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Du kannst aufhören.
Es ist fertig. Na, geh schon.
Geh aus dem Weg, geh aus dem Weg!
Geh aus dem Weg!
Geht aus dem Weg, geht aus dem Weg!
Massimo, wo willst du denn hin mit diesem Schwert?
Ich bringe das Schwert zu Fabius. Das ist der Zenturio.
Seit wann verkauft dein Vater Schwerter?
Er verkauft es nicht, er schenkt es Fabius.
Dann geh, aber gib Acht. Nicht dass du dich damit verletzt.
Zenturio, mein Vater hat Euch noch eins geschmiedet.
Es gibt sicher jemanden, der ein Schwert gebrauchen kann.
Warte! Siehst du das Mädchen da?
Lucilla? - Ja. Gib ihr das.
Und sag ihr, dass es mir leid tut, wie ich neulich reagiert habe.
Lucilla, Lucilla! - Massimo.
Das ist für dich. - Wo hast du das her?
Von Fabius, dem Zenturio.
Und er hat gesagt, dass es ihm leid tut, wie er neulich reagiert hat.
Du kannst es behalten. - Das ganze Stück?
Ja, das ganze Stück.
Noch mal.
Halten und angreifen.
Ich habe nach Euch gesucht.
Wir haben begonnen, Eure Bücher auf die Schiffe des Papstes zu bringen.
Ich will zuerst noch mit dem Statthalter sprechen.
So hofft Ihr immer noch, den Angriff verhindern zu können?
Die Hoffnung nicht aufzugeben, ist die Pflicht eines Bischofs.
Onkel, die Barbaren könnten die Stadt jederzeit angreifen.
Sobald wir können, gehen wir fort.
Wie oft soll ich es noch sagen? Geh!
Ich denke, da drüben muss die schwächste Stelle sein.
Valerius, du musst die Einberufung der Zivilisten aussetzen.
Es war die Entscheidung von Fabius, nicht meine.
Wenn dir an der Zukunft der Stadt etwas liegt, nimm sie zurück.
Mir liegt viel daran! Deswegen nehme ich sie nicht zurück.
Diese Männer werden in ein Massaker geschickt.
Nein, sie werden Ruhm erringen.
Es ist ruhmvoller für den Frieden zu kämpfen, als Krieg zu führen.
Der Krieg machte Rom groß!
Nein, die Rechtschaffenheit des Regulus, des Scaevola, des Scipio.
Genau, wieso wollt ihr Christen alles verändern?
Nicht verändern, erneuern.
Bewahre, was gut ist und gib es an die neuen Bürger weiter.
Rom den Barbaren!
Barbaren nennen wir die Menschen, von denen wir nichts wissen.
Nein, wir wissen, dass sie nie sein werden wie wir.
Und was ist an uns so Besonderes?
Wir sind wie eine Mauer. Verteidigen unsere Stadt.
Auf dieser Seite sind Ordnung, Sicherheit und Recht.
Auf der anderen Seite Chaos und Rechtlosigkeit.
Das ist eine jahrhundertealte Mauer. Sie darf nie zerstört werden.
Alle Mauern sind zerstört worden. Früher oder später.
Nicht die von Römern erbauten. - Was willst du tun, Valerius?
Die Vandalen bezwingen und dich als Retter des Imperiums präsentieren?
Als neuen Konsul? - Wenn es dich nicht gäbe, wäre ich vielleicht schon einer
Du kannst mich nicht verurteilen, weil ich dem Bösen entsagt habe.
So bezeichnest du unsere Freundschaft?
Sieh uns an: Ich bin heute nur der Statthalter einer kleinen Provinz.
Und du? Ein einfacher Bischof.
Wärst du nicht gewesen, hätte uns eine viel größere Zukunft erwartet.
Erinnerst du dich, als wir nach Mailand aufbrachen?
Mailand. Am Hof des Kaisers.
Deine Rede gegen Ambrosius ist wichtiger denn je.
Ich werde mich einschließen und an nichts anderes denken.
Das wirst du wohl nicht schaffen. - Wieso nicht?
Weil du Gesellschaft haben wirst.
Khalida.
Mutter!
Ich habe das Haus eben erst bezogen. Ich muss es noch etwas einrichten.
Aber das wird uns schon gelingen.
Geh schon, geh! Kommt rein. Schnell, kommt!
Mutter, du kannst hier unten schlafen. In diesem Raum.
Wir schlafen oben mit Adeodatus.
Ich zeige euch, wo ihr eure Sachen hintun könnt.
Ihr braucht auch ein paar neue Kleider. Ein paar schöne.
Damit ihr an den Hof kommen könnt.
Ich werde eine Rede vor dem Kaiser halten.
(Ein Teller fällt zu Boden.)
Ich bitte um Entschuldigung. Er ist müde.
Er muss schlafen. Verzeih!
Nimm ihn bitte. - Hey, he!
Ich will das nur schnell wegräumen.
Khalida, mach das doch nachher.
Ich finde es besser, wenn du ihn trägst.
Geht! Geht nach oben.
Du wirst dich wieder an deine Familie gewöhnen.
Du hast mich belogen.
Ich habe mich geschämt.
Wovor, Augustinus? Vor deiner Familie?
Vor mir. Mein Hiersein verdanke ich den Manichäern.
Ich hatte Angst, Ihr wäret nicht stolz auf mich.
Bist du denn stolz auf dich? - Natürlich.
Was hätte ich mehr erhoffen können?
Hast du Bischof Ambrosius kennengelernt?
Ja. Du kennst ihn wohl?
Danke.
Nach unserem Papst Siricius ist er der meist gehörte Geistliche der Welt
Und wie kommt das? - Vor 10 Jahren war er noch nicht mal getauft.
Aber er hatte schon sehr viel erreicht in seinem Leben.
Er war erst 30, als er zum Statthalter einer Provinz wurde.
Er war so beliebt, dass die Menschen ihn fragten, als der Bischof starb,
ob er nicht an seine Stelle treten wollte.
