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Original subtitles

* rhythmische Schritte *

Jan Vogt

Charlotte Stauffer

Mark Kreutzer

(Mädchen) Papa, guck mal.

Guck mal. Hey, super machst du das.

Richtig gut.

* Nachrichtenton *

(leise) Scheiße. Musst du wieder zur Arbeit?

Ja, ich muss dich heute Abend leider wieder zu Mama bringen.

Scheiße. Hey. Es tut mir leid.

Paula, halt!

Alles okay? Hast du dir wehgetan?

Ich will zu Mama.

Okay, kein Problem. Kein Problem.

* unbehagliche Musik *

Morgen. Morgen, Jan.

Guten Morgen! (alle) Morgen.

* munteres Stimmengewirr *

Auch schon da, auch schon da, was? - Alles gut?

Hey. Na, Tag.

Ist Carlo auch schon da? Ist doch erst in einer Viertelstunde.

Der Einsatz kam auch verdammt kurzfristig.

Hat dir deine Frau Stress gemacht?

Die freut sich, wenn er nicht da ist.

Nächstes Mal bringe ich das Kleine mit,

dann brauchen wir keine Sirenen.

Morgen. Mal wieder zu spät.

Sorry. - Ey, nicht schon wieder.

Na, gerade aus der Disco? - Boss.

Sorry. - Die Kölner können mal früher Bescheid geben.

Die wissen nicht erst seit gestern, dass demonstriert wird.

Ja, aber dass die Demo so ein Hit wird.

(Mann 1) Was sagt die Voraufsicht?

(Mann 2) Keine besonderen Vorkommnisse.

Allerdings müssen wir gewaltbereite Störer aus der linken Szene

aus Hamburg und Niedersachsen erwarten,

die sich den Protesten anschließen wollen.

(Mann 1) Umfang? - 200 bis 300.

Wenn man da die übliche Dunkelziffer zurechnet...

(Mann 1) Spezialkräfte?

(Mann 2) Wegen dem Ruhr-Derby haben wir keine eigenen.

Wir konnten nur eine BFE aus Oldenburg bekommen.

Zwar nur ein Zug, aber mit hohem Einsatzwert.

(Frau) Arnold 22-11 für Arnold 01, Frage Verständigung.

(Mann 1) Kennen wir Aktionspläne oder Angriffsziele?

Nein, aber angesichts der Demonstrationsroute

können wir uns denken, welche Ziele bevorzugt werden.

Die Bank- und Immobilienverwaltungen.

Na dann. Guten Morgen allerseits.

* angespannte Musik *

Lass mich durch.

* Lachen, Johlen *

Hey, Jungs, kommt. - Los, los.

Morgen. - Na komm, Digga.

Bis gleich, Philip. Bis gleich.

Hey, Sylvie. Hi.

Wir nehmen unsere eigene Tatbeobachterin mit?

Die Kölner erwarten Störer aus Niedersachsen. Ist ganz gut.

Also sehen wir uns da. Wenn du den Kofferraum zukriegst.

Schön, da sitzen wir wieder, ne?

Was hast du hier? Du hast da einen Fleck. - Lustig.

So, Mädels, der Einsatzbefehl aus Köln wurde gerade ergänzt.

Laden die uns zum Karneval ein, oder was? - Ja, bloß nicht.

Wir haben unsere konkrete Position bekommen.

Wir nehmen am Eingang der Hallenser Straße Aufstellung.

Das heißt, wir haben drei Privatbanken im Rücken.

Prima, ich muss eh noch Geld abgeben.

Sorg dafür, dass die Autonomen das nicht machen.

Super, dass wir Objektschutz machen.

Kriegt eine normale Einheit nicht hin.

* Angespannte Musik läuft weiter. *

* Johlen, Tröten *

Entschuldigung, Aida Issufo vom "Kölner Bote online".

Möchten Sie ein paar Worte loswerden,

was Sie sich von der Politik erhoffen?

Die Kosten steigen, die Rente reicht nicht mehr.

Wenn ich aus meiner Wohnung muss, wohin soll ich dann? - Danke.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Dass meine Schüler*innen und meine Familie

in einer durchmischten Gesellschaft aufwachsen.

Für uns ist es eine Zukunftsfrage. Wie wollen wir leben?

Vielen Dank. - Ja, bitte. Tschau.

* ausgelassenes Johlen *

Jan.

Fest genug? - Fester ruhig.

Wir setzen die Busse um, sperren die Straße direkt an der Ecke.

Deine Jungs in die Mitte. Ich rede mit Philip.

Was ist da los? Keine Ahnung.

Tristan, was ist los? Na, schau selbst.

* schwelende Musik *

Wollen die uns verarschen? Da soll die Demo durch, oder was?

Die war auf den Karten aber nicht eingezeichnet.

Arnold 1 für Eiche Cäsar 11.

Warum finden wir die Baustelle in der Hallenser Straße

nicht im Einsatzbefehl?

Wir haben keine Information über eine Baustelle vorliegen.

* Auslöser klickt. *

Ich habe die Fotos ans Lagezentrum geschickt.

Arnold 1, ihr müsstet Fotos bekommen haben.

"Wir haben hier ein gefährliches Nadelöhr. Erbitte Anweisung."

Ich melde mich gleich bei Ihnen. Herr Breuer?

* angespannte Musik *

So das fünfte Rad.

Ich hoffe, jemand hat einen Plan B. Ist ja nicht deren erste Demo.

Ich freue mich schon darauf, jeden Demonstranten

an der Hand daran vorbeizuführen.

Ihr auch?

Die Bundespolizei meldet volle Züge aus Niedersachsen.

Viele sind dem gewaltbereiten linken Spektrum zuzuordnen.

Bisherige Schätzung: 400 bis 600.

Das Doppelte.

Und das konnte die Bundespolizei

nicht bereits auf den Abfahrtsbahnhöfen feststellen?

Eiche Cäsar 11, verstanden.

Kommt mal kurz zusammen, bitte, Leute.

Also, Sie werden die Demo über eine Alternativroute leiten,

damit keine Risikozone entsteht.

Heißt das, wir ziehen um? Wir bleiben hier bei den Banken.

Ihre Sicherung bleibt Priorität. Alles klar? (mehrere) Ja.

Ich schätze, es sind mindestens 10.000.

Etwa ein Drittel mehr, als wir erwartet haben.

Die Demonstration ist offiziell gestartet. Kameras aus?

(Breuer, seufzend) Kameras aus, ja.

Ein Hoch auf die Demofreiheit.

Konnten unsere Tatbeobachter Hinweise geben,

wo die potenziellen Störer stehen?

Noch nicht.

Wir sind hier. Wir sind laut. Weil ihr uns die Wohnung klaut.

(Sprechchor) Mieten runter! Mieten runter! Mieten runter!

Danke.

* spannungsvolle Musik *

"Philips Funk ist ausgefallen. Kommunikation per Handzeichen.

Bei dir alles okay?" Jo. Alles gut.

"Arnold 1 für Arnold 22.

Splittergruppe ist in Hallenser Straße vorgedrungen."

Unbedingt zurückdrängen und verhindern,

dass sich weitere Personen der Splittergruppe anschließen.

"Nicht möglich. Uns fehlen die Einsatzkräfte."

(Breuer) "Eiche Cäsar 11 für Arnold 1.

Splittergruppe hat sich vom Demonstrationszug abgetrennt.

Kommen in Ihre Richtung. Geschätzte Stärke 700 plus.

Erzwingen Sie sofortige Rückführung zum Hauptzug."

