All language subtitles for Andere Eltern - S01E01 - Folge .1.1.deu

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Original subtitles

(Frau) Was ist das Schlimmste am Elternsein?

Keine Ahnung. Andere Eltern.

Andere Eltern. Andere Eltern.

Andere Eltern. (beide) Andere Eltern.

Die anderen Eltern. - Horror ...

* verspielte Titelmusik *

Nina

Anita

Lars

Yaa

Der Mensch unterwirft seine Welt, dann paart und vermehrt er sich.

Das war bei den Neandertalern so und unter Helmut Kohl.

Doch dieses Prinzip ändert sich.

Das Aufzucht-Gelände wird millimetergenau

dem Nachwuchs angepasst, biodynamisch und nachhaltig -

von sogenannten Helikoptereltern,

die das Leben der Kinder zu optimieren versuchen,

jeden Herzschlag überwachen und jeden Schritt ökologisch planen.

In Köln-Nippes beginnen mein Team und ich mit meiner Dokumentation.

Um dem Phänomen optimal nachzugehen,

habe ich mir einen besonderen Prototypen herausgesucht ...

So müsste es funktionieren.

Ja? ... eigene Tochter.

Ja. Hey! Oh, die geht nach außen auf.

Na? Hallo.

Sag mal, filmst du gleich? Was ist?

Hallo. Ja, 'tschuldige ...

Ja, ich hab gedacht, wir springen gleich ins kalte Wasser.

Ich heiße Nina Züger, ich bin 38 Jahre alt

und ich war bis vor drei Jahren

Creative-Direktorin in 'ner großen Werbeagentur.

Das bin ich jetzt nicht mehr.

Ich habe ... oder befinde mich gerade

in der Ausbildung zur Yogalehrerin.

Hallo, mein Lieblings-Lieblings-Schwiegersohn.

Welcome. - Ja.

Sag mal, ich hab das eben bei der Umarmung schon gemerkt.

Ach ... - (Jannos) Ja.

Dreifache Oma. Ich gratuliere dir.

Entschuldige, das hat mich 'n bisschen ... Gott ...

Musst doch jetzt nicht weinen. Was ist los?

Nee, das ... Ich habe mich gefreut.

Ich hab mich einfach gefreut. Entschuldige.

Ich hätte mich auch gefreut, hättest du's mir gesagt.

Puh ...

Wir hatten 'nen Kita-Platz für die Große.

Das zweite Kind kam zwei Jahre später

und die haben uns gesagt, wir bekämen keinen Geschwisterplatz.

Wenn's dann die Betreuung gibt, entspricht die Art und Weise,

wie mit den kleinen Menschen umgegangen wird,

nicht dem, was ich mir wünsche für meine Kinder.

Und dann ist der Gedanke gereift, dass wir uns überlegt haben:

"Es wäre super, selber was zu organisieren."

* Kindergeschrei und ruhige Klaviermusik *

Guten Morgen.

Guten Morgen, Frau ... Züger. Wir hatten telefoniert.

Schön, dass Sie da sind. Willkommen.

50 Quadratmeter Freiheit. * Sie lacht überrascht. *

Das ist jetzt für unser Sahneschnittchen.

Ich sag mal, mein Schmuckkästchen hier.

Da müsste man vielleicht die eine oder andere Schraube nachdrehen.

Ich muss gucken, wie das ist, wenn man als Kind ...

Äh, ja ...

Ah! Machen Sie auch mal!

(beide) Ah! Ja, das geht nicht.

Äh, spüren Sie vielleicht ... Nee, jetzt erst mal noch nicht.

Ich kann hier nicht Kinder schlafen lassen.

Da ist was verkokelt.

Ich bin persönlich beleidigt, dass Sie mir so 'n Scheiß anbieten.

Das ist dasselbe in Puff. Etwas macht mich aggressiv gerade.

(tränenerstickt) Entschuldigung.

* Sie schnaubt. *

Das ehemalige Suchtpräventionszentrum Köln-Nippes.

Jetzt haben Sie mich überrascht.

Ich glaub, hier können Kinder Kinder sein.

* Er imitiert Trompetengeräusche. *

Wow. Ja, ich bin megaaufgeregt.

Tolle Räume. Es gibt einiges zu tun, aber das hast du toll gemacht.

Ich bin Jannos Tsatsikis, komme aus Zypern, bin 42 Jahre alt.

