All language subtitles for Herrhausen Der Herr des Geldes (S01_E02).deu

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Original subtitles

(Herrnhausen, englisch)

Schuldenerlass? Das wird ein Schlachtfeld.

(LKA-Beamter) Vorstände großer Unternehmen

sind Ziele für Anschläge der RAF.

Wir bauen neu auf.

Dein Ticket und 20.000.

I have a message from my friend Mikhail Gorbachev.

Die sind richtig bankrott.

Es hilft den Russen und uns.

(Arbatow, englisch)

Es geht los. - Die sind an Gorbatschow dran.

They are our friends.

(Burwell, englisch)

*Rauschen*

*düstere dröhnende Musik*

*Es läuft flotter Synthie-Rock.*

*Lied: "Road To Nowhere" von Talking Heads*

*Flotter Synthie-Rock endet.*

*unruhige Musik*

Komm rein, ist angenehm.

Hast du Neuigkeiten? Nicht direkt.

Ist es schiefgelaufen? Nein.

Hast du mit ihm gesprochen?

Sagen wir so, ich habe noch nicht mit ihm gesprochen.

Wenn ihr nicht mal persönlich gesprochen habt ...

Helmut, Gorbatschow hat kaum mehr Mittel, die Menschen zu ernähren.

Und seit Tschernobyl ist die Sowjetunion wie gelähmt.

Die brauchen uns.

Immerhin hat uns das Wettrüsten 30 Jahre den Frieden bewahrt.

Mein Gefühl sagt mir, Gorbatschow meint es ernst.

Er braucht den Kredit.

Und mein Gefühl sagt mir,

wir sollten die Sache auf sich beruhen lassen.

Helmut, Arbatow sprach von fünf Milliarden als Kredit.

Als Vertrauensbeweis.

Nein, Alfred.

Für so viel Vertrauen ist die Zeit noch nicht reif.

Lass uns abwarten.

*dynamische Titelmusik*

(Mielke) Wer hat gewonnen?

Na, soll ich hier jeden Einzelnen foltern,

um an Informationen zu kommen?

(bayerisch) Wir haben gewonnen, die mit dem blauen Leiberl.

Der Westen, Herr Genosse General. - Westen?

Es gibt keinen Westen, es gibt auch keinen Osten.

Es gibt nur Reich und Arm.

Die Grenze verläuft zwischen oben und unten.

Nicht zwischen Ost und West. - (Truppe) Jawoll!

Lesen und einprägen.

(Truppe) Jawoll!

(Mielke) Ihr begebt euch jetzt zurück

an eure Einsatzorte im Operationsgebiet

und wartet dort auf Befehle.

Und bis es so weit ist,

werdet ihr an eure Bestimmung nicht mal denken.

Ihr müsst wie ganz stinknormale Bürger der BRD sein.

Ab, links!

Und Marsch!

*dynamische Synthie-Musik*

Ja, ich bin gleich ... Besuch.

Alfred.

Ihre Alleingänge sind töricht.

Guten Tag, Herr Christians. Was meinen Sie?

Sie waren in Moskau, ohne sich mit mir zu besprechen.

Ich habe ein gutes Gespräch geführt. Mit Arbatow.

Ich habe Sie für schlauer gehalten. Woher wissen Sie das?

Ich habe einen Anruf bekommen von Moskowski, der sich beschwert,

dass wir an ihm vorbei mit Arbatow verhandeln.

Aber Arbatow kam auf mich zu. Ach, ich bitte Sie.

Wenn Sie bei der UN etwas erreichen wollen,

reden Sie auch nicht zuerst mit Ghana.

Die Staatsbank der Sowjetunion will mit uns neue Projekte entwickeln.

Daran arbeite ich seit zwei Jahren. Ich weiß.

Funken Sie mir da nicht dazwischen.

Der Bundeskanzler ... Wird uns daran nicht hindern.

Wenn es ihm in die Agenda passt.

Gut, das ist nicht so gelaufen. Aber Gorbatschow sucht neue Wege.

Der Kanzler möchte das Verhältnis zu Moskau verbessern.

Das ist doch gut.

Ohne Vertraute werden Sie in Russland niemals landen.

Und auch hier nicht. Das war das letzte Mal.

Keine Alleingänge. Sie betreiben das offizielle Geschäft.

