All language subtitles for COUNTRY PORTRAITS OF AN AMERICAN SOUND - Documentary [2015]

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Original subtitles

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Bei Country-Musik geht es um das echte Leben.

Die Lieder erzählen eine Geschichte. Eine Geschichte über Menschen.

Mamas, Züge, und wegfahren.

Mehr muss man nicht wissen für einen Country-Song.

Country ist da, wo das Herz ist.

Aber Country ist mehr als Musik. Und Fotografie hat das festgehalten.

Die Musik entwickelte sich und das Bild auch,

und Fotografen hielten die Geschichte der Country-Musik fest.

Lange Zeit ging es nur um Stiefel, Hüte,

schicke Hemden und große Gürtelschnallen.

Das war der Straß-Cowboy-Look.

Sie waren einzigartig.

Das Publikum drehte

bei jedem von ihnen durch und ich war mit der Kamera da.

Wir trugen lange Gewänder und hatten die Haare hochgesteckt.

Und viele Leute sagten, wir werfen das Bild

von Country-Musik zwanzig Jahre zurück.

Ich wusste nicht, wo das Problem lag.

Nimm die Kamera und los geht's, ich weiß, wie ein gutes Foto aussieht.

Bei Country geht es darum, sich mit etwas Echtem zu verbinden.

Ich mache Fotos, um die Wahrheit zu erzählen.

Ich wollte, dass sie sich mir offenbarten.

Sind das echte Menschen? Wie sieht ihr Leben aus?

-Ich will den Moment festhalten. -Country-Musik repräsentiert

das Herz von Amerika schon seit langem.

So viele Bilder zeigen,

wo die Künstler und Country zu verorten sind.

Wenn man die Bilder ansieht, und das Gleiche spürt,

dann ist das ein gutes Foto.

Country-Musik kam ursprünglich

von einem reinen und unverdorben Ort,

nicht korrumpiert durch den Rest der Welt.

Frühe Country-Musik war ein Zusammenfluss

von europäischem Fiedeln und dem afrikanischen Banjo.

Als die beiden Klänge im amerikanischen Süden zusammenkamen,

hatte man die Grundpfeiler der Country-Musik.

Das hörte man, wenn man auf dem Land an Häusern vorbeifuhr.

Da saß jemand auf der Veranda und machte Musik

für sich und für andere.

In den 20ern gab es Hardcore-Country-Leute.

Das waren Country-Leute, die über Country-Dinge sangen.

Lange hieß es gar nicht Country-Musik.

Es war einfach Volksmusik,

und sie nannten es Southern-Folk-Musik.

Und Volksmusik war nicht kommerziell.

Aber Plattenlabels wurde schnell klar, dass,wenn sie

Volkslieder mit Fiedel-Spielern und Countrysängern aufnahmen,

die Platten gut weggingen.

Ein paar der ersten Country-Musik-Aufnahmen

stammten aus Atlanta,

mit Fiddlin' John Carson drauf,

der dieses erste Album 100 000 mal verkaufte.

Und 1924 verkaufte Vernon Dalhart eine Millionen mal

seinen "Prisoner's Song".

Dann nahmen die Carter Family und Jimmy Rodgers 1927 auf.

Und das ist der Anfang,

das ist der Urknall der Country-Musik.

Da wurde es richtig kommerziell.

Jimmy Rodgers und die Carter Family

wurden in Bristol entdeckt.

Es war ein Entdeckungsprozess,

bei der viele Musiker reinkamen,

wie ein frühes American Idol, nur viel besser.

Ralph Peer entdeckte die Carter Family

und Jimmy Rodgers wurden innerhalb einer Woche 1927 entdeckt.

Und plötzlich gab es Country-Musik.

Die Carter Family schenkte uns ein Werk,

das noch bis heute überdauert.

Und Jimmy Rodgers wurde ein Superstar.

Er war ein Dandy und setzte die Maßstäbe für Country-Stars

und beeinflusste so viele der frühen Country-Musiker.

Pop Stoneman, die Gully Jumpers,

Dr. Humphrey Bates,

all jene entzündeten das Feuer von Country-Musik.

Vor allem die Carter Family.

Schaut man sich die Fotografien an,

sieht es wie beim alten Testament aus.

In den 1930ern kam das Radio in das amerikanische Leben,

in der großen Depression,

und da wurde Country erwachsen.

Vieles lief bei Scheunentänzen.

Musiker kamen aus der ganzen Region, um dort zu spielen,

und Radiosender wie WLS in Chicago

und WSM in Nashville sendeten es

im ganzen Land.

Radio war wichtig für Country-Musik.

Country-Musik war eine Verschmelzung von regionalen Klängen.

Bis es eine Art Mechanismus gab,

um sie alle national zu senden, blieben sie regional.

Aber als Country-Musik eine weitere Reichweite bekam,

und man sie im Radio hörte,

wurde sie professioneller.

Und Musiker gingen ins Studio und ließen Fotos machen.

Sie schickten sie an die Radiosender.

Diese Fotos erschienen in den Zeitungen.

Sie sahen bewusst so sehr nach Country wie möglich aus,

aber sie verkauften ländliche Musik.

In den frühen Tagen kamen die Männer

mit Anzug an und zogen sich für die Show

Pullover und Karohemden an, weil es Teil des Images war.

Frauen mussten familiäre Stereotype erfüllen,

und so waren die rührselige Mutter

und das reine, liebe Bergmädchen

herausragende Figuren mit wichtigen Rollen in der Country-Musik.

Es war Familienunterhaltung und es gab kulturelle Erwartungen,

wer sie sein sollten.

Man verkauft die Musik an bestimmte Menschen,

an einen bestimmten Schlag Amerikaner, und das Image spielt da eine Rolle.

Jimmy Rodgers trug eine Bremswartmütze.

Kitty Wells stellt das liebe Country-Girl dar.

Man pflegte die Erscheinung von Hinterwäldlern.

Das Image ist stark verbunden mit der Musik.

Ich empfand "Hinterwäldler" als liebevoll.

Aber Ernest Tubb sagte immer: "Wenn du mich Hinterwäldler nennst,

lächle lieber, wenn du es tust."

In den späten 1930ern und frühen '40ern

gab es die singenden Cowboys aus Hollywood,

mit Gene Autry, Roy Rogers, Tex Ritter.