"Eiche Cäsar, verstanden."

Scheiße, die sind schon da.

Achtung. Splittergruppe hat sich abgesetzt. Kommt auf uns zu.

Gruppe eins, linker Flügel. Zwei, Zentrum. Drei, rechter Flügel.

Aufstellung im Straßenzentrum!

Sind autonome Kräfte dabei? Kommen die wegen der Banken?

(Frau) "Möglich, oder sie haben die Routenänderung nicht mitbekommen.

Auf beides einrichten." Na super. Verstanden.

* Tröten, Johlen *

Helme auf!

* Spannungsvolle Musik läuft weiter. *

Gehen Sie in diese Richtung zurück.

In diese Richtung zurück.

Alles klar? Alles klar?

Achtung, Achtung.

Sie haben die zuletzt genehmigte Demonstrationsroute verlassen.

Bitte drehen Sie sofort um.

Was soll denn der Blödsinn?

Sie sehen doch selbst, es geht nicht zurück.

Wie sollen wir denn weggehen?

Rückweg der Demonstranten scheint abgeschnitten.

"Erbitte Anweisung."

"Nach unseren Informationen ist der Rückweg zum Hauptzug hinten frei.

Verhindern Sie Durchmarsch zur Risikozone Baustelle."

Stellung halten. Stellung halten!

Ich fordere Sie auf, unverzüglich umzudrehen,

oder Sie werden von der weiteren Veranstaltung ausgeschlossen.

Diese Anweisung kann mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden.

Wir haben Kinder hier!

Umdrehen, in diese Richtung zurück!

Verpisst euch. Scheißbullen. - Die drücken nach.

Eiche Cäsar 11, Eiche Cäsar 15, haben wir militante Aktivitäten?

Die Möglichkeit besteht.

Straftäter könnten sich unter die Demonstranten gemischt haben.

Macht endlich Platz da!

Die wollen Stress.

(Mann) Verpisst euch!

Abstand halten. Hey, Abstand halten!

* zischender Knall *

Ich fürchte, sie haben auch Mollis mitgebracht.

Lasst uns durch! Lasst uns durch! - (Polizist) Es brennt.

Hey, hey, hey, was soll das? Hört doch auf damit.

(Frau) Lasst das. - Die schieben von hinten.

Lasst uns durch!

Lasst uns durch! - Lasst uns durch!

Was soll das? - Ich kann nicht weiter.

Abstand halten. Lasst uns doch durch.

Lasst mich jetzt durch.

Zurück jetzt! * Knall *

* bedrohliche Musik *

Lasst uns durch, Mann!

(Funk) "Frau... rote Jacke... dunk..."

Was? Bitte wiederholen! Bitte wiederholen!

"Rote Jacke, dunk... Elf Uhr." Was? Elf Uhr?

"Frau mit... Tasche. Dunkelhäutig, rotbraune Jacke. Zugriff."

Molli! Gruppe zwei, Zugriff! (Polizisten) Zugriff!

Polizei.

Hey, lasst mich los! Hey, was soll das?

Lass die Tasche los! Lass meine Tasche los, du Arsch!

Du sollst die Tasche loslassen!

Loslassen!

Lass die Tasche los!

Tasche gesichert! Rückzug! Rückzug!

Aus wem Weg! Aus wem Weg!

(Polizist) Rückzug, Rückzug!

Wo ist sie? Sie ist weg.

Achtung, Steine!

Rückzug, Rückzug!

* dramatische Musik *

Wir haben Kinder hier!

* Jan stöhnt. *

* Er keucht. *

* Er brüllt. *

* Geräusche verstummen, schwelende Musik *

* Mann schreit hallend. *

* Schwelende Musik läuft weiter. *

Ah!

* Musik endet, Geräusche setzen wieder ein. *

(Mädchen) Papa.

(Frau) Wir brauchen einen Arzt!

Charlotte Stauffer, Kripo Bonn.

Ich würde gerne Ihren Zugführer sprechen.

Das bin ich, Mark Kreutzer.

Ich wurde beauftragt, interne Vorermittlungen durchzuführen.

Deshalb werden wir in dieser Dreckshalle festgehalten.

Sie werden nicht festgehalten.

Der Kölner Polizei war so kurzfristig

keine andere Unterbringung möglich.

Was ich umgehend dem Personalrat melden werde. Tun Sie das.

Mir wurde Ihre freiwillige Kooperation zugesichert.

Ist das korrekt? Freiwillig? Klar.

Aber als was werden wir denn geführt?

Zeugen? Beschuldigte?

Noch ist kein offizielles Verfahren eröffnet worden.

Der Auswertungsstab hat nur ein paar Fragen.

Stellen sie die lieber den Autonomen,

die diese Eskalation provoziert haben.

Die einen meiner Männer verletzt haben.

Untersuchen Sie das auch?

Gegen die Straftaten der Zivilpersonen

ermittelt der Kölner Staatsschutz.

Ich bin hier, weil Berichten zufolge

die eigentliche Eskalation erst begann,

nachdem Ihr Kollege mit seiner Gruppe

in den Demonstrationszug vordrang.

Jetzt sollen wir an allem schuld sein.

Es geht hier gar nicht um Schuld.

Ich bin keine Richterin. Ich sammle nur Fakten.

Am besten, wir besprechen alles mit unserem Gewerkschaftsanwalt.

Was? Als hätten wir was zu verbergen?

Nee. Wir haben einen guten Job gemacht, oder?

Gut, dann würde ich jetzt gerne

mit jedem von Ihnen einzeln sprechen.

Sind das alle Beamten Ihrer Einheit?

Und die hat Oldenburg Ihnen einfach so geschickt, ja?

Großartig. Hat der Schwarze Block die Namen auch schon?

Würden Sie mir bitte ankreuzen, wer außer Jan Vogt

zu der Gruppe gehörte, die in die Demonstration hineinging?

Jan und seine Männer haben nur ihre Aufgabe erfüllt.

Die in diesem Augenblick genau war?

Sie wollten einen Gefährder aus der Menge holen. Mhm.

Was für ein Gefährder?

* Tumult *

Das weiß ich nicht.

* leise angespannte Musik *

* Tumult *

* Tumult steigert sich. *

* Nachrichtenton *

* Er stöhnt leise. *

* leises Flirren *

* Angespannte Musik läuft weiter. *

Was für ein Gefährder?

(Polizist) Zu dem Zeitpunkt keine Ahnung.

Aber Sie sind doch

der Beamte für Beweis und Dokumentation Ihrer Gruppe.

Haben Sie den Zugriff mit der Kamera dokumentiert?

War leider nicht möglich.

Wir verloren im Grunde sofort den Kontakt zu ihr.

Wir konnten auch nicht ausmachen, was dort geschah.

* Beklemmende Musik überlagert Szene. *

Aber Sie haben weitergefilmt? Natürlich. Bis zum Rückzug.

Dann lösten sich die Reihen auf,

und wir sind zurück zu unserem Einsatzwagen.

Ich würde die Aufnahmen gerne sehen.

Das geht nicht. Ich habe sie gelöscht. Bitte?

Durch die Umstände war auf den Aufnahmen

nichts Einsatzrelevantes zu erkennen.

Sie kennen doch die Vorschriften.

In dem Fall müssen die Aufnahmen

aus Datenschutzgründen unverzüglich gelöscht werden.

Und dass sie nichts Einsatzrelevantes enthielten,

haben Sie allein entschieden?

Ja.

Das gehört zu meinen Aufgaben.

