All language subtitles for __Josefine Mutzenbacher - Wie Sie Wirklich War - 2. Teil (Germany, 1979 - with Jane Iwanoff, Karine Gambier, Leila Vigso, Marion Brandmeier & Sylvia Engelmann)

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Original subtitles

♪ Josefine

♪ Mutzenbacher

♪ War ein echtes Wiener Kind

♪ Ungeniert

♪ Talentiert

♪ Für die Liebe von vorn und von hint'

Also, es handelt sich

um Lady Germaine Jones.

Ach, Mylady.

Mylady solln ja... hmmm...

Oh nein, nix oh! Eine Dame!

Eine absolute Dame!

Irgendein alter schottischer Uradel.

Referenz.

Sie haben die große Ehre, Lady J. Wien zu zeigen.

Ich?

Ausdrücklicher Wunsch von Lady J.

- Sie kennt mich ja gar nicht. - Das macht doch nichts.

Aber sie kennt doch Ihr Buch. Dieses Dingsda... Dieses mit der Moral.

Ach, "Sitte und Moral als Grundlage des Staates"?

Ja.

Respekt, Mylady, Respekt.

Ich sag's doch, total exzentrisch!

Küss die Hände, Mylady.

- Untertänigst. - Verehrung.

- Mister Marbach. - I'm obliged.

- Ich spreche Deutsch. - Total exzentrisch.

Sie haben die große Freundlichkeit, mir Wien zeigen zu wollen?

Es wird mir eine Ehre sein.

Eine Ehre und ein Vergnügen.

Let's go then.

Bitte sehr.

Also, also... total exzentrisch.

Fahren Sie dahin.

Dahin?

Dahin?

Ja, dahin.

Dahin.

(Kindergeschrei)

Schaut euch den an!

Meine Gnädigste, man hat Ihnen sicher da eine ganz falsche Adresse aufgeschrieben.

Oh nein.

Die Adresse stimmt.

Na du?

Habt ihr ein Zimmer frei da oben?

Ja, gnä' Frau.

- Kommen Sie. - Aber Gnädigste, ich...

Trinken Sie inzwischen einen Liter, oder zwei,

- wenn's länger dauert. - Gern, gnä' Frau.

Klappe!

- Was Besseres haben wir nicht, gnä' Frau. - Das genügt, mein Kind.

- Meine Gnädigste... - Wein!

Ich hol ihn gleich. Oh!

Pardon.

Meine Gnädigste, ich...

Ich weiß nicht, wie ich das verstehen soll.

Auf jeden Fall nicht so, wie Sie es zu verstehen scheinen,

mein lieber Marbach.

Gewiss nicht.

Nein, gewiss nicht.

Warum genieren Sie sich dann so?

Wenn Mylady so gütig wären, mir anzudeuten...

warum wir uns in dieser... peinlichen Umgebung befinden?

Deshalb.

Mein Buch!

Sitte und Moral.

Exactly.

Ich möchte die Grundlagen Ihres Staates kennenlernen.

Hier?

Ja.

Auf der Gassen geht a Hur'!

Müllers Kuh, die bist du.

Du bist draußen!

Wir sind hier ziemlich weit weg von Kunst und Wissenschaft,

von Rathaus und Parlament.

Was wollen Gnädigste damit sagen?

Da unten wachsen die Grundlagen Ihres Staates auf.

Da.

(Kindergeschrei)

(Kindergeschrei)

Hier.

- Darf ich zitieren? - Bitte.

Wir sind stolz darauf, in einem Jahrhundert zu leben,

in dem bereits im frühesten Kindesalter

das Gefühl für Sitte und Moral geweckt wird.

Ja.

Was glauben Sie, was bei denen da unten geweckt wird?

Ich weiß nicht, Mylady.

Aber ich. Und ich bin gerne bereit, Sie aufzuklären.

Also nehmen wir einmal an, ein kleines Mädchen aus diesem Viertel,

etwa sieben Jahre alt, nennen wir sie...

- Wie heißt du? - Fine, gnä' Frau.

Gut, nennen wir sie Josefine.

Ein kleines Mädchen, wie sie vorhin an uns vorbeigelaufen ist.

In die Praterauen hinüber.

Vater und Mutter.

Kinder machen.

Wie?

Wie's deine Alten machen, in der Nacht.

Im Bett.

Na wie denn?

So halt.

So auch?

Und so?

Ja.

Hm. Aha.

Deppert.

Das hab ich auch noch nicht gesehen.

Wenn du es glaubst.

- Und wo ist das Kind? - Im Bauch.

Wenn die Mutter dick wird!

Und wo kommt's raus?

Da!

- Da! - Aber wie hat's der Vater reingegeben?

- Mit seinem Zumpferl! - Was?

Was die Buben wie ich haben!

So wecken Sie hier also Sitte und Moral.

Es... sind Ausnahmefälle!

Woher wissen Sie, dass das wirklich so ist?

Meine Informationsquellen sind absolut authentisch. Bitte.

- Wein? - Ja.

Ich werde mir nie erlauben, Gnädigste nur im Geringsten anzuzweifeln.

Bitte supponieren wir.

Ihre kleine...

- Wie war der Name? - Josefine.

Gut, ein Sonderfall.

- Haha. - Wieso?

Na ja gut, ich gebe zu, es könnte sich so zugetragen haben.

- Hier allerdings. - Aber nein.

Es ist überall das Gleiche.

Wie wollen Sie, Verzeihung, das beurteilen?

Es gibt gewisse Geheimzeichen.

- Geheimzeichen? - Mh-hm, Geheimzeichen.

Und sie sind überall auf der Welt gleich, auch da unten.

- Wo? - Da.

Da, auf diesem Plankenzaun.

Dieses Zeichen sieht in Indien genauso aus wie in Schottland oder in Spanien.

Wahrscheinlich deshalb, weil das, was es bezeichnet,

überall auf der Welt gleich aussieht. Nicht?

Ich... kann das nicht beurteilen.

