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* Spannungsvolle Musik *
* Sie schreit. *
Wir haben eine Tote. Wo?
Am Felsen. Juliane Suderbrück. Idstein, BRD.
Das kann heiter werden. Sie kannte Ronny.
Wir können das nicht fallen lassen.
Was, wenn es kein Unfall war?
(Brehm) Der Osten blockt so was sonst kategorisch ab.
Noch nie wurde "Todesursache ungeklärt" angekreuzt.
Das wäre die erste westdeutsche Mordermittlung in der DDR.
Ich will, dass du das machst. Du bist mein bester Mann.
Hauptmann Wieditz, Volkspolizei Wernigerode.
Nadja Paulitz, Oberkommissarin.
Gelitten zwischen Ärschen und Titten? Wie redest du mit mir?
Du bist ne Nutte!
Ich wollte nur die Hexen tot machen.
Stehen bleiben! Nicht schießen!
* Schuss *
Wir haben ihn nicht. Der Mörder läuft frei herum.
Hier sind Ihre Ausreisepapiere. Nehmen Sie den ersten Zug.
Karl Albers Nadja Paulitz
Lothar Wieditz Egon Pölz
* Düstere Musik *
* Wimmern *
* Stöhnen, erstickter Schrei *
* Hupen *
* Spannungsvolle Musik *
* Zugwarnsignal *
* Hupen *
* Hupen *
* Bremsen quietschen. *
Wir haben eine neue Leiche.
(leise hallend) Leiche...
Ist das Ihres?
Ja.
Na, kommen Sie.
Wo fahren wir hin?
Direkt zum Tatort. Danke.
Ist nicht weit.
Dafür halten Sie extra einen Zug an?
Das dritte Opfer ist Antje Völker.
Miss Harz. Sie wissen schon.
Sie können sich ja vorstellen, was im Dorf los ist.
Es gibt vier Opfer.
Sie vergessen Jörg Spengler.
Die Angelegenheit Spengler
werden wir zu einem späteren Zeitpunkt intern aufarbeiten.
Die Angelegenheit.
Das haben Sie ja schön ausgedrückt.
Willkommen zurück, Frau Oberkommissarin.
* Melancholische Musik *
* Entfernter Dialog *
(Polizist) Ja, das ist vielleicht der Ast. Da sind Kratzspuren dran.
* Düsteres Schwelen *
* Er schnieft leise. *
Was haben wir?
Der Schuh ist da.
Es fehlt die mittlere Zehe.
Die Leiche ist wie zum Verbrennen aufgebahrt.
Alles in Ordnung mit Ihnen?
Geht so. Ich habe nur Kopfschmerzen.
Wer hat die Leiche entdeckt?
Der zuständige Förster.
Wo ist der Besen?
Wir haben ihn nicht gefunden.
Was wissen wir denn über Antje Völker?
Sie hat als Friseuse gearbeitet.
Sie wohnte direkt über dem Laden.
Ihre Eltern leben in Karl-Marx-Stadt.
Hatte sie einen Freund?
Nein.
Wir teilen uns auf.
Ich gehe mit den Genossen in Antjes Wohnung,
und ihr müsst mit den Eltern von Stefanie Korbelt reden.
Da war noch niemand?
Ja, wann denn? Wir dachten, wir hätten den Täter.
Wir? Ja, ich.
Ist denn Stefanie Korbelts Leiche untersucht worden?
Ich sehe zu, dass auch die Leiche von Antje Völker
heute Nachmittag noch untersucht wird.
Gut.
Dann fangen wir jetzt von vorne an.
Wir suchen einen Serienmörder.
Der Täter hasst Frauen
und tötet sie auf die immer gleiche Weise.
* Melancholische Musik *
* Schniefen *
Wir brauchen eure Hilfe.
Es gibt ein weiteres Opfer.
(Mutter, leise) Was?
Antje Völker wurde letzte Nacht ermordet.
Oh.
* Sie schluchzt. *
Ich dachte, ihr habt den Mörder?
Jörg Spengler ist es nicht.
Aber der Mörder ist noch unter uns.
Er ist hier.
In unserem Dorf.
* Sie weint. *
Wir brauchen jetzt Ihre Hilfe.
Ist Ihnen am Abend der Misswahl irgendwas aufgefallen?
Haben Sie danach noch jemanden gesehen?
Und Kathi, hat die vielleicht irgendwas gesehen?
Können Sie uns etwas über Steffis Beziehung zu Alexander sagen?
Alexander ist ein netter Kerl.
