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"Der Deal macht uns zur großen Bank."
Der Kredit war wichtig.
Die deutschen Staaten müssen sich nähern.
Ich brauche Gorbatschow und die Amerikaner.
(Kissinger, englisch)
Wie weit gehen wir? Wenn die wollen, bringen die mich um.
Tu nicht so, als hättest du keine Angst.
Mal auf den Gedanken gekommen, dass ihr für das Geld
auch mal was Konkretes liefern müsst?
(englisch)
Ich denke, seine Probezeit ist um.
(Kameraklicken)
*dröhnende Klänge*
*entfernter Verkehrslärm*
*schriller Nachrichtenton*
*ruhige Musik*
(Al Fahoum, arabisch)
(Tania, englisch)
(Al Fahoum)
"Thank you."
Brauchen Sie nicht? Nein.
Danke, Henry.
Ladies and gentlemen.
*Telefonklingeln*
Hello?
(englisch)
(Wild) Mhm?
(liest) "The tape was convincing. I'll buy it."
"So it's a deal?"
"Only if the technology works in the wild."
"Inshallah, so it will be."
*dynamische Titelmusik*
*bedrohliche Klänge*
(Tania, Al Fahoum, englisch)
*Telefonklingeln*
Wie sollen wir das denn machen?
Wie stellt der sich das denn vor?
Okay.
Tania, versuch doch bitte, das Große und Ganze zu sehen.
*spannungsvolle Musik*
Überhol doch mal. Was macht der denn?
Abbruch, Abbruch!
Gut.
*Er spricht arabisch.*
(Christians, hallend) Alfred. Ich verlasse mich auf Sie, Alfred.
(van Hooven) Ihr Vorpreschen war nicht im Sinne unseres Hauses.
(Christians) Ihre Alleingänge sind töricht.
*flirrende Klänge*
Guten Morgen. Der Bundeskanzler auf der Eins.
Auf einmal? Scheint dringend.
Wann beginnt die Sitzung? Fünf Minuten.
Helmut.
Du hast in New York mal wieder die Pferde scheu gemacht.
"Wir hatten vereinbart, in Sachen Glasnost leiser zu drehen."
Ich wüsste nicht, warum. "Warum kann ich dir sagen."
Die Polen haben sich beschwert, und Bush hat interveniert.
Polen hat frei gewählt. Das weiß ich.
Und wenn die Ostdeutschen das auch tun? Das ist dein Ziel.
Mein Ziel sind 80 Millionen Bundesbürger,
keine zweite Schweiz.
"Verstanden?" *Besetztton*
Drei Minuten.
Hoffentlich hat er es jetzt kapiert.
Danke.
(Wasner) Herr Dr. Herrhausen. Was gibt's?
Ich habe mich umgehört.
Die Neustrukturierung hat weder im Aufsichtsrat
noch im Vorstand eine Mehrheit.
Die Ablehnung bröckelt zwar, aber käme es zu einer Abstimmung,
würde Ihr Plan durchfallen.
Darf ich was sagen? Ja.
Aber warum fragen Sie mich das?
Wir müssen uns besser vorbereiten. Wer sind die Bremsen?
Ich habe verstanden. Ich denke ...
Dann bitten Sie eben alle einzeln zu mir nach Hause.
Zu Ihnen nach Hause? Zu wem sonst? Zu Ihnen etwa?
Ich meine nur ... Sie sollen nicht meinen, Sie sollen arbeiten.
*hitziges Stimmengewirr*
(van Hooven) Es hat sich bewährt.
(Schneider-Lenné) Die Zusammenlegung
von Frankfurt und Düsseldorf zeigt Wirkung.
(Burgard) Aber der Aufsichtsrat hat seine Bedenken.
Da fällt mir ein Witz ein.
Was ist der Unterschied
zwischen einer Hundehütte und einem Aufsichtsrat?
Herr Kopper, was haben Sie denn?
Von Ihnen habe ich doch den Witz.
Tun Sie nicht so, als würden Sie den nicht kennen.