(Jannos) Hallo! Hallo. Na? Schön, dass ihr da seid.

Ich freue mich. Ich mich auch.

Guten Tag. - Hi. Hi, Jannos.

Wahnsinnige ... Wie im Flüchtlingsheim.

Hast du gehört? Wie im Flüchtlingsheim hier.

Mein Name ist Dr. Lars Greifenender. Ich bin Anwalt für Verwaltungsrecht.

Ich bin Anita, ich bin 39 Jahre alt und Grundschullehrerin von Beruf.

Wir haben selber noch keine Kinder,

aber als Nina mir von diesem großen Projekt erzählte,

da war ich gleich Feuer und Flamme und hab Lars davon erzählt

und wir wollten mitmachen.

Ja. Ja.

Wie toll. (Björn) Ihr seid ja auch da. Hallo.

Hallo. Hi.

(Mann) Huhu. - Mann, ey.

Sorry, ich hab den Bus verpasst. - Ja, scheiße.

Entschuldigung.

(Frau) Hallo. * Sie wird gegrüßt. *

Jetzt. Ich bin die Nike. Ich bin Musikproduzentin.

Ich hab 'ne kleine Tochter, die ist zehn Monate alt.

Was scheiße läuft, ist tatsächlich,

dass ich keinen Kita-Platz hab. Das ist echt 'n Problem.

Wie ihr alle ja schon wisst und was wir vorher schon diskutiert haben:

Es wird über unsere Initiative hier 'ne Doku geben.

Und zwar von der Dokumentarfilmerin, von meiner Mutter, Ini.

Die würde ich gerne kurz vorstellen. Oder kannst du kurz was sagen?

Also, ich bin Ini Züger, ich bin ihre Mutter.

Und als sie mir von diesem Projekt erzählt hat,

da war ich ziemlich schnell total begeistert.

Ich bin noch begeisterter, dass ihr das Vertrauen habt

und die Neugier, das alles dokumentarisch festzuhalten -

auch für euch als Erinnerung ist das 'ne ganz tolle Sache.

Wir wissen ja, wie schnell Kinder groß werden.

Nee, die Kinder nicht zeigen. Das ist mir wichtig.

Wir haben 'ne strenge Regel,

dass wir die Kinder nicht auf Social Media zeigen.

Wir achten darauf, dass man die Kinder nicht sieht.

Vielleicht mal 'ne Hand ... Im schlimmsten Fall von hinten.

* Kinderlachen *

Ihr seht alle: Auf der ersten Seite von der Satzung

ist ein großer, leerer Platz mit einem Strich.

Da kommt der Name für unsere Kita hin.

Ich hab da jetzt nichts vorgegeben, weil ich es schön fände,

wenn wir heute einen Namen aus der Gruppe entstehen lassen.

Weil ich davon ausgehe,

dass diese Kita vegetarisch unterwegs sein wird,

hab ich den Vorschlag: "Tofu-Tiger".

Oder "Globo-Lillis". So was. Das ist nicht genderneutral.

"Bienenkorb". "Bienenkorb" ...

"Kids' Cat Club". Wegen der Katzen, Katzenvideos ...

"Blumenkinder". Das ist so heile Welt und goldenes Licht.

Oder wie 'ne Drogenprävention: "Mohnblumenkinder".

Das Sanskritwort für "Gemeinschaft" ist "Satsang".

Das versteht keiner. Lass uns was Deutsches nehmen.

"Bunker Kids" finde ich ganz gut. Wie?

"Bunker Kids"? Ja. Hier sieht's so aus.

Und wir haben unsere Höhlen Bunker genannt.

Wir sind doch in der ... Wie heißt die Straße?

Graf Adolf. Nennen wir sie doch "Adolf-Kita".

Meinst du Graf Adolf? Nein, ich meine kurz und knapp

und bündig: "Adolf Kids".

"Graf Adolf Kids". Oder "Adolf Kids" ist kürzer.

Da denkt keiner ... Kein Kind kennt Hitler.

Einige Kinder gehen zu den "Schnüppchern",

die anderen gehen zur "Raupe Nimmersatt".

Und was soll ich sagen? Meine Kinder gehen zur "Hitlerjugend"?

Uns ist es wichtig, dass die Kinder groß werden

mit Bewusstsein für ihre deutsche Identität,

damit sie daraus Toleranz entwickeln können.

Zum Beispiel bei uns in der Straße,

da wohnt ein armenisches Kind und ein kurdisches Kind.