Dann nahm er an. - Natürlich.
Er verschenkte alles, was er hatte, an die Armen.
Und erhielt dafür ein neues Leben. - Wenn du das sagst.
Das sage nicht ich. In der Heiligen Schrift steht das so.
Ja, heilig für euch.
Aber wenn man sie liest, steht doch da:
"Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild", nicht wahr?
Kannst du dir einen Gott vorstellen, der so aussieht wie ich?
Zwei Arme und Beine? Der sich jeden Morgen rasiert?
Ganz sicher würde er nicht so viel reden wie du, mein Junge.
Hörst du nicht, was du sagst?
Du schaffst es nicht mal, über Gott nachzudenken,
ohne dich selbst ins Spiel zu bringen.
Geh jetzt zu Khalida. Sie musste deinetwegen viel durchmachen.
Was glaubst du, wovon er träumt?
Er hätte seinen Vater gebraucht.
Khalida...
Es tut mir leid.
Es tut mir leid, dass ich gegangen bin, ohne es dir zu sagen.
Du warst nicht verpflichtet, es mir zu sagen.
Nein, aber ich hätte es tun sollen.
Ja.
Ja, hättest du.
Hättest du... Hättest du!
Hättest du...
(Ambrosius) Der Buchstabe bedeutet Tod, aber der Geist bedeutet Leben.
Die Worte des Paulus haben zwei Bedeutungen.
Die erste ist die, dass die Bibel
nicht im wortwörtlichen Sinn verstanden werden darf.
"Gott schuf die Menschen nach seinem Ebenbild" bedeutet z.B. nicht,
dass Gott dem Menschen gleicht im physischen Sinne.
Unser spirituelles Leben, unsere Fähigkeit zu lieben, unsere Freiheit:
Das ist es, was den Menschen Gott ähnlich macht.
Aber die Worte des Paulus haben noch eine zweite Bedeutung.
Denkt an die Bergflüsse.
Wenn sie auf ein Hindernis treffen, werden sie stärker.
Sie reißen es mit sich und stürzen mit noch größerer Gewalt bergab.
Das Gleiche passiert mit unseren Sehnsüchten.
Wenn sie durch Gesetze behindert werden, werden sie nur noch stärker.
Und treiben uns dem Bösen in die Arme. Und dem Tod.
In diesem Sinn kann das Gesetz, also der Buchstabe, töten.
Aber Gott hat uns auch seinen Geist mitgegeben.
Und der Geist bedeutet Leben. Der Geist leitet unsere Sehnsüchte.
Durch ihn lieben wir das Gute.
Er macht uns... frei.
Mutter.
Augustinus. Was machst du hier?
Ich muss mit Bischof Ambrosius sprechen.
Ich möchte, dass du mich begleitest.
Bischof Ambrosius?
Was für eine Ehre.
Meine Mutter Monica. Sie bestand darauf, Euch kennenzulernen.
Es ist mir eine Freude, die Mutter des neuen Hofredners kennenzulernen.
Seit Ihr Katholikin, mein Kind? - Ja.
Diesmal sind wir in der Überzahl. - Bereitet Ihr eine neue Predigt vor?
Nein. Das ist ein Werk des Plotin.
Plotin? Aber er ist doch kein Christ.
Nein, aber ein großer Philosoph. Es steckt viel Wahrheit ins seinem Werk.
Im Evangelium heißt es: "Wer nicht gegen uns ist, ist für uns".
Also wäre jeder, der gegen euch ist, auch gegen die Wahrheit.
Wer gegen die Wahrheit ist, schadet sich selbst.
Aus diesem Grund habt Ihr das Amt des Statthalters aufgegeben?
Meine Gründe sind nicht so sichtbar und offenkundig, wie man denken könnte
Sie sind nicht sichtbar. Genau wie dieser Geist, von dem Ihr spracht?
Es sind die Schriften des Paulus, die davon handeln.
Ich habe seine Worte lediglich kommentiert.
Unsichtbar. Gleichzeitig lebensspendend.
Ihr seid ein intelligenter Mann. Findet Ihr das nicht unglaubhaft?
Ist die Liebe, die Ihr für Eure Frau empfindet, sichtbar?
Ich würde behaupten, sie ist es nicht.
Dennoch habt Ihr es geschafft, daraus neues Leben zu zeugen.
Das ist etwas sehr Greifbares.
Wie ich sehe, habt Ihr Euch über mich informiert.
Das macht Ihr auch gerade, oder?
Euer Ruf ist durchaus verdient.
In Eurer Rede für den Kaiser, da bin ich sicher,
werdet Ihr noch viel weiter gehen, um den Euren zu begründen.
Auf den ersten Blick scheinen wir alle gleich:
Ein Kopf, zwei Arme, zwei Beine...
Gewiss, wenn man von Beinen spricht,
würde man den graziösen Beinen der Blesilla
den Vorzug vor denen des tapferen Bauto geben.
Aber es gibt jemanden unter uns,
jemanden über uns, jemanden, der uns gleicht.
So wie ein Diamant einem Stein gleicht,
ein Adler einem Schmetterling, ein Stern einer Kerzenflamme.
Unser Kaiser Valentinian.
Wir verdanken ihm den Frieden in unserem Kaiserreich,
das Gedeihen auf den Feldern, die Segnungen des Himmels.
Nur ihm, und nicht einem Bischof,
der für sich selbst die Macht beansprucht,
die dem Kaiser geschenkt wurde. Dem Kaiser allein.
Deshalb muss der Kaiser, und nicht der Bischof, unsere Gebete erhören.
Unsere Bitten, unsere Anrufungen.
Er allein ist unser Glaube.
Unsere Hoffnung...
Unser Trost.
Die Felder, Häuser, auch die Kirchen gehören ihm.
Wenn der Kaiser beschließt, sie in Anspruch zu nehmen,
kann sich ihm niemand entgegenstellen.
Nicht einmal Bischof Ambrosius.
