
Sie haben ein Telegramm vom Führer. - Ah ja?
"Nehmen Sie, Herr Feldmarschall, meine besten Wünsche für Ihre
weitere baldige Genesung entgegen. Gez. Adolf Hitler." - Ist das alles?
Ja, Herr Feldmarschall.
Stauffenberg ist trotz allem zum Losschlagen entschlossen. - Wann?
Er fliegt morgen zum Führerhaupt- quartier nach Ostpreußen.
Kluge ließ heute Schwerins 116. Panzerdivision an die Front verlegen
Damit fehlen uns die Reserven gegen die SS. - Hoffen wir auf Kluge.
Hat das OKW auf das Ultimatum reagiert? - Seit Rommels Verwundung
redet keiner mehr davon. - Hat er es also gar nicht abgeschickt?
Nein. - Kluge weiß Bescheid. Schon lange.
Er hat sich mehrmals mit den Verschwörern getroffen.
Er ist wohl nicht mehr zu Friedens- verhandlungen mit dem Westen bereit.
Es wird keine geben, Herr General. - Wie das?
Englands Botschafter in Madrid signalisierte uns: Die Alliierten
akzeptieren nur eine gleichzeitige Kapitulation, also auch im Osten.
Aber wozu das Ganze dann noch? - Vor den Augen der Welt
den Aufstand gegen diese Verbrecher zu wagen, darauf kommt es an.
Ich fahre hier vor.
General!
Comtesse! Was machen Sie hier?
Das "Raphael" ist sehr interessant für meine Kollegen.
Ein Wagen aus Rommels Stab fällt auf. Wie geht es ihm?
Sie riskieren, dass ich Sie verrate.
Die SS hat im Dorf Geiseln genommen,
teils fast noch Kinder. Ich soll mich stellen. Können Sie was tun?
Ich fürchte, mein Einfluss reicht nicht aus. - Verstehe. Viel Glück!
Was wollen Sie jetzt machen?
Ich werde mich stellen. - Das sollten Sie nicht.
Manchmal ändern sich die Dinge schneller als vermutet. - Wirklich?
Man sollte die Hoffnung nie aufgeben.
Vom 18.-19.7. schossen Nachtjäger über Nordfrankreich
30 viermotorige britische Bomber ab.
Infanteriebatterien schossen einen feindlichen Geleitzerstörer
in Brand, der nach heftigen Explosionen sank.
In der Normandie setzte der Feind den Angriff östlich Caen
mit starker Panzer-Artillerie und Fliegerunterstützung fort,
ohne dass ihm der Durchbruch gelang. (Telefon)
Hier ist Finckh?
Hier Dienststelle Zossen. Alles bereit für die Übung? - Ja.
Feindliche Vorstöße aus der Stadt nach Süden sowie starke örtliche
Angriffe der Nordamerikaner nord-westlich brachen verlustreich
zusammen. Flieger unterstützten die Abwehr der Bodentruppen mit
wirksamen Tiefangriffen und vernichteten 10 feindliche Panzer.
In Luftkämpfen wurden 16 Feindflugzeuge abgeschossen. (Telefon.)
Hier ist Finckh. - Übung abgelaufen, Übung abgelaufen.
Also doch!
Herr General, in Berlin hat ein Gestapo-Putsch stattgefunden:
Attentat auf den Führer. Der Führer ist tot.
Generalfeldmarschall Witzleben und Generaloberst Beck haben
eine vorläufige Regierung gebildet. - Woher haben Sie diese Nachricht?
Von General Stülpnagel. - In Berlin gab es einen Putsch
von SS und Gestapo. Der Führer ist tot. Der Pariser SD
und die höchsten SS-Führer sind sofort zu verhaften.
Hier die aktuellen Planskizzen aller SS- und SD-Unterkünfte.
Alles klar? - Jawohl. (Telefon)
Hofacker. Moment.
General Speidel für Sie!
Stülpnagel.
Von Kluge bittet Sie, gegen 20 Uhr in den Gefechtsstand zu kommen.
Wichtige Besprechung. Danke.
Danke.
Was hat er gesagt? - Dass er kommt. (Anklopfen) - (laut) Ja!
Was gibt's? - Ein Telex aus dem Führerhauptquartier von Keitel.
Was schreibt er? - Dass Hitler lebt.
Stellen Sie fest, was richtig
und was falsch ist. Das muss sich doch machen lassen. - Allerdings...
Sagen Sie mal, Speidel:
Haben Rommel und Sie davon gewusst?
