All language subtitles for Andere Eltern - S01E02 - Folge .1.2.deu

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Original subtitles

Ja, es geht endlich los. Ich freue mich total.

Man sieht: Steffi fegt.

Und die anderen jäten ein bisschen Unkraut.

Hier ist die Nike gerade beschäftigt mit der Wand.

Das sind alles so Naturpigmente in einem Naturkalk,

was wir selber gemischt haben.

Alles gut? Nee.

Warum muss ich den ganzen Scheiß alleine machen?

Ja, ich komme gleich noch mal. Wo ist denn Malte?

Hier habe ich mal das Farbkonzept hingehängt.

Wir arbeiten mit Kontrasten, aber auch mit beruhigenden Farben.

Und hier in dem Raum gibt es Tapezierung.

Aber super, dass es Tapeten mittlerweile auch ökologisch gibt.

Und ich finde, ihr seht sehr professionell aus.

Sag mal, ist bei dir alles gut? Ja, alles gut.

Ist dir auch nicht schlecht oder so?

* verspielte Titelmusik *

Nina

Anita

Lars

Yaa

Mein Filmteam und ich gehen dem Phänomen Helikoptereltern

bei einem ganz besonderen Prototypen nach.

Wir begleiten die Entstehung der Eltern-Ini

meiner Tochter in Köln-Nippes.

Um den Nachwuchs organisch und chakrisch ausgewogen

ins Leben einzuführen,

legen die Eltern bei der Renovierung persönlich Hand an.

Was in meiner Generation noch ein "Happening" oder "Come together" war

und meist zu noch mehr Kindern führte, läuft heute drogenfrei

und demokratisch effizient in einem "Workflow" ab,

der positives Karma in den Räumlichkeiten verteilen soll.

Ich muss ganz ehrlich sagen, wir müssen über deine Energie reden.

Du bist zu negativ. Wenn jeder macht,

was er will, werden wir nie fertig.

Müssen wir jetzt alle nach deiner Nase tanzen?

Wir haben das doch alles demokratisch entschieden.

Wenn es einmal entschieden ist, muss man es effizient durchführen.

Die Ränder mit dem Pinsel und den Rest mit einer Rolle.

Lass uns doch Leute anrufen, die davon Ahnung haben, weißt du.

MyHammer, dann sind wir schneller mit der ganzen Sache durch.

Ist auch nicht teuer. Da machen es so Polen für 20 ...

Aber genau das ist karmatechnisch eine Vollkatastrophe.

Wir können doch nicht einfach irgendwelche Leute hier ausbeuten.

Das widerspricht aber total dem Gemeinschaftsgedanken.

Wir können ja von daneben zugucken.

Glaub mir.

Ey, Mann, echt nur Kinderkram hier.

Sieht doch toll aus. Hm, Schatz?

Kannst du mich bitte nicht anfassen?

Was ist das denn?

Ja, was? Ich hab noch nie eine Wand tapeziert.

Jetzt, ich mein ... Anita, lass mich das doch mal ...

Sollen wir's wieder abmachen? - Soll ich deins drüben angucken?

Darum geht es gar nicht ... Du lässt die Finger davon!

Das machen Malte und ich jetzt. Ist ja gut.

So, ich gucke jetzt bei MyHammer.

Die Jungs sind spitzenmäßig. Ich habe echt keinen Bock mehr.

* Kinderlachen, entspannte Musik *

(Jannos) Nachhaltiges Waschbecken steht auf der Liste.

Keramik, effektive Mikroorganismen, nachhaltig.

Danach haben wir doch gesucht. - Ja, Moment, Moment ...

(Verkäuferin) Guten Tag. Kann ich helfen?

Wir haben uns schon entschieden. - Haben wir nicht.

Wir nehmen den hier, der nachhaltig ist.

Wir wollen fragen, warum das so teuer ist.

Und wir wollen das fragen.

Ohne chemische Mittel zu reinigen, kratzunempfindlich ...

Check, Check, Check. Nehmen wir den.

Ich möchte hier eine Sache noch mal klarstellen.

Das kostet hier 450 Euro.

Und das ist 17,99 Euro, oder? - Richtig.

Wir wollen nicht die Kita zur Insolvenz treiben,

weil wir jetzt hier das Hip-Hop-Platinum-Modell

eines Waschbeckens nehmen, für 450 Euro.

