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Ich will.
Ja... Hm...
Dann will ich auch, ne.
Yeah! - Yeah! * Jubelrufe *
* Lachen *
* Heitere Musik *
* Musik klingt aus. *
* Rascheln *
* Ruhiges Klavierspiel setzt ein. *
* Musik klingt aus. *
* Scharfes Bremsen *
* Schwungvolle Popmusik *
* Schniefen *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016
* Beschwingte Musik *
Sophie Mehnert
Fritz Martens
Vincent
Nina
* Handy klingelt. *
Guten Morgen, Herr Kerstmann! Guten Morgen, Frau Mehnert!
Ich hatte grad Herrn Berler am Apparat,
da scheint es ein Problem zu geben.
Probleme mit unserem erfolgreichen Autor sind nicht gut!
* Handy klingelt. *
Herr Kerstmann, ich hab grad Herrn Berler dran, ich meld mich.
Bis dann, tschüss!
Guten Morgen, Herr Berler! Ja, Morgen!
Ich hatte gesagt, dass ich immer dasselbe Zimmer möchte.
Dieses hier ist nicht dasselbe! Und es stimmt auch irgendetwas
mit dem Lichtschalter nicht. Wenn ich hier drücke,
geht alternativ das Radio an oder das Flurlicht aus.
Oh Gott, das ist ja furchtbar, ähm, ich ruf einfach im Hotel an, ja?
Darum bitte ich. Bis gleich, tschüss!
* Handy klingelt. *
Ja? Ja, hallo, ich bin's.
Pass auf, ihr müsst am Wochenende auch Englisch und Mathe machen, ja?
Es kann nicht sein, dass ich die ganze Woche Schulkram mache,
und ihr spielt am Wochenende Fußball.
"Ob du's glaubst oder nicht, wir machen immer was für die Schule."
"Ich glaub's nicht. Kannst die Playstation schon wegräumen."
Ich weiß ja, dass wir ausgemacht haben,
dass ihr über die Wochenenden bestimmt,
aber momentan ist es echt ernst.
Wenn ihr nichts tut, können wir das Abitur in zwölf Jahren vergessen.
Ja, klar. Vincent, komm!
Hallo, guten Morgen!
Hier ist Sophie Mehnert vom Conradin-Verlag.
Ich hatte grade unseren Autoren Morgen!
Herrn Berler am Apparat, der immer bei Ihnen übernachtet,
diesmal aber ein anderes Zimmer hat.
Er will aber immer im gleichen übernachten.
Lasst ihr mich kurz durch? Danke. Nein, spiegelverkehrt und gegenüber
ist nicht dasselbe! Ich weiß, das sollte kein Problem sein,
das ist mir klar, ich bitte Sie einfach nur, ähm...
Ich hab jetzt nicht die Zeit, das mit Ihnen auszudiskutieren.
Hallo? Sind Sie noch dran? Hallo?
Ach, ja, hier ist noch mal Sophie Mehnert, ja.
Ich würde Sie bitten, einen Mann hoch zu Herrn Berler zu schicken,
wegen dem Lichtschalter. Das wär wirklich super. Danke, tschüss!
Bitte schön!
Worum geht es in Ihrem nächsten Roman?
Um Abschied, Schmerz, den Tod.
Um dunkle Jahre.
Also in Teilen autobiographisch?
Ach wissen Sie, als Autor sollte man wissen, worüber man schreibt,
man muss aber nicht alles selbst erlebt haben. Vielleicht reicht das.
Ja. Meine Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
das sollte es gewesen sein.
Ist doch ganz gut gelaufen. Finden Sie?
Ja, find ich. Immer dieselben Fragen.
Ah, na ja. Bis zu Ihrem nächsten Termin ist noch etwas Zeit.
Ich hab hier die neuen Entwürfe für das Cover.
Zwei Kaffeetassen? Ja.
Meine Geschichte endet in einem Selbstmord.
Und beginnt, als sich ein Mann nicht für eine Tasse entscheiden kann.
Ich möchte einen schwarzen See auf grauem Grund, aus.
Herr Berler, wir im Verlag finden das nicht sehr ansprechend.
Natürlich ist das Thema sehr ernst, aber Sie schaffen es doch immer
so unvergleichlich, Humor in die Geschichte mit einzubauen.
Ich hab bei den Figuren noch mal was umgestellt.
Wie, Sie haben was umgestellt? Das Manuskript war doch fertig!
Ich habe die Schwester neu angelegt.
Als erfolgreiche, kinderlose, verbitterte Vierzigjährige.
Das macht die Figur unsympathischer und interessanter, finden Sie nicht?
Nein. Find ich nicht.
Vielleicht gelingt Ihnen der Abstand zur Figur nicht?
Als Lektorin wäre das allerdings sehr unprofessionell.
Ja. Aber sagten Sie nicht, dass ein Autor sich immer selbst schreibt?
Egal ob bei männlichen oder weiblichen Figuren?
Das war der einzige Grund,
warum ich bei "unsympathisch" ein wenig stockte.
Na ja, anyway, das Buch ist für die Messe angekündigt... Ja.
Ich werde gucken, ob wir verschieben können...
Scheiße.
* Lebhafte Musik *
* Piepsen *
* Besetzt-Signal *
(Computerstimme) "Erdgeschoss."
Ach, Mist.
Oh, das gibt's doch gar nicht!
* Handy klingelt. *
Hallo? Ja? Sophie Mehnert? Hallo? So 'n Mist!
Wollen Sie vielleicht 'nen Kaffee? Nee, nein danke, aber hören Sie...
Äh, hallo? Hm?
Können Sie mal eben halten, bitte? Ja.
Super! Danke!
* Sie lacht verlegen. *
* Lebhafte Musik *
Berler. Fand ich gar nicht so schlecht, das Buch. Aha.
Hat, glaub ich, sogar 'nen Preis gewonnen.
Haben Sie's gelesen? Mehrfach, ja.
Na, so gut fand ich es auch wieder nicht.
Sagen Sie, wollen wir das nicht später diskutieren, ja?
Okay.
Oh!
Sie sollten doch die Zeitung halten!
Danke.
Tschüss! Tschüss!
Die Treppe ist sicherer. Klar.
Hallo, ich bin's. Der Flieger geht pünktlich.
Vincent möchte schwimmen, wir haben aber die Badehosen hier in München.
Immerhin dürfen wir schwimmen gehen. "Macht, was ihr wollt."
es kommen eben noch Mathe und Englisch dazu, ne?
Zu viel Stress macht krank!
Ihr werdet euch mal sehr schlecht fühlen! Jaja.
Wenn er wüsste, wie schlecht wir uns sowieso schon fühlen. Ah!
Sch...
Er hat sein blaues Sweatshirt mit, er soll es wieder zurückbringen.
Ich kann's nicht nachkaufen,
und scheinbar kann er im Moment nicht ohne leben. Alles klar!
"Danke!" Tschüss!
Hallo! Ich bringe meinen Sohn Vincent für den Flug nach Hamburg.
Hey! Na?
So, mein Schatz, also dann: Viel Spaß!
Und pass auf dich auf! Ja.
Guten Flug! Bis Sonntag! Tschüss!
Wir sollten den neuen H. B. Richmond-Roman kaufen.
Frau Mitte 50 lernt jungen Mann Ende 20 kennen
und kämpft um Anerkennung dieser Liebe.
Vor allem seiner Liebe. Ich hab das auch geprüft.
Die eventuell dadurch ausgelöst wird,
dass sie die gemeinsame Wohnung und sein Studium finanziert.
* Klopfen * Das kann man machen, muss man aber nicht.
Entschuldigung! Die Kinderfrau ist krank.
* Kind weint. *
Darf ich mal? - Ja, gerne!
Meine sind auch grade zwei geworden. Wollen Sie mal?
Oh... - So, weiter geht's.
Wir sollten doch bitte nicht so tun, als muss der Managerin
und Mutter dreier Kinder ein Dasein mit jungem Liebhaber folgen,
nur damit das Leben nicht als vertan gilt. Es geht um Möglichkeiten!
Es geht um zu viele Möglichkeiten!
Darum, dass man das Gefühl für Richtig und Falsch verliert.
Solange Sie das wissen...
Nur weil überall alte Männer mit Kinderwagen rumlaufen,
Entschuldigung, wollen Frauen mit 50 auch noch Kinder bekommen.
Es geht nicht um Sie! Und wer selber nicht kann,
lässt sich künstlich befruchten oder holt sich 'ne Samenspende.
Womit ich ja kein Problem habe. Aber womöglich wurde das Abitur
nur vorverlegt, damit Papi es noch miterleben kann.
Und jetzt kommen Sie auch noch
mit diesem vierten, fünften, sechsten Lebensprogramm-Abschnitt.
Also ehrlich!
Ist hier jemand noch mit seinem ersten Ehepartner verheiratet?
Also nur noch wegen der Kinder.