So werden die Rechte der Demonstranten geschützt,

die sich nichts zu Schulden kommen ließen.

Es tobte eine Straßenschlacht,

aber niemand ließ sich was zu Schulden kommen.

Nichts, was ich dokumentieren konnte.

Ich hätte trotzdem gern die SD-Karte.

Das wird Ihnen nichts bringen. Ich habe die Karte neu formatiert.

Sie sind wirklich gründlich.

Okay.

Wer war also näher dran am Polizeiobermeister Jan Vogt?

Jan hat "Molli" gerufen.

Jemand ist ausgemacht worden, der einen Molotowcocktail hat.

Von wem ausgemacht?

Jan Vogt selbst? Keine Ahnung. Kann sein.

Jan hat ein super Auge für so was. Mhm.

Haben Sie denn den Molli auch gesehen?

* Tumult *

Hey.

Zurück jetzt!

Nee.

Da war diese Tasche.

Tasche runter! Tasche runter. Lass die Tasche los!

Da wird er wohl drin gewesen sein.

Ja, aber Herr Vogt hat sich dessen bei der Festnahme versichert.

Weiß ich nicht.

Da müssen Sie Tristan fragen.

Der hat die Tasche genommen.

Tasche gesichert!

Ich habe nicht reingeguckt. Jan auch nicht.

Sie nehmen jemanden fest,

überprüfen aber nicht, ob der Verdacht stimmt?

Es war so gut wie keine Zeit.

Ich musste zur Gruppe, Steine wurden auf uns geworfen.

Sie wissen ja, was mit Jan passiert ist.

Außerdem war die Gefahr abgewendet. Darum ging es.

Es hat alles gepasst.

Wie meinen Sie das, es hat gepasst?

Na ja, das Umfeld, die Attacken, die Sprüche.

"Du Arsch", hat sie gesagt.

Wie es sich für so Autonome gehört,

die eine Demonstration infiltrieren.

Da war bestimmt ein Molli drin.

Sie haben auch nicht in die Tasche geschaut,

nachdem Sie aus dem Gedränge raus waren?

Wo ist die Tasche jetzt?

Weg. Weg?

Jemand hat sie mir aus der Hand gerissen.

* Schreie *

Fuck! Fuck!

Und die Verdächtige?

Konnte ich nicht mehr halten, als Jan losließ.

Er hat zuerst losgelassen. Kamen ihm Zweifel am Zugriff?

Nein, warum auch?

Jan wurde angegriffen. Der macht das doch nicht aus Spaß.

Der ist gründlich, zieht Sachen durch, wenn er sie angefangen hat.

Könnte auch sein, dass ich zuerst losgelassen habe.

* Tumult *

Hatten Sie da bereits die Personalien der Verdächtigen?

Nein.

Aber das ist die, die jetzt online über uns herzieht.

Und die sich nicht als Presse zu erkennen gab.

Ich habe nichts gehört.

Haben Sie sie deswegen so hart angefasst?

Wir gingen vor, wie wir es für Gefährdersituationen trainieren.

Wenn es sich denn um eine Gefährderin handelte.

Solche Entscheidungen werden so schnell gefällt.

Sie schließen nicht aus, dass er sich täuschte.

Warum sollte er sich getäuscht haben? Ja, warum?

Diese Leute...

Sind sie unseren Anweisungen gefolgt?

Nein. Die wollten provozieren. Die haben Jan fertiggemacht.

Was, wenn wir ihn nicht gefunden und rausgeholt hätten?

Vor allem aber sind wir einem Befehl gefolgt.

Wir haben die Baustelle gesichert, um die Demonstranten zu schützen.

Jan.

Danke fürs Rausholen.

Ist doch klar, Mann.

Unser Ziel war, die Katastrophe zu verhindern.

Sie ist trotzdem passiert.

57 Menschen mussten ärztlich behandelt werden.

Einer davon schwebt in Lebensgefahr.

Und das, weil Sie und Ihre Kollegen

eben nicht einfach nur eine Baustelle sicherten,

sondern stattdessen mitten in die Menschen rein sind.

Sie gehören also auch zu den Kollegen, die denken,

dass die BFE Spaß daran hat, Leute zu vermöbeln.

Und haben Sie den?

Das war kein Spaß. Nichts daran.

Hätten wir keinen Grund gehabt, wären wir nicht rein.

Warum sollten wir sonst unsere Reihe verlassen?

Uns dem Risiko aussetzen?

So was machen wir nur im äußersten Notfall.

Lassen Sie uns mal unter vier Augen darüber reden.

Bald bist du wieder fit.

Sehe ich etwa nicht fit aus, oder was?

* Lachen, Johlen *

(Tristan) Da ist er!

* Sie johlen. *

Langsam, langsam.

Bist du verletzt? - Alles gut?

Siehst gut aus. - (leise) Habe alles gelöscht.

Komm, ich hau dich k. o., dann musst du hier nicht pennen.

Können wir bitte? (Tristan) Lass dich nicht kleinkriegen.

Bist du sicher, dass du allein mit ihr reden solltest?

Haben wir was zu verbergen? Nee, natürlich nicht.

Ich habe es über Funk gehört.

Mir wurde eine Gefährderin mit Molotowcocktail gemeldet.

Mit exakter Beschreibung von Aida Issufo?

Heißt sie so? Ja.

Der Funkspruch war abgehackt.

Aber reichte, um sie sicher zu identifizieren?

Ja, es reichte. Ich hatte genug verstanden.

Von wem kam dieser Funkspruch?

Muss der Zugführer gewesen sein. Mark Kreutzer?

Er war der Einzige außer mir und Philip, der verkabelt war.

Aber sein Funk war defekt. Ja, ich weiß.

Kreutzer sagte mir auch, er weiß nicht,

warum Sie in die Demo rein sind.

Er hat nicht gefunkt?

Dann hat Sylvie was gesehen. Sylvie?

Unsere Tatbeobachterin in Zivil. Sie war in der Menge.

Aha. Und sie hatte Funk?

Zu riskant. Man darf sie nicht als Polizistin erkennen.

Vielleicht hat sie es übers Handy der Leitstelle mitgeteilt.

Verstehe. Außerdem brannte es bereits.

Ich musste davon ausgehen, dass Mollis im Spiel waren.

Der Molotowcocktail war Ihre Vermutung.

Nein. Ich sage doch nur...

Drehen Sie mir nicht das Wort im Mund um.

Flogen denn zu diesem Zeitpunkt auch bereits Steine?

Warum ist das wichtig?

Ich versuche nur, mir die Situation vorzustellen.

Also?

Ich glaube nicht. Das glauben Sie nicht.

Aber das mit dem Funkspruch, das wissen Sie.

Was ist los?

Ich habe Kopfschmerzen.

Ich möchte zurück ins Krankenhaus.

Können Sie fahren?

Ich nehme ein Taxi.

Und ja, das mit dem Funkspruch weiß ich.

Okay.

Ach, mir und wahrscheinlich auch Ihren Ärzten wäre es lieb,

wenn Sie bis zu Ihrer Entlassung auf dem Zimmer blieben.

Und, äh...

Reden Sie bitte nicht mit den Medien.

Da herrscht schon genug Unruhe.

Ich dachte, du wolltest aufhören mit dem Qualmen.

Nur eine nach dem Mittagessen.

Übrigens, ich find's gut, dass du rein bist.

Die glauben, die können auf uns rumtrampeln,

als wären wir deren Prügelknaben.

Aber nicht mit uns, wir schlagen zurück.

