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[euphorisches Kreischen]
[wummernde Schlagermusik]
[Mann 1] Mir wird schon beim Hingucken schlecht.
[Mann 2] Dann guck nicht hin.
-Oder wollen wir Autoscooter fahren? -[Mann 1] Ralf, mach dir nicht ins Hemd.
[Kirmesansager] So, Marburg. Festhalten und anschnallen.
Wer hat noch nicht, wer will noch mal?
So, hier.
-Aber erst oben aufmachen. -Ja, wenn er kurz steht.
-Bei mir steht er jetzt schon. -[sie lachen]
Och, Leute, bitte.
Mit fast 70, da ist so ein Coming-out ein Riesenschritt.
Ich freue mich total für ihn.
-Ja, super. -[Mann 2] Und jetzt alle...
[alle] Junggesellenabschied!
-Junggesellenabschied. -[Mann 1] Auf dich, Jochen.
So, Freunde, jetzt geht's wieder los hier.
[gespanntes Jauchzen]
Ich hoffe, Papa findet jemanden, der ihn richtig glücklich macht.
-Das hätte der so verdient. -Haben wir das nicht alle?
-[Männer singen] -Bitte nicht.
♪ ...oder muss er dafür erst mal stehen? ♪
Äh, 'tschul... 'tschul...
[laut] 'tschuldigung, könnten Sie vielleicht ein bisschen leiser sein?
Entschuldigung.
Max, lass sie doch. Die haben halt Spaß.
Jetzt warte doch mal.
[Kirmesansager] Und jetzt heißt es Luft anhalten.
Es gibt eine Überraschung.
Viel Spaß da oben!
Oh, verdammt.
Warum bleiben wir jetzt stehen?
Das hat einen ganz besonderes Grund.
[Ralf] Es geht gleich weiter.
[Alarmsignal]
[Max] Du sagst, in der Weltliteratur gibt es keine glückliche Ehe.
Und ich kenne dein Ehetrauma. Deine Mutter verließ euch, da warst du zehn.
-Neun. -Genau.
Ihr Abschiedsbrief steckte am Hochzeitsfoto deiner Eltern,
darum wird dir schlecht, wenn du ein Brautkleid siehst.
Aber...
Du musst ja nicht im Brautkleid heiraten.
Wir können ja auch, keine Ahnung, im Hasenkostüm heiraten.
Im Hasenkostüm...
Können wir nicht einfach so Hasenkostüme anziehen, ohne Hochzeit?
Ich glaube, ich kann das nicht.
[Kirmesansager] Chef? Ich habe ein Problem.
Das Pult brennt.
[Ansager] Totale Scheiße. Das ist komplett im Arsch, Mann!
[Mann 1] Was ist jetzt los? Scheiße.
[Max] Maria, hast du mal eine Tüte? Ich glaube, ich muss brechen.
[Maria] Moment.
[fröhlicher Klingelton]
Hallo, na, alles gut?
Ja, hier hat vorhin jemand geklingelt.
[Ralf] Wahrscheinlich die Telekom. Die wollten kommen.
Ich mache einen neuen Termin. Erinnere mich noch mal, wir stecken fest.
-Sind die Kinder im Bett? -Was soll der Unterton?
Nein, kein Unterton.
-[Sirene im Telefon] -Geh an einen leiseren Ort.
-[Würgen] -[Maria] Ach, Max.
Das ist schwierig. Wir hängen in diesem Pendel-Dingsbums.
-Es gab einen Defekt... -Sag doch einfach, wenn ich dich nerve.
Ja. Ja, nein. Ich glaube nur, die Feuerwehr wird uns hier raus...
Wir... Hallo?
-[Max hustet] -[Ralf] Hallo?
Wir müssen hier irgendwie raus.
Ähm, Entschuldigung?
Wenn wir jetzt alle gleichzeitig vor- und zurückschaukeln,
vielleicht bewegt sich das Ding dann.
Nein, ich werde auf keinen Fall schaukeln. Weder vor noch zurück.
Wir können doch nicht tatenlos rumsitzen.
Doch, das Ding ist kaputt. Wir können nichts machen, nicht hier oben.
