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Zulu
*Stimmengewirr*
(Véra): Pardon ...
Entschuldigen Sie ...
FÜR STÉPHANE LE DALL
*Stimmengewirr*
(Menge): Wir haben gewonnen.
Entschuldigung?
Entschuldigung ...
(Wirt): Guten Abend. Ich bin Véra -
Die Freundin von Hortense. Ja, wegen der Schlüssel.
AUF DIE FREUDE
(Hortense): Bist du sicher, dass er tot ist?
Na ja, äh ... Ja, er ist völlig hinüber.
Tut mir leid, Hortense.
Andererseits war ja damit zu rechnen.
Meine Nachbarin konnte seit 4 Tagen nicht kommen. Warum?
Sie hat sich aufs Land verzogen. Das machen doch alle.
Vielleicht geb ich den Pflanzen mal was.
Ich hab dich umsonst kommen lassen.
Und wie geht's dir? Noch andere Symptome?
Nein, es ist wie eine Grippe.
Außer Paracetamol nehme ich nichts.
Nur die Gliederschmerzen halten mich vom Schlafen ab.
Was nicht lustig ist, dass ich mein Zimmer nicht verlasse.
Und wir waschen uns alle die Hände, fünfzehnmal am Tag.
Aber bei meinem Bruder ist genug Platz, von daher geht es.
Jetzt kommst du schon mal nach Paris ... Ist zum Kotzen.
Ich mach mal Schluss, der Dingsda redet gerade.
Dingsda? Edouard Philippe.
(Edouard, Radio): Wir sind ein fröhliches Volk,
das gern zusammenlebt.
Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr,
wenn die Angst sich ausbreitet.
Nach den Ankündigungen des Präsidenten am Donnerstagabend
bin ich am Freitag und auch heute Morgen
nach draußen gegangen, und wohl jeder hat diese Erfahrung gemacht:
Es sind zu viele Menschen in den Cafés und Restaurants.
In normalen Zeiten würde mich das freuen,
denn das ist das Frankreich, das wir alle lieben.
Aber für einige Wochen
ist es nicht das, was wir tun sollten.
Zusammen mit dem Präsidenten der Republik
habe ich daher beschlossen, bis auf Weiteres,
ab heute um Mitternacht alle Orte
mit Publikumsverkehr zu schließen,
die für das Leben nicht unerlässlich sind.
*Buh-Rufe*
Das betrifft insbesondere die Restaurants, Cafés,
Kinos und Diskotheken.
Religiöse Stätten bleiben geöffnet.
*Lautsprecherdurchsage*
*Schließgeräusch*
Alles klar?
(Mutter): Dein Vater hustet, und er glaubt, er hat Fieber.
Mist ... Aber das bildet er sich doch nur ein,
Halt, halt, halt!
Habt ihr Fieber gemessen?
Äh, nein. Na, dann kauft ein Thermometer.
Aber geht's ihm wirklich nicht gut?
Er hustet und fröstelt.
Ich weiß nicht, ob ich dich reinlassen soll.
Na ja ... ich weiß nicht, aber ...
Aber wenn du willst, können wir draußen was essen.
Nein, bleib bei ihm. Wo ist er denn? Papa?
(Papa): Ja, bitte bleib nicht da, das ist gefährlich.
Unsinn.
(Mutter): Ich kann dich nicht mal umarmen.
Wie blöd, ich hab Hähnchen mit Ingwer gemacht.
Aber ich werd doch jetzt nicht sofort gehen.
Ich weiß nicht, gibt's um die Zeit noch Züge?
Hortense, ich noch mal. Ich steck in der Klemme.
Vater ist krank. Sie wollen nicht, dass ich da schlafe.
Ähm, ich bin also wieder unterwegs zu deiner Wohnung.
Weil das der einzige Ort ist, wo ich schlafen könnte.
Ruf mich an. Ich drück dich. Und pass auf dich auf.
KONNTE HEUTE DEN FLIEGER NICHT NEHMEN.
SITZE IN SPANIEN FEST, MINDESTENS BIS MORGEN.
*Türklingel*
Ja, hallo?
(Sam): Hat Hortense nicht Bescheid gesagt?
Ich wollte meinen Fotoapparat holen.
Davon weiß ich nichts. Oder doch - warte.
Doch, sie hat es mir geschrieben.
Reinigst du regelmäßig dein Telefon?
Die Dinger sind Bakterienschleudern.
Wenn du sie anfasst, kannst du noch mal duschen.
Wo ist der Apparat? Entweder in dem Schrank neben dem Bett
oder auf der anderen Seite, unter einem ... Dingsda. Okay.
Trockne dich ruhig erst ab. Ich kann warten.
Oder ich komme in zehn Minuten wieder?
Nein, da muss ich zum Zug.
Okay, ich komme nicht rein.
Kann ja sein, dass ich es hab, ohne es zu wissen.
Tut mir leid. Ach, ich hab ihn.
Da ist er.
Ja, super, das ist er.
Hier. Danke, vielen Dank.
Gut, dann pass auf dich auf.
Tu was getan werden muss, wir kneifen den Hintern zusammen.
Tschüss.
*Das Handy vibriert*
Hallo? (Maitre): GutenéTag, Vera. Guten Tag.
Könnten wir unser Video- Vorstellungsgespräch vorverlegen?
So um 15 Uhr?
Wie Sie sich denken können, herrscht überall ein Chaos.
Aber da sitz' ich im Zug.
Aber mein Zeitplan ändert sich alle fünf Minuten.
Sagen wir heute um 15 Uhr?
Sind Sie so unglücklich bei Bouchard & Berry? Nein.
Mich motiviert, in eine Kanzlei wie die Ihre einzutreten.
Wir haben keine Zeit, denen nachzulaufen,
die Privates machen.
Und für mich ist vor allem entscheidend,
dass Sie Sie bleiben.
Haben Sie helle oder dunkle Augen?
Wie bitte?
Blaue, wieso?
Ich seh's nicht so gut. Entschuldigung.
Das war nur eine harmlose Frage.
Heute kann man ja nichts mehr sagen.
Die Männer wissen nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen.
Viele Frauen fühlen da mit, also ich meine ...
mehr, als man denkt.
Und Sie? Wie denken Sie darüber?
Ich misstraue eher dem Abschweifen als den Reden.
Und jede Rede hat ihre Abschweifungen.
Ja ...
Sie sind clever. Sie haben Autorität, das ist gut.
Ist das gut?
Sie haben eine sehr schöne Stimme.
Danke.
Das war ernst gemeint. Das ist wichtig.
*Sie schreit*
(Radio): ... nimmt weiter zu.
1200 Fälle, weitere 21 Todesfälle in 24 Stunden.
Tja, da wird man sich nun wohl in seinem Haus einsperren.
Aber viele Pariser haben in den letzten Tagen ihre Koffer gepackt.
Sie wollen diese Krise lieber im Grünen überdauern.
(Andere Stimme): Ich bin da zwiegespalten.
Diese Furcht, ich verstehe das Bedürfnis, sich die, ...
die Schränke zu füllen.
"Der Nachbar tut es doch auch ..."
Wie geht es ihm? (Mutter): Er hustet überhaupt nicht mehr.
Das ist beruhigend. Aber ich hab ein Thermometer gekauft.
Er hat immerhin 37,4. Aber 37,4 ist kein Fieber.
Bei euch ist einer schlimmer als der andere.
Also, willst du dann zum Abendessen kommen?
Ich kann nicht, äh ... Ich muss zum Gare de Lyon,
um heut Nacht in Montpellier zu sein.
Du passt im Zug aber auf, ja? Trägst du eine Maske?
Die Masken bringen nichts. Keine Sorge.
Du warst also nicht wählen?
Reden wir nicht von dieser Farce.
Aber ... ist alles gut bei dir?
Ja, alles gut. Warum?
Ich weiß nicht, du klingst gehetzt.
Ja klar, ich muss zum Zug.
Du klingst so komisch. Als stecke da was anderes dahinter.
Hat Mehdi dich angerufen?
Warum hätte er mich anrufen sollen?
Was ist los? Na, eben gar nichts.
Bist du sicher? Ja, ich bin sicher.
Ich glaube, du solltest nicht zu hart mit ihm sein.
Er hat recht, dass er Adoption in Betracht zieht.
Es gibt die globale Erwärmung und du hast viel Arbeit,
aber ich finde es traurig, wenn du mit 29 darauf verzichtest.
Du vermischst das alles, und es geht dich auch nichts an.
*Handyton*
MEHDI: ICH HABE EINEN FLUG UM 21 UHR!
HAST DU EINEN ZUG GEFUNDEN? KUSS.
ICH BIN AM GARE DE LYON ...
ES IST DIE HÖLLE, KONNTE DEN ZUG NICHT NEHMEN.
VERSUCHE ES MORGEN FRÜH WIEDER.
ICH DRÜCK DICH GANZ FEST
ICH DRÜCK DICH
(Radio, Ärztin): Hätten wir nicht so drastische Maßnahmen ergriffen,
hätten wir um die 100.000 Personen in den Intensivstationen.
und das, wo wir in Frankreich aktuell 5.000 Betten
für die Behandlung von Patienten mit solchen Symptomen gibt.
