All language subtitles for Tatort_ Es lebe der König! (2020)

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Original subtitles

Alles klar.

So, jetzt gehts einmal rechtsrum. - Ja.

Ah, Windstoß. Mist.

Ich dreh um und machs noch mal. - Ja, aber das wird super.

Guten Morgen. - Wir machen grad die Fotos.

Klar, ich weiß.

Farnaz, hast du Papa heute Morgen schon gesehen?

Nein. Du auch nicht? - Nee.

Dann such ihn bitte und Tobias auch. Zieht euch eure Kostüme an.

Zu Befehl.

Ah, mein verlorener Sohn. - Da ist ja die böse Stiefmutter.

Wie viele Kilometer? - Ich hab deine Schwester getroffen.

Das ist Angstschweiß.

Siehst heiß aus übrigens. - Danke.

Aber ich hab das Gefühl, das ist alles irgendwie zu weit.

Das macht sie mit Absicht, damit ich nicht zu gut aussehe.

Hast du Manfred gesehen? - Nein, heute noch nicht.

Okay. Dann spukt der wohl wieder rum.

Bis gleich. - Ja.

Was ist das denn hier?

Das ist super, weil die Bühne steht, ich würd dann proben wollen.

Eine Sache zu den Käfigen. Der Schließmechanismus geht nicht.

Äh, Frau Radtke? - Warte mal kurz.

Schauen Sie sich das mal bitte an.

Was ist das?

Ich, ich glaube, ich habe gerade eine Leiche gefunden.

Papa!

Den krieg ich nicht raus.

Hilf mir doch, hilf mir doch!

Claudia!

Claudia! - Papa!

Papa!

Papa!

Und was sagen Sie? Ertrunken?

Der Mann trägt eine Ritterrüstung, Thiel.

Ach, das ist eine Ritterrüstung, ja? Interessant.

Vielen Dank Herr Prof. Dr. Dr.

Was ich damit meine, ist,

die Ritterrüstung erschwert die äußere Leichenschau.

Sie passt, keine Frage, gut ins Ambiente,

aber sie erschwert die äußere Leichenschau.

Vorher lag er in dieser Plörre, also wird er ertrunken sein.

Genaueres erfahren Sie, sobald ich seine sterblichen Überreste

aus dieser Ritterrüstung herausgeschnitten haben werde.

Ich freue mich auf Alberichs Gesicht.

Dass Sie dieses Gestrüpp im Gesicht tragen.

Wenn Sie es wenigstens stutzen würden. - Mein Bart ist gestutzt.

Ich lebe Ihnen doch vor, wie man mit Erfolg einen Bart trägt.

Der braucht eine gewisse Form. Ich z.B. trage einen Erfolgsbart.

Genau wie Henri Quatre oder Salvadore Dalí.

Oder Walter Ulbricht.

Wenn Sie mit der Familie reden, vergessen Sie auf gar keinen Fall

zu fragen, warum in Gottes Namen der eine Ritterrüstung trug.

Finden Sie es so erstaunlich?

Schauen Sie doch mal. Wenn man so wohnt?

Da wäre ich vielleicht auch in Versuchung geraten.

Die Herrschaften sind doch sicherlich auch

Mitglied bei Ihnen im Golfklub.

Sie haben überhaupt keine Ahnung, was? Das hier ist Haus Lüdecke.

Haus Lüdecke?

Die von Lüdeckes haben den Westfälischen Frieden

mitverhandelt.

Das alles hier atmet förmlich Münsteraner Geschichte.

Mir hat man gesagt, der Schuppen hier heißt Radtke-Burg.

Das würde ich nicht als Erstes erwähnen. Ganz heikler Punkt.

Die Burg hier befand sich von Anfang an durchgängig in Familienbesitz.

Die letzte von Lüdecke, die hier Burgherrin war, die...

...die steht da.

Die Frau, die die Leiche entdeckt hat?

Clarissa von Lüdecke.

Prof. Boerne.

Frau von Lüdecke, seltenes Vergnügen.

Ich war schon vergnügter.

Wenn ich dann nicht länger von Nöten bin, dann würde ich...

Ich wollte sowieso gerade...

Moment, ich muss mit Ihnen... - Sie wollten mit mir sprechen?

Kann ich das hinter mich bringen? - Ja.

Die Burg hier, die hat Ihnen mal gehört?

Ja, dann hab ich an Herrn Radtke verkauft.

Mh, na.

So ein Zufall, was?

Und ausgerechnet Sie entdecken heute Morgen hier die Leiche.

Zufall? Ich gehe fast jeden Tag hier lang.

Manchmal mehrfach.

Aha.

Darf ich fragen warum? - Vögel.

Ich fotografiere und ich kenne hier natürlich

jeden Busch und jeden Baum und jeden Vogel.

Soso.

Wann haben Sie Ihren Vater das letzte Mal gesehen?

Das war gestern Abend beim Abendessen.

Mit seiner Frau und meiner Schwester.

Wie viel Uhr so ungefähr? - Gegen 8.

Wow, sind das alles Vorbereitungen hier für die Geburtstagsfeier?

Er wäre am Wochenende 70 geworden.

Farnaz Radtke. Ich bin die Frau von Manfred Radtke.

Ah.

Mein Beileid.

Sie sind von der Polizei? - Äh, ja, Thiel, Kripo Münster.

Und Sie sind? - Claudia Radtke.

Das ist mein Bruder Tobias. Das ist Farnaz Radtke.

Wir haben uns schon vorgestellt. - Das ist doch gut.

Was kann ich für Sie tun?

Ihr Bruder hat mir erzählt, dass er Ihren Vater das letzte Mal

beim Abendbrot gesehen hat mit seiner Frau um 20 Uhr.

Ja, jaja, da war ich auch dabei.

Haben wir uns noch ein bisschen unterhalten über das Stück, ne?

Ein paar Änderungen gemacht, dann bin ich auf mein Zimmer.

Sie wollten als Familie gemeinsam

zu seiner Geburtstagfeier ein Stück aufführen?

Ja.

Ja, wir wollten und wir, ich denke, wir werden.

Natürlich nicht im Rahmen einer Geburtstagsfeier,

aber eine Art Lebensfeier.

Das ist nicht dein Ernst? - Das können wir später besprechen.

Spinnst du? - Der König ist tot, Farnaz.

Es lebe der König. Claudia, bitte.

Sag mir, dass ihm das nicht gefallen hätte.

Später! - Das kann Herr Thiel ruhig hören!

Zu dieser Feier kommen alle seine Freunde.

Das ist keine Lebensfeier, das ist eine Werbeveranstaltung.

Ja, wenn das so wäre?

Tobias, sag mal was.

Farnaz.

Claudia hat doch recht. Die Show muss weitergehen.

Das war sein Lebensmotto - Euer Vater ist tot.

Habt ihr das verstanden? - Frau Radtke, jetzt mal ganz ruhig.

Die Todesursache Ihres Mannes ist noch nicht geklärt.

Wenn ich bei meinen Ermittlungen Hinweise auf Fremdverschulden finde,

ist das hier ein Tatort.

Dann werde ich den absperren müssen, dann findet hier nichts statt.

Wieso Fremdverschulden?

Er ist in den Graben gefallen und ertrunken.

Ja, aber wieso und warum er in den Graben gefallen ist,

ist noch unklar.

Ja, dann stellen Sie Ihre Fragen bitte.

Schön.

Zunächst möchte ich wissen: Warum trug er eine Rüstung?

Wenn ich das wüsste, Alberich.

Unser 1. toter Zeitreisender, vielleicht.

Vielleicht ist es Siegfried höchstpersönlich.

An Ihrer Stelle würde ich meine Tarnkappe festhalten.

Den habe ich mir attraktiver vorgestellt.

Boerne? - Oh, Prinz Milchbart.

Hier im Audienzsaal. - Moinsen.

Morgen Herr Thiel.

Ah, da liegt er schon, der König der Schausteller.

Was meint er? Er spricht in Rätseln.

Er hier hatte mal ein riesiges Unternehmen.

Vermietung und Verpachtung von Fahrgeschäften, Würstchenbuden,

Weihnachtsmärkten und so.

Hat nen Haufen Kohle damit gemacht. - König der Schausteller.