Unsere Kinder machen da keinen Unterschied.

Das stimmt. Die spielen mit beiden nicht.

Ihr habt auch Mao gehabt. Ja, so. Und Maoam gibt's heute hier auch.

Kauft ja keiner und denkt:

"Maoam ist gleich Mao - Massenmörder." Macht ja keiner.

Die Idee, mit dem Ort, an dem wir sind, etwas zu machen ...

Ich fände "Nippes" ... Was wäre mit "Krimskrams-Kids"?

"Krimskrams-Krids"? Das kann man nicht aussprechen.

Krimskrams-Kids. "Nippes" bedeutet "Krimskrams".

Wir sind in Nippes und das spiegelt den Ort schön wider,

an dem wir uns befinden und ...

Was aber nicht bedeutet, dass wir Krimskrams machen.

* Stimmengewirr * Die "Kacka Kids". Das wäre ehrlich.

Ich find's super. "Krimskrams-Kids"?

(Jannos) Einfach Arm heben. * Applaus *

(Björn) Die "Krimskrams-Kids" ...

Ja, ich bin Malte. Ich bin der Bruder von Nike.

Und ich bin bisher noch kinderlos, aber das soll sich bald ändern.

Deine Freundin, ist die ... Ach so - ich hab keine Freundin,

ich bin schwul und bin im Moment Single.

Und ich würde gerne ... Ja, ich hab überlegt,

mich mit einem lesbischen Pärchen zusammenzutun.

Ich meine, man sieht ganz deutlich, dass der vom anderen Ufer ist.

Wie meinen Sie das? Freund des braunen Salons, sag ich.

Bitte? Kann mit dem kleinen Finger löten.

Ah ... Ist schwul. Aber richtig.

So mit Männern. Ist natürlich jetzt auch nicht so gut für Kinder.

Nike hat mir geraten, als ich ihr von meinem Wunsch erzählte,

ich sollte früh anfangen. Es ist sehr schwer, 'nen Platz zu finden.

* Handy * Hallo? Ach so, 'tschuldigung, Leute.

Hallo? Ja. Ach, scheiße, ich hab's vergessen.

Sorry, ich muss noch mal los.

Interessante Gruppe hier. Aber gut, Kinder sollen ja lernen,

dass die ... Vielfalt an Leuten groß ist.

Die Natur macht Vorschläge, sage ich immer. Ja?

Und er ist halt schwul.

* friedliche Musik *

(Ini) Hallo. - Hallo, freut mich.

Ini. Wir haben telefoniert.

Passt es jetzt? - Natürlich.

Können wir etwas leiser ... Die Kinder sind oben, schlafen.

Aber kommt rein. - Ja.

Zwei Kinder: Toni und Theo.

Yaa ist gerade nicht da, die ... - Ja?

Yaa. - Wie, "ja"? Also das ist der Name?

Ach so, ja. - Kann ich nachher fragen.

Ja, ja.

Also, ich bin der Björn, hab zwei Kinder ...

* entfernte Stimmübungen *

Habt ihr's gehört? - Mhm.

Der Rentner nebenan. War Opernsänger. Der nervt. Er glaubt, er kann's noch.

Habt ihr's drauf? Ist das drauf? - Aber das war doch ganz nett.

Der nervt. Die Kinder wachen ständig auf wegen diesem ...

Wir mussten ja ein Stückchen laufen.

Hier ist also so 'ne Art autofreie Siedlung. Was heißt das genau?

Wer hier wohnt, musste unterschreiben, kein Auto zu haben.

Deswegen ist hier alles so still, so ruhig.

Aber ist das nicht kompliziert, alle Einkäufe herzuschleppen?

Oder wenn du verreisen oder wegfahren willst, wie macht ihr das?

Also ... Klar haben wir 'n Auto. - Bitte?

Warte, das hab ich nicht verstanden.

Also, ihr dürft keine Autos haben. Aber du hast 'n Auto.

Jetzt reicht's aber! Das ist bestimmt der Kallopke.

Kallopke, ich hab's genau gehört!

(Björn) Da ist sie ja schon. Hallo.

(Björn) Hi. - (Ini) Hallo.

Also, ich bin Yaa. Ich bin 30 Jahre, hab zwei Kinder.

Björn kennst du ja schon. Und ich hab 'nen Tortenladen.