Selbst wenn wir die Kapazität verdoppelt hätten,
hätten wir nur 10 Prozent der Menschen behandeln können.
Das könnte zu 90.000 Todesfällen in den kommenden Wochen führen.
Guten Tag. (Nachbar): Guten Tag.
(Security): Mademoiselle!
Stellen Sie sich bitte in der Schlange an.
Verdammt.
(Durchsage): Husten oder niesen Sie in Ihre Armbeuge.
Benutzen Sie Einmaltaschentücher.
Grüßen Sie ohne Händedruck. Überlebst du?
Hab keine Angst, ich bin's.
Ich hab keine Angst. Hier ...
Willst du?
Du hast welches gefunden? Mein letztes Fläschchen.
Ja.
Hier ...
Danke. Nichts zu danken.
Ich hab mich gefragt ...
Ist es nicht komisch, sich morgens Klamotten rauszusuchen,
wenn man nur zehn Minuten am Tag rausgeht?
Der Blick der anderen war ja ein Thema.
Nicht so wichtig, aber jetzt noch weniger.
Als ginge es nur darum, sich mit sich selbst wohlzufühlen.
Ich könnte aufhören, mir die Fingernägel zu schneiden.
Da blüht uns eine kleine Lotterwirtschaft.
Kommt drauf an, ob man allein lebt.
Obwohl ... Wolltest du nicht zum Zug?
Ja. Aber ... nein.
Und du wohnst bei Hortense?
Ja, aber ich leb in Montpellier.
Und du wohnst hier im Viertel?
Ja. Gleich dahinten.
Da drüben. Gleich da drüben.
Und Hortense? Geht's ihr gut? Geht so.
Sie wird noch ein paar Tage brauchen.
*Durchsage*
Was passiert hier?
Kriegen wir am Ende Rationierungskarten oder was?
Wenn das der Fall ist, hab ich mein Lager gewählt.
Ich bin voll für Maréchal.
Einen solchen Mann in den Dreck zu ziehen. Denk an 1916 ...
Okay, so einer bist du. Was für einer?
Einer, der immer noch Nazi-Witze macht. Ja.
Was bleibt uns denn sonst?
ALLES GUT, SITZT DU IM ZUG?
Gut ... Ja ...
Hast du dein Telefon gereinigt? Wie du's gesagt hast.
Freut mich. Deine Einkäufe musst du auch reinigen.
Die Verpackung.
Das Virus überlebt bis zu 24 Stunden.
Okay ... Bei Plastik sind sich die Forscher noch nicht einig.
Manche sagen, drei Tage, andere acht Tage.
Ansonsten geht es sehr gut, ich denke wirklich nie daran.
Danke. Ja ...
(Olivet): Guten Tag, hier ist Maître Olivet.
Ich rufe an, um Ihnen zu sagen,
dass wir leider nicht zusammenarbeiten werden.
Aber ich habe unser Gespräch sehr geschätzt.
Selten, dass man eine junge Frau trifft, die so viel Esprit hat
und so lebendig ist.
Alles Gute für Sie und bis bald!
Diverse Unterlagen werden mir demnächst zugestellt.
Dann passen wir die gerichtliche Strategie an.
Aber jetzt liegt uns noch kein Schriftstück
zu Ihrer Entlassung vor.
Sie haben Anspruch auf Ausbildung.
(Mme Galibert): Die Anwältin. (M. Galibert): Was will sie?
(Mme Galibert): Mein Mann ist etwas zappelig.
Die Umstände machen es nicht besser.
Ich sage, du bist zappelig. Erlaubst du es mir?
Tut mir leid, ich muss mich entschuldigen.
Er zieht Grimassen.
Und dann behandelt er mich wie ein kleines Mädchen.
Und, sind Sie schon lange getrennt?
(Doriaz): Was ist lange? 13 Jahre.
Ja, schon lange.
Sie haben zwei Kinder. Verstehen Sie sich gut mit ihnen?
Na ja, mit meinem Sohn ist es nicht immer einfach ...
Aber wir sehen uns selten, er lebt in Belfort.
Aber mit meiner Tochter, wir verstehen uns ausgezeichnet.
Sie ist ja auch toll.
Sie ist ein Traum, sie ist einfach ...
Das Problem ist ihr Mann. Den kann ich nicht ausstehen.
Er ist unerträglich.
Seine Präsenz, seine Stimme ... Ich hab's versucht, ...
Na ja. Das ist blöd.
Ähm, Ihr Entlassungsschreiben, das ist datiert auf den 4.2.?
Das ist erledigt ...
*Türklingel* Das ist wichtig.
Ich wollte dich nach deiner Nummer fragen
und hab mich nicht getraut.
Es könnte nett sein, unser Gespräch fortzusetzen.
Außer telefonieren haben wir ja gerade eh nichts zu tun.
Wir könnten uns weiter unterhalten,
das wäre doch lustig, sich so kennenzulernen.
Ob du jetzt hier bist oder in Montpellier, ist doch egal.
Ist doch am Telefon.
*Sie lacht* Gibst du sie mir?
Findest du mich eigenartig? Nein.
Aber du hättest ja Hortense fragen können.
War dir das unangenehm?
Hortense liegt den ganzen Tag im Bett.
Ich glaub nicht, dass es gut wäre, sie damit zu nerven.
Du willst, dass wir telefonieren? Warum nicht?
Wir sehen uns doch. Ja.
Okay ... Aber ich kann ja nicht reinkommen.
Ja. Gut, du sagst also, dass das auch ein Konzept sein kann.
Voilà.
Das ist nicht schlecht.
Wo setz ich mich hin?
Wir müssen den Abstand einhalten.
Ich kann dir nur eine Hälfte von mir anbieten.
Halb so große Chance, dich anzustecken.
Ich biete dir jetzt ...
Ich setze dich so nur meinem linken Nasenloch aus.
Ansonsten könnten wir auch fünf Minuten spazieren gehen?
Wir halten einen Meter Abstand und ...
vermeiden es, uns anzuspucken?
Und was macht er in Spanien? Er arbeitet als Architekt.
An der Erweiterung eines Theaters in der Nähe von Madrid.
Ah, sehr schick.
Und ihr habt euch schon lange nicht mehr gesehen?
Ja, schon lange. Das heißt, nicht so lange - zwei Wochen.
Da er sehr viel da arbeitet,
sehen wir uns seit einem Jahr recht wenig.
Wohnt ihr zusammen? Ja?
Und du, lebst du allein? Oh, ja ...
Was machst du den ganzen Tag? Arbeitest du zu Hause?
Was hast du gemacht? Was machst du?
Ich arbeite da, das heißt ...
Mist ... Du sagst es.
Wenn du solche Läden auch nur eine Woche schließt,
ist das ganze Jahr verloren.
Bist du angestellt? Ja. Aber nicht für immer.
Ich eröffne mein eigenes Restaurant.
Ich hab sogar schon ... nein.
Was?
Ich hab noch nicht unterschrieben.
Ich bin ein bisschen abergläubisch.
Soll ich's dir erzählen? Ja ...
Ich übernehm' ein Lokal mit einem Freund im Zwanzigsten.
Finanziell ist das heftig.
Aber ich kenn ja viele Lieferanten.
Super. Ja ...
Bist du jetzt auf Kurzarbeit?
Ich weiß nicht genau ... Ich glaub noch nicht, aber ...
Wie, du weißt nicht genau?
Das wird wohl bald passieren.
Tatsächlich gab es kleine Konflikte.
Nicht wegen der Arbeitslosigkeit.
Es gab immer wieder Streit mit einem Riesenarschloch.
Dem Partner meiner Chefin.
Aber gut ...
Und dann hat mich mein Arzt krankgeschrieben.
Fühltest du dich schwach? Ja.
Na ja, ... es war nichts Schlimmes.
Ein bisschen Stress, ein bisschen ... Erschöpfung.
Und in der Küche hast du keine Zeit zum Verschnaufen.
Aber du bist ein bisschen temperamentvoll, oder? Ja.
Ich sollte Anfang April wieder anfangen, aber ...
Hast du dir vier Milliarden Mal die Hände gewaschen?
Sieht aus wie die, die Hand von Gollum.
Hör auf ...
(stammelnd): Da weiß man nicht, was es ist. Zeig mal.
Das darfst du nicht.
Weil du einen Freund hast? Nein.
Weil's total bescheuert ist.
Kein bisschen vorsichtig.
Geht's dir jetzt um mehr Hygiene oder Moral? Hä?
Das war ein bisschen plump. Ja, ein bisschen.
Ach ja, ich hab Gel dabei.
Ich halt noch deine Hand, und dann geb ich dir das Gel.
Das ist doch ein guter Deal, das ist mega spontan.
Es fehlt, dass man sich anfassen kann.
Ich mein jetzt nichts Anzügliches, sondern nur ...
Nur das zu machen.
Das ist, ähm ... Das ist was? Egal.
Was denn?
Na los. Das ist jetzt genug.
Ja. Hier ... Wie versprochen ...
Pardon ... Danke. War das zu viel?
(Hortense): Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.
*Piepton*
EMMANUEL MACRON STAATSPRÄSIDENT FRANKREICH
"Wir befinden uns im Krieg. Jegliches Handeln der Regierung
muss auf den Kampf gegen die Epidemie gerichtet sein.