Die Welt verändert sich. Familie, Karriere, Sex,
alles, was Sie wollen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind,
können Sie noch mal ganz von vorne anfangen.
Oder suchen sich einen jungen Liebhaber.
Nie konnten Frauen so viele Leben neben- oder hintereinander führen.
Dass sie das nicht müssen, dass man quasi keines davon führen muss,
um glücklich zu sein, dafür sind Sie, Sophie, das beste Beispiel.
Soweit ich weiß, zahlen wir den erhöhten Beitrag für Kinderlose
ja immer noch beide.
Im Moment noch, ja. Aber...
Also, ich heirate ja im Sommer.
Und, ähm...
Man sieht's auch schon 'n bisschen, ich ich bin schwanger!
Gratulation! - Alles Gute!
Na, zum Glück haben wir ja noch Sie!
Frau Mehnert, Entschuldigung, ganz kurz.
Ob Sie das mal eben übers Wochenende lesen könnten?
Danke, prima!
Na? Meine Güte, die sind aber auch süß, du!
Sag mal, gibt es diesen dänischen Spender noch?
Also diesen sportlichen, großen, belesenen, kunstinteressierten?
Nee, den nicht. Aber wie gesagt, es ist ganz einfach.
Du bestimmst Größe, Augenfarbe, Sportart, Ausbildungsstand,
und dann spuckt der Computer einfach was aus.
Ich hab dir die Adresse ja gegeben. Überleg's dir noch mal.
Ach, noch ist das nichts für mich. Erst mal 'n schönes Wochenende!
Dir auch! Tschüss! Tschüss!
Warte, Marion, ich helf dir! - Oh, danke!
Tschüss ihr Mäuse! - Tschüss!
Hallo, alles okay? "Red nicht immer so mitleidig!"
Du bist meine Schwester, nicht meine Therapeutin!
Was machst du am Wochenende?
Ich hol Lilly vom Flughafen ab, und dann müssen wir ein Kostüm suchen.
"Außerdem muss ich noch ihre Schulmappen kontrollieren,
ihr Vater fühlt sich nicht zuständig."
Und seine Dings offenbar auch nicht. Na ja, egal.
"Und damit ich auch was Schönes mit ihr hab, gehen wir shoppen."
Na gut, dann, ähm, dann wünsch ich euch viel Spaß!
"Danke, Süße!" Bis dann!
Tschüss! "Ciao!"
Schönes Wochenende!
* Beschwingte Musik *
Okay, danke. Sehr gerne.
Gehen wir ins Kino? War da nicht was mit Lernen?
Ist doch scheiße! Wenn ich nur zum Lernen herkommen muss,
kann ich ja gleich in München bleiben!
Och, Mama, wo warst du denn? - Entschuldige, mein Schatz!
Macht ein T-Shirt extra, okay? - Deal!
Okay. Ich nehm den Koffer.
* Geschrei *
Na los, los, los!
Foul! Hey!
* Lebhafte Musik *
Jetzt lernst du heute wieder nichts. Ist echt scheiße.
Ich kann doch im Flieger lernen. Ja, als ob das reichen würde.
Ich hör schon deine Mutter am Telefon!
Und sie hat recht.
Ich kann ihr aber auch sagen, dass wir zusammen gelernt haben.
Du bist der Einzige, der immer hier ist,
wenn ich zu meiner Mutter nach Hamburg fliege.
Ich fliege jedes Wochenende zu meinem Vater.
Echt? Und ist das besser? Besser als was?
Na ja, wenigstens musst du nicht immer alles umlegen,
wenn irgendwelche Geburtstagsfeiern sind.
Weil du dann ja sowieso nie da bist. Mhm...
* Langsame Musik *
* Discomusik *
Achtung, jetzt aufgepasst, jetzt bin ich dran!
Jaja. Gib dir nur Mühe!
Ähm, Gitta, kann ich noch bitte, ähm, den Bahnzettel haben,
und den Lappen? Super, danke.
Und danke für die Bahn!
* Pfiff * Hey!
Ihr habt mich abgelenkt! Das war geradezu hinterhältig!
Nein, nein, nein.
Ich hol uns was zu trinken, ja?
Geza, machst du mir mal 'n Bier, bitte?
Ach! 'Tschul... 'Tschuldigung!
Hallo! Hallo!
Offensichtlich haben wir ein Distanzproblem, ich meine,
erst hängt 'ne Fahrstuhltür zwischen uns,
und jetzt stoßen wir hier so ineinander. Ja.
Sind Sie alleine da? Nein, ich hab eine Betriebsfeier.
Ah! Ja. Und Sie?
Allein. Was für'n Betrieb ist es denn?
Zahnarztpraxis.
Ah! Zahnarzt.
Ja, und ich habe bereits berufsbedingt
einen Blick auf Ihre Zähne geworfen. Sind sehr schön.
Da bin ich ja froh, dass Sie kein Frauenarzt sind.
Ja...
Gut, egal. Ähm, sind Sie, sind Sie öfter hier?
Äh, ich komm eher selten her.
Ich mach das ganz gern, ich, ähm,
bowle ab und zu, aber ich übe noch, ich kann das noch nicht so gut.
Das hab ich gesehen. Das haben Sie gesehen? So? Oh.
Na ja, ich mach aber alles ganz gern mit Bällen.
Ich, äh, hab das gern. Ich auch!
Ich mein, vielleicht könnten wir ja mal zusammen...?
Wir könnten uns verabreden.
Fritz Martens.
Sophie Mehnert. Freut mich! Mich auch!
* Gelächter *
Was machst du denn?
Hey! Huhu!
Ja! Haha...
Ehrentor. Man muss auch gönnen können.
Noch mal!
Hey, Moment, hatten wir gesagt, dass das gilt? Ja, hatten wir.
Also. Bereit?
Au!
Äh... Oh!
* Langsame Swingmusik im Hintergrund *
* Handy vibriert. *
(flüsternd) Ah, entschuldige, ich mach's aus.
Okay.
* Handy vibriert. *
Äh, ja, es ist, äh, glaub ich, deins.
Ja.
Ja, hallo. Ähm, hallo.
Ich wollte dir noch den Termin für den Elternsprechtag durchgeben.
Schickst du mir den Terminplan per SMS?
"Ist im Moment schlecht." Mh. Ja, das merk ich.
"Gut, dann meld dich doch, wenn es bei dir besser passt, ja?"
Mach ich. Tschüss! "Tschüss!"
Entschuldige.
Aber ich lass es tatsächlich Tag und Nacht an, das liegt hauptsächlich...
Kein Problem, meins ist auch immer an.
Wenn es aus ist, frag ich mich oft, ob's ein Problem gibt.
Bei mir liegt es hauptsächlich... Wenn es an ist und nicht klingelt,
kann ich halbwegs davon ausgehen, dass sich keiner meiner Autoren
wegen einer Schreibblockade das Hirn weg säuft, ich meine,
das mit dem Hirn weg saufen kann passieren,
aber wenn sie mich nicht anrufen...
Warum... Warum hörst du jetzt auf?
* Beschwingte, romantische Musik *
(Off) Sie ist wunderschön!
Sie lacht über meine Witze.
Sie hat Humor.
Weißt du, er ist irgendwie ein richtiger Kerl.
Und ich sage dir: Sex wird nicht überschätzt.
Ups!
Er ist der schönste, klügste
und humorvollste Mann, den ich kenne,
und er kann kochen!
Wir verstehen uns einfach gut. Sie ist klug, sexy,
hat ihr eigenes Leben, einen Beruf, der sie ausfüllt.
Und er ist sicher ein wunderbarer Vater. Er hat Kinder?
Nein, ich meine...
Er wäre der perfekte Vater unserer Kinder!
Haben Sie ihr schon Ihren Sohn vorgestellt? Nein.
Ich hab es versucht, aber ich...
Ich glaub, ich hab den Moment verpasst.
Wenn ich sie das nächste Mal sehe, sag ich's ihr, versprochen.
Die Kinderfrage scheint für sie kein Thema mehr zu sein.
Vielleicht freut sie sich ja über ein halb erwachsenes Kind.
Du kanntest Lillys Vater auch nur ein paar Wochen.
Und Lilly ist das schönste Geschenk deines Lebens, sagst du.
Du erzählst von jedem Schritt, den sie macht,
was sie von dir hat und was von ihrem Vater,
und dass sie ihre ganz eigene Persönlichkeit entwickelt. Ja.
Auf gar keinen Fall!
Oh, Mama, alle tragen das. Außerdem passt es zu meiner Uhr.
Umziehen! - Du bist so gemein!
Nur weil du nichts von Mode verstehst! Ich find's super.
* Gemächliche Musik *
Hallo!
Das ist Vincent, mein Sohn.
Ah! Freut mich! Na dann, noch 'nen schönen Tag!
Wartest du hier einen Moment, ich bin gleich zurück, ja?
Ich wollte es dir längst sagen. Hast du aber nicht.
Ich hab einen Sohn. Ich bin geschieden,
seine Mutter lebt in München und er kommt jedes Wochenende her.