Er hat Steffi wirklich liebgehabt.
Hatte Ihre Tochter Probleme, von denen wir wissen sollten?
Der Herr ...
... Pölz hat... - Achim!
Der Pölz hat gesagt, er wird unsere Familie auslöschen.
* Sie wimmert. *
Weil die Steffi zu seiner Frau wollte.
Reinen Tisch machen.
Das stimmt doch!
* Sie wimmert. *
Und jetzt raus.
Raus.
* Melancholische Musik *
* Musik wird beklemmend. *
Habt ihr was? Vielleicht.
Genosse Egon Pölz hat Familie Korbelt mit Auslöschung gedroht.
Was? Ja.
Er hatte ein Verhältnis mit Stefanie.
Sagt wer?
Ich habe sie ertappt. Im Auto, im Wald.
Und das sagst du mir jetzt?
Dieser Umschlag mit Geld drin
war in Antje Völkers Wohnung versteckt.
Acht Briefumschläge mit jeweils 200 Mark.
Vielleicht wusste Antje von Pölz' Affäre mit Steffi.
Das könnte Schweigegeld sein.
Egon hätte für alle drei Morde ein Motiv.
Der Jörg Spengler...
Jörg Spengler wäre dann das Bauernopfer von ihm.
Was ist mit den abgeschnittenen Zehen?
Soweit ich von Ihnen weiß, hat Pölz keine psychopathischen Züge.
Vielleicht legt er falsche Fährten, um von sich abzulenken.
Das glaube ich nicht. Wie auch immer.
Wir müssen mit Pölz reden.
Was ist mit Kontobewegungen? Kann man die prüfen?
Ja, Telefone haben wir hier schon.
Ich rufe einfach in der Sparkasse an
und lasse das überprüfen.
Gut.
* Pulsierende Musik *
Generell:
Beim zweiten Opfer wurde mit Gewalt auf den Hinterkopf eingewirkt.
Es gibt kleine Gesteinsreste in der Kopfwunde.
Eine Zehe fehlt. Diesmal die zweite von links.
Todeszeitpunkt: vorgestern um Mitternacht.
Das dritte Opfer ...
... Antje Völker.
Auch dieser Todeszeitpunkt
liegt zwischen null und ein Uhr nachts.
Der Körper weist Rippenbrüche auf,
die mit einem schweren Gegenstand herbeigeführt wurden.
Sie wurde mit einem schweren Ast vom fahrenden Moped geholt.
Interessant ist die Intensität, mit der das Opfer behandelt wurde.
Zusätzlich diverse Einschläge am Hinterkopf.
Das Morden befriedigt den Täter von Mal zu Mal weniger.
Vielleicht sehnt er sich nach dem Gefühl von der ersten Tat.
Oder er schlägt so lange auf sie ein, bis sie tot ist.
Und weiter?
Betrachten Sie den linken Fuß der Toten. Die mittlere Zehe fehlt.
* Geheimnisvolle Musik *
Kommen Sie mal.
* Grausiges Wabern *
Ein Besen.
Auch einer von Jörg.
Ja.
(flüsternd) Öffne meine Lippen,
damit meine Lippen dein Lob verkünden.
Ehre den Vater und den Sohn und den heiligen Geist.
So wie auch jetzt und allezeit und Ewigkeit.
Amen.
(Achim) Jutta, beherrsche dich.
Wir müssen uns jetzt um Kathi kümmern.
Jutta, wir müssen zusammenstehen...
* Katharina atmet tief. *
* Pulsierende Musik *
Warum in der Vagina?
War Antje Völker sexuell freizügig?
Das fragen Sie mich? * Wieditz gluckst. *
Na...
Bei Juliane war der Besen im Schuh.
Könnte das mit der geplanten Flucht zusammenhängen?
In etwa, Ronny dürfte nicht gehen.
Und Steffis Hände waren wie zum Gebet gefaltet,
darin der Besen.
Hat der Täter ein Bild vor Augen?
Antje als Hure und Steffi als Heilige.
Frau Paulitz, Ihre Arbeit in allen Ehren,
aber wir sollten überlegen, wie wir an Pölz rankommen.
* Dissonante anschwellende Musik *
* Ersticktes Brüllen *
Alexander hat sie geschlagen und bespuckt,
und ich habe ihr nicht geholfen.
* Sie schluchzt. *
(weinend) Die hat Alexander gemacht.
Hi, Alex. - Hallo.
Ist alles vorbereitet, komm. - Ja.
