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[drollige Musik]
[er räuspert sich]
Michael?
Du hörst mich, wa?
Du, pass auf... Mach die Tür auf.
Komm, ich will dir was sagen.
Bitte, lass uns einfach miteinander reden.
Und wir müssen noch den Beamer anbringen. Das schaffe ich nicht alleine. Hm?
[drollige Musik setzt wieder ein]
[er keucht leicht]
Michael?
Michael, ich kann verstehen, dass du sauer bist.
Weißt du, als ich mitbekommen habe,
dass du nach Berlin kommst zum Studieren, habe ich mich...
Ich habe mich echt gefreut.
Und als du angerufen hast wegen der kaputten Vorhangstange,
wusste ich genau, das wird mit einer selbst gemachten Mörtelmasse
super funktionieren.
Weil das ist ein spezielles Chlor-Isothiazol-Gemisch.
Man will ja ein möglichst offenporiges Ergebnis haben.
Und da kommen die normalen Spachtelmassen nicht hinterher.
Weil die trocknen zu schnell durch und...
Michael?
Scheiße.
Dann tut es mir auch leid.
Du hast doch nicht versucht, hier einzubrechen?
[stammelnd] Nein.
Dann geh wieder. Ich habe dir nichts zu sagen.
Aber ich dir.
-Du hast noch meinen Autoschlüssel. -Ist das dein Scheißernst?
-Und... ich habe einen Fehler gemacht. -Nee, du hast keinen Fehler gemacht.
Du hast mich bewusst angelogen, mehrmals. Das ist ein großer Unterschied.
-Ist das lustig? -Nein.
Nur manchmal, wenn ich dich so angucke, denke ich so an deine Mama.
Und gerade, wenn du dich aufregst, denke ich so an mich.
Super, toll, danke. Herzlichen Glückwunsch.
-Was willst du von mir? -Mich entschuldigen.
-Ich habe noch nichts gehört. -Mache ich doch gerade.
Bei mir einzubrechen, nennst du "dich entschuldigen"?
Ich wollte nicht einbrechen, ich habe...
So, Michael, ich muss jetzt los.
Aber ich will nicht... Ich will nicht alleine fahren.
Ich möchte mit dir fahren.
So wie die letzten Wochen.
Das war...
Das war anders. Oder? Das war schön.
Und du hast eine Menge von mir gelernt.
-Okay, ich hab auch was von dir gelernt... -Du darfst doch gar nicht fahren.
Na ja.
Okay, alles klar, das war auch eine Lüge?
Michael.
Als du gesagt hast, du willst einen Job haben, da habe ich...
Wie soll ich sagen? Ich habe improvisiert.
Improvisiert?
Mann, ich hätte doch niemals gedacht, dass wir beide mal so...
Als du mich so angeschaut hast, das war meine Chance.
Ich dachte: "Sag's ihm halt. Ich suche einen Fahrer."
Du hättest auch einfach zu mir sagen können:
"Hey, Mika. Hast du Lust, bei mir zu arbeiten?"
Ich weiß.
Aber manchmal sind die scheißeinfachsten Dinge
einfach nicht so einfach.
Ich verstehe schon.
Manche Dinge gehen kaputt.
Das ist leider so.
Ich war nicht der Vater, den du dir gewünscht hast.
Und den du verdient hast.
Du hast doch den super-special Mörtel.
Der repariert fast alles.
Und stinkt.
-Man kann nicht alles haben im Leben. -Weiß ich.
Ich habe keinen Job gesucht.
Warum...
Ich wollte einfach Zeit mir dir verbringen und ich habe mir Sorgen gemacht.
Warum hast du nicht einfach was gesagt?
Manchmal sind die einfachsten Dinge im Leben halt... nicht so einfach.
Du hast dich noch nicht entschuldigt.
Ich habe mich die ganze Zeit entschuldigt, Michael.