Der Kanzler möchte ... Hören Sie auf mit dem Kanzler!

Ich bitte Sie, nicht zu vergessen,

wer Sie in die Bank geholt hat.

Letzte Warnung.

Und, Frau Pinckert, alles notiert?

Was schauen Sie mich so an?

Finden Sie raus, wer Moskowski ist. Oder muss ich das machen?

Wieso weiß ich das nicht?

Das habe ich schon. Ich weiß, wer Moskowski ist.

Und?

Chef der Außenhandelsbank.

Oh, wieso weiß ich das nicht? Ach Gott.

(laut) Wieso weiß ich das nicht?

Wieso denke ich denn daran nicht?

Good morning, Mr President.

(Hurtado) Good morning, Dr. Herrhausen.

(englisch)

*ruhige Synthie-Musik*

"Ich hoffe, deine Rede wird gut."

Ich denke, ich bin gut vorbereitet.

Haben die Amerikaner denn Gorbatschow thematisiert?

"Ach, die Russen sind immer ein Thema.

Worüber wirst du sprechen?"

Ich werde über den Schuldenerlass sprechen. "Schuldenerlass?"

Du sagtest, ich darf das Thema wählen. (lachend) "Ja."

Und was für Mexiko gilt, das gilt auch für alle anderen Staaten.

"Von der Bilderberger dringt ja nichts nach außen.

Deshalb zählt der Meinungsaustausch.

Nicht die Macht oder deine Position.

*Bellen*

Trotzdem, ich verlasse mich auf unsere Abmachung."

(Burwell) Ladies and gentlemen.

(englisch)

Mr Kohl. That was very good.

Congratulations.

Ah, der Herr Dr. Herrhausen kommt.

Das kann ja heiter werden. Ring frei zur zweiten Runde.

Ja, sicher, ich werde nach Kissinger sprechen. Alfred.

Helmut. Grüß dich.

Herr Außenminister.

(englisch)

Hm.

Alfred, wenn ich dir einen Rat geben darf.

Halt dich zurück.

Dann darfst du vielleicht nächstes Jahr wiederkommen.

(Konferenzsprecher, englisch)

Enjoy.

Musste das sein? Du sagtest, hier herrscht Meinungsvielfalt.

Du siehst ja, wie die drauf sind. Mach dir keine Sorgen, Helmut.

Alfred, du wirst heute nicht sprechen.

Ich bin extra angereist. Hast du mich verstanden?

Helmut. Lass gut sein.

Kümmere dich um deine Bank. Da hast du genügend Probleme.

Meine Rede beginnt ... Danke für dein Engagement.

Helmut. Lass gut sein.

*bedrückende Musik*

(Burwell)

*lebhaftes Stimmengewirr auf Arabisch*

(Fahrer) So schlimm?

Schlimmer.

Klingt nach hoher Diplomatie.

Wo ist denn meine Frau gerade? In Ihrem Ferienhaus.

Wir sind schon auf dem Weg dahin.

*Bedrückende Musik läuft weiter.*

*lebhaftes Stimmengewirr auf Arabisch*

(Rico) Hallo, Schwalbe.

Schön, dich zu sehen.

Hier wird nicht rumgeheult.

Gut siehst du aus. Komm, wir brauchen noch Proviant.

Ja? - Vor allem Wasser. Die Fahrt ins Lager wird anstrengend.

Ist doch nicht so weit bis Beirut. - Tja.

*Bedrückende Musik klingt aus.*

Kein Morgen so schön wie dieser.

*Sie ächzt leicht.*

Guten Morgen. Morgen.

Du riechst anders.

Wie denn? Weiß nicht.

Wie ein Zugabteil.

Was war?

Habe die Sonne zum Aufgehen gebracht.

Nein.

Das kannst du also auch noch.

Was war wirklich?

*nachdenkliche Musik*

(Pfarrer) Mir scheint, dass in unserer Gesellschaft

das mangelnde Bewusstsein von der Unausweichlichkeit des Todes

den Glauben an die Machbarkeit aller Dinge potenziert.

Denn ein Mensch, der sich nie bedroht weiß,

kommt in die Versuchung zu glauben, er könne alles machen.

