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"Wir sollten genau jetzt anfangen, Brücken zu bauen."
"Ein Kredit für die Russen, unter dem Radar."
Mit Absicherung des Bundes? "Natürlich."
Wenn wir am Markt sind... "Mich interessiert Deutschland."
(englisch)
Daher schlage ich sie als erste weibliche Führungskraft vor.
(Gelächter)
(Mielke) Wo ist die RAF, wenn man sie mal braucht?
*Es läuft ruhige Streichmusik.*
Vermisst Sie Ihre Frau eigentlich, wenn Sie ständig unterwegs sind?
Meiner Frau ist es ganz recht, wenn ich ihr nicht ...
(Bodyguard) Markus, sichern!
(Security 1) Deckung! - (Security 2) Deckung!
(Security 3) Runter. - (Security 4) Deckung!
*Schüsse*
(Bodyguard) Noch ein Dritter.
*dumpfe Geräuschkulisse*
Ah.
(Security 5) Oh nein! Deckung!
*Trillerpfeife*
(Schütze 1) So, das war's. Kommt raus, Jungs.
Gut. Sehr überzeugend.
Herr Dr. Herrhausen?
Danke.
Herr Dr. Herrhausen?
Haben Sie sich wehgetan?
War ich so überzeugend?
Allerdings.
Tun Sie mir einen Gefallen.
Im Ernstfall, werfen Sie sich nicht dazwischen.
Das ist mein Job. *Herrhausen ächzt.*
(Jakob) Vorsicht. - Gut, kommen Sie.
*Herrhausen stöhnt.*
Ach, geht schon.
*dynamische Titelmusik*
*Signalgong*
*Durchsage auf Russisch*
*beklemmende Musik*
(Tania) Ich habe nicht viel Zeit. - Guten Tag, meine Liebe.
Ich finde bin weder Ihre Liebe noch ist dies ein guter Tag.
Die Sowjets stehlen sich immer mehr aus der Verantwortung.
(Wild) Wir verfolgen ebenfalls
die konterrevolutionären Entwicklungen im Kreml.
Außerdem kotzt es mich tierisch an,
von Ihnen hierher zitiert zu werden.
Was wollen Sie von mir?
Mal auf den Gedanken gekommen, dass ihr für das Geld von uns
auch mal was Konkretes liefern müsst?
Wir sind nicht käuflich. - Das weiß ich doch.
Aber vielleicht arbeiten wir jetzt mal wieder etwas enger zusammen.
Im Libanon?
In Frankfurt.
Wir nehmen keine Aufträge an.
Von niemandem.
*unbehagliche Musik*
*Sie seufzt.*
Tss ...
Rufen Sie bitte den Wasner runter, ich kann heute nicht hoch.
Ich kann Sie auch ins Krankenhaus fahren.
Das ist ja Gedankenübertragung.
Große Neuigkeiten. Was?
Morgan Grenfell, aus London, hat die Krise schwer zugesetzt.
John Cravens Investmentbank. Und sucht dringend einen Retter.
Was sagt Schneider-Lenné dazu? Ist völlig aus dem Häuschen.
Wenn die mit uns sprechen, sprechen die auch mit anderen.
Wir schicken Schneider-Lenné und Kopper da rüber.
Dann sollen die die Modalitäten für einen möglichen Kauf prüfen.
Und morgen mache ich es dann beim Vorstand offiziell.
Morgen? Ja, wir dürfen keine Zeit verlieren.
Machen Sie mir ein Dossier fertig für die Sitzung,
über die Vorzüge eines Kaufs von Grenfell.
Und dann sind Sie pünktlich um zehn da. Nein, nein, nein.
Sie kommen nicht pünktlich. Sie kommen um 10.04 Uhr.
Ich soll die Sitzung stören?
Die werden sich so aufregen über die Umstrukturierung,
dass sie über das neue Thema froh sind.
Sie dürfen auch auf meiner Couch schlafen.
Na los, Schnelligkeit beginnt im Kopf.
Ja.
*fröhlicher Synthiepop*
*Lied: "Josephine" von Christophe Deschamps*
♪ Tu m'animes. ♪
Come on. Tania, come on.
♪ Je me donne. ♪
Yay.
(beide) ♪ Ça m’étonne. ♪
*Fröhlicher Synthiepop stoppt.*
(englisch)
*unruhige Musik*
*Handbremse klackt.*
*Knarzen*
(Tania) Hey.
(Volker) Hat Ostberlin die Kohle rausgerückt?
Sie unterstützen uns weiter. - Hört sich gut an.