Tag und Nacht.
Nichts darf uns davon ablenken.
Deshalb habe ich beschlossen,
dass alle laufenden Reformen ausgesetzt werden,
angefangen mit der Rentenreform.
Ab Mittwoch wird im Ministerrat
ein Gesetzesentwurf vorgelegt,
der es der Regierung ermöglicht, auf Notsituationen zu reagieren.
Und, wenn nötig, per Verordnung Gesetze in Bereichen zu erlassen,
die unter das Krisenmanagement fallen.
Dieser Entwurf wird dem Parlament vorgelegt, sobald ..."
Ich bin am Ende, verstehen Sie, ich bin am Ende!
Lassen Sie sich nicht entmutigen! Denn das will die andere Seite.
Aber nervlich schaff ich das nicht.
Das versteh ich. Der Faktor Zeit ist das,
was die Straffreiheit in Frankreich am meisten begünstigt.
Sie müssen diese Bescheinigungen lesen! Beruhigen Sie sich!
Schreien Sie mich jetzt auch an?
Sie lassen mich ja nicht zu Wort kommen!
Ich werde daheim, im Haus, und auf der Arbeit angeschrien!
Sogar heute Morgen im Supermarkt.
Angeblich komme ich den Leuten zu nah!
Wenn ich krank wäre, würd ich das nicht machen.
Was sind das alles für Schisser?
Ich sage, wir können nicht vor Gericht gehen,
wenn Sie in diesem Zustand sind.
Aber bis zur Verhandlung ist es noch lange hin.
Ich hab also Zeit, mich 50-mal zu beruhigen
und wieder aufzuregen.
Beruhigen Sie sich! Entschuldigen Sie mich.
*Das Handy vibriert* Hallo.
Ich kann jetzt nicht reden, Mehdi, ich arbeite.
(Mehdi): Du bist nie erreichbar.
Hast du Probleme mit dem Zug? Nein.
Willst du lieber mit dem Auto fahren?
Wann kann ich dich wieder anrufen?
Ich bin nicht bei meinen Eltern, ich bin bei Hortense.
Ich musste allein sein, und ich wusste nicht wohin.
Da hast du einen tollen Zeitpunkt gewählt.
Ist dir klar, was du mir damit antust?
Ich kann nicht reden.
Als ob wir nicht genug Zeit getrennt verbringen.
Aber diesmal entscheide ich mich dafür.
Aber Hortense ist krank.
Es ist völlig bescheuert, bei ihr zu sein.
Sie ist schon seit zehn Tagen weg.
Ich ruf dich zurück.
Entschuldigen Sie, ... Scheiße!
*Schmerzvolles Stöhnen*
Entschuldigen Sie. Gut.
Wir machen jetzt ganz ruhig weiter.
Ich muss mich eingehender damit vertraut machen, was passierte.
Was Ihre Arbeitgeber anführen, ist Ihr Benehmen.
Madame? Madame? Geht's?
Ich ruf Sie wieder an!
(panisch): Oh, verdammt ...
*Türklingel*
Ist jemand da?
*Türklingel*
*Panisches Atmen*
Scheiße ...
Geh auf, verdammt!
Sam!
Verdammte Scheiße!
*Sie schreit wütend*
(Hortense): Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.
Hier ist Véra. Ist ein bisschen schwer zu erklären,
aber kannst du mir die Nummer von Sam geben?
Sam! Sam!
Oh Mann ... Hast du keine Angst vor Blut? Nein.
Ich mag's eigentlich. Keine Witze jetzt!
Ist es ein großes Loch?
Was hast du denn gemacht? Ich hab mir den Kopf angestoßen.
Kannst du mal nachschauen, bitte?
Dann, dann muss ich näher ran ... Nicht zu nahe ...
Ich kann nichts sehen. Du hast dich mächtig angeschlagen.
Ist dir schwindlig? Nein.
Möchtest du dich übergeben oder schlafen?
Nein. Ich kann jetzt nicht in die Notaufnahme!
Doch, die sind im Moment ganz entspannt ...
Ich find, wir rasieren alles ab. Hörst du mal auf?
Ja, pardon, hast du nur das zum Desinfizieren?
Ja. Verbände, Kompressen?
Nur Pflaster. Drück das Handtuch drauf, genau.
Du bleibst da und lass deine Tür offen.
Brauchst du sonst noch was? Nein.
Bin gleich wieder da. Ich hab alles im Griff.
Pardon, pardon, pardon, tut mir leid. Ich ...
Meine Mutter ist gestürzt, da ist überall ... Danke.
Warte ...
Tut das weh? Nein.
Pardon, pardon ... Ich hab's gleich wieder.
Soll ich dir helfen? Nein, geht schon, keine Sorge.
Was? Nichts.
Nerv' ich dich? Ach, was ...
Hast du dich rasiert? Ja ...
Ich las, das Virus bleibt mehrere Stunden in den Haaren.
Morgen Kopf und Augenbrauen. Gute Idee?
Warte, warte, aber ... ernsthaft?
Ich bin jetzt kein Arzt. Aber was muss, das muss.
Ich hab nur einen Schnellkurs gemacht.
Aber du hast Glück. Es muss nicht genäht werden.
Für alle Fälle hab ich Nadel und Faden geholt.
Das brauch ich nicht, den Lötkolben leider auch nicht.
Hörst du nie auf?
Niemals. Einwandfrei.
Das hält super.
*Sie lachen*
Ich find, das ist ein Meisterwerk.
Willst du dich sehen? Nein. Nein, danke.
Sicher, dass es nicht mehr blutet? Oh, ja.
Na dann vielen Dank, Sam.
Verdammt, ich bin so schmutzig.
Soll ich dir einen Kräutertee machen?
Kräutertee? Warum nicht gleich noch eine Rolle rückwärts dazu?
Du setzt dich hin und, und ruhst dich aus.
Thymian ist super für die Bronchien.
Dir ist schon klar, dass wir nicht krank sind?
Was weißt du schon? War das falsch?
Nein, ich weiß nicht. Nein.
Ich mach dir den Tee. Okay, darf ich?
M-hm.
Mhmhm ...
Der gehört Hortense. Man gönnt sich was!
Hast du ...
mit ihr geschlafen?
Wie kommst du darauf? Du musst nicht antworten.
Aber ich werde antworten. Äh, ...
Ja, also ... auf die Schnelle.
"Auf die Schnelle", was? Ja ...
Das, das ist schon lange her.
Es war bizarr, weil sie eine Freundin meiner Eltern war.
Es war mein erstes Mal.
Ich musste ein bisschen was aufholen.
Und jetzt sind wir ... sind wir Freunde.
Komisch, dass wir uns nie begegnet sind. Wir?
Ich wohne seit sieben Jahren in Montpellier,
aber Hortense kenn ich von früher, von der Uni.
Hat sie dich versteckt?
Nein. Nein? So ist sie nicht.
Ich hab auch mit ihr geschlafen.
Nicht wahr.
Es war nur ein Abend. Wir waren sehr betrunken.
Aber es war nicht der Rausch, der es ausgelöst hat.
Wir mussten trinken, um dem Verlangen nachzugeben.
Danach fühlte sie sich schlecht, sie machte sich Gedanken
wegen des Altersunterschieds und ihrer Position.
Mir ist ein bisschen warm.
Kann ich das Fenster aufmachen? Ja.
Danke.
Wie heiß es hier ist, oh Mann ...
(freudig): Hm ...
Ist ja ein Paradies, dein Lockdown!
Bei mir guck ich auf den Hof.
Da gibt's eine Technik. Ich sagte, bleib sitzen.
Geh zur Seite. Entschuldige.
Soll ich dir helfen? Nein.
Danke.
Was machst du sonst so den ganzen Tag?
Ähm, nicht sehr viel,
Ich wollte ein bisschen mehr lesen, aber ich schaffe nichts.
Ich ertrage mich. Das läuft gar nicht schlecht.
Vielleicht weil man weiß, dass alle eingesperrt sind.
Und du?
Äh, ich schlafe schlecht.
Aber ... Weil du viel arbeitest? Ja.
Und du fotografierst? Wieso?
Ah, wegen dem Fotoapparat?
Ich hab ihn gern dabei, für den Fall dass, aber ...
Hortense ist viel besser, die Fotos da hat sie gemacht.
Ja, ich weiß. Die mag ich sehr.
Und siehst du, da unten rechts?
was so unscharf ist?
Das ...
Das ist meine Schulter. Ach ja?
Ja, ich schwör's dir.
Gut, ... also ich werde dann ... Ja. Mal gehen.
Okay ... Und du, du brauchst ... nichts?
Soll ich für dich einkaufen? Nein, danke.
Übrigens, ähm ...
Hier, das ist für die Kompressen und den Rest.
Machst du Witze? Nein, du lädst mich auf ein Glas Wein ein.
Wenn das vorbei ist. Das wird nicht bald sein.
Aber danke. Vielen Dank noch mal.
Ich hab das Gefühl, ich hab dich immer so gekannt.
Und das freut mich.
Gut, aber es war ein Vergnügen, trotz allem.
Ich bin erfreut, dass ich dich unterhalten konnte.