Darum ging's nicht, Tristan. Ja, ja, schon klar.

Helden reden nicht gern über ihre Taten, hm?

Du, ich will los.

* Motor wird gestartet. *

* unruhige Streichmusik *

Ah, Herr Kreutzer.

Finde ich Sylvie in der Halle? Nein. Was wollen Sie denn von ihr?

Jan Vogt vermutet, dass sie einen Molotowcocktail gesehen hat.

Nee. Dann hätte sie mir ja Meldungen darüber machen müssen.

Hat sie also nicht? Nein.

Ich würde sie trotzdem gerne selbst befragen.

Ist sie zurück nach Oldenburg? Nein, in einem Hotel.

Sie darf nicht mit der Einheit in Verbindung gebracht werden.

Ich schicke Ihnen die Adresse.

Wäre aber nett, wenn Sie sich

im Hotel nicht als Polizei ausweisen würden.

Natürlich, ich wahre ihr Cover. Danke.

Und was darf ich eigentlich meiner Einheit sagen?

Wie lange müssen wir freiwillig hierbleiben?

Manche haben Kinder, Familie. Sie auch?

Ich wüsste nicht, was Sie das angeht.

Nein, natürlich geht mich das überhaupt nichts an.

Also an Herrn Vogts Gruppe habe ich sicherlich noch einige Fragen,

aber wenn die anderen Gruppen fahren wollen...

Entweder fahren wir alle oder keiner.

Ihre Familie hält zusammen.

* düstere Musik *

(Frau) "Schockierende Bilder heute aus Köln.

Eine Journalistin vom 'Kölner Bote online',

die von der Demo berichten wollte,

wurde nach eigenen Angaben willkürlich festgenommen.

Mindestens 57 Demonstranten wurden verletzt sowie ein Polizist."

(Frau 2) "Das Innenministerium

verspricht eine Aufklärung der Ereignisse,

hat sich zu dem Vorfall ansonsten aber noch nicht positioniert.

Was die Eskalation auslöste, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar."

"Und dann, dann... Dann traf Gabriel plötzlich was am Kopf.

Ich... Ich habe nicht gesehen, was, aber es lagen ja überall Steine.

(schluchzend) Es ist direkt vor den Kindern passiert."

Wir wollen wissen, was passiert ist.

Alle, die von ihrem Recht auf Demonstrationsfreiheit

friedlich Gebrauch gemacht haben.

Wir, die wir unschuldig in diese Tragödie gerieten,

weil eine BFE-Einheit durch ihren aggressiven Zugriff provozierte.

Wir wissen nicht, ob Gabriel Harms

jemals wieder unterrichten wird können

und wie es den anderen Verletzten geht.

Ich selbst habe am eigenen Leib spüren müssen,

mit welcher Härte die Polizei hier zugegriffen hat.

Sie haben mich angegriffen, haben mich geschlagen,

haben mir meine Tasche weggenommen.

Wie kann das sein? Wie darf das sein?

"Sicher, uns wurde Aufklärung versprochen.

Hoffen wir, dass diese Aufklärung auch objektiv stattfinden wird.

Ich werde das ganz genau verfolgen.

Wenn jemand etwas gesehen hat,

bitte wenden Sie sich auch an unsere Redaktion.

Der Link ist unten eingeblendet."

(Fahrerin) Hoffen wir, sie kriegt was raus, hm?

Bitte?

Na ja, stimmt doch, dass die Polizei ihr eigenes Ding macht.

Letzte Woche stehen vor meiner Tür plötzlich zwei Halteverbote.

Ist bis jetzt zu erkennen, warum? Nö.

Auch da, komplett willkürlich.

Um, hier, abzuschleppen und Kasse zu machen.

Die Polizei ordnet solche Verbote aber nicht an.

Sie muss sie nur umsetzen. Und kriegt dann den Ärger.

Aha, ist das so?

* bedrückende Musik *

Da waren Typen aus der Szene. Also vor allem die aus Oldenburg.

Die fangen gern auf Demos Stress an, aber...

Die waren weit hinten. Also da noch.

Jedenfalls habe ich Mark, also Kreutzer,

dann schnellstens darüber informiert,

dass von hinten potenziell Gefahr droht.

Und wie haben Sie das Kreutzer mitgeteilt? Übers Handy?

Es war so viel los.

Ich hätte nicht telefonieren können.

Ich musste kurz zu ihm hin.

Lassen Sie uns durch, das ist unser gutes Recht.

Das kann doch nicht sein.

Das ist eine angemeldete Demonstration.

Hinten potenzielle Störer.

Sie haben also auch nicht gesehen, warum Vogt in die Menge rein ist.

Ich habe das überhaupt erst mitgekriegt, als ...

es geknallt hat.

Auf einmal war alles in Bewegung.

* Ruhige schwelende Musik überlagert Szene. *

Und ich stand da.

Ich durfte denen nicht helfen.

(Frau) "Und dann, dann... Dann traf Gabriel plötzlich was am Kopf.

Ich... Ich habe nicht gesehen, was, aber es lagen ja überall Steine.

(schluchzend) Es ist direkt vor den Kindern passiert."

(Aida) "Wir wollen wissen, was passiert ist.

Alle, die friedlich von ihrem Recht

auf Demonstrationsfreiheit Gebrauch gemacht haben.

Wir, die wir unschuldig in diese Tragödie gerieten,

weil eine BFE-Einheit durch ihren aggressiven Zugriff provozierte.

Ich selbst musste am eigenen Leib erfahren,

mit welcher Härte die Polizei hier agierte.

Sie haben mich angegriffen,

haben mich geschlagen, haben mir meine Tasche weggenommen.

Wie kann das sein?

Wie darf das sein?"

* beklemmende Musik *

Ich habe Ihr Video gesehen.

Glauben Sie wirklich, wir wollen alles unter den Teppich kehren?

Ja, ich weiß inzwischen,

dass die Beamten, die mich angegriffen haben,

einer speziellen Beweis- und Festnahmeeinheit angehören.

Und Sie werden mir sicher gleich sagen,

dass die top ausgebildet sind und richtige Vorzeigepolizisten.

Sie sagen, man habe Ihnen Ihre Tasche weggenommen. Mhm.

Was war denn jetzt drin, wenn schon kein Molotowcocktail?

Kamera, sonst nichts. Haben Sie dafür Zeugen?

Nee, ich war allein da.

Ich dachte, bei so viel Polizei bin ich sicher,

da brauche ich keine Begleitung.

Haben Sie das mit der Kamera den Polizisten beim Zugriff gesagt?

Haben die mir Zeit dafür gelassen? Nee.

Die haben gesehen: Oh, eine Schwarze, Gefahr.

Sie vermuten einen rassistischen Hintergrund.

Bei der Härte des Zugriffs wirkt es wie ein eingefahrenes Muster, ja.

Wenn sich Ihr Vorwurf als unbegründet erweist,

könnten Sie wegen Verleumdung belangt werden.

Ich weiß, was ich gehört habe.

(Tristan) Die da. Die Schwarze.

Lasst mich los! Ich bin Presse!

Das haben Sie gesagt?

Sie haben sich als Presse identifiziert? Ja, klar.

Der Ausweis hing um Ihren Hals? Nee, der ist abgerissen.

Ich bin hängen geblieben in dem Gedränge und...

Wissen Sie, was?

Ich habe mich nicht strafbar gemacht,

sondern Ihre tollen Kollegen.

Die haben mich hier angepackt und...

Da. An den Nieren.

Das ist Körperverletzung.