Man kann immer was machen.
[panisches Kreischen]
-[Mann 1 schreit] -Ich will nicht sterben!
-Das war wegen Ihnen. -Also hatte ich recht?
[er lacht leicht]
[zaghafte Musik]
[Kreischen]
Scheiße.
Oh Gott, nein. Oh nein, oh nein.
[zaghafte Musik]
[Hahn kräht]
[sie stöhnen erregt]
[Richter] In der Sache Ralf Hartmann gegen Heike Hartmann
ergeht folgender Beschluss:
Die Ehe wird geschieden wegen unüberbrückbaren Differenzen,
die auch durch Paartherapie nicht beseitigt werden konnten.
Des Weiteren Meinungsverschiedenheiten über Gartenmöbel, Dampfsauna
und Bedienung der Flächenteilspeicherheizung.
[Piepen]
[Uhr] Achtung, ungewöhnlich hohe Herzfrequenz.
[Ralf] Oh, Entschuldigung, die...
Die habe ich neu.
-War eine Retoure im Laden. -[Piepen]
Funktioniert sonst einwandfrei.
Alles Gute.
-[Uhr] Achtung... -'tschuldigung.
Schon kurz vor halb? Hat es heute länger gedauert?
Ich habe nichts anders gemacht.
Ich muss in den Laden. Die Lesung.
Ich verstehe nicht, warum du ausgerechnet Johanna Augustin bei dir lesen lässt.
Die hat dich doch übelst beschissen.
Die hat sich quasi selbst eingeladen.
Vielleicht ist es Zeit, die alten Geschichten hinter sich zu lassen.
Wer sind Sie? Was haben Sie mit Maria Lampe gemacht?
[Maria] Doofmann.
-Hast du irgendwann mal mehr Zeit? -Mach mir keinen Antrag.
-Wir haben uns getrennt, das ist gut so. -Das ist die Maria Lampe, die ich kenne.
-Danke fürs Training. -Und sei leise im Hof.
-Tschau, Kakao. -[Tür wird geschlossen]
-Geschafft, -Dank dir, Jürgen.
Ja, aus und vorbei, ne?
Ja, ja.
[Ralf] Kuckuck.
Wollen wir noch ein Eis essen gehen? Im "Venezia"? Drei Kugeln?
Äh, ich glaube, ein anderes Mal.
Ja, klar.
Das Eis läuft ja nicht weg, ne? Außer es ist heiß.
-[Tochter] Ich gehe schon mal zum Auto. -Ja.
Ja, äh...
-Wir sehen uns. -Ja, wird sich nicht vermeiden lassen.
[Radiomoderatorin] Hier ist Marburg FM.
Das ist die Coverband der Herzen, die "4 J's".
Direkt aus Marburg.
[Rockversion von "My Heart Will Go On"]
[Jochen 2] That's the "4 J's", let's go!
♪ Every night in my dreams ♪
♪ I see you, I feel you ♪
♪ That is how I know you go on ♪
♪ Far across the distance ♪
♪ And spaces between us... ♪
[Rockmusik endet abrupt]
♪ Near, far ♪
♪ Wherever you are ♪
♪ I believe that the heart does go on ♪
♪ Once more you open the door ♪
♪ And you′re here in my heart ♪
♪ And my heart will go on and on ♪
[fetzige E-Gitarrenmusik]
[Lied endet]
[entspannte Musik]
-[Maria] Guten Morgen. -Guten Morgen.
Wir brauchen mehr Stühle. Es ist alles restlos ausverkauft.
Schön.
-Sie haben versprochen... -Ich habe mich im Griff.
Und du hast versprochen, mich nicht mehr zu siezen.
Ich komme mir da immer vor wie so eine Chefin.
-Sie sind ja auch meine Chefin. -"Du". "Du bist ja auch meine Chefin."
Okay.
Super, dass die Augustin ausgerechnet bei uns liest.
Schön.
[pfeifendes Quietschen]
Morgen.
[Uhr] Tagesziel: 10.000 Schritte.
[er seufzt kurz]
[neckische Musik]
[er pustet durch]
Guten Morgen.
Na, da ist er ja, der Herr Hartmann.
