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[lässige Musik]
In Deutschland gibt es ein Rechtsfahrgebot.
Wenn du schon mit 40 fahren willst, dann fahr rüber.
-Ich weiß, aber da vorne ist ein Lkw. -[Viktor keucht auf]
-Vorsicht, da ist ein BMW! -Mein Gott, ja, ich weiß.
-[Viktor] Du hast mich erschreckt. -Würdest du mich nicht unterbrechen...
-[Navi] Ziel erreicht. -Hier, nimm den.
-[Mika] Die Kiste ist kein E-Auto. -Doch.
-Nee. -Michael, doch. Jetzt nimm den Parkplatz.
Mhm, alles klar.
Hallo, wir werden hier abgeschleppt.
[metallisches Ploppen]
Hybrid.
[Türklingel schellt]
Tss, erste Lieferung. Und, bist du aufgeregt?
-Ja, mega. -Brauchst du nicht.
Halt dich einfach an deinen alten Herrn. Schau zu und lerne.
-[Mika] Mhm. -So.
Was habe ich dir beigebracht?
"Iss keinen gelben Schnee"?
-Schuhe, Small Talk, Sondergarantie. -So.
Wichtig. Ohne Sondergarantie gehen wir da nicht raus, Michael.
-Kannst du mich nicht so nennen? -Das ist aber zufällig dein Name.
-Ja, aber alle sagen Mika. -Was sagen die? Mika?
-Ja. Mi-ka. -Nee.
-Doch. -Nee.
Das passt nicht zu dir. Von mir aus... "Mike" finde ich gut.
Oder Micky oder so. Aber auf gar keinen Fall Mika.
-Und das entscheidest du jetzt? -Michael.
Wir habe den Namen nicht umsonst ausgesucht.
Das ist nicht irgendein Name.
Das ist der Name des wohl größten Rennfahrers aller Zeiten.
Und das ist nicht Mika Häkkinen, sondern?
Michael Schumacher. Michael Schumacher ist das, Mann.
-Kenne ich nicht. -Mhm.
-[Kundin] Ja? -"Viktor bringt's", wegen dem Fernseher.
-Dachgeschoss. -Die haben sicher einen Lift.
-[Mika] Toller Lift. -Du kennst Michael Schumacher nicht?
Michael Schumacher ist der größte Formel-1-Pilot aller Zeiten, ja?
Der ist siebenmal Weltmeister geworden. Das hat vor ihm noch nie einer geschafft.
-Und weißt du, wie der Sohn von dem heißt? -Michael Ballack?
-[Viktor] Mick Schumacher. -Ah.
[Viktor] Mick. Das ist ein ordentlicher Name.
[Klingeln]
Guten Tag. Kommst du?
-67 Minuten zu spät. -Ja, der Berliner Verkehr, Sie verstehen.
Nein, das verstehe ich leider nicht.
Hätten Sie gesagt "Bitte verzeihen Sie", hätte ich Sie verstanden.
Aber das Pochen auf das Verständnis anderer,
das will ich gar nicht verstehen, verstehen Sie?
Ja.
-Schuhe bitte ausziehen. -Das geht leider nicht.
Laut Arbeitsschutzgesetz
müssen wir Arbeitsschuhe der Sicherheitsklasse 2 tragen.
Das sind halt keine Socken. Verstehen Sie?
[drollige Musik]
Na ja, das ist ja schon ganz schön, äh... geräumig hier.
Waren mal drei Wohnungen. Ich habe die Wände rausnehmen lassen und die Decken.
-Ich brauche einfach Luft. -Hier passt ein Fußballplatz rein.
-Mhm, inklusive Fantribüne. -Wie bitte?
So viel zum Thema Wohnungsnot. Hier könnten 20 Student*innen wohnen.
-Schuhe, Small Talk, Sondergarantie. -Ach so, 'tschuldigung.
Ähm, könnte ich vielleicht, wenn es keine Umstände macht,
ein Glas Wasser haben, bitte?