Der Unterschied ist, die Hundehütte ist für den Hund,
und der Aufsichtsrat ist für die Katz.
Es ist mir doch gleichgültig,
was Dritte von unseren Projekten denken.
Wichtig ist, was wir darüber denken.
Wir sollten nichts überstürzen.
Sie sagten, dass für den Grenfell-Deal
Bedingungen geschaffen werden müssen,
um deren Forderungen aufzufangen.
Falls wir den Deal machen.
Ja, aber natürlich machen wir den Deal.
Das haben wir doch beschlossen.
Kopper hat doch die Verträge ausgearbeitet.
Er hat wiederholt Bedenken geäußert.
Du lieber Himmel. Die er versprach zu zerstreuen.
Und als Chance darzustellen.
Die teuerste Akquisition in der Geschichte unserer Bank.
Unsere Welt ändert sich eben.
(van Hooven) Herr Dr. Herrhausen, beantworten Sie mir eine Frage.
Wozu die Eile?
Der Deutschen Bank geht es doch nun wirklich nicht schlecht, oder?
Meine Herren.
Die meisten Fehler werden gemacht, wenn es den Unternehmen gut geht.
Investmentbanking haben wir noch nie gemacht.
Was eine präzise Umschreibung für "neu" ist.
Aber das hatten wir ja schon.
Ich schätze wirklich Ihren Enthusiasmus.
Danke.
Aber unsere Liebe gilt diesem Haus. Und nicht Ihnen persönlich.
Ja, das ist schon klar.
Die Frage ist nur, wie sehr schadet Ihre Liebe unserem Haus?
Ich weiß, wie schwer Veränderungen sind.
Gerade wenn man auf den letzten Metern der Karriere
noch mal neu denken soll.
Aber das ist das Mindeste,
was ich von meinem Vorstand verlangen kann.
Da haben Sie vermutlich recht.
Wenn Sie uns sagen können, was wir gewinnen, wenn wir Ihnen folgen.
Ich kann Ihnen nur sagen, was Sie verlieren, wenn Sie es nicht tun.
Wollen wir, meine Herren, meine Dame?
Also, wie besprochen. Alle einzeln zu mir, nur van Hooven nicht.
Alles klar.
(englisch)
*beklemmende Musik*
Was wollte der von dir? - Männersachen.
(TV-Sprecher) "Guten Abend.
Hunderte DDR-Bürger haben heute eine Veranstaltung
an der ungarisch-österreichischen Grenze
zur Flucht in den Westen genutzt.
Anlass war ein sogenanntes paneuropäisches Fest
an einem ansonsten geschlossenen Grenzübergang bei Sopron."
"Es ist, wie ich gesagt habe.
Der Eiserne Vorhang bekommt einen Riss."
(TV) "Tausende Menschen spazierten heute ..."
"Es kommt Bewegung rein. Alfred."
"Es geht los.
Alfred."
"Alfred."
(TV) "... auf der fünf Kilometer langen Wegstrecke
zwischen dem Festplatz und der Grenze gar nicht auf.
Beim Festplatz konnte sich heute jeder
ein Stück Stacheldraht rausschneiden."
Ist das nicht verrückt?
(TV) "Alle wollten mal hinauf,
um auf das Stalinistische Denkmal
der ungarischen Unfreiheit zu sehen ..."
*Türklingel*
Oh, da kommt der Erste.
Hat dir Blumen mitgebracht.
*muntere Synthie-Musik*
*Lied: "Popcorn" von The Popcorn Makers*
Wenn wir am Rad der Zeit mitdrehen wollen,
dann brauchen wir Entscheidungen, und zwar schnelle.
Die Zeichen stehen auf Sturm. Wann ändern Sie den Kurs?
Sofort.
Sie stehen also hinter der Neugestaltung der Bank?
Ja, natürlich. Jetzt, wo alles in Bewegung gerät.
Und deswegen brauchen wir die Umstrukturierung.
Das ist die Zeitenwende. Und Sie und ich, wir wussten das.