Ich hätte es dir sagen sollen, ich weiß.
Aber es kam nie dazu und ich hatte Angst,
dass es was ändert. Dass du gelogen hast ändert was!
Ich hab nicht gelogen!
Etwas nicht zu erzählen ist die schlimmste Lüge!
Okay, okay, können wir das in Ruhe besprechen, morgen?
Wenn ich wieder allein bin, bitte?
Ich muss zu meinem Sohn. Natürlich.
Ich ruf dich an, ja? Ja.
Ich ruf dich an.
* Ruhige Musik *
* Telefon klingelt *
"Anrufbeantworter Sophie Mehnert. Bitte sprechen Sie nach dem Signal."
* Piepsen * "Hallo, ich bin's noch mal."
"Dein Handy ist immer noch aus, deine Mailbox nicht eingeschaltet."
"Zu Hause erreich ich dich auch nicht."
"Ich würd jetzt gern mit dir sprechen."
"Rufst du mich an?"
* Piepsen *
* Türklingel *
Alles scheiße.
Hallo! Ich muss zu Frau Mehnert.
Ihr Name? Mehnert.
Nein, Ihr Name!
Martens.
Ähm... Ich kann Sie hier nicht finden.
Ähm, haben Sie einen Termin bei Frau Mehnert? Nein.
Tut mir leid, da kann ich nichts machen.
Könnte ich trotzdem kurz hoch?
Wie gesagt...
Ähm...
Aber ich könnte Ihr Geschenk hochbringen lassen.
Manfred?
* Ruhige Musik *
Danke.
* Sie seufzt. *
Ja, danke! Ja, da kann man dann nichts machen.
Ja, da kann man dann nichts machen.
Ja.
* Flotte Musik *
Guten Tag! Hallo! Wo wollen Sie bitte hin?
Hallo? Guten Tag!
Was will denn der?
Ich hab nur ganz kurz Zeit. Ich vermisse dich!
Ich möchte mit dir zusammen sein!
Ich weiß, ich hab einen Fehler gemacht, verzeih mir bitte!
Ich halt es fast... Ganz ruhig! 'Tschuldigung!
Ist ja gut, ich komm ja schon.
Willst du mich jetzt quasi als Montag-bis-Donnerstag-Freundin?
Und dann kommt wieder Vincent und dann ich, oder wie?
Nein, natürlich nicht. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Er ahnt doch längst, dass es dich gibt.
Und so lange soll ich mich verstecken?
Wir verstecken uns nicht! Weißt du, ich bin froh,
wie es im Moment läuft. Die Trennung war nicht leicht für ihn.
Und wenn er nicht mehr herkommen würde, das wäre schlimm.
Ich bitte dich nur um ein bisschen Geduld.
* Ruhige Musik *
Was für ein Tag ist denn heute?
Mittwoch.
Gut, dann müssen wir jetzt ganz schnell nach Hause. Klar.
Morgen! Morgen!
Alles okay? Alles okay!
Morgen! Morgen!
Ich hab 'ne Einladung zum Sommerfest bekommen.
Ja, also, wir auch. Und? Ich komm mit meiner Frau.
Und wenn wer 'ne Bemerkung macht, hab ich ein Riesenproblem.
Sie meinen die "Nur noch wegen der Kinder"-Frau"?
Ja, ich würd Sie bitten, dass Sie da... ja?
Kriegen wir hin, kein Problem. Danke!
Und, kommen Sie wieder mit Ihrer Schwester?
Ja. Ja.
Äh, bis gleich! Ich, äh, muss noch kurz telefonieren.
Ja. Ich komm gleich.
"Hallo, hier spricht Fritz Martens. Nachrichten nach dem Signalton."
Hallo, ich bin's. Äh, ich wollt dich was fragen.
Und, ähm, ich wollt dir sagen,
dass ich ziemliche Sehnsucht nach dir hab und überlege,
ob ich jetzt kurz bei dir vorbeikomme. So ganz kurz.
Okay? Ja?
Bis gleich! Tschüss!
Euer WLAN geht nicht! Du könntest so tun,
als würde dich mein Beruf ein wenig interessieren. Soll ich lügen?
Ja.
* Kecke Musik *
Sag mir einfach noch mal das Passwort.
Und? Die Vier.
Ah, guten Tag!
Oh mein Gott! Äh, Entschuldigung!
Aber das hab ich im Leben nicht geahnt!
Es tut mir total leid, aber, aber...
Warum? Ich mein, heute ist doch Donnerstag!
Heute ist Boys Day. Was?
Na, ein Pendant zu Girls Day. Aber warum hast du das nicht gesagt?
Tja...
Hi! Ich bin Sophie.
Das ist mein Sohn Vincent.
Es tut mir wirklich total leid, aber...
Na ja, ich hoffe, du kannst es, äh, nicht vergessen, oder...
Vielleicht doch? Vergessen?
Hey, jetzt krieg dich wieder ein, sag was!
Haben Sie da jetzt wirklich nichts drunter?
Natürlich hat sie was drunter, also bitte!
Ja oder nein? Vincent!
Nein.
* Kecke Musik *
Was war das jetzt? Ich kann ihn doch nicht anlügen!
Nichts sagen hätte auch gereicht, ich...
Vincent! Hey! Jetzt warte!
Hör zu!
Dein Flugzeug geht bald, ja? Ich möchte in Ruhe mit dir reden.
Und ich möchte nach Hause! Danach.
Jetzt! Nein!
Ist sie jetzt deine Freundin, oder was?
Ja. Sie ist meine Freundin.
Und ich möchte, dass ihr euch ein bisschen geplanter trefft.
Wozu? Wir begegnen uns doch gar nicht mehr.
Irgendwann doch!
Die Wochenenden gehören uns, hast du gesagt!
Ja. Das hab ich gesagt.
Dann ist ja alles gut!
Ich fänd's aber trotzdem besser, wenn ihr euch kennenlernt.
Besser für wen?
Ich kann ihm doch nie wieder in die Augen gucken!
Meinst du, er erzählt das seiner Mutter?
Natürlich erzählt er ihr das. Klar!
Wahrscheinlich darf er nur noch kommen,
wenn Fritz verspricht, mich fernzuhalten.
Na komm, was meinst du, hat ihn mehr verstört: dein Auftritt
oder die Tatsache, dass sein Vater 'ne Neue hat?
Das ist es nämlich, was sein Leben verändern wird.
Und nicht nur seins, auch das der anderen, auch das seiner Frau.
'Tschuldigung, Ex-Frau. Danke.
So 'ne Trennung wird immer erst richtig wahr, wenn der Erste
von beiden 'nen neuen Partner hat. Damit geht jeder anders um.
Das kann ja dann noch heiter werden. Na komm, das wird schon.
Du, entschuldige, aber ich muss wirklich wieder los.
Ruf an, wenn was ist, okay? Ja.
Wirklich! Jetzt mach dir keine Gedanken!
Ja, alles klar.
Hat dir Lilly damals eigentlich von Max' neuer Freundin erzählt?
Ja, klar. Aber ich war da auch sehr locker. Ah.
Erzähl's deiner Mutter bloß nicht!
Den Fehler hab ich beim ersten Mal auch gemacht.
Danach hat sie nur noch gefragt, wie die ist, was die macht,
was machen die zusammen. Das war nicht auszuhalten!
Und dann sollte ich ein Familienfoto mit zu meinem Vater nehmen
und da aufstellen. Also völlig abgedreht.
Meine Besuchswochenenden wurden vor und zurück verschoben.
Und irgendwann hatten mein Vater und seine Freundin
sich nur noch in den Klatten. Lange hielt das nicht mehr.
Aber das ist doch dann gut.
Warum? Dann kommt 'ne Neue.
Wichtig ist nur, dass sie eigene Kinder hat.
Dann bleibst du sein Kind, und sie hat ihre.
So war das auch bei mir und meinem Vater.
Deshalb bin ich da hingezogen.
Ich war nicht so alleine, aber trotzdem Nummer eins.
Aber wenn sie keine Kinder hat, dann besteht die Gefahr,
dass sie welche möchte.
Und dann bist du nur noch Nummer zwei. Maximal
Ich hab ihm nichts Konkretes gesagt.
Nur dass ihr euch geordnet kennenlernen sollt.
Ich hab mir überlegt, komm doch nächste Woche zum Fußball mit!
Was ist denn das für 'ne Idee? Er spielt am Platz,
und ich steh am Rand - wie sollen wir uns denn da kennenlernen? Ja.
Na ja, wie wär's mit zusammen essen?
Und wer kocht?
Na ja, wenn du nicht willst, wir könnten auch was bestellen.
Was soll ich denn kochen, hm?
Nichts Kompliziertes. Irgendwas Einfaches, vielleicht...
* Handy klingelt. *
Hallo, Herr Kerstmann!
"Frau Mehnert, haben Sie den Termin vergessen?" Ich war beim Zahnarzt.