Also, einen Tortenzubehör-, einen Bedarfsladen.

Und wir dachten uns, dass es schön ist,

dass sie jetzt erst mal zu Hause aufwachsen

und Björn sie so in die Welt hineinführt.

Aber jetzt langsam ist es auch gut, wenn sie eine Kita besuchen.

Da ist ein geschützter Raum wichtig, so wie Nina das schon erklärt hat.

Ganz ehrlich: Ich bin kein großer Fan von der Kita.

Das ist jetzt Yaas Idee.

Wollte mir das mal anschauen und dann können wir noch mal reden,

ob das was für uns ist. Also ... Also, es ist was für uns.

Ich wollte zu Hause bleiben. - Ah!

Ich wollte bei den Kindern sein

und wollte die Kinder großziehen, meinen Beitrag dazu ...

Das heißt, deine Frau ... Seid ihr verheiratet?

Wir sind verheiratet. Das kleinste Gefängnis der Welt.

Sie geht schaffen? Oder wie macht ihr das?

Sie arbeitet, ja. - Ja.

Ich wollte nur, weil du gesagt hast, dass du bei den Kindern bist ...

Aber ich arbeite ja auch. Wir sind gleichberechtigt,

haben beide viel zu tun.

Das ist für den Fortlauf dessen, was wir hier vorhaben,

ganz gut, dass du viel Zeit hast, dich darum auch zu kümmern.

(Jannos) Wieso? Er kümmert sich doch um die Familie.

Ja, die kann er ja auch mit hernehmen.

Meinen Mandanten kann ich nicht hernehmen.

"Hausmann" klingt so: "Ich hänge zu Hause ab."

Nee, das ist mehr als das. Ich bin ja alles. Ich bin so ...

Ich bin Koch, ich bin Fahrer, ich bin Taxi, Polizist,

ich bin Gericht - alles -, ich bin Arzt.

Das Vorurteil kenne ich, deswegen ...

Nee, das ist ja kein Vorurteil. Nein - um Gottes Willen.

Männer verstehen das ... Die klassischen Rollenbilder ...

Das ist kein Vorurteil. No Klischee. Hm?

Ich fand jetzt manchmal die Diskussionspunkte

so 'n bisschen anstrengend,

weil wir doch verschiedene Meinungen haben alle.

Aber das ist immer am Anfang. Am Anfang ist das immer.

Wir finden uns. Wir finden auch immer zusammen.

Wir finden immer zusammen. Sonst hätten wir nicht zwei Kinder.

* Babygeschrei und entspannte Klaviermusik *

* Kinderlachen *

Prost. - Prost.

Danke für die Einladung in diesem illustren ... Ding hier.

Ich bin hier öfters und dachte,

wenn wir uns dann treffen und kennenlernen, wär's gut ...

... dich richtig kennenzulernen. - Ja.

In deiner Hood. - Genau.

Ich bin ja Schauspielerin und ... - Echt? Was für 'n Zufall! Ich auch!

Ach, komm! - Ja. Ist ja witzig.

Ey, das ist Schicksal. - Total.

Es ist natürlich

jetzt in meiner Lage einfach sehr schwer, 'n Kind zu kriegen.

Deswegen ist es so, dass ich einfach auf direktem Wege

ganz unkompliziert in medias res gehen will

und 'ne Frau treffen will und mit ihr halt irgendwie 'n Kind zeugen

und das dann halt haben.

Circa drei Monate würde ich stillen, dann würde ich abstillen.

Dann will ich wieder fit werden und relativ schnell wieder arbeiten.

Ok. - Dafür brauche ich 'nen Partner.

Ganz kurz, sorry. Ich weiß, das hörst du bestimmt öfter, aber ...

Ich kenne dich auch irgendwo her. Wo könnte ich dich gesehen haben?

Topaktuell bei "Knallerkerle", so 'n Sketch-Comedy-Format.

Ah, mit Antoine Monot junior! - Ja.

Gut, ich hab auch Werbespots und so gemacht.

Ansonsten: Ich hab 'ne Anfrage, sehr krass.

Und zwar: Fatih Akin hat bei meinem Management angerufen. Sauheftig!

Fatih Akin hat bei dir ... - Akin. Der Akin!

Ist geil, oder? Ist hart geil, oder? - Ja, super.

Finde ich auch. Mega, mega ...

Und du so? Du bist ja auch Schauspieler.

Ich hab 'nen Preis gewonnen. - Was für einen?