-Mit oder ohne? -Mit ohne.
-Wie bitte? -Ohne.
Rosenquarz oder Amethyst?
Äh... Rosenquarz?
-Und für Sie? -Ich trinke nicht im Dienst.
Hm, das sollten Sie aber.
Unser Körper besteht zu 85 Prozent aus Wasser.
Und Wassermangel führt zu fehlender Konzentration.
Und fehlende Konzentration führt zu Fehlern.
Ich will nicht, dass Sie bei mir Fehler machen.
Wollen Sie bei mir Fehler machen?
Ich mache keine Fehler, ich bin ein Profi.
Von Wasser kriege ich einen Blubberbauch. Ich mag kein Wasser.
Blödsinn.
[drollige Musik läuft weiter]
[Steinchen klimpern]
-Haben Sie die Bücher alle gelesen? -Nein, natürlich nicht.
Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Gemälde ohne Farbe.
Ah, verstehe. Das ist wie bei meinem Kumpel Torsten und seinem Alfa.
-Pardon? -Der hat so einen alten 156er.
Die Bremsklötze hat er sich rot lackieren lassen,
obwohl das Ding nur 120 PS hat.
-Aber sieht halt geil aus. -Krass, ist das ein originaler Brockhaus?
Oh Gott.
Bitte gleich wieder zurückstellen.
-Das ist eine Erstausgabe, 1796. -'tschuldigung.
-1796? -Das ist unglaublich, oder?
-Dann ist ja nix mehr aktuell. -Ach bitte, "aktuell".
Aktualität ist ein Synonym für die Artenlosigkeit
einer reizüberfluteten Gesellschaft, die versucht,
sich im Konsum von Nichtigkeiten von ihrer Bedeutungslosigkeit abzulenken.
Klar. 'tschuldigung, ich bin bei "reizüberflutet" ausgestiegen.
Aber ich bin auch mehr ein Praktiker. Ich denke mit den Händen.
Das taten die Neandertaler auch und sind ausgestorben.
Die waren vielleicht nicht so geschickt. Man muss auch geschickt sein.
-[Kundin] Stopp. -'tschuldigung.
Ich hätte die krasseste Höhle gehabt, damals. Das ist sicher.
Nur ging die Steinzeit nicht zu Ende, weil die Steine ausgingen.
Nein, weil der Mensch sich zum Denker weiterentwickelt hat.
Ja, aber das mit dem Denken ist so ein bisschen wie mit Schaukeln, ne?
Also, man bewegt sich die ganze Zeit, aber man kommt nicht voran.
Apropos voran. Ich will nicht den ganzen Tag auf Sie warten.
Da haben wir es wieder. Das ist der Unterschied.
Denker warten, Praktiker machen.
-Hallo. -Pack schon mal die Hilti aus, bitte.
So, ansetzen, anbohren, absaugen, würde ich sagen.
Raketenwissenschaft, hm?
Genau.
Mach das Ding an, Michael.
Ich sagte, du sollst mich bitte nicht so nennen.
-Geht das wieder los? -Das sind zwei Silben. Alle sagen Mika.
Aber ich sage dir, mein Sohn heißt nicht Mika. 'tschuldigung.
Bis jetzt war es dir nicht so wichtig, einen Sohn zu haben.
Du bist der, der nach München gegangen ist.
-Hä, ich war vier. -Eben.
Ja, du hast uns verlassen.
Das war... komplizierter gewesen.
Okay, sehr interessant, Ihre Familiengeschichte.
Aber können Sie jetzt bohren?
-Ja, ja. -'tschuldigung.
Ich bin doch nicht nach jemandem benannt, der im Kreis fährt?
-Die Formel 1 ist viel mehr als das. -Stimmt, ein krasser Umweltsünder.
Die haben das ABS erfunden. Das rettet täglich Menschenleben.
Mama hätte doch nie zugelassen, dass ich nach einem Rennfahrer benannt werde.