Meine Kollegin wird mit dir reden.
Sag einfach die Wahrheit.
Geht es Ihnen wieder besser?
Heute Nacht ...
... wurde die Leiche von Antje Völker gefunden.
Wie Ihre Freundin Juliane und Steffi Korbelt
wurde sie ermordet.
* Er atmet zitternd. *
Ich habe die geliebt.
Wir wollten uns den Sonnenuntergang angucken.
Und dann rübermachen, aber ich bekam Schiss.
Ich habe gedacht, was ist, wenn ich Mama nie wieder sehe und dich, Karl?
* Ronny schluckt schwer. *
Weißt du, wo dein Vater an dem Abend war,
als Juliane ums Leben kam?
An dem Tag, als Stefanie Korbelt ermordet wurde,
wart ihr im Krankenhaus.
Und letzte Nacht, Ronny,
da war Ihr Vater auch nicht zu Hause, stimmt's?
Mach hin, werden die Fotos nicht fertig, drucken sie es morgen nicht.
Du hast doch die Bilder von der Misswahl
in die Redaktion nach Berlin gebracht?
Die wollen neue Fotos.
Keiner will tote Mädchen sehen.
Das mit Steffi und Antje...
Mich macht das ganz schön fertig.
Du steckst das einfach so weg?
Wie geht's denn dir?
Wegen Steffi? - Ich habe keine Zeit für so was.
Brauchst du noch lange? - Nee, ich bin gleich fertig.
Ehrlich gesagt, habe ich inzwischen ziemlich Angst.
Sieht ja nicht so aus, als hätte die Polizei das im Griff.
Komm. Du wirst nicht die Nächste sein.
Wow.
Setz dich mal auf die Motorhaube.
Okay. Schön. Ja.
Du musst ein bisschen was anbieten.
Überschlag mal deine Beine.
* Auslöserklicken * Okay. Schön, schön.
Etwas Brust raus. Weniger Gesicht, mehr Titten.
Okay. Und stütz mal die Hände hinten ab.
Okay, wunderschön.
Etwas weiter nach links, nach links.
Nein, das andere Links sollst...
Okay.
Okay.
Wir machen das anders.
Komm her. - Hey!
Harte Nippel sehen besser aus. - Ich will das nicht.
Pass auf, nicht erschrecken, ich habe kalte Hände.
So, ein bisschen... Lass die Beine.
Super, super, super, super.
Okay, okay. Jetzt schieben wir das Höschen beiseite, ein bisschen.
Spinnst du?
Du musst den Leuten was bieten, Redakteure sind Männer.
Die drucken das nicht, die wollen nur was sehen, ja?
Okay, ich mache das.
Hör auf. * Auslöserklicken *
Alex.
Wir sind fertig.
Das hast du super gemacht.
Auch echt, für das erste Mal und so.
Das sieht auch alles toll aus, mit dem Licht und ...
... dem Auto.
* Grausige wabernde Musik *
* Er atmet tief. *
* Musik ebbt ab. *
In den letzten acht Wochen hat Pölz
wöchentlich 200 Mark mehr als sonst abgehoben.
Reicht das für eine Befragung?
Wir müssen den Staatsanwalt auf unsere Seite bringen.
Bis morgen.
Was ist mit heute Nacht?
Draußen läuft ein Frauenmörder frei herum.
Die ganze Nacht patrouillieren Einsatzfahrzeuge.
Und wir haben eine Ausgangssperre verhängt.
Gute Nacht.
Karl?
Wenn Pölz nicht unser Täter ist, wovon ich ausgehe,
haben wir nichts.
Was schlagen Sie vor?
Ich möchte alle bisherigen Ergebnisse aufarbeiten.
Ich denke, wir haben etwas übersehen.
Ja.
Ah ja.
Da ist alles drin, was wir bisher haben.
Kann ich Sie damit alleine lassen? Ich werde zu Hause erwartet.
Karl, ich kann nicht zurück in die Pension Spengler.
Jörgs Mutter macht mich für alles verantwortlich.
Es gibt ein Nachtschichtenzimmer, das könnte ich anbieten.
Ja. Ich kann es Ihnen zeigen.
* Motorbrummen *
* Er summt eine Melodie. *
* Tür wird geöffnet. * (Pfarrer) Darf ich reinkommen?
* Düsteres Dröhnen *
Bitte.
Ich wollte sowieso gerade gehen.
* Tür fällt ins Schloss. *
Alexander, kann ich mit dir reden?
Worüber?