Und das änderte das Image von Country-Musik,

denn kein Kind wollte mehr ein Hinterwäldler sein

und alle wollten Cowboy sein.

Der Cowboy wurde zur Ikone von Romantik,

Wahrheit, Ehrlichkeit und die amerikanische Lebensart.

Gene Autry war ein großer Star mit großem Einfluss auf die Musik.

Nicht wegen seines Sounds, sondern wegen seines Aussehens,

denn er machte den Western-Look populär

und andere machten es ihm nach.

Der Cowboy-Look hielt in die Country-Musik Einzug,

beeinflusst von der Western-Kultur,

mit den Stiefeln und manche Musiker trugen Hüte.

Das blieb eine lange Weile

und dann ging es langsam wieder weg und die Leute probierten andere Stile,

und andere Möglichkeiten, sich darzustellen.

Lester Flatt und Earl Scruggs, Bill Monroe,

gingen nie ohne Mantel und Krawatte auf die Bühne.

Sie sahen wie Gentlemen aus und verhielten sich auch so.

In den 50ern trugen die Frauen Kleider

mit einem Gürtel um die Taille

und ihr Haar wippte herum.

Dieses klassische Country-Ding.

June Carter sah wie eine Lady aus

mit ihrem Chiffon-Kleid und sie kreuzte immer

ihre Beine und zeigte ihre Beinkleider

als Comedy-Einlage.

War man ein neuer Künstler, ließ das Studio einen

ein Foto bei Walden Fabry machen.

Eine Art Initiationsritus.

Walden Fabry war ein Fotograf aus Chicago.

Minnie Pearl traf ihn in Chicago und holte ihn nach Nashville,

denn den Musikern fehlte jemand,

der diese glamourösen Fotos schoss,

und die Bilder wurden ans Radio an Fan-Zeitschriften geschickt,

und sie halfen, die Musik zu verkaufen.

Als Musiker ging man mit verschiedenen Wünschen zu

zu Fotografen.

Elmer Williams hatte einfach Spaß als Fotograf.

Er fing als Amateur an.

In den '50ern fing er an,

Backstage in Nashville abzuhängen

und er schloss Freundschaft mit den ganzen Country-Musikern.

Und so bekam er Arbeit in der Stadt.

Er schoss Fotos für Tabak-Unternehmen,

die große Sponsoren der Country-Musiker waren.

Philip Morris sponserte eine Tour

mit Carl Smith und Ronnie Self.

Darin machten sie die Tour, es war wenig luxuriös.

Elmer Williams machte zehn Jahre lang Fotos

und wurde dann Polizist.

Das schien sein großer Traum gewesen zu sein,

denn er hört mit der Fotografie auf und ließ es für immer bleiben.

Er zog sich völlig aus der Country-Welt zurück.

Country-Musik in den '40ern und '50ern was Kampfmusik,

Tanzmusik, Trinkmusik und Spaßmusik.

Sie sangen gefühlvolle Lieder über Leben. Leben und Liebe.

Ernest Tubb und Hank Williams.

Hey, du Hübsche

Was machst du so?

Hank Williams war ein spannender, energiegeladener Musiker, Superstar.

Einige Jahre war er der Einzige im Rampenlicht.

Er starb mit 29 Jahren und war doch einer der produktivsten.

Er schrieb einfach Lied für Lied und sie waren klasse.

Ich kaufte seine Alben und fand ihn so authentisch,

denn er sang, was er schrieb, also musste er es fühlen,

das musste er sein.

Mein Opa sagte immer:

"Was meinst du mit Country? Ich schreibe Lieder, wie ich es kenne."

Er war ein Country-Junge.

Er kam aus Alabama und die einfachen Songtexte

sprachen Millionen von Leute an.

Da liegen die Wurzeln von Country-Musik.

Einfach und absolut zeitlos,

bis zur Rundung des Huts.

Country-Musik war zum amerikanischen Sound geworden,

und man hörte es im ganzen Land.

In den späten '50ern änderten sich die Dinge.

Country-Musik durchlebte eine Flaute.

Große Künstler wie Hank Snow und Ernest Tubb

erlebten einen Karriereknick,

denn plötzlich gab es Rock'n'Roll und Rockabilly.

Zu meiner Rock'n'Roll-Zeit steckten wir alle in der Musik

und erfanden sie fortlaufend.

Mein Spitzname war Little Miss Dynamite.

Die Musik war sehr rhythmisch, ein wenig wie Gospel,

ein wenig wie Blues, ein wenig wie Country.

Country-Musik war ein großes Vorbild für Rock'n'Roll.

Aber Rock'n'Roll überholte Country

durch seine Energie und Jugend und seine Bilder.

Elvis Presley sah sich selbst als Country-Sänger.

Aber eben ein sehr schneller und energiegeladener.

Ich trat mit Elvis am 13. Dezember 1957 auf.

Da fing er gerade erst an.

Der große Erfolg stand noch aus,

auch wenn er da schon sehr, sehr beliebt war.

Elvis und Buddy Holly zogen die Fans ab,

die vorher für Webb Pierce und Ray Prince geschwärmt hatten

und für die Shuffle-Honky-Tonk-Musik.

So stand das Schicksal von Country-Musik in den Sternen.

Viele Country-Fans mochten Rock'n'Roll

aber es gab noch immer Leute, die traditionellen Country-Sound mochten.

Sie kamen wieder.

Das Grand Ole Opry war sehr wichtig.

Es legte den Grundstein für das, was wir Music City nennen.

Ich weiß nicht, ob Nashville Nashville wäre,

wäre das Grand Ole Opry nicht gewesen.

Es gab ein großes Grand-Ole-Opry-Foto-Geschichtsbuch,

das immer mal rauskam, als ich klein war.

Der Fotograf weckte in mir den Wunsch, ein Teil von Country-Musik zu werden,

gleichermaßen wie die Musik.

Ein Fotograf fiel mir besonders auf, immer wieder,

Bild für Bild, und das war Les Leverett.

Er machte Fotos spontan und auf andere Weise.

Ich fing am 1. April 1960 an,

im Grand Ole Opry als Fotograf zu arbeiten.

Und meine Güte, habe ich es geliebt.