Ich mache Nachhaltigkeitsprodukte und bezahle nicht

für so 'nen Aufkleber 460 Euro mehr.

Du zahlst nicht für den Aufkleber. - Doch ... Mach mal die Augen zu.

Steckst du mir dann wie gestern was ins Ohr?

Nein, mach nur mal die Augen zu. Ich will nur einen Test machen.

Bitte, Frau, ähm ... Knauer,

bitte sagen Sie nix an dieser Stelle, ja?

Warte mal ganz kurz.

Das ist doch einfach. Total einfach.

Ich fasse es an, spüre und denke mir: Guck mal, das.

Das ist doch ... - Nee, nee. Frau ...

Hä ... - Klar, das ist das Nachhaltige.

Man sieht es von Weitem, da muss ich zustimmen.

Es ist nachhaltig, wir müssen es nicht so oft reinigen.

Zum Beispiel, wenn die Kinder so gemalt haben -

dann können die Farben abfließen.

Wir müssen es nicht mit so aggressivem Zeug sauber machen.

Und wenn es dann nicht mehr gebraucht werden kann,

wird es weggeschmissen und zerfällt von sich.

Du tust so, als ob das ein Golf GTI ist, so damals.

Geht nur um die Schwanzverlängerung.

Und jetzt nehmen wir das 17,99 Euro, wir nehmen den ...

Danke, vielen Dank, Frau Knauer.

Gute Entscheidung, die Nachhaltigkeit siegt.

Wir sind noch nicht fertig.

Haben Sie doch getauscht?

* nachdenkliche Musik *

* Sie schluchzt leise. *

Ist alles in Ordnung?

Schatz, i...

Hau jetzt ab!

Hau jetzt ab.

Hau jetzt ab, verdammt noch mal!

Ich bin nicht mehr schwanger.

Was?

Das tut mir leid.

Oh nee.

Das ist ... ja ...

Das ist so schrecklich.

Ich hatte gerade auf dem Weg hierher eine Superidee.

Und zwar: Wie fändet ihr es ...

Ich meine, wir haben ja noch nicht mal die Kita eröffnet

und schon sind zwei Kinder im Anmarsch.

Hier, mein kleiner Bauchbewohner und das Kind von Anita.

Und ich fände es total schön, wenn wir hier im Garten

eine Art heiligen Ort finden,

wo wir auf die Plazentas Bäumchen pflanzen.

Also auf jede Plazenta ein Bäumchen.

Wie? Bäume pflanzen auf Plazentas?

Die isst man. Oder macht Globulis draus.

Hast du mitgekriegt, was los ist?

Mit der Anita? Nee.

Da ist nix hier mehr.

Oh, fuck.

Die war gar nicht schwanger. Was?

Sie dachte, sie wäre schwanger.

Na ja, gut.

Manchmal muss man grinsen, obwohl man es nicht witzig findet.

Sie hat einfach nicht ihre Tage bekommen

und einen Tag später uns erzählt, dass sie schwanger ist.

Das ist total bescheuert.

Die Schilder sind voll schön geworden.

Ja? Die Wand auch. Ja.

Fast.

Ich muss noch ein bisschen üben. * Sie lacht. *

Okay. Darf ich das schon mal draufkleben?

Na klar. Ja? So.

Auf was ich mich persönlich besonders freue, ist,

dass wir diesen einen Raum, der hinter dieser Wand ist,

als Yoga- und Meditationsraum einrichten.

Und ich hab da jetzt schon, äh ...

von der Farbigkeit geht es eher so ins Sakrale.

Das sieht hammer aus! Hey!

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Guck mal, das ist der Porsche unter den Waschbecken.

Super! Die Größe ist auch richtig und alles?

Ja, klar, natürlich. Für Kinder, ne? Ja, ja, klar.

Und ihr habt alles gekriegt?

Mit beiden Händen, niemals mit einer.

Die Schilder sind schön geworden, ne?

Wo soll die Küche hin? Andere Seite vom Flur.

Und der Yogaraum? Na, der hier.

Ist das schon festgelegt?

Schau mal, da drüben hängt der Plan, den haben wir alle abgenommen.

Ich dachte, das wär ein Vorschlag?

Wir können noch mal drüber reden, ich dachte, das wär 'n Vorschlag.

Wir haben diesen Yogaraum. Der heißt jetzt "Yogaraum",

aber das ist schade, weil wir machen ja nicht nur Yoga da.