-Alter, du machst mich wahnsinnig. -Du machst mich wahnsinnig.
-Nee, ich fahre. Komm. -Ich fahre.
-Ich fahre. -Ich fahre.
Okay. Schere, Stein, Papier.
-Aber auf drei. -Okay.
[beide] Eins, zwei, drei.
-Was soll das sein? -Feuer, und das verbrennt Papier. Gib.
-Feuer gibt's nicht. -Natürlich gibt es Feuer.
Wir haben immer mit Feuer gespielt. Das ist der Joker.
Es heißt aber nicht "Schere, Stein, Feuer".
Ja, weil du nicht verlieren kannst.
Aber okay, fahr.
-Dein Ernst? -Ich bin der bessere Beifahrer.
-Nee, okay. Fahr du, fahr du. -Fahr du.
"Body Tantra", "Lust Massage".
Ich glaube, wir sind hier falsch.
-Nicht den Ernst? -Doch.
-Ich habe auch nur den Namen von... -Ist auch egal. Komm, wir fragen einfach.
Ah, da kommt schon jemand.
Guten Tag.
[drollige Musik]
-Los. -Nee.
Wieso?
-Sei nicht so verklemmt. -Bin ich nicht.
Dann los.
-Hallo? -[leise] Sch. Nee, komm.
Lass gehen, weil ich habe eh nur den Namen von der Frau, also...
Jetzt mach dich mal locker. Hier wird doch nur massiert.
[Viktor] Das weißt du nicht.
-Das ist Bodypositivity. -Sagte ich doch, das ist was Versautes.
Nee, Bodypositivity. Das ist nichts Versautes.
Hallo?
[Viktor] So. Keiner da.
Also.
[sinnlich] Willkommen bei "Body Lust".
Tag, wir wollten zu der Frau Sophia Denoir, bitte.
Einzeln oder Duo?
Unsere Paarmassagen sind sehr gefragt.
-Nee. -Nee, "Viktor bringt's".
-Wir bringen den Beamer. -Genau.
Ah, verstehe.
Der Beamer.
[sie lacht] Super.
Sophia hat noch einen Kunden. Müsste gleich fertig sein.
-[Viktor] Mhm. -[kichernd] Das ist ja lustig.
Ich dachte, du kommst wegen einer Massage.
Hat dir unsere Taster-Session gefallen, Viktor?
Ich habe...
Sie verwechseln mich. Ich werde häufiger...
-Ich sage Sophia schnell Bescheid. -Mhm.
[sanfte meditative Klänge]
-[Mika] Danke. -Danke.
Merkwürdig, dass sich Leute noch eine Wandhalterung gönnen für einen Beamer.
-Mhm. -Wer macht das?
Das frage ich mich auch.
-Was guckst du? -Tue ich nicht.
-Doch, du guckst. -Ich gucke nicht.
Ja, gut, ich hatte... so einen Flyer im Briefkasten.
So, kennst du ja.
Und dann hat es gehießen, Schnuppermassage.
Ich hatte am Nachmittag nichts zu tun, bin dahin, und so.
-Klar, man kennt es. -Ja.
-Schnuppermassage? -Ja, das ist... Tantra.
-Das bedeutet Massage, weißt du? -Okay. Also Ganzkörpermassage?
Ja, das "Ganz" ist das Tantra.
Ah, also "ganz" im Sinne von ganz?
Ganz-ganz, superganz.
-Also so richtig mit... -Wie, "mit"? Nee.
-Ah, ohne? -Natürlich ohne.
Ah, okay. Ich wollte nur fragen.
Tss. Aber ganz.
-Also... -Ja, ganz.
-Habe ich aber auch nicht gewusst. -Sicher?
Fick-tor?
-Ich haue gleich... -[er lacht]
[sanfte meditative Klänge laufen weiter]
-Namaste. -Guten Tag.
[sie pustet befreit durch]
Es ist so schön, euch zu sehen.