Jetzt können wir endlich aktiv werden.
(Volker) Hier.
Wir nehmen keine Aufträge an. - Habe ich auch gesagt.
Herrhausen ist an der Spitze der faschistischen Kapitalstruktur.
Das fällt Wild ausgerechnet jetzt ein?
(englisch)
(Rico) Kohl ist ein Idiot.
(Rico)
(Tania) Er hat so viel Macht, da träumt der Kanzler von.
Wie ich höre, können Sie sich nun mit der neuen Technik anfreunden.
Unglaublich, was die Dinger können.
Ich für meinen Teil suche lieber das direkte Gespräch.
Auf die analoge Art und Weise haben Sie auch sicher direkt
über das Konzept zur Umstrukturierung sprechen können.
Ja, das liegt uns vor.
Wie ist Ihr Fazit?
Volker, was ist los mit dir?
No.
In unseren Stammhäusern würden wir
mehr und mehr der Kontrolle beraubt,
weil die Entscheidungen ja dann in Frankfurt gefällt würden.
Wir schwächen nicht, wir stärken die Bank.
Ich weiß nicht, wie schwierig ein Wandel
in Struktur und Kultur unserer Bank ist,
und frage mich, wie wir weiterkommen können.
Was sagt denn der Aufsichtsrat dazu?
Der wird sich unseren mutigen Bestrebungen nicht widersetzen.
Also, meine sind das nicht.
Wie wäre denn ein Testlauf?
Wir schalten Frankfurt und Düsseldorf zusammen.
Dann bewerten wir es. Gut.
Dann stimmen wir doch ab. Wer ist dafür?
Wer ist dagegen?
Und Enthaltungen?
Eine.
Sie können ja trotzdem weiter entscheiden,
denn Sie sind ja gerade alle hier in Frankfurt.
Ich entschuldige mich für meinen Assistenten.
Er ist noch ungeübt im Lesen der Uhr. Verzeihung.
(Tania) Eine Bombe?
Wieso das denn? Wofür?
Danke, und bitte beim nächsten Mal pünktlich, Herr Wasner.
(Wasner) Ja.
Verzeihung.
Ich bitte Sie, über diesen neuen Punkt
unbedingt Stillschweigen zu bewahren.
Morgan Grenfell sucht einen weißen Ritter.
Sie können sich vorstellen, dass wir nicht die Einzigen sind,
die einen Partner für das Investmentbanking suchen.
Ich wusste nicht, dass wir auf der Suche sind.
Eine Übernahme von? - Morgan Grenfell.
Ja. - (Burgard) Investmentbanking?
(van Hooven) Mal abgesehen von den horrenden Kosten,
geht das sicher zu Lasten des traditionellen Kundengeschäfts.
Dafür könnten wir am Markt ganz neu auftreten.
Frau Schneider-Lenné.
Wir haben keinerlei Erfahrung mit hohen Renditen und hohem Risiko.
Keine Deutsche Bank macht so etwas.
Sie haben vollkommen recht, wir wären die Ersten.
Aber unsere Konkurrenz wird in Zukunft
nicht der Sparkassenverband sein,
sondern Global Player wie Morgan Stanley, wie Goldman Sachs,
Merrill Lynch oder Lehman.
Das sind Banken mit einer Eigenkapitalrendite
von 20 bis 25 Prozent.
Das ist kaum unsere Konkurrenz.
Und ich bezweifle, dass Sie das einschätzen können.
Das Investmentbanking wird kommen. Mit oder ohne uns.
Wenn es mit uns kommt, haben wir es in der Hand,
die Weichen zu stellen.
Nehmen Sie die Credit Suisse.
Das wäre vor fünf Jahren undenkbar gewesen.
Dank des Investmentbankings
sind die präsent auf dem amerikanischen Markt.
Das ist wahr.
Wir haben so etwas noch nie gemacht.
Was eine ganz gute Beschreibung ist für "neu".
Vielleicht wissen wir zu wenig
über eine solche Akquise und ihre Vorteile.
Oder ihre Nachteile.
Dann beschaffen wir uns doch mehr Wissen.
Sie wollen durch die Hintertür.
Nein, Herr Kopper geht durch die Vordertür
und nimmt Frau Schneider-Lenné mit, sie war lange in London.
Und sie prüfen einen möglichen Deal.
Einen ersten Schritt vielleicht. Aber entschieden ist noch nichts.
Gut. Dann lassen Sie uns abstimmen. Wer ist dafür?
Zigarette?
Danke.