Ach ja? Schade.

Aber das ist Ihr Problem. Josefine hat ganz andere.

Sie steht heute noch hinter dem Zaun, der sie vom Leben trennt.

Hinter dem Zaun vor der Welt der Erwachsenen,

die sie aber sehr interessiert beobachtet.

♪ Wollt's ihr wissen, was die Madeln

♪ Unter ihren Kitteln haben

♪ Ganz dasselbe wie die Weiber

♪ Nur halt noch nicht so groß

♪ Wollt's ihr wissen, wollt's ihr wissen

♪ Was die Wäschemädeln machen

♪ Ja, die waschen alle Sachen

♪ Für die besseren Herrn

♪ Blas, Madel, blas

♪ Wenn's blast, ersparst dir was

♪ Die Windeln und die Kinderwiegen

♪ Wer blast, braucht keine Kinder kriegen

♪ Blas, Madel, blas

Na, gefällt er Ihnen?

Ich versteh nichts von Vögeln.

Ah, das glaube ich Ihnen aber nicht.

So. Jetzt habe ich einen Schmarrn davon gehabt.

Lass mir doch meine Ruhe.

Kannst nicht noch einmal?

Ah, später.

Ich bin doch todmüde von der Arbeit den ganzen Tag.

Da schuftet man sich ab und dann kommst du.

Na vielleicht später.

Später, später. Später schnarchst du ja schon.

Bis nachher halt. Lass mich in Ruhe.

Hättest dich zurückgehalten.

- Ich will auch was haben. - Du siehst doch, dass nichts mehr geht.

Warte.

Lass mich.

Was soll man denn da machen?

Ist das ein Kreuz mit so einem Mann.

Ja, ja...

Ja, ja.

Jetzt hast du mich aufgeregt mit der Spielerei.

Das machst du mir jetzt öfters so.

Was möchtest du sagen, wenn ich dich vorher wegstoßen täte?

- Zu einer anderen tätest du gehen. - Ja, und?

Und was wäre dann, wenn ich jetzt zu einem anderen gehe?

Mach doch was du willst!

So, das werde ich mir merken!

Glaubst du, dass ich keinen mehr finde, der mich mag?

Sakra, du!

Ich möchte wissen, warum man heiratet.

Damit die arme Seele... Ruhe hat.

Sie können es bestimmt nicht verstehen,

denn Sie haben doch sicher Ihr eigenes Schlafzimmer gehabt, nicht?

Gewiss.

Und Sie haben sich auch sicher nie dafür interessiert,

was Ihre Eltern nachts...

im Schlafzimmer machen, nicht?

Nein, niemals.

Ich hoffe, dass Sie trotzdem aufgeklärt sind, Herr Ministerialrat.

Mylady, dieses Thema ist für mich...

Ein Leib- und Magenthema.

Sitte und Moral.

Wo waren wir stehengeblieben?

- Ach ja, bei der Aufklärung. - Bitte.

Keine Angst. Nicht bei Ihrer, Herr Ministerialrat.

Bei der von Josefine.

Da kam zum Beispiel eines Tages die Miezi zu Besuch.

Ein Mädchen,

schon reifer

und erfahrener.

Das war Robert.

Der war von seiner Stiefmutter aufgeklärt,

obwohl er ein eigenes Schlafzimmer hatte.

Die Küche.

Seine Stiefmutter war eine kräftige, junge Frau

und sein Vater war gelähmt.

Der konnte aus seinem Bett nicht heraus.

Zieh das Hemd aus.

Ganz.

Ist alles da bei dir.

Und bei dir auch.

Langsamer.

Langsamer.

Ist das langsam genug?

Ja.

Was, jetzt gehst du weg?

Ja.

Es ist was mit Robert.

Ja, ich schau lieber nach.

Was ist denn?

Nichts. Gar nichts.

Na warte, ich komm schon.

- Du bist krank, oder? - Nein, gar nicht.

Nichts.

Du bist ja ganz heiß.

Na komm, mach keine Faxen.

Du keuchst ja.

Ach so.

- Hast du was gesehen? - Nein, gar nicht.

Was hast du gesehen, hm?

Was? Sag, was?

Was hast du gesehen? Sag's! Sag's doch. Was?

Sag's doch. Was?

Was hast du gesehen? Was?

Was hast du gesehen? Was? Sag's.

Was hast du denn gesehen?

Was? Sag. Was?

Was will denn der Robert?

- Mich will er. - Was hat er denn?

Es wird ihm gleich viel besser gehen.

Sie hatten ein eigenes Schlafzimmer und keine Stiefmutter.

Langsam fange ich an, mir Sorgen um Sie zu machen, Herr Ministerialrat.

Mylady, erlauben Sie, dass ich Sie zurückbringe.

Ach, Sie wollen also, dass wir nach Hause fahren?

Wenn Sie gestatten, ja.

Aber das stimmt doch gar nicht.

Sie wollen hierbleiben und die Geschichte der kleinen Josefine weiterhören.

Nein.

Lügner.

Woher wissen Sie denn, dass ich das alles hören will?

Weil ich es Ihnen ansehen kann.

Was ist denn?

- Nicht, wenn die Kinder aufwachen. - Ach, lass die schlafen.

Gib Ruhe, du bist ja besoffen.

Das macht doch nichts.

Nein, ich will nicht.

Was machst du denn da?

Kannst du auch nicht schlafen?

Komm, leiste mir ein bisschen Gesellschaft.

Schau mal, was der Hansi macht.

Komm.

Magst du?

- Also doch! - Soll das heißen, ich habe Schuld daran?

- Wer hat Schuld? - Was weiß ich. Die Eltern,

die Armut, die Umstände. Vielleicht Sie.

- Ich? - Wenn Sie meinen,

dass Sitte und Moral die Grundlagen des Staates sind,

warum sorgen Sie dann nicht für bessere soziale Zustände?

Ach, darauf läuft es hinaus. Sie sind eine verkappte Sozialistin.