Ja, das freut mich auch sehr, Sie kennenzulernen.
[er stöhnt leicht]
Also der Beamer, wo soll der denn jetzt hin?
Der Beamer... darf da oben über den Kamin.
Der darf da oben über den Kamin.
Ja, dann... Dann...
Dann wollen wir mal anfangen, würde ich sagen, wa?
Hallo.
-Gut. -[Mika] Was ich fragen wollte:
Für was braucht ihr eigentlich den Beamer?
Für unsere Workshops.
Das hier ist unsere Spielwiese.
Hier passiert die ganze Magie.
Hier werden unsere Kunden wieder eins.
Mit ihrem Körper.
[hallendes Stöhnen]
Ihrer Sexualität.
Und ihren Sehnsüchten.
[sinnliche Klänge]
[Sophia] Hier geben wir unsere Tantra-Workshops.
Und die flowen gerade richtig durch die Decke.
[Masseurin] Die Zeiten sind anstrengend. Die Leute sind gestresst.
Und angespannt.
Aber hier lernen sie wieder, sich zu entspannen.
-Vollständig zu entspannen. -Vollständig zu entspannen.
Mhm. Und was lernt man da eigentlich so, bei so einem Tantra-Workshop?
Tantra ist ein Zugang zum Unterbewusstsein.
So.
Der Körper ist der Tempel unserer Persönlichkeit.
-Tempel. -Bei dir eher Baracke.
Die Tantra-Massage verurteilt nicht.
Sie respektiert jede sexuelle Natur des Menschen und weiß,
dass unsere Lust
eine der ursprünglichsten und kraftvollsten Quellen
für Energie und Lebensfreude ist.
-Das ist mir so klar. -[Mika] Cool.
-Willst du mal probieren? -Äh, ich?
-Free Taster-Session. -Jetzt?
Wir möchten auch jüngere Menschen darin unterstützen,
ihren Horizont zu erweitern.
Das klingt wirklich super, danke.
Aber wir haben heute leider noch voll viele Lieferungen.
Das stimmt so nicht, Michael.
Wir hatten heute eigentlich nur den Beamer auf der Liste, ne?
Ist doch nur eine Massage.
Ihr könnt gerne beide eine Massage haben.
Ich hatte ja schon die Schnupperstunde.
Sieh es doch als zwischenmenschliches Trinkgeld.
[Mika seufzt]
Sag mal, was ist denn los? Entspann dich doch mal.
Das sind hochgradig professionelle,
gut ausgebildete Masseusinnen, die wissen genau, was sie tun.
-Ja, das ist es ja gerade. -Bleib mal locker jetzt.
-Ey, ich bin locker. -Du bist nicht locker, das spüre ich.
Vielleicht weil ich mit meinem Vater nackt auf irgendeiner Liege rumliege.
-Wir haben ein Handtuch um. -Ja, noch.
Die machen nix, was du nicht möchtest.
Okay, wenn ich jetzt schon mal hier bin, mache ich vielleicht das volle Programm.
Das volle Programm? Du willst doch nicht...
-Wieso, ist doch nur eine Massage. -Ja, ist nur eine Massage.
Aber trotzdem, das Handtuch bleibt oben, mein Sohn.
[sphärische Klänge]
Äh, also wegen der Massage wollte ich noch mal fragen...
Sorry, mein Vater ist ein bisschen verklemmt.
Ach, ihr seid Vater und Sohn.
-Deshalb die Spannungen. -Mhm.
Uns, beziehungsweise ihm, wäre wichtig, dass wir nicht...
Nun ja, die Prostatamassage ist schon unsere Spezialität.
Das Becken wird gelockert.
Und der Schließmuskel entspannt sich schön.
Die Prostata ist das Lustzentrum.
Quasi der G-Punkt eines jeden männlichen Körpers.
-Ey, hörst du das auch? -Was?
Das war mein Handy, oder?