Doch ein Mensch, der glaubt, dass alles machbar ist,

stellt unerfüllbare Forderungen,

die die Menschen in seiner Umgebung,

in ihrer Möglichkeit zu leben, aufs Schwerste bedrücken können.

Ja, der Fortschritt beginnt oft genau so, Alfred.

Der Bessere macht sich die Guten zum Feind.

Feindesliebe funktioniert aber nur gegenseitig. Nicht wahr?

Hm ...

Nur Gott hat seine Welt allein erschaffen.

Sicher, dass du die Bank alleine führen willst? Du kennst mich.

Macht muss man wollen.

(Tania) Meine Eltern meinen, wir sollen endlich verhandeln.

(Rico) Und was denkst du?

Ich denke, wir machen genau das Richtige.

(Pfarrer) Aber was willst du wirklich?

Du musst mir was versprechen.

Was immer du willst, mein Freund.

Im Fall meiner Entführung liegt in meinem Nachttisch ein Brief.

Den Anweisungen darin ist unbedingt Folge zu leisten.

Kümmerst du dich?

Versprich mir, dir mehr Zeit für dich zu nehmen und für Traudl.

Da muss schon ein Wunder geschehen.

Dann lass uns doch einfach mal für ein Wunder beten.

(TV, deutsches Voiceover) "Es ist wie ein schwarzes Wunder."

"It was a miracle, a black miracle."

"Wall Street war ein Tollhaus."

"'Das ist das Ende der Welt!', schrie einer der Händler, als ..."

"Vom schwarzen Montag ist die Rede."

(Mann) "There's panic. Everybody ..."

"Niemand hat damit gerechnet. Die US-Banken sind am Boden."

(Interviewerin, englisch)

Avoidable.

"So haben wir eine Chance, glaubwürdig zu sein."

(Frau) "Niemand hat damit gerechnet.

Die US-Banken am Boden, die Wall Street kollabiert."

(Mann) "Topmanager sprechen von einer Warnung an Washington,

etwas gegen das Haushalts- und Handelsdefizit zu tun."

*Telefonklingeln*

*unruhige Klaviermusik*

"Alfred?"

Helmut.

"Es ist ja leichter, den Papst an die Strippe zu kriegen."

Es ist fünf Uhr, Helmut.

"Sitzt du nicht am Schreibtisch und zählst Geld?

Du bist doch ein Frühaufsteher.

Baker lässt in der Times ganz schon Dampf ab.

Er spricht von einem Vertrauensbruch der Deutschen

in Bezug auf den Dollarzins."

Das ist ein hausgemachtes Problem.

Die Schwäche des Dollars ist bekannt.

Die kennt jeder, auch Baker.

Die Amerikaner spielen dieses Geschäft seit Jahrzehnten.

Wir machen da nicht mit.

"Vielleicht sollten wir jetzt anfangen, Brücken zu bauen.

Wo die so mit sich selbst und dem Dollar beschäftigt sind.

Beim Börsencrash hattest du ja auch recht."

Das ist gut, Helmut.

"Das ist sehr gut."

"Pass auf, ein Kredit für die Russen.

Unter dem Radar, von deiner Bank."

Mit Absicherung des Bundes? "Selbstverständlich."

"Aber es muss schnell gehen. Unterschrift noch im Herbst.

Und, Alfred?"

Ja? "Nichts von dem darf nach außen dringen."

"Nicht dass die NATO das in den falschen Hals bekommt.

Die denken immer gleich, das Geld fließt direkt

in die russische Rüstung, ja?

Und, Alfred, was immer du tust,

du bist Dr. Herrhausen, und ich bin Dr. Kohl."

Selbstverständlich. Wenn wir da erst mal am Markt sind ...

"Mich interessiert nicht der Markt.

Mich interessiert Deutschland."

Helmut? *Besetztton*

*Klacken, Besetztton stoppt.*

Was Schlimmes? Nein.

Dr. Kohl hat es endlich kapiert.

Aber er sieht nicht das große Ganze.

Er sieht nur Deutschland.

*entfernte Rufe auf Arabisch*

*angespannte Musik*

(Tania) Was bringt es, wenn wir nur rumsitzen?

(Rico) Wir brauchen Geduld.

(Tania) Was hat er denn vor?

Er macht alles hinter unserem Rücken.

Hat er irgendeinen Peil?