Einstimmig. Wollten Sie gerade rauchen? Nein, nein.
Gutes Timing, Wasner.
Danke.
Ähm ...
Ich wollte Sie gerne zum ... zum Abendessen einladen.
Also ein richtiges Abendessen. Und Ihre Frau natürlich.
Also Ihre Frau, Sie und ich.
Ich habe jemanden kennengelernt und ...
In Ihrem Alter hatte ich den Untergang einer Welt erlebt.
Deswegen hatte ich an gewissen Dingen kein Interesse mehr.
Gehen Sie mit Ihrer Eroberung ins Kino
und stellen Sie sich dem Dilemma, ausgeschlafen hier zu erscheinen.
Gut?
Ja.
Ähm, und wie sieht es aus mit den Plänen zur Umstrukturierung?
Alles zu seiner Zeit.
Ja.
*schwermütige Musik*
Danke. Gute Nacht.
Gute Nacht.
Sieht man noch was?
Fast überhaupt nicht.
*Schwermütige Musik läuft weiter.*
(Tania) Ich verstehe das nicht. Wieso immer den?
Warum hört der auf Volker? Hm?
Mach dir nichts draus.
Er hat seine eigenen Pläne. Du wirst sehen.
In Deutschland stehen auf jeden Fall schon alle bereit.
*Schwermütige Musik übertönt Dialog.*
Er ist schneller zurück, als du denkst.
(Kind) Danke.
Ich muss noch Mathehausaufgaben machen,
Englisch und Deutsch ...
(sächsisch) Augen auf bei der Berufswahl.
Sag einmal, du Trottel. Unauffälliger geht's nicht?
Pack dein Zeug, du Amateur.
Dein Typ wird verlangt.
(TV) "Zum Auftakt des zweitägigen Warschauer-Pakt-Gipfels in Bukarest
hat der sowjetische Staatschef Gorbatschow darauf gedrängt,
dass jedes Mitgliedsland das Recht auf seinen eigenen Weg habe.
Er betont das Selbstbestimmungsrecht
und die freie Wahl der politischen Entwicklung.
Er hoffe, dass seine Politik der Perestroika
als Beispiel dienen könne.
Hauptgegner der Reformen sind das Gastgeberland Rumänien,
die Tschechoslowakei und die DDR."
(Gorbatschow, Voiceover) "Die Welt applaudiert,
und die Skeptiker rätseln ..."
Wow, auf den ist Verlass. Und was heißt das für uns?
Er erweitert den Handlungsspielraum.
Seinen oder unseren?
Seiner ist unserer.
Also kriegen die Russen doch noch einen zweiten Kredit von uns.
Wie weit ist Kopper mit dem Grenfell-Vertrag? Fast fertig.
Aber die verlangen immer neue Zugeständnisse.
Ja, ähm, gute Reise. Danke.
Gorbatschow war not amused von deiner Gängelei.
Du verstehst mich falsch. Ich bin zuversichtlich.
Die haben halt keine Ahnung von Markwirtschaft.
Der Kapitalismus ist für die böse. Wirtschaftlich wird das sinnvoll.
Aber diplomatisch ... Ich bin auch kein Diplomat.
Schau, der erste Kredit war wichtig, um herauszufinden ...
Ob wir dem Gorbatschow vertrauen können, ja. So.
Jetzt müssen wir die beiden deutschen Staaten annähern.
Dafür brauche ich Gorbatschow, England, Frankreich und Amerika.
Kredit ist nicht gleich geschenkt.
Wir bürgen wir für das Geld.
Wir wollen Märkte erschaffen, damit Dinge entstehen können.
Ich habe Hochachtung vor Gorbatschow.
Aber wir dürfen nicht nur Geld rüberschicken.
Wir müssen uns platzieren. Siemens, Thyssen, Daimler.
Die Russen wollen keine Waren.
Egal, was die Russen wollen, was wollen wir?
Gorbatschow will den Kredit ohne Bedingungen.
Es kann uns doch völlig egal sein, was er mit dem Geld macht.
Hauptsache, wir haben ihn auf unserer Seite.
Gorbatschow kriegt was und wie er es will.
Helmut, Geld, das nicht gebunden ist an Projekte, ist ein Fehler.
Da können wir nicht gestalten. Doch.
Er muss uns vertrauen wie wir ihm.
Tritt mit großer Strahlkraft auf. Da bin ich ja absolut d'accord.
Da mache ich mir eben Sorgen. Was?
Stimmt es, dass deine Umstrukturierungspläne
für die Bank auf eher geteiltes Echo stoßen?
