All language subtitles for WAR PHOTOGRAPHER - Documentary [2001]

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Original subtitles

Downloaded from YTS.MX

"Wenn deine Bilder nicht gut sind,

warst du nicht nah genug dran."

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KRIEGSFOTOGRAF

Er ist mir ein Rätsel.

Ich habe keine Ahnung,

was ihn so extrem vorwärts treibt.

Er ist in hohem Maße Einzelgänger.

Das muss man vielleicht auch sein,

um so gut zu arbeiten

und so viel von sich selbst zu geben.

Es ist schwer, seine Aufmerksamkeit,

sein Gefühl, seine Energie aufzuteilen.

Man muss total fokussiert sein.

Und das ist er.

Kosovo Nach Kriegsende...

Hamburg STERN

Wie viele werden hier im Dorf vermisst

und wie viele wurden getötet?

12.

Könnten wir dort hingehen?

Mein Sohn ist angekommen!

Oh, mein Sohn!

Ich wollte Fotograf werden,

um Kriegsfotograf zu werden.

Das war Anfang der 70er,

während des Vietnamkrieges.

Die Bilder aus Vietnam zeigten uns,

was dort wirklich passierte.

Es widersprach dem, was die politischen

und militärischen Führer uns erzählten.

Es waren direkte, dokumentarische Fotos,

eine machtvolle Anklage gegen den Krieg,

wie ungerecht und grausam er war,

nur indem man zeigte, was dort geschah.

Ich war sehr betroffen von den Fotos.

Und ich beschloss, mein Leben

diesem Ziel zu widmen.

Es dauerte lange,

bis ich mich sicher genug fühlte

für diese Arbeit. Bevor ich versuchte,

andere zu überzeugen,

musste ich erst mich selbst überzeugen.

1980

wachte ich eines Nachts auf und wusste,

dass es nichts mehr zu lernen gab

und ich nun versuchen musste,

in New York Pressefotograf zu werden,

Kriegsfotograf.

Ich hatte das Gefühl, bereit zu sein

für Auslandseinsätze und Kriegsgebiete.

Ich bekam auch sofort erste Aufträge.

Eine aufwühlende und aufregende Zeit.

Ich wurde Zeuge von Geschichte.

Nicht aus akademischer Sicht und

nicht aus der Ferne,

sondern von dem, was normalen Menschen

im Laufe der Geschichte passiert.

Das waren wirklich lohnende Erlebnisse,

genau deswegen wurde ich Fotograf.

Genau das wollte ich erreichen.

Außerdem war es mit Gefahr verbunden.

Es hatte etwas Abenteuerliches,

sich der Gefahr auszusetzen,

die echten Gefühle der Leute zu spüren.

Es war wie im Theater,

nur dass ich auf der Bühne stand

und das Stück völlig ungewiss war.

Was da passierte, musste man verstehen,

vorausahnen und sich darauf einlassen,

gefühls- und verstandesmäßig,

um folgen zu können.

Ich musste lernen,

eine eigene Sichtweise zu entwickeln,

meine eigenen Gefühle auszudrücken.

Dazu musste ich sie erst einmal kennen.

Durch die Fotografie, die Bildbegrenzung

lernte ich die Welt und

auch mich selbst kennen.

Also, wir haben Masken.

Aber die sind nur gegen den Gestank.

Ich brauche keine Maske.

Christiane Amanpour Internationale Chefkorrespondentin CNN

Ich glaube, da sind 100 Leichen drin.

Da drinnen sind auch

die Kriminologen und Anthropologen,

sie werden sich vorstellen.

Wir möchten, dass Sie da durchgehen.

Es stinkt, also seien Sie vorbereitet.

Da ist ein Zimmer mit Einschusslöchern,

aber machen Sie dort keine Fotos, bitte.

Es wurde noch nicht freigegeben.

Was beweisen denn die Einschüsse?

Sie belegen, dass hier geschossen wurde.

Sie sagen, sie zählen die Köpfe

Ein Anthropologe ordnet die Knochen zu.