Er hat Pläne.

*Männer sprechen Arabisch.*

Guten Morgen, Frau Pinckert. Morgen.

(van Hooven) Haben Sie das gesehen?

Ich kriege die Krise.

Was ist denn passiert?

Es hat mich niemand über die Änderung der Tagesordnung

der heutigen Vorstandssitzung informiert.

Ist doch kein Beinbruch.

Ja, aber Dr. Christians hat noch einen Punkt hinzugefügt.

(Christians) Sie haben hervorragende Argumente.

Trotzdem. Ich verliere jeden Tag Stimmen.

Wie soll das gehen? Sie hängen schon alle an seinen Lippen.

Und die Entscheidung über Ihre Nachfolge,

die fällt erst in acht Wochen.

Das denkt Herrhausen auch.

Stopp.

Gut.

Irgendwann müssen wir ja.

*dunkle spannungsvolle Klänge*

(Kopper) Uns war allen das Risiko eines Crashs bewusst.

Also sollten wir in Anbetracht der Verluste,

der Verluste unserer Kunden,

wieder zurückfinden zum Wesen unserer Stärke.

(van Hooven) Das, was die Deutsche Bank groß gemacht hat,

ist das, was sie nicht gemacht hat.

Dem muss ich entschieden widersprechen.

Nicht weil es nicht so war,

sondern weil es jetzt anders sein muss.

Alles, was gerade geschieht, ist Teil meiner Idee.

Die Forderung nach einem Schuldenerlass

hat unsere Bank in ein positives Licht gestellt.

Die Dollarschwäche gibt uns Vorteile gegenüber den US-Banken.

Und der Schwarze Montag hat unsere Analyse bestätigt.

Darum vergeben wir neuerdings Aufbaukredite an die Russen?

(Mann 1) Kredite? Tss ... - (Mann 2) An die Russen?

Wir handeln hierbei im Auftrag des Kanzlers.

Dr. Christians, widersprechen Sie mir, wenn ich da falsch liege.

(van Hooven) Wir müssen uns ja auch größer machen, als wir sind.

Das sehe ich absolut genauso, Herr van Hooven.

Deswegen habe ich mit dem Bundeskanzler

eine neue Kreditlinie für die UdSSR vereinbart.

Das wird Milliarden, Milliarden durch unsere Bank fließen lassen,

und das abgesichert durch den Bund.

Und um zu der von Ihnen

gerade beschriebenen Größe weiter beizutragen,

schlage ich vor,

den frei werdenden Posten des zweiten Sprechers

nicht mehr zu besetzen

und stattdessen zur altbewehrten Praxis

des alleinigen Sprechers zurückzukehren.

Primus inter pares, meine Herren.

Das würde all unsere Vorhaben stützen

und Größe durch Stärke und Geschlossenheit demonstrieren.

Und, meine Herren, mir ist die historische Bedeutung

dieser Aufgabe durchaus bewusst.

Macht bringt immer auch eine immense Verantwortung mit sich.

Und das alles wäre gar nicht möglich gewesen

ohne die jahrzehntelange

aufopferungsbereite Arbeit und Passion des Herrn Christians,

dem ich an dieser Stelle danken möchte.

*zustimmendes Klopfen*

Und um letzte Zweifel zu zerstreuen, schlage ich vor,

meine Führung auf zwei Jahre zur Probe anzusetzen.

In dieser Zeit ist es Ihnen natürlich jederzeit möglich,

zur Doppelspitze zurückzukehren.

Allerdings müssten Sie dann zwei Posten besetzen,

weil ich selbstredend zurücktreten würde.

Und um keine Zeit zu verlieren, bitte ich um Handzeichen,

falls jemand sein Veto einlegen möchte.

Also, wer stimmt gegen mich?

(Christians) Ich werde gemäß der Tradition

mich der Stimme enthalten.

*nachdenkliche Klänge*

Gut.

Dann danke ich für Ihr Vertrauen, meine Herren.

*hüpfende Musik*

*Energischer Operngesang setzt ein.*

Ich habe schon gehört.

Alleiniger Sprecher.

*energischer Operngesang von Abspielgerät*

Bist du jetzt glücklich?