In Bad Salzuflen. - Warte, wo?

Bad Salzuflen. Da hab ich den Goldenen Friedrich gewonnen.

Für mein eigenes Programm.

(kichert) 'tschuldigung.

Tut mir leid.

Ich muss ganz ehrlich sagen, es ist anstrengender als gedacht.

Die ging ja gar nicht.

Ich glaube, das und das geht nicht zusammen.

Mein Stichwort. Adieu. - Adieu.

(leise) Bitch.

* verspielte Musik und Kinderlärm *

Wow ... Das sind Smoothies - greift zu!

Genügend da für alle. Da ist Weizengras drin,

da ist Banane, Kiwi, Banane ...

Und ich hab da bisschen Gänseblümchen beigemischt,

die zu Hause im Garten wachsen. Gänseblümchen?

Ja, dann Prost! Wollen Sie kosten? (Björn) Alles selber gemacht.

Gut, dass der sich hier so einbringt.

Dass Björn diese Smoothies gemacht hat, fand ich total süß, oder?

Ja. Die waren auch sehr süß. Die waren ziemlich süß.

Mmh! Genau.

Der ist aber gut. (Björn) Natürlich.

Chapeau.

Ist doch gut, wenn du wieder bisschen Freiräume hast

und dich so entfalten kannst.

Ich entfalte mich super. Beim Kochen und Wäschewaschen.

Aber ... Ich mache noch andere Sachen.

Ich hab noch 'ne Band und mach meine Fotoinstallationen.

Grüß dich. Arschloch, grüßt nicht zurück.

Weißt du, Björn ist eben natürlich der Hausmann,

und er macht das auch gut, aber er ist halt auch noch ein Mann.

Alles klar bei euch? Ja? Alles gut, wir sind gleich da.

Ich bin ein Schmetterling und entfalte mich gut.

Darum liebe ich dich. Ich liebe dich auch.

Gut.

So, Kinder. Ihr bleibt mal kurz sitzen. Ihr wisst ja ...

Muss erst mal etwas prüfen.

Zum Beispiel hier: Es gibt die DIN-Norm 1176.

Du musst darauf achten, dass es hier richtig schön fest ist.

Es darf nichts rausgucken oder morsch sein.

Auch das. Da kann man runterfallen. Muss man aufpassen.

Beton - mag ich besonders auf Spielplätzen. Herrlich!

Ich geh mal kurz 'ne Runde.

Alles gut. Ich hab's getestet - ist gut.

(Kind) Was machst du denn da?

Kontrollieren, ob alles sicher ist. Einmal runter mit euch.

Alles gut, ist sicher. Alles sicher!

Eigenurin. Eigenurin.

Von beiden Kindern packe ich morgens den Mittelstrahl ab,

dass wenn auf dem Spielplatz Wunden sind ...

Ich hab's einmal nicht gemacht,

natürlich ist genau da was passiert.

Ihnen fehlt 'ne Tetanus-Impfung ... Dann musst du selber ...

Wir sind dann hinter 'nen Baum. Ich musste meinen Kleinen ...

Seitdem ... - Entschuldigung, was hast du dann?

Was denn? Das ... Kannst du nicht machen.

Na klar. Ist doch desinfizierend, total.

Du kannst ihn nicht anpinkeln. Ja, hab ich nur einmal.

Seitdem nehm ich den Mittelstrahl der Kinder mit.

* verspielte Musik und Kinderlachen *

Hallo. - Hallöchen! Hi, Ini.

Hi, Jannos. Du wolltest uns deine Firma zeigen.

Ja, welcome. Hallo. Na?

Ja, willkommen. Das ist die "Better Word"-Werteagentur -

for a better word. - "Word"? Nicht "World"?

Nicht "World". Eigentlich schon.

Wir spielen so 'n bisschen mit diesem Begriff, wenn man so will.

Aber es ist schon "Word", weil wir geben die richtigen Worte.

Möchtet ihr etwas trinken? - Nein, danke.

Klingt jetzt ein bisschen so,

als wenn man von außen Grüne Soße draufkippt.

Aber wie ist das innerhalb der Firma oder der Produktionsprozesse?

Äh, aus 'nem alten Öldampfer

kannst du nicht sofort einen Katamaran schmieden.

Da sind viele Prozesse, die in Gang gesetzt werden müssen.