Den nannten alle nur den Kirmeskönig.

Aber das war nur der Tratsch der Saison.

Nicht dass ich mich an so was beteiligen würde.

Nein, nein.

Was war das heute Morgen mit diesem Burgfräulein, hm?

Clarissa von Lüdecke.

Wieso? - Hatten Sie was mit der?

Wir kennen uns flüchtig von der ein oder anderen Veranstaltung.

Hier, da und dort.

Kulturelle Veranstaltung natürlich. - Interkulturelle Veranstaltungen.

Sie war kein Kind von Traurigkeit.

Keine Party, auf der sie nicht rumsprang.

Bis die Burg verkauft wurde, dann wurde es still um sie.

Ja, und ach, das wird Sie besonders interessieren.

Die Radtke-Burg wird ein Freizeitpark

für Mittelalter-Freaks.

Der Höhepunkt wird ein blutrünstiges Theaterstück über die Wiedertäufer.

Das ist perfide. Das schmerzhafteste Kapitel Münsteraner Stadtgeschichte.

Das interessanteste, meinen Sie wohl.

Ein Mummenschanz auf Haus Lüdecke.

Kein Wunder, dass Clarissa sich schämt.

Warum ich eigentlich hier bin:

Können Sie rauskriegen, ob man sich das ganze Geraffel hier

auch allein an- und ausziehen kann?

Würden Sie das bitte mit in Ihr Gutachten aufnehmen?

In mein Gutachten, wollten Sie sagen.

Das machen wir, Herr Thiel. - Danke Frau Haller.

Auf sie ist Verlass.

Bis später.

Mirko. - Jo.

Ah.

Oh, gibts Kaffee? - Ja, schon fertig.

Was hängt da denn? Ist das neu? - Das ist für den Kaffee.

Ist das ein Barometer? - Ja.

Der Luftdruck ist ein entscheidender Faktor

für die Bestimmung des korrekten Mahlgrads.

Ja, das habe ich immer unterschätzt. Mein Leben war die Hölle.

Sag ich doch.

Danke schön.

Oh wow.

Also, der Barometer-Kaffee...

Wie viel Bar haben wir denn heute?

Wie war die Familie?

Ah, wie war die Familie?

Kopflos, enthauptet.

Radtke hatte sich die Burg eigentlich

als Altersruhesitz gekauft.

Aber dann kam eine Steuerprüfung, seine Tricksereien flogen auf.

Er musste 1,6 Mio. Steuern nachzahlen.

Und kriegte eine Geldstrafe von 600.000 obendrauf.

Gut, das deckt sich mit dem, was ich hier recherchiert hab.

Das gab der Firma den Rest. - Haben Sie noch was rausgekriegt?

Och, ne Kleinigkeit,

die Sie wahrscheinlich gar nicht so interessant finden.

Na, Sie machen es ja spannend.

Links ist Radtke in jungen Jahren. Das war sein 1. Fahrgeschäft.

Und wer ist der Typ da rechts? - Radtkes damaliger Partner.

Ein gewisser Hugo Draak.

Der Hugo Draak?

Der holländische Drogenbaron?

Platz 7 auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher

von Europol, seit Jahrzehnten.

Krass.

Frau Kollegin Klemm, Mahlzeit.

Herr Kollege Söltenfuß.

Was sagen Sie zu der Sache mit Manfred Radtke?

Ist das der mit der Ritterrüstung?

Ich habe noch nichts Neues gehört. Was ist mit dem?

Oh, ach so, verstehe. Also hat Thiel Ihnen da noch gar nichts gemeldet?

Keine Unregelmäßigkeiten? - Na ja, regelmäßig ist anders.

Aber nein. Wieso?

Ach, nur so.

Konversation zwischen 2 Staatsanwälten.

Ich hab davon gehört, und das ist ja schon verrückt alles.

Ja, aha.

Ja, verrückt. - Ja.

Und? - Hm?

Wars das schon mit der Konversation?

Dafür habe ich meine Zigarette ausgedrückt?

Entschuldigung, das...

Ja, also...

Haben Sie dieses Schokodessert mit den Kirschen mal probiert?

Das ist wirklich nicht schlecht. - Wo haben Sie davon gehört?

Von Radtke. Wer hat Ihnen das erzählt?

Ich, jemand, weiß ich jetzt gar nicht. Auf dem Gang irgendwo.

Ah, da ist ja der Kollege Schönfelder.

Den wollte ich unbedingt sprechen, wegen...

Ich lass Sie mal in Ruhe rauchen, Frau Klemm. Mahlzeit.

Au. Ich habs gleich, ich habs gleich.

Vorsicht.

Kann ich irgendwie helfen?

Ich habe mir was verklemmt, was eingeklemmt.

Ich schaff das nicht. Es geht nicht.

So, Ritter der Erdnuss, ist das Ihr abschließendes Urteil?

Wenn ich es nicht hinkriege... - Dann kriegt es niemand hin.

Alberich?

Soll ich Ihnen beim Ausziehen helfen? - Im Gegenteil.

Legen Sie mir den Rest an. Ich will ein schönes Foto.

Hat die Obduktion irgendwas ergeben? - Ja, jaja.

Wir sind noch nicht fertig, aber die Todesursache steht fest.

Tod durch Ertrinken? - Ja. Aber atypisch.

Atypisch? - Ja, atypisch.

Ohne Magenschleimhautrisse, keine Wüdler-...

- Wydler. - ...Zeichen

Schichtung. - Des Mageninhalts.

Alberich, ich rede.

Das bedeutet, dass er keine Gelegenheit hatte,

Luft zu aspirieren wie ein Ertrinkender, der sich wehrt,

der an der Oberfläche bleiben will.

Normalerweise würde ich denken, jemand hat ihn unten gehalten.

Aber in diesem Fall... - ...war es die Rüstung.

Die ihm aber irgendjemand angelegt haben muss.

Also ist damit klar, einer von den dreien lügt.

Aua, aua, aua. - Ja, wer schön sein will...

Schön.

Ja, also, ich finde, das fühlt sich gar nicht mal so unangenehm an.

Es fühlt sich sogar ganz gut an. Es fühlt sich irgendwie richtig an.

Alberich, jetzt machen Sie doch mal so ein Selfie von mir.

Thiel, kommen Sie ruhig mit drauf auf mein Selfie.

Ich kann Sie zum Ritter schlagen.

Danke, ich ziehe es vor, in Würde zu sterben.

Ich könnte Sie auch einfach nur so schlagen.

Wiedersehen Frau Haller. - Wiedersehen.

So.

Achtung und lächeln.

Ja.

Lächeln? - Siegesgewiss.

Ein Ritter lächelt nicht. Ein Ritter...

Sehr gut, habe ich.

Versuchen Sie doch mal so ein Video.

Und läuft.

Who's bad?

Sei still. Du bist mir nicht gehorsam gewesen.

Ich bin dir gehorsam gewesen. Das weißt du.

Du erkennst dich selbst nicht mehr. - Aus deinem Mund kommen nur Lügen.

Knie dich hin.

Aber Jan.

Ich bin deine Frau.

Ich liebe dich.

Aber ich werde dich hinrichten. - Tobias.

Das gibts doch nicht. Gib mal mehr Wumms.

Wir sind keine Schauspieler.

Es geht darum, dass die Leute einen Eindruck davon bekommen,

wie es später werden soll.

Übertreibt beide. Spielt laut, spielt schrill.

Wenn die Leute lachen, ist doch gut.

Wenn die Geldgeber ihr Geld geben, und wir alles aufziehen können,

dann engagieren wir richtige Schauspieler.

Aber jetzt schlägt der Täuferkönig seiner Frau den Kopp ab.

Rosemarie, wo ist der Kopf?

Ich kann das nicht. Ich mach mich nicht zum Affen für Claudia.

Ich mach das für Papa.

Weil Claudia recht hat. Er hätte das so gewollt.

Aber ich verstehe das, wenn du das nicht machen kannst.

Dann finden wir schon jemand anders. Es kann dich niemand zwingen.

Ah ist ja toll. - Schau mal.

Vorsicht, da sind Nadeln dran. - Das ist der Hammer.