Wird's gehen? Sicher? Ja, sicher.
Ach, hier, deine Wäsche!
Meine Wäsche? Danke.
Sind die Waschsalons noch geöffnet?
Ja, zum Glück!
Auf Stoff hält sich das Virus nicht so lang wie auf der Haut.
Die Wissenschaftler sagen etwas und dann das Gegenteil.
Sie sagen, die Tests seien zuverlässig.
Wobei das vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist.
Aber sie sind schwer auf unseren Alltag anzuwenden.
Und die Virenlast, die Erkrankte abgeben, ist schwer zu ...
*Lustvolles Stöhnen*
Hast du ein Kondom? Nein.
Hast du auch keins? Nein.
Verdammt.
Soll wir suchen? Es gibt keine.
Hast du schon gesucht? Nein.
Vorsicht ... Entschuldige.
Ich geh noch mal in die Apotheke.
Ich geh noch mal hin, okay? Okay.
Nicht bewegen. Mach ich nicht. Warte.
Hör auf.
Geh jetzt. Ich gehe.
In welcher Welt leben wir?
In welcher Welt leben wir, verdammt?
*Sam jubelt*
Es tut mir leid, ich... Nein, ich werde, ich werde ...
*Lustvolles Stöhnen*
Halt, halt, halt, stopp-opp-opp-opp.
Beweg dich nicht mehr. Ich beweg mich nicht.
Du machst mich zu sehr an.
Das ist, weil es lange her ist, oder?
Nein, es liegt an dir, an dir.
Okay.
Nein, nicht lachen, das ist schrecklich.
Ich lach nicht. Hör auf, das nervt.
Hör auf. Entschuldige, ich kann es schwer zurückhalten.
Alles gut? Ja.
Bei mir auch. Nett, dass du fragst.
Das sah auch so aus.
Früher hatte man Angst vor dem Teufel, heute vor Mikroben.
Ich weiß nicht, was dümmer ist.
Ja, jetzt bin ich dir ausgeliefert.
Wie, jetzt? Jetzt, wo ...
Jetzt, wo ...
Wiederholst du alles, was ich sage?
"Wiederholst du alles, was ich sage?"
Bis zum Ende des Lockdowns, stell dir vor?
"Bis zum Ende des Lockdowns, stell dir vor?"
Das ist sehr beängstigend.
Sehr beängstigend. "Sehr beängstigend."
Sag mal... hast du was von deinem Vater gehört?
Ja. Er sagt, er hat nichts.
Im Endeffekt war's nichts.
Vielleicht ist er ein gesunder Überträger.
Also asymptomatisch, aber ansteckend.
Ach, Shit, meinst du?
Deiner Mutter geht's gut? Ich glaub schon.
Und bei deiner Familie ist alles gut? Ja.
Ich hab nur noch meinen Vater,
meine Mutter ist vor drei Jahren gestorben.
Tut mir leid. Das konntest du nicht wissen.
Versteht ihr euch gut? Ja.
Er ist ein Vater. Er ist ein Vater?
Das bedeutet, immer zu nah und dabei zu weit weg.
Er hat früher auch in der Gastro gearbeitet.
Und das ist einfach eine Welt mit Männern,
die ein bisschen ... super-männlich sind.
Warte, du machst mir Hunger mit deinem Dings.
Bist du auch Einzelkind? Ja. Du etwa auch? Ja.
Hm. Was?
Ich hab das Gummi vergessen.
Ich seh albern aus.
*Scheppern*
Und in den sechs Jahren Beziehung mit deinem Freund,
wolltet ihr nie ein Kind?
Stört's dich, dass wir über ihn reden?
Die sind abgelaufen.
Das macht jetzt auch keinen Unterschied.
Außerdem: nein.
Mal sehen ...
Ich kann keine haben.
Hm?
Ich kann keine Kinder haben. Es klappt nicht.
Li-liegt's an ihm oder an dir? An mir.
Aber ich bin nicht absolutistisch.
Ich will nicht verbissen eine Million Tests machen.
Ich will sie nicht um jeden Preis. M-hm.
Ich ...
Als ich etwa 20 war ...
war ich Praktikant in einer Psychiatrie in Savoyen.
Dank eines Freundes meiner Eltern.
Und da war eine ... junge Frau.
Die lief immer rum mit einem Plüschelefanten.
Sie fragte: "Stört's dich, wenn ich ihn stille?"
Und dann zog die Frau ihr Oberteil hoch
und stillte ihn.
Und dabei redete sie total vernünftig.
Es fiel mir sehr schwer, da nicht zu lachen.
Das möchte ich vermeiden.
Es tut mir leid. Dir das jetzt zu sagen, ...
Das ist wirklich ...
ein bisschen taktlos, verzeih.
Weißt du, ich bin nicht bereit für mehr.
Ich weiß.
Na ja, ich glaub ich versteh's.
Ich werd jedenfalls nicht bleiben.
Das wollt ich damit nicht sagen.
Du kannst ruhig bleiben.
Außer wenn ...
Ich will, dass du bleibst.
(Radio): Und jeden Abend werden die Pflegekräfte geehrt.
Dieser Applaus und die Rufe von den Balkonen ...
Nein, aber sie ist gut, diese Frau und ...
Kennen Sie sie persönlich? Hose ...
Ich weiß, dass sie vielen Leuten sehr geholfen hat.
Ich wollte Ihnen das sagen, weil ...
die Entschädigung, die Sie verlangen,
Teil einer Entschädigung ist,
die sehr viel größer und längerfristiger ist ...
Ja, ich weiß, ich weiß.
Wir haben ein bisschen darüber gesprochen, aber ...
Was mich nur hat zusammenzucken lassen,
weil ich Seelenklempnern misstraue, ...
Aber das müssen Sie dann mit ihr klären.
Es freut mich sehr, dass es gut läuft.
Ich rufe Sie bald wieder an.
Rauchst du?
Hm, ... Hab vor drei Wochen aufgehört.
Es sind noch ganz genau 17 Kippen in der Schachtel.
So sehe ich meiner Standfestigkeit ins Auge.
Ich müsste sie eigentlich wegwerfen.
Hast du Hypnose probiert? Oder EKT?
Was? EKT. Elektroschocks.
Nein, was für ein Quatsch.
Oh, warte, hier ...
Ich mach's dir leichter.
Darf ich? Rauchst du nicht?
Nein, ich hab Asthma. Darf ich?
Ja, ich seh nicht hin.
Erledigt.
Was machst du?
Bravo! Das war sehr schön, was du getan hast.
Hast du so viel Schiss vor dem Virus, weil du Asthma hast?
Ich hab keine Schiss. Ich muss duschen.
Ich stinke. Ich seh furchtbar aus.
Im Ernst, hör auf, lass mich. Ich hab schon wieder Lust.
Die sind überall.
*Lustvolles Stöhnen*
*Türklingel* Was ist das?
Hat sich jemand vertan, oder? Soll ich nachsehen?
Nein, ist egal.
*Lustvolles Stöhnen*
*Schließgeräusch*
(Muriel): Ich bin's, Muriel. Die Schwester von Hortense.
Wir kennen uns von ihrem Fünfzigsten.
Ich hab Sie nicht erkannt.
Hortense sagte, du wärst vielleicht noch da.
Aber sag mal, du schwitzt ja, ist alles okay? Ja.
Misst du regelmäßig deine Temperatur? Ja, ja.
Also, ich hab Vorräte für Hortense besorgt.
Bevor die Läden leergefegt sind. Für nach ihrer Rückkehr.
Aber du kannst sie auch benutzen. Danke, das ist sehr nett.
Ich komme aus Meudon,
und ich hab genau 18 Minuten gebraucht.
Es ist niemand unterwegs. Ich stell's hierhin?
Ja, da ist gut.
Warte vielleicht ein paar Stunden, bevor du's anfasst.
Was ich mache ... Ich wasche mein Gemüse in Essigwasser.
Das ist perfekt.
Man darf nicht mit dem Essig sparen.
Hast du Alkohol, um die Verpackungen zu reinigen?
Ja.
Hast du gerade geschlafen?
Äh, ja und nein, also ...
Im Moment, hält man schnell den Tag für die Nacht.
Das ist ein bisschen ...
Ja, so ein Leben gibt einem nicht viel Struktur.
Sie sagen, das bringe den ökologischen Wandel voran.
Es wird für Depressionen sorgen.
Und erst die Leute, die ihre Miete nicht zahlen können.
Ich bin sehr deprimiert.
Ich kann es per se nicht ertragen, allein zu sein.
Also lese ich ... Ich schaue Serien.
Ist das "leben"?
Du wirst mir sagen: "Besser das als sterben."
Aber gibt es was Neues von Hortense?
Sie antwortet mir nicht mehr. Und ich ...
Na ja, weil sie im Krankenhaus ist. Das wusstest du nicht? Nein.
Nicht auf der Intensivstation. Sie hatte nur Mühe mit dem Atmen.
Es ging ihr sehr schlecht.
Aber die Ärzte sind sehr beruhigend.
Obwohl sie überlastet sind.
Im Elsass fliegen sie Patienten nach Toulon,
mit Militärflugzeugen!