Respekt, Mylady, Respekt. Für so exzentrisch hätte ich Sie nicht gehalten.

Nonsense.

Ich finde einfach, dass die geschlechtlichen Sitten der Leute davon abhängen,

wie sie wohnen und wo sie wohnen.

Zum Beispiel die Frau Reintaler im selben Haus,

die pflegte in den Keller zu gehen.

Was haben Sie denn da?

Na, Äpfel habe ich.

Schöne Äpfel.

Hören Sie auf.

Hören Sie auf!

So hören Sie doch auf!

So hören Sie doch auf.

Jetzt passen Sie mal auf.

- Hoch! - Ich weiß nicht, was Sie wollen.

- Was fällt Ihnen denn ein, Herr Horak? - Bin sicher nicht der Erste, dem das einfällt.

Nein, die geht nicht auf, die Schürze.

Nein.

Nein, Herr Horak,

wenn jemand kommt.

Nein, das halt ich nicht aus!

Herr Horak, es könnte uns jemand sehen.

Hören Sie auf, jeden Augenblick kann jemand herein...

Herr Horak...

Ja, komm. Komm!

Habe die Ehre.

Alles gut?

Da ist doch noch wer.

Hallo, wer ist denn da?

- Ach so. - Jesus, die Kleine von nebenan.

Die Josefine.

- Sag, was machst denn du da? - Zuschauen.

Aber Kleine, was gibt es denn da zum Zuschauen?

Wie Sie es gemacht haben mit Herrn Horak.

Was?

Na sag schon, was war denn das?

Genier dich nicht, Mäuschen.

Wenn du es sagst, dann schenkt dir der Herr Horak was.

- Na? - Sie saßen auf dem Fass.

- Na und? - Und der Herr Horak war zwischen Ihren Füßen.

- Weiter? - Gemacht haben Sie es.

Na, was gemacht?

Weißt du, wie das heißt?

Ja.

Na, dann sag schon.

Komm, sag es. Wie heißt es?

Mäuschen.

Wenn du es sagst, schenke ich dir was.

Na?

Sag es doch.

Wie heißt das?

Vögeln!

- Empörend! - Hier ist man nicht so wählerisch mit Worten

wie wir, Herr Ministerialrat.

Hier nennt man die Dinge beim Namen.

Oh!

Beg your pardon, sir.

Ich hatte vergessen, dass Sie noch nicht aufgeklärt sind.

Verzeihen Sie vielmals, dass ich eine behütete, saubere Kindheit gehabt habe!

Ja.

Und gerade das scheint mir eine Frage der finanziellen Möglichkeiten zu sein.

Wenn Josefine eine Gouvernante gehabt hätte...

Sie haben doch bestimmt eine Gouvernante gehabt, nicht?

Wenn Sie erlauben, ja.

Josefine hatte keine Gouvernante.

Nur eine Mutter, und auf die war der Zimmerherr scharf.

Der Herr Ekkehard.

Wie oft, haben Sie gesagt?

Sechsmal.

Ach hören Sie auf, das gibt's ja gar nicht.

Sechsmal.

Das sagen Sie als verheiratete Frau?

Sechsmal?

Das kann ja jeder sagen, aber es ist nur eine Prahlerei.

Prahlerei? Prahlerei?

Ich könnte es Ihnen ja beweisen.

Sie wissen, dass ich das nicht tu.

Ich bin eine anständige Frau.

Machen Sie keinen Blödsinn, Herr Ekkehard.

Bei Ihnen kann man es aber nicht erkennen, dass Sie schon drei Kinder haben.

Ich bin noch ganz so, wie ich als Mädchen war.

Überall?

Überall.

Auch da?

Auch da.

Meine Güte, tatsächlich.

Das ist ja wie bei einer Jungfrau.

Na, glauben Sie es jetzt?

Meine Güte.

Aber das eine glaube ich nicht.

Dass Sie das noch nicht erlebt haben, sechsmal.

Bei der Figur.

Mein Mann ist heute eine ruhige Natur.

Ruhige Natur?

Ein anderer täte sich die Haxen ausreißen,

bei solchen Brüsten.

Hören Sie auf.

Hören Sie auf, es könnte jemand kommen.

Es kommt schon niemand.

Die Mutter von der Josefine starb früh.

Ist Ihnen heiß, Herr Ministerialrat?

Es ist schwül hier.

Wir trinken zu wenig.

Ja.

Oh!

Entschuldigen Sie vielmals. Tausendmal.

Einmal ist genug. Rufen Sie die Kleine.

Ja.

- Gnä' Frau. - Gib das zum Trocknen bitte.

- Und falls es Flecken geben sollte... - Unser Wein macht keine Flecken.

Weil zu viel Wasser drin ist. Oh, noch ein Fleck.

Das muss auch zum Trocknen. Würden Sie so freundlich sein, Herr Ministerialrat?

- Selbstverständlich. - Die Knöpfe bitte.

Danke.

Da.

Und den Rock bitte.

Ja.

- Geht's? - Ja, danke.

Danke.

Da. Nun bring uns was zu essen.

Jawohl, gnä' Frau.

Denn jetzt wird es bestimmt länger dauern.

Also...

wo waren wir stehengeblieben?

Wie?

Ach ja.

Die Mutter starb zu früh.

Sagen Sie, wenn Sie es nicht interessiert, können wir von etwas anderem sprechen.

Nein, nein, ganz im Gegenteil.

Was treibt Ihnen eigentlich unentwegt den Angstschweiß auf die Stirn?

Ja, ich habe einen Verdacht.

- Ah ja? - Einen entsetzlichen Verdacht.

- Und zwar? - Diese...

Josefine.

- Sie müssen sie gekannt haben. - Ach, muss ich?

Diese Details,

diese perfekte Kenntnis aller Umstände...

Setzen wir mal voraus, ich hätte sie gekannt. Was dann?

Wie sah sie aus?

Ja...

Wie sah sie aus?

Schauen Sie sich einmal dieses Bein an.