Denn jeder, der nicht für uns ist, ist gegen uns.
Denn ich, ihr, wir alle...
Wir gehören ihm.
(Khalida) Sind die frisch?
Adeodatus? Adeodatus!
Adeo... Adeodatus?
Wo ist er?
Adeodatus. Nein, komm her.
Augustinus, ich habe großartige Neuigkeiten.
Komm!
Rate mal, worum der Kaiser mich gebeten hat?
Um ein Spielzeug? - Sarkasmus ist nicht angebracht.
Die Mutter des Kaisers hat deine Rede wörtlich genommen.
Wir sollen die Basilika von Ambrosius zurückfordern.
Du und ich. Nicht Bauto oder ein anderer.
Ich habe dir gesagt, dass wir immer mehr Einfluss gewinnen.
Großartig. Großartig.
Augustinus. - Bischof.
Ihr habt guten Gebrauch von meinen Worten gemacht
in Eurer Schmährede gegen mich.
Sie waren nützlich, um Euch und Plotin zu verstehen.
Gut, aber seid gewiss,
dass Plotin uns alles anbietet, bis auf das Wesentliche.
Die Wahrheit ist keine Idee, kein Konzept, keine Gemütsverfassung.
Sie wird von einer göttlichen Person verkörpert.
Wir sind hier im Namen von Kaiser Valentinian.
Schön, ich bin hier im Namen von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Der Kaiser befiehlt den Verzicht auf die Basilika
zugunsten der arianischen Gemeinde.
Er befiehlt? - Er befiehlt.
Im Namen welcher Autorität? - Der, die ihm verliehen wurde.
Von wem? - Von Gott.
Lügner!
Was maßt Ihr Euch an? - Was maßt ihr euch an?!
Wie könnt ihr euch auf Gott berufen? Ihr glaubt doch nicht an ihn!
Ihr glaubt doch an gar nichts!
Was noch schlimmer ist: Ihr beschwört die Rückkehr heidnischer Dämonen.
Hunde an der Leine, mehr seid ihr nicht!
Wandert herum und bellt Lügen. Am besten seid ihr still!
Und blickt tief in euch hinein, um herauszufinden, was Wahrheit ist!
Nur die Wahrheit wird euch zu Menschen machen.
Freien Menschen.
Wir werden gezwungen sein, Euer Verhalten dem Kaiser zu melden.
Sagt ihnen, wenn sie mich loswerden wollen,
müssen sich mich angreifen, nicht meine Gemeinde.
Gehen wir!
Augustinus.
Erinnere dich an meine Worte: Nicht der Mensch findet die Wahrheit,
sondern die Wahrheit findet den Menschen.
Denn die Wahrheit ist eine Person. Sie ist Jesus Christus.
Der Sohn Gottes.
Was raten wir nun der Mutter des Kaisers?
Gewalt anwenden!
Bauto und seine Soldaten aussenden und die Basilika einnehmen.
Die Menschen werden Ambrosius beistehen.
Nein! Weil du mit deinen Worten...
...die Menschen begeistern wirst.
Denn du wirst dafür sorgen, dass sie zu uns halten.
Das ist entscheidend, Augustinus. Sind wir uns einig?
Siehst du, Adeodatus, da ist dein Vater.
Augustinus, ich würde Euch gern in mein Haus einladen.
Ich weiß, dass Ihr eine große Zukunft vor Euch habt.
Bald wird Eure Stimme die wichtigste am Hof sein.
Das kommt auf verschiedene Umstände an. - Auf einen besonders.
Eine Familie! Reich genug für Eure Ambitionen.
Eine Familie wie die Eure? - Ja, ich habe auch eine Tochter.
In zwei Jahren ist sie im heiratsfähigen Alter.
Euch beide durch die Ehe zu vereinen, wäre gut für mich und für Euch.
Aber nur wenn Ihr wollt, dass Eure Stimme die wichtigste am Hof wird.
Warte.
Ich erinnere mich, wie ich dir das erste Mal die Sandalen abnahm.
Du hast seitdem viel erreicht. - Wir beide haben viel erreicht.
Ja, doch du hast noch einen sehr langen Weg vor dir. - Ja.
Ich habe heute mit Adeodatus vor dem Kaiserpalast auf dich gewartet. - Ja?
Ich sah dich kommen und wollte zu dir gehen.
Aber es hielt dich ein vornehmer Herr auf.
Und? - Ich ging wieder weg.
Du gingst wieder weg? - Ja. - Wieso?
Ich wollte keine Last für dich sein. Ich wollte dir nicht im Weg stehen.
Aber du warst doch nie eine Last für mich.
Und ich will nie eine Last für dich werden.
Es ist besser für dich, wenn du hierbleibst.
Du wirst es eines Tages verstehen.
(Adeodatus weint.)
(Adeodatus weint.)
(Er weint immer mehr.)
(Adeodatus weint und weint.)
Adeodatus.
Khalida!
Khalida? Khalida!
Khalida?
Khalida! Khalida.
Khalida, Khalida?
(Kommentar des alten Augustinus:)
Meine Geliebte wurde mir von der Seite gerissen.
Mein Herz, das an ihr hing, war durchbohrt, verwundet und blutete.
Sie ging zurück nach Afrika
und gelobte, nie mehr einem anderen Mann zu gehören.
Und sie ließ ihren leiblichen Sohn bei mir zurück.
(Kommentar des alten Augustinus:)
Ich aber, unglücklich wie ich war, konnte nicht erwarten,
die Braut, um die ich geworben, heimführen zu können.
Und so nahm ich mir eine Geliebte, natürlich nicht als Gattin.
Sondern um meine kranke Seele zu nähren
und meine Lebenskraft zu erhalten.
Du kommst spät.
Und wie ich sehe, hast du keine Zeit verloren.
Sieh genau hin: Was hier geschieht, wird Thema deiner Rede sein.
Im Namen eures Kaisers Valentinian ergeht an euch der Befehl,
augenblicklich herauszukommen.