Und dann kann man diesen Raum ja auch anders nutzen.

Da könnte man das "Multifunktionsraum" nennen.

Da kann man so 'ne Bühne einbauen.

Ein paar Lautsprecher, paar Instrumente.

Man kann was aufführen, dann nutzt man den öfter.

Ich dachte, wir hätten das besprochen.

Dass das ein Raum der Reinheit ist,

ohne technischen Geräte. (belustigt) Reinheit.

Auch wegen der Strahlung. Was ist jetzt genau das Problem?

Was ist denn jetzt das Problem?

Wenn jeder einfach macht, was er für richtig hält ...

Wir sind auch nicht in Nordkorea. Wir entscheiden zusammen.

Ja, aber wir können ja auch nicht immer machen das, was du willst.

Das wird mir leider zu anstrengend.

Ich brauch mal kurz 'n paar Minuten. Was hat sie denn?

Also, ich spür schon,

dass Nina und Björn sich nicht immer ganz einig sind.

Also, ich muss sagen, ich find Nina total toll,

und Nina hat das Ganze initiiert und das ist ihre Idee.

Aber sie sollte auch mal abweichen von irgendwelchen Ideen,

weil Björn hat auch tolle Ideen.

Multifunktionsraum, kann man auch vermieten.

Zum Beispiel an die SPD ... obwohl, vielleicht sind die Räume zu groß.

Was ist denn jetzt? Okay, gut. Ähm ...

Du hast recht, lass uns abstimmen.

Tschack! Äh ... super, danke.

Ich hab doch keine Rivalität mit Nina, Nina ist toll.

Was Nina, deine Tochter, da wuppt, ist hammer!

Ich unterstütz sie in allen Belangen.

Ich glaube, ich unterstütze sie auch, wenn ich sage:

"Lass uns doch statt nur Yoga einen Multifunktionsraum machen.

Dann haben wir Yoga und eine kleine Bühne."

* Kinderlachen, heitere Musik *

Was ist da mit dem Björn jetzt wieder los gewesen?

Mit der Abstimmung? Kannst du ...

Es war so schön alles gerade.

Kannst du mal aufhören, mich mit diesem Kack-Björn zu nerven?

Hier kannst du Schuhe kaufen, die sind gut.

Äh, Nina ... Ist doch scheiße.

Klar ist es anstrengend,

ich muss auch Pausen machen, gesund essen.

Was mir hilft dabei: Ich muss jeden Tag Yoga machen.

Wenn ich jeden Tag Yoga mache, geht's mir gut.

Dann hab ich auch die innere Ruhe, das durchzustehen.

Entschuldigung, Entschuldigung! Nina, sag mal!

Ist doch kacke hier! Was ist denn das hier für ein Bürgersteig!

Was grinst ... Haben Sie was zu glotzen?

Ist wie Kino, ja? Sag mal!

Ich kann es nicht mehr ertragen! Beruhig dich mal.

Scheiß-Egoimus, überall. Ey! Oah, Nina!

Weißt du, alle immer nur: "Ich, ich, ich, ich!"

Gut jetzt? Wollen wir mal wieder aufräumen?

Was meinst du denn mit Yoga-Burn-out? Was soll das sein?

* Kinderlachen, nachdenkliche Musik *

Ich bin Barbara.

Ja.

Irgendwie fühl ich mich ungut, dass da "Nein" steht.

Ach so, ja ...

Das Wort Nein ist irgendwie ...

ähm, davor hab ich Angst. Und im Boot.

Na ja, also ich zum Beispiel, äh,

hab viel mehr Probleme mit dem Wort Ja.

Weil ich eigentlich dazu neige, immer Ja zu sagen.

Meine Schwester hat mir irgendwann gesagt,

ich muss lernen, Nein zu sagen.

Weißt du?

Nein ist mein Ja.

Das versteh ich.

Ich hab irgendwie sofort so ein gutes Gefühl bei dir gehabt.

Echt? Ich ... Ja, ich irgendwie auch bei dir.

Also man merkt, ob man irgendeine Connection ...

... seelenverwandt ist.

Ja, gut, oder von mir aus ... seelenverwandt, ja.

* Kinderlachen, schwerfällige Musik *

Hallo, na?

Ach, hallo. Na?