Als sie sechzehn war, müssen Sie sich das Bein etwa so vorstellen.

Natürlich senkrecht.

Ach, du bist es.

Komm her.

Du hast also gesündigt?

Unkeuschheit getrieben.

Eine Todsünde.

Wenn ich deine Seele noch retten soll,

muss ich alles wissen.

Ganz genau.

Weine nicht.

Na ja, Kind, die Versuchung ist groß und du hast vielleicht gar nicht gewusst,

dass das so eine Sünde ist.

Nein, nichts habe ich.

- Bist du verführt wurden? - Ja, Hochwürden, verführt.

Ist ja auch kein Wunder,

bei diesen Werken des Satans.

Einem Kind schon den Leib eines Weibes zu verleihen.

Also wie ist das gewesen? Du hast Unkeuschheit getrieben mit einem Mann?

Mit welchem Teil des Mannes?

Mit diesem Teil des Mannes?

Wie hast du Unkeuschheit getrieben?

Von allem Anfang an!

Das ist eine Lüge! Eine unverantwortliche Verleumdung!

- Die Kirche ist eine... - Der Grundlagen des Staates.

- Jawohl, und jeder Vertreter repräsentiert... - Sitte und Moral.

- Jawohl, und jeder von ihnen ist ein... - Ein Mann, nicht wahr?

Im gewissen Sinn, nein!

In diesem gewissen Sinne, ja.

Und eines Tages wird es auch zur Sprache kommen und man wird den Zölibat angreifen.

Unverantwortliche, anarchistische Kräfte!

Aber nein, im Gegenteil.

Die Priester selbst werden verlangen, dass sie heiraten dürfen.

Undenkbar.

Abwarten. Das heißt, wir werden das wahrscheinlich nicht mehr erleben...

Hoffentlich! Im Übrigen weigere ich mich, auch nur ein Wort

Ihrer Geschichte hier zu glauben!

Die kleine Josefine war nicht die Einzige, die auf diese Art gebeichtet hat.

Das glaube ich nicht!

Zum Beispiel ihre Freundin, die kleine Tochter von dem Wirt um die Ecke.

Das kann ich mir nicht vorstellen.

Oh ja, das können Sie sich sehr gut vorstellen.

Ja, stellen Sie sich einfach ein Mädchen vor wie die Fine.

Dein Vater ist doch der Wirt hier, nicht?

Ja, gnä' Frau.

Also genau so.

Genau wie die Kleine.

Sie haben doch sicher genug Fantasie, sich das vorzustellen, nicht?

Fine, komm einmal her.

- Wie alt bist du? - Siebzehn.

Du bedienst hier und es macht dir Spaß?

- Ja sehr, gnä' Frau. - Dein Vater hat noch ein Mädchen?

Ja, gnä' Frau.

Das können Sie sich sehr gut vorstellen.

Stellen Sie sich einfach Mädchen vor wie die Fine.

- Küss die Hand. - Das macht dir Spaß?

Ja, sehr. Siebzehn, gnädige Frau.

Du servierst hier? Und es macht dir Spaß?

- Danke, mein Kind. - Küss die Hand.

Sehen Sie?

Eine ganz ähnliche Geschichte hat sich hier wirklich zugetragen.

- Welche Geschichte? - Na, sagen wir so,

eine Art Beichtgeschichte.

Das sind Gerüchte.

Das kleine Luder ist keine glaubwürdige Zeugin.

Das ist möglich, aber wenn Sie sich die Mühe nehmen würden,

- die Polizeiakten einzusehen... - Die Sache ist aktenkundig?

Aber natürlich.

Auf dem Kommissariat hier in der Gegend.

Hat er dir etwas getan?

Ich meine, ob er dich angerührt hat.

Wo?

Wo?

- Da. - Ich weiß nicht, Herr Amtsarzt,

ob das ein Anlass für ihn war. Bitte.

Anlass genug.

Na jetzt sag einmal, und du hast dich nicht gewehrt?

Warum denn nicht?

Ich habe mich nicht getraut.

Also aus Angst und Respekt vor ihm?

Und du hast ihm keinen Anlass gegeben?

- Was? - Hast ihn nie so angeschaut?

Wie?

Oder so gemacht?

Nein.

Was hat er dir sonst noch getan?

- Das wissen Sie ja schon. - Ich weiß gar nichts.

Von dir will ich es wissen! Also?

Na ja, was der Vater und die Mutter...

- Was, ich? - Ruhig, Herr Mutzenbacher!

Bitte, Herr Amtsarzt, wollen Sie die Sache konstatieren.

Komm her.

Keine Aufregung, Herr Mutzenbacher, das ist eine amtsärztliche Untersuchung.

Beine auseinander.

Na ja.

Die Sache stimmt.

Die Kleine hat Verkehr gehabt.

- Das hat dir also gefallen, was? - Nein, nein.

Lüg mich nicht an.

Es hat wehgetan.

Immer?

Nicht immer.

- Verdammter M... - Ruhe!

Es hat dir also wohlgetan.

- Du hast es gern gemacht. - Nein, nicht gern.

Du hast selber gesagt, es hat dir wohlgetan.

Da kann ich nichts dafür.

Auf einmal, dabei...

habe ich mich wohlgefühlt.

Sie wissen ja.

Ich weiß das.

Du hast es nicht gern getan,

es war dir nur unwillkürlich angenehm.

Nur unwillkürlich.

Also, sag mir,

weißt du, ob es den anderen Mädchen auch so ergangen ist?

Es sind ja viele draußen im Vorzimmer.

Das weiß ich. Du sollst mir nur sagen, ob du selbst etwas gesehen oder gehört hast!

- Ja, die Hofer Melanie. - Das ist die Tochter vom Wirt.

Und die Ferdinger, die hat es mir selber gesagt.

So, und er hat mit ihnen das Gleiche gemacht wie mit dir?

Nein, die Ferdinger hat er nicht gev...

Was war das?

Nichts.

Du weißt es. Ge...

Gevögelt, gevögelt.