Kann ich davon ausgehen, dass Sie
auch hinter der Neugestaltung der Bank stehen?
Mhm. Und kann ich mich darauf verlassen, Herr Kopper?
Ja. Unsere Größe ist unsere Stabilität.
Je größer wir werden, umso stabiler sind wir.
(Mann, entfernt) Dia 240-28.
*beklemmende Musik*
(Kopper) Grenfell hat zwei Termine
zur Unterzeichnung des Vertrages angeboten.
Der 9. oder der 27.
Am 9. bin ich mit dem Kanzler in Polen.
Na dann, der 27. Gut, das muss klappen.
Das muss klappen.
Wie lang sind Sie schon in der Bank?
Seit meinem Abitur.
Sehen Sie, dann wird es doch Zeit,
dass sich endlich mal was ändert, oder?
*Beklemmende Musik läuft weiter.*
(Burgard) Entscheidungen trifft man instinktiv.
Was aus dem Osten auf uns zurollt, das wissen Sie genauso wie ich.
Sie haben mein Wort.
Ja.
Wir sehen uns Freitag.
Ich habe von dir geträumt.
Ich träume jeden Tag von dir.
(Wasner) Es steht neun zu drei im Vorstand.
Wenn ich mich nicht verrechnet habe, und das habe ich nicht.
Das heißt, wir haben die kritische Masse offiziell überschritten.
Drei Gegenstimmen sind drei zu viel.
Aber nur weil neun dafür sind, heißt das nicht,
dass die drei dagegen sind.
Das heißt, Ihre vertrauensbildende Heimarbeit
hat sich tatsächlich gelohnt.
Ein Veto gab es das letzte Mal vor meiner Geburt,
und das wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern.
Tag. Guten Tag.
Neun zu drei reicht, hundertpro.
Hundertpro? Was soll denn das heißen?
Hundertprozentig.
Wenn Sie ganz sicher gehen wollen,
können Sie mit van Hooven darüber sprechen ...
Sagen Sie mal, was ist eigentlich Ihr Plan?
Mit Ihrem Leben, hm?
Sie wollen doch irgendwann mal Karriere machen, nicht wahr?
*Jubelschreie aus TV* Was ist denn da los?
*tosender Jubel und Pfiffe aus TV*
(Genscher im TV) "Ich bin zu Ihnen gekommen ...
um Ihnen mitzuteilen, dass heute ...
Ihre Ausreise ..." *tosender Jubel*
(Mann) Das ist verrückt.
Alfred.
Historische Stunde. Die Mauer bröckelt.
Und die Russen halten still. Ja, genau wie unsere Bank.
Es ist eventuell ganz gut, zunächst abzuwarten.
Gut ist des Besseren Feind, das sind Ihre Worte.
Was da auf uns zukommt, das kann einen Schub
für die deutsche Wirtschaft bedeuten.
Die Menschen aus dem Osten sind gut ausgebildet.
Alle, die herkommen zu uns, die brauchen eine Wohnung.
Kleider, Essen, die wollen mal mit einem richtigen Auto fahren.
Das bietet Potenzial für unsere Bank, wenn wir nicht einschlafen.
Ihre Pläne, Alfred ...
Ein großer gemeinsamer Markt. Frankreich, Polen ...
Sehen Sie es denn nicht?
Es geht doch nicht nur um Pläne für unsere Bank.
Es geht um Umstrukturierungspläne für Europa.
Meines Erachtens ist das alles noch unfertig gedacht.
Ich hörte davon.
Aber die überwiegende Mehrheit des Vorstandes ist dafür.
Sie reisen mit dem Kanzler nach Polen? Mhm.
Guter Rat? Mhm.
Konzentrieren Sie sich darauf.
Meine Herren, stoßen wir auf die kommenden Tage an.
Der Herbst wird ein Herbst der Entscheidungen.
Zum Wohl. - Prost.
Prost. - Prost.
(Genscher im TV) "Das ist für mich
die bewegendste Stunde meiner politischen Arbeit."
*Klopfen, Tür wird geöffnet.*
Fühl dich wie zu Hause. - (Rico) Danke.