Haben Sie gesehen, welcher Beamter das war?

Ich habe nur Helme gesehen.

Und Ihre Tasche blieb weiterhin verschwunden?

Ich habe mit dem Handy weitergemacht.

Ich muss Sie bitten,

mir alle Ihre Aufnahmen zur Verfügung zu stellen.

Und wieso fragen Sie nicht einfach den Staatsschutz?

Dem habe ich schon alles übermittelt.

Gut, werde ich machen. Schön.

Dann ... war es das?

Mhm.

Tschüss.

* Nachrichtenton *

* Tumult im Video *

* schwelende Musik *

* Handy vibriert. *

Hey. (Frau) "Hey. Wie geht es dir?"

Ganz gut. Wird immer besser. Wie sieht es bei euch aus?

Ist okay. Ich habe Paula gerade ins Bett gebracht.

"Schade.

Ich hätte ihr gern noch was erzählt."

Wie du gestern in Köln die Demo aufgemischt hast?

Ach, glaub nicht alles, was du da hörst.

Es wird von den Medien einfach nur hochgespielt.

Dass du mit Steinen um dich geworfen hast?

Wovon redest du?

"Das Video online ist ziemlich eindeutig."

* Schwelende Musik läuft weiter. *

Welches Video?

* Nachrichtenton *

* Tumult im Video *

"Das bist du doch, Jan?"

Davor hatte ich immer Angst. Auch deshalb wollte ich die Trennung.

Weil ich immer fürchten musste, dass so was passiert.

"Und jetzt ist es passiert."

"Aber ... du hast diesen Lehrer

mit deinem Stein nicht getroffen, oder?"

Nein, nein.

"Ich denke nicht."

Du denkst nicht.

Hör zu, Lena. Ich bringe das in Ordnung.

"Lass uns aufhören, okay?" Ich muss nur...

* betrübliche Musik *

* Tumult im Video läuft weiter. *

* schwermütige Musik *

Jan.

Mark.

Ich verstehe vollkommen, warum du es gemacht hast.

Ich glaube, die Jungs und ich sind die Einzigen,

die kapieren, was da wirklich passiert ist.

Ich kriege das alles nicht mehr zusammen.

Ich frage mich die ganze Zeit...

Habe ich den Lehrer getroffen? Quatsch.

Quatsch, hast du nicht.

Du hast den Stein nicht in die Menge geworfen,

sondern zur Seite, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann.

Das werde ich bezeugen.

Und wenn ich ihn getroffen habe?

* Spannungsvoll schwelende Musik *

Oder hast du wirklich gesehen, dass er an den Rand geflogen ist?

Ich habe gesagt, so werde ich es bezeugen, offiziell.

Dann brummen sie dir eine kleine Disziplinarstrafe auf,

wenn überhaupt.

Schwups, bist du wieder bei uns. Mark, hast du es gesehen?

Ich kenne dich, du wirfst keine Steine auf Demonstranten.

Habe ich aber.

* Spannungsvoll schwelende Musik läuft weiter. *

Mach jetzt keinen Scheiß.

Du hast dir so den Arsch aufgerissen, zu uns zu kommen.

Das macht doch ein kleiner Ausrutscher jetzt nicht kaputt.

* Spannungsvoll schwelende Musik läuft weiter. *

Wie geht's ihm? Wie soll es ihm schon gehen? Mies.

Aber im Moment will er es erst mal mit sich alleine ausmachen.

Heißt das, wir kriegen einen neuen Gruppenführer?

(Tristan) Wegen dieser Scheißfotze.

Dürfen die Videos von ihm hochladen?

Kann Jan die nicht verklagen? - Ist eine Grauzone.

Er hätte uns das sagen müssen, weil es unsere Situation ändert.

Wir sind Zeugen einer Straftat. - Aber du hast doch nichts gesehen.

Keiner hat was gesehen. Oder, Jungs? Hm?

Und meine Aufnahmen sind gelöscht. - Du wusstest davon?

Ich will nicht derjenige sein,

der Jan den Idioten da draußen zum Fraß vorwirft.

Genau. Der Pressetussi zum Beispiel.

Die Kanaken dürfen auf uns rumhacken, uns kaputtmachen.

Hey, was laberst du da eigentlich für eine Scheiße?

Merkst du, was du da redest?

Ich meine doch nicht dich. - Hör auf damit.

Okay, da stehst du also. Ich dachte, du wärst einer von uns.

Ah. Ich bin einer von den guten Ausländern, was?

Hast du deswegen die Schlampe laufen lassen? Hey, hey!

Schluss jetzt.

Das ist doch genau das, was die Wichser von der Internen wollen.

Entschuldigt euch. Los.

* beklemmende Musik *

* unbehagliche pulsierende Musik *

* Tür fällt zu. * Also.

Warum haben Sie mir Ihren Steinwurf verschwiegen? Amnesie?

Nein. Schön wär's.

Eher Kurzschluss.

Ich wurde von einem Stein getroffen,

mein Schlagstock war weg und...

* Er ächzt. *

* Er stöhnt. *

Ich habe die Kontrolle verloren.

Dann habe ich den Stein geschmissen.

Interessant. Eigentlich eher nur dumm.

Nein, interessant, dass Sie sich nicht auf Amnesie herausreden.

Ich habe letzte Nacht lange

über meine Berufsauffassung nachgedacht.

Warum mache ich den Scheiß eigentlich?

Und warum machen Sie den Scheiß?

Nein, Sie lachen mich nur aus.

Sie halten uns bei der BFE doch sowieso Idioten.

Ich bin zur Polizei, weil ich der Gerechtigkeit

wenigstens ein bisschen auf die Sprünge helfen wollte.

Ja.

Sehen Sie, jetzt lachen Sie mich aus.

Ich wollte mal einen Unterschied machen. Habe ich ja jetzt auch.

Als der Bulle, der den Stein geworfen hat.

Haben Sie jemanden getroffen?

Ich weiß es nicht.

Aber Sie haben geworfen, weil das alles linkes Gesocks ist.

Was meinen Sie damit?

Ich habe heute Nacht die Beiträge Ihrer internen Chatgruppe gelesen.

Ohne richterlichen Beschluss? Mit Beschluss.

Was meinen Sie, wie leicht er zu bekommen war

angesichts der jüngsten Ereignisse?

Sie schreiben vor einem Monat:

"Mir stinkt es langsam, was diese Zecken sich alles rausnehmen."

Wörter wie "Mullahs", "Schwarzköpfe", sehr beliebt.

Das war doch nur aus der Situation heraus.

Damals mussten wir den Bremern helfen, ihre Shishabars zu filzen.

Was meinen Sie, was wir uns alles anhören mussten?

"Wichser", "Ich ficke deine Schwester".

Angespuckt haben sie uns. Das ganze Programm.

Und wofür? Für ein Statement der Politik.

Wir haben den Scheiß abgekriegt. So wie vorgestern.

Nein, das war eine legitime Demonstration,

die einige Gruppen missbrauchten.

Aber ich bin nicht ausländerfeindlich.

Ich habe keine politische Agenda. Fragen Sie Kadir.

Sie haben die Journalistin nicht geschlagen? Natürlich nicht.

Denken Sie, ich bin extra in die Demo rein?

Einfach so, um sie aufzumischen?

Sie wollen doch einen Unterschied machen. Aber doch nicht so!

Ist das Ihre Gerechtigkeit? Einfach mir alles anhängen?

Ich will einfach nur wissen,

wann bei Ihnen die Sicherung durchgebrannt ist.