Die Basilika muss übergeben werden, bevor der Tag anbricht.
Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Gott verlangt es nicht nach dem Palast des Kaisers.
Den Kaiser darf es nicht nach dem Haus Gottes verlangen.
Wenn es einen Gott gibt, Bischof Ambrosius,
dann wohnt er im kaiserlichen Palast, nicht in Eurer Basilika.
Einen Gott gibt es, Valerius.
Und dieser Gott wohnt in den Herzen von allen Menschen.
Sogar in Eurem.
Wir dulden keinen Widerstand. Was auch immer geschieht,
wird geschehen, weil Ihr es so wollt.
Was auch immer passiert, Valerius,
es passiert, weil Gott wollte, dass es passiert.
Befehlt den Angriff, General! - Auf unbewaffnete Zivilisten?
Ja, oder wollt Ihr der Kaiserlichen Mutter sagen,
dass Unbewaffnete Eure Soldaten abgewehrt haben?
Angriff!
(Sie singen.)
Steh uns bei.
Los!
Meine Arbeit ist getan.
Nun ist es an Euch, das Ganze wie Euren Sieg darzustellen.
Gehen wir. - Lass das!
Ich bleibe. Ich will hier noch Fakten für meine Rede sammeln.
Gut. Morgen wirst du all dein Talent brauchen.
Mutter... Mutter!
Er braucht Hilfe.
Wasser? Wasser.
Bring mir Wasser!
Hier.
Jeder liebt den Frieden. Niemand liebt den Krieg.
Aber einen Frieden ohne Krieg gibt es nicht.
Wenn wir unsere Grenzen sichern wollen, müssen wir wehrhaft sein.
Wenn wir eine Stadt schützen wollen, müssen wir stark sein.
Wenn wir unseren Reichtum behalten wollen, müssen wir Gewalt anwenden.
Deswegen muss ein Kaiser bereit sein, Gewalt anzuwenden.
Gewalt ist nicht schön. Es ist auch nicht schön, sie anzuwenden.
Aber jemand...
muss diese Last...
...auf sich nehmen. Jemand wie General Bauto.
Jemand, der in der Lage ist, uns zu beschützen.
Uns zu beschützen vor grausamen Goten und fanatischen Katholiken.
Deshalb verdient er unser aller Dankbarkeit.
Dafür, dass er uns verteidigt hat
gegen unsere äußeren und inneren Feinde.
Dafür, dass er Ansehen erlangt hat für unser Rom.
Dafür, dass er eine Vielzahl unschuldiger Menschen getötet hat.
Aber die Worte des Paulus haben noch eine zweite Bedeutung.
Denkt an die Bergflüsse:
Wenn sie auf ein Hindernis treffen, werden sie stärker.
Ihr glaubt doch an gar nichts!
Wir erwarten ein Kind. Ich will keine Last sein.
Die Wahrheit ist keine Idee, kein Konzept, keine Gemütsverfassung.
Der Mut, ohne die Wahrheit zu leben. Trägst du diesen Mut in dir?
Nicht wir Menschen werden die Wahrheit finden.
Es wird die Wahrheit sein, die uns Menschen findet.
So taufe ich dich im Namen des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Worte allein ändern keinen Mann. Das ist eine Tatsache.
Nicht nur leere Worte.
Denn die Wahrheit ist eine Person.
Sie ist Jesus Christus, der Sohn Gottes.
(Eine Jungenstimme:)
Nimm und lies.
Nimm und lies.
Die Briefe des heiligen Apostels Paulus.
"Keine Händel, keine Trunkenheit,
keine Ausschweifung, keine Liederlichkeit.
Kein Zank und kein Neid.
Setze dein Vertrauen in den Herrn Jesus Christus
und begebe dich nicht auf den Pfad der Fleischeslust.
Begib dich auf den Pfad unseres Herrn."
Vater.
Mein Sohn.
Ich habe immer zu viel geredet.
Heute habe ich zum ersten Mal zugehört.
Ich habe Ihm zugehört.
(Kommentar des alten Augustinus:)
Spät erst habe ich dich geliebt, du alte und doch so neue Schönheit.
Spät erst habe ich dich geliebt,
du riefest laut und brachst gewaltsam ein in meine Taubheit.
Mit deinem Schillern und Glänzen vertriebst du meine Blindheit.
Du hast geduftet und ich schöpfte Atem.
Schmerzerfüllt kostete ich dich. Und nun hungere und dürste ich.
Du berührtest mich und ich entbrannte in deinem Frieden.
Ihr habt Euch selbst gedemütigt. Ihr habt den Kaiser gedemütigt.
Meinen Sohn. Ihr habt das ganze Reich gedemütigt.
Ihr seid Eures Amtes als Sprecher am Hof enthoben.
Ihr seid nicht länger die Stimme des Kaisers.
Niemand hier wird jemals wieder Eurer Stimme lauschen.
Valerius!
Ihr habt unser Vertrauen missbraucht.
Ihr habt uns zum Gespött der Leute gemacht vor dem gesamten Reich.
Und wir werden es nicht tolerieren, lächerlich gemacht zu werden.
Fort mit Euch, dahin, wo Ihr herkommt!
Die Beschlagnahmung der Kirche ist nicht gelungen.
Eure Bekehrung hat den Menschen, die die Basilika nun füllen, Mut gemacht.
Sie haben nicht alle von uns töten können.
Und jetzt? Was werdet Ihr jetzt tun?
Ich werde nach Ostia gehen mit meiner Mutter und meinem Sohn.
Dort gehen wir an Bord eines Schiffes nach Afrika und kehren heim
Ich will studieren und beten. In Zurückgezogenheit.
Das wird nicht leicht für Euch sein, die Zurückgezogenheit.
Ich spreche aus Erfahrung.
Ich fühle mich nicht würdig, Priester zu sein.
Er wird mehr von Euch verlangen, als nur das.
Hier.
Das ist Tinte. Vergesst nicht, sie aufzubrauchen.