Hallo. - (Tania) Ah, hi, na?
Hallo. - (Rico) Hallo. Schön, dich zu sehen.
Hallo.
Hallo. - Hey.
Na? - Hey, hi.
Wann ist die Entscheidung gegen die Entführung gefallen?
Volli, was erzählt eine Lösegeldforderung über uns?
Schwäche.
Respekt bekommen wir nur durch einen großen Knall.
*Tür wird geöffnet, geschlossen.*
*angespannte Musik*
(arabisch)
(Bayer) Ich schlage die Stelle am Zedernweg vor.
Ja, dann lass uns das checken. Ort, Zeit, Personal.
Dann brauchen wir Strom, ein sauberes Auto
und eine sichere Kommunikation.
(arabisch)
*Tür wird geöffnet, geschlossen.*
(Mann) Habt ihr den Hammer da liegen lassen?
Ja. Danke, ja.
Haben wir schon gesucht.
Sie werden es schon irgendwann begreifen.
Vielleicht solltest du wirklich einmal überlegen ... Aufzuhören?
(Mann) Was wird denn das hier eigentlich?
Ach, Sensorensicherheitstechnik.
Ah ja, klar.
Ja, dann macht mal weiter.
Auf keinen Fall.
*spannungsvolle Musik*
Was machen Sie denn hier?
Na, äh ... Das ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Ich bin frisch aus dem Osten rübergemacht.
Gleich Arbeit gefunden, herrlich.
Ah, und was wird das? - Musst du das Tiefbauamt fragen.
(Mann über Funk) "Kommen jetzt den Zedernweg hinab."
Was ist los, Alfred?
*Spannungsvolle Musik übertönt Szene.*
Es ist gut, dass du in Polen mit dabei bist.
Das könnte helfen.
*Spannungsvolle Musik übertönt Szene.*
Erwartest du Dank von ihm?
Kohl braucht mich. Und du ihn.
*Spannungsvolle Musik läuft weiter.*
Euer Besuch in Polen könnte ...
könnte ein echter Schritt aufeinander zu sein.
Reden hilft immer.
Deutschland und Polen können sich endlich wieder versöhnen.
Das erste Mal.
*Schwelende Musik übertönt Szene.*
(Mann im Radio) "... haben wir uns dazu entschlossen,
heute eine Regelung zu treffen,
die es jedem Bürger der DDR möglich macht,
über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."
Die machen die Mauer auf. Jetzt.
(Genscher) Alles deutet darauf hin,
dass es eine Kehrtwende von Krenz und Co. ist.
Was ist mit den Russen?
Soweit ich weiß, verhalten die sich ruhig.
Was machen wir jetzt?
Wir fliegen, nach Berlin, sofort. Nein, das können wir nicht bringen.
Wieso? Horst, die Mauer fällt.
Der Ministerpräsident sprach von einem Affront
gegenüber dem polnischen Volk.
Abbrechen geht nicht? Das wäre schlecht.
Vielleicht wäre unterbrechen möglich?
Morgen ist ...
Ghetto. Sonntag, KZ.
Tss ... Da fällt die Mauer, und wir sitzen hier.
Das müssen die Polen doch verstehen.
(Teltschik) Ich denke ja. Wir unterbrechen und kommen wieder.
Alfred.
Die Brücke ist gebaut.
Na dann.
(Mann 1 im TV) "Das ist unsere Stunde."
(Mann 2 im TV) "Einfach nur gucken. Und glücklich sein."
(Frau im TV) "Das darf doch nicht wahr sein.
Mein ganzes Leben lang habe ich darauf gewartet."
*Jubel und Applaus im TV*
(Mann 3 im TV) "Im Prinzip haben wir diesen Tag
herbeigesehnt und herbeigehofft.
Wir Deutschen sind jetzt das glücklichste Volk auf der Welt."
(Mann 4 im TV) "Berlin wird leben,
und die Mauer wird fallen."
(Mitarbeiter 1) Das muss auch noch mit.