Sagt wer? Don Alfredo, stimmt es?
Es ist wie mit dem Arbeitnehmerflügel deiner Partei.
Die hängen am Alten. Schauen nicht über den Rand.
Die zaudern bei jeder neuen Bewegung.
Aber am Ende habe immer noch ich hier die Hosen an.
Ich muss mich auf dich verlassen können,
sonst sehe ich mich gezwungen ...
Nach neuen Lösungen zu suchen?
Komm, Essen ist fertig.
"Aber was meinst du?"
Wie lang dauert das noch bis zur Demokratie im Ostblock?
Es sind zwei Generationen nötig.
Eine, die es will, und dann eine, die es kann.
Mr Kissinger. Thank you.
*Piepen* All good.
(Durchsage) "Liebe Reisende,
auf Gepäckband drei beginnt in wenigen Minuten
die Kofferausgabe des Flugs ON6904 aus Toronto.
Bitte beachten Sie,
dass Gepäckstücke in Übergröße und Schwergepäck
am Ende der Halle rechts abgeholt werden.
Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt in Wien."
Wie war Ihre Reise? - Sind Sie völlig bescheuert?
Nein. Ich möchte Ihnen helfen.
Sie sollen mir nicht helfen.
Das kommt darauf an,
ob Sie an einem Weiterleben interessiert sind.
Ist das eine Drohung? - Nein.
Wie könnte ich?
Erstens steht die PFLP ganz fest hinter Ihnen.
Und zweitens werden Sie vom Geheimdienst in Ostberlin gedeckt.
Wir als Verfassungsschutz können Ihnen helfen auszusteigen.
Fällt aus. - Volker, Volker, Volker.
Volker, Sie sind in Lebensgefahr.
Die Amerikaner haben Sie im Visier.
Ostberlin sagt sich ja jetzt, zumindest offiziell,
von der Terrorunterstützung los.
Und Al Fahoum steht auf der Gehaltsliste der CIA.
Schwachsinn.
Was denken Sie, warum ich weiß, dass Sie hier sind?
Sie haben keine Verbündeten, Volker.
Aber Sie haben eine Chance. - Ich bin kein Verräter.
Das weiß ich doch. Wir wollen Sie von der Straße holen.
Und dafür verlangen wir lediglich, dass Sie die Waffen strecken.
Ich könnte Ihnen niemals vertrauen. Was haben Sie denn anzubieten?
Meine Behörde könnte Ihnen zum Beispiel
beim Stricken einer Legende helfen, die Ihre bisherige Laufbahn,
wollen wir es mal freundlich formulieren,
ein wenig begradigt.
Mittelfristig bringen wir Sie in die BRD zurück.
Sie können eine Ausbildung machen. Eine Familie gründen.
Viel zu gefährlich.
Ich werte das mal als ein Ja.
Aber lassen Sie uns nichts überstürzen. - Das war kein Ja.
Hier können Sie mich fast immer erreichen.
Und vergessen Sie Ihr Gepäck nicht.
*lässiger Synthie-Rock*
Wer war denn das?
Herr Dr. Herrhausen, hätten Sie noch eine Minute?
Was gibt es denn?
Ich habe Kopper begleitet.
Er führt die Grenfell-Recherche in London mit großer Akribie.
Er schwärmt, verspricht denen viel.
Gut. Das heißt, der Deal kommt.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass er eigene Ziele verfolgt.
Wie kommen Sie darauf? Nun, der Deal wird immer teurer.
Jetzt fangen Sie auch noch an. Kopper ist mein treuester Mann.
Ja, aber sehen Sie es denn nicht?
Kopper schmiedet einen Deal, den der Vorstand nie annehmen kann.
I guess you just have to trust us.
Sein Scheitern ist Ihres.
I trust you.
Verhindern Sie das. Deswegen habe ich Sie ja hingeschickt. Danke.
*schwelende Musik*
Ja, Scheiße.
(Schneider-Lenné) Allerdings.
Lieber Herr Kopper,
vielen Dank für den Zwischenbericht aus London.
Wie Sie wissen, bin ich der Meinung,
dass unsere Bank das Gegenteil von dem werden muss,
was unsere Bank gerade ist.
"Lieber Herr Kopper ..."
*Er ächzt.* *Spulen*
"Wir dürfen die Lage nicht einseitig beurteilen.
Wir müssen die Perspektive wechseln.
Im Sinne der res publica."
Dass unsere Bank werden muss ...
Magst du nicht ins Bett kommen? ... was unsere Bank ist.