*Energischer Operngesang läuft weiter.*

*Energische Opernmusik endet.*

*Sie grölt.*

*Dynamische Musik übertönt Szene.*

*lebhafte Klavierklänge*

Ich hoffe, das ist nicht das Schnellste an Ihnen, Herr Wasner.

Piña Colada. - Zweimal.

Sie kennen meinen Namen.

Hm ... Hallo.

Ihnen sagt Bloomberg etwas, oder?

Wer sind Sie? - Schneider-Lenné.

Internationales Kreditgeschäft.

Ich will, dass Herrhausen versteht,

dass die Stunde der Geschäftsbank geschlagen hat.

Wissen Sie ...

Haben Sie eine Idee,

wie viele der heiratswilligen Damen versuchen,

über mich an ihn heranzukommen?

Wissen Sie, wie viele Liegestützen ich kann? - Äh, nein.

Alle.

Ich weiß, Sie denken, das kann nur Ihr Chef.

Jetzt ... Aber jetzt, ähm ...

ganz, ganz ehrlich.

Ich will, dass Alfred Herrhausen

informierte Entscheidungen treffen kann.

Wir arbeiten mit Rechenschieber, Papier und Fax.

Ich helfe ihm, auf Computer umzustellen.

Deswegen machen Sie für mich einen Termin bei ihm.

(Wasner) Schon erstaunlich, was sie so auf die Beine stellt. Als Frau.

Renditekurven, Szenarioanalyse,

Futures und Options.

Tokio, London, New York.

Alles in Echtzeit.

Ein Terminal ersetzt 20 Mitarbeiter.

Wenn Sie da oben mitspielen wollen, brauchen Sie genauso jemanden,

mit dem dazugehörigen Know-how.

Kennen Sie sie?

*muntere Synthie-Musik*

*Lied: "Popcorn" von The Popcorn Makers*

Wir können das Geschäft aller Filialen

an einem Standort bündeln, in Echtzeit?

Hier in Frankfurt? Ja.

Sie arbeiten mit Kopper in der Kreditabteilung.

Sein bestes Pferd, sagt er.

Und dass wir nicht für eine Bank arbeiten,

in der mit selbst mitgebrachten Computern gerechnet wird.

Wir müssen uns digitalisieren.

Und das Investmentbanking endlich vorantreiben.

Unser Geld hätte ganz neue Freiheiten.

Wir könnten ganz neue Finanzprodukte anbieten.

Und wir profitieren von der niedrigen Regulierung.

Guten Tag. - Ah, da sind Sie.

Herrlich. - Wahnsinn.

Ja. Und?

Sie werden erwartet. - Ach so.

*Muntere Synthie-Musik läuft weiter.*

Bitte schön.

(Wasner) Guten Morgen. - Morgen.

Moment, Moment, Moment. Haben Sie einen Termin?

Äh, Herr Dr. Herrhausen wünscht, mich zu sprechen.

Das wüsste ich aber. - Fragen Sie ihn doch.

Sie hat einen Termin.

Er hat zu tun. - Ich kann ihm dabei helfen.

Frau Schneider-Lenné, da sind Sie ja. Kommen Sie rein.

Und keine Angst, sie beißt nicht.

Ich gebe zu bedenken, dass die Vorstandssitzung

in weniger als drei Minuten beginnt.

Dann komme ich später noch mal wieder.

Ja. Nein, Sie legen ab und kommen mit.

Und falls Sie Fragen haben, hier, zum neuen PC, dann fragen Sie mich.

Ich denke, wir spielen im gleichen Team.

Darf ich, Frau Pinckert? 'tschuldigung.

Danke. Kommen Sie. Schönen Tag.

Guten Morgen, meine Herren. (Männer) Guten Morgen.

Darf ich Ihnen Frau Schneider-Lenné vorstellen?

Den meisten von Ihnen wird sie ja

als große Stütze von Herrn Kopper bekannt sein.

Und nun leitet sie gerade

das Computerzeitalter unserer Bank mit ein.

Ich freue mich, Ihnen behilflich sein zu können.

Wobei genau?

Informierte Entscheidungen zu treffen.

Ich schlage sie als erste weibliche Führungskraft

für unseren Vorstand vor.

(Mann) Ist nicht Ihr Ernst.

*Gelächter*

Verzeihung, steht das auf der Tagesordnung?