(Mitarbeiter 2) Gebt mir die auch noch mit.
Der Rest weg, alles weg damit. Mach mal hin.
(Mitarbeiter 3) Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.
*schwelende Synthie-Klänge*
*Telefonklingeln*
*Schlagzeug kommt hinzu.*
*lässiger Synthie-Rock*
(CIA-Mitarbeiter 1) And this. And this.
(CIA-Mitarbeiter 2) Come on, guys, hurry up.
(CIA-Mitarbeiter 3) Get everything out of here.
(CIA-Mitarbeiter 4) Come on. Let's be quick, guys.
(Mitarbeiterin 1) Beeil dich, beeil dich. Schneller. Schneller.
(Mitarbeiter 4) Das muss schneller gehen!
*Lässiger Synthie-Rock läuft weiter.*
(Kefer) Das nächste Mal treffen wir uns aber in Köln.
Wann? - Na, sobald wie möglich.
Und dann überlegen wir gemeinsam, wie wir alle davon überzeugen,
dass Sie nie bei der RAF gewesen sind.
Ich war nie bei der RAF. - Aber Sie kennen sie.
Na, und, schon Pläne für die Heimat, für Deutschland?
Man hört so Sachen. - Ich höre nichts.
Sehen Sie sie? - Sind ja alle im Ausland.
Gut.
Sehr gut. Dann existiert ja aktuell keine Gefahr.
*Lässiger Synthie-Rock läuft weiter.*
(Rico, englisch)
(Hamid, englisch)
Hier sind 3500 Mark.
Mehr war ohne Quittung nicht drin.
Ist das ein Scherz? - Nun sei mal ganz schön lieb.
Deinen Pass gibt es an anderer Gelegenheit.
Der Fuhrpark ist komplett.
(Rico) Hamid ist da.
*Lässiger Synthie-Rock klingt aus.*
*unbehagliche Musik*
Hey.
(englisch)
(arabisch)
Ich möchte Sie um etwas bitten. Um was?
Verschieben Sie die Umstrukturierung.
Ein Vierteljahr. Vielleicht ein halbes.
*Unbehagliche Musik läuft weiter.*
Ich sprach mit Burgard, Zapp, Kopper.
Alle geben ihre Blockadehaltung auf.
Und van Hooven hat signalisiert,
dass er versteht, was auf dem Spiel steht.
Alfred. Nein.
*Herrhausen verneint.*
*bedrohliche Musik*
*Telefonklingeln* Herrhausen?
Ja, sicher, stellen Sie durch.
Hallo, Helmut.
"Ich rufe an wegen einer Sache, die uns Genscher eingebrockt hat."
Was hat er wieder angestellt?
Genscher hat den Franzosen Zugeständnisse gemacht.
Mitterrand fordert eine gemeinsame Währung
als Bedingung für die Wiedervereinigung.
Sonst bewegt sich gar nichts mit der Zone.
Genscher signalisierte Entgegenkommen. Ist er verrückt?
*spannungsvolle Musik*
Was soll denn das heißen? Sie wollen die D-Mark kassieren.
Eine überstürzte Abschaffung der D-Mark wäre ein Riesenfehler.
Wir hätten viele Mexikos in Europa.
"Ich diskutiere doch nicht über das Ob,
sondern ich will von dir hören, wie."
Ja, aber Helmut ...
"Du sollst über ein Konzept
für die Währungsunion der EU nachdenken
und nicht an den Forderungen der Franzosen herummäkeln."
*schwermütige Streichmusik*
Ja, was soll denn das werden? Esperanto-Geld? Helmut.
*rhythmisches Piepen*
(englisch)
Fuck you.
(Hamid) Fuck!
*Sirenengeheul im TV*
(TV 1) "Der Hinterhalt war perfekt gelegt.
Als die Wagenkolonne des Präsidenten
ein kleines Geschäft passierte, ging die Ladung hoch.
250 Kilogramm Sprengstoff
ließen Moawad und seinen Begleitern keine Chance,
trotz gepanzerter Mercedes-Limousine."