Ich komme gleich, mein Schatz.
Sie muss global ... denken.
Sie muss global denken,
sie muss selbstbewusst und modern agieren.
Und dazu müssen die, die dem neuen Denken
nicht folgen können, ausgetauscht werden.
Und global ...
*ruhige Musik*
Hey, das ist Volker.
Immer werden die Probleme nächsten Jahrzehnte sein,
wenn wir es nicht schaffen,
aus der ökologischen Katastrophe die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Ist ideal.
Ein Drittel der Weltbevölkerung
hat noch nicht mal Zugang zum Konsum.
Daher müssen wir ein Drittel der Weltbevölkerung
erst mal in die Lage versetzen, konsumieren zu können.
Ein Politiker denkt nur auf vier Jahre,
bis zur nächsten Wiederwahl.
Du musst Staatsmann sein und nicht Politiker.
Lieber Herr Kopper ...
Sie sind ein kluger Mann, verhalten Sie sich auch klug.
Sie besitzen ...
mein Vertrauen.
Alfred? ... mein Vertrauen.
Ja? Ich würde gerne ins Kino.
Ja.
Das ist deppert, aber ... Ich habe es oft gesagt. Nein.
... zum dritten Mal "Dirty Dancing".
Richtig entscheiden. Reden Sie mit mir?
Nein, wieso? Wieso fragen Sie mich das ständig?
Nicht das Fenster öffnen. - (Rabe) Sprichst du mit mir?
(Bodyguard) Alles in Ordnung. Das ist nicht einfach.
(Rabe) Sprichst du mit mir, Alfred?
Nein. Wieso soll ich mit dir sprechen?
Weil du Federn im Gesicht hast.
Ich habe doch keine Federn im Gesicht. Spinnst du?
(Bodyguard) Reden Sie mit mir? Nein, wie oft denn noch?
Was denn? Sie fragen mich immer, ob ich ...
Warum ... Warum ... Warum lassen Sie Ihre Frau nicht ins Kino gehen?
Ja, soll sie doch ins Kino fahren. Was habe ich denn dagegen?
Traudl?
Traudl, warst du gerade hier ... Aua.
Ah.
Traudl?
Traudl?
*Er schreit auf.*
*hoher Piepton*
(Schwerster 1) Klemme.
(Chirurg) Etwas tiefer.
(Schwerster 2) Mehr Licht.
Alfred.
Hallo.
Traudl.
Jetzt hast du endlich einmal Zeit, Ruhe zu geben.
Meinst du, wir sollten die Sprache in der Bank
auf Englisch umstellen?
Damit dich am Ende gar keiner mehr versteht.
Versteht mich doch eh keiner.
Augustinus.
Alfred. Das ist ja eine Überraschung.
Du hast Glück gehabt, dass du dir nicht den Hals gebrochen hast.
Der Mensch geht so schnell aus wie eine Laterne.
Und wenn du das nicht begreift ...
Ich brenne doch noch. (lachend) Ja.
*Herrhausen seufzt.*
Wo ist Traudl?
Die Blumen sind von ihr.
*melancholische Klaviermusik*
(liest) "Für den Fall meiner Entführung ..."
(Traudl und Herrhausen) "... bitte ich auf Erpressungen,
die sich gegen den demokratischen Rechtsstaat der BRD richten,
nicht einzugehen."
"Alfred Herrhausen."
*Melancholische Klaviermusik läuft weiter.*
(liest) "In der Stille liegt die Kraft."
Ach, Traudl.
*Er lacht leicht.*
So.
Dann wollen wir mal.
*Er stöhnt.*
*Melancholische Klaviermusik läuft weiter.*
*Telefonklingeln*
(Kissinger) "Alfred, hier ist Henry."
Ach, Henry, hallo.
(englisch)
Oh, ich versuche gerade, festen Boden unter die Füße zu kriegen.
Oh, ja, thank you.
Bye, Henry.
*sanfte Klaviermusik*
Alfred. Was machst du denn?
Mein Füller ist unter das Bett gekullert. Den suche ich.
Komm. Komm, jetzt lass dir helfen. Nein, gib mir mal den Stuhl da.
Komm. Geht's? Das geht schon.
Ach, jetzt schau nicht so streng.
Ich schaue nicht streng.
Wenn ich streng schauen würde, würdest du nicht so grinsen.
Ich habe eine neue Hüfte. Ich weiß.
Ja. Ich weiß, dass du eine Hüfte hast.
Die alte war Ausschuss.
Alfred. Was?
Wann hört das auf?