Deine Mutter ist eine... eine Träumerin, verstehst du?
Und auf der Welt gibt es Träumer und Macher.
So wie Michael Schu-Macher. Und jetzt mach, bitte.
-Haben Sie Kinder? -Nein, natürlich nicht.
-Alles richtig gemacht. -Dein Ernst?
So habe ich das nicht gemeint.
Wir haben hier noch ein großes Loch zu bohren, mein Freund.
[nachäffend] "Wir haben hier noch ein großes Loch zu bohren."
Das ist sein erster Tag heute. Manchmal ist er ein bisschen sensibel.
Ich muss mal ganz kurz... Das war früher schon so gewesen.
Mit zwei hatte der das schon. Das ist ein Kreuz mit den Kindern.
Michael!
Macht der jetzt Pause? Der macht doch jetzt nicht Pause?
Wirklich eine wunderschöne Aussicht, die Sie hier haben.
Wow.
Manchmal stehe ich so da und denke: Ja, das Leben ist doch schön.
Sie denken viel, kann das sein?
-Sie denken wenig, kann das sein? -Ich fühle mich gut.
Das ist ja das Problem.
Der Mensch denkt, er denkt, dabei fühlt er nur.
Das glaube ich jetzt nicht.
Glauben hat auch wirklich gar nichts mit denken zu tun.
-Ihr Leben ist ganz schön anstrengend, hm? -Wem sagen Sie das?
Wir haben uns seit Jahren nicht gesehen.
Ich finde ihn ganz süß.
-Süß? -Ja.
Knackig süß.
Ja, wie nur so 20-Jährige so knackig sein können.
Gut, aber Anfang-40-Jährige sind ja auch noch knackig.
Und halt megaerfahren.
Ähm, jetzt auch nicht... zu übertrieben erfahren.
Sondern eher so... respektvoll erfahren.
Mhm.
Anfang 40?
Wollen Sie ein bisschen Gras?
Habe ich hier immer vor meinem Mann versteckt. Ex-Mann.
Also das hätte ich Ihnen jetzt gar nicht zugetraut.
-Mann oder Gras? -Nee, hier das mit dem Gras.
[er räuspert sich]
-Auf keinen Fall. -Können Sie dann keine Löcher mehr bohren?
Ich kann immer bohren.
Blind bohre ich Ihnen die schönsten Löcher.
-Kunstwerke sind das. Aber sicher. -Nichts ist sicher.
Sicher, aber das schon.
-Sagen Sie, was machen Sie eigentlich? -Ich sitze hier und rauche Gras.
Das ist schon klar. Ich meinte beruflich.
-Ich bin Neurowissenschaftlerin. -Aha.
Hirnforschung. Ich bin Hirnforscherin.
-Ah, was Sie nicht sagen. -Doch.
Das ist interessant. Stimmt es, dass wir nur zehn Prozent unseres Gehirns nutzen?
Nein. Bei den meisten setzt das Gehirn ganz aus, wenn sie was sagen.
Ja.
-Alter Neurowissenschaftler-Joke. -Ach, der.
-Klar, sehr lustig. -Humor hat ja was mit Intelligenz zu tun.
-Sie sind auch anstrengend, hm? -Nein, ich nicht.
Kommunikation ist anstrengend. Weil sie nicht funktioniert.
-Wie? -Sehen Sie?
-Nee. -Dass sie nicht funktioniert.
-Verstehe ich nicht. -Jetzt haben Sie es verstanden.
Sehen Sie, jedes Gehirn ist ein abgeschlossenes System.
Ich spreche von einem Stuhl. Sie denken an einen Stuhl, ich denke an einen Stuhl.
Aber der Stuhl in Ihren Gedanken sieht völlig anders aus
als der in meinen Gedanken.
Also, mein Stuhl hat vier Beine, Ihrer nicht?
Ihr Stuhl ist wahrscheinlich ein gewöhnlicher Frankfurter.