Und da ist ein, sag ich mal, grüner Anstrich, wie du das nennst,

manchmal wichtig, damit von außen die Wahrnehmung und das Innere ...

Dass das Innenleben grün wird. Es gibt kein Greenwashing.

Sondern es gibt eher ein nachhaltiges Bewusstsein,

das erschaffen wird. - Und das glaubst du auch wirklich?

So, was machen wir denn jetzt grade?

Ich nehme euch mit zum Einkaufen in Nippes.

Ich hab den Kinderwagen jetzt dabei, äh, als Einkaufswagen.

Das war früher mal ein Arbeiterviertel,

mittlerweile sehr durchmischt.

Es machen irgendwie wöchentlich ganz viele tolle, neue Läden auf.

Versuche, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen

und zu schauen, dass wir alles regional und bio bekommen.

Hier ist "Piccola", da gibt's superleckere Pizza.

Und hier ... Ah, das sieht gut aus.

Hausgemachte kleine Küchlein. Habt ihr?

Und das hier? "Biobäckerei"? Ist ein sehr guter Biobäcker.

Sieht ja nicht ganz so spontan ansprechend aus wie der andere.

Aber ist halt gesünder, ne?

Das sind die Vollzeitmuttis. Aber ich beschwere mich nicht.

Das sind ja auch meine Kunden. Für die poste ich auch 'n Foto

von meinen Krümelmonster-Keksen.

"Café Wohnraum". Kann man gut in Ruhe sitzen ...

In Ruhe? Na ja.

Ich verstehe nicht, warum wir Menschen uns das antun,

dass hier immer noch Autos fahren.

Was hier schon 'n Problem ist, ist die Parkplatz-Knappheit.

Es hat auch damit zu tun,

dass nicht weit von hier das Autofreie Wohnen ist.

Und die parken alle hier. Ja, klar.

Die Smoothies hier sind echt gut. Ja.

Die sind auf jeden Fall mit weniger Zucker als Björns.

Kann man sagen, dass der Anteil von Bio- und politisch korrekten Läden

hier stetig zunimmt und die anderen auch wegdrängt?

Es ist schon so, dass jetzt auch vieles teurer wird.

Aber es können ja nicht alle wohnen, wo sie wollen.

* Kinderlachen *

Ja, kommt rein. Kommt doch mit.

Wir fühlen uns wohl, wohnen nicht lange hier.

Daher ist es nicht perfekt, aber ...

Hier, die Lampen und so müssen alles noch etwas ...

Ja, für den Nachwuchs, der jetzt ja ansteht ...

Toi, toi, toi. Genau.

... haben wir gedacht, wir vergrößern uns.

Ich dachte, ihr seid schon schwanger.

Nö, wenn's bei mir auch so aussieht. Scherz.

Wir haben noch keine Kinder, wie gesagt, aber das wird.

Die nächsten Wochen sind da erfolgsversprechend,

wenn ich das so sagen darf. Ja.

Ich finde gut, dass wir hier integrativ arbeiten, ja?

Integrativ. Reinholen.

Leute von verschiedenen Rassen und Nationalitäten sozusagen verbünden.

Das finde ich gut.

Dass man auch was Arabisches hat und chinesisch - toll.

(Björn) Die beiden sind aus Japan. Ach so, gut ...

China, Japan - egal.

Man kann ganz sachlich sagen,

dass das was ist, wo man der Gemeinschaft was zurückgibt.

Und gerade in Zeiten wie diesen, wo ... ja, ich sage mal,

wir als Deutsche uns auch wieder identitär mehr beweisen sollten.

Wichtig: Das Menschliche steht ... Menschlich, genau.

Der muss erst mal runterkommen. Meint er das ernst mit den Japanern?

Habt ihr das auch so empfunden? Ich fand's krass.

Ich hab ja mit ihm gearbeitet.

Man nimmt nicht mehr so ernst, was er sagt.

Nein, ich bin ja ein offener Mensch. Also, weltoffen und so.

Also, mich interessiert auch hier, mal mit so Randgruppen zu arbeiten.

Und dass 'ne Randgruppe, Drogensüchtige, hier drin war

und jetzt andere Randgruppen, die mit uns, sag ich mal,

"normalen Menschen" so 'n Experiment machen,

ist ja durchaus interessant.

* Kindergelächter *

Äh ... Hi. Ah ...

Wir gehen seit 'n paar Monaten ... Also, wir haben 'ne Paartherapie.