Stillstand ist der Tod, Traudl.
Zabel hat gesagt, du hast mit einem Raben geredet?
Das halte ich für maßlos übertrieben.
Wenn du rauskommst, machen wir eine Pause. Unbedingt.
Versprochen? Versprochen.
Ich habe schon gebucht. Wann?
Vom 10. bis zum 24.
Da kann ich nicht.
Da bin ich noch in Moskau mit Kohl.
Ich kann diesen Namen nicht mehr hören.
Aber Kohl braucht mich. Und du brauchst eine Pause.
Abstand, Ruhe.
Nach Moskau.
Gut, nach Moskau. Bitte.
Aber bis Moskau absolute Bettruhe.
Absolut.
Versprochen? Dr. Herrhausen.
Absolut. Du bist so deppert.
(Burgard, lachend) Investmentbanking.
(van Hooven) Schuldenerlass, und dann auch noch die Zentralisierung.
(Schneider-Lenné) Koppers Scheitern ist Ihr Scheitern.
Gorbatschow steht vor der gleichen Mammutaufgabe wie ich.
Ein Unternehmen reformieren, wo keiner an den Wandel glaubt.
(Schneider-Lenné) In drei Tagen stimmen wir ab. Ohne mich?
Wenn Sie nicht dabei sind, wird der Vorstand den Deal ablehnen.
Das lasse ich nicht zu.
*aufgeweckte Musik*
(Kopper) Das Geld ist teuer, aber ich sehe Licht am Horizont.
Sollten wir für Grenfell ... 'tschuldigung.
Bleiben Sie sitzen.
Danke für die Ehre, aber lassen Sie uns beginnen.
(Sprecher, englisch)
(Kefer) Mann.
Wo kommt das her?
Mossad. Die sagen, das seien Palästinenser aus dem Libanon.
Geheimes Kommuniqué.
Plus Todesliste der RAF.
Ganz oben Kohl, Stoltenberg, Herrhausen.
"Rohwedder, Genscher, Weizsäcker, Teltschik, Schäuble."
Meine Fresse.
Danke, lieber Herr Kopper, für Ihren Bericht.
Grenfell wird uns trotz aller Unwägbarkeiten
den Schritt in die Zukunft des Marktes ermöglichen.
Aber finden Sie diesen Deal denn nicht viel zu teuer?
Nein, ich habe gehört, dass Herr Kopper sehr klug verhandelt hat.
Dann darf ich noch einmal anders fragen.
Warum ist dieser Deal so teuer, Herr Kopper?
Weil wir nicht die einzigen Bieter sind.
Die Millionen, die wir investieren,
werden sich um ein Vielfaches auszahlen.
Das ist doch reine Spekulation. Nein, Investition.
Die völlig ungewiss ist.
Ja, wie das Leben. Das Leben ist kein Picknick, nicht wahr?
Wie Herr Kopper berichtet, fordert Grenfell einen Sitz im Vorstand.
(englisch)
Ist das in Stein gemeißelt?
Da war wenig Spielraum.
Dann hoffe ich, dass es nicht meiner ist.
Seien Sie sich bitte der Tragweite dieser Entscheidung bewusst.
"Dieser Deal wird uns zu einer der größten Banken der Welt machen."
Nicht dass wir die Bank of America übernehmen ist wichtig.
"Sondern, dass die Bank of America fürchtet, wir könnten es tun."
Dann bitte ich die, die dafür sind, um ihr Handzeichen.
Teurer Sieg. Ich weiß.
*düstere Musik*
*Stimmengewirr auf Dänisch*
(Hunt, englisch)
(dänisch)
*Durchsage auf Dänisch*
*Kontrolleur spricht dänisch.*
(englisch)
Danke für die Einladung. Es ist mir eine Ehre, hier zu sein.
*Dolmetscher spricht russisch.*
Es freut mich, dass Sie unsere Einladung annahmen.
Wir sind auf dem richtigen Weg, die Perestroika zu beschleunigen.
Was machen Sie denn am Wochenende?
Schlafen. Ah.
Hoffentlich haben Sie noch Schnee. Ja, das wäre sehr wünschenswert.
Meine Frau freut sich wahnsinnig auf diesen Urlaub.
Wir haben schon dreimal verschoben.
(Durchsage) "Frau Dr. Herrhausen, Telefon."
"Frau Dr. Herrhausen, der Bundeskanzler ist dran."
Herrhausen? "Hallo, Traudl, Helmut hier.
Wie geht's Ihnen?" Ist etwas passiert?
"Was soll passiert sein?"