"Haben Sie meine Bitte um Rückruf nicht gelesen?"
Nein, die hat mich nicht erreicht.
"Es geht um Berler." Ich meld mich gleich bei ihm.
"Es ist sehr dringend!" Ich melde mich bei ihm und klär das.
Okay, vielen Dank, schönen Abend noch! "Ihnen auch."
Mein Starautor fühlt sich vernachlässigt.
Jetzt komm, beruhig dich.
Wir machen das so wie verabredet. Du kochst was
Einfaches.
Nichts Kompliziertes. Hm?
Du bist so unverschämt, echt.
Also wirklich wahr!
* Beschwingte Gitarrenmusik *
Na, und sonst? Alles okay?
Boah, ich hab mich schon den ganzen Flug auf die Pizza gefreut!
Ja, die essen wir morgen. Heute kocht Sophie.
Ach nee, Papa! Echt nicht!
Das find ich aber gut. Ich aber nicht! Sag's ab!
Das kann ich nicht, sie ist schon dabei.
Wenn wir ankommen, ist das Essen fertig.
Wir fahren jetzt zu ihr? Sie kocht bei uns.
Sie ist bei uns?
Hey, jetzt mach nicht so'n großes Ding draus!
Wir essen zusammen. Sie ist ja noch nicht eingezogen!
Nicht so, mein Freund!
Mh, na, da riecht's ja schon herrlich, was?
So, komm her.
Okay, jetzt noch mal ordentlich:
Vincent, das ist Sophie Mehnert, meine neue Freundin.
Sophie, das ist... Tag.
Vincent, mein Sohn.
Ich hol ihn. Ja.
Vincent!
Mh... Danke.
Schmeckt sehr gut, hm?
Schön!
Sag mal, gegen die Mannschaft habt ihr doch im Endspiel gewonnen?
Mhm.
Spielt ihr da jetzt Viererkette?
Nee. Dreierkette.
Habt ihr denn so viele gute Verteidiger?
Na ja, da gibt's schon ganz gute, oder?
* Handy klingelt. *
Entschuldigt, aber da muss ich kurz rangehen.
Hallo, Herr Berler!
Ja?
Ah. Okay.
Also, na ja, ich finde das etwas hysterisch.
Aber wenn die Figur so angelegt ist...
Unser Frauenbild geht eben leicht auseinander,
aber damit sind wir in letzter Zeit auch ganz gut klargekommen.
Wann wollen Sie denn die Korrekturen schicken? Hat sie Kinder?
Was?
Äh, nein, ich bin nicht grundsätzlich angestrengt,
vielleicht etwas im Moment, aber...
Man spricht nicht über Anwesende in der dritten Person.
Ja, aber...
Sie ist doch gar nicht richtig anwesend.
Gut, okay, dann machen wir das so. Alles klar.
Ja, okay. Vielen Dank! Danke, tschüss!
Tut mir leid, aber ich musste das kurz klären.
Kein Problem. Haben Sie Kinder?
Nein. Bis jetzt noch nicht.
* Er stöhnt. *
Alles in Ordnung? Ist dir schlecht?
Möchtest du 'n Brot oder so? Guck mal!
* Er stöhnt. *
Er hat diese Allergie gegen Kreuzkümmel und Kurkuma.
Hat er von seiner Mutter.
Aber da war weder das eine noch das andere drin.
Komm!
So, okay?
Es geht ihm schon besser. War wohl nur 'ne kleine Reaktion.
Ich hab noch mal nachgesehen, beides war definitiv nicht im Essen.
Dann ist es irgendwas anderes. Auch nicht so schlimm.
Vielleicht richtet sich ja diese neue Allergie gegen mich?
Ach komm. Dass es schwierig für ihn ist, war doch klar.
Aber dass sein Körper gleich dermaßen reagiert?
Was hatte er denn genau? Wie jetzt?
Na ja, hat er sich übergeben?
Ja, so gut wie.
Also... Kam jetzt was raus, ja oder nein?
Ach, jetzt komm, beruhig dich!
Entschuldige, ich bin ruhig! Nein, bist du nicht!
Doch! Ich frage mich nur, ob dein Sohn dir etwas sagen will.
Oder vielleicht grad seine Mutter anruft, um ihr zu vermelden,
dass die neue Freundin seines Vaters ihn vergiften will!
* Handy klingelt. *
Tja.
"Ja, hallo, ich bin's." Ja?
"Ich hab grad mit Vini telefoniert."
Was ist denn da los bei euch? Es geht ihm gut, ja?
Sei nicht so hysterisch. "Bin ich nicht, ich mach mir sorgen."
Es geht ihm schon besser. Ich kümmere mich um ihn!
Das ist mein gutes Recht! Was war los?
Er hat Bauchschmerzen.
"Bauchweh, aha. Was hat er denn gegessen?"
Was Asiatisches.
"Du weißt doch genau, dass er eine Unverträglichkeit hat."
Es geht ihm jetzt besser! Damit kann ich ja viel anfangen.
"Kannst du mir eine konkrete Antwort geben?"
Alles in Ordnung?
Ich hol ihn mit dem Auto ab.
Nein, das brauchst du nicht. "Ist ja kein Problem!"
Hör zu, ich meld mich später, ja? Tschüss!
Kommst du, Papa?
Ja, geh schon mal vor, leg dich hin, hm?
Tut mir leid.
Alles gut.
Machst du eine Flasche Wein auf? Ich komm gleich.
* Musik: "A Little Time" von Beautiful South *
# I need a little time to think it over.
I need a little space just on my own.
I need a little time to find my freedom.
I need a little...
Funny how quick the milk turns sour, isn't it, isn't it?
Your face has been looking like that for hours, hasn't it, hasn't it?
Promises, promises turned to dust,
wedding bells just turn to rust,
trust into mistrust.
I need a little room to find myself.
I need a little space to work it out.
I need a little room all alone
I need a little...
You need a “tue room Tor your big head,
don't you, don't you?
You need a little space for a thousand beds,
won't you, won't you?
Lips that promise fear the warst,
tongue so sharp the bubble burst
just 'mm unjust. #
Hast du's? Na komm!
* Kindergeschrei *
Vincent! Vor, vor!
Los, los, los, los!
Komm, los!
Jawohl! Und weiter!
Bruno! Schub! - Und noch mal!
Los, hin da!
Na los! Jungs, wir brauchen noch Getränke.
Okay, ich mach das, ja? Super.
Oh, oh, oh... Schieß!
Äh... Kannst du mal kurz aufpassen?
Ich hol schnell Nachschub für den Getränkestand, ja?
Was genau meinst du mit "Pass mal eben auf"?
Nichts Großes. Du beobachtest das Spiel und passt auf,
dass niemand Vincent die Nase bricht, hm?
Sehr witzig!
Mach einfach das, was die anderen Mütter machen, okay?
Ich fahr schnell los.
So, ran da jetzt!
Los, los, super! - Geh ran da! Komm, ran!
* Geschrei *
Schiri, das war doch kein... Heul doch!
Dann kommt eh deine Mami! Nein, hab ich ihr nämlich verboten!
Du schlägst meinen Jungen? Du gehst nach Hause!
Baby! Haben die sich da verletzt?
Ich hab ihr so oft gesagt, sie soll's lassen!
Sind Sie irre? Hat Ihr Sohn 'nen Augenfehler, oder was?
Erst rennt er ihn über'n Haufen, und dann tritt er nach?
Ich mein, Ihr Sohn ist einfach stehen geblieben!
Das ist ja nicht verboten! Wenn man etwas langsam im Kopf ist,
braucht man einen Moment, um auf 'n stehendes Hindernis zu reagieren.
Was macht er überhaupt hier vorne? Spielt er nicht hinten?
Wenn Lahm nicht auf der Sechs ist, geht er auch mit nach vorn.
Ich versteh nicht, warum Sie nicht offensiver spielen lassen.
Die anderen schwimmen doch total, der Torwart lässt jeden Ball fallen.
Deine hat mehr Ahnung! Ist nicht meine.
Ihr steht jetzt auf und gebt euch die Hand. Dann geht's weiter.
Und Sie beide verschwinden vom Platz!
* Pfiff *
a: Rufe *
Was ist denn passiert?
Ein Missverständnis zwischen zwei Fußballspielern.
Das Missverständnis war, dass sie auf dem Platz getan hat,
als wär sie meine Mutter! Alles andere war ganz normal.
Ich hab nicht so getan, als... Haben Sie doch!
Jetzt hört doch auf mit dem Gesieze! Können wir fahren?
Was ist denn los mit dir, Vincent? Dein Rucksack.
Komm, Vincent.
Vincent!
Du warst auf dem Platz?
Ja, wie die andere Mutter auch!
Und? Was hast du gesagt?
Ich hab ihn verteidigt.
Klar. Ich hätte lieber meine Klappe halten sollen.
Ach Unsinn. Du bist eben so.
Ich bin wie?