Oder ob Sie von Anfang an riskiert haben, dass es Todesopfer gibt.

Niemand ist tot. Hören Sie auf mit den Spielchen.

Gabriel Harms, der Lehrer, ist diese Nacht verstorben.

* schwermütige Musik *

Ich habe das nicht ausgelöst.

Ich habe den Stein geworfen, ja. Aber ich habe das nicht ausgelöst.

Es tut mir wirklich leid,

aber Ihr Wunsch wird die Tatsache nicht ändern,

dass sich meine Aufgabe geändert hat.

Wir ermitteln wegen des Verdachts

auf schwere Körperverletzung mit Todesfolge gegen Sie.

* angespannte Musik *

* bedrückende Musik *

* Schluchzen *

(Aida) Nicht nur die Schüler von Gabriel Harms,

dem verstorbenen Lehrer, haben sich an dem Ort eingefunden,

an dem er tödlich verletzt wurde, sondern auch viele Fremde.

Die Erschütterung in der Kölner Bevölkerung ist groß.

Und alle verlangen Aufklärung.

Besonders, seit wir wissen, wer der Beamte ist,

der so viel Schaden angerichtet hat.

"Hat sein Stein Gabriel Harms getroffen?"

(Kadir) Die macht uns fertig.

Und jetzt? Darf es jetzt ein Anwalt sein?

(Frau) "Nach der gewaltsamen Auseinandersetzung

zwischen Polizei und Demonstranten

auf einer Demonstration gegen Mietpreiserhöhungen vor zwei Tagen

ist nun ein Todesopfer zu beklagen.

Ein Lehrer und Familienvater,

der bei der Demonstration eine Kopfverletzung erlitten hatte,

ist letzte Nacht im Krankenhaus verstorben.

Das Innenministerium hat noch keine Ergebnisse bekannt gegeben,

was die Ausschreitungen ausgelöst hat.

Schüler*innen sowie Verwandte des Opfers

haben heute eine Trauerfeier am Ort der Eskalation organisiert,

die großen Zulauf erfahren hat."

* Freiton *

* Knacken *

Hey. (Lena) "Ja?"

* zarte Musik *

Ich... Ich wollte nur sagen, dass...

Ähm...

"Paula kommt gleich aus der Schule, Jan."

Okay, dann...

Sag ihr, dass ich sie liebe.

(Paula) "Mama." - "Mache ich."

* Knacken *

(Breuer) Ich kann mir nicht vorstellen,

dass die Ansage für den Zugriff von uns kam.

Warum nicht?

Straßenüberwachungskameras

waren aus Datenschutzgründen abgestellt.

Von der Oldenburger BFE hatten wir keine Informationen.

Kölner Beamte waren nicht vor Ort.

Wieso hätten wir einen Zugriff anweisen sollen?

Die Splittergruppe wurde nicht von Kölner Beamten begleitet?

Nein, unsere Kräfte waren beim Hauptzug gebunden.

Ungewöhnlich.

Ja, wir mussten schließlich

eine Menge mehr Demonstranten bewältigen

als ursprünglich vorgesehen.

Dann die Routenänderung. Die nicht alle mitbekamen.

Oder nicht mitbekommen wollten, hm?

In der Menge gab es einige autonome Kräfte,

die wohl gezielt auf die alte Route lenkten.

Und das, weil Sie in der Vorfeldaufklärung

eine Baustelle übersehen haben.

Die Baustelle war am Vortag noch nicht da.

Ein Rohrbruch in der Nacht, was nicht erfasst wurde.

Aber wir haben reagiert.

Und die Beamten aus Niedersachsen hatten klare Anweisungen,

Risiken zu minimieren.

Jeglicher Zugriffsbefehl

sollte also vom Polizeiführer vor Ort getroffen worden sein.

"Sollte".

Hundertprozentig sicher sind Sie sich also nicht.

Kann ich Ihre Funkaufnahmen hören?

* schwere getragene Musik *

"Arnold 1 für Arnold 22.

Splittergruppe ist in Hallenser Straße vorgedrungen."

"(Breuer) Zurückdrängen und verhindern,

dass sich weitere Personen der Splittergruppe anschließen."

"Nicht möglich, uns fehlen die Einsatzkräfte."

(Breuer) "Eiche Cäsar 11 für Arnold 1.

Splittergruppe hat sich vom Demonstrationszug abgetrennt.

Kommen in Ihre Richtung. Geschätzte Stärke 700 plus.

Erzwingen Sie sofortige Rückführung zum Hauptzug.

Haben Sie verstanden?"

"Eiche Cäsar, verstanden."

* beklemmende Musik *

"Sind autonome Kräfte dabei? Kommen die wegen der Banken?"

(Frau) "Möglich, oder sie haben die Routenänderung nicht mitbekommen.

Auf beides einrichten." "Na super. Verstanden."

(Polizist) "Arnold 22-14..."

Und das sind alles Sachen, die beim Hauptzug passierten.

"Wiederhole: Sperre Hohenzollernring

Ecke Palmstraße ist errichtet, verstanden?"

* Tumult von Aufnahme *

"Rückweg der Demonstranten scheint abgeschnitten."

(Breuer) "Nach unseren Informationen

ist der Rückweg nach hinten frei.

Verhindern Sie Durchmarsch zur Risikozone Baustelle."

(Frau) "Arnold 22-09 für Arnold 1.

Korrekt, den Wasserwerfer an der Nordseite positionieren.

Welche Uhrzeit haben wir jetzt?

12.35 Uhr.

Die Eskalation an der Hallenserstraße hatte da schon begonnen.

Aber wie Sie hören, haben wir hier weder eine Meldung

über einen Molotowcocktail bekommen noch einen Zugriffsbefehl gegeben.

Hm. "Situation Hallenser Straße außer Kontrolle.

Erbitte Verstärkung und Erlaubnis zum Einsatz von Tränengas.

Außerdem Feuerwehreinsatz erforderlich."

(Polizistin) "Benötigen RTW an der..."

Ja, und da ist die Situation komplett eskaliert.

Und, gab es den Funkspruch?

Natürlich gab es ihn nicht. Wer hat Sie überhaupt raufgelassen?

Ermittelt irgendjemand in meiner Sache?

Davon können Sie ausgehen.

Unser Staatsschutz wird Sie diesbezüglich

sicher in Kürze kontaktieren.

Ah, verstehe.

Hat ja auch keine Eile. Da machen die Medien keinen Druck.

Würden Sie mich genauso behandeln, wenn ich einer Ihrer Beamten wäre?

Meinen Namen an die Presse geben? Das glauben Sie nicht wirklich.

Aber wären Sie einer meiner Beamten, würde ich mir wünschen,

dass Sie zu Ihrem persönlichen Versagen stehen würden

und nicht irgendwelches dummes Zeug von Funksprüchen erfinden.

Und was ist mit Ihrem Versagen?

Sie haben uns wie Schießbudenfiguren

zum Abschuss freigegeben.

Wie wäre es, wenn das mal einer den Medien steckt?

Wer denn? Sie?

Darf ich Sie an Ihre Verschwiegenheitspflicht

als Beamter erinnern?

Haben Sie mit den Ermittlungen gegen sich

nicht schon genug Ärger, hm?

Körperverletzung. Mit Todesfolge, richtig?

Lassen Sie es gut sein.

Fuck!

Ich habe Ihren Arzt zu dem Funkspruch befragt.

Er hält eine posttraumatische Gedächtnisstörung für möglich,

die Sie glauben lässt, Sie hätten ihn gehört.