Meiner ist ein Thonet 16, Buchenholz,
mit einer wunderschönen, altersbedingten Patina.
-Aha. -Wir sprechen beide über einen Stuhl.
-Und wir denken, wir sind einer Meinung. -Aber das ist gar nicht so.
"Verstehen" ist ein Missverständnis, das nicht auffällt.
Dann ist meine ganze Ehe ein Missverständnis gewesen.
-Sie leben getrennt? -Ja, das kann man so sagen.
Sie wissen, wie das ist. Einige Dinge passen nicht zusammen.
Das ist wie ein Torx-Bit auf einer Kreuzschraube.
-Oder ein Beuys neben einem Warhol. -Oder so.
Sagen Sie...
Haben Sie schon mal über eine Sondergarantie für das Gerät nachgedacht?
Was ist das für eine Party hier? Kann ich einen Zug?
Sag mal, Michael, spinnst du?
-Ich bitte Sie. -Spaß.
Das wird nix.
-Ist Pfusch? -Pfusch.
Frage: Soll der Fernseher wirklich an diese Wand?
-Sehen Sie hier irgendwo ein TV-Board? -Nein.
Ganz genau, weil die hässlich sind. Und jetzt bohren Sie bitte.
-Die Wand ist Pfusch. -Die Wand hat ein Vermögen gekostet.
Mag sein, aber das ändert nicht. Die Wand ist Pfusch, butterweich.
Der Fernseher kommt an die Wand, Ende.
Brauchen Sie einen Fernseher? Man kann heute doch alles...
Michael, natürlich braucht Frau Dr. Benning einen neuen Fernseher.
-Mit Sondergarantie. -Ich dachte, Sie sind Profi.
Ja, genau das bin ich auch, und als eben dieser sage ich Ihnen,
diese Wand ist Pfusch.
Sind Sie ein Macher oder nicht? Machen Sie doch endlich mal.
Ob ich ein Macher bin...
Ja gut, dann mach mal. Hier, nimm, mach das Ding an.
Ob ich ein Macher bin... Mach das Ding an.
[Bohrmaschine surrt]
-Du bist zu dicht. -Was?
-Zu nah. -Wie bitte?
Du bist zu nah. Du bist zu nah.
[Staubsauger bläst]
-[Gebläse klingt ab] -Es ist zu nah.
Ja, ich habe es verstanden.
Natürlich. Männer in Ihrer Generation haben immer Probleme mit Nähe.
-Da sind die jüngeren schon viel weiter. -Definitiv.
Habe ich nicht. Aber kommt er noch näher, ist er ein Zäpfchen.
-Okay, dann lass mich bohren. -Du? An deinem ersten Tag?
-Ja, warum nicht? -Ja, er sieht doch ziemlich stark aus.
-Danke. -Er? Ja, gut.
Aber da braucht man auch ein bisschen Erfahrung,
und Köpfchen auch.
Jetzt auf einmal braucht man Köpfchen?
Leute, das hier
ist eine eins a butterweiche Pseudo-Pfuschwand, okay?
Und das hier, dieses Baby, hat eine Leerlaufschlagzahl
von 4500 Umdrehungen.
Muss ich mehr sagen?
Das Gehirn lernt nur, wenn man sich aus seiner Komfortzone herausbegibt.
Frau Dr. Benning.
Es ist doch so: Im Leben gibt es Bohrer, und es gibt Sauger.
Und das ist auch gut so, weil sonst gibt es Chaos in der Welt.
Man bohrt oder saugt. So hat jeder seinen Platz.
Dieser junge Mann ist definitiv ein Sauger.
-Äh, ich bin was? -Du bist ein Sauger.
-Und was bin ich? -Anstrengend.
Nein, Sauger oder Bohrer?
-Hm? -Sie sind...
-Sie sind... -Hm?
-Sie sind ein Bohrer. -Ha!