Na, w... wenn etwas deiner Ansicht nach nicht richtig ist,
sagst du was. Ist doch gut! Aber es war nicht richtig!
Sag mal, du warst doch gar nicht dabei!
Ich habe gemacht, was die anderen Mütter auch machen.
Wie du's gesagt hast.
War jetzt auch wieder falsch, ja?
Wieso steh ich eigentlich nach den Begegnungen mit deinem Sohn
immer schlecht da? Nicht, weil ich es so will.
Aha. Dann ist es also so, ja? Natürlich nicht! Ich mein...
Ja, man kann ja nicht leugnen,
dass die letzten Begegnungen etwas unglücklich waren. Egal, warum.
Aber, hey, das wird sich legen, hm?
Gut. Dann kannst du ja schon mal fürs nächste Wochenende
einen schönen Programmpunkt aussuchen.
Nächstes Wochenende ist Elternsprechtag.
Da bleibt Vincent in München, und ich fahr hin.
Aber da ist das Fest bei Kerstmanns! Da bin ich längst wieder zurück.
Und dann haben wir ein Wochenende nur für uns allein.
Hm...
* Langsame Musik *
Hallo. Tut mir leid, aber ich schaffe den Flieger nicht.
Unser Sohn hat versäumt, Mappen anzulegen,
das muss er jetzt nachholen.
Aha. Äh, er oder du?
Er. Aber wir müssen's kontrollieren.
Aha, und, und, äh, was heißt das jetzt?
Ich bestell jetzt die Pizza, ja? Ja.
"Keine Ahnung. Ich meld mich, wenn ich das hier absehen kann."
Ich schaff's wahrscheinlich nicht zum Fest.
Okay. Das ist natürlich wichtig. Klar.
"Salamipizza wie immer, oder?"
Ja, ja, ja...
Du kannst es dir nicht vorstellen.
Er hat nichts, gar nichts in den Mappen. Null!
"Und Nina schafft das offenbar nicht allein,
sie kann sich nicht durchsetzen." Aha.
"Es ist für Vincent ganz gut, wenn wir..."
Na ja, wenn wir uns beide darum kümmern.
Als Eltern sozusagen.
Ja. Ja, klar, das versteh ich natürlich.
Kein Problem!
Okay, dann meld dich einfach, ja?
Danke.
Okay, äh, tschüss! Tschüss! "Tschüss!"
* Ruhige Musik *
Tja.
Na?
Das kann ja nicht so schwer sein.
Ja, genau, der Papa zeigt uns jetzt, wie das geht, hm?
Das ist aber nicht alles. Wo ist denn der Rest?
Mann, Vini!
Wäh! Muss das sein?
Also von mir hat er das nicht.
Da. Da!
Osmose, hm? Bio.
Ist ja gar nicht so schwer.
Vincent, das kann doch nicht dein Ernst sein.
Kein Datum.
Wie soll ich das einordnen?
Keine Ahnung! Du sagst, es ist nicht so schwer.
Sie essen Pizza! Wer?
Sag mal, hast du getrunken?
Bin völlig klar.
Er verbringt den ganzen Tag mit ihr!
Ich meine, bei dir war das doch ganz anders,
du hast die Sache mit Lillys Vater kurz geklärt und warst froh,
als er wieder weg war. Du hast nie dieses
Heile-Familien-Ding gespielt.
Sie spielen nicht Familie, sie sind eine.
Willst du wirklich auf das Fest gehen?
Ich will nicht. Aber ich muss.
Weil unser Topautor Berler, der mich mit seinem scheiß Frauenwitz
eh schon die ganze Zeit nervt, die Güte hat, anwesend zu sein.
Und weil mein Chef Angst hat, dass ich dieses unser bestes Pferd
im Stall nicht genügend pampere und er den Verlag wechselt.
Ich glaub, du solltest besser nicht aufs Fest gehen.
Und wie ich auf dieses Fest gehen werde!
Ich war mir nicht sicher, ob Sie dieses Jahr wieder mit dabei sind.
Man sollte doch Traditionen nicht aufgeben, oder?
Bei Ihnen hat sich ja ganz schön was verändert.
Und Ihr Mann ist...? - Der ist verreist.
Ach, grade heute? Das ist ja bedauerlich.
Ja, ja. Beruflich. Er ist mehr weg als hier.
Hallo, ihr Lieben! Willkommen!
Hallo! Ah! Hallo!
Hallo! - Hallo!
Vielen Dank für die Einladung! - Gerne!
Ah, ja. Herr Berler.
Sie meinen, ich sollte...? Ich bitte darum.
Alles klar. Bis später!
Und? Hab ich jetzt Lust auf irgendwelche dummen Sprüche? Nein!
Hast du Lust, deinen Job zu behalten? Ja!
Das stimmt überhaupt nicht. Ich glaub schon.
Hallo, Herr Berler. Freut mich, Sie zu sehen!
Ach, meine Lektorin!
Äh, das sind Sie doch noch, oder? Ja?
Ich hab so lang nichts mehr von Ihnen gehört.
Übrigens: das Vorbild für eine meiner Nebenfiguren.
Frauen ab 40 ohne Kinder.
Sehr schwierig!
Dieser Egoismus. Bei gleichzeitiger Unzufriedenheit.
Der einen teilweise so unsympathisch werden lässt, ne?
Reden Sie jetzt von Ihrer Figur im Buch oder meinen Sie mich?
Halb, halb. Hm.
Wissen Sie, Herr Berler, ähm, möglicherweise gibt es Frauen,
die gerne Kinder gehabt hätten, aber leider keine bekommen konnten,
weil sie krank waren und dadurch unfruchtbar.
Könnte ja sein. Wissen Sie nicht.
Aber da liebt man natürlich
diese permanente, unverschämte, distanzlose Fragerei danach,
warum man denn keine Kinder habe, es wäre doch so ein großes Glück!
Und ein Leben ohne Kinder quasi verpfuscht.
Erzählen Sie einem Blinden auch,
dass er sich lieber erschießen sollte, als nicht mehr zu sehen?
Vielleicht wollte ich ja viele Kinder haben,
aber dann bekam ich leider Gebärmutterhalskrebs.
Pech! Kann jeden treffen.
Und wenn Sie dann, in dieser Situation,
was von "karrieregeil" und "Egoismus" erzählen,
dann laufen Sie ja vielleicht Gefahr,
ein bisschen unsympathisch dazustehen.
Hm?
Sie haben gar keinen Krebs.
Nein.
Und Sie sind auch nicht unfruchtbar.
Keine Ahnung!
Das tut mir so leid!
Äh, das war nur theoretisch.
Scheiße. War nicht gut, ne? Nee.
Herr Berler! Warten Sie! Ich hab privat Probleme.
Herr Berler?
Herr Berler, warten Sie!
Herr Berler!
Bitte! Ich... Ich habe Probleme.
Privater Natur. Die sind... Kommen Sie da runter!
Es tut mir leid.
Hören Sie, mein Freund, der wollte heute eigentlich mitkommen, aber...
Sein Sohn, der lebt in München bei seiner Mutter,
der hatte keine Mappen in der Schule,
also musste er sich kümmern, gerade heute!
Obwohl wir Probleme haben
und ich sowieso nur von Montag bis Donnerstag dran bin.
Wissen Sie, wenn ich irgendeine Art Verhältnis zu diesem Sohn hätte,
aber ich saß schon mal aus Versehen ohne Unterwäsche vor ihm
auf'm Zahnarztstuhl, beim Essen hat er sich bei mir vergiftet,
und auf dem Fußballplatz fand er mich auch scheiße.
Er mag mich nicht. Und er ist jedes verdammte Wochenende hier.
Ich sag ja: Kinderlose Frauen um 40.
An der Stelle Ihres Freundes würde ich mir überlegen,
ob ich die richtige Partnerin habe. Jedes verdammte Wochenende!
Ich meine, wie soll man denn da 'ne Beziehung aufbauen,
zwischen uns meine ich! Haben Sie eine Idee davon,
was alles passieren kann, wenn man seine Familie verlässt?
Was man da für Ängste hat?
Manche Kinder reden nie wieder mit dem Elternteil,
das gegangen ist! Gar kein Kontakt mehr.
Das ist meinem Schwager passiert. Schrecklich!
Und die neue Freundin war dann auch weg.
Weil sie so fertig war.
Ja.
Werden Sie erwachsen!
Gehen Sie nach Hause und erwarten ihn nackt auf dem Sofa!
Oder lassen Sie ihn in Ruhe.
* Ruhige Musik *
* Motor wird gestartet. *
Komm, ich bring dich nach Hause.
Mir ist schlecht.
* Türklingel *
Entschuldige.
Ich hab mir was überlegt. Wir verreisen! Zu dritt.
Dann haben wir mehr Zeit miteinander und alles löst sich von selbst.
Hm.
Und hast du mit Vincent schon gesprochen?
Ja, er ist einverstanden.
Und wohin?
Wohin du willst.
Hm.