Wir fahren jetzt zum Ruhrpott-Rodeo.

So, und Lotte kommt heute mit.

Guck mal, ich hab was für dich. Schau mal, wer da ...

Schau mal.

So.

* Navi-Ansage *

Ruhrpott-Rodeo ist Punkfestival, das größte in Deutschland.

(Ini) Und wer tritt da so auf? - Dead Kennedys.

Sind heute da. Aber da bin ich dann schon weg.

Eisenpimmel, Turbobier, da ist 'n Freund von mir.

Also, natürlich bin ich total auf der Suche nach 'nem Act.

Ist ja logisch, ne?

Nach 'nem Frontmann, 'ner Frontfrau muss man schauen.

Und gute Musiker. Ich würde gern so 'ne Crossover-Sache machen.

Aber gerade diese Kindermusikgeschichten,

die sind halt ... die sind noch ziemlich lukrativ.

Da ist einfach noch so viel ... so viel Potenzial da.

Also auf jeden Fall muss es jemand sein,

der echt krass gut sich bewegen kann.

Hammerstimme.

Gut tanzen.

Der einfach ein Entertainer ... Entertainer. Ganz klar, Entertainer.

Es kann auch was Absurdes sein.

Es kann ... Es muss irgendwie bei Kindern gut ankommen.

Ist eher so vom Typ her so wie Günter Strack

und nicht so wie Gunter Sachs.

Also eben eher mehr so Bud Spencer als Terence Hill.

Eher Dick als Doof, obwohl, da gehen ja beide.

Malte wär eigentlich gut, der kommt bei Kindern immer gut an.

Er kann leider nur gar nicht singen.

Sie ist es. Sie ist es.

(flüsternd) Oh Gott. Die Mutter meiner Kinder!

* Er atmet auf. *

Na ja, äh ...

Barbara.

Ich fühl dich.

(aufgeregt) Weißt du ... Ich hab heute meinen Eisprung.

Warte mal, du hast ... Nee, ach so.

Ähm ... nee, das, ähm ...

Ich dachte ja ... ich dachte, das wär ganz klar, wie ich das meine.

Ich dachte, dass wir in die Kinderwunschklinik gehen

und das irgendwie dort so machen lassen.

Also künstliche Befruchtung. - (mit bebender Stimme) Nein.

Ich kann aber nicht in eine Frau gehen, wenn du verstehst.

Ich kann nicht ... - Aber wir sind seelenverwandt!

Natürlich, aber unsere Körper nicht. Unsere Seelen!

Hä? - Whoa, whoa, whoa.

Ich dachte, du spürst mich! - Ich spür dich hier.

Natürlich, also ... das geht nicht. Das ist mir zu viel an der Stelle.

Ich muss, äh ... Ich, ähm ...

Wir sehen uns morgen in der Kita.

Jochen! Ich, ähm ... - Aber ich dachte ...

Tschüss! - Aber ...

Oh Gott!

Äh ...

Ich will nur meine Tasche ...

Äh ...

* spielende Kinder *

Was ist denn das hier? Sind das die Geburtstagseinladungen?

Mhm. Whut?

"Kuchen, Smoothies und Sekt aus der Region

bei Nina, Jannos, Ava und Greta."

Hammer, wo hast du die gedruckt? Ich war im Copyshop.

Ich find das toll, aber du hast nie irgendeine Geburtstagsparty geplant

oder eingeladen. Warum?

* Nina flüstert ihm etwas ins Ohr. *

Dann, äh, geh ich jetzt mal lieber.

Du wolltest noch ein Interview machen, oder, Mama?

Ich nehm noch das Taschenbuch mit, wenn du nichts dagegen hast,

und les das draußen.

Wie kommt es, dass du deinen Geburtstag nicht feierst?

Das ist nicht dein Ernst, oder? Wieso?

Boah, Mama, du bist so unglaublich.

Was?

(anklagend) Mein siebter Geburtstag?

Als du es verkackt hat, die Einladungen zu verschicken,

und ich dann auf dieser Party sitze?

Weißt du, wie kacke das ist als Kind?

Ich weiß überhaupt nicht, wovon du redest.

Was für ein siebter ... Was für Karten?

Versteh ich nicht. Tut mir leid.

Interessante Verdrängungsform. Vielleicht solltest du in Therapie.

Ist auch schon alles hinter mir. Aber wieso ...