Als ich anfing, war es ein Riesending.

Man kam kaum an Tickets.

Die Leute bildeten eine Schlange, die einmal um den Block ging.

Es war die größte Country-Musik-Show der Welt.

Und das war der große Traum von allen damals...

Als Country-Musik-Star Teil des Grand Ole Opry zu werden.

Oder zumindest auf der Bühne des Grand Ole Opry zu singen.

Mein Song "City Lights" war ein großer Hit

und öffnete mir die Türen in Nashville.

Aber als ich den Anruf bekam, ob ich

Teil des Grand Ole Opry werden wollte,

war das, als fragte man mich, ob ich in den Himmel wolle.

Alle trugen Anzüge damals,

mit Pailletten, die im Scheinwerferlicht glitzerten.

Und diese schicken Stiefel zu sehen, das was glamourös.

Es gab eine 30-minütige Show

und ein Star kam raus und sang.

Sie spielten selten mehr als einen Song.

Oder wie einer einen Abend sagte:

"Ein Song pro Hinterwäldler, Kumpel."

Ich fotografierte so viele Musiker: Grandpa Jones,

Minnie Pearl, die Jordanaires, Jim Reeves.

Aber ich war so beschäftigt damit, ein gutes Foto zu schießen,

dass ich nicht merkte, was sie sangen.

Les Leverett verlieh Country-Musik so viel

ihrer Wichtigkeit und ihres Images,

denn er dokumentierte es

als sonst keiner hinsah.

-Hier ist eins aus dem Opry. -Oh, sieh mal.

-Da bin ich rein. -Ein schönes Foto.

Man wusste nie, wer im Opry auftauchen würde.

Ich liebe es, die alten Fotos meines Vaters durchzugucken.

Es begeistert mich immer wieder, wie viel er zur Geschichte beitrug.

Ich weiß noch, wie ich als Kind mit dir Backstage im Opry mitkam,

im Ryman Auditorium sind wir durch die Hintertür rein

und es war, als würde ich auf eine Kirmes gehen.

Es war so cool.

Die Atmosphäre Backstage war familiär.

Ich sah meinen Vater bei der Arbeit zu und er kannte die Künstler,

darum sah man Gefühle, wenn er sie fotografierte.

Er wartete auf den richtigen Moment und fing ihn mit der Kamera ein.

Es fand immer etwas Aufregendes statt.

Ich ging überall hin, klopfte an die Umkleiden.

Keine Ahnung, ob sie "Herein" oder nicht sagen, also ging ich rein.

Ich war schamlos.

Als ich zum ersten Mal herkam, war das Grand Ole Opry

im Grunde eine Radiosendung und das seit 1925.

Dann eröffnete die National Life Versicherung 1925 in Nashville

einen Radiosender, WSM Radio.

WSM spielte Oper aus New York.

Eines Tages sagte der Moderator zu den Zuhörern:

"Die letzten zwei Stunden haben Sie Oper gehört.

Jetzt hören Sie die Grand Ole Opry."

Das sagte er einfach so.

Also entwickelte WSM ihr Programm für das Grand Ole Opry.

WSM steht für "We Shield Millions", also "Wir schützen Millionen".

Das war das Motto der Versicherung.

Und sie nutzten die Radiosendung, um Versicherungen zu verkaufen.

Ihre Vertreter gingen zu den Leuten, klopften an die Tür

und sagen: "Ich bin vom Grand Ole Opry."

Und sie gaben ihnen eine Broschüre mit Bildern von Opern-Stars.

"Dann herein mit Ihnen." Also kamen sie rein und schon

verkauften sie einem eine Versicherung.

Aber das Opry wurde immer größer und größer.

So viele Leute wollten in dem Sender laufen, als er anfing.

Uncle Dave Macon, war mit 50 Jahren

der erste Star im Grand Ole Opry.

Er spielte Banjo und wirbelt es herum.

Das war pure Unterhaltung.

Er war ein Entertainer.

Aber die Geschichte von Country-Musik ist ein Kampf um Respekt.

Sie wollten als Musiker respektiert werden.

Und dann fing das mit dem Strass an.

...das war eine Art der armen Leute zu sagen: "Ich bin jemand".

Das war eine Hinterwäldler-Sache.

Viele Country-Künstler trugen für sie geschneiderte Kleidung

und eigene Stiefel und Glitzerkram.

Ein Typ namens Nudie stellte ihre Kleidung her.

Als Nudie auftauchte, fingen sie an,

diese schweren Anzüge mit den Pailletten anzuziehen.

Sobald die Scheinwerfer auf sie gerichtet wurden, funkelten sie.

Der Nudie-Anzug war ein einzigartiger Stil.

Es hob Nashville und Country-Musik von anderen Genres ab.

Sieht man sich die klassische Country-Fotografie an,

die Webb Pierces der Zeit, die Lefty Frizzells der Zeit,

dann tragen sie alle einen Nudie-Anzug.

Das machte Country-Musik einzigartig.

Es war so cool.

Ich mochte es, Strass zu tragen.

Aber ich wurde damit aufgezogen,

die Leute fragen: "Leuchtet der mit Strom?"

Die Kleider, die man trug, waren Teil deiner Geschichte.

Porter Wagoner, der dünne Mann aus West Plains,

trug auf der Opry-Bühne beeindruckende Anzüge mit Waggon-Rädern drauf,

denn es waren ja Porter Wagoner und die Wagonmasters.

Die Fans damals liebten diese Brillanz.

Und ich war dort mit der Kamera.

Zusätzlich zu meinem Job fing ich an, LP-Cover zu machen.

Ich weiß von 197 Covers, die von mir sind.

Ich versuchte immer, das Bild wie einen Albumtitel aussehen zu lassen.

1967 machte ich ein Foto von Porter Wagoner als Penner,

für Confessions of a Broken Man,

und wir nahmen es auf den Rücktreppen des Ryman Auditoriums auf.

Porter soll danach zu einigen Büros auf der Music Row gegangen sein

und nach Flyern gefragt haben, und er wurde gebeten zu gehen.

Ich versuchte immer, ein gutes Foto von meinen Fotomodellen zu machen.

Wie, als Loretta Lynn erfuhr, dass sie ein Teil des Grand Ole Opry wird,

und sie sich übermäßig freut.