Aha! Und woher kennst du das Wort?

- Ach was! - Vielleicht von ihm?

- Nein, von ihm nicht. - Von wem dann?

- Nur so, aus der Schule von den anderen. - So?

Und die Ferdinger hat er also nicht?

- Nein, da hat er nur... - Was hat er?

- Nur so halt. - Wie heißt das nur so halt?

Das weiß ich wirklich nicht. Wirklich.

Aber die Hofer Melanie hat er. Das sagt die Melanie.

Die hat er oft. Einmal habe ich es selber gesehen.

Interessant!

Herr Kommissar, es sind noch so viele draußen.

Jetzt reicht's mir aber, du Hurenmädchen, du dreckiges!

Dir werde ich es geben! Warte nur, du Dreckshure!

Das treibe ich dir aus, du! Verstehst du?

Herr Mutzenbacher, nehmen Sie doch Vernunft an!

Ihre Erziehungsmethoden kommen etwas zu spät!

Ah, bin ich vielleicht selber dran schuld?

Wollen Sie vielleicht den Staat dafür verantwortlich machen?

Ach, Sie mit Ihren Scheißstaat! Sie können mich am Arsch lecken!

Herr Mutzenbacher, wenn Sie den Staat beleidigen, muss ich Sie in Haft nehmen!

Ach so, jetzt wollen Sie mich auch noch einsperren?

Mäßigen Sie sich!

Verstehen Sie das nicht, wenn Sie erfahren, dass Ihre eigene Tochter eine Hure ist?

Ach was...

So schlimm ist es doch gar nicht.

Wissen Sie nicht, wie vielen Kindern das tagein, tagaus so geht?

Und irgendwann kommt jedes Kind einmal drauf.

Auf die gewissen Wörter, auf die gewissen Körperteile

und auf die gewissen Tätigkeiten.

Aber ausgerechnet ein Pfaffe, du...

Herr Mutzenbacher, ich kann Ihnen die tröstliche Mitteilung machen,

dass dieser gewissenlose Wüstling gar kein Priester ist.

- Was? - Er hat sich nur als solcher ausgegeben,

um unter dieser frommen Maske sein schändliches Unwesen zu treiben.

Ach so.

Dann ist das ja ganz was anderes.

Na sehen Sie.

Ich habe mich halt nur geärgert, dass es ausgerechnet ein Pfarrer war.

Begreiflich.

Entschuldigung.

Also wirklich, da müssen Sie schon entschuldigen.

Aber trösten Sie sich. Die Kleine ist jung.

Niemand wird was davon erfahren.

Schneller, wir haben noch 18 Mädchen draußen.

Und durch eine strenge, moralische Erziehung können Sie

etwaige böse Folgen bestimmt verhindern.

Welch ungeheure Befriedigung, dass es sich nicht um einen wirklichen Pfarrer handelt, nicht wahr?

Das Gegenteil wäre auch zu unglaubwürdig gewesen.

Wenn Sie meinen.

Genau wie Ihre ganze Geschichte nur beweist, dass Sitte und Moral letzten Endes doch siegen.

Sind Sie sicher?

Das steht doch außer Zweifel.

Der Übeltäter wird bestraft,

die Behörde hat sich eingeschaltet,

der Vater erkennt die Gefahren, denen seine Tochter ausgesetzt ist.

Stimmt das nicht?

Doch, doch. Würden Sie mir freundlicherweise die Eier geben?

Wie?

Wie?

Ach ja.

- Bitte. - Danke.

Herr Mutzenbacher nimmt also die Erziehung seiner Tochter Josefine in die väterliche Hand.

Was der Herr Mutzenbacher in seine väterliche Hand nimmt...

mein lieber Herr Ministerialrat...

Ich möchte nur wissen,

ob er dir da hingegriffen hat, der Saukerl?

- Sag's! - Ja.

- So? - Ja, aber...

- Aber was? - Nicht so fest.

So?

Ja.

So?

- Und so? - So nicht.

Der Baunzerl...

Der Sauhund, der scheinheilige!

Eigentlich sollte ich dich jetzt schlagen!

Auf deinen Arsch sollte ich dir schlagen, aber...

aber...

aber du kannst ja nichts dafür.

Gar nichts... dafür... kannst du.

Du...

kannst ja nichts dafür.

Ich verwahre mich entschieden dagegen!

Wogegen?

Gegen das, was Sie hier andeuten.

Ihr Protest wird Ihnen sehr wenig nützen.

Würden Sie mir bitte das Salz geben?

- Vater und Tochter... - Dahin.

Ist ja absurd!

Das ist ein uralter Trieb im Menschen.

Töchter lieben ihre Väter

- und Väter ihre Töchter. - Das ist...

Verzeihen Sie, wenn ich das sage, das ist eine Sauerei.

Möglicherweise.

Aber es ist wissenschaftlich erforscht.

Es gibt einen Universitätsprofessor hier in Wien, der hat das nachgeprüft.

Ausgeschlossen.

Ich komm schon noch auf den Namen.

Darf ich Ihnen das einfach so geben?

Mit dem größten Vergnügen.

Jetzt weiß ich wieder, wie der Mann heißt. Freud.

Nie gehört.

Egal, was dieser Herr Freud zusammenphilosophiert,

Josefine braucht nur in einem anderen Raum zu schlafen.

- Und in welchem? - In der Küche.

Würden Sie Ihre Tochter in der Küche schlafen lassen, Herr Ministerialrat?

Also bitte, ich sehe keine Parallelen zwischen der Tochter eines höheren Staatsbeamten

und einem Vorstadtmädchen.

Ach, und warum nicht?

Es sind beides junge Mädchen mit den gleichen Organen.

Also gut, soll sie im Kabinett schlafen.

- Beim Untermieter? - Dann soll er eben nicht untervermieten.

Er muss aber. Er braucht nämlich das Geld.

Jetzt fehlt nur noch, dass Sie sagen,

die Regierung wäre dran schuld.