Kathi hat mir die Fotos von Steffi gegeben.
Ich mache mir Sorgen um dich.
Um mich braucht sich keiner Sorgen zu machen.
Du bist mit Steffi nicht im Guten auseinandergegangen.
* Leise bedrückende Musik *
* Auslöserklicken *
Danke fürs Nachschauen.
* Er summt gepresst eine Melodie. *
* Beklemmende Musik *
* Hohes Schwelen *
* Gefühlvolle Klaviermusik *
* Streicher setzen ein. *
* Musik ebbt ab. *
* Er atmet tief. *
Warst du so lange arbeiten?
Ja, war ich.
Und?
Wie ist sie? Wer denn?
* Sie schnauft. * Wer denn?
Na, deine Kommissarin.
Doris, wir arbeiten zusammen. Und?
Was noch? Nichts noch.
Wir suchen einen Frauenmörder.
Du siehst nicht gut aus.
Wie geht es dir?
Immer noch diese Kopfschmerzen?
Ja.
Komm her. Ich massiere dich ein bisschen.
* Er schnauft. *
* Leise düstere Musik *
* Hohe grausige Klänge *
* Dumpfe Trommelschläge *
* Musik schwillt an. *
* Bedrohliches Trommeln *
(Annett) Guten Morgen. Morgen.
Hier. Der Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft für Pölz.
Sind Sie so weit?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Pölz ist.
Sie haben außer Theorien nichts,
wir zumindest einen Verdächtigen mit Motiv und ohne Alibi.
Wir haben zwei Tätertheorien.
Ihre und meine.
Wir sollten beiden nachgehen, deswegen würde ich hierbleiben.
Bitte.
Wie Sie wollen.
Sind Sie ganz sicher? Ja.
Du gehst nach oben.
Was ist da los?
(Heidrun) Ich gucke mal.
Los geht's, Genossen. Tag, Heidrun.
Was gibt es? Ist Egon da?
Im Wohnzimmer. Ja.
So, wir gehen zuerst nach oben.
(Polizist) Genossen Herzog und Walter, nach oben.
Du bleibst hier. (Polizist) Jawohl.
(Herzog) Wie viele Räume gibt es oben?
(Walter) Einfach machen.
* Glockenläuten *
Geh du auch hoch, ich brauche hier Ruhe.
(Polizist) Kommen Sie.
Lothar, was soll das?
Was machst du hier mit deinen Affen?
Wir haben bei Antje Völker eine große Menge Bargeld gefunden.
Bitte, Engelchen, lass uns arbeiten, hm?
Wir gehen in mein Büro.
Nach deinem Kontoauszug deckt sich die Summe
exakt mit dem Bargeld bei Antje Völker.
Das Geld ist von dir.
Engelchen, gehst du bitte?
Antje wusste vom Verhältnis mit Stefanie Korbelt.
Sie wollte mehr? Du hast sie umgebracht.
Und Steffi Korbelt, die wollte es auch wissen.
Sie wollte mit Heidrun sprechen.
Du hast sie beseitigt.
Und Juliane wolltest du wegen Ronny loswerden.
Du hattest Angst, dass er geht.
Lothar, was willst du von mir?
Ja, was wohl, hm?
Das Verhältnis mit Steffi, ja.
Und das Schweigegeld für Antje auch.
Aber ich habe die Mädchen nicht umgebracht.
Ich bringe doch niemanden um.
Jörg Spengler?
Das war dein Bauernopfer.
Den Kasper vielleicht, wenn er sein Maul nicht hält.
Heidi, bitte nicht.
Was soll das jetzt?
Sind die alle von drüben? Aus der Bundesrepublik?
Ich war nach der Misswahl in Potsdam.
Ich habe Medikamente für Heidi besorgt.
Weil sie sich vor Schmerzen oft nicht mehr bewegen kann.
Von dem Zeug, das man hier bekommt,
bekommt sie Erstickungsanfälle, verstehst du, Lothar?
Kann das jemand bezeugen? Das mit Potsdam?
Niemand, dem du glauben würdest.
Wo warst du, als Juliane ermordet wurde?
(Heidrun) Er war hier.
Bei mir.
* Wieditz räuspert sich. *
Und vorgestern Nacht?
Da saßen wir bei Ronny
im Krankenhaus.
Tja, Lothar. Wen rufst du jetzt an?
Hast dir mehr erhofft, oder?
* Klirren *
Ihr bleibt sitzen. Was war das?
Bleibt sitzen.
Pölz! Komm raus!
Komm raus! Du Sau!