Statt uns hier lächerlich zu machen die ganze Zeit.

Entschuldigung, du hast da zugestimmt.

Du meintest: "Ja, auch zu Hause." Und was heißt "lächerlich machen"?

Ich mache Leute lächerlich? Was soll das?

Ich spür doch, dass du zuguckst und ... wir kämpfen irgendwie

und jeder von uns kämpft und gibt unglaublich viel.

Und du, du guckst dir das so an und denkst dir deinen Teil

und hast die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Und normalerweise interessierst du dich für die hinterletzten Probleme

von irgendwelchen Urwaldvölkern, aber für mich

nicht.

Das ist jetzt 'n ... Warte mal, das ist eine ganz andere Geschichte.

Wir haben zusammen beschlossen, dass wir diesen Film machen

und ich versuche, mal reinzuschnuppern.

Ihr seid für mich insofern auch ein bisschen fremd.

Ich hab keine Ahnung, was das soll,

was diese jungen Eltern hier veranstalten.

Und wenn du das aber gleich immer gegen mich einsetzt

und sagst: "Du machst dich lustig" ...

Das ist doch deine Unsicherheit, wenn du sagst:

"Jetzt denkt sie wieder, wir sind alle so peinlich und dies und das."

Das ist doch dein Problem!

Ich weiß nicht, was das für ein blöder Geburtstag war.

Es tut mir leid, ich weiß es nicht mehr.

(Jannos) Wo sind die Smarties?

Machst du mal aus gerade?

In der zweiten Schublade unten rechts.

(Jannos) Danke! - Du machst das bitte aus jetzt.

Jetzt willst du nicht mehr, dass gefilmt wird. Jetzt auf einmal.

Wenn du plötzlich in der Defensive bist, dann machst du aus.

Alles andere, was hier passiert, nimmst du einfach mit.

Gnadenlos, immer drauf.

"Ja nicht meine eigene Probleme. Immer draufhalten."

Wie kommst du dazu, zu sagen, dass ich das will?

Wieso soll ich euch in die Pfanne hauen wollen?

Aus welchem verdammten Grund soll ich das wollen?

Für mich strahlt es nur eine Unsicherheit auf deiner Seite aus.

(Jannos) Zweite Schublade von oben oder unten?

Die sind da nicht.

Dann geh welche einkaufen.

Ich bin gespannt, was dabei rauskommt,

wo wir da ... wo die Reise hingeht.

(Jannos) Du, dann nehm ich einfach die M&Ms, oder?

* Kinderlachen, nachdenkliche Musik *

Ich sitz jetzt hier. Ich bin nicht schwanger.

Mm. Also die Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet.

Er hat's ja gesagt. Wie fühlen Sie sich damit?

Nicht besser oder schlechter als nach den letzten neun Malen,

wo's nicht geklappt hat. Was brauchen Sie gerade?

Abstand wäre mir ganz recht. Setzen Sie sich ruhig ein Stück weg.

Wieso sagen Sie das?

Sie sollen uns doch zusammenbringen, nicht ...

Das kann Ihr Auftrag sein,

aber wenn Ihre Frau Abstand braucht, respektieren wir das.

Dann könnte ich auch mal über Alternativen nachdenken.

Jetzt hör doch mal auf, das ist doch unfair mir gegenüber.

Ich liebe dich, wirklich, Anita. Ich liebe dich doch.

Ich mache alles für dich. Nein.

Welche Alternative meinen Sie denn? Zum Beispiel mit einer Samenspende.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem aus der Kindergartengruppe?

Die haben alle Kinder. Malte möchte zum Beispiel ein Kind.

Der ist fett und schwul! Es ist scheißegal.

Es ist mir scheißegal. Du bist auch fett.

Jetzt reicht's.

* Kampfgeräusche aus elektronischem Gerät *

Wir renovieren weiter

und ich verteile die Einladungen zu meinem Geburtstag.

Und zwar persönlich, an jeden Einzelnen,

wie man das so macht.

Nicht einfach in den Briefkasten schmeißen.

Ich bin nämlich jetzt ein großes Mädchen.

Hallo! Ich wollte euch alle kurz ...

* unmotivierte Begrüßungen *

Hey.

* Kampfgeräusche aus Handy *

Die müssen ja nur noch die Hecken machen.

Hab ich ihnen schon gesagt.

Ich bin ein bisschen irritiert, dass ihr nicht mehr ...