-[Ralf] Morgen, Frau Scheffler. -Endlich.
-Sie hat hundertmal nach dir gefragt. -Ich hole eben den Schuhlöffel.
[er quiekt] Na, du?
-Ist alles okay bei dir? -Ja.
Scheidung durch?
Ja, aber Mama und ich haben beschlossen, das nicht groß zu feiern.
-Gehen wir gleich noch ein Eis essen? -Ich bin mit Sammy verabredet.
-Wer ist Sammy? -Sammy ist Sammy.
Ah.
Das Eis läuft ja nicht weg.
Außer es ist heiß.
Gute Nachrichten, Frau Scheffler. Mein Vater ist wieder zu haben.
-[Ralf] So, wo drückt denn der Schuh? -[Frau Scheffler kichert]
-Sie sind eine 38, stimmt's? -[seufzend] Ja.
Man kann essen, was man will, der Schuh passt immer.
Ja, ich halte euch Plätze frei.
[lachend] Okay, bis dann. Tschau.
Wie wär's hiermit?
Ja.
Darf ich mal? Ja, das geht schon in die richtige Richtung.
Hätten Sie etwas, das vielleicht ein bisschen heller ist?
-Ein helleres Blau? -Nicht zu hell. Bloß nicht Himmelblau.
Nein, bloß nicht Himmelblau.
Himmelblaue Bücher kriegen auch immer so schlechte Kritiken.
Hm, wie wär's denn hiermit? Das geht mehr ins Türkis.
Und ist auch ein sehr guter Roman. Ich habe den in einer Nacht gelesen.
Es geht um eine ältere Bäuerin, die...
Sehr schön, sehr schön. Das ist wirklich sehr schön.
Passt auch gut zu meinem Kissen.
Ja, sehr schön. Darf es sonst noch was sein?
-Ein gelbes Buch? -Auf keinen Fall.
-Kein Gelb, nein. -Ich mache schon, danke.
[Maria] Keine Sorge, wird super heute Abend.
-Wiedersehen, Frau Scheffler. -Wiedersehen.
[Uhr] Bleib dran.
[Piepen]
[drollige Musik]
Schönen guten Tag. Sie sehen aus, als würden Sie sich für Käse interessieren.
-Ja, da haben Sie recht. -Wüssten Sie, dass es fünf Käsetypen gibt?
-Was, nur fünf? -Na ja, nicht Käsesorten, Käsetypen.
Sorten gibt es viele. Aber jeder Mensch ist einer von fünf Käsetypen.
Ach so, deshalb.
Das ist so wie mit der Blutgruppe oder mit der Augenfarbe.
-Aha. -Ja.
Wie oft essen Sie denn Käse in der Woche? So Pi mal Daumen.
Na, wohl eher Brie mal Daumen, was?
-So drei-, viermal? -Schlafen Sie bei offenem Fenster?
[Ralf] Im Sommer. Im Winter muss man aufpassen...
-Was mögen Sie lieber? Duschen oder baden? -Baden.
-Okay. -Gerade habe ich nur eine Dusche...
-Mögen Sie lieber Kino oder Oper? -Das Kino.
Kommt drauf an, was läuft.
Das war's auch schon, danke schön. Das Gerät rechnet jetzt kurz.
Ah ja, okay.
Dann probieren Sie mal den hier.
-Den? -Ja.
-Oh. -Der schmeckt, stimmt's?
-Ja, sehr gut. -Sie sind nämlich Käsetyp vier.
Ein Genießer, der die Dinge selbst in die Hand nimmt.
-Ach, echt? -Ja.
-Ah. -Ja.
Ich zeige Ihnen mal was. Unser Aktionsangebot.
Für 8,99 Euro.
-Dann kann Ihre Frau auch mal probieren. -Danke, ich bin frisch geschieden.
-Schmeckt besonders gut mit Schwarzbrot. -Oh.
Hallo. Papa?
Wohnzimmer.
Hallo. Ja, komm mal her.
Ja, komm mal her, Bella.
-Dein Hund mag mich einfach nicht. -Ach was.
-Hey, Jochen. -Hi.