(TV 2) "Die Bombe wurde offenbar per Fernsteuerung ausgelöst ..."
*Telefonklingeln*
"... als der Konvoi vorbeifuhr.
Eine Kupferplatte, die zu einem Projektil verformt war,
wurde gefunden.
Die Polizei sucht jetzt nach einem verdächtigen Mann.
Ein offizielles Bekennerschreibung gibt es bislang nicht."
Hello?
*spannungsvolle Musik*
(englisch)
Hello?
*Besetztton*
*dröhnende Klänge*
Helmut, bedenke das gut.
Wenn wir jetzt eine Gemeinschaftswährung einführen,
zum Beispiel mit Italien oder so,
dann ist deren Wirtschaft erledigt.
Die Franzosen fordern es. Was soll ich machen? Ablehnen.
Zuerst braucht es einen Gesamtplan
für die Volkswirtschaften im Osten wie auch im Süden Europas.
Dann mach einen Plan. Nicht in der Geschwindigkeit.
Das geht nicht von heute auf morgen.
Ach, du kannst das schneller.
Helmut, ich bin doch auch für eine gesamteuropäische Lösung.
Das ist doch klar.
Aber die Ostblockstaaten sind ohne Hilfe ein Pulverfass.
Wie willst du die einbinden?
Wir binden erst mal nur die Zone ein, fahren auf Sicht.
Überstürzen wir das, verlieren wir die Kontrolle.
Wir haben die einmalige Chance.
Wer soll das denn bezahlen?
Ohne einen wirtschaftlichen Gesamtplan für ganz Europa
kocht jeder sein Süppchen, wir zahlen die Zeche.
Und holen es uns doppelt und dreifach zurück.
Was ist denn daran so schwer zu begreifen?
Wir sagen Mitterrand zu.
Er lässt uns mit der DDR machen, was wir wollen.
Dann sehen wir weiter.
*angespannte Musik*
*dramatische Opernmusik*
(Christians) Alfred, verschieben Sie die Umstrukturierung.
Ein Vierteljahr, vielleicht ein halbes.
(Moskowski) Ich habe mich getäuscht in Ihnen.
Ich hatte immer gedacht, Ihnen reicht es,
wenn die DDR volles Mitglied in der EG wird.
Als Banker sollte ich damit wohl zufrieden sein.
Was sind Sie denn sonst noch?
Ein deutscher Staatsbürger, der es bedauern würde,
wenn er auf die Wiedervereinigung verzichten müsste.
Sie sind also tatsächlich für die Wiedervereinigung?
Ja, durchaus.
Dann müssen Sie aber ein biblisches Alter erreichen.
Das habe ich auch vor.
Dann auf Ihre Gesundheit, Doktor.
Sa sdorowje. (alle) Sa sdorowje.
Ich sprach mit Burgard, Zapp, Kopper.
Alle geben ihre Blockadehaltung auf.
Und van Hooven versteht, was auf dem Spiel steht.
*dramatischer Operngesang*
*Dramatische Opernmusik klingt aus.*
*sphärische Musik*
*Wind pfeift.*
Herr Dr. Herrhausen?
Guten Morgen, Wasner.
Das ist jetzt wahrscheinlich unpassend,
aber ich habe über Ihre Frage nachgedacht,
was der Plan für mein Leben wäre.
Auch, ja, außerhalb ... Gut.
... Karriere.
Dann wollen wir den Vorstand mal zum Jagen tragen.
Viel Erfolg.
*ruhige Klaviermusik*
Dr. Herrhausen. Guten Tag.
Kommen Sie rein.
Guten Morgen, Herr Burgard. Guten Morgen.
Guten Morgen.
Nehmen Sie Platz.
Guten Morgen. Guten Morgen.
Guten Morgen.
Gegen große Widerstände
und zum Teil durchaus berechtigter Bedenken ...
wagen wir uns nun auf eine neue Reise.
Das Investmentbanking ist der Schlüssel zum 21. Jahrhundert.
Wir haben gestern in London unsere Zukunft unterschrieben.