Genau. So 'n Gespräch,

also jemand, mit dem man dann zusammen sprechen ...

Genau. Also, ist natürlich eher für ... ne?

Für Anita, das ... Also, ich sag mal:

Es ist unterstützend eher für sie. Ich brauche das nicht zwingend.

Man macht auch in der Beziehung dann was für den Partner. So.

Das finde ich auch normal. Schön.

Ja. Dann jetzt los. Ja.

Komm! Wahnsinn hier.

* Klingel *

* Sie begrüßen sich. *

Schön, dass Sie da sind. Wir hatten 'ne längere Pause.

Wie geht's Ihnen? Bei meinem letzten Eisprung

haben wir Eier entnommen und es mit ICSI probiert und eingesetzt.

Es sind zwei Embryonen angegangen und es wurden auch zwei eingesetzt.

Und ich bin jetzt schwanger. Schön. Herzlichen Glückwunsch.

Danke. Ja, wobei ...

Sorry, dass ich dich unterbreche. Anita hat 'n paar "Symptome",

die dafür sprechen, dass es geklappt haben könnte.

Aber wir befinden uns - das musst du sagen - im Konjunktiv.

Wir hoffen, aber wir wissen's nicht. Ich sage immer: Der Glaube ist da,

aber Darwin hat noch nicht unterschrieben.

Jetzt ist es so, dass wir es schon lange probieren.

Und wir haben sehr viel Geld reingesteckt.

Ich glaube, das ist jetzt bei über 30.000 Euro.

Das ist das BIP von so 'nem Haiti-Staat. Das ist Wahnsinn.

Jetzt ist es ja vorbei. Genau.

Es ist jetzt ja vorbei, hoffen wir.

Aber ich will nur sagen, wenn - Konjunktiv, ne?

Genauso, wie der Test noch Konjunktiv ist.

Konjunktiv: Wenn es denn so wäre, dass,

dann würde ich sagen: "Toll, wir haben endlich ... toll."

Aber wenn nicht, ist dann auch mal so.

Wenn nicht, dann was? Wenn nicht, dann, sag ich mal,

müssen wir nicht zu den Griechen werden

und Kredite aufnehmen, die wir nicht zurückzahlen können.

Da muss ich dann mal den Schäuble spielen und sagen: "Schluss!"

Irgendwann muss man auch mal den Hammerschlag Gottes akzeptieren.

Den Hammerschlag, der dir unten in die Lenden gefahren ist?

Hm?

* verspielte Musik und Kinderlachen *

Was ich mir überlegt hab: Am Ende von diesen Treffen, die wir haben,

hab ich mich bereit erklärt,

'ne halbe bis Dreiviertelstunde mit euch Yoga zu machen.

Und ich glaube, da können wir jetzt als Abschluss zu übergehen.

Schließt die Augen und lasst alles,

was gerade eben passiert ist im Raum nebenan, von euch abfallen.

Kommt hier an.

Ich fand den Vorschlag von Yaa schön,

dass wir heute unsere ganze Energie an Lars und Anita schicken

und gemeinsam dafür üben und unsere Energie freisetzen,

dass das bei euch klappt möglichst bald.

Lars, ich würde dir empfehlen - weiß nicht, ob du Stinkefüße hast:

Es wäre gut, Schuhe und Socken auszuziehen ...

Stinkefüße hab ich eigentlich nicht. Die Socken sind teuer.

Wenn man beim Sport die Socken anlässt,

braucht man sich nicht wundern, wenn's mit Nachwuchs nicht klappt.

"Zeugungsunfähig" ist Quatsch.

Weil wir haben ja nun ganz eindeutige Ergebnisse nicht.

Also, beziehungsweise "zeugungsunfähig" -

Azoospermie heißt das.

Mit 'nem Krebsgeschwür am Ohr kannst du heute 100 werden.

Und so ist das ja auch mit der ... hier, mit den Dingern.

Es geht heute anders zu handhaben. Ja?

Aids - heute kein Todesurteil. Wie Zucker: Spritz dich, werd uralt.

Ich kenne so viele Aids-Kranke. Guck nur mal raus.

Einatmen, heraufschauender Hund.

Ausatmen, herabschauender Hund. Fünf Atemzüge hier.

Einatmen ... Krampf ...

Setz dich doch einfach an die Wand. Ausatmen ...

Lehn dich an. Und lass alles ...