Aber ich ging überall hin, wo man mich haben wollte.

Da fand eine Aufnahme in den Columbia Studios statt.

June Carter saß dort und Johnny flüsterte in ihr Ohr,

denn zum ersten Termin tauchte Johnny nie auf.

Also versucht er, sie zu beruhigen, damit sie nicht wütend auf ihn war.

Bei Johnny Cash wusste man, dass man gute Mimik bekam.

Von ihm gab es keine schlechten Fotos zu erwarten.

Ein Fotograf friert einen Moment ein

und dann hat man ihn, so lange man will.

Es ist, als konservierte ich Geschichte.

In Südkalifornien gab es einen Fotografen namens Leigh Wiener.

Ich bin sein Sohn.

Ich gebe mein Bestes, um sein Archiv zu verwalten,

mit fast einer halben Millionen Schwarz-Weiß-Bilder,

30 000 Vergrößerungen und 40 000 Farbfilmen.

Erst 1993, nach dem Tod meines Vaters,

entdeckte ich den Großteil der Johnny-Cash-Arbeiten.

Knapp 500 Fotografien, die meisten Schwarz-Weiß,

...manche auch in Farbe.

Leigh Wiener fotografierte Johnny Cash zwischen 1960 und '63.

Er wurde von Columbia Records bezahlt

und er schoss ungestellte Aufnahmen im Columbia Aufnahmestudio,

und Porträts in seinem Studio in Hollywood.

Er sah sich selbst als Fotograf der Menschen.

Und er liebte Psychologie und Menschen zu fotografieren.

Präsidenten,

Industriemogule,

Hollywood-Stars,

ein unglaubliches Aufgebot an sehr berühmten Menschen.

Wer eine Kamera hat, kann Fotos machen.

Menschen zu fotografieren ist ohne Frage die schwierigste

Form der Fotografie, die es gibt.

Dein Porträt ist kein Duplikat deines Gesichts.

Ein Porträt gibt eine Person preis.

Man will etwas über die Person erzählen.

Er mochte die Filter der Kamera nicht.

Er bevorzugte kein Make-up.

Und er machte aus jedem Bild etwas.

Er entwickelte eine Beziehung zu seinen Modellen

und man sieht an den Bildern, dass sie während der Aufnahmen

langsam aufblühten.

Die Bilder erzählen das deutlich.

Leigh Wiener baut eine Beziehung zu Johnny Cash auf

und sie fahren raus, zu Gene Autrys Ranch.

Die Fotos lassen den singenden Cowboy erkennen,

einen gewissen Ethikcode.

Und Johnny Cash steht dem entgegen.

Er wird zur amerikanischen Vorstellung von Tradition,

ist aber gleichermaßen rebellisch.

Ich erkenne die Qualitäten, die meinen Vater zur Ikone machten.

Es gibt viele Behauptungen zu ihm,

und viele stimmen nicht.

Als mein Vater anfing, war er kein echter Country-Musiker.

Er war aus Memphis, kam nicht aus Nashville.

Er dachte nicht wirklich über Country nach.

Das tat er nicht. Er hörte, wie man es nannte, "Rassenmusik"

und das hatte großen Einfluss auf ihn.

Johnny Cash wurde 1950 als Rockabilly-Typ zum Star,

zusammen mit den tollen Künstlern von Sun Records in Memphis,

wie Elvis Presley und Carl Perkins und Roy Orbinson.

Aber in den 1960ern wechselte er zu Columbia Records,

die in Nashville waren und machte sich dort sehr gut.

Johnny Cash schrieb einige unglaubliche Songs.

Er wurde ein großes Vorbild für Country-Musik.

Aber es ist mehr als das. Er kam in einen Raum,

hinter einem, und man spürte seine Anwesenheit.

Er hatte ein Charisma, das nur sehr wenige Leute haben.

Cash war sensationell. Er war nicht nur Entertainer.

Sein Gitarrist Bob Wootton rief mich an.

Er sagte: "John will wissen, ob du in der Band spielen magst."

Und so lernten wir uns kennen,

er sah mich einfach unentwegt an und schüttelte meine Hand.

Ich habe mich von klein auf darauf vorbereitet, ihm die Hand zu geben.

Er sagte: "Kennst du meine Lieder?" Ich sagte: "Wohl alle."

Und er sagte: "Hast du was Schwarzes zum Anziehen?"

Sieht man klassische Cash-Bilder,

dann haben sie eine Tendenz zu Schwerkraft, Schwere und Tiefe.

Und Manuel machte diese sensationellen Anzüge für ihn.

Einmal sagte Johnny Cash: "Ich will mit dir reden."

"Ich bin auf Tour. Ich werde auf Tour sein,

und ich brauche neun Anzüge, und zwar sofort."

Ich fing an zu nähen, und später war er auf Tour

und sagte: "Ich habe diese Anzüge bekommen. Warum sind sie schwarz?"

Einmal sagte er: "Ich habe vorher auch schwarz getragen,

aber Manuel hat mir ein besseres Schwarz gegeben."

Er hatte etwas an sich.

Er hatte eine gewisse Aura, denn er erschuf sein eigenes Image.

Mein Vater warf einen langen Schatten.

Das Image ist wichtig für einen Künstler,

aber es muss authentisch sein.

Die späten '50er bis '60er nennen wir

die Nashville-Sound-Ära der Country-Musik.

Als der Sound stadtaufwärts kam

gab es mehr Piano statt Fiedeln.

Es war eine Erneuerung.

Chet Atkins und Owen Bradley, diese beiden genialen Produzenten

waren die Architekten des Sounds,

und brachten ihn mehr in die Nähe von Pop.

Nashville war ein Zauberland.

Es stand auf dem Rücken jeder Platte.

Man drehte sie rum und dort stand

"Aufgenommen in Nashville, Tennessee."

Da nahm man seine Platte auf.

Es gab die Music Row, zwischen der 16. und 17. Avenue

und jedes der Gebäude dort

war entweder ein Studio oder ein Plattenlabel.

Aber Nashville ist eine sehr traditionelle Stadt.

Als also Chet Atkins einen Part mit Orchester und Geigern

auf eine Country-Platte packte, war das fast Blasphemie.