Achim? Was ist los, was ist passiert?
Wo ist meine Tochter? Komm raus!
Von wem redest du? Von Katharina!
Achim, beruhige dich.
Achim, beruhige dich. Achim.
Beruhige dich.
Ich gehe davon aus, dass sie den Täter persönlich kennen.
Er stammt aus diesem Ort.
Die Opfer nehmen ihn nicht gleich als Gefahr wahr,
eben weil sie ihn kennen.
Ja, das kann ich nachvollziehen.
Wir suchen nach jemandem, der ein Einsiedlerdasein führt.
Nach außen kann er völlig normal wirken.
Frau Paulitz.
Es gibt hier viele einsame Menschen.
Wir suchen nach einer Person,
die ihr Privatleben abschirmt.
Der Täter ist wahrscheinlich jemand,
der außer sich selbst niemanden hat.
Sehen Sie, wenn ich Sie ansehe, würde ich sagen,
Sie sind ein einsamer Mensch.
Aber sind Sie deswegen gleich ein Mörder?
Oder Ihr Kollege Albers.
Er ist einsam, seit seine Frau ihn verlassen hat.
Gut.
Gibt es jemanden im Dorf,
den Sie mit dem Hexenkult in Verbindung bringen könnten?
Möglicherweise jemand, der das besonders auslebt?
Hier feiert so gut wie jeder Walpurgisnacht.
Nein, wir suchen jemanden, der in seiner Kindheit misshandelt wurde
oder andere traumatische Erlebnisse verarbeiten musste.
Bitte. Bitte denken Sie nach.
Ähm...
Vielleicht ...
... Alexander Zimmermann.
Er war bis zu seinem zehnten Lebensjahr
in einem Spezialheim in Wernigerode.
Bis ihn sein Adoptivvater hergebracht hat,
wurde er dort schwer misshandelt.
Diese Fotos ...
hat mir Katharina Korbelt gestern gebracht.
Sie hat sie bei Steffi gefunden.
Ich war gestern bei Alexander und ...
wollte mit ihm reden.
Er hat mich weggeschickt.
Haben Sie ihm gegenüber erwähnt, von wem Sie die Bilder haben?
Wann hast du Kathi zuletzt gesehen?
* Achim atmet zitternd. *
Gestern.
Nachdem du bei uns raus bist.
War irgendwas anders als sonst? Ja.
Kathi hat sich in ihrem Zimmer eingeschlossen.
Wollte alleine sein.
Deswegen habe ich mit ihr geschimpft.
Wir suchen Ihre Tochter.
* Beklemmende Musik *
Karl? Gleich.
Setzen Sie sich bitte.
Wir haben Alexander Zimmermann nicht in Betracht gezogen.
Ich komme gerade vom Pfarrer, der hat mir diese Fotos gegeben.
Er hat ein Alibi. Das kann nicht stimmen.
Der Pfarrer wollte mit ihm reden und verriet,
von wem er die Fotos hat.
Wir müssen dem nachgehen.
Katharina Korbelt ist verschwunden.
Nein.
Doch.
* Melancholische Musik *
* Musik wird grausig dissonant. *
* Er schluchzt. *
* Musik schwillt an. *
* Es läuft: "Paranoid" von Black Sabbath. *
* Fetzige Rockmusik *
* Tür wird geöffnet. *
Festnehmen, los.
* Leise unheilvolle Musik *
Er hat auch andere Mädchen nackt fotografiert.
Berit.
Das ist Berit Wagner.
Hier ist Antje Völker.
Das bin ich.
Er hat mich fotografiert.
Puh.
* Spannungsvolle Musik *
Karl.
Das sind die Fotos von Julianes Kamera.
Und jetzt schauen Sie mal.
Was ist?
Juliane und Alexander kannten sich.
Alexander hat sein Negativ aus dem Film geschnitten.
Ja. Er wollte jeden Verdacht von sich abwenden.
(via Funk) "Milan Eins an Milan Zwei, bitte kommen.
Frauenleiche, am Waldbad."
* Leise schwelende Musik *
* Musik läuft weiter. *
* Pulsierender Beat setzt ein. *
* Verzerrtes Dröhnen *
* Düstere Musik *
(heiser) Meine Bluse.
* Sie schnieft. *
Sie trägt meine Bluse.
Karl.
Wer ist es?
Ist es Katharina Korbelt?
Berit Wagner.
* Schnell pulsierende Musik *
* Gedämpftes Jubeln *
Sie ist nicht da.