Ist ja richtig so ein Stück Wirbelsäule.

Die Nadeln, bleiben die da drinnen? - Nein.

Die kommen dann raus.

Ich mach das nicht für Claudia und auch nicht für Manfred.

Ich mach das für dich, Tobias.

Gut, okay, kommt.

Jetzt noch mal, aber mit ein bisschen mehr...

Gib mal ein bisschen mehr Gas jetzt.

Knie dich hin!

Ich bin deine Frau. Ich liebe dich.

Aber ich werde dich jetzt hinrichten wegen Ungehorsam.

Ja, das ist viel besser.

Toll, ganz toll.

Was wollen Sie noch hier? - Mit Ihnen reden.

Diesmal aber bitte einzeln.

Wieso? Gibts, gibts einen Verdacht?

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Ich würde gerne mein Bild vervollständigen.

Wenn Sie so freundlich wären?

Also, hier hing die Rüstung, ja?

Ja.

Das war sein Lieblingsspielzeug im Moment.

Ironischerweise.

Das kann man wohl sagen.

Haben Sie hier einen Liebling? - Genau der, vor dem Sie stehen.

Dies hier? - Mhm.

Nicht das mit den Pferden. - Nee.

Die Burg und das Theaterstück, das ist eigentlich Ihr Projekt, stimmts?

Burg Radtkenstein präsentiert: "Das Täuferreich - Die Experience".

Das ist doch toll, oder? - Ja, klar.

Da wäre diese Geburtstagsfeier die beste Gelegenheit gewesen,

das mal irgendwelchen Sponsoren zu präsentieren.

Soll ich Ihnen sagen, was ich mache,

wenn ich nicht probe oder mich mit Ihnen unterhalten muss?

Ich hoffe Sie erzählen es mir. - Ich telefoniere die Gästeliste ab.

Ruf jeden einzelnen an.

Erzähle jedem, was passiert ist und flehe jeden an, trotzdem zu kommen.

Das klingt ziemlich belastend.

Und klappt es? - Ja.

Erstaunlicherweise schon.

Ein paar von den alten Freunden finden es makaber,

aber die wirklich wichtigen Gäste, die, ähm, die kommen.

Die Sponsoren? - Ja, klar, genau.

Ich mein, wenn die Feier nicht stattfindet,

dann hat das hier alles keine Chance.

Dann sind wir wirklich am Arsch. - Na ja.

Man könnte die Präsentation verschieben.

Nee.

Nee, das geht nicht. - Wieso nicht?

Die Gäste haben vor Monaten die Einladungen bekommen,

die kriege ich nie wieder so zusammen.

Die kommen alle wegen Papa. Das ist der einzige Grund.

Ich mein, uns steht das Wasser hier wirklich bis zum Hals.

Der Unterhalt hier kostet ein Vermögen im Monat.

Bitte, nehmen Sie ruhig Platz.

Ich bin nicht gerne hier drin.

Wieso?

Weil Manfred mich nicht gerne hier drin hatte.

Wieso das denn nicht?

Er brauchte seine Zeit, das war sein Raum.

Verstehe.

Ja, ich wollte eigentlich nur wissen:

Haben Sie ihm geholfen, die Ritterrüstung anzulegen?

Nein.

Und Sie sind nicht wach geworden,

als er sich mitten in der Nacht die Rüstung angezogen hat?

Nein, ich schlafe gut. Ich mache viel Sport.

Es geht mich ja eigentlich nichts an, aber ich...

Na ja, Ihr Mann ist ja schon ganz offensichtlich etwas älter als Sie.

Darf ich fragen, wo Sie sich kennengelernt haben?

Haben Sie in seinen Fahrgeschäften gearbeitet?

Wir haben uns im Bordell kennengelernt.

Manfred war mein Stammkunde.

Tobias' und Claudias Mutter ist früh gestorben.

Manfred war mit seiner Arbeit verheiratet, hatte die Kinder.

Ich war erst seine 2. feste Beziehung im Leben.

Seine 2. große Liebe.

Haben Sie ihm geholfen, die Ritterrüstung anzulegen?

Nein.

Herr Thiel, ich respektiere jeden, der das, was er tut, ernst nimmt,

der gründlich ist und keine Ruhe gibt, aber...

Aber es gibt einfach keinen Hinweis auf eine Straftat.

Doch misstrauen Sie uns und stochern hier herum, im Nebel.

Ja, stimmt.

Also, stimmt ungefähr.

Mein Vater ist in seiner Ritterrüstung in seiner Ritterburg

gelaufen und ins Wasser gefallen in der Nacht.

Das ist kein sehr königliches Ende, aber...

Aber so einfach ist das.

Ja?

So einfach ist das? - Ja.

Demenz?

Frontotemporale Demenz, Thiel. Da schrumpfen die Stirnlappen.

Von da werden Sie es schlecht sehen. Kommen Sie rum.

Kommt sehr selten vor.

Bei Manfred Radtke war die Krankheit ungefähr

am Ende des mittleren Stadiums.

So spätes Mittelalter, passt ja.

Ist so was nicht

mit Persönlichkeitsveränderungen verbunden?

Ja, z.T. mit erheblichen.

Das logische Denken nimmt ab, die Konzentrationsfähigkeit ebenfalls

und die Impulskontrolle.

Hinzukommt, dass die wenigstens Patienten in der Lage sind,

sich selbst als krank wahrzunehmen.

Aber die Leute um ihn herum, seine Familie,

die hätte das doch bemerken müssen.

FTD wird oft spät erkannt, weil die zeitliche und örtliche

Orientiertheit länger erhalten bleiben als bei Alzheimer.

Hinzukommt, so eine Familie ist eine gigantische Verdrängungsmaschine.

Na schön, aber was bedeutet das jetzt für meine Ermittlungen?

V.a. erklärt FTD mal, warum jemand überhaupt mitten in der Nacht

in einer Ritterrüstung herumspaziert.

Da der Verlust des Gleichgewichtssinns und

Koordinationsfähigkeit zu den frühen Symptomen dieser Krankheit gehören,

kann er schon mal ins Wasser fallen.

Aber die Verrenkungen, um sich selber eine Rüstung anzulegen,

sind doch komplett obsolet.

Das ist ausgeschlossen.

Das haben wir

in einem beeindruckenden Selbstversuch nachgewiesen.

Ja. Kann ich die Selfies mal sehen? - Sie wollten ja nicht mit drauf.

Guten Morgen zusammen. - Guten Morgen.

Moinsen Frau Haller. - Was sagen Sie zu der FTD?

Das könnte der Grund sein, warum die Radtkes mich alle angelogen haben.

Aber vielleicht ist es sogar ein Motiv oder Teil eines Motivs.

Für mich wirft diese Diagnose v.a. ein milderes Licht

auf die Vermessenheit Radtkes, das Täuferreich zu Münster

für so ein dahergelaufenes Volkstheaterstück zu missbrauchen.

Also ich werde mir dieses Stück gar nicht angucken.

Nee, ich auch nicht. - Meine Güte.

Was haben Sie immer mit dem Täuferreich? Das ist Ewigkeiten her.

Das tut immer noch weh, ja?

Was wissen Sie denn vom Täuferreich von Münster?

Das ist Historie, Thiel. Nicht irgend so ein St. Pauli...

Die Wiedertäufer waren eine radikal-protestantische Bewegung,

angeführt vom selbsternannten König Jan van Leiden,

der aus Leiden in Holland kam.

Ja und 1532... - Falsch. Schon falsch.

Lassen Sie mich ausreden. - 1533.

Das ist eine Frage, wie man den Anfang des Täuferreichs definiert.

1533 kam Jan van Leiden das 1. Mal nach Münster.

Ich hab zu arbeiten.

Der eigentliche Machtkampf begann viel früher,

nämlich 1532 mit dem Stadtrat Bernd Rothmann.

Aha, schon wieder falsch. Es war Knipperdolling.

Sie haben ja überhaupt keine Ahnung. - Der verbreitet hier Halbwissen.

Knipperdolling war der Scharfrichter.

Ich kenn den Namen aus den Horrorgeschichten,

die mir als Kind den Schlaf geraubt haben.

Jetzt fängt die auch an. - Ja, aber so ist es.