Ich habe mit dem Kapitän gesprochen. Wir setzen in drei Tagen die Segel.
Ich habe mir immer gewünscht, in meiner Heimat beerdigt zu werden.
In Afrika.
Es ist jetzt nicht der Moment, darüber nachzudenken.
Aber es spielt jetzt keine Rolle mehr, mein Junge.
Du kannst mich überall beerdigen. Sogar hier.
Ich wollte immer nur eins. Dafür habe ich gebetet.
Dafür habe ich gelebt.
Ich wollte sehen, wie du getauft wirst, bevor ich sterbe.
Gib mir deine Hand.
Sei ganz ruhig, denn du musst dich nicht fürchten.
Hör nur, wie still es ist.
Unser Leben ist nur eine Muschel.
Zerbrechlich. Vergänglich.
Aber in uns lebt etwas, das nicht zerbrechlich ist.
Nicht vergänglich.
Wie du siehst, hast du nichts zu befürchten.
Wir leben schon in der Ewigkeit.
(Kommentar des alten Augustinus:)
Wir erhoben uns in glühender Sehnsucht zu Ihm.
Und durchwandelten im Geiste Stufe für Stufe alles Sinnliche.
Selbst den Himmel, von welchem Sonne, Mond und Sterne
auf die Erde herabglänzen.
Dann drangen wir weiter empor und stießen auf unseren Geist.
Und auch darüber gingen wir hinaus,
um in das Gefilde unvergänglicher Fülle vorzudringen,
wo du, Israel, mit der Weisheit Nahrung weidest.
Und wo Weisheit das Leben ist, durch welches alles entsteht,
wo beides wahr und sein wird.
Lucilla wird Euch den Weg zeigen. Geht!
Dies sind die letzten Kisten mit Büchern.
Es fehlen noch die Manuskripte vom "Gottesstaat".
Dann wäre alles auf das Schiff des Papstes verladen.
Ich habe es beinahe fertig, Possidius.
Lasst mich nur noch einen Moment länger daran arbeiten.
Einen Moment noch.
Hier, nehmt diese Treppe.
Lucilla.
Was wollt Ihr? Mich auch noch rekrutieren?
Nein. Nein. Ich wollte Euch nur ansehen.
Gut, das habt Ihr getan.
Heute Nacht greifen wir an. - Genau das, was Rom noch fehlt.
Tote Helden, die man verehren muss. - Ja, ich werde für Rom kämpfen.
Aber für Euch werde ich leben.
Euretwegen habe ich das Verlangen zu leben.
Mein Onkel, entschuldigt.
Bischof Augustinus ist Euer Onkel? - Der Bruder meines Vaters.
Fabius!
Fabius.
Ich verstehe Eure Abneigung mir gegenüber.
Hört, opfert nicht Euer Leben einem Imperium, das untergeht.
Auch nicht das Eurer Männer. - Ich bin Römer.
Ein Offizier des Imperiums. Und das bleibe ich bis zum bitteren Ende!
Der Mensch ist das, was er liebt.
Wenn Ihr die Erde liebt, werdet Ihr von der Erde sein.
Und wenn Ihr Gott liebt, werdet Ihr von Gott sein.
Die Heilige Schrift sagt: Wir sind alle von Gott und Kinder Gottes.
Ich bin nicht das Kind irgendeines Gottes.
Ich bin der Sohn eines Mannes, der starb, als ich noch ein Kind war.
Wisst Ihr denn, Lucilla, wer meinen Vater getötet hat?
Es war Euer Onkel.
Der große Bischof Augustinus. Habt Ihr das vergessen?
Ich habe es nicht vergessen.
Ich erinnere mich noch an jede Einzelheit.
Ambrosius hatte recht gehabt:
Ich wurde Priester, aber Gott verlangte mehr von mir.
Zu der Zeit war ich seit einigen Jahren Bischof.
Da Eure "Bekenntnisse" nun fertiggestellt sind,
was werdet Ihr jetzt diktieren?
Ich habe ein paar Ideen, aber nur eine einzige ist dringlich.
Ein Buch, das die Kirche vor der Anklage schützt,
sie würde das Imperium in den Ruin stürzen.
Bischof,... Etwas Entsetzliches ist...
Oh nein.
Es ist Vater Babilus.
Die Hände wurde ihm abgeschlagen. Wieso? Seine Zunge herausgeschnitten
Die Donatisten haben das getan. - Die fanatischen Donatisten.
Es sind nicht alle so. - Das weiß ich auch.
Aber beim Wort "Mord",
wird das Volk nicht so fein unterscheiden.
Es könnte sogar ein Bürgerkrieg zwischen den Donatisten
und den Katholiken ausgelöst werden.
Was werdet Ihr also tun?
Ein Konzil?
Ihr seid Bischof der Donatisten und ich der Katholiken.
Die Priester sollen eine Debatte führen.
Sie sollen begründen, wer recht hat und wo die Wahrheit liegt.
Die Wahrheit? Und wenn wir sie definiert haben, was dann?
Liegt sie bei den Donatisten, werden wir Donatisten.
Aber wenn sie bei den Katholiken liegt, werdet ihr Katholiken.
Wir wollen alle Frieden.
Aber ohne die Wahrheit gibt es keinen echten Frieden.
Lasst sie uns gemeinsam finden.
Ilarius Domitius, wir kamen nach Karthago,
weil Ihr der höchst angesehene Richter der Provinz seid.
Ich richte über kriminelle Belange, nicht über religiöse.
Ich bin nicht einmal Christ. - Da ist kein Unterschied.
Ihr müsst nur die Wahrheit beurteilen.
Ihr müsst viel Vertrauen in Euch selbst haben,
dass Ihr alles in einer öffentlichen Debatte aufs Spiel setzt?
Nicht in mich selbst. In die Wahrheit.
Viele Menschen haben diesen Konflikt nicht überlebt.
Deswegen brauchen wir euch. - Fabius.