Hortense müsste nächste Woche wieder gesund sein.
Es geht ihr schon besser.
Es ist nur ein bisschen hart, 600 Kilometer von ihr weg zu sein.
Ich wusste nicht, ob du noch da bist, sie hat mir nichts gesagt.
Das tut mir leid.
Mir ist lieber, sie ist im Krankenhaus von Valence,
wo man weiß, was los ist,
als bei meinem Bruder in der tiefsten Ardèche,
auf seinem zugigen Hof. Er ist nämlich ein Fall für sich.
Hat sie nie von ihm erzählt?
War's das? Alles klar, sie ist weg.
Warum hast du dich versteckt? Fühlst du dich so schuldig?
Ich kenn sie zu gut. Das Irrenhaus lässt grüßen.
Hast du das mit Hortense gehört? M-hm.
*Applaus*
*Das Radio läuft*
(Radio): Eine Intubation nach der anderen,
das ist der Alltag von Alexis,
der reihenweise schwerste Corona-Fälle
auf die Intensivstation kommen sieht.
Wir sind seit fast zwei Wochen voll belegt.
Wir haben Betten aufgestellt,
um mehr Patienten aufnehmen zu können.
Sobald Patienten entlassen werden, erwarten wir die nächsten.
Eine Situation, die Auswirkungen auf das gesamte Klinikum hat
und auf der Intensivstation Pflegepersonal mobilisiert,
das gezwungen ist, sich weiterzubilden.
Wir sehen Teams, die das nicht gewohnt sind,
das Kämpfen und das Leiden ...
Interview mit Olivier Faure,
1. Sekretär der Partie Socialiste seit 7.4.18:
Hängt nicht nur mit der Globalisierung zusammen.
Es gab die Spanische Grippe, die Cholera,
die Pest, die die Grenzen zu Zeiten überschritten,
in denen es noch keine Globalisierung gab,
wie wir sie heute kennen.
Deshalb wird das Dichtmachen,
das Abschotten der Nationalstaaten nicht dazu führen,
dass die Verbreitung von Viren verhindert wird.
Aber es ist offensichtlich,
dass es Fragen der Souveränität im direkten Wortsinn gibt.
Wie können wir Herr über unser eigenes Schicksal bleiben?
Wenn wir einen Teil unserer Souveränität
im Gesundheitsbereich
an ein Land wie China abgegeben haben,
dann gibt es ein Problem.
Denn wenn keine Masken mehr aus China kommen,
dann gibt es in Frankreich keine Masken mehr.
Das ist eine echte Problematik, der wir uns stellen müssen.
Die Zeit nach der Corona-Krise sollte im Hinblick auf diese
zu starke Abhängigkeit vom Ausland gedacht werden ...
Komm wieder auf mich. Was?
Komm wieder auf mich. Okay.
... für Medikamente, Masken, Beatmungsgeräte und so weiter.
Wir müssen alle Lehren aus dieser Krise ziehen ...
Zerquetsch ich dich nicht? Nein.
*Stimme im Radio*
Sag das bitte nur noch einmal: "Aber ihr Männer ..."
Nein, aber ihr Männer, ihr habt ...
Und wir dürfen nicht sagen: "Ihr Frauen." Natürlich.
Ihr Männer habt ein Problem mit der Selbstwahrnehmung.
Quatsch! Warum wir mehr als ihr.
Weil das biologisch so ist!
Ich dachte, wir pfeifen auf die Natur?
Es ist was ganz Banales, okay?
Eine Frau, um ihr Geschlecht anzusehen,
muss sie sich schon als Kind zusammenklappen,
in der Hoffnung, etwas zu sehen,
was ihr im Übrigen nie gelingt.
Sie braucht einen Spiegel. Wir sind darauf vorbereitet,
dass das Leben mysteriös ist.
Dass es ein bisschen weh tut.
Dass die wichtigen Dinge versteckt sind.
Nein, aber ihr müsst nur aufstehen,
die Hände in die Hüften stemmen, den Kopf senken,
und voilà, schon seht ihr stolz eure Attribute.
Selbst du ... du markierst dein Territorium,
du machst Witze, du willst zeigen, dass du's draufhast.
Ich sag nicht, dass du dich ändern sollst.
Ich will damit nur sagen, dass ihr Männer ...
tut euch schwer damit, in euch reinzuschauen.
Das heißt, ihr habt ...
Ihr habt Angst vor eurem eigenen Po-Loch.
Mich nervt, dass man nicht mal mehr antworten kann.
Doch, antworte, na los.
Los, antworte bitte.
Nein, nein, nein, nein, komm mir nicht so.
Du ... du bevormundest mich.
Das, das ist schlimmer, als mich zu bemuttern.
Nein, mein Armer ... Nein, hör auf, hör auf ...
Entschuldigung.
Entschuldigung, Entschuldigung. Ich will dich beißen.
Mach doch.
Warum nimmst du nicht die Mütze ab?
Damit dass mein Kopf nicht mit ihr verschwindet.
*Das Handy vibriert*
Hallo?
Mehdi, ich weiß nicht, ob wir uns täglich anrufen sollten.
Deshalb geh ich nicht ran. Es tut mir leid.
Ja ...
Wir können uns schreiben.
Oder wir machen uns Sorgen und wir akzeptieren das.
Ja, ja, ich hab deine Mail bekommen, aber ...
konnte noch nicht antworten, ich... Ich brauche Zeit.
Kann ich umblättern? Ich bin noch nicht fertig.
*Er lacht*
(flüsternd): Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Was soll ich tun?
Entschuldige. Alles gut? Ich hab mich erschreckt.
Alles gut. Alles in Ordnung.
Alles in Ordnung.
Alles in Ordnung, okay?
Ich kann nicht schlafen.
Nicht schlecht, oder? Ja.
Bisschen kitschig, aber gut. Sehr kitschig.
Mir gefällt's. Mir auch.
Hat was von Teenie-Party.
Hände auf die Schultern? Eher so.
Stimmt, ist aber auch lange her. Hundert Jahre aber auch nicht.
"Das ist aber lange her."
"Das ist sehr lange her!"
Ein kleines Küsschen. Bitte ...
Hör auf bitte ... Ich kann nicht, ich kann nicht.
Oh, aufgepasst! Achtung, Achtung!
Oh, verdammt.
Da muss man mithalten!
Andere Seite, andere Seite! Spring!
*Sie schreit auf* Sie hat's gemacht.
Verdammt ... Bin ich so schwer?
Warte, ich hab ein bisschen Angst.
Okay ...
Achtung! Der Typ geht voll ab.
Entschuldige. Alles okay? Ja, alles okay.
*Stimmungsvolle Disko-Musik*
*Sie jubelt*
Achtung, ich versuch jetzt mal was!
Was machst du? Wir versuchen abzuheben.
Ich verspreche nichts. Oh, verdammt, es geht ab!
Es geht ab, es geht ab, es geht ab!
Oh, verdammt! Achtung!
Achtung, Achtung, Véra!
Achtung! Achtung! Achtung!
*Sie lacht*
Vera, ... hab dich!
*Sie macht Quietschlaute*
Ich hab meinen Schwanz wieder.
Pscht! Pscht!
Wir sind nicht davor gefeit,
ein Maximum an Schwänzen in die Visage zu kriegen ...
Ja, Constantin, ich ruf an, weil du nicht zurückgerufen hast.
Hast du die Rentabilitätsberechnungen,
die ich dir geschickt hatte und mit dem Banker gesprochen?
Ich nehme an, es fehlen noch viele Unterlagen?
Also, ruf mich an, damit wir das regeln.
Liebe Grüße.
Hortense hat mir gerade geantwortet.
Sie ist immer noch im Krankenhaus.
Sie fühlt sich noch benommen und isoliert, aber es geht.
Hast du ihr gesagt, du bist hier?
Hm ...
Wir sagten, wir gehen heute Vormittag laufen.
Na dann morgen. Das haben wir schon vorgestern gesagt.
Guten Tag, Madame Galibert. Kommen Sie zurecht?
(Mme Galibert): Ja, ich habe übers Internet
meine Arbeitgeberbescheinigung geschickt.
Sie war nicht gerade genug. Ich machte ein Foto
und dann hab ich mit Ihnen telefoniert.
Ich versuchte, es gerade hinzulegen, aber ...
Es war nicht gerade. Ah ja? Deshalb wurde es abgelehnt.
Okay. Ich war beim Großputz, das war nötig.
Es war an der Zeit. Ach ...
Ja, Papa, ich bin's ...
Ich wollte wissen, wie es dir geht
und fragen, ob du mir diesen Monat aushelfen könntest.
Nur was du kannst, auch wenn's nicht viel ist.
Ich hoffe, es geht dir gut und... ich umarme dich.
Shit ... In der Zwischenzeit bin ich auch da.
Ich wollte mich nur an den Einkäufen beteiligen.
Constantin, ich bin's noch mal, äh...
Ich wollte hören, ob du mit der Bank reden konntest...
Also ruf mich bitte zurück, wenn du, wenn du kannst.
*Das Handy vibriert* Hallo? Ja, ich höre.
Ihr Arbeitgeber darf Sie nicht auffordern zu kündigen.
Ja, das verstehe ich.