1534 kehrte Jan van Leiden als Prediger nach Münster zurück.

Da ließ er die Tore der Stadt verrammeln, woraufhin der Bischof

von Osnabrück sich genötigt fand, die Stadt zu belagern.

Dann ließ der Bischof die Stadt stürmen.

Dann gab es ein entsetzliches Gemetzel in den Straßen von Münster.

Jan van Leiden wurde dann auf dem Prinzipalmarkt

erst öffentlich gefoltert und dann hingerichtet.

Und zwar zusammen mit seinen beiden anderen Anführern.

Bernd Knipperdolling. - Knipperdolling.

Und Bernd..? - Ah, und?

Bernd...? - Rothmann. - Falsch.

Kleiner Tipp, es gibt 3 Bernds bei den Wiedertäufern.

Bernd Rothmann, Bernd Knipperdolling und Bernd...?

Dann wars eben der 3. Bernd. - Bernd?

Bernd Krechting. - Krechting.

Ich wollte bloß wissen, ob Sie es wissen.

Die Leichen der 3 wurden in Eisenkäfigen

an die Lambertikirche gehängt, wo sie noch heute hängen.

Wir kennen die Geschichte ja alle. Herr Thiel, unser Streberchen.

Da hat er ein paar Fakten auswendig gelernt. Hohle, tote Fakten.

Aber was das Ganze für die Münsteraner Stadtpsyche bedeutet,

das können Sie doch gar nicht ermessen.

Ich sage Ihnen, der Münsteraner empfindet eine Tiefe, was sage ich,

kollektive Abneigung gegen jede Form von Totalitarismus.

Auch den Ihren, Thiel. - Also, jetzt langts aber.

Ich hatte damals Albträume davon.

Also, Jan van Leiden, der hat während der Belagerung

die Vielweiberei eingeführt.

Und dann eine seiner 18 Ehefrauen wegen Ungehorsam eigenhändig

einen Kopf kürzer gemacht.

Das wäre natürlich in Ihrem Falle wirklich problematisch.

Und wie hieß die Frau?

Wie hieß die Frau? - Elisabeth Wandscherer.

Raus mit Ihnen!

Schönen Tag noch.

Wiedersehen Frau Haller.

Dem habe ich es aber gezeigt. - Männer.

Guten Morgen Kollegin. - Stellen Sie mir eigentlich nach?

Was? Ich mache Sie nach allenfalls.

Man sitzt hier wirklich nett. - Mhm.

Aber wo ich Sie schon treffe.

Mir geht ja wirklich dieser Fall nicht aus dem Kopf.

Dieser edle Ritter im Bade.

Gibts da eigentlich schon was Neues von Thiel?

Ja, wir haben gerade telefoniert.

Es gibt da einen Verdacht.

Okay, ist ja irre.

Was, was genau sagt er denn, der Herr Thiel?

Wen hat er im Verdacht?

Ich habe Sie im Verdacht, dass Sie mich aushorchen wollen.

Gesprochen wie eine Staatsanwältin.

Aber jetzt mal ganz im Ernst, das ist überhaupt nicht meine Absicht.

Ich bin nur neugierig. Berufskrankheit, kennen Sie ja.

Ja, da haben Sie recht. Das kenn ich, Herr Kollege.

Hier steht Jähzorn, Kontrollverlust, Gewaltbereitschaft.

Da denk ich an die Blutergüsse, die Sie bei Farnaz Radtke gesehen haben.

Ich habe gerade über die Blicke nachgedacht,

die Tobias Radtke der Farnaz immer zugeworfen hat.

Sie meinen, die haben was miteinander?

Möglich.

Aber vielleicht wollte er sie auch nur beschützen.

Und sie erlösen.

Oder Farnaz war es selbst.

Weil sie es nicht mehr ausgehalten hat.

Oder beide.

Oder beide, ja.

Was ist denn mit dieser Claudia?

Die hat nicht mal ein Hehl daraus gemacht, dass ihr die Zukunft

der Burg und diese Täufer-Experience wichtiger ist,

als die Trauer um ihren Vater.

Sein Tod gefährdet das Projekt doch eher.

Vergessen Sie nicht die Demenz.

Vielleicht wäre er lebend

gefährlicher für das Projekt gewesen.

Wenn die Leute gesehen hätten, wie er sich verändert hat.

Oder er vielleicht sogar noch ausfällig geworden wäre.

Na ja, das sind ja sowieso alles nur Mutmaßungen.

Und nu?

Eine Durchsuchung.

Und dann hoffen, dass man irgendwas findet.

Bei der Beweislage?

Weil Boerne seine Rüstung nicht allein anziehen kann?

Da kriegen wir bestimmt einen Durchsuchungsbeschluss

von Frau Klemm.

Keine Ahnung. - Ich mach Feierabend.

See you later, Herr Trompeter.

Oh, Vaddern, muss das sein?

Bist du nicht langsam mal zu alt für den Quatsch?

Dafür ist man nie zu alt. - Und dann immer noch Taxi fahren.

Du kriegst Rente, kannst du doch das Taxi an den Nagel hängen.

Taxi an den Nagel hängen?

Meinst du das hält?

Wenigstens so einen Seniorenfahrtest könntest du machen.

Ich kann dich da auch anmelden.

Konntest du bei Boerne punkten?

Ach, mit den Wiedertäufern? Ja.

Danke noch mal für das Buch. Hat echt geholfen.

Wilde Story, oder? - Ja.

Denkt man gar nicht, wenn man hier so rumläuft.

Dass die Münsteraner so ausflippen können?

Eben noch schön Fahrrad fahren und freundlich grüßen und dann,

zack, Vielweiberei, und alle hacken sich gegenseitig die Köpfe ab.

Ja, Thiel?

Thiel. - Frau Klemm.

Ja, ich wollte Sie...

Wir müssen jetzt dringend sprechen.

Wir treffen uns in Ihrem Büro. Bis gleich.

Gott sei Dank. Sie haben wirklich einen Verdacht?

Äh, ja.

Wieso? Wie meinen Sie das? - Ach.

Ich habe jemandem auf den Zahn gefühlt, egal.

Was machen Sie jetzt als Nächstes? Viel haben Sie ja nicht in der Hand.

Also, wenn es nach mir ginge, ich würde jetzt natürlich wahnsinnig

gerne die Burg durchsuchen lassen, aber...

Warum nicht?

Ich veranlasse das.

Wunderbar. Vielen Dank Frau Klemm.

Aber rein freiheitsrechtlich,

also es gibt ja hohe Hürden für Hausdurchsuchungen.

Deshalb bin ich natürlich hier etwas...

Deshalb möchte ich mich

recht herzlich bei Ihnen bedanken, Frau Staatsanwältin.

Bitte Herr Staatsbürgerkunde.

Äh, Frau Klemm?

Sagen Sie, wem haben Sie denn da auf den Zahn gefühlt?

Kollegen von Ihnen?

Söltenfuß. - Nein.

Kennen Sie den? - Nein.

Hat sich an mich rangewanzt. In meiner Mittagspause.

Ausgefragt über den Fall Radtke.

Angeblich aus Neugier,

aber bei der kleinsten Gegenfrage wurde er unsicher.

Ich habe ein komisches Gefühl bei dem.

Der weiß was über die Radtkes.

Steckt im schlimmsten Fall sogar mit denen unter einer Decke.

Thiel, wissen Sie was noch besser ist als ein guter Anwalt?

Ein guter Staatsanwalt.

Der ist viel wert, wenn man kriminell ist.

Und...

...er hat diesen hier gemacht.

Tja.

Wir verstoßen gegen das Grundgesetz, weil der Mann Nichtraucher ist?

Mhm.

Ich werde Boerne den Gefallen tun und ihn mitnehmen.

Ach, Papa.

2 Mann nach oben.

Claudia, was ist los?

Er macht es. Er macht uns dicht. Mordermittlung.

Ach, Herr Thiel.

Schade, ich dachte, Sie sprengen die Regel.

Was denn für eine Regel?

Dass die Polizei sich an jeden Strohhalm klammert,

sobald es darum geht, Familien wie meiner an den Karren zu pissen.

Was haben Sie als Grund vorgeschoben?