Wie spät ist es? Alles klar.

Haben Sie eine Maske? - Nicht nötig.

Ziemlich grausig.

Okay? Danke! - Lassen Sie sich Zeit.

Ich kam zufällig zum Journalismus.

Ich wählte diesen Beruf

und dachte, es macht Spaß, ist cool.

Kriegsreporterin sein ist irre!

Reisen! Die Welt sehen! Dabei sein!

Oh, Scheiße...

Aber dann gibt's bestimmte Ereignisse,

die dich nachdenklich machen:

Was tue ich hier und warum?

Sie machen einem klar,

wie ernst und wichtig das alles ist.

Die Art und Weise,

wie du ein Ereignis schilderst,

bestimmt, wie die Welt es sieht.

Also mach es lieber richtig!

Davon bin ich fest überzeugt.

Und doch zweifeln die Leute.

Selbst wenn sie Massengräber sehen...

Selbst dann noch wollen sie zweifeln.

Da hat gerade jemand Blumen geworfen!

Da, hinter dir!

Ich sagte: "Mein Bruder ist taubstumm!"

Sie haben ihn vom Anhänger gerissen,

das Geld genommen und getötet.

Dem anderen Bruder schnitt man

mit einem Brotmesser den Arm ab.

Meinem Onkel wollten sie den Sohn

vom Arm reißen, aber er hielt ihn fest.

Sie haben ihm in den Kopf geschossen,

das Kind ist auf den Boden gefallen.

Mir haben sie 2 Minuten Zeit gegeben

und eine Waffe an den Hals gesetzt.

Sie wollten Geld.

In einem Krieg

gelten normale Umgangsformen

nicht mehr.

Es wäre im "normalen" Leben undenkbar,

in ein Haus zu gehen,

wo die Familie einen Toten betrauert,

und dort lange zu fotografieren.

Das würde man einfach nicht tun.

Diese Fotos sind nur machbar,

weil man mich akzeptiert.

Es ist einfach unmöglich,

solche Momente zu fotografieren

ohne die Mitwirkung der Leute.

Ohne dass sie mich willkommen heißen,

mich akzeptieren und da haben wollen.

Sie verstehen,

dass der Fremde mit der Kamera

der Welt zeigt, was ihnen widerfährt.

Das verleiht ihnen eine Stimme,

die sie sonst nicht hätten.

Sie wissen, dass sie Opfer

von Unrecht sind,

von unnötiger Gewalt.

Und indem sie mich fotografieren lassen,

appellieren sie an die Außenwelt

und unser Gefühl von Recht und Unrecht.

Ich will Menschen respektvoll begegnen.

Sie sollen sehen, dass ich Respekt habe,

vor ihnen und ihrer Lage.

Ich möchte nicht auffallen,

nicht zu laut sprechen,

ich möchte mich ihnen offen nähern

und auch mir gegenüber offen sein.

Das sollen sie spüren.

Und die Menschen spüren das!

Mit nur wenigen oder gar keinen Worten.

Hans-Hermann Klare Auslandsredakteur STERN

Das Unfassbarste,

was ich je erlebt habe, war Ruanda.

Wir wissen nicht,

wie viele Menschen starben, man schätzt

zwischen einer 1/2 und 1 Million.

Getötet durch primitive Waffen:

Knüppel, Steine und Macheten,

von Angesicht zu Angesicht.

Ich hab Schauplätze der Massaker gesehen

und verstehe einfach nicht, wie Menschen

sich so etwas antun können.

Wo kommt solche Angst, solcher Hass her?

Das übersteigt mein Verständnis.

Es ist schwer, darüber hinwegzukommen.

Als die Hutu schließlich besiegt waren,

flohen Hunderttausende von ihnen

ins benachbarte Tansania oder Zaire.

Die Cholera breitete sich aus

in den Flüchtlingslagern in Goma.

Zehntausende starben in kurzer Zeit.

Und ich realisierte,

dass viele, die ich hier fotografierte,

vielleicht die Massaker begangen hatten,

die ich Wochen vorher miterlebte.