Aber wenn es für Sie mündlich einfacher ist als schriftlich ...
Die Gewerkschaftsbüros sind geschlossen.
Es würde mich wundern, wenn sie geöffnet hätten.
Sie müssen Ihnen schnell ein Einschreiben schicken.
Um zu widersprechen.
Nein, keine Email, einen Brief.
Ja. Nein, ich schicke Ihnen eine Mail am Vormittag,
um alles zu klären. In Ordnung?
*Er lacht* Nein, gern geschehen.
Wiederhören, Mme Jappain.
Weißt du, ich kann dir helfen, Sam.
Nein, nein. Nein, ich sagte doch ... Das meine ich nicht.
Ich sprech davon, dass du erhobenen Hauptes gehst.
Willst du denn so gern dahin zurück?
Wovon reden wir hier?
Dass du einen Arbeitsmediziner aufsuchst,
der deine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Wie kommst du darauf, ich bin nicht arbeitsunfähig.
Das sag ich nicht. Spinnst du jetzt?
Ich kenne die Arbeitswelt.
Neun von zehn Menschen wissen nicht, was sie aushalten müssen.
Ich seh das jeden Tag, ich hab sogar einen Riecher dafür.
Die Leute beklagen sich nicht.
Du bist nicht arbeitsunfähig.
Du könntest eine Entlassung erwirken
wegen "Arbeitsunfähigkeit" infolge von Mobbing.
Vor allem bei einem Neustart. Das war doch kein Mobbing.
Ich will niemanden reinlegen. Darum geht es nicht.
Ich hätte mich nur fast mit dem Partner meines Bosses geschlagen.
Ich wollte ihm nur die Zähne einschlagen,
aber es gibt Schlimmeres.
Ich kann mich nicht kündigen lassen, das ergibt keinen Sinn.
Wenn du mich machen lässt, dann ist es dein Arbeitgeber,
der in der Pflicht steht, einen neuen Job für dich zu finden.
Nein, wir sind Freunde.
Dein Arzt hat dich drei Wochen krankgeschrieben.
Das heißt schon was.
Du musst dir das nicht gefallen lassen.
Wenn du deinen Vater um Geld bitten musst.
Warum sagst du das?
Was hast du denn?
Ich hab nichts, es ist alles super.
Es gibt Dinge, die du nicht verstehen kannst.
Was ist? Was hab ich gesagt?
Eines Tages öffne ich mein eigenes Restaurant.
Es ist nichts. Ich weiß, wie scheiße das ist.
Ich weiß. Ist es, weil ich deinen Vater erwähnte?
Was hab ich gemacht? Lass, lass, schon gut. Ich hab keine Lust.
Okay? Sag's mir.
Schon gut. Alles gut. Wir müssen nicht sprechen.
Komm her.
Da ist der andere, der mir nicht antwortet. Wer?
Constantin, er geht nicht ran. Ich weiß nicht, was los ist,
ich versteh das nicht ...
Seid ihr gut befreundet?
Er ist mein zukünftiger Partner, also ja.
Mach dir keine Sorgen, er wird anrufen.
Aber hör mir zu. Ich will dir nicht mehr zuhören.
Ich bitte dich nur um eine Sache.
Lass mich das allein regeln.
Hm?
Okay.
*Applaus*
WANN KOMMT DAS GLÜCK ZURÜCK?
"Was für'n Scheiß", hätte meine Mutter gesagt.
Glück ist nur eine Vorstellung. Ich zieh die Freude vor.
Es gibt nichts Schöneres. Weil sie nicht andauert.
Die Zeitumstellung ist merkwürdig.
Ich hab sie. Hast du nicht.
Ich glaub dir nicht. Du glaubst mir nicht? Nein.
Ich sag dir, ich hab sie.
Aber du hast doch Schiss.
Ich hab Schiss? Ich weiß nicht, was das ist.
Seit ich meine Mutter sterben sah, hab ich vor nichts Angst.
Hab ich sie oder nicht?
Du würdest nicht 5.000 Fragen stellen. Nein.
Ich hab sie! Du lügst!
Pik Sechs! Du trinkst. Zwei mal.
Wieso zwei mal?
Du hast dich geweigert, also trinkst du zwei mal.
Da hatte ich es noch nicht verstanden.
Wir spielen seit zwei Stunden.
Ich bin vollkommen betrunken. Ich schenk dir ein.
Ich will nicht. Nicht mein Problem.
Uff, uff, gluck, gluck.
Nicht schlecht. Noch eins.
Das reicht. Noch eins.
Und zwar ein richtiges Glas. Oh Mann!
Ich trink derweil meinen ... Châteauneuf-du-Pape von 1802.
Weiter ... Weiter ...
*Er lacht hämisch*
Du bist echt ein Mistkerl.
Man muss wirklich blau sein,
um eine Pik Sechs mit einer Pik Neun zu verwechseln.
Da muss man wirklich dämlich sein. Im Ernst?
Ist gut, warte.
(wütend): Nichts ist gut!
Du tust dir doch weh!
Verdammt!
Du nervst mich!
Hör schon auf. Du verlierst. Du nervst mich. Hör auf!
Ist gut.
Hör auf. Wir machen ein letztes Spiel.
Nein, wir machen gar nichts.
Wir machen gar nichts. Hör auf, du nervst mich.
Wow ... Verdammt.
*Stöhnt schmerzvoll*
(ironisch): Hast du dir weh getan?
Der Arm. Der Arme hat sich den Arm gebrochen.
Es tut weh. Umso besser.
Hör auf. *Aufschrei*
*Verrücktes Lachen*
Was machst du?
*Lustvolles Stöhnen*
Verdammt ...
Oh Mann ... Was machst du?
*Er schreit auf*
Das ist der begossene Gärtner.
Gerechtigkeit ist mein Beruf.
Nein!
*Sie lacht*
*Schnarchen*
Das ist brutal. Wir müssen mal aktiv werden.
Das artet langsam aus.
Ich komme ...
Entschuldigung.
Was für eine Scheiße!
Machst du das absichtlich?
Ich liebe es, mit bloßen Händen den Müll aufzusammeln.
Du siehst doch, dass er zu voll ist.
(Radio): 833 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden,
das sind deutlich mehr als am Vortag.
Ein Hoffnungsschimmer ist, dass die Zahl der im Krankenhaus
aufgenommenen Fälle noch nie so niedrig war.
Das ist ein erster Effekte des Lockdowns.
Das darf uns nicht dazu verführen, nachzulassen.
Seht Italien an.
Das Land, das mit 16.500 Toten am stärksten betroffen ist,
glaubte Tage lang an eine Verbesserung der Situation
mit weniger Todesfällen.
Doch die Zahlen sind wieder am Ansteigen.
Größte Sorge herrscht auch um den Gesundheitszustand
von Boris Johnson, der seit bald 15 Tagen erkrankt ist.
Er wurde gestern auf die Intensivstation gebracht,
nachdem sich sein Gesundheitszustand
verschlechterte. Er ist jedoch nach wie vor bei Bewusstsein.
Mama, es ist nicht so, dass ich nicht mit dir reden will,
ich ... hab nur nichts zu erzählen,
telefonieren ist etwas ermüdend.
Aber wir wissen doch nicht, ob es bis Juli dauert!
Ich habe keine Lust,
die düstersten Hypothesen auseinanderzuklauben.
Constantin, ich, ich bin's noch mal.
Sag mir ab oder irgendwas, aber das wird langsam ... Gut, ja.
Heißt das, er ruft dich an?
Warte, streichele mich.
Warte ...
Komm.
Nein, warte, warte.
Was ist los? So geht es nicht.
Sag Bescheid, wenn du's dann mal hast. Hör schon auf.
Was?
Alles in Ordnung?
Nein, komm mir nicht wieder damit.
Du trägst auch nicht viel bei.
Bei mir ist es wie bei dir - ich bin keine Maschine.
Hattest du keine Lust?
Doch, aber ...
Gut. Pause?
Verschnaufen und durchatmen?
Ich weiß nicht, wie du es schaffst, ruhig zu bleiben.
Ich bin nicht ruhig. Du bist sehr unruhig.
Manchmal frage ich mich, ob du etwas pervers bist.
So passiv aggressiv.
Eine, ...
die gern das letzte Wort hat, es aber nie zeigt.
Ich frag mich, was dahinter steckt.
Seit wann bist du Psychiater.
Du hast so eine kaschierte Art der Überlegenheit.
Bist du etwas manipulativ.
Nein, nein, das meine ich ernst.
Wer wollte diese Geschichte unbedingt ausleben?
Du machst Witze?
Siehst du!
Du tust wieder so, als ginge alles von mir aus.
Ich glaube, du genießt die Unruhe, die du auslöst.
Ist doch menschlich.
Sehr menschlich. Das nennt man Perversität.
Oh nein, es wäre pervers,
wenn ich mich an deinem Leid erfreuen würde.
Leidest du so sehr?
Und das sagst du mit einem Lächeln.
Geht's noch? Du bist hier der Perverse.
Ich weiß nicht, wohin diese Unterhaltung führt.
Ich weiß nicht. Vielleicht um Fazit zu ziehen.
Wir ficken gut, ...
aber wir lieben uns nicht.