Es hatte nichts mit Ernest Tubb zu tun.

Es hatte nichts mit Hank Sr. zu tun.

Und sie machten keinen Hehl daraus,

dass es ihnen um ein größeres Publikum ging.

Chets Atkins nahm mich Juni '64 unter Vertrag.

Ich war nicht sehr karriereorientiert. Ich wollte nur singen.

Aber die Kontrollen waren damals strenger

und sie wollten, dass ich à la Middle of the Road auftrat.

Dass ich mehr als nur Country singen könnte.

Sie wollten dem Ganzen mehr zeitgenössischen Sound verleihen.

Manche sagten: "Das zerstört unser Genre."

Aber Country ändert sich ständig

und was als traditionell gesehen wird, bewegt sich weiter.

Country-Musik hat eine Tradition voller Rebellion

und das traf auch auf Bakersfield in Kalifornien

in den '50ern und '60ern zu.

Die Leute kamen nach Bakersfield aus Oklahoma und Texas

während der Dust-Bowl-Migration in den den '30ern

und sie brachten ihre Musik auch nach Westen.

Dann brach der 2. Weltkrieg aus und mehr Menschen kamen in den Westen

um in den Schiffswerften zu arbeiten und in den Flugzeugbaufabriken.

Und nach dem Krieg blieben viele in Bakersfield,

denn es gab Arbeit auf den Ölfeldern.

Damit ist der Bakersfield-Sound die Musik Oklahomas,

Texas' und Louisianas und den Leuten war egal, was Nashville machte.

Die Explosion von Bakersfield war die Antwort auf den Pop-Sound,

der aus Nashville kam.

Einer der Schlüsselmomente war,

als Buck Owens sich eine Telecaster Gitarre anzog.

Das war ein ganz anderer Sound für Country-Musik.

Er war rau und kantig und hatte was von Honky Tonky.

Buck Owens erster Job war in einer Honky-Tonky-Kneipe in Bakersfield,

und der Durchbruch gelang ihm nach dem Vertrag mit Capitol Records.

Und dann um 1961 bekam Amerika plötzlich nicht genug von Buck Owens

und es lief immer weiter.

Sieht man sich Fotos aus Bakersfield an,

sieht man nur Jeans und Hemden, nichts Glamouröses.

Aber als Buck Owens groß wurde und in der Carnegie Hall spielte,

machte Nudie auch Anzüge für die Buckaroos.

Country-Musik hat eine Sensibilität in sich,

aber die Leute in Bakersfield waren in ihrer eigenen Welt

und hatten es mit so vielen unterschiedlichen Einflüssen zu tun

und das spiegelt sich im Sound wider.

Viel Country-Musik kam aus Kirchen,

aber nicht der Bakersfield Sound.

Der kam aus einer Bar.

Ich wuchs in Bakersfield auf.

Ein Country-Sänger konnte von keinem besseren Leben und

keiner besseren Vergangenheit schöpfen.

Mein Vater hatte für die Santa Fe-Eisenbahn gearbeitet.

Und er kaufte ein Grundstück, auf dem ein alter Kühlwagen stand,

und er sagte: "Lassen wir ihn da. Ich mache ein Haus daraus."

Mein Vater starb, als ich neun war.

Und schon bald ging ich nicht mehr zur Schule.

Also musste ich zur Besserungsanstalt und ich lief weg und klaute ein Auto

und wurde so des Verbrechens schuldig.

Ich war 19 Jahre alt und ich war im Gefängnis.

Silvester in San Quentin, 1958,

spielte Johnny Cash die sogenannte Gefängniswärtershow.

Er spielte in Gefängnissen in ganz Amerika

und ich konnte sehen, wie er das Publikum in seinen Bann zog.

Und zum ersten Mal in meinem Leben

hatte ich eine Ahnung, wie der Rest meines Lebens aussehen könnte.

Ich blieb zwei Jahre und neun Monate in San Quentin.

Als ich rauskam, kam ich wieder mit meiner Band zusammen.

Wir spielten eine Art Country-Musik mit einer Stahlsaiten-Guitarre

besser bekannt als Pedal-Steel-Gitarre.

Und als wir mit dem Sound loslegten, was es etwas Einzigartiges.

In Nashville ging einiges ab und wenn man dort Musik machte,

riefen sie einen an und sagten: "Kommt ins Grand Ole Opry".

Also fuhren wir dort nicht hin.

Ich wollte immer anders als Nashville sein.

Ich trug andere Stiefel

um den Leuten zu zeigen, dass ich kein Hinterwäldler war.

Ich kam aus dem Flachland.

Also wurde mir früh in meiner Karriere zugeschrieben, ein Rebell zu sein.

Johnny Cash war nur vier Stunden im Gefängnis gewesen.

Aber alle hielten ihn für einen Ex-Häftling. Er wirkte so.

Und er sagte mal zu mir. "Haggard", sagte er,

"Du bist das, wofür mich die Leute halten."

Ich spielte auf einer Johnny-Cash-Network-Show

und er überredete mich, meine Haftzeit der Öffentlichkeit zu erzählen.

-Also erzählte er dem Publikum... -Er singt Gefängnislieder,

dass man denkt, dass er da war.

Merle Haggard!

Und ich bin froh, dass ich das tat.

Denn ich werde nicht gern angelogen.

Wenn man Leute anlügt, lehnen sie einen ab.

Man muss ehrlich sein.

Deine Musik muss ehrlich sein sonst ist deine Tour hin

und man muss zurück zum Ölfeld.

Also machte ich weiter Musik, so wie ich sie hörte.

Ob richtig oder falsch, sie war ehrlich.

Der Kern von Country-Musik ist, dass es die Musik

der weißen Arbeiterklasse oder der weißen Südstaatenarbeiterklasse ist

und ihre Gedanken, Gefühle und Probleme widerspiegelt.

Man sah sie als Musik der reinen Berg-Kultur,

die weiß war,

und das war Teil ihres marketingtechnischen Reizes.

Das lag bloß in der Vorstellungskraft.

Manche Leute sagen, dass Country Weißenmusik ist,

oder nennen es Blue-Eyed-Soul, mit blauen Augen,

aber es gab einen riesigen afroamerikanischen Einfluss

auf die frühe Country-Musik.