Ein Besen.
* Schnelle dissonante Musik *
* Schuss *
Danke. Wiederhören.
In der Redaktion kennt niemand Alexander Zimmermann.
Es wurden auch keine Misswahlfotos abgegeben.
Na, dann wird er die Fahrkarte aus einem Mülleimer gefischt haben.
Ich will ein Geständnis, so schnell wie möglich.
Die Ausgangssperre bleibt, bis er redet.
In 20 Kilometern Umkreis
soll jeder wissen, wie Katharina aussieht, und sie suchen.
Ich will wissen, wo sie ist.
Kein Essen, Trinken, keine Zigaretten,
er schläft nicht, er geht nicht aufs Klo.
Können wir mit dem Verhör beginnen? Ich bin noch nicht fertig.
Wir verhören ihn abwechselnd, jeweils 90 Minuten.
Sie beide fangen an.
* Tür wird geöffnet. *
* Tür fällt ins Schloss. *
Ich zeige dir jetzt Fotos, und du sagst mir, was dir dazu einfällt.
Kenne ich nicht.
Kenne ich nicht. Kennst du also nicht?
Nein.
* Leise pulsierende Musik *
Kennst du das?
Was sagt euch das?
Dass Sie Juliane kannten. Schau es dir an.
Wir haben den Kontaktbogen in Ihrer Dunkelkammer gefunden.
Warum haben Sie dieses Negativ verschwinden lassen?
Weil ihr mir was anhängen wollt.
Deshalb.
Also schön, weiter.
Was ist mit ihr?
Oder ihr?
Oder... Ich habe fotografiert, sonst nichts.
Unsere geliebte Steffi.
Du warst sauer, weil Pölz sie gefickt hat, hm?
Wie fandst du es, als deine Alte einen anderen gefickt hat?
Hm?
"Gut.
So. Dann sehen Sie sich jetzt bitte diese Bilder an hier, ja?"
So, ich muss auf Toilette.
Wollten Sie sich so an die Mädchen erinnern?
Er will sie für sich, weil sie so unersetzlich werden.
(brüllend) Wie kommt ihr auf so eine Scheiße?
Hm? Wie kommt ihr auf so eine Scheiße?
Du mimst den Fotografen, die Mädchen kommen zu dir.
Fresse. Du machst Fotos!
Und was dann? Fresse! Halt deine Fresse.
Halt die Fresse? Halt sie.
Wie kriegst du die Mädchen dahin, wo du sie haben willst? Hm?
Ich war zu der Zeit in Berlin. Wie kriegst du sie?
Das weißt du ganz genau. Das weißt du ganz genau!
(scharf) Setz dich hin.
Beim Magazin kennt dich keiner. Niemand hat dich dort gesehen.
Was?
Die größte Scheiße, die ich je gehört habe!
Du kannst in der Fotoredaktion anrufen.
Und frag die Frau Mariam, die kennt mich! Die kennt mich gut!
(brüllend) Hast du von der auch Fotos?
Komm, zeig. Zeig sie uns. Los.
Guck mich an, was glaubst du? Bleib bei der Sache!
Haben sie das freiwillig gemacht? Alle.
Ich meine nicht das Nacktsein.
Das, was sie machen mussten. Für dich.
Die wollten alle groß rauskommen. Die wollten...
Von nichts kommt einfach nichts!
Katharina Korbelt wollte groß rauskommen, ja?
Kathi? Was ist mit Kathi?
Das frage ich dich. Ey, das kann nicht sein.
Oberkommissarin Paulitz, kommen Sie bitte kurz?
Ja.
Bitte.
Sie machen Pause und ruhen sich aus.
Das ist eine Dienstanweisung, ja?
"Ab jetzt redest du nur noch, wenn du gefragt wirst. Verstanden?"
Dann frag mal.
Ich frage dich das nur einmal. Ich frage dich das nur einmal.
"Was?" "Lebt sie noch?"
"Was?" "Wo ist das Mädchen?"
Wo ist das Mädchen? (weint) Ich hab damit nichts zu tun.
Haben sie sich gewehrt?
Oder bist du ausm Hinterhalt auf sie los, wie eine Ratte?
Ist gut. Lothar, ist gut jetzt.
"Jetzt setzen wir uns ordentlich wieder hin.
Nichts ist passiert, komm."
* Alexander atmet heftig. *
"Hier."
Hingucken.
(leise) Die habe ich gemacht.
Der Pfarrer war bei dir. Richtig? Ja.
Und der hat Katharina Korbelt preisgegeben.