-Hallo. -Hier, ich war in der Apotheke.
Gut. Und, hast du dir Valium besorgt für heute Abend?
Was habt ihr nur alle?
Die Augustin... Ich werde schon nicht über sie herfallen.
-[Jochen] Die mit der Augenklappe? -Ja, die waren mal richtig dicke.
-Bis Maria ihr aus Versehen... -Papa, das interessiert hier keinen.
-Ich bringe das schon mal ins Auto. -Ja.
-Voll dein Typ, oder? -Was?
-Groß, schlank. -Und hetero.
-Sicher? -Mhm.
Besorg dir mal neue Schuhe, in die du leichter reinkommst.
Besorg du dir einen anderen Kerl, der nicht heimlich durch meine Blumen latscht.
Lernst du denn niemanden kennen in deinem Freundeskreis...
-Obwohl, Freundeskreis. -Wen soll ich in Marburg kennenlernen?
Ja. Jochen, damit du es auch gehört hast, hiervon zweimal täglich.
Mhm.
Toll, wenn deine Tochter sich um alles kümmert.
Als Single hat sie ja viel Zeit.
Papa, ich sitze hier, ich höre alles.
-Ich habe einen Freund, der ist single. -Ich muss los.
Ähm... Tschüss.
[ruhige Musik]
-[Tür wird geöffnet] -Ah.
Ernähr dich mal ein bisschen besser.
-Du bist ja wieder auf dem Markt. -Auf dem Markt...
Bin ich ein Sack Kartoffeln?
Wenn du den Mist futterst, siehst du bald so aus.
Du, der hat nur...
-34 Gramm Zucker? -[Handy vibriert]
Hier steht "kalorienreduziert".
-Guck mal, das hat Lotti geschickt. -Mhm, zeig mal.
[Ralf lacht leicht]
Ui.
Das habe ich nicht gekriegt.
Äh, ja, wir haben da jetzt so einen Dreierchat.
Ah.
Schön.
[drollige Musik]
Hallo. Sie sehen aus, als würden Sie sich für Käse interessieren.
Aha.
Wie oft essen Sie Käse in der Woche? So Pi mal Daumen.
-So dreimal, viermal? -Ja.
-Schlafen Sie bei offenem Fenster? -Nur im Sommer.
Mhm.
-Was mögen Sie lieber? Duschen oder baden? -Oh, baden.
Geht doch nichts über eine heiße Wanne. Nach einem Kinobesuch.
Das wäre meine nächste Frage gewesen.
-Ich liebe Kino. -Mhm.
Ja, dann war's das auch schon.
Na ja, ich sage Ihnen was: Sie sind Käsetyp vier.
Eine Genießerin, die die Dinge selbst in die Hand nimmt.
Probieren Sie mal den hier.
Mann!
Ich bin jetzt zum dritten Mal hier.
Und jedes Mal habe ich anders geantwortet.
Aber egal, was man sagt, man ist immer Käsetyp vier.
Hier.
Sagen Sie doch, dass Sie Käse verkaufen wollen, statt so einen Faketest zu machen.
Das ist nur mein Ferienjob, eigentlich.
Es geht mir auch nur um die Sache.
Vergeuden Sie doch verdammt noch mal nicht Ihr Leben.
Nutzen Sie Ihr Talent für was Besseres.
Ich kann Unehrlichkeit nicht ausstehen.
[Frau] Sorry, Leute.
Gott, ich dachte, du kommst nicht mehr.
-Du hast schon angefangen. -Durchgelesen.
Hallo, ich bin die Maria.
-Hallo. -Maria Lampe, meine Chefin.
Einfach Maria.
Da kommt sie, da kommt sie.
Okay, ich komme.
Frau Augustin, herzlich willkommen.
-Sophie Duval. -[Johanna] Ah ja.
Johanna. So schön, dich zu sehen.
Maria.
Oh, es ist so putzig hier.
Ganz anders als die Lahnhalle, wo ich demnächst vor 1200 Leuten lese.
Wow.
Schade, dass solche Läden aussterben.
[Fotograf] Frau Augustin? Ich bin vom Marburger Boten.