Hm? Mehr was?

Sprich dich aus, was ist denn?

Wir haben echt viel ...

Egal. ... geplant.

Wir arbeiten doch auch. Ja. Ich wollt nur kurz vorbeikommen,

ich wollte euch gern zu meinem Geburtstag einladen.

Nächste Woche 'ne kleine Party. Ah, schön.

Ich freu mich, wenn ihr kommt.

Ich muss leider ganz schnell wieder weg.

Kommt ihr?

Oh, guck mal. Smoothies. Smoothies!

Sie macht sogar Smoothies. Ja, Smoothies.

Supergeil. Tschau!

Sie ist aus der Region.

* Sie kichern. *

Hat sie mir gerade keine Einladung gegeben oder ...

Die war nur müde.

Dann macht sie noch Smoothies, ey. Das gibt Smoothie-Krieg.

Hab ich dir keine Karte gegeben?

Tut mir leid! Ist mir nicht aufgefallen.

Das war keine Absicht. Ach, kein Problem!

Ich freue mich, wenn du kommst. Na klar.

Sorry, ne? Kein Problem.

Tschau. - Mach dir keinen Kopf.

Nicht eingeladen, dann plötzlich doch ...

Ach, komm. Wenn ich 16 wäre und zum Kindergeburtstag eingeladen,

würde ich wahrscheinlich durchdrehen wegen der Ladies. 16-jährige Mädels.

Also ich stehe nicht auf 16-Jährige - also ... Ich als früher.

Klar geh ich hin.

Weißt du, was ich mitbringe?

Smoothies.

* jazzige Musik *

(jubelt) Welcome to the Ruhrpott-Rodeo!

Das wird supergeil.

Hallo! Einmal in den Backstage-Bereich.

Wir sind da!

Alles gut? - Ja, alles gut.

Nimmst du die Kleine?

Das kann ja nicht so schwer sein. Hallo.

Lotte. - Wir machen mal die Kopfhörer ...

Ne, ist besser.

Viel Spaß beim Ruhrpott-Rodeo, beim besten Festival der Welt!

* Alle jubeln, Punkrock setzt ein. *

So 'ne richtig fette Show. Mit dir als Frontmann.

Als Frontmann von 'ner Kinderband?

* rockiges Gitarrensolo *

Das ist, als ob die Sex Pistols

da irgendwie mit lustigen Kostümen auftreten würden.

Digger, kannst du mal meine Tasche nehmen?

Ist 'ne gute Idee. - Da bin ich am Start.

* rockige Musik *

* Musik verklingt, Applaus. *

Ja, ist alles gut. - Tschüss, Lotte.

Du kannst das so reinschmeißen. Danke schön.

Macht's gut, ihr zwei.

* Kinderlachen, nachdenkliche Musik *

Morgen.

* Begrüßungen *

(Nike) Ta-da!

Geil oder geil? Das ist der Hammer.

Wow!

Und so schnell und so ...

(Handwerker) So, wir sind dann mal fort, ne? Wir sind fertig.

Habt ihr alles? Oh, danke. Kommt.

Bis nächstes Mal dann, ne?

* Verabschiedungen *

Äh, N...

Nike? Kommst du mal ganz kurz?

Wir hatten noch gesagt, dass wir das aus der Gruppe raus ...

Das ist unser gemeinsam...

Wir

bringen uns alle ein.

Ja, hab ich doch.

Was hast du denen bezahlt? Ich mein, das ist Sklavenarbeit.

'n Hungerlohn kriegen die.

Fünf Euro die Stunde ist ... Was?

Fünf Euro die Stunde?

Mal ehrlich: Jeder Sklave hätte sich die Finger geleckt.

Fünf Euro bar. Die müssen das nicht mal versteuern.

Es geht darum, dass das Ding fertig ist.

Fünf Euro, echt? Fünf Euro.

So, dann die Abstimmung über den Yoga-Raum oder Multifunktionsraum.

Das steht jetzt als Tagespunkt an.

Also ich bin sehr aufgeregt,

was die Abstimmung angeht.

Aber ich bin auch zuversichtlich.

Wir werden sicher die richtige Entscheidung treffen

für die Kinder.

Dann möchte ich bitte, dass alle, die für den Yoga-Raum sind,

die Handzeichen geben.

Das Handzeichen sind ... Eins, zwei.