Nein.
...die Wiederholung einer wichtigen Meldung,
die heute Nachmittag über alle Sender ging. - Aldinger. - Ja?
Machen Sie das Radio leiser. Auf den Führer wurde heute
ein Sprengstoffanschlag verübt. Jawohl, Herr Feldmarschall.
Was soll das, Herr Oberst.
Wir sind gekommen, um Sie zu verhaften, Gruppenführer.
Befehl von General Stülpnagel. - Wie bitte? (Stimmen: Abrücken!)
Ihre Pistole bitte, Gruppenführer.
Das wird Ihnen mal leid tun.
Jetzt, wo der Führer tot ist, gilt es,
auch hier Entscheidungen zu treffen. Was gedenken Sie nun zu tun?
Meine Herren, bitte setzen Sie sich.
(Blumentritt) Meine Herren!
Wir haben hier sich widersprechende Berichte.
Ich habe vor etwa einer halben Stunde mit General Stieff telefoniert.
Er ist am Mauersee und hat mit einigen Offizieren gesprochen,
die heute aus der Wolfsschanze kamen.
Sie sagten, Hitler habe den Bombenanschlag überlebt.
Nicht das Geschehen in Berlin, sondern die Entschlüsse hier
sind entscheidend. Ich appelliere an Sie namens der deutschen Zukunft:
Sagen Sie sich los von Hitler!
Führen Sie die Befreiungsaktion im Westen. Tun Sie, was an Ihrer
Stelle Rommel getan hätte. Machen Sie Schluss mit dem... (Telefon)
... Morden, damit das Ende nicht noch fürchterlicher wird.
Verhindern Sie die schrecklichste Katastrophe unserer Geschichte!
Ja. Moment. General Warlimont, aus dem Führerhauptquartier.
Ja, Kluge.
Ja, verstanden. Ich bin sehr erleichtert.
General Warlimont sagt: Der Führer ist völlig gesund.
Ja, meine Herren, dann ist es eben ein missglücktes Attentat.
Herr Feldmarschall! Aber ich dachte, Sie wüssten Bescheid.
Nein, keine Ahnung hatte ich!
Meine Herren, darf ich Sie zum Essen bitten.
Ja, bitte meine Herren!
Bitte! Ich muss Sie unter 4 Augen sprechen. - Was gibt's denn noch?
Was! Blumentritt!
Der gesamte SD soll verhaftet werden oder ist es schon.
Das hat Stülpnagel vor seiner Abfahrt befohlen, ohne Rückfrage
bei seinem Oberbefehlshaber. Eine Eigenmächtigkeit ohnegleichen!
Der Befehl muss sofort rückgängig gemacht werden.
Die Tatsachen haben schon gesprochen.
Sie stehen mit Ihrem Wort und Ihrer Ehre im Feuer!
Ihre ganze Armee, das Schicksal von Millionen liegen in Ihrer Hand.
Ja, wenn das Schwein tot wäre!
Wenn ich Sie wäre, Stülpnagel, würde ich in Zivil fliehen.
Versuchen Sie überzulaufen.
(Türschläge, Anlasser)
(Hitler) Eine kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und
dummer Offiziere hat ein Komplott geschmiedet, um mich zu töten und
den Stab der Wehrmachtführung auszurotten.
Die Bombe von Graf Stauffenberg krepierte 2 Meter rechts von mir.
Sie hat einige treue Mitarbeiter sehr schwer verletzt. Einer starb.
Ich selbst habe nur Abschürfungen, Prellungen und Verbrennungen.
Entschuldigen Sie, ich möchte mir etwas die Beine vertreten.
Warten Sie an der nächsten Kreuzung auf mich.
Zigarette? - Ja.
(Schuss.)
Wo waren Sie, Rommel? Wo sind Sie gewesen?
...seinen Namen benutzen. Der Feldmarschall Rommel war dabei.
Danke, dass Sie gekommen sind, Herr General. Aber die Sache
hat sich erledigt. Ich übernehme die volle Verantwortung
für den Aufstand hier in Paris. Nur Stülpnagel und ich waren eingeweiht.
Alle anderen wurden im Unglauben ge- lassen. Ich entschuldige mich dafür.
Aber ich bedaure nichts.
Es wurden Namen genannt, auch Ihrer.
Es geht wohl um eine Besprechung mit Hofacker am 9.7.
Ich kann mich nicht erinnern!