Weil es zu kleine Wohnungen gibt und die Leute würden zu wenig verdienen.

Oh nein, das brauche ich gar nicht mehr zu sagen.

Das haben Sie eben nämlich selbst gesagt.

Also diesen Inzest lassen wir uns nicht in die Schuhe schieben!

Bitte sprechen wir von was anderem.

Aber bitte.

Sprechen wir von...

dem neuen Untermieter bei den Mutzenbachers.

Einem gewissen Rudolf.

Josefine schlief Nacht für Nacht im Ehebett und war glücklich.

Nur der neue Zimmerherr war ihr zuwider.

Herr Rudolf, Kellner in einem Nachtcafé,

unsympathisch.

Na hören Sie...

- Sie sind schon auf? - Stört Sie das?

Sie waschen sich da, das geht...

Alles nur wegen Ihnen.

Hören Sie auf.

Bilden Sie sich nur nichts ein.

Halten Sie das Maul!

Na, kennen Sie das?

Alle Vögel sind schon da...

Ein Lied vom Vögeln.

Halten Sie die Klappe!

Servus, Hurenmädchen.

Klappe! Klappe! Klappe!

Wenn Sie keine Ruhe geben, zeige ich Sie bei der Polizei an!

Sieh mal einer an. Mit der Polizei drohen Sie mir?

Beten werden Sie noch, dass ich Ihnen die Ehre erweise. Beten!

Tz, beten.

Und das war ein, zwei, drei

Tage später.

Am Sonntag.

Kindchen.

Ja?

Kindchen.

Schau mal her.

Da.

Das macht mich ganz schön scharf.

Komm her.

Nur ein bisschen.

- Na du weißt schon. - Ja.

Was machen Sie denn da?

Na, das Messer zieh ich ab.

Mit dem Riemen?

Und das Fräulein?

Sie hilft mir.

Beim Schaum schlagen, was?

Herr Rudolf, bitte, Sie werden mich doch nicht...

Sie werden mich doch nicht unglücklich machen wollen?

Das geht doch keinen Menschen was an,

was Sie mit Ihrem Fräulein Tochter machen.

Ich bin Witwer. Ich bin noch nicht so alt.

Geld habe ich keins für die Huren.

Ich kann doch nichts machen, außer reden.

Das ist Ihre Sache.

Herr Rudolf,

Sie müssen mir einen heiligen Eid schwören,

dass Sie nichts verraten.

- Schwören tue ich nichts. - Herr Rudolf.

Fällt mir gar nicht ein.

Habe die Ehre.

Herr Rudolf.

Na ja, wir reden noch darüber.

Vielleicht heute Nacht.

Josefine musste die Nacht bei ihm verbringen.

Mehrere Nächte, bis die Zenzi kam.

Die Zenzi, seine Freundin, die für ihn auf den Strich ging

und für die er eine Absteige suchte. Billig.

Am besten das Kabinett, das wir ihm schon vermietet hatten.

Na, vielleicht war der Vater zu überreden.

Guten Tag, Herr Nachbar.

Sie gestatten, Herr Nachbar?

Zenzi.

Ja, da schau...

Guten Tag.

Den Wein für den Herrn von Mutzenbacher.

- Na, wie gefällt sie Ihnen? - Gut.

- Nichts gegen unsere Kleine. - Das möchte ich mir verbeten haben.

Die Zenzi hat schon ganz eigene Qualitäten.

Ja.

Einschenken!

- Servas. - Ausziehen!

- Wie gefällt Ihnen das? - Na ja...

Ja, nicht schlecht.

Sie ist jeden Tag zu haben.

- Prost. - Prost.

Weinprobe.

Wir werden uns ja noch viel besser vertragen, wir vier,

- wenn die Zenzi... Prost - Was?

Freier heraufbringen könnte.

Ah, das wäre ja dann ein Puff! Nein, nein, nein!

Mein Haus ist ein anständiges Haus!

Aber ich lasse aus meinem Haus keinen Puff machen!

Nein, nein, nein!

Geh runter.

Auf das noch einen Schluck, Herr Nachbar.

Lassen Sie sich durch die Zenzi nicht irritieren.

Na?

Was ist mit den Freiern?

Die Zenzi bringt nur bessere Herren.

Na?

Na?

Na?

Also dann...

Meinetwegen.

Und die besseren Herren kamen nachts ins Kabinett der Zenzi.

Die besseren Herren aus der Kaserne vis-à-vis.

Das bedeutete Geld.

Und Geld bedeutete ein Leben wie im Paradies.

Ein Menuett entfesselter Lebensfreude.

Vater.

Vater!

Vat...

- Der Vater! - Was ist?

Er hat sich im Zimmer eingesperrt, mit dem Rasiermesser!

Ferdl!

- Ferdl, mach auf! Mach auf! - Vater!

- Vater! - Ferdl, mach auf!

Ferdl! Ferdl, was machst du?

Ferdl! Ferdl, bist du verrückt geworden?

Warte.

- Lass mich doch in Ruhe! - Geh in die Küche, Kindchen.

Ich bring mich um.

Bist du deppert, Ferdl?

Für mich ist alles aus.

Gekündigt haben sie mir. Entlassen.

Du bist doch sowieso kaum zur Arbeit gegangen.

Ist das ein Wunder bei der Sauferei jede Nacht?

Deswegen willst du dich umbringen?

Und dann ist da noch was. Der Hausmeister hat mich angezeigt.

Beim Hausherrn, wegen dem Kabinett.

Die Zenzi hätte ihn auch lassen sollen.

Wenn die noch mal einen mitbringt in der Nacht, dann...

Dann schmeißen sie uns hinaus.

Mit der Polizei!

Der soll nur kommen, der Scheißer.

Wir reden noch darüber. Aber nicht hier.

Oder hast du eingeschissen?

Mach einen Kaffee.

Vater! Vater!

Zigarette?

- Geht die Zenzi heute in der Stadt auf den Strich. - Warum nicht hier?