-Sie? Und warum ich nicht? -Du willst doch gar nicht bohren.
Woher willst du denn wissen, was ich will?
-Weil ich dein Vater bin. -Wie heißt meine Freundin?
-Du hast eine Freundin? -Das ist nichts Ernstes, oder?
-Du weißt nichts über mich. -Du stehst auf Frauen?
-Hä? -Hä?
Ich dachte nur, wegen den Fingernägeln und so.
Ich bin da total offen, wirklich.
So offen nun auch nicht. Ich stehe auf Frauen, auch auf reifere.
-Reifere? -Na ja.
Warte mal, du denkst, ich bin schwul?
Der ist doch nicht schwul. Du bist nicht schwul, oder?
-Nee, ich bin nicht schwul. -Aber bi vielleicht.
Ist das dein Ernst jetzt?
Ich habe ja nix gegen Schwule. Ich mag Schwule, auch als Menschen.
Kommst du eigentlich klar?
Okay, Moment.
Jetzt lassen Sie mal Ihren nichtschwulen, sehr knackigen Sohn,
der auch Frauen um die 30 eine Chance geben sollte, in Ruhe bohren.
-"Um die 30"? -Ganz genau.
Na gut, auf Ihre Verantwortung.
-Dann nimm das Ding, Michael. -Ja, danke.
-Okay, ich glaube an dich, Michael. -Mika.
Was auch immer.
Gib Druck.
[sie schreit auf]
Schöne Badewanne.
Das ist kein Loch, das ist ein Krater.
Ich sauge das mal schnell weg.
-Ich sagte doch, die Wand ist Pfusch. -Die Wand ist von einem Stararchitekten.
Ja, aber Sie haben ihn bohren lassen, als Sauger.
Er sollte kleine Löcher bohren, nicht die Wand sprengen.
Wie war das mit der Kommunikation, die nicht funktioniert?
Wenn Sie an ein Loch denken und er an ein Loch denkt, dann was? Da.
Aber vielleicht probieren wir es dann doch mal mit einem TV-Board?
Im Baumarkt gibt es wunderschöne.
-Im Baumarkt? -Ja.
-Oh, was mache ich denn jetzt? -Es ist...
Sie haben doch gesagt, Sie brauchen viel Luft, oder?
Also vielleicht... Vielleicht können Sie die Wand auch einfach rausnehmen?
Entschuldigung, wie soll denn das aussehen? Das sieht doch...
-[Viktor] Michael, schön aus dem Kreuz. -Hopp.
Ha! Nicht tragend.
So, jetzt kann er erst mal nicht mehr runterfallen.
Aber nicht den Kamin anmachen, sonst wird das Ding zu heiß.
Und mein Innenarchitekt springt schreiend aus dem Fenster.
-Ihre Probleme möchte ich haben. -Das möchten Sie nicht.
Ach, Frau Dr.
Mein Vater hat immer gesagt, bei kleinen Problemen hilft der Fachmann.
Bei großen Problemen hilft der Flachmann.
Äh... Oh.
-Oh, oh, das hätte ich nicht gemacht. -Der ist gut, wa?
[sie schreit auf] Ah, meine Augen.
Das ist normal, geht gleich vorbei.
In Indien leiten sie damit Kuhgeburten ein.
Haha. Das ist Wolfgangs Selbstgebrannter.
Frau Dr., wie viele Finger sehen Sie?
Vier.
Sind es immer noch vier?
-Ja. -Dann ist alles gut.
[Stimmengewirr im TV]
-[sie kreischt] -Was jetzt?
Wo ist Arte? Arte ist weg.
-Hä? -Arte ist so ein Sender mit Anspruch.
Kennst du eh nicht.
-Lesen die da Bücher vor, oder wie? -Nein, ist viel besser.
-Die reden über Bücher. -Wollen die keine Zuschauer?
-Die sind anspruchsvoll, so wie ich. -Sind Sie deshalb alleine?
Ein Ring knechtet. Das wusste Frodo schon.