Hey! Lass mich!
Und dass er dann die letzten Korrekturen...
am Montag auf'm Tisch im Verlag hat. Ja?
Tut mir leid, ich war abgelenkt. Alles klar, tschüss!
Sag mal! Hey, hallo!
Hallo! Na? Äh, das ist Julia, meine Schwester.
Hi! Wir haben uns hier schon mal gesehen, oder?
Du hast eine Tochter, nicht? Ja, genau.
Und? Aufgeregt? Ja. Jetzt schon.
Vincent bestimmt auch.
Als Lilly das erste Mal mit den anderen weggefahren ist...
Ziemlich furchtbar. Okay.
Nein, du brauchst nicht nervös zu sein.
Doch, sehr. Da ist Lilly, guck mal!
Hallo, mein Schatz! Na?
Gut siehst du aus! - Danke, du auch!
Hallo, ich bin Nina. Hallo!
Hallo, Nina. Ich bin die Mutter von Vincent. Sophie.
Hi! Was machst du hier?
Ihr seid befreundet? Sie hat mich ja erst inspiriert!
Lilly hat viel erzählt von Ihrer Trennung damals,
und offensichtlich sind Sie dann bei der ersten Reise
in der neuen Konstellation einfach mitgekommen.
Also dachte ich: Ja, da bin ich!
Das war ja jetzt ganz prima. Was hast denn noch alles erzählt?
Woher soll ich denn wissen...
Das ist nicht dein Ernst! Du willst doch nicht mitkommen?
Ja, ich würd gern mitkommen, ja. Okay, dann fahr ich nicht mit.
Ist doch klar. Unsinn! Wenn du nicht fährst,
fahr ich natürlich auch nicht. Was soll denn das?
Ich hab ihn einfach gefragt, ob er das möchte. Warum?
Weil er mein Sohn ist! Er ist auch mein Sohn!
Wir hatten das so ausgemacht!
Aber er fühlt sich nicht wohl! Nur wenn du dich nicht wohlfühlst!
Das wollten wir vermeiden!
Ich glaube, ihr habt noch einiges zu klären.
Ich fahr jetzt am besten nach Hause und gut... Nein!
Nina fährt nach Haus.
Nein, ich fahr ganz sicher nicht. 'Tschuldigung, aber...
Vincent, ich weiß nicht, was dein Problem ist,
aber wir werden das gemeinsam lösen. Wir fahren jetzt mit Sophie weg.
Lass das, das bringt jetzt nichts. Gott, diese Dramatik!
Misch du dich da nicht ein! Doch, es geht da um mein Kind!
Kann Mama wenigstens bis morgen mit?
Siehst du, da hörst du's.
Mach dir keine Sorgen. Ich lass dich sicher nicht alleine,
wenn du dich nicht wohlfühlst, okay? Okay.
Pass auf, ich kann dir das nicht übel nehmen,
wenn du jetzt Nein sagst.
* Lautsprecherdurchsagen *
Wir machen das einfach ein anderes Mal.
Weiß du, ein anderes Mal ist irgendwas anderes.
Wir machen das jetzt genau so, wie wir's verabredet haben.
Es ist ja vor allem deine Aufgabe, das alles gut hinzubekommen, hm?
Also gut, dann fahren wir eben zu viert.
Ja, wunderbar. Schön! Ich freu mich. Komm!
Ich weiß gar nicht, ob's noch ein freies Zimmer gibt.
Laut Vini ist es ein Apartment, ich kann in seinem Zimmer schlafen.
Ganz genau. Komm!
* Flotte Musik *
Geht das alles? Ja.
Alles organisiert: acht Gänge, Rennradbereifung,
das sollte jetzt klappen. Du und dein Organisationstalent.
Das hast du immer sehr geschätzt. Rennrad?
Ich dachte, wir wollten einfach nur so 'n bisschen rumfahren?
Spaß machen soll's auch. Ist das immer noch der Pullover...?
Weiß nicht, kann sein.
Ich hab keinen Bock auf diese Scheißvokabeln!
Hey! Kann ich raus?
Bist du fertig? Nein.
Na, dann.
Wenn du Lust hast, können wir ein Spiel machen.
Also so 'ne Art Bewegungsspiel.
Wenn man sich nämlich bewegt, lernt man dabei schneller.
Ein spiel, ja?
Das ist wahnsinnig freundlich,
aber unser Kind ist leider sehr schlecht in der Schule.
Das ist für uns als Eltern keine spielerische Situation.
Außerdem geht's da grundsätzlich um unsere Erziehung zur Disziplin,
ich danke dir.
Das mit der Erziehung erscheint mir eh grad ein etwas schwierig...
Wie bitte? * Handy klingelt. *
Äh...
Das mit der Erziehung scheint mir hier eher schwierig.
Ah, mhm.
Vielleicht haben wir da einfach andere Prioritäten.
Möglicherweise kannst du das als Frau, entschuldige,
als Frau ohne Kinder gar nicht beurteilen,
was wichtig ist?
Oder?
Also, aufräumen in einem Gemeinschaftsbereich
gehört doch immer noch zum allgemeinen sozialen Verhalten
und hat nichts mit mütterlichen Fähigkeiten zu tun.
Zum sozialen Verhalten trägt das soziale Umfeld bei,
auch das am Wochenende.
Okay, wenn ich jetzt möchte, dass dieses Ding hier wegkommt,
spreche ich dann als soziales Umfeld mit dir und Fritz als Eltern?
Oder dann doch besser mit Vincent direkt?
Na ja, ich glaub, ich geh jetzt mal telefonieren. Ja.
Bis gleich!
Das ist ein spannender Artikel. * Er räuspert sich. *
Ja, viel Spaß beim Lesen!
Hm?
Was?
Nichts.
* Leises Poltern *
Fritz?
Stopp mal kurz. Ich glaub, es hat geklopft.
Was?
Ich hab nichts gehört.
* Dumpfes Klopfen *
Na, dann schließ doch ab!
Da gibt's überhaupt keinen Schlüssel!
Warum soll ich überhaupt abschließen?
Was soll denn der Blödsinn? Ich könnte
von draußen 'nen Stuhl holen
und ihn unter den Griff stellen.
Okay. Wenn du wiederkommst, gleich, kannst du das machen. Super Idee!
Och... Okay.
Ha!
Gott, stell dich doch nicht so an, bitte.
Das kenn ich besser als jede Andere. Was machst du hier?
Ich hab ein Glas Wasser getrunken. Im Dunkeln?
(flüsternd) Eben war das Licht noch an.
Ich wollt den Kleinen nicht aufwecken. Machst du's wieder aus?
Danke. Gute Nacht! Gute Nacht.
Voila!
"Ich kenn das besser als jede Andere." Mhm.
Interessant! Ich hab ja gewusst, dass da noch was kommt.
Ja. Ja. Versteh ich auch.
Schönes Nachthemd. Von dir? Nein.
Und findest du, ich sollte auch mal so was anziehen?
Nein. Okay.
Okay.
* Flotte Musik *
* Lebhafte Musik *
Hey! Wollen wir nicht mal 'ne Pause machen?
Ist so schön hier!
Ja, aber elf Kilometer weiter vorne ist es noch viel schöner!
Ich bin die Strecke schon online abgefahren, okay?
Stopp! Wir machen jetzt eine Pause, weil ich eine brauche, okay?
Ja. Sag das doch. Kein Problem!
* Lachen *
Geht's dir besser?
Machst du mal ein Foto von uns?
Von euch dreien? Ja, klar!
Das ist doch Quatsch. Warum? Vater, Mutter, Kind.
Ist doch normal. Ich mach dann auch eins von euch.
Komm!
Wie geht das denn hier noch mal?
Also, ein Foto mit einem Handy machen,
das kann doch eigentlich nicht ganz so schwer sein, oder?
Na ja.
Sie dürfen's nur so oder so halten.
Ach, ihr siezt euch?
Das ist ja apart.
* Auslöser klickt. * Okay, fertig.
Danke.
Hm.
So. Na, mein Schatz, kommst du klar?
Nein. Ach komm, wird schon alles gut gehen.
Mein Großer, hm? Das schaffst du schon.
Ja, also...
Freundinnen müssen wir ja nicht unbedingt werden, oder?
Keine Ahnung, ich mach das auch zum ersten Mal. Ja.
Ja, ich auch.
Also dann, tschüss! Tschüss!
Okay, ich versteh zwar nicht, was du an ihr findest,
aber es geht ja nicht um mich, sondern um unseren Sohn.
Und der hat wohl ziemliche Panik, dass du ein Kind mit ihr kriegst
und er dann nicht mehr die Nummer eins ist.
Es wird schon nichts passieren. Jaja.
Man hat ja schon Kinder mit der Spirale
in den kleinen Händchen auf die Welt kommen sehen.
Also dann.
Tschüss! Viel Spaß noch!
Tschüss! Tschüss!
* Motor wird gestartet. *
Abflug.
* Heitere Musik *
Vincent!