Ich hab nicht hier den Krampf. Sch! Alles gut.

Dann streck das Bein aus. Ja, dann komm ich ... Oh!

Einatmen. Ausatmen.

Mit den Armen zur Seite einen großen Kreis nach oben

hin zum Himmel - und verschränkt die Hände wieder vor dem Herz.

Es gab 'ne Zeit, wo sie den Eisprung hatte.

Wir haben gerammelt wie ... Ich nannte es "Pornorammeln"!

Wie 'n Deckrüde. Sie haben viel auf sich genommen.

So, viel auf mich ... Hab ich. Soll ich dir sagen, warum?

Weil ich sehr gerne ein Kind mir dir hätte.

Jetzt gerade der Schluss mit dem Yoga -

ich fühle mich so energiegeladen und das war so nett,

dass die extra für uns das dann irgendwie gemacht haben.

Ich gehe beschwingt heim. Ich kann nicht mehr gehen.

Ich hatte 'nen Krampf. Schon arg, dass sie gleich mit voller Wucht

da ihren Purzelbaum und den kackenden Hund ...

Also, da ... Ich bin ja nun nicht der Michael Jordan.

Sag ich mal. Nee.

Ich hab das neunmal durch.

Jetzt, beim zehnten Mal, merke ich: Es ist so anders.

Aber wir ... Wir haben noch keinen Test gemacht.

Das heißt ja noch nix. Ich sag's Ihnen heute.

Oh Gott. Wie viel sind wir? Die Chinesen,

der Türke, die Schwarze ... Elf.

Es hat geklappt! * Jubel *

Ist doch schön! Ich freue mich. Immerhin ein Kind.

Aber dauert noch bis zum Mutterverdienstkreuz.

* Kinderlachen und ruhige Klaviermusik *

Sagst du uns, was du da machst? Ich fotografiere die Mami-Cards ab.

Mami-Cards? Mhm.

Das sind Visitenkarten für die eigenen Kinder.

Visitenkarten für Kinder? Ja. Die hat ein Kind

und da stehen Unverträglichkeiten drauf

oder Vorlieben, natürlich die Adresse, Nummer für Notfälle ...

Ich finde das praktisch. Ah!

Wo oder wie gibt man sich die?

Wenn man ein Playdate ausmacht ... Ein was?

Wenn man ein Kind einlädt zum Spielen nach Hause,

gibt man so 'ne Karte mit. Hier hab ich grade kein Beispiel.

Aber wenn jemand etwa 'ne Nussallergie hat,

bin ich saufroh, wenn ich auf dieser Karte sehe:

"Nüsse lieber nicht, weil sonst ist gleich das Kind tot."

Das möchte ich natürlich nicht. Hier, zum Beispiel die Claudia,

die Mama von Lotte,

die hat uns eingeladen, auf ihre Masern-Party zu gehen.

Schatzi? Ja?

Äh ... Wollen wir das nicht noch mal diskutieren ein bisschen?

Wie läuft das denn ab, so generell?

Würde ich gerne ... Da muss ich die noch mal anrufen.

Das heißt ... Sie hat damit super Erfahrungen.

Das ist schon interessant.

Man muss nicht von vornherein gegen alles sein.

Nee, klar. Nee ...

Also, so viel ich weiß, gehen Masern und Schwangerschaft

nicht so gut Hand in Hand, ne?

Masern hat sie gehabt. Siehst du?

Trotzdem. Das können wir doch auch nach der Schwangerschaft regeln.

Weil alle gegen Masern impfen, gibt es nicht so viele Masernfälle.

Und deswegen muss man die Chance nutzen,

wenn ... Lottchen gerade Masern hat.

Tolle Chance. Sonst dauert's Jahre.

Und je älter das Kind, desto schwerer der Verlauf.

Außerdem hab ich mich noch nicht entschieden!

Claudia hat mir die Karte zugesteckt und gesagt:

"Komm zur Masern-Party, super Chance!"

Da hab ich gesagt: "Ich überleg's mir."

Ich will mich nicht gleich mit dir streiten,

vor allem nicht vor anderen Leuten. Ja.

Was spielen die für Musik auf so 'ner Masern-Party?

"Wir lagen vor Masergaskar"?

* Sie lachen. *

Wir hatten jetzt keine Zeit, richtig darüber zu sprechen.

Aber ...

Ich hab die Kinder heimlich impfen lassen.

* entspannte Klaviermusik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021

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