-So was schauen Sie dann wieder? -Da gab's erst die Bücher, dann die Filme.
-Nein. -Ist das dein Ernst?
So, Sender gefunden. Arte, auf Platz 993.
Genau, wo es hingehört. Bitte schön.
Soll ich jetzt immer 992-mal drücken, bevor ich zu Arte komme?
Sie sind alleine, Sie haben Zeit.
Ich kann Ihnen Arte auf die Eins legen.
-Das würdest du für mich tun? -Ja.
-Das geht nicht. -Wieso?
ARD ist die Eins. Das heißt ja auch "Das Erste", nicht "Das Achte".
Bei mir Arte das Erste und 3sat das Zweite.
-Darum sind Sie auch alleine. -Ich weiß auch, warum Sie es sind.
-Ah ja? -Ja.
-Ah ja? -Oh ja.
-Okay, also Arte auf die Eins, ja? -Gerne.
Dann müssen Sie erst mal hier drei nach rechts.
Und dann können Sie hier auf "Menü" klicken.
[sanfte Musik]
Ja, gut.
Ich glaube, ich muss meinem Vater kurz helfen.
Mhm.
[Mika] Was machst du?
-Sch. -[leise] Was?
[sanfte Musik läuft weiter]
-[leise] Und? -Was?
-Merkst du? -Was denn?
-Hä, was willst du? -Die steht auf mich.
-Auf dich? -Na klar. Hast du nicht gemerkt?
-Sie hat dich angeschrien, mehrmals. -Eben.
Und warum? Weil ich ihr wichtig bin.
Einen toten Gaul schreist du nicht an, verstehst du?
-Nicht so wirklich. -Das ist alles Taktik, okay?
Frauen wollen geneckt werden. War schon als Kind so.
Also, die Frauen, die ich kenne, wollen eher respektiert werden.
Vertrau mir einfach mal. Ich habe auch Erfahrung.
Du kannst noch was lernen.
Ja, bei Mama hat es ja nicht so funktioniert.
Äh...
Puh, deine Mutter war nach dem dritten Date schon schwanger.
-Echt? -Stell dir mal vor, wie das ist.
Wenn du da auf einmal mit 24 stehst
mit so einem kleinen Krakeeler auf dem Arm, hallo?
-24? -Mhm.
-Krass, das ist so alt, wie ich jetzt bin. -Das...
Das war...
Das ging halt wahnsinnig schnell alles damals, weißt du?
Das war wie... Wie im freien Fall. Wenn du so fällst.
Alles klar.
So habe ich das nicht gemeint. Das war auch schön.
Fallen ist ja auch wie Fliegen, ne? So.
-Kurz bevor zu aufschlägst. -Alles klar.
Aber du lernst jetzt ja vom Meister höchstpersönlich.
-Was ist unser allerwichtigstes Ziel? -Och komm.
-Eine Sondergarantie verkaufen. -So.
-Ist alles in Ordnung? -Ja.
[leise] Also, ich gehe jetzt gleich wieder rein und richte ihr die Sender ein.
Dann wird sie mich lieben. Deshalb habe ich mich so gewehrt, verstehst du?
Nee, verstehe ich nicht so wirklich.
Du fragst mich dann einfach: "Chef, was ist eigentlich..."
Ich sage nicht "Chef". Auf keinen Fall.
-Ich bin ja der Chef. -Ja, mache ich aber nicht.
-Ich habe dir den Job gegeben. -Hä?
Du hast mir den Job gegeben,
weil du deinen Führerschein verloren hast und einen Fahrer brauchst.
-Sind Sie jetzt fertig? -[Viktor] Ja.
Gleich.
[leise] Egal, du sagst:
"Was ist eigentlich, wenn der Fernseher umfällt?"
-Umfällt? -Umfällt.
Was ist das für eine beschissene Idee?
[TV-Sprecher spricht undeutlich]
[Viktor] So.