Komm zurück! Zieh die Weste an!
Er wollte sie nicht.
Das hab ich gesehen, so geht es aber nicht.
Hey, Vincent, komm zurück! Was soll denn passieren?
Wenn er runterfällt und das Board auf den Kopf bekommen?
Er ist doch schon über sechs, er kann schwimmen!
Vielleicht bin ich etwas überängstlich,
aber ich hab die Verantwortung! Hab ich vergessen, tut mir leid.
Du bist entspannt, hast ja kein Kind.
Doch, zwei. Ich hab's dir nur nie erzählt.
Vincent! Komm, wir nehmen die einfach mit.
Er soll herkommen. Vincent, komm her!
Weiß du was? Schrei du doch noch 'n bisschen rum,
während ich deinem Sohn hinterherfahre,
damit er bei diesem Erziehungsver- such kein Board auf den Kopf kriegt.
Ciao, Schatzi! Du kommst uns aber schon nach, oder?
* Ruhige Musik *
Ist Papa nicht mitgefahren?
Nee. Der wartet am Kiosk.
Aha.
Pass bloß auf, dass du nicht reinfällst!
Jaja. Du hast nämlich keine Weste an.
Gleich überhol ich dich!
Nein, schaffst du nicht!
Danke schön!
* Heitere Musik *
Doch, doch! Gleich hab ich dich.
Wart's nur ab! Ich bin ganz nahe dran.
Nein, kannst du vergessen!
* Keuchen *
Ich geb auf, ich kann nicht mehr. Ich auch nicht.
Wollen wir umdrehen? Mh.
Gib mir mal die Weste.
Okay, warte.
Warte kurz.
Da!
Hier! Okay.
Geht's? Mhm.
Okay, warte. Ja.
Okay, gut, alles klar.
Gut, dann umdrehen.
Das sagst du aber nicht deinem Vater, ne?
Dass ich verloren hab. * Lachen *
Jetzt werde ich das Rennen gewinnen.
Nein!
* Fröhliche Musik *
Na, wie war's?
Schön! Du hast wirklich was verpasst!
Ach ja? Ja.
War total schön.
Können wir ja mal wieder machen.
Er mag dich!
Na ja.
Das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber
Es war wirklich ganz schön.
* Ruhige Musik *
Einen Lolli, bitte. Welchen möchtest du?
Äh, den blauen da.
Danke. Gern.
Ich bin froh, dass ihr alleine los seid.
Weißt du, eigentlich hat er nichts gegen dich.
Nina meinte nur, er hätte Angst, dass du schwanger wirst.
Aber ich hab gesagt, das wird nicht passieren.
Du nimmst doch die Pille?
Spirale?
Diaphragma?
Äh, ich mein, was gibt's denn da sonst noch?
Keine Ahnung.
Aber du verhütest doch?
Nee, tu ich nicht.
Was? Das hast du mir nie gesagt!
Du hast ja auch nie gefragt! Oder meinst du,
ich nehme die Pille prophylaktisch, falls ich mal Sex habe?
* Handy klingelt. *
Du wusstest, dass ich davon ausgehe!
Im Gegensatz zu mir, der ich es bei dir ja nicht sehen kann,
kannst du sehen, dass ich nichts mache.
Du hast es drauf ankommen lassen! Hab ich nicht!
Doch! Ich hatte gesagt, dass ich keine Kinder mehr will!
Das hab ich so klar noch nie gehört!
Du hättest ja vielleicht auch sterilisiert sein können.
Jedenfalls war bei mir immer klar, dass ich eines will. Mir nicht!
Ich mein, wie sollte ich das denn wissen?
Du lebst allein, bist in deiner Arbeit erfolgreich,
Tag und Nacht beruflich erreichbar.
Bisher wolltest du auch keine Kinder, sonst hättest du welche!
Ich arbeite so viel, weil ich eben keine Kinder habe, nicht umgekehrt!
Und wenn dir so davor graust, mit mir eines zu bekommen,
hättest du dich vielleicht mehr um Verhütung kümmern können.
Hast du aber nicht! Also bin ich davon ausgegangen,
dass es dir nichts ausmacht.
Vielleicht wolltest du nur keine Verantwortung übernehmen,
um nicht noch ein Kind zu verlassen, während du dich verwirklichst!
Als Zahnarzt. Ja, als Zahnarzt!
Alles okay?
Jaja.
* Ruhige Musik *
Tut mir leid.
Mir auch.
* Melancholische Musik *
Stellt sich die Frage,
ob du unter diesen Umständen mit mir zusammenbleiben möchtest.
Ich mein Kannst du damit leben?
Oder willst du einen Mann, der mit dir Kinder möchte?
Und dann? Dann, dann komm ich wieder zu dir, oder was?
Ich will mit dir zusammen sein, und ich will Kinder und...
Offensichtlich hast du das ja auch mal gewollt. Ja.
Das hat aber nicht funktioniert.
Und ich möchte nicht noch ein reisendes Kind.
Wenn du solche Angst hast, dass das mit uns schiefgeht,
reden wir sowieso über was anderes.
Nicht, dass es ohne Kinder schief geht, nur mit!
* Handy klingelt *
Hallo?
Ah! Ja, Okay.-
Bei euch alles klar, hm?
Fein.
Gut.
Mach ich, ja? Tschüss!
Ich soll dich grüßen.
Von beiden.
Danke.
Ja, was soll ich machen? So ist nun mal die Situation.
Ich hab doch gar nichts gesagt. Ich hab's aber trotzdem gehört.
Weißt du was?
Ich glaube, das Beste ist, wir gehen jetzt beide nach Hause
und denken in Ruhe darüber nach, was wir eigentlich wollen, okay?
* Ruhige Musik *
Die Grafikabteilung braucht eine Entscheidung.
Berler war tauchen, Sie waren ebenfalls nicht erreichbar.
Also habe ich den Coverdruck genehmigt.
Ich hatte ja auch keine anders lautenden Informationen.
Ich hatte überhaupt keine Information!
Ich weiß, es tut mir leid. Ich bring das wieder in Ordnung.
Seit gestern drucken wir die Kaffeetassen-Variante.
Und heute morgen hat Berler nicht nur das Cover abgelehnt,
sondern jede weitere Zusammenarbeit mit dem Verlag.
Wie wollen Sie das in Ordnung bringen?
Was haben Sie sich dabei gedacht?
Ich hatte mich doch klar geäußert, verdammt noch mal!
Wir stoppen das jetzt.
Wollen Sie wissen, was das kostet?
Vielleicht nicht heute?
* Handy klingelt. *
Ja?
Ja. W... Was heißt hier "Ja"? Ich bin's.
Ja, hab ich gesehen. Was gibt's denn?
Wollen wir heute Abend kicken gehen?
Nee, du. Das schaff ich heute nicht. Tut mir leid. Schade.
Und sonst?
Du, ich hab hier grad 'ne Menge zu tun, ich meld mich wieder, okay?
Bis dann, tschüss!
Hallo, Herr Berler, hier ist Sophie Mehnert.
Ich wollt nur sagen, wir haben die Titelgestaltung verändert.
Bitte rufen Sie mich zurück.
Na ja, alles andere habe ich ja schon gesagt, ich...
Ich hatte in den letzten Wochen keine leichte Zeit,
und vielleicht können Sie das irgendwie, na ja,
berücksichtigen?
Es tut mir auf jeden Fall alles ziemlich leid, und...
Ich würd mich freuen, wenn Sie mich einfach zurückrufen könnten.
Vielen Dank.
Morgen! Morgen!
Sie verreisen?
Nee, heute ist Wechsel. Wie, Wechsel?
Meine Frau hat sich getrennt. Oh, das tut mir leid.
Danke. Ich dachte, es sei wegen der Kinder.
Was ist denn jetzt mit denen? Die wohnen zu Hause.
Meine Frau und ich nehmen jeder eine Wohnung und wechseln jede Woche.
Wie, Sie wohnen jetzt abwechselnd zu Hause?
Ja, ist weniger stressig für die Kinder.
Aber für Sie, ich mein, wenn ein neuer Partner kommt,
müssen die dann jedes Mal mit die Wohnung wechseln?
Ah! "Mein drittes Leben".
Hach... Wenn es Sie beruhigt,
ich weiß inzwischen auch nicht mehr, ob das alles so richtig ist.
Ja, das beruhigt mich. Mich auch.
Sieht aus, als käme es schon heute. Das vielleicht nicht,
aber die Ärztin ist nicht sicher, ob ich bis zur Messe durchhalte.
Würden Sie im Notfall übernehmen, bis meine Vertretung feststeht?
Sie sind doch hier die Frau für alle Fälle.
Na toll.
Ist alles okay? Ja, ist alles okay.
Manchmal wünschte ich mir nur, ich hätte einen Teil Ihrer Hormone.
Die scheinen ja unbesiegbar zu machen.
Um ehrlich zu sein, ich hab 'ne Scheißangst.