Laut Experteneinschätzung war es Ihrem Vater unmöglich

die Rüstung allein anzulegen.

Folglich gehen wir von Fremdverschulden aus.

Davon haben Sie den Staatsanwalt überzeugen können?

Allerdings. - Was war denn das für ein Experte?

Der Beste. - Wissen Sie was?

Wir sind vielleicht pleite, aber für einen Anwalt reicht das noch.

Herr Thiel? - Ja? - Wir haben hier was.

Aha.

Haben Sie die Kombination dafür?

Nein, der Safe gehört meinem Vater.

Er ist offen.

Sieht so aus.

Prof. Boerne?

Ja, das bin ich. - Rosemarie Sieber.

Ich habe bei Ihnen studiert. - Ah.

Ihre Vorlesungen waren immer der Hit.

Wirklich? Ja, ich weiß.

Und was machen Sie jetzt hier?

Ich arbeite hier für die Täuferreich-Experience.

Hab abgebrochen damals, tut mir leid.

Lamentabel. - Ja.

Aber das, was ich von Ihnen über Leichen weiß, hilft mir bis heute.

Ich mach die Maske und Requisite. - Doppel lamentabel.

Dann bin ich in gewisser Weise Mitschuld an dieser Farce.

Sind Sie kein Fan von unserer...

Gewaltpornografischen Ausschlachtung der Münsteraner Geschichte?

Begrenzt. - Schade.

Warum?

Ich stümpere hier an den Dummies von den toten Täufern rum, und plötzlich

steht da der landesweit berühmteste Rechtsmediziner vor mir.

Ach was. - Ich hätte sie gern um Rat gebeten.

Ihr Experte lehnt sich weit aus dem Fenster.

Mein Vater war für sein Alter fit.

Sind Sie die Expertin für die Gesundheit Ihres Vaters?

Entschuldigung? - Du musst nichts sagen.

Farnaz, du auch nicht. - Da hat Herr Radtke recht.

Sie müssen sich nicht selbst belasten, aber...

Warum machen Sie das mit uns?

Weil ich den dringenden Grund habe, Ihnen zu misstrauen. Ihnen allen.

Sie haben mir etwas sehr Wichtiges verschwiegen.

Hm?

Ihr Vater war schwer krank. Er war dement.

Er war was? - Oh, das wussten Sie nicht, ne?

Kommt das von euch?

Ach, das kommt von euch, dass Papa sie nicht mehr alle hatte?

Er wurde halt älter.

Das war für dich natürlich schade.

Aber dass du so was erzählst, das versteh ich nicht.

Es reicht. - Wir haben Herrn Thiel nichts gesagt.

Der pathologische Befund war eindeutig.

Die Veränderungen im Gehirn waren schon...

Es tut mir leid.

Wenn Sie jemandem mit glühenden Zangen ein Stück Fleisch

aus dem Leib herausreißen, tun Sie ihm gleichzeitig einen Gefallen.

Warum? - Äh.

Sie kauterisieren die Wunde.

Das Blut des Toten, was macht das Blut?

Irgendwas mit K? - Richtig. Es koaguliert.

Die Gefäße verschließen sich und na ja.

Also, Sie brauchen einfach weniger flüssiges Blut

und ein bisschen mehr, ein bisschen mehr Schmelz.

Mehr Schmelz.

Entschuldigung.

Haben wir Ihre Personalien schon aufgenommen?

Noch nicht, ich hol meinen Ausweis. Gehen Sie nicht weg.

So.

Wo waren wir? Bei mehr Schmelz, oder?

Mehr Schmelz. - Sehr gut.

Ach so, sagen Sie mal, müssen wir uns eigentlich Sorgen machen?

Also, die Durchsuchung, ist das Routine?

Ich muss kurz zu meinen Kollegen.

Aber... - Nein.

Leider kein Aber. Die benötigen meine Expertise.

Diese Krankheit geht einher

mit einer extremen Persönlichkeitsveränderung.

Frau Radtke, ist Ihnen das gar nicht aufgefallen?

Die Hämatome auf Ihrem Rücken und hier vorne, war er das?

Er hat das nicht so gemeint.

Und hatten Sie eine Auseinandersetzung mit ihm?

An dem Tag.

Nein, nein.

Mhm.

Dann haben Sie doch Ihre Erklärung.

Der König der Schausteller war nicht mehr ganz dicht.

Sein Gehirn war geschrumpft.

Er ist nachts rumgelaufen, hat Ritter gespielt, ist dabei ersoffen.

Eine Witzfigur. - Hör auf. Niemand sieht das so.

Sie wissen, was dieses Fest für uns bedeutet.

Sehen Sie nicht irgendeine Möglichkeit?

Helfen Sie uns. - Bitte.

Einer von Ihnen lügt.

Mindestens einer von Ihnen weiß mehr über das,

was in der Nacht vor seinem Tod passiert ist.

Also?

Na schön, wie Sie wollen.

Ich werde mich bemühen,

die Resultate so schnell wie möglich auswerten zu lassen.

Aber bis ich die Ergebnisse habe, bleibt die Burg gesperrt.

Ah, Boerne.

Habe ich Ihnen zu viel versprochen? - Eher zu wenig.

Zweifellos hat der alte Radtke hier seinem sich verwirrenden Geist

ein Denkmal gesetzt.

Wobei, Autoscooter fand ich immer geil.

Gabs bei uns in Hamburg aufm Dom auch.

Da habe ich als 12-Jähriger immer voll draufgehalten.

Besonders bei so Typen wie Ihnen.

Das ist ja verrückt. - Was?

Sie können einen von oben herab anschauen,

selbst wenn Sie von unten schauen.

Das alles hier sind Symptome. Die ganze Burg ein begehbarer Arztbrief.

Eine Diagnose aus Stein, eine die ich Ihnen nicht wünsche.

Was ist, wenn er sich die Rüstung doch selber angezogen hat?

Das ist unwahrscheinlich. Aber Sie haben recht, etwas ist faul.

Diese Requisiteurin, Rosemarie Sieber, die hat versucht

mich auszuhorchen, angeleitet per SMS von einem gewissen Anonymus.

Wahrscheinlich einer von der Familie,

der wissen will, was wir haben.

Die Antwort lautet ja leider, nicht viel.

Hoffen wir, dass wir nach dieser Aktion hier mehr haben.

Wer zuerst zu Hause ist?

Ich gebe Ihnen ein bisschen Vorsprung.

Aber die Post-its an Radtkes Computer sind doch alles Passwörter.

Aber davon passt keins auf den USB-Stick aus dem Safe.

Ich lasse ein einfaches Brute-Force-Programm drüber laufen.

Da müssen Experten ran. Ich muss das Ding einschicken.

Sind Sie irre? Das dauert doch ewig.

Wenn Widerspruch einlegen gegen die Durchsuchung?

Die Klemm bringt uns um. - Die Klemm bringt Sie um.

Sie haben nichts gefunden? Keinen Abschiedsbrief, kein Testament, nix?

Nein, alles unauffällig.

D.h. wir haben nur diesen verschissenen Stick.

Hier ist eine Gästeliste für den Geburtstag.

Da steht ein Name drauf, der ist handschriftlich ergänzt von Manfred.

Das ist doch schon mal was. "J. Beuckelszoon".

Das ist der Geburtsname von Jan van Leiden, vom Täuferkönig.

Das wusste ich nicht, aber mir kommt dieser Name trotzdem bekannt vor.

Radtke konnte Fantasie und Realität nicht mehr auseinanderhalten.

Das ist einfach ein weiteres Symptom für seine Krankheit.

Scheiße.

Herr Thiel? - Ja?

Der UBS-Stick ist offen. Das Passwort, kommen Sie.

Das Passwort ist abcdefghijklmnop.

Ja, ist kackegal, der konnte sich nichts anderes mehr merken.

Eine einzige Datei, ein Video. - Können Sie es bitte mal öffnen?

Ja. - Danke.

Ah. Frau von Lüdecke.

Das ist die Vorbesitzerin der Burg? - Holla die Waldfee.

Was sind das denn für Vögel?

Was geht denn da ab?

Boah.

Machen Sie mal aus. - Nee, machen Sie mal aus.