Ein großer Star des Grand Ole Oprys

war ein schwarzer Harmonika-Spieler namens DeFord Bailey.

Die erste Musik, die bei der Grand-Ole-Opry-Radiosendung lief,

war DeFord Baileys Harmonika.

Aber Nashville trat zu einer Zeit hervor,

als der Süden tief in der Rassentrennung steckte.

Und er wurde 1941 gefeuert

in einem rassistisch motivierten Streit.

Es hieß, dass er Regeln befolgen sollte,

die weiße Künstler nicht befolgen mussten

worüber er sich echauffierte und sie ihn feuerten.

Das spiegelte die Rassentrennung wieder

und die Leute, die zurück wollten zur reinen weißen Kultur.

In den frühen 1960ern wurde Country- Musik mit Rassismus verknüpft,

als George Wallace die Musik in seinen Kampagnen nutzte.

Der Gouverneur von Alabama, George Wallace, machte ein Versprechen,

dass er die Integration in der letzten rein-weißen Universität verhindert.

Es gab Country-Musik-Künstler,

die George Wallace unterstützten.

Gleichzeitig bemühte sich die Country-Musik-Branche,

ihr Image zu verändern.

Als Ray Charles Modern Sounds in Country and Western Music aufnahm,

sah man überall Bilder von ihm in Country-Musik-Zeitschriften.

Es war kein Country-Album, aber sie versuchten, seinen Erfolg zu nutzen

und vor allem sein Image, um das Country-Publikum neu zu definieren.

Ray Charles spielte Country-Songs,

aber er war kein Country-Sänger.

Und es gab keinen afroamerikanischen Star in dieser Musikrichtung,

bis der rebellische Produzent Cowboy Jack Clement

Charley Pride in sein Studio mitnahm.

Ich bin so traurig

Manchmal will ich sterben

Meine Karriere startete inmitten der Bürgerrechte.

Also...

Viele Leute fanden es ein wenig daneben.

Wie ich darauf käme, in der Musik der Weißen

erfolgreich zu werden.

Als würde ich nicht ganz klar denken.

Aber ich wurde nicht entmutigt. Denn es ist auch meine Musik.

Ich wuchs in Sledge in Mississippi auf.

Neunzig Kilometer entfernt von Memphis in Tennessee.

Mein Vater liebte Bill Monroe und die Bluegrass Boys.

Dadurch war ich angefixt.

Ich kaufte mir mit 14 Jahren eine Sears-Roebuck-Gitarre

und wenn ich ein Lied hörte, das ich mochte, sang ich es.

Ich pflückte Baumwolle und dachte:

"Ich werde kein Baumwollpflücker."

Mein Traum war es, in die Major Leagues aufzusteigen.

Als ich sah, dass Jackie Robinson es geschafft hatte,

sagte ich mir, das ist meine Chance, ich breche alle Baseball-Rekorde

und dann kann ich singen.

Also spielte ich in der Negro League,

direkt hinter Ernie Banks,

Hank Aaron und Willie Mays und ich war echt gut.

Aber ich brach mir 1956 den Ellenbogen.

Aber ich dachte noch, dass ich es schaffe.

Ich ging nach Montana um in der Pioneer League zu spielen.

Dann trainierte ich '61 mit Gene Autrys Team, den Angles.

Und danach das Jahr machte ich die Vorbereitung mit den Mets,

aber sie sahen mich nicht an. Also blieb ich nicht dort.

Die Leute sagten mir immer, ich solle nach Nashville gehen,

also tat ich das.

Ich traf Jack Johnson, der mein Manager wurde.

Jack hatte den Leuten gesagt:

"Wenn ihr einen Schwarzen seht, der Country-Musik macht, her mit ihm."

Er nahm seine Brille, sah mich an und sagte:

"Okay, sing etwas."

Er hörte mir zu und sagte: "Wo kommst du her?"

Ich sagte: "Aus Sledge, Mississippi."

Und dann: "Ich lebe jetzt in Montana." "Wie sind sie dort zu dir?"

Ich sagte: "So wie du gerade, wenn sie mich zum ersten Mal sehen."

Und er gab mir sieben Lieder zum Spielen.

Wir nahmen die Demo auf und Chet Atkins spielte die Platte für RCA.

Und sie sagten: "Wir mögen es. Gute Stimme, gute Stimme."

Dann reichten sie mein Bild herum.

Und alle sahen einander an

und sagten: "Wir nehmen ihn trotzdem unter Vertrag.

Wir sagen einfach nichts über seine Hautfarbe,

okay?"

Sie nahmen mich '85 unter Vertrag.

Sie sagten nie etwas wegen der Hautfarbe.

Sie gaben die Platte einfach raus an die DJs

und ließen die Gerüchte brodeln.

"Was denkst du, welche Farbe er hat?

Er ist weiß." "Nein, nein."

"Was?" "Wie viel willst du wetten?"

Zu einer Zeit, in der auf den Straßen gekämpft wurde

wegen der Rassentrennung, lernten die Leute, die Musik zu lieben,

ehe sie wussten, wie der Typ aussah.

Sobald man etwas liebt, kann man es nur schwer wegnehmen.

Ich dachte immer, dass ich genauso gut wie alle anderen war.

Ich hatte mehr Hindernisse im Weg als andere.

Aber die Leute mochten meine Stimme. Sie hat einfach etwas.

Und ich bin froh, dass ich die Chance hatte, zu singen.

Und alles wurde wunderbar.

Man kann Radiowellen nicht nach Rassen trennen.

Country brauchte stilistische und kulturelle Fremdbestäubung.

In den 1960ern war Nashville eine von wenigen regierte Stadt,

wo die Produzenten die Sendung managten.

Die Produzenten wählten die Musiker,

sie arbeiteten ständig in den gleichen Studios,

sie halfen, die Lieder auszuwählen.

Und manche wollten eine Kontrolle

über ihre Musik, so wie es das zuvor nie gegeben hatte.

Sie waren die Gesetzlosen.

Da war Willie Nelson, dessen Art zu singen sehr untypisch war.

Und er sollte sich eigentlich einfügen,

war darauf getrimmt worden, wie er aufzutreten hatte.

Er sah aus wie ein Versicherungskaufmann.