Wenn Sie in der Klinik anrufen, ist was passiert.
"Nein, nein. Nein.
Ich rufe lediglich an, weil ich eine Bitte habe.
Nachdem ich bei der guten Frau Pinckert auf Granit beiße,
bleiben nur noch Sie als meine letzte Hoffnung."
Worum geht's?
*unbehagliche Musik*
Hat es einen Anschlag gegeben? Nicht dass ich wüsste.
Aber vielleicht haben die Ihre Sicherheitsstufe wieder erhöht.
Alfred.
Helmut. Ich habe gute Nachrichten.
Ich auch. Du zuerst.
Der Warenkredit mit den Russen steht.
Wenn Gorbatschow kommt, können wir unterschreiben. Wunderbar.
Es hat sich rumgesprochen.
Gestern ruft mich der ungarische Präsident an und sagt,
dass er bereit ist mitzuziehen, wenn wir ihm helfen.
Das ist doch großartig. Das freut mich, Helmut.
Du musst sofort nach Budapest.
Ich habe Außenminister Horn dein Kommen angekündigt.
Hier sind die Details. Teltschik holt dich ab.
Aber das geht nicht. Ich habe meinen Urlaub mit Traudl.
Wie oft Hannelore und ich ... Das musst du mit Hannelore klären.
Das ist lange geplant. Alfred.
Ich möchte mein Wort halten.
Die Ungarn wollen unser Geld und in die NATO.
Ich möchte auch mein Wort halten.
Wenn wir denen geben, was sie wollen,
dann öffnen die vielleicht ihre Grenze.
Ich habe diesen Urlaub schon dreimal verschoben.
Ich habe mir erlaubt, Traudl mitzuteilen,
dass ich dich brauche.
Jetzt frag mich nicht, was sie gesagt hat.
Das geht nicht. "Das bedaure ich.
Wäre es nicht so dringend, würde Sie nicht belästigen."
Es ist immer dringend.
"Ich bitte Sie." Es geht einfach nicht.
Wir fahren ... Es tut mir leid, ich muss Sie enttäuschen.
Nach dem Wochenende können Sie wieder frei über ihn verfügen.
"Ihr letztes Wort?" Ja.
Ein Kredit für die Ungarn.
Ja.
Ich versuche, morgen Abend zurück zu sein. Danke.
Du bist ein wahrer Patriot. Ja, du mich auch.
(Wasner) Ob dann noch Schnee liegt ...
Schlafen können Sie im Flugzeug.
*schwermütige Musik*
*Telefonklingeln*
Herrhausen?
*Schwermütige Musik läuft weiter.*
Ich hoffe, Kohl war's wert.
Frau Pinckert, jetzt schaffen Sie mir endlich den Kohl ans Telefon.
Ich habe keine Chance. Ich komme nicht zu ihm durch, die blocken.
So ein Feigling. Wann treffe ich ihn das nächste Mal?
Äh, das ist, soweit ich das sehe ...
Ja, beim Empfang Gorbatschows.
Da habe ich keine Chance, mit ihm zu reden. Vorher nicht?
Erst beim Empfang, mit Ihrer Gattin.
Und da sind Sie an Position ...
Sie sind an Position 18.
An Position 18?
Warum nicht gleich 180?
Tja, er heimst die Lorbeeren ein.
Soll ich mit Ihrer Frau sprechen?
Nein.
Das muss ich selber machen.
(Radio 1) "Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow
und seine Frau Raissa
sind zu einem viertägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik.
Die Bürger empfangen sie überall mit frenetischem Beifall."
(Radio 2) "Der Empfang Gorbatschows bringt die Hoffnung zum Ausdruck,
dass die Konfrontation der Blöcke,
unter der die deutsche Nation besonders leidet, überwunden wird
und ganz Europa einer Zukunft ..."
Du hättest Nein sagen können.
Er hat mir versichert, du seist einverstanden.
Woher soll ich denn wissen ... Wie naiv bist du?
Ich weiß, aber ich konnte mir nicht vorstellen,
dass der Kanzler mich anlügt.
Hör auf, dir leidzutun. Das ist unsexy, passt nicht zu dir.
Unsexy? Ja.
Plump.
Fade.
Dem alleinigen Sprecher der Deutschen Bank unwürdig.
*Nachdenkliche Musik übertönt Szene.*
Alfred.
Schön, dich mal wieder zu sehen, Helmut. Ja.
Helmut. Traudl. Du siehst wunderbar aus.
Danke dir. Herr Generalsekretär.
Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen? Traudl.