Danke, Herr Kopper.
Mit Grenfell im Rücken steht uns die Welt offen.
Vor dem Hintergrund der offenen Grenzen
müssen wir unsere Unternehmensstruktur reformieren.
Eine einmalige Chance. Die Mauer ist gefallen.
Vielleicht sollten wir den Staub des Mauerfalls sich setzen lassen
und demütig schauen,
wohin die Reise gehen könnte nach dieser Revolution.
Revolution, ja?
Sehen Sie hier irgendwelche Toten, Mündungsfeuer?
Revolution? Wo?
Was Frau Schneider-Lenné sagen möchte, ist,
dass die durchaus erfreuliche Entwicklung in der DDR
das Ergebnis einer klugen deutschen Wirtschaftspolitik ist.
Wenn die in Ostdeutschland dahinterkommen ...
Dann sind wir schon einen Schritt weiter. Oder zwei.
Übernimmt unser Haus nicht die Verantwortung in Europa und
die Vorreiterrolle im Umgang mit den Märkten, werden es andere tun.
Und die werden es garantiert tun. - Ob wir wollen oder nicht.
(Enders) Sie werden den globalen Handel
einer Gewinnmaximierung unterziehen.
Entweder wir sind dabei und haben die Chance mitzugestalten
oder eben nicht.
Das ist nicht von der Hand zu weisen.
Weil es die Wahrheit ist.
Wenn wir dabei sein wollen,
müssen wir unsere Bank zentral und effizient aufstellen.
Tja, dann machen wir das, in drei Gottes Namen.
Wir sollten vorher schon abstimmen, oder?
Also ja, jetzt, wo Sie es sagen.
Vielleicht sollten wir vorher das Weihnachtsfest verstreichen lassen.
(Burgard) Lampenfieber, Frau Schneider-Lenné?
Vor der Abstimmung? Das hatte ich auch früher.
Aber um herauszufinden, ob es funktioniert,
müssen wir es ausprobieren.
Vielleicht sollten wir erst mal abstimmen,
ob wir wirklich abstimmen wollen.
Also, wer ist für eine Abstimmung zur Umstrukturierung der Bank?
Den bitte ich, die Hände zu erheben.
*angespannte Musik*
Das ist einstimmig. Das ist gut.
So, dann kommen wir zur eigentlichen Abstimmung.
Wer für die Umstrukturierung der Bank ist ...
den bitte ich um das Handzeichen.
Ich lege mein Veto ein. - (Schneider-Lenné) Ich wusste es.
(van Hooven) Liebe Kollegen,
mich hat der Umstrukturierungsplan in seiner Gänze nicht überzeugt.
*nachdenkliche Klavierklänge*
Wie können Sie es wagen? Zu widersprechen, meinen Sie?
Nein. Uns alle hier zu täuschen.
Na, nicht ich bin es, der hier täuscht.
Was Sie uns mit diesem Plan hier aufzwingen wollen,
ist die Manifestation der Auflösung aller unserer Tugenden.
Und ich verspreche es Ihnen, meine Herren,
wenn das Investmentbanking in diesem Haus einzieht,
ist der Ausbeutung von Staat und Kunde Tür und Tor geöffnet.
Ich versuche, mit meinem Veto dafür zu sorgen,
dass wir in den Stammhäusern die Kontrolle behalten.
Wieso haben Sie nichts gesagt? Das habe ich, mehrfach.
Sie hätten mir nur zuhören müssen. Und jetzt hören Sie mir mal zu.
Ich stelle Ihnen jetzt hier und heute
mein Erneuerungsprogramm zur Disposition.
Nehmen Sie es an oder ich trete zurück.
Ohne diese Veränderung
wird diese Bank in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Und ich nehme mir jetzt die Freiheit ...
darüber nachzudenken, ob ich ...
an diesem Untergangsszenario beteiligt sein möchte.
War das nötig?
Herr Dr. Herrhausen hat alles an diese Pläne geknüpft.
Alles.
Und wie Herr Dr. Herrhausen so schön zu sagen pflegt,
wer rausgeht, kommt auch wieder rein.