-Können wir ein Foto schießen? -Natürlich.
-Vielleicht hier. -Ja, gerne.
-Könntet ihr bitte... -Ja.
-Könntet ihr... -Ja, natürlich.
Ah ja.
[Fotograf] Prima.
Super.
Und...
[lachend] Ja. Klasse, noch einmal kurz halten.
-Ich glaube, wir haben es. Danke. -[Fotograf] Danke Ihnen.
[Johanna] Hallo.
Ich habe mich im Griff, hier. [Quietschen]
[ruhige Musik]
-Fahren Sie weg? -Nein, auf keinen Fall.
So einen Parkplatz kriege ich nie wieder.
[Johanna] "Sie kniff die Augen zusammen.
Jedes Mal wieder vergaß sie,
dass ihre Sehkraft sie mehr und mehr im Stich ließ.
Elisabeth putzte ihren kleinen Kneifer und setzte ihn auf.
Isentrud erschreckte sich fast,
weil ihre Herrin plötzlich so große Augen hatte."
Ja, die Elisabeth hat zwei Augen.
[höfliches Lachen] [leises Quietschen]
[neckische Musik]
[sie schreckt laut auf]
-Ralf. -Ich wollte nicht einfach reinkommen.
Ja, dann klingel doch.
Ah.
Habt ihr schon wieder Probe?
Ja. Du, ich habe dir was mitgebracht.
Käse.
Sehr lecker.
Okay.
-Du magst doch noch Käse? -Warum sollte ich nicht mehr?
Keine Ahnung.
-[E-Gitarrensound ertönt] -Ich muss rüber.
Warte. Moment, warte mal.
Guck mal. Hier in der Bahnhofstraße sind Proberäume frei.
-Vielleicht ist das was für euch. -Och, die Garage tut's doch.
Aber auf Dauer ist das natürlich keine Lösung, klar.
Klar.
Der schmeckt gut mit Schwarzbrot.
-[E-Gitarrensound ertönt] -Ich gehe mal rüber.
Ja.
-[Mann 1] Jochen? -[Jochen] Danke, Jochen.
-Auch eins, Jochen? -[Mann 2] Danke, Jochen.
-Ralf? -Jup.
Wie ist es gelaufen? Heute war doch die Scheidung.
Ja, aber wir wollen es nicht groß feiern.
-Aber wir feiern das. -Prost.
-Auf die Freiheit. -Ich wollte eigentlich nicht frei sein.
[Jochen Eins] Jetzt mal nicht so trübselig.
Mach's wie ich. Ich bin ein Genießer, der Dinge selbst in die Hand nimmt.
-Bist du auch Käsetyp vier? -Wie, du auch?
-Ach. -Ich auch. Ist ja ein Ding.
Vielleicht war das mit der Scheidung ein Riesenfehler.
-Hätten wir das anders... -Jetzt ist es, wie es ist.
Jochen hat recht. Du musst auf andere Gedanken kommen.
Lern jemanden kennen.
Wen soll ich denn kennenlernen? Mir fällt niemand ein.
Ein Patient von mir hat eine Tochter, die ist single.
Dann ist es ja vorbestimmt. Der Rest ist reine Formalität.
So war das nicht gemeint. Aber sie ist nett, sieht gut aus, hat Humor.
Und sie hat ihren Buchladen in der Oberstadt.
Kauf dir ein Singlekochbuch. Dann weiß sie, dass du niemanden hast.
"Dass du niemanden hast", das klingt so verzweifelt.
Ich habe den Laden, zwei Töchter, die Band, und ich habe...
-Das ist doch einiges. -[schrammender Sound]
Let's rock!
"'Wenn wir Sie nicht hätten', sagte Konrad und lächelte die Nonne dankbar an.
'Ja, da haben Sie recht', lachte Elisabeth
und biss in ihren saftigen Apfel."
-[Mann 1] Bravo! -[Mann 2] Bravo!
-[Frau 1] Toll. -Großartig.
[Frau 2] Bravo!
[pfeifendes Quietschen]
Danke schön. Danke, Frau Augustin.
So, die liebe Frau Augustin hat angeboten, noch Fragen zu beantworten,
wenn wer welche hat.