Es ist die Situation, die wir lieben.
Vielleicht ist das der Moment, wo es sich gut anfühlt,
das zu sagen.
Hör auf, hör auf, die ganze Zeit zu lächeln.
Das ist wirklich ...
Ich glaub, man sagte dir zu oft, dass du hübsch bist.
Lass gut sein.
"Lass gut sein", das ist falsch,
das ist falsch, keiner akzeptiert irgendetwas.
Ich frag mich, ob es das überhaupt gibt.
Ich glaube, du drehst durch. Drehst du nie durch?
Verlierst du nie die Kontrolle?
Es tut weh, dir das Gegenteil beweisen zu müssen.
Besonders dir. Besonders mir?
Wow ...
Du bist perfekt.
Du bist per-fekt!
Ändere nichts. Niemals!
Perfekt.
Weißt du, wenn du so tust, als ob du kommst, ...
weiß ich das. Was?
Ich weiß es. Manchmal kommst du wirklich.
Du gehst mir auf den Sack.
Es geht doch, wenn du willst. Verschwinde.
Wenn du das hören willst. Was ich hören will?
Hör du mir gut zu!
Ich weiß nicht, welche Lücke du mit mir füllst,
aber wenn du führst dich nicht wie meine Mutter auf.
Ich weiß nicht, ob das ein Spiel für dich ist.
Es ist mir egal.
Ich bin fertig mit Spielen. Lückenbüßer ist keine Berufung.
Zieh dich an und verschwinde!
Nimm das und hau ab.
Ja, ja, ja, ja ...
Beeil dich, verdammt. *Klirren*
Halt's Maul!
Die Verfahrensmodalitäten, insbesondere die Frage:
Wird es eine Klage gegen diese Kollegin geben?
Das ist abhängig von den Unterlagen,
die wir bekommen, aber noch nicht haben.
Wir navigieren ... momentan ein bisschen auf Sicht und ...
stehen vor einem ... vor einem Haufen von Hypothesen.
Ich weiß nicht, ob es was bringt, sie aufzuzählen.
Äh ...
daher ...
Alles okay, Madame?
Madame, alles okay?
Alles okay? Entschuldigen Sie ...
Ich glaub, ich schaff's nicht mehr.
Haben Sie auch Angst? M-hm.
Wissen Sie, ...
Was zählt ist, dass man glaubt - an die Dinge.
An das Bett, an die Matratze ...
An unsere Hände, an unsere Handgelenke,
jeden Finger.
Das erfordert ...
sehr viel Kraft.
Das denkt man gar nicht ...
Sie können nichts damit anfangen?
Doch ...
Gerade schon.
*Klaviermusik spielt*
*Es klopft*
Bist du hier, um deine Sachen zu holen?
Ich weiß, ich kann dich nicht mal um Verzeihung bitten.
Was ist passiert?
Sam, ich bin nicht das Problem.
Was ist passiert?
*Er schluchzt*
Ich hatte Angst.
Wovor? Vor mir.
Ich ... hab noch nie so eine Angst gehabt.
Es ist, weil draußen alles ...
in Zeitlupe abläuft. Man hat das Gefühl, ...
dass das mit uns zu schnell geht.
Das verfälscht die Ausgangslage.
Ausgangslage?
Es gibt nichts Falsches zwischen uns - im Gegenteil.
Es macht mir keine Angst mehr.
Auch, wenn wir es teuer bezahlen.
Ich wurde in meinem Leben so oft gehindert.
Gehindert?
Woran?
Was hat dich gehindert?
Du hast mir nie gesagt, wie deine Mutter starb.
Ein Unfall ...
Sie fuhr zu schnell.
Sie war immer ruhelos.
Das hab ich vielleicht von ihr.
Sie war nicht dafür gemacht, ein Kind zu haben.
Sie hat die Größe der Sachen nicht voraus gesehen.
Ich verstehe das ...
Schläfst du ein? Nein ...
Doch, du schläfst ein.
(flüsternd): Ich liebe dich.
"In jedem Fall handelt es sich um einen Einbruch
des Welthandels, schlimmer als während der letzten Krise 2009.
Praktisch alle Regionen der Welt." Hast du keinen Hunger?
"... werden einen Rückgang im zweistelligen Bereich erleben.
Am stärksten betroffen sind die Exporte aus Nordamerika und Asien.
Sie waren vor dem Ausbruch der Krise
durch die Spannungen zwischen den USA und China beeinträchtigt.
In Bezug auf die Wirtschaftszweige ..."
*Lustvolles Stöhnen*
Drück mich an dich.
Fester.
Fester. Ich will dir nicht wehtun.
Mach.
"Frankreich hat beim Krisenmanagement versagt.
Es hat sich schlecht organisiert und nicht geschafft,
seine Vorräte aufzufüllen.
Das behauptet die Website Mediapart.
In der Untersuchung: Masken, Beweise für eine Staatslüge."
*Entferntes Husten*
Sam?
Sam, alles okay?
Du bist ganz heiß. Ich kann nicht ...
Ich k...
Ich kann nicht mehr atmen. Nicht reden.
Schhht.
Ich bitte dich, hau ab.
Pack deinen Koffer und ...
Ich kann mich .. Sonst noch was?
Wir sitzen im selben Boot. Ich lass dich nicht allein.
Bitte, bleib nicht hier.
Lass mich auf dem Sofa schlafen
oder mich zu mir nach Hause gehen.
Hier sind zu viele.
Wir sind zu viele.
Was? Ich weiß nicht, wie ich hergekommen bin.
Meine Chefin darf das alles nicht erfahren.
Beruhige dich. Du bist im Fieberwahn.
Du sagst nichts, okay?
Wusstest du es auch? Hör auf.
Schhhht.
Du darfst nicht hierbleiben.
*Schweres Atmen*
"Um die Gleichbehandlung der Bürger wiederherzustellen.
Dafür bedarf es ungleicher Maßnahmen,
insbesondere für die Ärmeren, die heute, unverzichtbar sind.
Die Menschen in Seine-Saint-Denis
können nicht im Homeoffice arbeiten."
*Husten*
Hab ich dich geweckt? Nein, nein ...
Wie fühlst du dich?
Nicht schlimmer. Es geht.
Du hältst den Hygieneabstand nicht ein.
Nein, nicht wirklich.
Er hat immer noch nicht zurückgerufen. Wer?
Constantin.
Meinst du, das ist jetzt wichtig?
Er wird dich anrufen.
Alles liegt ein bisschen auf Eis.
Hast du deinem Vater gesagt, dass du krank bist? Nein.
Soll ich es machen?
Nein, nein, bloß nicht.
Es ist verrückt ... Was?
Niemand hat mich je so angesehen wie du.
Das sagst du, weil du Fieber hast.
Gestern hast du nur Blödsinn geredet.
Wenn du der letzte Mensch auf Erden wärst,
hätte ich vor nichts mehr Angst.
Es ist etwas beängstigend, das zu hören.
Gar nicht so sehr.
Sag es.
Ich weiß nicht, wie.
Ich hör dich trotzdem.
*Piepen*
*Rufton*
(Hortense): Sie sind verbunden mit der Mailbox von Hortense Beloeil.
Sam?
Sam! Was hast du?
Sam? Huhu, Sam!
Wach auf! Hey!
Wach auf! Hörst du mich?
Wach auf. Wach auf!
Verdammt, was ...
Sam! Sam!
Sam! *Sirenen*
(Sanitäter 1): Haben Sie angerufen?
Er ist da? Was ist passiert? Er atmet nicht mehr.
Seit wann? Als ich sie anrief, hat er geatmet.
Ich kümmere mich. Wie heißt er? Sam.
Sam, hören Sie mich?
Wenn Sie mich hören, drücken Sie meine Hand.
(Sanitäter 2): Bitte, gehen Sie zur Seite.
(Sanitäter 1): Er ist bewusstlos.
(Sanitäter 2): Hat er Vorerkrankungen?
Er ist Asthmatiker.
Monsieur, atmet er?
Sam und wie weiter? Weiß ich nicht.
Haben Sie seine Papiere?
Könnten Sie mir seine Versicherungskarte geben?
Seinen Personalausweis.
Das müsste es sein.
Okay, sehr gut.
Sein Alter? Äh, ...
30 Jahre, richtig? Ja.
(Sanitäter 1): Okay, er atmet.
Wiedereintreten der Atmung um 22:50 Uhr.
Er atmet?
Wiedereintreten der Atmung um 22:50 Uhr.
(Sanitäter 2): Keine Sorge. Setzen Sie Ihre Maske auf.
Seine Wohnadresse - ist die noch aktuell? Ja.
(Sanitäter 1): Wir bringen ihn in die stabile Seitenlage.
Wir nehmen die Tasche mit in den Krankenwagen. Ja.
(Sanitäter 1): An der Tür, das sieht eng aus.
Wohin bringen Sie ihn?
(Sanitäter 2): Ins Saint-Antoine.
Haben Sie Symptome? Nein.
Morgen früh rufen Sie Ihren Hausarzt an.
Sie blieben zu Hause.
Wiedersehen. Wiedersehen.
Ich wollte mich nach einem Patienten erkundigen,
der heute Nacht eingeliefert wurde.