-[Viktor imitiert Summen] -Mein Handy klingelt.
Könnte ich noch mal...
[Masseurin] Lass dich einfach fallen.
[gehaucht] Nun...
lass los.
Tantra...
ist eine sinnliche Kommunikation.
Es gibt zwei Wörter im Leben,
die uns alle Türen öffnen.
"Ziehen" und "drücken"?
[Masseurin] "Liebe"...
und "Vertrauen".
Tantra bedeutet, sich ausdehnen.
Die wahre Größe der Seele zu erkennen
und unser volles Potenzial auszuschöpfen.
Im Augenblick sein.
Im Hier und Jetzt.
-[er grunzt leicht] -Wir verbinden uns.
[stöhnend] Und lassen los.
[er grunzt leicht]
-Was machst du? -Hm?
-Kannst du damit aufhören? -Was denn?
[Mika] Du grunzt.
-[Viktor] Ich genieße. -Ich kann so nicht genießen.
Ich grunze nicht.
[Sophia] Tantra bedeutet,
sich achtsam zu begegnen.
[flüsternd] Und liebevoll anzunehmen.
-[er grunzt leicht] -Da, schon wieder.
-Habt ihr das gehört? -[Viktor] Gar nicht.
[Masseurin] Tantra...
bedeutet, sich auf Augenhöhe zu begegnen.
Ohne zu werten.
Ich werte auch nicht, ich stelle nur fest.
Da muss ich dir widersprechen. Du wertest ständig.
Das ist wie mit dem Mettbrötchen.
-Ah ja? -Ja.
[Mika] Ich muss ja auch im Auto neben dir sitzen.
Zum tausendsten Mal: Ein Mettbrötchen ohne Zwiebeln schmeckt nicht.
Ein Mettbrötchen ohne Zwiebeln stinkt nicht.
[Viktor] Das kann nicht sein, wie empfindlich du sein kannst.
-Du bist so egoistisch. -[Sophia] Okay.
Steh auf.
Nicht du.
-Wer, ich? -Handtuch bleibt oben.
Geh zu ihm.
Äh...
Vertrau dem Moment und mach einfach mal.
Okay.
-Berühr ihn. -Was?
-Mich? -Ja.
-Nee. -Doch.
-Muss nicht sein. -Lass es zu.
-Er will nicht. -Nee, ich möchte nicht.
Überwinde die Grenze in deinem Kopf.
Was ist mit der Grenze in meinem Kopf?
Werdet eins.
-Nee, muss nicht sein. -Wirklich nicht.
-Berühr ihn. -Er ist nackt.
Ich bin nackt.
Das wird euch helfen.
-Mir geht's gut. -Alles super.
Was spürst du?
Haare?
Lass dich fallen.
Okay.
[ruhige meditative Klänge]
[Mika atmet tief ein]
[er atmet wieder aus]
[Masseurin] Spürst du die Energie?
-[Mika atmet aus] -[Masseurin] Du machst das sehr gut.
Welche Gedanken kommen in dir hoch?
Ich fühle mich...
ganz leicht.
-Lass es zu. -Hm.
Ich spüre Angst.
Angst um deinen Job.
Angst um deine Zukunft.
Du weißt, dass du was ändern musst.
Aber du weißt nicht, wie.
Ich spüre eine...
tiefe Verzweiflung.
Du kannst nicht mehr.
Aber du drückst alles weg.
Und betäubst dich.
Du fühlst dich allein.
Sehr...
allein.
[er keucht auf]
Wie fühlst du dich?
Äh, gut.
Das ist...
Mir... Nee, es geht mir gut.
Das ist... der Rücken, der juckt ein bisschen so.
Das habe ich öfter, wenn es anfängt zu regnen.
Irgendwas ist komisch.
Wie geht es mir? Gut, eigentlich.
Das Bad war da, wa?
-Boah, was war das gerade? -Das war einfach unglaublich.