"Es ist eine große und schwierige Zeit
und ich hoffe, dass spätere Generationen sagen werden,
wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und unsere Pflicht getan."
Unsere Pflicht getan.
"Dein, Helmut."
Wollen Sie dem Kanzler nicht antworten?
Tun Sie das nicht.
*aufgeweckte Streichmusik*
Bitte.
Sie sind so viel besser als alle anderen.
*Tür wird geöffnet.*
Ist es wahr? Was?
Na, Sie treten zurück. Sagt wer?
Ich will es gar nicht wissen.
*Aufgeweckte Streichmusik läuft weiter.*
Dann will ich Ihnen sagen, dass ich ...
also wir, die Bank ...
Sie gut gebrauchen können.
Auch in Zukunft.
Machen Sie sich keine Sorgen, Thomas.
*Aufgeweckte Streichmusik läuft weiter.*
Ziehst du das wirklich durch?
Die brauchen nur mehr Zeit.
So viel Zeit, wie die brauchen, gibt's gar nicht.
*Aufgeweckte Streichmusik läuft weiter.*
(Jakob) Wenn Sie aufhören, dann ...
dann höre ich auch auf.
Wir müssen das, was wir denken, auch sagen.
Und wir müssen das, was wir sagen, auch tun.
Und wir müssen das, was wir tun ...
dann auch sein.
*Wähltöne*
*Freiton*
Büro Dr. Herrhausen?
"Frau Pinckert, lassen Sie uns meinem Freund Helmut
auf seinen Brief antworten."
Gut.
"Sind Sie so weit?" Bereit.
Schreiben Sie: "Lieber Helmut. Vielen Dank für deinen Brief."
Nein, warten Sie.
Nein, schreiben Sie nicht "lieber Helmut".
Schreiben Sie lieber "Dr. Kohl".
"Lieber Dr. Kohl, ganz ohne Zweifel
handelt es sich beim Mauerfall
um eine unerhört wichtige politische Chance.
Die Befürchtung, diese Chance
ungenutzt verstreichen zu sehen, beschäftigt mich auch.
Vor allem die Kosten, die durch die Ostblockstaaten
auf uns zukommen werden,
lassen mich Folgendes erwägen.
In Erinnerung an ein 'Notopfer Berlin'
könnten wir in einer großangelegten Aktion
die Deutschen dazu auffordern, ein 'Notopfer Polen' zu bringen.
Wenn jeder Deutsche ..."
Nein: "Wenn jeder Bürger der Bundesrepublik Deutschland
pro Monat zehn D-Mark zur Verfügung stellen würde,
kämen im Jahr Milliardensummen zusammen."
Nein, wirklich?
Natürlich, Frau Pinckert.
Schicken Sie den Brief per Boten. "Ja."
Und machen Sie mir einen Termin bei ihm. Noch heute, ja?
"Selbstverständlicher, Herr Doktor."
Ist Herr Kopper schon da? "Sollte jeden Moment auftauchen."
Sehr gut, der soll in meinem Büro warten ...
*tickendes Klacken*
*ruhige Klavierklänge*
*tickendes Klacken*
*unrhythmisches Pochen*
*ruhige Musik*
*Ruhige Musik läuft weiter.*
*Es läuft dynamische Popmusik.*
(Radio) "So kann kein Zweifel an der Urheberschaft der RAF
am Anschlag auf Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen bestehen,
wie die Brutalität des Vorgehens, die Auswahl des Opfers
und das in unmittelbarer Nähe zum Tatort gefundene Blatt
mit RAF-Symbol belegen."
(Volker) Thank you.
(Radio) "So sagte Innenminister Schäuble
zur Ermittlung im Fall Herrhausen:
'Es ist Erfahrungstatsache, dass mit jedem neuen Verbrechen
auch die Chancen größer werden, die Täter endlich zu fassen.'"
*dynamische Klavierklänge*
*Dynamische Klavierklänge laufen weiter.*
Untertitel: No Limits Media, 2024
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