Ja.
Da war dir klar, Kathi ist die Nächste.
Schwachsinn, ich habe damit nichts zu tun.
Ich habe die heute gesehen. Wann und wo?
Morgens bei der Kirche.
Du lügst doch! Nein.
Schön, Sportsfreund. Noch mal von vorn.
Vier tote Mädchen.
Kurz vor ihrem Tod treffen...
Setz dich hin, nichts passiert.
Kurz vor ihrem Tod treffen alle dich. Was ist passiert?
Fang mit Steffi an.
Die habe ich geliebt.
Du warst nicht der Einzige.
Deshalb würde ich sie niemals...
Alex...
Ich verstehe das.
Dir ist eine Sicherung durchgebrannt.
Ich bringe meine Steffi nicht um, das mache ich nicht.
Du hast doch Doris auch nicht umgebracht.
Obwohl sie dich betrogen hat.
* Leise spannungsvolle Klaviermusik *
Hasst du Frauen?
Hasst du Frauen? Du hast seit zehn Jahren keine mehr.
"Ganz ruhig.
Du bleibst hier.
Ich schicke einen Beamten für die Nacht rein.
Wir haben Zeit."
* Musik schwillt an. *
"Und glaub mir, ich kriege dich.
Ich habe schon ganz andere geknackt.
Das ist nur eine Frage der Zeit bei dir."
Ihr macht mich nicht kaputt, das schwöre ich dir.
"Albers, Karl.
Ministerium des Inneren."
* Düstere Musik *
Karl?
Karl.
Ja?
* Er stöhnt. *
* Klingeln *
(entfernt) Hauptmann Wieditz? Alles in Ordnung?
Ihr habt sie gefunden? Danke. Ja, ich habe Kopfschmerzen.
Man hat Katharina Korbelt gefunden.
Sie lebt. Hat sich beim Pfarrer versteckt.
Das ist gut.
Wir sind keinen Schritt weiter.
Selbst wenn er mit Kathis Verschwinden nichts zu tun hat,
heißt das noch lange nicht,
dass er die anderen Mädchen nicht umgebracht hat.
Ich mache um zehn weiter.
Ist das in Ordnung für Sie? Selbstverständlich.
Gehen Sie nach Hause zu Ihrer Frau und ruhen sich aus.
Bis nachher.
Kann ich noch etwas für Sie tun?
Nein, danke.
Danke.
"Republikflucht.
Doris Albers mit Fähnrich Enrico Röhlert.
konnte Unterwachtmeister Karl Albers,
der seit elf Monaten getrennt von seiner Frau Doris Albers lebt,
glaubhaft machen, nichts von deren geplanter Flucht gehabt zu haben.
Keine Ahnung von deren geplanter Flucht gehabt zu haben."
* Freiton *
(Frau) "Zentrale Vermittlungsleitstelle, Berlin."
Hahn, Ministerium des Inneren.
Verbinden Sie mich bitte umgehend mit dem LKA Wiesbaden.
"Wiesbaden, Bundesrepublik?"
Selbstverständlich, BRD.
* Freiton *
(Frau) "LKA Wiesbaden. Guten Morgen."
Paulitz, verbinden Sie mich bitte sofort mit Kriminalrat Brehm.
"Einen Augenblick bitte, ich verbinde."
* Klingeln *
(Frau) "Oberkommissarin Paulitz für Sie."
(Brehm) "Nadja?" "Ja, ich bin es."
Nadja, wie? Du musst mir zuhören. Hör genau zu.
Ich brauche Information über eine Republikflucht.
Schreib mit. Die Flucht war am 30. April oder 1. Mai 1978.
Eine Doris Albers und ein Enrico Röhlert, beide aus Schierke.
Sag mir, was aus denen geworden ist.
Ich muss das nicht verstehen, oder? "Nein."
Wie erreiche ich dich?
Lass dich einfach mit Hauptmann Wieditz hier verbinden.
Ich sitze direkt neben dem Telefon. Verstanden.
"Du musst dich beeilen, ja?" Ja.
(Frau) "Archiv, Datensammelstelle?" - Ich brauche Informationen.
"Der Diensthabende ist nicht am Platz."
Holen Sie ihn ans Telefon. - "Jetzt?"
Ja, bitte sofort. - (Mann) "Denker."
Also, wir suchen eine Doris Albers und einen Enrico Röhlert.
"Haben Sie ein Datum?" - Die sind 1978 hier angekommen.