-[Johanna] Der Herr da drüben, bitte. -Frau Augustin, das war richtig klasse.
Sagen Sie, wo nehmen Sie Ihre Ideen her?
Wissen Sie, die Marburger Historie ist so reich an spannenden Geschichten.
Ja, das inspiriert mich.
[sie prustet]
-Wolltest du was sagen, Maria? -Nein, besser nicht.
[Sophie] Ähm, hat sonst noch wer eine Frage?
Immer noch die alte Geschichte.
[pfeifendes Quietschen]
Niemand hindert dich daran, auch ein Buch zu schreiben.
Das ist doch ein perfektes Schlusswort...
Ja, aber, äh...
Hm, seltsam.
Also ich kenne ein Buch, in dem jemand meine Idee ausgearbeitet hat.
Aber ich möchte keinen Namen nennen.
-[Gemurmel] -[Johanna lacht leicht]
Es gibt "Game of Thrones" und "Herr der Ringe".
Es gibt Pumuckl und es gibt das Sams.
Die Welt hätte sicher auch zwei Nonnenkrimis vertragen.
Aber hättest du einen schreiben können?
Natürlich. Ich war fast fertig mit meiner Recherche.
Seit Jahrzehnten verlierst du dich in Recherchen,
statt einfach zu schreiben.
-Kann man nichts machen. -Kann man immer.
Du, schick mir gern dein Manuskript zu.
Wenn es jemals fertig wird.
Ich lege dann gerne beim Meyerlink-Verlag ein gutes Wort für dich ein.
So. Gibt es denn jetzt noch weitere Fragen aus dem Publikum?
[sanfte Musik]
-[Uhr] Bleib dran. -[Piepen]
[er seufzt]
[sanfte Musik läuft weiter]
[sie schreckt auf]
Welches Arschloch parkt denn hier so scheiße?
[friedliche Gitarrenmusik]
[Johanna] Seit Jahrzehnten verlierst du dich in Recherchen,
anstatt einfach mal zu schreiben.
[Jochen Eins] Geh auf die Pirsch, lern jemanden kennen.
Sie ist Buchhändlerin, hat ihren Buchladen in der Oberstadt.
[entschlossene Gitarrenmusik]
-[Uhr] Bleib dran. -[Piepen]
[drollige Musik]
[hauchende Klänge]
-Hallo. -Hey.
-Hey. -Wie kann ich dir helfen?
Ich wollte nur mal...
Ich bin auf der Suche nach, ähm...
Impulsen.
Manchmal braucht man nur einen kleinen Schubser.
Ich bin frisch geschieden. Das ist ja so ein bisschen wie Silvester.
Man guckt zurück und nach vorn. Nur ohne Feuerwerk.
Ich habe immer nur nach Gründen gesucht, warum was nicht möglich ist.
Anstatt nach Wegen, wie es doch geht.
Das Wichtigste ist herauszufinden, was man selbst will.
Und was man nicht will. Und wer ist überhaupt dieses Ich?
Manchmal, da habe ich das Gefühl...
...dass ich mich irgendwie selbst verloren habe.
Wie so einen Schlüssel.
Und um mich wiederzufinden, muss ich überlegen,
wo ich mich zuletzt gesehen habe.
Ich trat komplett auf der Stelle.
-Damit ist Schluss. -Das mache ich nie wieder.
Johanna hat sich mit der Falschen angelegt.
Der zeige ich es. Ich schreibe ein Buch.
Verstehe. Und was hast du da?
-"Tantra im Alter". -Sehr gut.
Tantra löst ja nicht nur körperliche Verspannungen,
sondern auch seelische.
Darf ich?
Dieser Punkt hier, der ist mit dem Herzen verbunden.
Und...
von da aus strahlt er in den ganzen Körper.
Und setzt Potenziale frei.
Oh.
Hey, Nikki. Ich bin dann mal weg, ja?
[sie kichern]
Hi. Neukunde?
Hm? Ja.
Irre. Da denkst du, du kennst jeden in Marburg.
-Tschau, Kakao. -Der Max trainiert für einen Marathon.
Can't find what you're looking for?
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