Mein Sohn Fabius.
Er hat die gleichen Augen, die mein Sohn hatte.
Er ist traurig, weil ich den Tag mit ihm verbringen wollte.
Meine Schuld, Fabius, meine Schuld,
dass ich dir heute deinen Vater wegnehmen muss.
(Die Menge tobt und lärmt:)
Was ist schon die Wahrheit?
Es gibt nur eine Wahrheit!
Eine Unverschämtheit!
Geht wieder! Fort mit Euch!
Karthager! Karthager! Lasst mich sprechen.
Ich bin ernannt worden, ein Urteil über eure Debatte zu sprechen.
Ich werde genau zuhören, was beide Seiten sagen.
Ich werde als Unparteiischer urteilen und vertraue darauf,
dass die Wahrheit, die wir heute entdecken werden,
helfen wird, euch zu einen.
Ich eröffne nun offiziell die Debatte.
Ich bitte den Donatisten Bischof Sidonius als Erster zu sprechen.
Erhabener Richter, heute spreche ich vor Euch, Ihr Herren
und Euch, edlen Damen und unserem Gott.
Ich könnte über Religion, Sünden, Betrug der Schreiber
oder den schwierigen Umgang mit unseren katholischen Brüdern
in der Vergangenheit sprechen.
Aber ich möchte heute nur von einem Mann sprechen.
Bischof Augustinus.
Ruhe! Ihr sollt ruhig sein.
Habe ich nicht lang genug geschwiegen?
Es ist Zeit, den Schleier wegzuziehen,
der die Wahrheit über Euren geliebten Bischof verborgen hat.
Einen, der sich hat treiben lassen, Menschen übelster Art zu vertreten:
Mörder und Individuen niedrigster Moral.
Er war ein Sklave seines maßlosen Ehrgeizes.
Der ihn anspornte, den Erfolg
durch seine geschickte Rhetorik zu erzwingen.
Ein Mann Gottes, besessen von Sinneslust, Habgier und Stolz.
Es war Narzissmus, der ihn antrieb, keinen anderen mehr anzubeten,
keinen anderen Gott als sich selbst.
Diese Debatte sollte über die Wahrheit geführt werden.
Aber diese Wahrheit wurde verdunkelt durch einen Mann.
Es gibt keinen größeren Sünder als Augustinus.
Die Tatsache, dass er zum Priester geweiht worden ist,
beweist, dass man Katholiken nicht trauen kann!
Ich war entschlossen, hier nicht das Wort zu ergreifen.
Da ich jedoch zum Thema dieser Diskussion geworden bin,
ist es meine Pflicht zu sprechen.
Sidonius hat recht.
Ehrgeizig, lüstern, narzisstisch.
All das bin ich gewesen.
Gott gab mir eine Mutter, die mir zeigte,
dass nichts in dieser materiellen Welt unseren Ehrgeiz wert ist.
Gott gab mir auch ein Weib.
Sie zeigte mir, dass Lieben Selbstverzicht zu üben bedeutet.
Gott gab mir einen Sohn.
Anfangs dachte ich, dass er geschaffen wäre nach meinem Ebenbild
Da nahm Gott ihn mir wieder fort.
Um mir zu zeigen, dass er geschaffen war, nach Seinem Ebenbild.
Ich war lüstern, ehrgeizig, narzisstisch.
Das alles bin ich gewesen. Und bin es noch.
So wie wir alle.
So wie wir alle. Aber niemand von uns ist allein.
Niemals. Nicht einmal, wenn uns Verzweiflung,
Verbitterung oder Dunkelheit umfängt.
Gott ist uns immer nah.
Gott ist mehr Bruder als jeder Bruder.
Er ist mehr Freund... als jeder Freund.
Mehr Liebender...
als jeder Liebender.
(Der Applaus dauert an.)
"Sieg den Donatisten oder der nächste wird Euer Herz durchdringen!"
Kommst du nicht ins Bett?
Ich komme sofort. - Hast du dich entschieden?
Ich denke noch darüber nach.
Komm Fabius, sag deinem Vater gute Nacht.
Gute Nacht, Vater. - Gute Nacht, mein Kleiner.
Komm Fabius, lauf.
Ich wünschte, Augustinus hätte dich da nicht hineingezogen.
Ich muss die Wahrheit finden. Ich bin Richter. Es ist meine Pflicht.
Aber du bist auch Vater und Ehemann.
Vergiss das nicht.
Ihr habt mich gebeten, ein Urteil über Eure Debatte zu sprechen.
Nun denn:
Wenn ein Richter seine Meinung äußert,
fällt er auch ein Urteil über sich selbst.
Ein gutes Urteil, wenn seine Entscheidung gerecht war.
Ein schlechtes Urteil, wenn seine Entscheidung gekauft war.
Angesichts der großen Bedeutung und im Namen der Macht,
die mir verliehen wurde, geht der Sieg der Debatte an...
den katholischen Redner.
Die von Euch dargelegte Doktrin ist die Wahrheit.
Augustinus.
Verteidige dich. Verteidige dich!
Und... zustechen!
Genau so. Eines Tages wirst du deine Familie verteidigen müssen.
Genauso wie Rom und das Imperium.
Und wo werdet Ihr sein, Vater?
Nun, ich werde doch irgendwann mal alt sein.
Vater!
Erinnerst du dich noch, als wir zum Strand hinuntergingen?
Wir waren so glücklich.
Als wir Mutter ins Wasser geschubst haben?
Ilarius.
Es tut mir leid.
Das muss es nicht. Ich habe nur meine Pflicht als Richter getan.
Gebt mir Euren Segen.
Erzählt mir mehr über diesen Staat, über den Ihr schreibt.
Vom Gottesstaat?
Bald werdet Ihr ihn besser kennen als ich.
Die Jahre sind vergangen.
Aber bis heute verstehe ich weder Euch noch meinen Vater.
Euer Vater starb, um die Wahrheit zu verteidigen.