Du hast dich mit ihm verbunden.
-Ihr wart eins. -Das können nicht viele.
Demnächst machen wir den nächsten Tempel in Berlin auf.
Und danach in Paris.
-Paris? -Paris.
Viele unserer Kundinnen lassen sich gerne von einem Mann massieren.
Einem jungen, gut aussehenden Mann.
Kennt ihr eigentlich diesen Sexismus?
Kennst du vielleicht irgendeinen Akzent?
-Dänisch. -Oder spanisch.
-Was? -Vielleicht lässt du deine Haare länger.
Oh, das würde mir gefallen.
-Ey, verarscht ihr mich gerade? -Nein.
Wir machen dir ein einzigartiges Jobangebot.
-Ein Jobangebot? -Ganz genau.
Du hast die Gabe, Menschen tief zu berühren.
In ihrem Herzen.
Und in ihrer Seele.
Oder willst du etwa dein Leben lang Beamer aufhängen?
Vorsichtig, ich studiere Philosophie.
Aber macht dich das glücklich? Wir zeigen dir Glück.
Tiefes, wahres Glück.
Und eine gute Bezahlung. Inklusive Gewinnbeteiligung.
[Mika] Ich, äh...
Überleg's dir.
-Was musst du dir überlegen? -Äh...
[Mika lacht leicht] Die haben mir ein Jobangebot gemacht.
[sanfte betrübliche Musik]
Ah.
-Okay. -Er hat Talent.
-Ja, das weiß ich. -Und die Zeiten werden nicht leichter.
Kriege, Pandemien, Inflation.
Die Menschen, sie brauchen Entspannung.
Sie brauchen jemanden wie dich.
Klar, das macht Sinn.
[Mika] Findest du?
Ja.
Ich meine, ihr habt euch hier ja wirklich ein kleines Paradies geschaffen.
Das war echt ziemlich intensiv gerade.
[Masseurin] Und das war erst der Anfang.
Du wirst unglaublich viel über dich lernen.
[Sophia] Wir arbeiten doch heute gar nicht mehr nur,
um Geld zu verdienen oder Rechnungen zu bezahlen.
Nein, wir wollen mehr. Wir wollen etwas schaffen, das bleibt.
-Von Sinn und Bedeutung und Erfüllung. -Dann ist es auch nicht mehr arbeiten.
Sondern spielen.
Ja, es gibt aber auch die,
die dann die Jobs machen müssen, die keiner machen will.
Weil sonst ist das richtig scheiße für die Allgemeinheit.
Beamer installieren zum Beispiel.
[stammelnd] Ja, oder Müllabfuhr oder so.
Ja, und viele Jobs werden sich in Zukunft ja auch extrem ändern.
Also die meisten wird es gar nicht mehr geben.
Aber die körperliche Energiearbeit bleibt.
Das ist sicher.
Ist ja auch das älteste Gewerbe der Welt, wa?
Nee, ich meinte nur so.
Warum gehen wir nicht einfach mal kurz ins Büro?
Dann zeigen wir dir unser Konzept. Wir können in Ruhe über alles reden.
Gehalt, Prämien, Bonuszahlungen.
-Hm? -Ähm...
Klar. Gehalt, Prämien, Bonuszahlungen, alles.
Klar.
[nachdenkliche Musik]
Darf ich bohren?
Mika, du weißt, es gibt...
...Bohrer und Sauger.
-Genau, so hat jeder seinen Platz. -Sonst gibt's Chaos.
Ganz genau.
Was?
Hast du mich gerade "Mika" genannt?
Das ist doch dein Name, oder nicht?
Und? Hast du deinen Platz gefunden?
Ja, also... vielleicht.
Weißt du noch, bei der ersten Lieferung, die Hirnforscherin?
-Klar, wie könnte ich die vergessen? -Ja.
Die war megascharf darauf, dass sie in ein paar Wochen
einen größeren Fernseher haben kann.