30. April ungefähr, vielleicht 1. Mai.
"Ich sehe nach." - Ja, bitte ganz schnell.
* Dissonante Streichmusik *
* Klingeln *
Ja? (Brehm) "Nadja?"
Doris Albers wurde nie als Flüchtling in der BRD registriert.
Bitte? Sag das noch mal.
Eine Doris Albers ist hier nie angekommen.
Und Enrico Röhlert? Ja, den gibt es.
"Enrico Röhlert kam tatsächlich
am 30. April 1978 hier in der BRD an."
Den Unterlagen zufolge aber allein.
"Der lebt in Kanada seit 1982."
* Sie seufzt. *
Ich weiß nicht, ob das völlig verrückt klingt.
Hör mir bitte einfach zu. Ja, ich höre.
Was wäre, wenn Doris Albers ihre Flucht nicht geschafft hätte?
Sondern nur ihr Geliebter Enrico Röhlert?
Dann wäre der Einzige, zu dem sie zurückkehren hätte können,
Karl Albers gewesen.
Sonst hätte sie ins Gefängnis gemusst.
Ich kann dir nicht folgen, Nadja.
Wir suchen nicht nach einem Mann.
Nadja, von wem sprichst du?
Stell dir folgendes Szenario vor.
Was, wenn Doris Albers
seit über zehn Jahren von der Außenwelt isoliert
mit ihrem Mann Karl Albers zu Hause lebt?
Was, wenn sie jede andere Frau, der Karl begegnet,
als existenzielle Bedrohung ihrer Beziehung zu Karl wahrnimmt?
Du meinst? Genau.
Doris Albers betrachtet die getöteten Frauen
als mögliche Sexualpartner von Karl.
* Beklemmende Musik *
Genau wie mich.
Scheiße!
* Dissonantes Rauschen *
Nadja! * Besetztton *
* Leise gefühlvolle Musik *
* Quietschen *
Willst du diese West-Fotze?
Ja?
Willst du sie?
* Unheimliches Wabern *
* Spannungsvolle Musik *
Deine toten Schlampen.
Ich habe sie gefickt, ich habe sie getötet.
Für dich.
Für uns.
Aber wenn du sie willst, sollst du sie haben.
Aber ich nehme sie mir dann auch.
Deine West-Fotze ist da.
* Klingeln *
Du lässt diese Hure nicht in mein Haus!
Hast du verstanden?
Karl.
Was wollen Sie?
Könnten Sie bitte kurz zu mir rauskommen?
Ich bin wegen Ihrer Frau hier.
Ist sie da?
Nein. Ich muss jetzt mit Ihrer Frau sprechen.
Das werden Sie nicht.
Bitte gehen Sie. Bitte.
* Düstere dröhnende Musik *
Ich werde sie töten.
Wie die anderen auch.
* Grausiges Wabern *
* Düstere Musik *
* Musik schwillt an. *
* Doris röchelt. *
Karl.
Wo ist Ihre Frau?
(Doris) Er hat mich ermordet.
* Hohes Fiepen *
* Absätze knirschen. *
* Düstere Musik *
* Musik schwillt an. *
* Sie schreit. *
* Fiepen *
* Musik ebbt ab. *
Warum hast du Doris getötet?
Sie...
Sie war wie Mama.
Sie wollte auch weg.
Wie alt warst du?
Ganz klein.
Sechs Jahre.
Und dann?
Kamst du ins Heim?
Ich musste zu ihm.
Zu Opa.
Aber er war kein...
Er war kein Opa.
War er nicht gut zu dir?
* Düsterer Klang *
Mama kam nicht zurück.
* Bedrückende Musik *
Sie hat mich verlassen.
Karl.
Wo ist Doris?
(flüsternd) Wo ist Doris?
Draußen.
Schaukelt.
Karl. Die Zehen.
Warum die Zehen?
Karl, bitte.
Nein.
Nicht.
* Sie schluchzt. *
* Leise melancholische Musik *
* Gefühlvolle Musik *
* Tragische Streicher setzen ein. *
Er wusste es selber nicht.
Sie konnten es nicht merken.
Wir sind gleich da.
Noch neun Jahre bis zur Rente, dann ...
kann ich Sie ja vielleicht mal besuchen.
Wer weiß, vielleicht dauert es ja gar nicht so lange.
Mhm.
* Tragische Musik läuft weiter. *
Hauptmann Wieditz. Herr Brehm.
Gehen wir.
Ach so, das ist ihr Koffer. Hier. Danke.
Die BRD hat dich wieder.
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019
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