Damit du das Zimmer hast. Die Koberin ist ein geiziges Luder.

Und die Kleine könnte doch auch was verdienen.

Die Kleine, wieso? Wieso denn die Kleine?

So viel wie die Zenzi.

Hör mal, meine Tochter ist doch keine Hure!

Ach was, Hure. Tausend Mädchen müssen sich so ihr Geld verdienen.

- Das ist schon richtig, aber... - Was aber?

Der Pfaffe hat sie auch bestiegen. Und nicht mal gezahlt hat er was.

- Der Schmutzige! - Nicht wahr?

Und du hast dich lange genug geplagt für deine Kinder.

- Jetzt soll mal sie was für ihren Vater tun. - Da hast du auch recht.

Mindestens drei Gulden bringt die jeden Tag nach Hause.

Wirklich? So viel?

Nein, nein, nein! Ich will nicht, dass meine Tochter eine Hure wird!

Ach was.

Wer selbst Geld verdient, ist noch lange keine Hure.

Wieso denn nicht?

Wenn sie es nur solange macht, bis du eine Arbeit hast.

Ich bringe ihr alles bei, die Zenzi lernt sie an und bringt sie auf den Strich.

Na ja, das ist was anderes.

Wollte dein Mädchen überhaupt so eine Gelegenheit?

Ist eigentlich wahr.

Ich danke dir, Rudi, du bist mein Freund.

Nichts zu danken, Ferdl.

Ich hätte dich doch nicht im Stich gelassen.

Nicht zu ernst, da beißt keiner an.

Nicht grinsen, das verdirbt die Preise.

So ist es schön. Brav.

Musst es jedem zeigen, dass die Brust unter der Bluse locker ist.

Brav.

- Gut. - Nicht reden.

Die Herren müssen wissen, dass du Zeit hast.

Viel Zeit. Für die Herren.

Für die Liebe.

Kein Parfüm.

Das erinnert sie an die Weiber, die sie zu Hause haben.

Die Herren wollen dich riechen.

Vom Kopf bis zum Fuß.

Und in der Mitte.

Na, wie viele waren es denn schon?

Gar keiner.

Aller Anfang ist schwer.

Da um die Ecke rum.

- Warum? - In der Gasse spricht er uns nicht an.

- Was soll ich denn machen? - Das ist das Haus, das weißt du schon.

Er kommt, er kommt.

Geh ihm schon nach.

Na?

- Na? - Geh rein.

Geht's doch?

Huhu.

Nein, nein, da trau ich mich das nicht.

Nur so.

Werden wir schon machen.

Reizend.

Siehst du? Darum musst du unter der Bluse locker sein.

- Wenn jetzt noch jemand kommt... - Es kommt doch niemand.

Das wäre... peinlich.

Peinlich.

Ich kann nicht. Das ist ein Skandal.

Ein Skandal, wenn man mich hier überrascht.

Hier, mit einer Straßendirne.

Ein Skandal, wenn man mich hier überrascht.

Mit einer Straßendirne.

Weiter.

Weiter. Schneller.

Schneller.

Es könnte jemand kommen.

Kommen...

Nicht auszudenken, dieser Skandal.

Nicht auszudenken...

Die Zeitung...

Wenn das in die Zeitung kommt.

Weiter, weiter!

Weiter. Ja, weiter...

Oh.

- Unverschämte Hure. - Ich wollte Sie nur abputzen.

Oh, pardon.

Und sie begriff, man kann damit Geld verdienen.

Geld! Geld!

Geld! Geld! Geld! Geld!

Geld! Geld! Geld!

Geld! Geld!

Geld! Geld! Geld!

Geld! Geld!

Viel Geld.

Besonders von den Kunden der Frau Hofrat

Die Frau Hofrat, das Weibsstück, bei der man ein Zimmer mieten konnte,

in einer vornehmen Wohnung in der Innenstadt.

Ganz diskret und viel zu teuer.

Endlich bist du da.

Was gibt's denn heute, Frau Hofrat?

Ganz große Kundschaft.

Ausziehen. Nun mach schon.

Allez, vide vide.

Na?

Darf ich bitten?

Kommen Sie, kommen Sie.

Ach so.

Walkürenritt!

- Der ist ja tot. - Nein.

Dein Geld.

Der hat eine junge Frau, weißt du.

Die bescheißt ihn jede Nacht.

Da.

- Nein, ich will nichts. - Warum?

Der tut mir leid.

Nie umsonst.

Alles kannst du machen, nur eines nicht:

umsonst.

Ich habe geglaubt, du willst eine Hure werden?

Nimm.

Na also.

Geld. Alles wurde auf einmal zu Geld.

Auf die leichteste und natürlichste Weise der Welt.

♪ Ja, es steht mir, es steht mir, es steht mir herrgottsfrüh

♪ Leider hängt es am Anfang nur alleine ab von dir

♪ Du machst es, du machst es, wieder gut, was ich verlor

♪ Und es kommt mir, es kommt mir, wieder sehr vergnüglich vor

♪ Der neue Stern von Wien, das ist die Mutzenbacherin. Hallo!

Prego, Señorita.

- Ich habe geglaubt, Sie wollen... - Oh, ich will, ich will!

- Da? - Nicht, was du glauben.

Was ist denn das da?

- Carissima. - Nix Carissima.

Carissima!

Entweder bummbumm, oder gar nichts.

Ich bin ein anständiges Mädchen.

- Hast du eine, Cesare? - Ja, aber sie will nicht. Sie will nicht!

Das mache ich schon. Hol derweil den Albert, damit wir anfangen können.

Ja, lasst doch mal was anfangen.

- Was anfangen? - Na fotografieren.

Fotografieren?

Ja schau, so.

Ich bin noch nie fotografiert worden.

Na siehst du, bezahlt wirst du auch noch dafür.

Ja?

Wir haben eine Bestellung für Serie 3.

Sonst machen wir nämlich alles selber mit dem Albert.

So.

Fesch!

Das sagt mein Gatte auch immer.