Er ging zurück nach Texas und sagte:

"Zum Teufel damit, ich mache etwas anderes."

Und 1973 sah er dann aus wie Willie Nelson.

Willie Nelson identifizierte sich mit Hippies

und Hippie-Kultur war ein mächtiger Teil Amerikas.

Viele Musiker rauchten Gras,

experimentierten mit Drogen, ließen ihr Haar wachsen

und es beeinflusste definitiv die Country-Musik.

Da kamen Leute wie Kris Kristofferson,

die die Sprache der Musik änderten.

Kristofferson wurde von Bob Dylan sowie von Hank Williams beeinflusst.

Großartige Singer-Songwriter zeigten mir, wie Songs aussehen konnten.

Lieder musste nicht zwangsläufig eine sich wiederholende Textzeile haben.

Ein Song konnte von etwas handeln, er konnte eine Geschichte erzählen

und mehr als nur ein Song sein.

Die Gesetzlosen wollten eigene Bands,

sie wollten selbst entscheiden, wie sie klangen und aussahen.

Waylon Jennings mochte Leder

und sah so aus, als käme er gerade vom Motorradfahren.

Aber darum ging es bei der Bewegung der Gesetzlosen: Um Abgrenzung.

Waylon Jennings war der erste Country-Musiker,

der in Max's Kansas City in New York auftrat.

Und glauben Sie mir, in den frühen 70ern

interessierte sich niemand auf der Lower East Side

in Manhattan für Country-Musik.

Aber alle wollten Waylon sehen,

denn er war ein Rebell,

ein unabhängiger, wilder Cowboy.

Ich fotografierte ihn. Er posierte und flirtete.

Und New York war völlig verrückt nach Waylon.

Ich habe Country-Musik mein ganzes Leben fotografiert.

Direkt nach Rock'n'Roll.

Die vierte Filmrolle, die ich je voll machte,

war bei einem Konzert von Janis Joplin und ich fand die Fotos

wunderschön und sie sah toll aus.

Und ich war angefixt.

Ich wollte zu mehr Shows und mehr Auftritte fotografieren.

Ich fotografierte Künstler wie The Who, BB King.

Ich fotografierte John Lennons Geburtstag.

Ich fotografierte so viele Legenden. Es war einfach großartig.

Aber mein erster Job in Nashville war Johnny Cash.

Hallo, ich bin Johnny Cash.

Sie nahmen die Johnny-Cash-Show

in der Ryman im Grand Ole Opry auf.

Aber ich kannte dort niemanden.

Also saß ich dort und wartete,

als mir plötzlich jemand auf die Schulter klopfte.

Und ich sah hoch und oh, mein Gott, es war Johnny Cash.

Und er sagte: "Hallo, kleine Lady. Kann ich dir helfen?"

Es war super.

Damit war mein Schicksal besiegelt.

Ich kam nach Nashville und fotografierte Country-Musiker

für Zeitschriften in New York.

Es war nicht gerade etwas, an das ich gewöhnt war,

aber ich mochte die Leute und ich mochte die Künstler.

Dass Raeanne in den frühen '70ern kam,

als Country-Musik Schwierigkeiten hatte, in den Mainstream zu finden,

und es dann in ihre Welt mitnahm, war, als hätten wir einen Korrespondenten.

Das verlieh Country-Musik eine Stimme.

Als man Country-Musiker

im Time Magazine und in der Rolling Stone sah,

war das wie ein Absegnen,

ein Zeichen, dass es ein größeres Publikum gab.

Und Fotografen zeigen nicht nur den Künstler, sondern die Kultur.

Als ich nach Nashville kam,

hatten Fotos von Country-Künstlern ein bestimmtes Aussehen.

Die Labels bezahlten die Fotografen nicht, um die Wahrheit

über die Persönlichkeiten der Stars zu erzählen.

Aber genau das wollte ich.

Ich ließ sie sich vor mir öffnen.

Und ich glaubte, wenn man das in einem Foto einfing,

machte das einen Künstler noch erfolgreicher.

Ich mag Lieder, die mir auf Anhieb gefallen.

Und das Gleiche gilt für Fotos.

Man blättert einen ganzen Bogen Fotos durch

und dann ist da eines, das besonders ist.

Manchmal sieht man die Seele von Leuten in einem Bild.

Bei Tammy Wynette spiegeln ihre Schuhe, die Brille

und die Perücke ihren Geschmack und ihren Lifestyle wider.

Ob die Person ein Instrument spielt

oder auf der Terrasse neben seiner Frau steht,

meine Aufgabe ist es, eine kleine Geschichte zu kreieren,

die etwas über sie offenbart, damit die Leute sie sehen, wie ich sie sehe.

Ich hatte einen Job vom Life Magazine, wo ich Musiker

mit ihren Tour-Bussen fotografieren sollte,

denn das war sehr ungewöhnlich zu der Zeit.

Die meisten Rock 'n' Roll-Künstler flogen und hatten keine Busse.

Aber die Country-Musiker schon.

Dolly Parton war auf dem Cover und ich hatte sie im Bus fotografiert.

Sie war schon eine Königin der Country-Musik.

Dolly wusste, wo sie hinging, wenn sie nach Nashville kam.

Direkt nach der Highschool kam sie hier her.

Sie wusste, was sie wollte. Und sie hatte das Talent dafür.

Sie war ein Mitglied der Porter Wagoner Band,

aber hin und wieder veröffentlichte sie ein Album

und die liefen besser als seine Alben.

Ich fotografierte Dolly Parton 1972,

Backstage in der Symphony Hall in Boston.

Sie stach aus der Menge heraus.

Dolly ist der absolute Entertainer

und wie sich sich selbst präsentiert, ist Teil dessen.

Dolly bat mich, das Cover für das Album Bubbling Over zu machen.

Also ging ich zum Brunnen bei der Hall of Fame.

Natürlich zogen wir die Menge an. Das ist nun mal so bei Dolly Parton.

Und dann dachte ich: "Warum machen wir keine Nahaufnahme von ihr hier?"

Dann legte ich die Fotos übereinander und daraus entstand das Cover.

Das Besondere an Fotografie ist, dass man

die Geschichte ohne Worte erklären muss,

und den Kern eines Moments im 250stel einer Sekunde einfangen muss.