Danke.

Dann ist der Multifunktionsraum angenommen.

Ist schade, wenn man den Kindern die Entwicklungsmöglichkeit nimmt.

So. Ähm ...

Aber ...

* Sie seufzt tief. *

Abgestimmt ist abgestimmt.

Das heißt aber nicht, dass da kein Yoga stattfinden darf.

In einem Multifunktionsraum kann alles stattfinden, auch Yoga.

Und wir haben eine Überraschung für euch. Björn?

Wir haben jemanden eingeladen, der hierherkommt,

der müsste auch jeden Augenblick kommen.

Und zwar einen ... - (beide) ... Schamanen.

Das ist der Franz, der war schon öfter bei uns.

Der ist wirklich großartig.

Der wird einigen von uns helfen, also nicht nur dem Raum.

Ich glaube, auch uns allen,

die da bisschen noch anti sind.

Ich finde es grundsätzlich toll,

wenn ein Schamane kommt

und im Vorfeld die Räume reinigt und weiht.

Aber ... Ich find's nur sch...

Also ich werde ungern davon überrascht.

Ja, also ich bin der Franz.

Der Fachbegriff dafür, was ich mache, ist "schamagische Hausreinigung".

Ich putze das Haus quasi mit den Leuten durch.

Und ... Bist du auch ...

(Ini) Ja, wir filmen alles. Stört das?

Ja. Also ich muss mich darauf einstellen.

Aber jetzt weiß ich es und ist okay.

Ich versuche, das mitzunehmen.

Okay. Tschüss. Bis gleich.

Das funktioniert nur,

wenn wir alle, die wir hier sind, mitmachen.

Und zwar so, dass nicht nur unsere Körper anwesend sind,

sondern auch der Geist.

So. * Lars hustet. *

Was ist das Schwarze?

Das ist Kohle. Und die Fenster bleiben aber zu?

Lassen wir heute zu.

Ich würd sie gern mitnehmen, die Energie, die wir putzen.

Kenne ich noch aus WG-Zeiten.

Erste Regel beim Eimerrauchen: Fenster zulassen.

Diese Energie, die ich gebe, muss man irgendwie zurückgeben,

damit ein Ausgleich stattfindet.

Die einfachste Möglichkeit in unserer Gesellschaft ist,

Energie mit Geld auszugleichen.

Ich würde gerne mit euch eine kurze Klatschzeremonie machen.

Wir müssen unsere Putzkittel quasi anziehen.

Wir müssen Handschuhe überstreifen, und zwar in Form eines Klatschritus.

Wir klatschen uns einfach ein.

Ich werde rumgehen und einige Dinge machen.

* Er schreit laut auf. *

Das ist mir ein bisschen unangenehm, wenn ich ehrlich bin.

(Björn) Lass dich doch darauf ein. - Okay.

* Er schnappt tief nach Luft. *

Hallo? Hallo?

Kannst du ganz kurz nur gerade sitzen?

Mir ist ein bisschen schlecht.

* tiefes Einatmen *

* Stöhnen *

* unregelmäßiges Trommeln *

* Heulen *

* ausgelassene Heullaute *

* Sie heulen lauter. *

* Rauchmelder piepst. *

* Yaa kreischt. *

(Ini) Du machst das hauptberuflich? - Nein. Ich bin gelernter Bäcker.

Und ... also, ich stehe um zwei Uhr meistens auf, in der Früh.

Geh in die Bäckerei, back dort meine Brötchen.

Gegen Mehl bin ich immer noch allergisch.

Aber vielleicht krieg ich das noch weg.

* Rauchmelder, alle schreien durcheinander. *

* Jazz-Schlagzeug *

* Hintergrundmusik überlagert den Ton. *

(Ini) Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Doch hat die Kraft des Wassers ungewollt

vielleicht sogar eine reinigende, teilweise befreiende Wirkung

auf unterdrückte Aggressionen?

Gefühle und Wasser haben eines gemeinsam:

Sie bahnen sich ihren Weg.

Während das Wasser von einigen Vätern und Müttern

Teile einer bröckelnden Fassade abzuwaschen scheint,

ihre Ströme quasi ineinanderfließen,

bringt es die Gefühle meiner Tochter völlig aus dem Fluss.

Seid ihr alle völlig gaga?

Wir können die Renovierung von vorne anfangen!

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021

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