Es war,

als säße ich im Fahrstuhl zur Hölle.

Jakarta Indonesien

Ich begann mit einer Arbeit über Armut,

die in Indonesien weit verbreitet ist.

Es gibt dort schreckliche Armut.

Diese Leute haben Arbeit, eine Familie,

es ist eine Arbeitergegend.

Und hier landen sie schließlich,

neben den Bahngleisen.

Sie sind weder süchtig noch asozial,

sie arbeiten und ziehen Kinder groß.

Menschen vom Land,

die besser leben wollten.

Sie können sich nichts anderes leisten.

Sie bauen Hütten aus Holz und Plastik,

wo man keine Miete zahlen muss.

Guten Morgen! - Guten Tag, der Herr.

Guten Morgen.

Während dieser Reportage entdeckte ich

einen Mann mit einem Arm und einem Bein.

Er war von einem Zug überfahren worden,

als er mal nachts besoffen war.

Er lebt mit seiner Frau und 4 Kindern

im Schotter zwischen den Gleisen.

Er behandelt die Kinder sehr liebevoll,

und sie sind auch lieb zu ihm.

Er tut sein Bestes für die Familie.

Ich verwendete einige Zeit darauf,

ihr Leben zu dokumentieren.

Christiane Breustedt Chefredakteurin GEO SAISON

Südafrika 1994

Viele Kinder arbeiten auf der Müllhalde

am Stadtrand von Jakarta.

Statt zur Schule zu gehen,

wühlen sie den ganzen Tag im Abfall.

Es stinkt fürchterlich.

Der Boden fühlt sich an wie Morast.

Ich trage Gummistiefel,

die Leute dort tragen Gummisandalen.

Unglaublich,

dass Menschen so arbeiten müssen

für einen Verdienst

von 85 Cent am Tag.

Ich erforschte die Armut in einem Land,

das in den letzten Jahren gefeiert wurde

für seinen ökonomischen Aufschwung.

Dieser kam aber nur einem kleinen Teil

der Bevölkerung zugute.

Es gibt eine riesige,

versteckte Mehrheit,

die in furchtbarer Armut lebt.

Und genau das habe ich festgestellt.

Ich war

tief beeindruckt, fast schockiert

über diesen Ausbruch extremster Gefühle

nach Suhartos Rücktritt.

Ich wollte wissen, was dahinter steckte,

was so einen Ausbruch

der Gefühle hervorruft

bei so vielen Leuten.

Sie sind von der Last

der Unterdrückung befreit worden.

Es ist die Hoffnung auf soziale

und ökonomische Gleichheit, die man

so vielen so lange vorenthalten hat.

Des Wright Kameramann Reuters

Angi? Hi, hier ist Des. Wie geht's?

Meine Mutter hasst meinen Beruf,

dass jederzeit der Anruf kommen kann:

"Sind Sie Desmonds Mutter?"

Sie glaubt, der Krieg laufe mir nach.

Ich kam nach Indonesien

und 2 Monate später trat Suharto zurück.

Das Land brannte, Tausende starben.

Sie ruft an und sagt: "Siehst du!

Kaum bist du da ..."

Es gibt einen harten Wettbewerb.

Alle wollen die dramatischsten Bilder.

Viele Kollegen

gehen ziemlich brutal vor,

wollen das Schlimmste

vom Schlimmsten kriegen. Die helfen nie.

Es heißt: "Ich hab nichts damit zu tun."

Ich sage: "Doch!" Viele von uns

wären erfreut, wenn der Mann da umkäme,

um dieses eine Bild zu kriegen.

In gewissem Maße

ist es eine kranke Branche.

Keine Ahnung, warum wir das machen.

Irgendwas über Funk? Alles ruhig?

Hörst du alle Stationen in Jakarta?

Ja, alles. - Nichts los? Okay.

Eine Woche nach den Zusammenstößen

zwischen den Studenten und den Truppen

rief Jim sonntagmorgens um 10 Uhr an:

"Unruhen! Irgendwas geht da vor.