Und dieser Arsch ist in Singapur.
Ich hätte noch warten sollen mit dem ganzen Programm.
Nein. Hätten Sie nicht.
Wirklich nicht. Ganz bestimmt nicht.
Sie haben alles richtig gemacht.
* Musik: "I'll Sail This Ship Alone" von Beautiful South *
Morgen! Morgen!
So, eine Kopie für Sie. - Ja, danke.
Ja, danke. Gerne!
# If, if you choose
that we will always lose,
well then I'll sail this ship alone.
And if, if you decide
to give him another try,
well then I'll sail this ship alone. #
* Kindergeschrei *
Ist ja klar, dass du wieder dabei bist, ne?
Na kommt, ist doch nichts passiert. Schauen Sie mal, die Schramme,
die er da hat! Ist alles okay?
Gebt euch die Hand, steht auf und spielt weiter.
Mit deiner Mutter hat's mehr Spaß gemacht.
* Pfiff *
Also man kann da auch ohne Partner, es gibt offene und anonyme Spender.
Ich hab da schon angerufen, das hört sich nicht schlecht an.
Okay, verstehe.
Aber du weißt schon, dass es auch andere Möglichkeiten gibt,
sein Leben mit Kindern zu verbringen?
Du könntest eine Kinderlosen-Betroffenen-Gruppe bilden
und ein Kinderheim eröffnen, oder ein Mütter-Hilfswerk gründen.
Ich hätte gern 'ne Familie.
Wenn du das hier machst, hast du vielleicht 'n Kind,
aber noch keine Familie.
Ich finde, du solltest das nicht machen.
* Ruhige Gitarrenmusik *
(leise) Du bist so ein Idiot!
Du bist so ein Idiot!
* Handy klingelt. *
Ja, hallo? "Frau Mehnert?"
Hallo, Herr Berler.
"Ist alles in Ordnung?"
Äh...
Es ist grad... Es ist grad nicht alles in Ordnung.
Es ist grad nicht alles okay.
Aber Sie kommen mir vor wie Buridans Esel.
Er verhungert, weil er sich für keinen der beiden
völlig gleichwertigen Heuhaufen vor sich entscheiden kann.
Heuhaufen.
Was schlagen Sie vor?
Würfeln Sie.
Bei zwei völlig gleichen Optionen kommt es im Gehirn zu einer Blockade.
Ein Roboter würde in so einem Fall einen Zufallsgenerator einschalten.
Quasi eine selbst herbeigeführte Symmetriebrechung.
Machen wir das nicht alle so?
Bleibt die Ampel auf Grün, kündige ich noch heute.
Springt sie auf Rot, mach ich's nicht.
Kennen Sie doch.
Und erstaunlicherweise sieht man danach klarer.
Hören Sie, egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden,
bei keinem können Sie sicher sein, dass er Sie glücklich macht.
Bliebe noch die dritte Möglichkeit.
Sie machen beides nicht.
Na ja...
Würde ich Ihnen bei dieser Problematik
in Ihrem Alter auch nicht empfehlen.
Ich wollte mich noch bei Ihnen entschuldigen.
Sie hatten recht mit Ihrer Tirade bei dem Fest.
Inhaltlich, mein ich.
Ihre Form, mir das zu sagen allerdings, war...
Na ja...
Aber das lernen Sie wahrscheinlich auch nicht mehr.
Ich weiß. Es tut mir leid.
Aber was mach ich jetzt?
Okay.
Wenn das nächste Schiff von rechts kommt,
fahren Sie nach Dänemark und machen das mit der Samenspende.
Wenn es von links kommt, lassen Sie's.
Also rechts, Dänemark. Links, nicht.
Genau. Okay.
Dann: ab... Moment!
Jetzt!
* Spannungsvolle Musik *
Na, dann ist die Sache klar.
Dänemark.
Ja, die schriftliche Freigabe schick ich Ihnen rüber. Wiederhören.
Ja, herein!
Wir drucken jetzt das von Berler ursprünglich abgenommene Cover.
Grau auf Schwarz.
Die Druckerei sagt, sie schaffen es bis zur Messe.
Vielleicht schaffen Sie es ja auch noch mal,
Kontakt zu Ihrem Autor aufzunehmen?
Das sind die Einschätzungen, und das hier ein Urlaubsantrag.
Ausgeschlossen. Abgesehen davon, was Sie hier angerichtet haben,
wir haben Messe!
Ich habe noch nie kurzfristig um Urlaub gebeten. Ich bin krank.
Sind Sie nicht. Meine Kinder sind krank.
Sie haben keine! Das Kindermädchen.
Und deswegen auch kein Kindermädchen! Was ist los mit Ihnen?
Jeder bekommt hier frei, nur ich nicht!
Wir können gerne in Ruhe reden,
es findet sich sicher irgendwann ein passendes Zeitfenster.
Das passende Zeitfenster ist jetzt!
Was ist denn los? Gibt's Ärger?
Ach nichts, das ist kompliziert.
Hältst du mich für zu doof oder für zu jung?
Ich hab keine Lust, darüber zu sprechen, ja?
Außerdem ist es mein Problem.
Ja. Aber deine schlechte Laune ist mein Problem.
* Handy klingelt. *
Papa! Hm?
Ich check diese Aufgabe nicht. Kommst du mal?
Ah!
Du hörst mir gar nicht zu!
Entschuldige.
Hey...
Ich muss mit dir reden.
Hm?
Pass mal auf, ich...
Ich möchte, dass du weißt,
dass ich jetzt rein theoretisch spreche, ja?
Sie will 'n Kind mit dir, oder?
Ja. Nein. Also vielleicht.
War ja klar.
Wieso war das klar?
Und du willst nicht, oder was? Ja, doch, ich...
Ich hab keine Ahnung.
Ich möchte, dass du weißt,
dass sich nichts zwischen uns ändern wird.
Hey...
Vincent! Du bist mein großes Glück!
Von mir aus.
Und das wär nicht schlimm für dich?
Ja, schlimm...
Wer weiß, wer als nächstes kommt. Und...
Sophie find ich eigentlich ganz in Ordnung.
Also wenn's sein muss...
Hast du sie jetzt erreicht?
Nachher holt sie sich noch 'nen Anderen!
* Flotte Musik *
* Langsame Musik *
Sophie!
Sophie!
Sophie, warte! Ich muss mit dir reden, Sophie!
Hey, Sophie!
Sophie!
Ich hab's mir überlegt, ja?
Ich hab drüber nachgedacht.
Hörst du mich?
Drück doch auf Stopp!
Ich... Sophie, warte!
Sophie, jetzt warte doch.
Sophie!
Hör zu!
Die Sache mit den Kindern.
Ich weiß, du willst nicht ewig warten.
Aber vielleicht können wir's langsam angehen?
Bis ich mich an die Vorstellung gewöhnt habe.
Das ist ja eine Riesenverantwortung.
Und ich weiß überhaupt nicht, ob ich ein guter Vater bin und war.
Vielleicht bin ich auch zu alt.
Na ja, wenn unser Kind das Abi macht, dann bin ich 60.
Und stell dir vor, wir kriegen eine Tochter mit deiner Figur!
Wie sieht denn das aus, wenn ich mit 'ner Langbeinigen unterwegs bin.
Ich hab einfach Angst.
Können wir fahren?
* Ruhige Musik *
* Motor wird gestartet. *
Ist das Ihr Freund, der sich nur um seinen Sohn kümmert?
Ja. Also ich fand ihn ganz in Ordnung.
Ich würd ihn nehmen.
* Ruhige Gitarrenmusik *
Und jetzt?
Bleiben wir zusammen.
Weißt du, ich finde die Aufregung über die zu alten Eltern
sowieso total übertrieben.
Wo wolltest du eigentlich hin?
Sag mal, ist heute nicht Fußball? Ja, aber da musst du nicht mit.
Doch, doch! Aber wir gehen erst nach Hause.
Komm!
* Schwungvolle Musik *
Vincent, super!
Mehr nach vorne, mehr nach vorne!
Was macht denn der Schiedsrichter da?
Das letzte Mal haben sich Vini und dieser Junge wieder angelegt.
Wir konnten das aber sehr friedlich klären.
Ich mein nur, falls es da heute wieder Streit gibt:
Man kann auch abwarten. Oft löst sich die Sache von selbst.
Sag mal, ist dir das unangenehm,
wenn ich mich aufrege und so laut werde?
Du bist mir nie unangenehm!
Ich mein...
Vergiss es. Okay?
Gut.
Aber Schiri, das war doch 'n Foul! Warum pfeift der nicht?
Pass mal auf...
Wir haben da einen Raum im Vereinsheim,
den möcht ich dir gern zeigen. Kommst du?
Du willst mich doch nur vom Spielfeldrand haben! Nein!
Doch! * Pfiff *
Er schafft das. Er schafft das allein.
* Schwungvolle Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2015
UT
Jerry Webster
Carol Templeton
Peter Ramsey
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