Es kann nichts Belastendes sein. Er hat Sie nach Ihrer Beurteilung
der Lage gefragt und Sie haben offen geantwortet.
Die Lage an der Front? - Die 3. US-Armee ist gestern bei Avranches
durchgebrochen. In Ihrer Haut möcht ich jetzt nicht stecken. (Anklopfen)
Heil, mein Führer!
Lesen Sie das, Keitel.
Das ist die Aussage, die dieser Hofacker über Rommel gemacht hat.
Er hat sich mit ihm über das Attentat unterhalten.
Wenn das stimmt, Keitel, ist das
eine meiner schwerstwiegenden menschlichen Enttäuschungen.
Aber ich kann dem deutschen Volk,
bei dem sein Name groß ist, nicht antun, ihn vor Gericht zu stellen.
Herr Generalfeldmarschall! - Loistl! Ich freue mich.
Mein Gott!
Solange man den Kopf nicht unterm Arm trägt, ist es nicht so schlimm.
Komm!
(Sirene: Flieger-Alarm)
Bitte. - Ich habe einen persönlichen Brief des Führers an Sie.
Sie werden zur Berichterstattung nach Berlin gebeten.
Zur Berichterstattung?
(Detonation)
Die Amerikaner haben schon die Seine überquert.
Ja, Speidel.
Das war's dann wohl für mich.
Das freut mich aber, Herr Oberst. Wie geht es Ihnen? - Danke.
Ich müsste Sie kurz allein sprechen.
Geh mal zu deiner Mutter und sag, dass wir Gäste haben. - Mach ich.
Was gibt es denn, Herr Oberst?
Kluge hat sich vergiftet. Hitler hatte ihn nach Berlin befohlen.
General Speidel dachte, es ist besser, wenn Sie das gleich erfahren.
Ja, danke.
Weiß man, warum? - Wir vermuten,
Hitler hat ihn für das Aufbrechen der Front verantwortlich gemacht.
Bei uns ist alles auf der Flucht, Herr Feldmarschall.
Ja, schämen Sie sich nicht, Sie Lump,
den Führer auf so erbärmliche Weise verraten zu haben? - Ich bereue nur,
dass nicht ich das Attentat verübt habe. Dann wär's nicht gescheitert.
Das ist ja... Angeklagter!
Sie schweigen jetzt, Herr Freisler! Denn heute geht es um meinen Kopf,
in einem Jahr um den Ihren.
Und wie wurde das begründet? - Gar nicht. Aus heiterem Himmel!
Ich soll nach Deutschland kommen und dort auf weitere Verwendung warten.
Wer ist Ihr Nachfolger? - General Krebs. Blumentritt wurde
abgelöst und soll zur Bericht- erstattung nach Berlin kommen.
Also das Übliche: Man sucht Sünden- böcke für das Versagen der Front.
Vor einer Woche wurden die Pariser Verschwörer verurteilt. - Ja.
Furchtbar. Selbst Stülpnagel.
Angeblich wurde Hofacker noch nicht hingerichtet. - So?
Vielleicht brauchen sie ihn ja noch.
Sagen Sie mal, Speidel, haben Sie (Türklingel)
Guten Morgen, Frau Speidel. - Guten Morgen. - Ist Ihr Mann zu Hause?
(Anlasser, Dieselmotor)
(Dramatischer Akzent)
Guten Tag, Herr General!
Herr Oberstleutnant... - Ist er schon lang nicht mehr.
Herr von Hofacker hat nur noch sein nacktes Leben.
Bitte, Herr von Hofacker:
Sagen Sie dem Herrn Dr.Speidel, was Sie uns erzählt haben:
dass Sie mit ihm über die Attentatspläne gesprochen haben.
Und dass auch der Feldmarschall Rommel Bescheid wusste. - Nein.
Weder der Feldmarschall, noch der Generalleutnant wussten Bescheid.
Falls ich das gesagt haben sollte,
muss es sich um eine
Gedächtnisverwechselung gehandelt haben.
Herrlingen, den 1.Oktober.
Liebe Frau Speidel, das Schicksal Ihres Mannes bewegt mich tief.
Vor allem, dass Sie von ihm jetzt schon seit über drei Wochen keine
Nachricht haben, beunruhigt mich sehr.
Sie sollen wissen: Ich habe Ihren Herrn Gemahl als hervorragenden
und fleißigen Generalstabschef sehr geschätzt. Ich werde noch heute
dem Führer schreiben und mich für Ihren Herrn Gemahl verwenden.