An den Steinwurf erinnere ich mich also,

aber der Funkspruch ist wirre Fantasie?

Nicht Fantasie.

Wunschdenken.

Ein Trick Ihres Gehirns, um Sie zu entlasten.

Bin ich froh, dass Sie später nicht meine Anwältin sind.

Ja, ehrlich gesagt, ich auch.

Gut, nehmen wir noch mal an, Sie haben was gehört.

Muss es ein Funkspruch gewesen sein?

Kann es ihnen nicht jemand zugerufen haben? Was meinen Sie?

Ein Autonomer, der was lostreten wollte?

Oder einer aus Ihrer Einheit, der was lostreten wollte.

Aida Issufo sagte, sie wurde bei dem Einsatz geschlagen.

Blödsinn, der Zugriff war sicherlich hart,

aber mehr ist da nicht passiert.

Sie hat Blutergüsse an den Nieren.

Weil Sie da mehr Erfahrung haben:

Wie oft kommt es zur Eskalation,

nachdem Sie jemanden aus der Menge rausgezogen haben?

Eins von zehn Malen?

Öfter?

So sind wir nicht drauf.

Gut.

Niemand von Ihnen ist so drauf.

War auch nur ein Gedanke.

* aufwühlende Musik *

* angespannte Musik *

Tristan.

Hast du sie geschlagen? Hey, Jan.

Die Journalistin. Hast du sie in die Nieren geschlagen?

Hey. Ich habe mich verteidigt.

Verteidigt? Wie du, als du den Stein geworfen hast.

Hat sie dich angegriffen? Sie hatte keine Waffe.

Du hast gesagt, dass die einen Molli dabei hat.

Oder hast du mir das gesteckt, damit du reingehen kannst?

Nein, habe ich nicht.

Warum sollte jemand so einen Scheiß labern, hm?

Hm?

Hast du nicht von einem Molli geredet?

Kann sein, gesehen habe ich aber keinen.

Wir wollen dir alle helfen, Jan.

Aber irgendwann hat es seine Grenzen.

Du hast den Steinwurf gefilmt.

Warum hast du es gelöscht? Was soll das?

Wieso ziehst du uns mit rein?

Weil ich wissen will, ob jemand mich reingezogen hat!

Jan, du solltest dir jetzt wirklich einen eigenen Anwalt suchen.

Was hast du gesagt?

Hey, yo, jemand muss hier mal Klartext reden. Hm?

Jan? Merkst du, wie du gerade jeden von uns verdächtigst?

Du hast den Einsatzbefehl gegeben, in die Demo reinzugehen, nicht wir.

* schwelende Musik *

Hey. Hey.

Alles okay?

Gibt es was Neues?

Aber kommst du heute mit nach Hause?

Ihr fahrt heute? Ich habe Druck gemacht.

Uns kracht hier die Decke auf den Kopf.

Weitere Befragungen finden in Oldenburg statt.

Aber auch wenn du heute nicht mitkannst,

setze ich alle Hebel in Bewegung, dass du baldmöglichst nachkommst.

Hast du noch mal über das Angebot nachgedacht?

Ich werde nicht lügen.

Ehrt dich.

Wenn nur dieses Scheißvideo mit dem Stein nicht wäre.

* schwelende dissonante Musik *

* Dissonante Musik läuft weiter. *

* bedrohliches Dröhnen *

* Beklemmende Musik überlagert Szene. *

* Beklemmende Musik läuft weiter. *

(Frau) Hallo?

Sie sind der, auf dem alle rumhacken, richtig?

Ich stand an dem Tag da, wo Sie jetzt stehen.

Und habe alles beobachtet.

* Tumult im Video *

Ich war es nicht.

Ich habe ihn nicht getroffen.

* Video läuft weiter. *

Sie wissen, dass diese Aufnahmen sehr wichtig für mich sind, oder?

Warum haben Sie sie nicht der Polizei übergeben?

Ich...

Ich wollte keine Schwierigkeiten.

Schwer, Idioten zu vertrauen, die mit Steinen um sich schmeißen.

Nein, das habe ich nicht gedacht.

Ich verstehe sogar, dass Sie geworfen haben.

Ich hatte einfach Angst davor, worauf ich mich einlasse.

* bedrückende Musik *

Was wollen Sie von mir?

* Tumult im Video *

Das ist doch Ihre Kamera, oder?

Sie verstehen nicht, wie es mir da gegangen ist.

Ich verstehe, dass es traumatisch war.

Wir haben Sie grob angefasst. Grob angefasst?

Ich wurde geschlagen. Das tut mir leid.

Aber wir dachten tatsächlich, Sie hätten einen Molotowcocktail.

Sie hätten einfach in die Tasche gucken können.

Sie hätten das alles beenden können, wenn Sie gewollt hätten.

Hätte ich es gewusst, hätte ich es beendet.

Kann ich aber leider nicht beweisen.

Auch nicht, dass wir nicht

rein willkürlich auf Sie losgegangen sind.

An Ihrer Stelle würde ich es auch nicht glauben.

Ich weiß ja selbst nicht, was ich gehört habe.

Aber ich weiß ziemlich genau, was ich gehört habe.

Ihr Kollege hat mich beschimpft.

Also was?

Soll ich Sie jetzt reinwaschen, weil Sie auch geschlagen wurden?

Nein, nur hat mein Stein den Lehrer nicht getroffen.

Vielleicht aber jemand anderen.

Ja, vielleicht.

Ja.

Und Sie haben festgehalten, wie ich geschlagen wurde.

Mit der Kamera, die Sie gestohlen gemeldet haben.

Als von uns gestohlen.

Sie haben sich Ihre Tasche

von meinem Kollegen zurückgeholt, oder?

* unbehagliche Musik *

* Sie schreit schmerzerfüllt. * Du Scheißbimbo!

Mein erster Bericht im Internet.

Als ich das gesagt habe mit der Kamera, da...

Ich war einfach richtig wütend.

Haben Sie die Fotos hier?

* bedrückende Musik *

* Bedrückende Musik läuft weiter. *

Damit könnte man den Mann vielleicht finden.

War gut zu sehen, wie ich einen auf den Deckel kriege, oder?

Ich habe nichts gegen die Polizei.

Aber was Sie und ihre Einheit da gemacht haben, das war falsch.

Und ohne Ihren Zugriff, da wäre das alles nicht passiert.

Ja, ich weiß.

Um das in der Öffentlichkeit darzustellen,

haben Sie wichtiges Material verschwiegen.

Das ist doch auch ein Teil der Wahrheit.

Ich will, dass Sie die Todesumstände des Lehrers

richtigstellen und die Fotos an den Staatsschutz senden.

Und an mich auch.

* Bedrückende Musik läuft weiter. *

* Nachrichtenton *

* beklemmende Musik *

"Charlotte Stauffer.

Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht."

* Beklemmende Musik läuft weiter. *

* Nachrichtenton *

Das Innenministerium fragt,

wann Ihr Bericht dem Auswertungsstab vorliegt.

Entschuldigung. Ähm...

Ich dachte, der Bericht hat sich erübrigt seit dem Todesfall.

Wir haben Aufklärung versprochen.

Das umfasst Ihre Ermittlung des Steinwurfs,

die des Staatsschutzes,

und trotzdem müssen wir noch wissen,

weshalb diese Demo aus dem Ruder geriet.

Falls es da ein Doppelversagen gibt...

Käme es vielen sicherlich sehr gelegen.

...würde es das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellen,

wenn wir dazu stehen.