(russisch, englisch)
Ah. Freut mich.
*Gorbatschow spricht russisch.*
Sie sind ein sehr harter Verhandlungspartner,
aber Sie genießen mein Vertrauen.
Ich habe nur eine Brücke gebaut.
*Dolmetscher spricht russisch.*
*Er spricht russisch.*
Dann werden wir zusammen drüber laufen.
Ich werde Sie gerne empfangen.
Das ist unser Postminister, Schwarz-Schilling.
Hallo, grüß dich.
*Gorbatschow spricht russisch.*
Alfred.
Danke.
Oh Gott. Der hat mir gerade noch gefehlt.
Meine Verehrung, gnädige Frau. Guten Abend, Herr Außenminister.
Dr. Herrhausen. Herr Genscher.
Der Bundeskanzler sagt, wir haben Ihrem Mann viel zu verdanken.
Da übertreibt der Bundeskanzler gewiss.
Wenn er weiter solche Pionierarbeit in Moskau leistet,
haben wir bald einen neuen deutschen Staat in der EG.
Dann höre ich aber gleich heute noch damit auf. Wieso das?
Herr Genscher, ein zweiter deutscher Staat.
Ich erhoffe mir da in absehbarer Zeit nur noch einen.
Da haben Sie die Rechnung ohne die Bürger der DDR gemacht.
Ich habe nur eine Rechnung gemacht.
61 Millionen Deutsche plus 17 Millionen Deutsche.
Das würde zu Verwerfungen führen. Verwerfungen kann man überwinden.
Ihre deterministische Sicht auf die Wiedervereinigung ist,
entschuldigen Sie, Ergebnis unfertigen Denkens.
Was wäre denn Ihrer Meinung nach fertig gedacht?
Sie sind doch Außenminister.
Merken Sie nicht, dass wir die Chance haben,
eine Bismarkzeit zu erleben,
in der ein deutscher Staat so geführt wird,
dass er Europa stabilisieren kann?
Das klingt nach einer Portion Großmachtstreben.
Wir sind keine Großmacht.
Aber wenn wir in Europa zusammenwachsen,
hören wir auf, Spielbälle von Großmächten zu sein.
Hm?
Jetzt habe ich aber Hunger bekommen. Guten Appetit.
Sexy genug? Zum Verlieben.
(Radio) "Gorbatschow unterzeichnet am 13. Juni in Bonn
mit Bundeskanzler Helmut Kohl eine gemeinsame Erklärung.
Die Sowjetunion bekräftigt darin erstmals das Recht jeden Staates,
das eigene politische und soziale System frei zu wählen.
Besonderes Ziel beider Staaten ist der Aufbau
eines gemeinsamen europäischen Hauses.
Das markiert einen Neuanfang der Ost-West-Beziehungen.
Der kalte Krieg ist damit zu Ende."
Wie weit ist Kopper mit dem Grenfell-Vertrag? Kurz davor.
Die brauchen gerade immer neue Zugeständnisse.
Der soll fertig machen. Sagen Sie ihm das.
Verbinden Sie mich gleich im Auto mit ihm.
Der sitzt gerade im Flieger auf dem Weg nach London.
Ich will doch nicht immer hören, was alles nicht geht.
Nehmen Sie Kontakt mit Kopper auf. Irgendwie.
Nach New York muss Grenfell unterschriftsreif sein.
Ja, was New York betrifft ...
Da gibt es auch gerade Gegenwind.
Aus dem Weißen Haus, auf Ministerebene angemahnt,
die russischen Kredite zu unterlassen.
Natürlich, damit wir den Kurs der NATO nicht kreuzen.
Weil unsere Kredite zu billig sind.
Thatcher hatte wohl selbst einen Deal mit Gorbatschow geplant,
der jetzt geplatzt ist.
Und sie ist alles andere als amused.
Das muss Kohl erledigen.
Er sieht den Handlungsbedarf leider bei uns.
Kann er nicht einfach mal machen, was man ihm sagt?
*Klopfen*
Thank you very much. It's all for today.
Alfred, wie geht's?
Danke, Henry, sehr gut. Und dir?
Ich habe doch gar nichts bestellt. Sorry?
(mit Akzent) Aber ich.
(Herrhausen)
(Kissinger)
Begeisterung sieht anders aus, mein Schatz?
(Herrhausen)
Schön, dass du da bist.
(Kissinger)
Vergiss das bitte nicht.
Ist da noch jemand?
Überraschung.
(Kissinger)
(Kissinger)
Untertitel: No Limits Media, 2024
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