Ja, neuer und größer wollen sie alle.
-Aber genau das müsste man doch ausnutzen. -Wie?
-Mit einem Service-Abo. -Service-Abo?
Ja, guck mal:
Wir liefern, bauen auf, und am Ende der Abo-Zeit
liefern wir direkt das neue, bessere Gerät und bauen das direkt auf.
Du hast doch selber gesagt:
Die Leute lassen nicht mehr reparieren, sie tauschen aus.
Dann könnte man theoretisch das ausgetauschte Gerät
wieder aufbereiten und noch mal verkaufen.
Genau. Und natürlich alles immer inklusive...
-Sondergarantie. -Ja.
Das ist richtig gut.
Geile Idee.
Aber...
Weißt du, ich glaube, ich bin für so was...
Da bin ich nicht der Richtige, wa? So was aufzuziehen, das ist...
Ja.
Ja, aber was ist, wenn wir das zusammen machen?
Wie, was zusammen machen?
Hä? Und was ist mit dem Angebot jetzt gerade hier?
-Und deinem Studium? -Ach, keine Ahnung.
Weißt du was? Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt.
Ja, das ist klar.
Nee, ich meine, wie schön es ist, was mit den Händen zu machen.
Weißt du, das fühlt sich irgendwie richtig an.
Das sage ich doch.
Moment mal.
Du meinst, jetzt wirklich? Wir beide?
-Zusammen, so richtig? -Ja.
Ja, du und ich. Beide als Boss.
-Wir beide als Boss? -Ja.
Das weiß ich nicht. Dann wäre ich ja sozusagen mehr Boss-Boss, aber hey.
-Meinetwegen. -Deal.
Deal.
Ich bin froh, dass du keinen Krebs hast.
Puh, und ich erst, Alter.
Ähm...
Hast ja doch was gelernt, Partner.
Aber dann sei bitte vorsichtig mit dem Ansatzdruck, ne?
Richtig mit Kraft drauf, sonst hast du einen Krater.
[Mika] Äh...
Übrigens, ich habe ganz vergessen zu sagen, Mama kommt heute.
Wir wollten später was Kleines bei mir kochen.
Keine Ahnung, vielleicht hast du ja auch Bock.
Noch ein bisschen anstoßen. Auf unser neues Business.
Welche Mama? Deine Mutter?
[Türsummer brummt]
Hanna.
Viktor.
-Hallo. -Hi.
[Türöffner summt]
-Wollen wir? -Äh, ja.
Danke.
Ja, das ist Berlin. Das ist so gewollt.
[er räuspert sich]
-Hier geht's hoch. -Danke.
-[Hanna] Wie geht's dir so? -Super. Bombe, also...
-Dir? -Gut, gut.
Und ihr seht euch jetzt öfter?
[stammelnd] Ja, wir... Klar, also...
Schön.
-Viktor? Ich... -Hm?
Wenn wir jetzt kurz alleine sind...
Ich wollte dir schon länger was sagen.
Aber irgendwie gab's nie den richtigen Zeitpunkt.
Ähm, gerade jetzt, wo ihr euch wieder annähert, was ich... was ich gut finde.
-Wirklich richtig gut. -Ja, das freut mich auch, sehr.
Aber ich finde, du solltest es jetzt einfach wissen.
-Mhm. -Weil Mika es auch noch nicht weiß, und...
Also unter Umständen ist...
Mika nicht dein Sohn.
[sanfte betrübliche Musik]
[gekünstelt] Scheiße, Mann. Sind das etwa meine Eltern?
-[Hanna] Hi. -Na?
-Schön, dich zu sehen. Komm rein. -Ja.
-[Mika] Herzlich willkommen. -[Viktor räuspert sich]
-Blumen für dich. -Dein Ernst?
-Klar. -Danke.
[coole Rock-Pop-Musik]
Can't find what you're looking for?
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