Das ist ja grauenvoll.

Boah.

So kann man sich das auch abgewöhnen.

Haben Sie es ganz gesehen?

Genug, um zu wissen, dass Sie damit erpressbar sind.

Hat Ihnen Radtke so die Burg abgeluchst?

Das Haus, Haus Lüdecke.

Er hat mich zu sich eingeladen.

Großer Bahnhof, teures Essen.

Viel Alkohol, um sich einzuschleimen, damit ich ihm

Haus Lüdecke verkaufe, dachte ich.

Sie wollten das Haus nicht verkaufen?

Natürlich nicht.

Ich dachte, ich nehms halt mit, einen Abend mit einem Gangster.

Habe ich was zu erzählen.

Das geriet dann außer Kontrolle. Also, meiner Kontrolle zumindest.

Ein paar Tage später kamen Screenshots per anonymer Mail.

Mit einem neuen Angebot, dass Sie nicht ablehnen konnten.

Herr Thiel? - Ja?

Schauen Sie mal bitte.

Hier, sehen Sie das? Können Sie mir das erklären?

Die Bilder sind doch datiert. Das ist Wochen her.

Ich wollte das Käuzchen fotografieren,

das ich gehört hatte in der Eibe.

Da habe ich ihn gesehen. Natürlich fotografiert man so was.

Frau von Lüdecke! - Herr Thiel.

Sie haben ein starkes Motiv. Sie wurden erpresst.

Und Sie wussten, dass er nachts da rumläuft,

was diese Fotos beweisen!

Das dauert nur 10 sek dahinzugehen und ihn ins Wasser zu schmeißen.

Ja! - Es hinterlässt nicht mal Spuren.

Natürlich habe ich Radtke dafür gehasst, dass er mich erpresst hat.

Aber so stark ist mein Motiv nicht.

Ich bin froh, dass ich das Haus los bin.

Wissen Sie, was das kostet? Wie viel Geld, wie viel Nerven.

Man lebt nicht in einer Ritterburg, man lebt für eine Ritterburg.

Und von selbst hätte ich es niemals über mich gebracht,

sie loszuschlagen, aber so.

Und der Preis war fair. Ich habe ihn nicht umgebracht.

Fortsetzung folgt.

Und?

Sie wirken nicht wie jemand, der einen Fall gelöst hat.

Ja, ich weiß nicht.

Klar, gibt es einiges, was dafürspricht,

dass Clarissa von Lüdecke Manfred Radtke...

Was stört Sie?

Schon alleine die Tatsache, dass wir bei der Durchsuchung der Burg

nur diesen blöden Stick gefunden haben.

Der wie durch ein Wunder die gesamte Familie Radtke

auf einen Schlag vom Mordverdacht befreit.

Wir haben nie in Betracht gezogen, dass sie unschuldig sein könnten.

Unschuldig? Eine eiskalte Erpressung ist nicht unschuldig.

Das ist mehr als kriminell.

Und wer hat diese Honigfalle inszeniert?

Ja, Manfred Radtke. - Genau.

Manfred Radtke.

Schauen Sie mal, auf diesem Foto, dass Clarissa gemacht hat,

da sieht man doch eindeutig, dass die Lederschnalle hier geöffnet ist.

So, und dieses Foto ist 2 Wochen alt.

Hat Radtke einen Yoga-Intensivkurs gemacht,

dass er sich plötzlich das Gelumpe allein anziehen konnte?

Wohl kaum.

Ja, herein.

Sie haben wohl die Schilder übersehen,

die Unbefugten den Zutritt untersagen.

Ach, das kenn ich aus dem Studium. - Ah ja, richtig, Sie...

...hatten ja hier studiert, nicht?

Was kann ich für Sie tun?

Ich hatte gehofft, dass Sie mir ein paar Ratschläge geben können.

Die waren wahnsinnig wertvoll bis jetzt.

Ah ja.

Ich habe diesen abgeschlagenen Kopf in der Box.

Wenn ich ehrlich bin, machts mir auch Spaß.

Wenn Sie ehrlich sind.

Also, ich...

Ich müsste kurz... - Ich bin hier.

Ich geh mal.

Ich habe noch was gefunden.

Jan Beuckelszoon, mir hat keine Ruhe gelassen,

dass mir der Name so bekannt vorkam.

Jetzt weiß ich wieder, wo ich ihn gelesen hab.

Das ist Hugo Draak. - Nein, schauen Sie unter Aliasse.

"Jan Beuckelszoon".

So hat Draak sich gern in jungen Jahren genannt.

Es muss nix bedeuten. - Aber, wenn es etwas bedeutet...

...dann bedeutet es was?

Sie halten für möglich, dass einer der meistgesuchten

Verbrecher Europas morgen Abend nach Münster kommt.

Ja. Thiel? - Sie ist wieder da.

Was? Wer ist da? - Na sie, Thiel, die Spionin.

Boerne? - Diese Rosemarie. Diese Sieber.

Diese Requisiteurin. Die wanzt sich schon wieder an mich ran.

Okay, Boerne, hören Sie mir zu. Halten Sie sie fest.

Geben Sie ihr, was immer sie will.

Also, gerade wenn sie Sie mag... - Nein, ich will sie loswerden.

Ich bin gleich bei Ihnen.

Spielen Sie einfach mit, wenn ich komme, okay?

Egal, was ich sage oder tue. Verstanden?

Gut, bis gleich. Wiederhören.

Thiel?

Frau Klemm, wir müssen sprechen, aber nicht am Telefon.

Ich wollte Sie auch gerade anrufen.

Ich habe da etwas entdeckt, das ich Ihnen nicht am Telefon sagen will.

Okay, wann und wo?

So, das hier, das sieht aus als hätte jemand den Kopf abgerissen.

Das sind einfach nicht die Spuren, die ein Schwert hinterlassen würde,

das einen Hals durchtrennt.

Das hinterlässt komplett andere Spuren.

Das ist viel zu viel Gezadder. - Äh, also weniger Gezadder?

Viel weniger Gezadder. Das ist einfach viel zu viel.

Wie denn? - Na ja, so.

Ja, eigentlich ganz gut.

Boerne?

Ja? Oh.

Hier sind Sie. - Ja, bei der Arbeit.

Hallo. - Hallo.

Es gab eine Festnahme im Fall Radtke.

Wirklich? Wer?

Können wir das vielleicht unter 4 Augen besprechen?

Ja.

4 Augen.

Nichts für ungut.

Clarissa von Lüdecke. Clarissa von Lüdecke?

Was? Clarissa von Lüdecke? Das hätte ich nicht gedacht.

Und? Hat sie gestanden? - Und?

Hat sie...

Und hat sie gestanden?

Ja, wenn ich nicht ganz falsch liege, dann wird sie bald sitzen.

Ja, die Beweislage war erdrückend. Ist erdrückend.

Dann kann man Ihnen zu diesem Erfolg nur gratulieren.

Ja, das kann wohl sagen.

Aber Ihnen natürlich auch, Herr Professor.

Gern geschehen.

Ich sag mal, vielen Dank und alles Gute.

Auch beruflich. Ja, ich muss dann auch mal wieder.

Ich muss noch zur Vernehmung. - Natürlich.

Wiedersehen. - Tschüs.

Thiel, das ist Spekulation.

Radtke kannte Draak unter dem Namen Beuckelszoon.

Die waren Jungendfreunde.

Und der schreibt den Namen seines alten Jugendfreundes

auf die Gästeliste in dementem Realitätsverlust.

Ist absolut möglich.

Es geht nicht um die Überprüfbarkeit dieser Theorie, sondern darum,

ob wir uns Draak durch die Lappen gehen lassen wollen.

Radtke ist tot. Warum sollte Draak noch kommen?

Zur Trauerfeier seines alten Freundes.

Deswegen brauchen wir jetzt das ganz große Einsatzkommando.

Observation, Straßensperren, das volle Programm.

Gehen Sie da mit? - Mein Gott, mein Gott.

Frau Klemm? Gehen Sie da mit?

Die Antwort ist Nein. - Und warum nicht?

Weil es zu riskant ist. - Ach.

Herr Staatsbürgerkunde, einmal weghören bitte.

Söltenfuß. Ja, das hat mir keine Ruhe gelassen.