Er heißt Sam Berthier.
Nein, wir sind nicht verwandt, aber ich hab den Notarzt gerufen.
Wir sind nicht verwandt,
aber können Sie ihm bitte meine Telefonnummer geben?
Sie steht auf der Liste,
aber vielleicht gebe ich sie Ihnen nochmal.
Ich weiß, Sie sind überlastet, aber es ist wichtig.
*Das Handy vibriert*
Ja, Mama?
Wie geht's euch?
Hallo Inès, äh, ich hoffe, alles ist gut bei dir.
Hast du die Kontaktdaten eines Freundes von Hortense Beloeil,
Sam Berthier?
Es hat nichts mit der Uni zu tun, aber ...
ich dachte, du kennst ihn bestimmt.
(Mann 1): Sam? Ja. Nein, sagt mir nichts.
Sam Berthier, groß, rote Haare.
Er arbeitet in der Gastro, in einem Laden namens "Chez Lulu".
Das sagt mir gar nichts. Hast du Hortenses Schwester gefragt?
Hier ist Véra. Hallo? Muriel?
(Muriel): Hallo? Hören Sie mich?
Ich geh woanders hin, vielleicht liegt's an mir. Vera?
Haben Sie die Kontaktdaten eines Freundes von Hortense?
Er heißt Sam.
Sagt Ihnen das was?
Hallo? Hallo. Véra?
Hortense ist tot.
Hortense ist letzte Nacht gestorben.
Bist du noch da?
Ja ...
*Türklingel*
(Mailbox): Die Mailbox enthält zu viele Nachrichten.
*Türklingel*
Hallo, Muriel, hier ist Véra. Ich hab alles saubergemacht.
Man sollte es vielleicht in einer Woche noch mal machen.
Wegen der Schlüssel:
Ich hab nicht wirklich ein Versteck gefunden,
Ich schicke sie per Post.
Danke noch mal für die Adresse von Sam Berthier.
Ja, ich hoffe, Sie halten durch ...
Es ist sehr hart, Montag nicht mit bei Ihnen zu sein.
Um umarme Sie fest.
Entschuldigen Sie ... (Lulu): Ja?
Sind Sie Sams Chefin?
Sam ... Sam Berthier?
Der arbeitet seit drei Jahren nicht mehr hier. Drei Jahre?
Ich liebe Sam, er ist superbegabt.
Aber es wurde wirklich zu kompliziert.
Seine Mutter kam fast jeden Tag, um sich wieder anzunähern.
Sie war immer auf der Terrasse. Seine Mutter?
Hat er nie von ihr gesprochen? Die war auch fertig.
Er hat ihr nie verziehen.
Was? Dass sie abgehauen ist.
Wegen ihm, behauptet er.
Hat seinen Vater verlassen, als es schlecht lief.
Wie lange vor ihrem Tod war das alles?
Seine Mutter ist nicht tot. Das sagt er nur immer.
Wenn er sie umbringen könnte, würde er es tun.
Aber wo arbeitet er? Was macht er?
Nichts.
Er hat seine 800 Euro vom Gesundheitsministerium.
Wenn's nicht anders geht, pumpt er seinen Vater an.
Warum das Gesundheitsministerium?
Sie haben's immer noch nicht kapiert.
Sam ist verrückt.
Er hat seit seiner Jugend schizophrene Schübe.
Er geht in die Psychiatrie, kommt wieder raus.
Mit ihm allein ist er ein Schatz, aber zusammen mit anderen ...
Geht's ihm denn besser? Ist er genesen?
Von Corona, meine ich ...
Laut dem Krankenhaus, ja. Also soweit ich weiß ...
Seine Mailbox ist voll.
Er ist vielleicht noch in Quarantäne irgendwo.
Ich glaube, ich weiß es.
Nicht besonders schwer zu erraten.
Mit der Ansteckung in der Psychiatrie ist es heftig.
Sie werden sagen: "Er ist ja jetzt immun."
Selbst darüber weiß man eigentlich nicht viel.
Wie über die Intubationen.
Mancha Ärzte sagen, hätten wir weniger intubiert,
hätten wir weniger Tote.
Wissen Sie, in welcher Psychiatrie er sonst ist?
Nein, tut mir leid.
Haben Sie die Nummer von seinem Vater? Nein.
Nehmen Sie den Zug?
Passen Sie aufs ich auf.
Sie auch.
Das wird lange dauern.
Wieder auf die Beine zu kommen?
Zu akzeptieren, was wir verloren haben.
*Melancholische Orchestermusik*
EIN JAHR SPÄTER
Ja, Mehdi ...
Ich weiß, ich bin in einer Viertelstunde da.
Wie, ist mein Vater schon da? Okay.
Tut mir leid, aber es hat einfach endlos gedauert.
Warte, Sekunde ...
Scheiße!
Nichts, ich bin nur genervt
Die haben die Anhörung wieder vertagt.
Warte, ich krieg noch einen Anruf.
Aber ich bin unterwegs.
Ja, Madame Camara?
Wenn der Mann Ihrer Freundin meint,
dass seine Gesundheit nicht geschützt ist
und er in einer Situation ist,
in der trotz der Lockerung der Maßnahmen,
in der seine Gesundheit gefährdet ist,
muss er Folgendes tun:
Er muss sein Recht auf Arbeitsverweigerung ausüben.
Er muss seinen Arbeitgeber schriftlich informieren.
Wir haben kein Problem damit, wir haben nur nicht das Geld.
Sie müssen uns täglich bezahlen, sonst funktioniert das nicht.
Tolle Ideen zu haben, ist eine Sache,
aber man muss sie auch bezahlen können.
Wir haben immer noch Lieferprobleme.
Sie müssen den Arbeitgeber über die Gefahr informieren.
Gut, ich rufe Sie wieder an und wir bereden die Details.
Ich muss Schluss machen, aber ich melde mich wieder.
Auf Wiederhören.
Bye.
(lachend): Das war ja ... Alles gut? Ja.
Bei dir? Ja. Verzeih das Gehetze.
Ich verstehe dich nicht.
Das Teil ist fertig.
Hättest du es einfach entsorgt, ...
Was ist das? Post.
Immer noch?
Tut mir leid.
Ist nicht deine Schuld. Die ist vor Wochen angekommen.
Ja, ist etwas chaotisch,
aber die Adressänderung ist endgültig.
Papa, wo bist du?
Okay, wir kommen runter.
Wo ist er denn? Keine Ahnung.
Er sagte, in einer Minute.
Komm, wir stellen's ab. Ja.
Läuft es gut mit ihm? Mit meinem Vater?
Ja, ja, wir haben uns nur kaum gesehen.
Weil ich so viel arbeite.
Er hat mir Regale angebracht. Ist super schön geworden.
Er hat sich mehr gefreut als ich.
Bis wann ist er da?
Er fährt morgen zurück.
Er ist nicht gern ohne meine Mutter.
Ich weiß nicht, wo er jetzt steckt.
Papa, was ist los?
Okay.
Er wusste das nicht mit der Einbahnstraße.
Alles gut bei dir? Ja.
Und, was sonst?
Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll.
Ich hab ...
jemanden kennengelernt.
Das ist doch toll!
Wie lang ist es her? Zwei Monate.
Heimlichtuer.
Wie sieht sie aus? Ist sie schön?
Sie ist stur. Ah!
Scheiße ... Tatsächlich?
Würdest du es sagen, wenn du jemand hättest?
Ja, das würde ich.
Oder nicht ...
Nein, ich bin gerade allein.
Und das ist sehr gut so.
Ich halte dich auf. Geh ruhig. Ich krieg das hin.
Sicher? Ja, er kommt.
Wir schaffen das. Grüßt du ihn von mir?
Hey, Mehdi? Ja?
Ich bin froh, dass wir es hinkriegen.
Was?
Na das.
Ich dachte, wir sprechen nie wieder.
Bist du schon geimpft? Erste Dosis.
Also, ciao. Ciao.
Papa, wo bist du?
Wieso Avenue Saint-Lazare?
Nein, du bist links gefahren statt rechts.
Aber nein, du musst wieder umkehren.
was soll ich dir jetzt sagen, äh ...
Nein, du entfernst dich, du musst umkehren.
Ja, eben.
"So viele Dinge, die man nicht sagen kann.
Besonders diesen Augen.
Jeden Tag sehen sie mich an.
Das war Freude. Genau das."
Hallo?
Ja, entschuldige, ich ...
*Schluchzen* Ja, alles gut.
Nein, sicher, alles gut.
Doch, ich schwör's.
Warte ... Jetzt seh ich dich.
Du kannst mich nicht verfehlen.
Hallo, ich bin hier.
Véra: Amel Charif
Sam: Pablo Pauly
Muriel: Charlotte Laemmel
Doriaz: Marc Citti
Mehdi: Raphaël Acloque
Lulu: Anne Suarez
Véras Mutter: Caroline Baehr
Maître Olivet: Gaëtan Peau
Madame Galibert: Olga Mouak
u. v. a.
Übersetzung: Veronika Sandkühler
Dialogbuch und -regie: Elke Weber-Moore
Deutsche Fassung:
EVA Studios Germany GmbH Christa Kistner
Redaktion: Daniela Muck
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2024
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