Eine Kirche brennt. Leute auf der Straße

mit Schwertern, Macheten...

Da braut sich was zusammen."

Eine 1/2 Stunde später

hatten sie 3 Ambonesen gefangen

und töteten sie auf der Stelle,

zerstückelten sie mit Schwertern.

Einen 4. jagten sie

durch die Straßen.

Jim war praktisch die ganze Zeit dabei.

Er hat Schwarzweißfotos von dem Mann

mit dem wilden Mob dahinter,

blutüberströmt.

Sie haben mit ihm gespielt,

ihn gequält, so wie Kinder Tiere quälen.

Jim warf sich 3-mal auf die Knie

und flehte sie an:

"Es gibt keinen Grund, ihn umzubringen!

Nur weil er Ambonese ist!"

Sie haben ihn trotzdem umgebracht.

20 Minuten lang lag Jim auf den Knien:

"Bitte tötet ihn nicht!"

Wenn es so brutal und abscheulich wird,

wenden sich viele Kollegen ab.

Zum einen wegen der eigenen Sicherheit

und weil man instinktiv sagt:

"Ich hab nichts damit zu tun!"

Jim dagegen ist immer mittendrin.

Er hält sich nicht heraus.

Seine Fotos zeigen das. Darum lag er

auch auf den Knien, mittendrin.

Freunde von mir waren auch dort.

Aber sie standen

auf einer Brücke oder in einem Gebäude

und machten aus der Distanz ihre Bilder.

Wenn es persönlich wird...

Das ist Jim.

Ramallah Palästina

Das ist sehr wichtig:

zentriert in dir selbst zu sein.

Viele wichtige Entscheidungen

müssen sehr schnell getroffen werden.

Man muss ruhig bleiben

und darf nicht in Panik geraten.

Das sind sehr grundlegende Dinge,

die vielleicht kaum erwähnenswert sind.

Ich versuche einfach,

mich auf die Situationen einzustellen,

in die ich kommen könnte,

ich gehe sie im Kopf durch.

Es geschieht sehr unterbewusst,

wie ich mich geistig vorbereite.

Allah ist groß!

Jede Situation ist anders.

Und jede erfordert,

dass man alles wieder aufs Neue lernt.

Vieles ist Instinkt,

vieles ist Wissen

und intuitives Verstehen

von Ereignissen.

Angst ist nicht wichtig...

Wichtig ist, wie man damit umgeht.

Klar hat ein Marathonläufer Schmerzen!

Was zählt, ist nur, wie er damit umgeht.

Es kann jeden von uns jederzeit treffen.

Wir wissen, dass es möglich ist,

immer, wenn wir rausgehen, jeden Tag.

Damit müssen wir rechnen,

das gehört zur Arbeit.

Wir wissen es von Anfang an.

Keiner empfindet Selbstmitleid,

es gehört dazu.

Du bist auf dem richtigen Weg.

Es ist insgesamt eine Spur zu hell,

um die ganze Dramatik rauszubringen.

Ich könnte auch

hier rund um den Kopf nach belichten.

Ja, und hier vielleicht auch.

Wenn es insgesamt dunkler wird,

lass es hier so, wie es ist,

es soll nicht dunkler werden.

Okay... - Einverstanden, danke.

Viel Glück!

Das hier ist ziemlich gut. - Gute Idee!

Man sieht mehr von der Zerstörung.

Kannst du mehr aus dem Himmel rausholen?

Klar!

Sieht sehr gut aus...

Ich würde noch eine versuchen,

um noch mehr aus dem Himmel rauszuholen.

Siehst du, was ich meine?

Der Himmel ändert alles.

Ich habe wohl die Hälfte meiner Karriere

in Afrika gearbeitet.

In diesem oder jenem Zusammenhang.

Eines dieser Themen,

sicherlich das traurigste, tragischste

und tödlichste, sind Hungersnöte.

Hunger ist nichts Natürliches,

sondern ein Produkt des Krieges.

Das älteste Instrument

der Massenvernichtung.

Sehr primitiv...

sehr effektiv.