Da habe ich ein wenig geschnüffelt.

So, kriegen Sie das in Groß da an Ihre Wand?

Äh, ja, das kriegen wir hin.

So bitte.

Das ist Tobias Radtke. - Ich weiß.

Das ist Söltenfuß? - Ja.

Wann war das? - Vor ein paar Tagen.

Die Radtkes bestechen ihn. - Oder sie erpressen ihn.

Auf alle Fälle stecken sie unter einer Decke.

Er sollte mich ausspionieren. - Wer macht das?

Wer kontrolliert Staatsanwälte und Staatsanwältinnen?

In diesem Fall vielleicht das organisierte Verbrechen.

Leute wie Hugo Draak.

Aber vielleicht ist es nicht nur ein Kondolenzbesuch.

Vielleicht kommt Draak geschäftlich.

Vielleicht ist nichts davon der Fall.

Aber wenn wir einen Riesenalarm schlagen,

dann erfährt Söltenfuß davon.

Und Draak kommt überhaupt nicht.

Also?

Frau Klemm, was für eine schöne Überraschung.

Ja, ich habe an Sie gedacht gerade eben.

Oh, warum?

Ich war neulich nicht sehr nett zu Ihnen.

Sie haben ja recht, Neugier gehört zum Berufsbild.

Na ja, und ich habe eben in der Radtke-Sache

einen Haftbefehl erwirkt.

Und gegen wen? - Clarissa von Lüdecke.

Es war Rache dafür, dass Radtke ihr die Burg abgeluchst hat.

Ja, die Ermittlungen sind jetzt abgeschlossen.

Na, also dann, herzlichen Glückwunsch.

Frau Klemm, vielen Dank.

Und herzlichen Glückwunsch an Herrn Thiel von mir.

Ja, werde ich ausrichten.

Auf Wiederhören. - Ja, Wiederhören.

Ich glaube, das reicht. - Ich denke auch.

Jetzt werden sie sich sicher fühlen. - Was passiert jetzt?

Eine große Operation mit kleinem Besteck. Boerne?

Das ist ein Grundriss der Burg. Der war nicht einfach zu besorgen...

Mirko, was haben Sie?

Das ist die Umgebung der Burg. Hier sind die Headsets.

Haben Sie die Schlüssel? - Welche Schlüssel?

Von der Hausdurchsuchung bei Clarissa von Lüdecke.

Die liegen doch da. - Ach so.

Ist das denn legal? - Es ist Gefahr im Verzug.

Wobei, laut Gesetz liegt Gefahr im Verzug... - Pst.

Oh, das gefällt mir gut, das werden wir... - Pst.

Also, folgendermaßen, sehen Sie die Tür hier?

Papa.

Manfred.

Den habe ich.

Den habe ich, den habe ich.

Herr Schrader?

Können Sie das sehen?

Ja. Frau Klemm? - Ja?

Sie müssen wirklich nicht so schreien.

Ich kann Sie sehr gut hören.

Verstanden.

Haben Sie das Nummernschild?

Ja, Catering. Alles unauffällig.

Boerne?

Boerne?

Boerne!

Eingeschlafen, oder was?

Alles okay?

Oh, warte, da kommt das Nächste. Das habe ich gleich.

Muss mal eben scharf stellen.

Das sind die ersten Gäste.

Frau Klemm, Sie schreien immer noch so fürchterlich.

Ich kriege Zahnschmerzen.

Ach Gottchen.

Mirko, kann man diese neuen Scheißdinger irgendwo leise stellen?

Sie können es auch einfach ausm Ohr nehmen.

Ah, sehr lustig.

Ah, da kommt, da kommt eins. Moment. Ah, das habe ich.

Schon wieder einer.

Und was ist mit den Neuankömmlingen?

Ein Schausteller aus Duisburg, früherer Partner von Radtke.

Und eine Frau, aber auch aus Duisburg.

Also unauffällig.

Gott, der ist viel zu schnell.

Alles unauffällig.

Wissen Sie, Frau Staatsanwalt, das ist modernste Technik.

Da können Sie mit Ihrer sanften... - Ja, ist ja gut!

Frau Klemm.

Ich kann auch leiser.

Mirko, Sie haben wirklich alle überprüft?

Soweit ich das von hier aus kann, aber verdächtig war noch niemand.

Hören Sie das?

Herzlich willkommen zu diesem Anlass,

den viele von euch vielleicht traurig finden.

Manche haben vielleicht gezögert, ob sie überhaupt kommen sollen.

Aber Manfred, mein Vater, euer Freund und Weggefährte...

Ich weiß nicht, Thiel. Draak ist kein gewöhnlicher Gast.

So was wie das akademische Viertel, das gibts auch im Drogenmilieu.

Die gedröhnte 1/2 h. - Boerne, Thiel. Da kommt einer.

Kommen Sie, kommen Sie, weg.

Frau Haller, Ihr Kabel. - Oh Gott, oh Gott.

In welches Loch steck ich das denn hier rein?

Da, wo Mirko, Mirko-USB steht.

Nein, wo Mikro, wo Mikro-USB steht.

Aber das ist egal, jetzt machen Sie weiter.

Knipsen Sie, knipsen Sie.

Schreien Sie doch nicht so. - Ich habs, es steckt.

Was macht der da?

Wieso bleibt der da stehen?

Will der abbiegen?

Nee, der kommt her. Weg, weg, weg, weg.

Jetzt drängeln Sie nicht so.

Das ist ein Holländer.

Das ist er. Das ist Draak.

Kein Zweifel.

Dann müssen Sie die Kavallerie reinschicken.

Das ist der Moment für die große Kavallerie. - Pst.

Quatsch, ich geh alleine rein.

Ich melde Gefahr im Verzug. - Thiel?

Er geht da rein? - Thiel, sind Sie irre?

Herr Thiel, Sie gehen da nicht rein. - Boerne, was macht er?

Und der Professor?

Thiel, was machen Sie?

Ist das Einbruch, oder was?

Ich habe einen Schlüssel. - Muss er wieder den Helden spielen.

Ich komme. Thiel, warten Sie.

Prof. Boerne? Aber Sie bleiben da. Professor? Prof. Boerne.

Herr Thiel, können Sie mich hören?

Jetzt sind sie drin.

Thiel, Thiel.

Wissen Sie, wie man das nennt...

...was Sie hier machen?

Polizeieinsatz. - Das nennt man Hybris. Hybris.

Sie halten sich für den Größten. Markieren hier den Actionhelden.

Halten sich für unsterblich. Wir gehen raus.

Gehen Sie doch zurück. - Das mach ich auch.

Ja bitte, dann gehen Sie zurück und warten auf die Scheißkavallerie.

Dann geh ich jetzt. Ich werde gehen. - Ja, tschüs.

Ich bleib hier nicht.

Ich gehe, Thiel.

Ich gehe wirklich.

Knie dich hin!

Knie dich hin! - Aber Jan, ich liebe dich.

Und ich verurteile dich zum Tode! - Ich flehe dich an, Jan, bitte.

Wegen Ungehorsam!

Ist das für mich?

Eine Hommage an den alten Beuckelszoon?

Jaja, warten Sie ab.

Es kommt noch besser. - Da bin ich mir völlig sicher.

Ganz ruhig.

Ich wollte nur kurz...

Der Manfred.

Dein Vater war ein Mad King.

Aber ein King.

Ja.

Er hat sich auf nichts so sehr gefreut,

wie Ihnen das hier zeigen zu können.

Burg Radtkenstein. "Das Täuferreich - Die Experience".

Achtung.

Claudia, ich habe deinen Vater wirklich sehr, sehr geliebt.

Das kannst du mir glauben.

Aber du weißt sicher, weshalb ich hier bin, oder?

Ja, mein Gedanke war halt, dass es das vielleicht gar nicht...

Burg Radtkenstein, das ist an sich schon eine Investition.

Wenn Sie uns helfen, diese Vision von Papa und mir umzusetzen.

Ich mein, ähm, die Leute lieben es.

Und, äh, man kann Gewinn damit machen.

Sie können Gewinn damit machen.

Man muss, man muss keine Ware vertreiben.