Ich finde den Punkt nicht.

Vielleicht unter "Ausblick auf das kommende Quartal"?

Beruhigen Sie sich, meine Herren.

Sie wird uns mit ihrer Expertise

große Vorteile gegenüber den anderen Banken verschaffen.

Keine Angst, ich fresse keinen, der mir nicht schmeckt.

Das ist doch auch in Ihrem Sinne, Herr Kopper, nicht wahr?

Man verliert halt nur ungern so eine großartige Kapazität, nicht?

Eine Frau wird uns elf Aposteln ganz gut zu Gesichte stehen.

Gerade im Hinblick auf die immer weiblicher werdende Kundschaft.

Möchte jemand sein Veto einlegen?

Wunderbar. Bitte.

Dann darf ich Sie im Namen des Vorstands

ganz herzlich begrüßen.

*bedeutsame Musik*

Frau Schneider-Lenné, kommen Sie doch mal.

Stellen Sie sich neben mich.

So. Sie gehen ein bisschen nach hinten.

Und Herr Kopper geht dahin.

So, okay.

Gut.

So, und Freude. Freude.

*Bedeutsame Musik läuft weiter.*

(Sicherheitschef) Okay, was wissen wir?

Wir wissen, dass die RAF nicht mehr in Bagdad ist.

Was haben wir sonst noch?

Wenn es denen nur um die RAF geht, dann kann ich Sie beruhigen.

Wir stehen in intensiven Waffenstillstandsverhandlungen.

Ich dachte, Ihr Kontakt ist inaktiv.

Im Gegenteil.

*beklemmende Musik*

(Mann) Yallah, yallah, yallah!

(Rico) Ärgert es dich, dass er fährt?

Contact me.

Unsere nächste Aktion braucht eine Aussage.

Jeder in Deutschland muss es verstehen. Jeder.

Frau Pinckert, wir müssen mit einer Finte die Kollegen ablenken.

Würden Sie mir den Gefallen tun? Sehr gerne. Was darf ich sagen?

Moni, unser Kopierer streikt schon wieder. Dürfte ich?

Bedien dich. - Danke.

*angespannte Musik*

Vielen Dank. - Gerne.

Bis dann. - Tschüss.

(van Hooven) "Um Synergien zu schaffen,

müssen alle Informationen zusammenlaufen.

Aufgeteilt in vier neue Divisionen."

(Burgard) Was ist das?

(van Hooven) Ein Strategiepapier aus dem Büro Herrhausen.

Das ist doch lächerlich.

Er schreibt: "Die Bank soll größer,

internationaler und schlagkräftiger werden."

Und natürlich will er alle Macht bei sich bündeln.

Größenwahnsinn. - (Kopper) Woher haben Sie das?

(van Hooven) Meine Sekretärin kennt Frau Pinckert.

(Burgard) Das ist nicht tragbar.

(van Hooven) Es wird nicht gemacht, basta.

(Burgard) Wirklich?

Vor einem halben Jahr war eine Frau

im Vorstand der Deutschen Bank auch noch undenkbar.

Die Damen im Haus sind netter, seit die Lenné im Vorstand ist.

(van Hooven) Wir haben es erlebt.

Der Schuldnerlass, die Zentralisierung

und dann auch noch Schneider-Lenné.

Eine Frau mit Doppelnamen, ich meine ...

(Burgard) Wo ist die RAF? - (Kopper) Ich muss doch bitten.

(van Hooven) Es ist gute Traditionen in diesem Hause,

die Bank gemeinschaftlich zu führen.

Und dieser selbsternannte Principe macht, was er will.

Er ist der Einzige, der groß denkt.

Wir sollten mehr ... - Ich denke, seine Probezeit ist um.

Finden Sie nicht auch, meine Herren?

(Wasner) Ein klares Nein von Burgard.

Das heißt, es steht neun zu drei gegen den Entwurf.

Und Ihre beiden Stimmen sind schon mit einberechnet.

Ich verstehe nicht, was an einer Zentralisierung auszusetzen ist.

Die Kollegen fürchten um ihre regionale Macht.

Und von Ihren wirklichen Plänen wissen die noch nicht mal was.

Investmentbanking haben wir bisher ausgespart.

(Wasner) Ja, aus gutem Grund. - Nennen Sie mir einen guten Grund.