Also, wenn Sie wollen, könnte ich Ihnen Arte
ganz fachmännisch auf die Eins legen.
Ist schon passiert.
-[Mika schnaubt leise] -Wie jetzt?
Ganz einfach.
Erst auf Rot, dann den Sender wählen, dann auf Gelb und auf den Programmplatz ziehen.
Bäm. Komfortzone.
Ja. Klar.
[leise] Jetzt?
Äh, ja, ich...
habe mich nur gefragt...
Was hast du dich denn gefragt, Michael?
Ja, was ist eigentlich, wenn der Fernseher mal... umfällt?
-Umfällt? -Umfällt.
Haben Sie einen Fehler gemacht? Haben Sie gepfuscht?
Gott bewahre, nein. Auf keinen Fall, nur...
Was er meinte, rein angenommen,
wenn jetzt zum Beispiel, sagen wir mal, eine Katze
jetzt ganz frech hier einfach durchs Fenster rein
und dann, zack, das Ding umwerfen würde...
-Eine Katze? -Das ist alles schon vorgekommen.
Hier, im Dachgeschoss?
Die klettern wie die Weltmeister.
-Ja, oder vielleicht eine Taube. -Taube ist gut.
Die fliegt dann hier durchs Fenster ganz frech hier rein
und fliegt voll gegen den Fernseher.
Zack, rein.
Sind Sie fertig mit dem Aufbau?
-Fertig? -Mit dem Aufbau.
Mit dem Aufbau.
Mit dem Aufbau sind wir fertig.
Dann packe ich schon mal meinen Kram.
Schöne Bücher sind das.
Noch mal wegen so einer Sondergarantie.
Das ist schon eigentlich ganz schlau.
Weil wenn der Fernseher, sagen wir jetzt mal in ein paar Wochen,
einfach so, also versehentlich, ganz von selbst umfällt...
-Versehentlich? -Ja, ja, ja, versehentlich.
Also, ich meine, das kann ja passieren, ne?
Und dann zahlt nämlich die Versicherung trotzdem den vollen Betrag.
Und in ein paar Wochen, wissen Sie ja, kriegen Sie ja für das gleiche Geld
schon wieder einen viel größeren Fernseher.
Das geht ja alles ratzfatz, zack, zack.
Hier in unserer kapitalistischen Welt, wo jeden Tag größer und absurder...
Nee, nicht absurder. Besser. ...besser wird.
-Das ist schon schlau. -Größer?
-Für eine größere Wand? -Ja.
Äh, hier, übrigens.
-Unglaublich. Das ist... -Die einen reden, die anderen machen, ne?
[abfallender Brummton]
Ach du Scheiße.
Bierchen?
-Du trinkst Bier? -Ja, safe.
-Ach so, wegen München und so... -Ey, ich hasse München, ne? Immer schon.
-Wirklich? -Ja.
-Bayern auch? -Hä? München ist in Bayern.
Ich meinte den Klub.
Ich bin wirklich nach einem Rennfahrer benannt?
[Ansage] Wenn Sie mehr über Ihre Lieferung erfahren wollen, sagen Sie "drei".
-Drei. -Ich habe Sie nicht verstanden.
-Drei. -Zwei.
-Sie möchten die Lieferung stornieren. -Abbruch. Abbruch.
Sie werden mit dem nächsten Mitarbeiter verbunden. Bitte warten Sie.
-Nicht schon wieder diese Warteschleife. -Bitte warten Sie.
[seichte Warteschleifenmusik]
Bitte warten Sie.
-Bitte warten... -Das ist Folter!
Und das ist laut UN-Resolution 217a vom 10.12.48 verboten!
-Verboten! -Bitte warten Sie.
Aber spätestens bei der Lieferung werde ich einen von euch erwischen.
[gurgelndes Knurren]
-Nicht wahr, Hektor? -[er knurrt]
[coole Rock-Pop-Musik]
Can't find what you're looking for?
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