"Sie, mein Führer wissen, wie ich meine ganze Kraft und mein Können
eingesetzt habe: im Westfeldzug 1940 oder in Afrika 1941 bis 1943,
in Italien 1943 oder im Westen 1944. Mich beherrscht stets nur
ein Gedanke: zu kämpfen und zu siegen für Ihr neues Deutschland.
Heil, mein Führer! E.Rommel."
Vielleicht hat er davon gewusst, aber nicht aktiv mitgewirkt.
Gewusst heißt Verräter, Herr Feldmarschall.
Nach Erklärung von Generalleutnant Speidel habe er durch einen
von General von Stülpnagel entsandten Offizier, den Hofacker,
Kenntnis vom Plan für das Attentat vom 20.Juli 1944 erhalten.
Er habe dem Generalfeldmarschall Rommel Meldung hiervon gemacht.
Dass Rommel sie nicht weitergeleitet hat, habe er nicht gewusst.
Ich halte diese Entschuldigung Speidels für unglaubhaft.
Er wäre seine Pflicht gewesen, über den Attentatsplan zu berichten,
da ihm Rommel sicher gesagt hat, er wolle es nicht melden.
Der Führer hat die Ansicht geäußert,
dass an der Schuld Speidels nicht zu zweifeln ist.
Wenn Generalleutnant Speidel sagt, er habe Rommel vom bevorstehenden
Attentat in Kenntnis gesetzt, dann muss die Anklage ihm
das Gegenteil beweisen. - Hier wird spitzfindig versucht,
den Herrn Dr.Speidel zu entlasten. Die Sache war so ernst, dass er sich
nicht auf das Weiterleiten durch den Generalfeldmarschall verlassen durfte
Auf was soll sich ein Soldat überhaupt noch verlassen,
wenn nicht auf die Pflichterfüllung seines Vorgesetzten?
Ich hoffe, Sie sind sich klar darüber, was das für Rommel heißt.
(Düstere Musik)
(Burgdorf) Herr Generalfeldmarschall, Sie werden beschuldigt,
am Attentat auf den Führer beteiligt gewesen sein.
Wer behauptet das? - Wir haben hier einige Aussagen:
von General von Stülpnagel, von Oberstleutnant von Hofacker
und General Speidel. - Speidel? - Er hat ausgesagt,
Sie über die Attentatspläne gegen den Führer informiert zu haben.
Das glaube ich nicht.
Jawohl! Ich habe mich vergessen.
Ich werde die Konsequenzen ziehen.
Würden Sie uns bitte für einige Minuten allein lassen?
In Anerkennung Ihrer großen Verdienste um das Reich
wird Ihr Verrat dem deutschen Volk verschwiegen, wenn Sie bereit sind.
Mit der Pistole fühle ich mich noch nicht sicher genug.
Ich habe etwas für Sie mitgebracht. Das wirkt in 3 Sekunden.
Was wird aus meiner Familie? - Ihr bleibt die Sippenhaft erspart.
Ein Staatsbegräbnis ist vorbereitet.
Ihrer Frau wird die volle Witwen-Pension gewährt. - Danke.
Darf ich mich jetzt von meiner Frau und von meinem Sohn verabschieden?
Natürlich.
(Lucie) Was ist denn los?
In einer Viertelstunde bin ich tot.
(Sie schluchzt.)
Setz dich da hin. (Schluchzen.)
Komm jetzt, mein Junge. (Lucie schluchzt fortdauernd.)
Aldinger, jetzt ist das Ende da. - Herr Feldmarschall.
Ich bin unschuldig.
Ich bin nicht beteiligt am Attentat.
Ich habe mein ganzes Leben dem Vaterland gedient
und das Beste getan.
Grüßen Sie die Kameraden, besonders meine lieben Afrikaner!
Manfred, auch den Speidel werden sie nicht verschonen.
Kümmere dich auch um die Frau Speidel.
Mach's gut, mein Junge.
(Anlasser)
In einem Staatsakt nimmt das deutsche Volk Abschied von
einem seiner tapfersten Generale. "Mit ihm", sagte der Führer,
"ist einer unserer besten Heerführer verschieden."
Sein Name wurde im jetzigen Schicksalskampf der Begriff
für hervorragende Tapferkeit und unerschrockenes Draufgängertum.
Originalmusik der Wochenschau
Die Bevölkerung einer süddeutschen
Stadt umsäumt den letzten Weg des großen Soldaten.
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