So wie Ihr bereit seid, das Imperium zu verteidigen.
Das geht irgendwann zu Ende.
Die Wahrheit, für die Euer Vater starb, niemals.
Nein. Mein Vater starb für nichts.
Und wenn das Imperium zu Ende geht,
werdet ihr Christen die Schuld daran haben.
Denn ihr habt es immer verraten.
Sie kommen.
Fabius braucht sie gar nicht anzugreifen.
Wir werden auf die Ankunft der Flotte warten. Ich sage es ihm.
Warte! Wenn Fabius erfolgreich ist, wird es mein Erfolg sein.
Wenn er verliert, wird die Flotte alles wieder ins Lot bringen.
Und jedermann beweisen, wie sehr ich recht hatte.
Und Bischof Augustinus unrecht? - Genau so ist es.
Los, bewegt euch!
Mein Gott, wie aus der Unendlichkeit der See,
der Tiefe des menschlichen Herzens brachen Stürme, Kriege hervor.
Doch Du schienest in einem tiefen Schlaf befangen.
Wie an jenem Tage auf dem See Tiberias,
als du mit den Aposteln in einem Boote saßest.
Möge der Wind kommen wie an jenem Tage.
Beschwichtige die Herzen der Menschen
und frage uns, wie du es an jenem Tage tatest:
"Warum fürchtet ihr euch? Habt ihr kein Vertrauen?"
Was ist das? Was ist da drinnen?
Sollte ich nicht zurückkehren, tragt Ihr die Sorge für Hippo.
Mein Name ist Augustinus. Ich bin der Bischof von Hippo.
Ich möchte mit eurem Anführer sprechen, mit Geiserich.
Eure Truppen werden von Westen angreifen.
Ihr sucht euch den schwächsten... Ah, der berühmte Bischof.
Die müssen verzweifelt sein in Hippo,
wenn sie das Leben ihres bekanntesten Bürgers aufs Spiel setzen.
Linsen. Das überrascht mich nicht.
Kennt Ihr Esau aus der Bibel?
Er gab sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht hin.
Die von uns übrig sind, würden alles für ein Linsengericht geben.
Aber dann, erst dann, würden wir gewahr, wie dumm wir waren.
Ihr denkt also, dass ich dumm bin.
Das kommt darauf an, was Ihr als Nächstes tut.
Wenn ich Euren Kopf in einen Sack steckte und nach Hippo schickte?
Ich würde denken, dass Ihr Euch schlichtweg wiederholt.
Also, was wollt Ihr mich fragen?
Gar nichts.
Ich bin nur gekommen, um Euch ein Angebot zu machen.
Was könnte das für ein Angebot sein?
Die Möglichkeit, ein großer König zu werden.
Ich bin bereits König eines großen, mächtigen Reiches.
Nein, nichts als das Oberhaupt einer kleinen Bande seid Ihr.
Ihr kämpft nur, um Euren Reichtum zu mehren.
Was ist das, wenn nicht Banditentum? Ohne Gesetze, das Volk nicht einend.
Worüber Ihr herrscht, ist eine Reihe eroberter Dörfer.
Um ein großer König zu werden,
bedarf es viel mehr als Brandschatzen und Plündern.
Es bedarf einer Vision, der Mildtätigkeit, einer festen Hand.
Die so gut aufbauen kann, wie sie zerstört.
Was soll Euer Vermächtnis sein? Das eines Königs oder eines Banditen?
Tut das Richtige.
Wisst Ihr immer so genau, was das ist, das Richtige tun?
Ich weiß nur, dass Verständigung nie falsch ist.
Eine Stadt ist ohne ihre Bürger nichts. Verschont sie.
Die Geschichte wird Euch anerkennen als
einen Banditen, der schwächer war als die anderen.
Als gerechten Mann. Einen König. Den Herrn über ein großes Imperium.
Ich habe meiner Flotte befohlen, die Schiffe durchzulassen,
die Euch von Eurem Papst gesandt wurden.
Warum seid Ihr noch nicht fort?
Weil es nicht das Richtige wäre.
Und Ihr, Augustinus, als was werdet Ihr in die Geschichte eingehen?
Als ein heroischer Bischof.
Als eine rastlose Seele, die ihren Frieden gefunden hat in Gott.
Frieden.
Kehrt zurück nach Hippo!
Und sagt den Bürgern, dass ihr Leben verschont wird,
wenn sie die Stadttore öffnen und die Waffen niederlegen.
Dann beweist mir Euren guten Willen.
Ich muss sie überzeugen, dass sie Euch vertrauen können.
Macht mir einen Vorschlag.
Lasst die Gefangenen frei und nehmt mich statt ihrer.
Bitte.
Mutter, Vater ist zurück!
Ist das schön. Bist du gesund?
Wie gut, dass ich nicht für Rom gestorben bin.
Geiserich hat ein Friedensabkommen vorgeschlagen.
Alle Einwohner werden verschont,
wenn wir unsere Stadttore öffnen und die Waffen niederlegen.
Damit wird eine neue Ära für unsere Stadt Hippo beginnen.
Alles wird vollkommen anders sein als jetzt.
Ja, aber wir sollten uns nicht fürchten.
Wir sollten uns vor unseren Nächsten nicht fürchten.
Heute sind die Vandalen, die uns von Gott gesandt wurden, unsere Nächsten.
"Wir kennen sie doch nicht", sagt ihr.
"Es sind Menschen", sage ich euch.
"Sie sind doch anders als wir", sagt ihr.
"Nicht viel anders als jeder andere Mensch", sage ich euch.
"Sie sind unsere Feinde!", sagt ihr.
"Sie werden unsere Freunde werden", sage ich euch.
Was wird wohl von Hippo übrig bleiben,
wenn es den Vandalen in die Hände fällt?
Eine Stadt. Das sind ihre Bewohner, Statthalter, nicht ihre Mauern.
Mauern sind wichtig, Bischof!
Öffnen wir die Tore von Hippo, hieße das, dass wir alles verlieren.