Es ist wichtig zu verstehen,

dass Bilder von Hungernden

in Hilfszentren aufgenommen werden,

an Orten, wo Nahrung hingeschickt wurde.

Wir machen keine Fotos von Menschen,

die hungern, ohne ihnen zu helfen.

Wir lassen sie nicht im Stich.

Es ist immer schwieriger,

kritische Themen zu publizieren.

Es ist

in den letzten Jahren

sogar noch schwieriger geworden.

In einer Gesellschaft, besessen

von Unterhaltung, Prominenten und Mode.

Inserenten wollen verhindern,

dass ihre Produkte neben Fotos

von menschlichen Tragödien auftauchen.

Das ist schlecht fürs Geschäft.

Meine Fotos sind für die Massenmedien.

Man soll sie nicht unbedingt

als Kunstobjekte betrachten.

Sie sind eine Form der Kommunikation.

Wenn ich mit meiner Arbeit was erreiche,

freue ich mich.

Aber es gibt immer noch so viel zu tun.

Ich fühle mich weder erfüllt

noch wirklich zufrieden.

Auch nicht unbedingt "glücklich",

denn es geht ja immer

um die Tragödie und das Unglück anderer.

Ich empfinde nur bittere Zufriedenheit,

dass ich vielleicht die Aufmerksamkeit

auf diese Probleme lenken konnte.

Vielleicht habe ich was bewirkt...

aber es ist wie Treibsand.

Wo hast du das fotografiert?

An vielen Orten...

Die Kettensträflinge in Alabama,

die Polizeiarbeit in New Orleans,

New York und Los Angeles.

Eine der eindruckvollsten Wände!

Da es uns selbst betrifft.

Die USA, ihre Brutalität...

Nicht nur woanders geschieht Unrecht!

Wir haben unsere eigenen Probleme.

Genau!

Bis zur letzten Minute wird gearbeitet!

Denis O'Neill Drehbuchautor / Jims bester Freund

Gleich ist es so weit! 20 Jahre...

Wie fühlst du dich?

Du hast gesagt, du wärst müde.

Ich bin auch müde.

Ein bisschen verstört durch das Ganze.

Aber auch triumphierend, ich meine...

Ich hab zu viel geredet.

Ich hab nichts mehr zu sagen.

Du hast mich die ganze Zeit unterstützt.

Wenn das vorbei ist,

heißt es: Sierra!

Wir kennen uns vom College in den 60ern.

Wir waren Anfang 20, voller Tatendrang

und versuchten unsere Berufung zu finden.

Die Frucht von so viel Zeit...

Monate, das weißt du doch. - 20 Jahre!

Er gewann zum 3. Mal

den "lCP lnfinity Award",

5-mal den Robert-Capa-Preis

und viele Male "Picture of the Year".

Es ist mir eine Freude: Jim Nachtwey!

Ich war jung, unerfahren, neugierig,

interessiert an Abenteuer und Reisen...

Im Laufe der Jahre

wurde das wahre Ziel immer deutlicher.

Die Menschen, die ich fotografierte,

wurden viel wichtiger als...

als ich selbst.

Ich glaube, er denkt,

dass irgendwann das Gute über das Böse triumphieren wird,

trotz aller Rückschläge.

Das hilft ihm, einen klaren Blick für seine Arbeit zu behalten.

Sein Optimismus bewahrt ihn davor,

zynisch zu sein.

Es würde ihn umhauen zu erkennen,

dass er nichts bewirken kann,

dass die Kriege einfach weitergehen.

Jims Problem?

Findet er den Moment zum Aufgeben?

Kriegsfotografen werden selten alt.

Nicht ohne Grund.

Was soll Jim tun, falls er das Glück hat

und diesen Spießrutenlauf übersteht?

Jim war 4- oder 5-mal verwundet,

hatte schreckliche Krankheiten

und schwere psychische Traumata.

Wie kontrollieren Sie Ihre Gefühle?

Weil ich es muss.

Dort hinzugehen und zusammenzubrechen,

wäre sinnlos.