Auf wen nehmen wir denn Rücksicht?

Van Hooven und Co. überlegen sich jetzt

eine Strategie gegen die Zentralisierung.

Während wir die Übernahme einer Investmentbank vorbereiten.

Es ist unumgänglich. Ein Blick in die Schweiz genügt.

Credit Suisse.

Nicht nur die. *Klopfen*

Das ist mir egal. Verzeihung. Sie müssen mitkommen.

Jetzt. Sie auch.

*unbehagliche Musik*

Können Sie das bestätigen?

Weiß man noch mehr?

Aha, danke.

Finanzministerium. Staatssekretär Tietmeyer.

*düstere wummernde Musik*

(Radio) "Dieser Anschlag belebt sicherlich altbekannte Ängste

vor der fast vergessenen Terrorgruppe,

der Roten Armee Fraktion.

Eine Fahndung läuft. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe."

Ich bin gleich da.

"Die Schrotmunition hatte

den ungepanzerten Dienst-Mercedes nicht durchgeschlagen.

Der Fahrer fuhr mit durchgeschossenem Reifen weiter.

Dennoch bot sich Augenzeugen ein unheimliches Szenario.

Die Täter schreckten nicht

vor grenzenloser Gewalt und Brutalität zurück.

Noch immer bewaffnet sind sie auf freiem Fuß.

Die Gefahrenlage wird als besonders hoch eingeschätzt.

Bundesregierung und Sicherheitsbehörden sind besorgt,

dass es in den nächsten Tagen und bei der Sitzung der Weltbank

und dem Internationalen Währungsfonds

zu weiteren Anschlägen kommen könnte."

Du bist schon da.

*schwermütige Musik*

Ist das alles?

Was soll ich sagen?

Sollen wir einfach so tun, als wäre nichts passiert?

Es ist ihm ja auch nichts passiert.

Wenn die mich umbringen wollen, machen sie es sowieso.

Was willst du damit sagen? Das weißt du genau.

Seit du Sprecher bist, habe ich dich einen Sonntag gesehen.

Damit kann ich leben.

Auch mit den Männern vor unseren Fenstern.

Aber tu doch nicht so, als hättest du keine Angst.

Nicht vor mir.

Wie weit wollen wir gehen?

*entfernte Schüsse*

(Al Fahoum, arabisch)

*Er spricht arabisch.*

*Tania seufzt.*

(englisch)

Hm?

(arabisch)

(englisch)

Yeah.

Tss ...

(Sprecher) "Szenen wie diese gestern Abend

waren bislang die Ausnahme ...

... 17 wurden festgenommen ..."

"Die Deutsche Bank kann sich nicht auf gute Geschäfte beschränken.

Gute Geschäfte im positiven Sinne des Wortes."

Klingt zu schön, um wahr zu sein.

Ich glaube dem kein Wort.

"... eine bestimmte Position, hier und draußen in der Welt

gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen."

Was für ein Arschloch, ey.

"Wir müssen uns sagen ... ... missbraucht wird.

Die müssen wir akzeptieren. Das ist einfach so."

Herr Dr. Herrhausen, die Russen sind da.

Arbatow? In Berlin?

Ja, Arbatow. Und der Chef der Bank für Außenökonomie.

Moskowski auch? Ja, mit Entourage.

Drei, fünf, zehn?

Meine Frau ist da. Ich brauche länger. Zehn.

*aufgebrachte Proteste*

(Frau) Kapitalistensau!

(Sprecher) "Die Demonstranten machten Weltbank und Währungsfonds

für die Armut der Dritten Welt mit verantwortlich.

Ihre Forderung: Streichung aller Schulden ..."

100.000 Leute. Die kannst du nicht ignorieren.

Man kann es nicht jedem recht machen.

Helfen wir nicht, sind wir Kapitalistenschweine.

Und helfen wir, sind wir schweinische Kapitalisten.

Wer sagt, dass nicht wir es sind, die Hilfe brauchen?

Ich hoffe, die Öffnung nach Osten ist nicht einseitig.

Ach. Ja.

Wir müssen von den Russen lernen. Von den Menschen, von der Kultur.

Das sagt der Richtige. Wie bitte?

Das haben wir noch nie.

Dir geht's doch um was ganz anderes.