Der Albert ist Ihr Gatte?

Der Fotograf ist mein Gatte.

Aber den Albert regt das auch auf.

Albert! Albert!

- Komm, schnell! - Ich komm ja schon.

- Nicht so hastig. - Avanti, geh dahinter!

Aber avanti, avanti. Los!

So, Signoria, du auch! Los! Avanti, avanti, avanti!

- Na, wie habe ich das gemacht? - Die ist richtig, Schatzi.

Du bist halt ein Kenner.

- Arbeiten, Schatzi? - Arbeiten, arbeiten!

Natürlich, ich habe sehr viel zu tun. Avanti, avanti!

Señorita! Schnell, ausziehen!

Alberto, du auch. Wir haben keine Zeit!

Señorita, warum nicht ausgezogen? Los, ich muss arbeiten!

Schnell, schnell, hinter Paravent!

Schnell, schnell, arbeiten! Señorita!

- Melanie! - Ja, ja.

Avanti!

Alberto, warum stehen du herum? Na komm!

Alberto!

Avanti, avanti. Prego, Alberto.

Alberto, setzen!

Schau, der braucht mich nur zu sehen und schon...

Hui!

Silenzio per favore!

Hingreifen, hingreifen, hingreifen. Hingreifen!

Nicht du, Melanie!

Señorita, du greifen!

- Ja. - Hui!

Nimm Busen, Alberto!

Alberto, nicht von Melanie.

Von Señorita. Los, los!

Avanti, avanti. Nimm Busen!

Und küssen!

Prego, küssen!

Nix Melanie! Melanie!

Alberto, Señorita küssen!

Uno, due, tre!

Silenzio! Alberto!

Melanie, attenzione!

Aufhören! Aufhören! Aufhören!

Melanie! Geh weg!

Mach dich weg da! Hach, ich werde wahnsinnig!

Herr, Sakramento!

Jetzt kommen Biedermeier Landpartie.

(Italienisch)

Ich sehe alles, Melanie.

Wenn auch im Apparat verkehrt ist.

(Italienisch)

Prego, posiziona!

Spann auf.

Melanie!

(Italienisch)

Alberto, finito!

Jetzt Lieblingsfrau des Maharajas!

Melanie, was machen du schon wieder? Bleiben oben!

(Italienisch)

Hey Melanie, bist du wahnsinnig geworden?

Du machst es schon wieder. Du Hure!

Ich werde dir zeigen! Ich werde dich züchtigen!

Alberto, halt ihn auf!

Hilfe!

Nein! Alberto!

Bleib stehen, Melanie. Bleib stehen!

Ich werde dich jetzt beruhigen.

Ist der immer so verrückt?

Immer. Zwei Monate geht das schon so.

Ich kenne Melanie schon auswendig.

- Und war nie was? - Nein.

Das ist nicht recht von ihm.

Das ist eine Tierquälerei,

weil sie will.

Viecherei.

Ich halt das nicht aus.

Ich auch nicht.

Komm.

Melanie...

Alberto. Alberto?

Al...

Aufhören! Alberto, du Saukerl!

Für mein Geld wird hier nicht Amore gemacht!

Hier ist ein Künstleratelier und kein Bordell!

Hört auf zu streiten, fotografieren wir lieber.

Ja, sie hat recht. Machen wir lieber die Säule des Herakles.

Mit dem Albert wirst du heute keine Säule des Herakles machen können.

Vielleicht können Sie aushelfen.

- Aber gern, natürlich. - Bei meinem Gatten auch nicht mehr.

Das geht frühestens morgen früh wieder, das weiß ich besser.

♪ Ja, bei Vögeln, bei Vögeln, da braucht man ganz gewiss

♪ Ein Ständer, und wenn's auch nur ein Blumenständer ist

♪ Und legt er, legt er, sich am Ende nur aufs Ohr

♪ Ja, dann macht sie es mündlich und liest ihm etwas vor

♪ Der neue Stern von Wien, das ist die Mutzenbacherin. Hallo!

Das ist alles für uns?

Ja, das ist immer so.

Und das Geld?

Hier.

Schau dir das an.

So viel?

Kann man das essen?

Na probier's halt.

Herrlich.

Das möchte ich alles haben.

Alles.

Das alles. Alles kannst du haben.

Alles.

Millionärin.

Und ist sie Millionärin geworden?

Tja...

Vielleicht.

Sie sehen also eine glänzende Karriere, Mylady.

Nachahmenswert.

Oh nein, das ist nicht zur Nachahmung empfohlen.

Das ist ein Glücksfall unter Millionen Mädchen, die zugrunde gehen.

Nein, nein, das ist nicht einmal ein Glücksfall.

Die Josefine, die besaß etwas ganz Unschätzbares.

Das besitzen alle Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts.

Nein, nein, ich meine etwas ganz anderes.

Was?

Es... hat ihr immer Spaß gemacht.

Sie war nicht angekränkelt von eurer Verlogenheit.

Sie wusste immer,

es ist so natürlich wie essen und trinken.

Darum hat ihr eure verstunkene Verlogenheit,

eure heuchlerische Sittsamkeit nichts anhaben können.

Darum.

Josefine ist die lebende Anklage gegen die Lüge dieser Zeit,

ihre Gesellschaft

und ihre Moral, mein Freund.

Lady...

Josefine.

Nehmen wir einmal an, ich wär's.

Dann müssten Sie doch inzwischen gelernt haben,

dass man Huren bezahlen muss.

Und zwar vorher.

Ein bisschen schwierig bei einer Millionärin, was?

Ich mache Ihnen ein Angebot.

Lassen Sie hören.

Ich schreibe ein anderes Buch.

Josefine Mutzenbacher,

die Lebensgeschichte einer wienerischen Dirne.

♪ Josefine

♪ Mutzenbacher

♪ War ein echtes Wiener Kind

♪ Talentiert

♪ Und versiert

♪ In der Liebe, so wie sie im Buch steht

♪ Von vorn und von hint'

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