Ich kanalisiere alles in meine Arbeit.

All die Wut, die ich empfinde,

Frustration, Zweifel, Trauer...

kanalisiere ich in meine Fotos.

Er konnte nie

ein normales Leben führen.

Eine Familie,

ein stabiles, romantisches Zuhause,

so was hat er nie gehabt.

Er hat alles für seine Arbeit geopfert.

Es ist immer schwieriger,

Leute mit Kritischem zu konfrontieren.

Bilder, die nicht verklären,

sondern etwas aufdecken.

Damit wir von etwas viel Wichtigerem

betroffen sind als von uns selbst.

Und die Leute sind betroffen.

Ziemlich oft

unterschätzen Verleger ihre Leser.

Letztendlich

wollen die Leute wirklich wissen,

wenn sich eine große Tragödie ereignet,

wenn...

inakzeptables in der Welt passiert.

Und sie wollen, dass etwas getan wird.

Daran glaube ich.

"22. Mai. Lieber Herr Nachtwey,

ich hab über die Sumarno-Familie gelesen

und fand keine Ruhe.

Das Elend und der Überlebenskampf

dieser Familie sind mir unvorstellbar.

Ich bekomme nur

$396 Sozialhilfe im Monat,

spende aber $20 im Monat,

solange ich es kann."

Wir müssen hinsehen.

Das ist unsere Pflicht. Wir müssen alles tun, was wir können.

Wenn wir es nicht tun, wer tut es dann?

Kawah ljen Eine Schwefelmine in Indonesien

Warum fotografiere ich Krieg?

Kann Fotografie

etwas ausrichten

gegen ein menschliches Verhalten,

das es immer gab?

Eine völlig lächerliche Vorstellung,

sollte man meinen.

Doch genau diese Idee motiviert mich.

Die Stärke der Fotografie liegt darin,

ein Gefühl für Humanität zu wecken.

Krieg ist das Ende von Verständigung

und Fotografie vielleicht

das Gegenteil davon.

Ein Gegengift

in Form von Verständigung.

Wenn einer wie ich in den Krieg zieht,

um alle Welt wissen zu lassen,

was da wirklich geschieht,

versucht er, Frieden auszuhandeln.

Vielleicht haben die Kriegstreiber

deshalb so ungern Fotografen dabei.

An der Front erlebt man alles

sehr direkt.

Nicht wie ein Foto in einer Zeitschrift,

schön weit weg,

neben einer Anzeige für "Rolex" -Uhren.

Man sieht fürchterlichen Schmerz,

Unrecht und Elend.

Könnten wir alle

mit eigenen Augen sehen, was Phosphor

mit dem Gesicht eines Kindes macht,

wie weh

eine einzige Kugel tut

oder wie ein Granatsplitter

einem das Bein abreißt.

Könnten wir das alles miterleben,

nur ein Mal, würden wir verstehen,

dass nichts es rechtfertigt,

einem Menschen so was anzutun,

geschweige denn Tausenden.

Aber es können nicht alle dort sein,

deshalb gehen Fotografen hin,

um aufzuzeigen

und aufzuhalten,

was dort passiert.

Um wahrhaftige Bilder zu schaffen

gegen die beschönigenden Massenmedien

und um Leute wachzurütteln.

Um zu protestieren

und so andere zum Protest aufzurufen.

Verursacht es gesundheitliche Probleme?

Sie husten manchmal...

Aber dann kriegen sie etwas von Suhara,

so was wie Milch mit grünem Brei,

und dann ist alles wieder normal.

Danke!

Das Schlimmste ist, als Fotograf

vom Elend anderer zu profitieren.

Diese Vorstellung verfolgt mich.

Ich schlage mich täglich damit herum.

Denn sollten Ehrgeiz und Karriere je

wichtiger sein als mein Mitgefühl,

habe ich meine Seele verkauft.

Ich kann meine Rolle nur rechtfertigen,

indem ich Menschen in Not respektiere.

Nur wenn mir das gelingt,

akzeptiert der andere mich,

kann ich mich selbst akzeptieren.

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