Wäre es für das Vertrauen der Öffentlichkeit nicht besser,

darüber aufzuklären, wie komplex unsere Arbeit ist?

Warum solche Sachen passieren,

Beamte unter Druck geraten, Fehler begehen.

Erklären Sie das gerne allen, die Ihnen zuhören.

Von mir will man bislang nur hören,

wann der Innenminister sein Statement zur Sache vortragen kann.

Also.

Sagen wir, morgen Früh um 10 habe ich die Aktenlage auf dem Tisch?

* leise schwelende Musik *

* angespannte Musik *

(Carlo) Was ist los?

Wo ist Mark? In der Halle.

Hey, Jan. - Was macht der denn hier?

Jan.

Klappt es jetzt doch? Kannst du mit nach Hause?

Nein.

Es sei denn, du erklärst mir,

was bei der Demo wirklich passiert ist.

Ich habe keine Ahnung, was du meinst.

Nein?

Wo hast du das her?

Keine Ahnung, was dir Tristan erzählt hat.

Aber die Journalistin hat sich ihre Kamera von ihm wiedergeholt.

Wofür er sich auch revanchiert hat. Fuck.

Ja, und plötzlich könnte jeder sehen,

wie der Zugführer der BFE Oldenburg

mit seiner Tatbeobachterin spricht.

Ja, Sylvie musste mir was Wichtiges mitteilen.

Kann sein, aber mit dem Foto wäre sie allen Autonomen

auf dem Silbertablett präsentiert worden.

Und das wäre ein Problem.

Aber das hast du ja zum Glück selbst gemerkt, oder?

Dir ist gleich eine Idee gekommen,

wie du deinen Fehler wiedergutmachen kannst.

Es gab nie einen Molli.

Du wolltest, dass ich sie raushole,

um an die Kamera und die Bilder zu kommen.

Also gab es den Funkspruch.

Aber eben nur auf dem internen Funkkreis.

Auf dem allein du und ich mitgehört haben.

Das wusstest du.

Bei mir konntest du es ja versuchen, oder?

Deinen Scheiß aufzuräumen.

Du hast den Befehl gegeben, der das alles ausgelöst hat.

Obwohl du wusstest, wie riskant das war,

wie schnell einem so ein Zugriff um die Ohren fliegt.

Es gab Verletzte, Mark. Es gab einen Toten!

Scheint für dich ja jetzt alles klar. Ist es aber nicht.

Ich musste eine Entscheidung treffen,

von der die Sicherheit unserer Tatbeobachterin abhing,

die ein wertvolles Mitglied unserer Einheit ist.

Und was ist mit der Sicherheit der Demonstranten, mit mir, den Jungs?

Ich bin kein wichtiges Mitglied, so wie du mich verheizt hast.

Natürlich bist du das.

Hätte ich dir sonst ein Angebot gemacht,

mit dem ich uns alle aus der Scheiße rausgeholt hätte?

Was die Wahrheit betrifft, hättest du mich mein Leben lang

in der Ungewissheit gelassen, was ich getan habe und was nicht.

Begreif doch, dass ich nur nach einer Lösung suche,

die für uns alle am besten ist.

Die eine der effektivsten Spezialeinheiten zusammenhält.

Effektivsten? Mann, hast du mitbekommen, was da passiert ist?

Tristan schlägt Zivilisten, Lasse löscht wichtige Ermittlungsvideos.

Ich habe einen Stein in die Menge geworfen.

Und du, du setzt dem Ganzen noch die Krone auf,

indem du deinen Fehler vertuschen willst.

Jan.

Um diese Truppe zu schmieden, habe ich Jahre gebraucht.

Eine Einheit, die wie keine andere

für die Sicherheit in unserem Land sorgt,

für unsere Gesellschaftsordnung, für unsere Demokratie.

Komm, lass die Phrasen, Mann. Phrasen?

An all das hast du doch auch geglaubt, oder?

Ich erinnere dich, du hast mich angefleht,

dir eine Chance zu geben, zu uns zu stoßen.

Ich habe dich immer gefördert, dich zum Gruppenführer gemacht,

dir die Möglichkeit gegeben, deine Stärken auszuspielen.

Meine Stärken. Was sind denn meine Stärken?

Du bist unter mir

zu einem verdammt guten Polizisten geworden.

Bullshit.

Ich bin ein guter Befehlsempfänger geworden, mehr nicht.

Was ist denn überhaupt ein guter Polizist?

Du etwa?

Glaubst du echt, es lag nur an mir?

Dann hätten die Scheißzecken halt einen anderen Grund gefunden,

die Eskalation zu provozieren.

Ich musste Sylvie schützen. Der große Mark.

Du denkst echt, diese Einheit ist nichts ohne dich, oder?

Ich sage dir mal was. Du bist nichts ohne diese Einheit.

Und jetzt, Big Boy?

Was willst du tun?

Willst du das Foto an die Presse geben

und Sylvie ans Messer liefern?

Mehr ist nicht drin.

Einen Beweis für einen Funkspruch hast du immer noch nicht.

* düstere schwelende Musik *

Du weißt genau, dass ich das nicht tun werde.

Ich riskiere nicht die Existenz meiner Kollegen.

Ja, was dich ehrt.

Leck mich, Mann.

Alles okay?

Dürfen sie wissen, was passiert ist?

Oder hast du Schiss, dass die Jungs

bei deiner Auslegung davon, was richtig ist,

denken, dass sie als Nächstes unter die Räder kommen?

(Lasse) Um was geht es denn jetzt, hm?

Willst du oder soll ich?

Jetzt komm schon, Mann.

Wir wissen, dass du in einer Scheißsituation warst,

und es passieren auch Fehler.

Aber jetzt steh dazu. Wenigstens vor uns.

Sag ihnen, was passiert ist.

(Sylvie) Soll ich es machen?

* Düstere schwelende Musik läuft weiter. *

Was machst du hier? Wenn die Presse noch vor der Halle lauert?

Was, wenn die ein Foto machen? Komm, hör auf.

Du hättest mir das sagen müssen.

Wenn ich vom Foto gewusst hätte, ich hätte nicht zugelassen,

dass du für meinen Fehler den Kopf hinhältst.

Du hast den Einsatzbefehl nicht gegeben.

Aber ich habe das Protokoll verletzt,

indem ich persönlich Meldungen gemacht habe.

In der Sekunde die einzig richtige Entscheidung.

Hauptkommissar Kreutzer, darf ich Sie noch mal offiziell fragen?

Haben Sie über Funk Jan Vogt die Anweisung zum Zugriff gegeben?

* Düstere schwelende Musik läuft weiter. *

Komm schon.

Hinten potenzielle Störer.

* Auslöser klickt. *

* Auslöser klickt. *

* Düstere schwelende Musik läuft weiter. *

Frau mit Molli in der Tasche.

Dunkelhäutig. Rotbraune Jacke. Zugriff!

Molli! Gruppe zwei, Zugriff!

Ja.

Danke, Mark.

* ruhige Klaviermusik *

* Ruhige Klaviermusik läuft weiter. *

Hey, warte auf mich. Nicht so schnell.

Mama. - (Lena) Na, Schatz?

Hey. Hey.

Steigst du schon mal ein?

Tschüss. Tschüss.

Hey. Na?

Du, ich kann Paula jetzt erst mal öfter nehmen.

Ich nehme mir eine Auszeit.

Freiwillig?

Also?

Okay. Ja?

Ja.

Tschüss.

* zarte Klaviermusik *

* dynamische Klaviermusik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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