Heimstätten, Besitztümer und Macht!
Ja, aber es ist ein angemessener Preis für das Leben.
Was für eine Art von Leben soll das sein?
Es wäre ein Leben, weitaus reicher und erfüllter,
als würden wir uns an unsere Besitztümer klammern.
Ich habe einen besseren Vorschlag!
Ich habe eine Nachricht vom Kaiser erhalten.
Die Kaiserliche Flotte wird heute Nacht eintreffen!
Geiserichs Flotte wird zerstört werden!
Geiserichs Armee wird untergehen und Hippo endlich wieder frei sein!
Du hast schon mal versucht, auf deine eigene Stärke zu vertrauen,
statt auf die Gottes. Weißt du noch, was passiert ist?
Wir haben die Flotte des Kaisers! Was brauchen wir Gott?
Also wenn das deine Entscheidung ist,
dann brauchst du mich ja nicht mehr.
Das ist die Entscheidung, die zu treffen war.
Morgen in aller Früh werden die Schiffe,
die der Papst geschickt hat, ablegen.
Wer von euch sich einschiffen möchte, der möge das tun.
Wer von euch nicht bleiben und kämpfen will,
der wird alles verlieren, was er besitzt!
Fabius?
Bischof.
Müsst Ihr Euch nicht
auf die Befreiung durch die Kaiserliche Flotte vorbereiten?
Ich brauche diese Art von Freiheit nicht mehr.
Ich bin heute durch Euch befreit worden.
Nein, das war der Herr. Ich wusste ja nicht einmal, ob Ihr lebt.
Ich meine nicht die Befreiung aus dem Lager von Geiserich.
Ich meine die Befreiung von den Fesseln des Alten Roms.
Ihr habt mich überzeugt, dass es ein neues Rom geben kann,
das nicht auf Angst, Waffen oder verblichenem Ruhm aufgebaut ist.
Wir brauchen eine Stadt, die auf Hoffnung, Vertrauen
und, ja, sogar auf Liebe für unsere Feinde gebaut ist.
Es muss eine Stadt sein... - Ein Gottesstaat.
Dann werde ich vielleicht eines Tages auch ihm danken.
Ich erinnere mich an meinem Vater auf seinem Totenbett.
Er sagte: "Erzählt mir von diesem Staat".
Nun, heute weiß ich, warum.
Da ist noch etwas, worum ich Euch bitten wollte, Bischof.
Jetzt seid ihr Mann und Frau.
Wir haben dunkle Zeiten vor uns.
Aber ihr werdet ein Licht in der Dunkelheit sein.
Ein Licht der Liebe.
Deswegen sage ich euch, wenn ihr schweigt, dann schweigt mit Liebe.
Wenn ihr etwas aussprecht, dann sprecht es mit Liebe aus.
Wenn ihr bestraft, dann bestraft mit Liebe.
Wenn ihr etwas verzeiht, verzeiht es mit Liebe.
Lasst die Liebe in euch Wurzeln schlagen.
Weil die Güte nur aus der Liebe hervorgehen kann.
Liebt, dann handelt nach euren Wünschen.
Ich stehe heute hier an Stelle Eures Vaters.
Hier ist sie. - Die auch. Runter mit allen Kisten.
Warum? Warum habt Ihr sie angewiesen, die Bücher abzuladen?
Das Schiff muss so viele Menschen wie möglich wegbringen können.
Dazu gehört auch Ihr!
Ich kann nicht fort, Lucilla. Ich bin der Bischof dieser Stadt.
Aber sie haben Euch verraten, Euch betrogen.
Wie viele Male habe ich den Herrn betrogen?
Er liebt mich trotz allem immer noch.
Und ich muss Zeuge seiner Liebe sein?
Fabius, geht und schifft euch ein, bevor es zu spät ist!
Nein!
Gib Acht auf sie.
Lucilla, komm. Lucilla, komm!
Komm, wir müssen gehen. - Nein.
Nicht zurückschauen. Lucilla, nicht zurückschauen.
Herr, brennende Schiffe am Horizont. Brennende Schiffe, Herr!
Vandalenschiffe oder Römerschiffe?
Unmöglich, das jetzt zu sagen.
Vandalenschiffe oder Römerschiffe!?
Es ist unmöglich, das schon zu sagen.
Wir müssen bis zum Tagesanbruch warten.
Die Flotte des Kaisers ist zerstört. Sie ist zerstört!
Sie ist zerstört worden. Die Vandalen haben die Flotte besiegt!
Macht schon, verlasst Hippo!
Jetzt geht es los.
Angriff, wir stürmen Hippo!
Macht euch fertig zum Angriff!
Bringt die Schleudern in Stellung!
Alle hören auf mein Kommando!
Die Schleudern in Stellung!
Folgt mir!
Kommt her!
Beeilt euch, es geht los!
Liebe überdauert die Not.
Im Wohlstand zeigt sie sich besonnen.
Im Leid ist sie stark.
Bei guten Taten frohlockt sie. Vor der Versuchung ist sie sicher.
Sie ist ein großzügiger Gastgeber,
fröhlich unter wahren Brüdern, geduldig mit den Ungläubigen.
Sie ist der Geist der Heiligen Schrift,
die Tugend der Prophezeiung, das Heil der Mysterien.
Sie ist die Macht des Wissens, die Belohnung des Glaubens.
Sie ist Reichtum für die Armen, Leben für die Sterbenden.
Liebe ist alles.
(Kampfgeschrei beginnt.)
Nicht die Bücher!
Nicht die Bücher.
Nach dem Ende des Jüngsten Gerichts
werden dieser Himmel und diese Erde nicht mehr sein.
Es werden ein neuer Himmel und eine neue Erde sein.
Diese Welt wird vergehen. Aber nicht durch völlige Zerstörung.
Schon der Apostel Paulus sagte:
"Die Welt, so wie sie ist, wird vergehen. Also fürchtet euch nicht."
Untertitelung: BR 2010
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