Aber wir stoßen es doch nur an.

Die entwickeln ihren Markt selber.

Aber wir sind die Ersten, die da sind.

Und so können dann aus Ideen Märkte werden.

Was machst du?

Wenn du dich spontan mit deinem Russen triffst,

treffe ich mich spontan mit einer Freundin.

Du kommst da nicht durch. Das werden wir schon sehen.

Oh. Guten Abend, Frau Herrhausen.

Die russische Delegation erwartet ...

Sie können ihn schon mitnehmen. Er ist gleich so weit.

Sie ... Sie gehen allein? Ich bin schon groß.

(Polizistin) Wir raten Ihnen davon ab.

Das ist keine gute Idee.

*beklemmende Musik*

(russisch)

Hello.

(russisch)

(englisch)

(Moskowski) "Ich spreche Ihre Sprache.

Boris Moskowski. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Sie waren in Moskau.

Haben Sie neue Erkenntnisse finden können?"

"Welche sollen das gewesen sein?"

"Ich habe gehört,

Sie wünschen sich auch für den Kapitalismus

Glasnost und Perestroika.

Da habe ich mir gedacht, Sie sind zu uns gekommen,

um vielleicht ein paar Kniffe abzugucken."

*Herrhausen lacht leicht.*

Haben wir das kopiert?

"Ich habe Glasnost leider nirgends entdecken können."

"Ja, wir wundern uns auch, woran das wohl liegt."

"Vielleicht fehlt Ihnen das Geld?" "Hm."

"Von unserer Seite wäre alles geklärt." "Sehr schön."

"Dann reden wir über das Geld."

(englisch)

*Er räuspert sich.* Der Kredit steht.

*Er spricht russisch.*

(Mielke) Der spricht Russisch? - Nur wenn es unbedingt sein muss.

Doktor, Sie sprechen Russisch, ja?

Aber nur, wenn ich unbedingt muss.

Gut, dann ...

*Er spricht russisch.* Reden wir über das Geld.

"Was können Sie mir anbieten?"

"Wie Ihr Kollege Arbatow schon sagte, sind fünf Milliarden ..."

Wo bleibt die RAF, wenn man sie mal braucht?

(Moskowski) "Schön, dann freuen wir uns,

Sie und Dr. Kohl bald in Moskau begrüßen zu dürfen."

(Mann) Like I told you. Continue.

(Volker) Bring it all down. I've also brought some food.

(Tania) Das war so klar.

Warum habt ihr das nicht hingekriegt?

Wir müssen jetzt endlich mal was tun.

Genau, warum sind wir noch hier? - Weil wir klug sind.

Aha, oder wir feige sind?

Das ist doch scheiße. Mann, uns faulen hier die Zähne weg.

Was machen wir denn hier? - Solidarität ist ein Wert an sich.

(Rico) Pff ... - Deine Disziplin kotzt mich echt an.

Ich würde es nicht Disziplin nennen, sondern Einsicht.

Einsicht in die Notwendigkeit.

Volli, es geht darum, die Defizite des Kapitalismus aufzuzeigen.

Theoretisch. - Volker denkt nicht so weit.

Sonst hätten die es mit Tietmeyer nicht verkackt.

Wir müssen nach Deutschland. - Die Gruppe bestimmt.

(Junge)

(arabisch)

*Er spricht arabisch.*

Hamid! *kurzer Pfiff*

(englisch)

(russisch)

(arabisch)

*angespannte Musik*

(englisch)

(Hamid, englisch)

Hamid!

(Hamid, englisch)

*dumpfes Rauschen*

(Gorbatschow, russisch)

Ich danke Ihnen vielmals für die Einladung.

Es ist mir eine große Ehre, hier zu sein.

*nachdenkliche Klavierklänge*

(Al Fahoum, englisch)

Guten Morgen, Frau Schubert. - Guten Morgen, Herr van Hooven.

Na.

*Nachdenkliche Klavierklänge laufen weiter.*

(Mann, arabisch) Nein.

*Er lacht auf.*

(Mann) Wow.

*bedächtige Streichmusik*

*Männer sprechen arabisch.*

*Bedächtige Streichmusik läuft weiter.*

(arabisch)

(englisch)

Untertitel: No Limits Media, 2024

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