Mädchen, ich weiß nicht, was dein Vater dir erzählt hat.

Mir hat er gesagt,

Burg Radktenstein ist nichts weiter als ein Vorwand.

Ein Grund, weshalb aus ganz Deutschland und Benelux die Besucher

hier ankommen und Ware aufnehmen, um sie weiter zu vertreiben.

Das hat er gesagt?

Dann hat er gesagt, dass seine Tochter aus dem gleichen Holz

geschnitzt ist wie er und wie ich.

War das Lüge?

Nein.

Schrader? Schrader, was ist mit der Verstärkung?

Professor, antworten Sie doch endlich.

Ein MEK ist unterwegs.

Aber das dauert etwas, ich konnte die ja nicht vorher einweihen.

Ich durfte ja keinem was sagen.

Pst, da kommt ein Auto.

Hallo, kann mich überhaupt jemand hören?

Sind sie das schon?

Hallo?

Nee, das ist keine Polizei.

Ich kann nix sehen, Sie müssen es mir beschreiben.

Und?

Was passiert denn da?

Hallo? - Nee.

Ich wusste es.

Frau Klemm, was machen Sie hier?

Ihnen das Handwerk legen.

Thiel ist da drin, und Verstärkung ist auf dem Weg.

Thiel ist...

Oh mein Gott.

Was auch immer Sie da jetzt vorhaben, es ist zu spät.

Ein komplettes Einsatz... - Ruhe.

Einsatzkommando.

Thiel.

Ja, Frau Sieber. Thiel ist in der Burg.

Zugriff, sofort.

Zugriff?

Guten Abend Herr Draak.

Thiel, Kripo Münster.

Die Hände hintern Kopf und zurück ins Zimmer.

Zurück ins Zimmer, habe ich gesagt!

So, schön langsam. Sie auch die Hände hinter den Kopf.

Mirko?

Mirko? Haben Sie die Verstärkung schon auf den Weg gebracht?

Das waren ja interessante Gespräche.

Nicht schießen, BKA!

Thiel, nicht schießen, BKA. - Wieso BKA?

Rosemarie?

Hallo? Redet noch jemand mit mir?

Kann mich jemand hören hier irgendwo? Hallo?

Die Operation hatte höchste Geheimhaltungsstufe.

Herr Söltenfuß durfte Sie nicht einweihen.

Wie sind Sie da reingeraten? - Reines Pech.

Ich hatte Dienst, als Tobias anrief.

Tobias? - Ja, ist ein paar Wochen her.

Ein Hilferuf.

Tobias hat mitbekommen, was Manfred und Claudia vorhatten.

Dass die beiden ein großes Drogengeschäft

mit Hugo Draak aufziehen wollten.

Das war ihm zu viel.

Ein Heinrich Gresbeck. - Ein wer?

Das war der Junge, der die Wiedertäufer verraten hat.

Er floh nachts aus Münster

und zeigte den Soldaten einen Geheimweg in die Stadt.

Toll, Herr Professor.

Und Sie, Rosemarie?

Wir wussten von Tobias,

dass Claudia eine Requisiteurin für das Stück gebraucht hat.

So konnte ich mich einschleusen.

Ich würde mich gerne mit Tobias und Farnaz unterhalten.

Ist das in Ordnung? - Ja, im Rittersaal. - Danke.

Tut mir leid, dass ich Sie ausspioniert hab.

Wir mussten sichergehen, dass das alles...

Das habe ich schon verstanden, dass so was wie heute nicht passiert.

Nicht kratzen, nicht kratzen.

Wenn man kratzt, dann werden sie dick und dann sieht man sie.

Ich habe da so ein Hausmittelchen. - Was ist das für ein Hausmittel?

Übrigens, ich war nicht die ganze Zeit unehrlich zu Ihnen.

Hat mir schon Spaß gemacht.

Und warum war Tobias in Ihrem Auto?

Wir haben besprochen, was Manfreds Tod und Thiels Ermittlungen

für diese Operation bedeuten.

Daraufhin habe ich Sie in der Kantine überfallen.

Aber woher wissen Sie das? - Neugier.

Ich behalte Sie im Auge, junger Mann.

Den Mut muss man erst mal aufbringen,

dass Sie Herrn Söltenfuß angerufen haben.

Glauben Sie? - Auf jeden Fall.

Wenn man mit Draak Geschäfte macht, dann gehört man ihm.

Sie sind eigentlich ein ehrlicher Mensch.

Ich habe meinen Vater verraten

und meine Schwester ins Gefängnis gebracht.

Ich glaube nicht, dass ich heute gut schlafen werde.

Sag das nicht. Herr Thiel hat recht, ohne dich wären wir im Gefängnis.

Was mich allerdings interessieren würde,

woher wussten Sie von den Plänen mit Draak?

Mein Vater hat es mir erzählt, als er wirr war.

Dann habe ich Claudia zur Rede gestellt, die hat alles bestritten.

Aber da war ich schon misstrauisch und hab sie verfolgt und belauscht.

Ja, was ja gut war.

Und Claudia ist ja noch nicht mal vorbestraft.

Mit einem guten Anwalt wird sie wahrscheinlich

mit Bewährung davonkommen.

Sie haben Ihre Familie gerettet.

Danke Herr Thiel.

Und Ihren Vater.

Nicht wahr?

Denn eigentlich war es doch eine Gnade, oder?

Wie meinen Sie das?

Dass er hier gestorben ist.

An seinem Lieblingsort.

Als Ritter.

In einer strahlenden Rüstung.

Eine Woche später, hätte sein Schicksal anders ausgesehen.

Dann wäre er in einem Gefängniskrankenhaus gestorben.

Und zwar nach langem, qualvollen Dahinsiechen durch die Demenz.

Da hat Ihnen Frau von Lüdecke doch eigentlich einen Gefallen getan.

Ist die in Haft? - Ja, natürlich ist sie in Haft.

Und sie wird auch noch etliche Jahre in Haft bleiben.

Nur wegen des Videos?

Na klar, dass sie jetzt verdächtig ist, aber das ist doch kein Beweis.

Wieso haben Sie uns diesen Beweis denn oben in den Safe gelegt?

Hm? Das macht doch gar keinen Sinn?

Tobias?

Papa?

Papa?

Komm, ich helfe dir.

So.

Ich...

Ich dachte, das wäre das Beste.

Ich weiß.

Tut mir leid.

Es tut mir auch leid, aber ich muss Sie bitten mitzukommen.

Kommen Sie.

Kommen Sie.

Sich mit der eigenen Angst zu konfrontieren,

ist der 1. Weg zur Besserung.

Ach, Thiel.

"Die Wiedertäufer - Die Experience".

Man muss die Ironie sehen.

Jan van Leiden bekam, was er wollte, auf eine verdrehte Art und Weise.

Münster wird ihn niemals vergessen. - Wie auch?

Hat 20 Jahre lang in diesem Käfig über dem Prinzipalmarkt gebaumelt.

Der Käfig hängt heute noch. Kein Wunder, dass man sich dran erinnert.

Meinst du mit uns beiden machen die mal so was?

Thiel, meine Konfrontationstherapie ist vorbei.

Sie können wieder aufschließen.

Wie finden Sie eigentlich meinen Bart?

Ach, nee. Ach da, schau her. Er ist beleidigt. Er ist beleidigt.

Und warum nicht raus damit? Direkt raus mit der Sprache?

Warum so ein Kinderspiel? Was soll das? Thiel?

Thiel, ich mag Ihren Bart, er gefällt mir.

Im Ernst, er gefällt mir.

Ihr Bart sieht sehr gut aus.

Er gibt Ihnen, er gibt Ihnen etwas Männliches.

Ich bin doch in Wahrheit nur neidisch.

In Wahrheit hätte ich gerne selber so einen löchrigen, zisseligen...

Das war Spaß. Thiel, bitte, das war Spaß. Es war Spaß.

Thiel, haben Sie Ihren Humor verloren?

Gute Nacht. - Wo wollen Sie denn hin?

Jetzt kommen Sie zurück. Hören Sie auf damit.

Moinsen Vaddern, kannst du mich abholen?

Na Radtkeburg.

Nicht Ratzeburg, Radtkeburg.

Aua. Thiel!

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