Fotografie brachte uns zu den Menschen

und porträtierte uns, wie wir wirklich waren.

Ich unterschrieb meinen Plattenvertrag mit zwölf.

Und mein Image war das Mädchen von nebenan.

Ich konnte mich nicht schick machen und auch nicht leger kleiden.

Ich musste sein, wer ich war.

Damals kauften hauptsächlich Mädels die Platten.

Mein Image wurde dadurch bestimmt, was sie von mir dachten.

Ich war ein Mädchen mit großer Stimme.

Aber man konnte sehen, wie ich mit jedem Album wuchs.

Da sah man eine völlig andere Brenda.

Dann, später, sahen sich die Fotografen mich näher an.

Es war ein Einblick in mein Leben und man ließ sie näher heran,

man ließ sie die Familie sehen,

aber ich hatte keine Angst, das zu zeigen.

Country-Musiker sind für ihre Fans erreichbar

und das ist etwas Besonderes.

Aber ich hoffe wirklich, Ronnie hat diese Hosen nicht mehr.

Wenn man mit der Country-Lebensart aufwächst,

lernt man sehr viel

und das, woran du glaubst,

wird durch die Leute, die dich umgeben, bestärkt.

Viele von uns lernten in der Kirche singen.

Wir wurden als gottesfürchtige, gute, hart arbeitende Menschen erzogen.

Und der Einfluss von Gospel war groß.

Wenn man Gospel-Musik hört und sie einen erhebt,

ist das der Geist dahinter. Das macht den Unterschied,

und Country-Musik ist auch so.

Aber es ist keine klar definierte Linie.

Wenn man verzweifelt ist, Probleme hat, wenn dein Herz

gebrochen ist, wendet man sich an Jesus.

Bei Country-Musik wendet man sich in dem Falle einem Bier zu.

Wenn es den Leuten schlecht geht, brauchen sie Identifikationsfiguren.

Wenn ich singe, erzähle ich eine Geschichte.

Wenn ich einen Song singe, dann trage ich ihn laut vor

und sorge dafür, dass man hört, was ich sage,

denn das Wichtigste ist die Beziehung zum Publikum.

Die Leuten spüren eine Verbindung zu Country-Musik

und haben das Gefühl, dass die Sänger gar nicht anders sind als sie selbst.

Als ich meine Fotokarriere anfing

hatte ich Freunde, die eine Plattenfirma hatten,

und sie brauchten Fotos von ihren Musikern.

Also besorgten sie mir einen Pass fürs Grand Ole Opry.

Die Sänger im alten Stil, die ich fotografierte,

gaben nicht vor, jemand anderes zu sein.

So wie Roy Acuff, der König der Country-Musik,

der jahrzehntelang das Grand Ole Opry beherrschte.

Als Fotograf bin ich interessiert an Country-Musik

und den Leuten, die die Musik machen.

Aber vor allem interessieren mich der Ort und die Leute dort.

In den Siebzigern gab es sieben Honky-Tonk-Kneipen in Boston.

Da ging ich oft zum Fotografieren hin.

Nashville North, die Blue Star Lounge,

die Hillbilly Ranch, die berühmteste von allen.

Und diese Kneipe ist... Etwas Vergleichbares gibt es nicht.

Und Leute wie Grandpa Jones, die in Boston anfingen,

kamen ständig vorbei um zu spielen.

Diese alte Kneipe lag außerhalb der Stadt,

abseits von Schulen und Kirchen mit Live-Musik.

Ein Ort, wo die Arbeiterschaft hinging, um sich freitags

oder samstags ein Bier zu genehmigen.

Oder, um jemanden zu treffen, vielleicht tanzen zu gehen,

vielleicht auch, sich zu prügeln.

Auf gewisse Weise hatte es etwas Glamouröses.

Ich sah, wie diese Kneipenkultur allmählich verschwand,

und ich wollte diese Leute dokumentieren,

ihr Leben festhalten, und sie zum Teil der Geschichte machen.

Tootsie war in Nashville eine Legende.

Sie hatte diese populäre Kneipe am Lower Broadway,

Tootsie's Orchid Lounge.

Leute, die dort reingingen, waren andere als die,

die heutzutage in eine Country-Musik-Show gehen.

Man konnte seinen Namen hinschreiben

und die Stars kamen rein und fügten ihren dazu.

Angeblich schrieb Willie Nelson "Verrückt" für Patsy Cline dort hin.

Künstler von überall her kamen ins Tootsie's

und hofften, irgendwelche Verbindungen aufzubauen.

Das Tootsie's war für mich berühmt,

denn in den Geschichtsbüchern hatte ich alles darüber gelesen.

Als ich nach Nashville kam, ging ich ins Tootsie's

und ging spontan zum Singen rauf.

Als ich mit meiner kurzen Darbietung durch war, boten sie mir einen Job an.

Zwei, drei Jahre lang spielte ich im Tootie's ab und zu für Trinkgeld,

ich sang Covers und jede Menge traditionelle Country-Musik.

Ich sang die Musik der Leute, darüber, was die Leute jeden Tag

atmeten und lebten.

Aber die Zeit und die Kultur war damals eine andere.

Es war eine Trinkkultur und eine Arbeiterkultur.

Es war eine andere Welt, aber daher stammt die Musik.

Die Leute hatten Ideen und Sitten, die wir in New York nicht kannten.

Es gab auch Vorurteile.

Man nannte sie "Rubes"

und man hielt sie für leichtfertig, arm und blöd.

Die Leute machten sich über Country-Musik lustig.

Man brachte sie mit bäuerlichem Hillbilly in Verbindung.

Es gab immer Stereotype bei der Country-Musik und die Medien

und das Fernsehen zeigten darauf aufbauend, wie die Südstaatler waren.

Zwei kanadische Produzenten kamen zu mir und sagten:

"Wir machen ein musikalisches Varieté,

ein bisschen wie Laugh-In.

Würde dich das interessieren?"

Das Leben hat mich gelehrt, Ja zu allem zu sagen.

Als Hee Haw rauskam,

hatte die Country-Musik versucht, vom Strohballen-Image

und dem Maisbrot wegzukommen.

Alle sagten, dass kann nur im Desaster enden.

Die Kritiker schrien auf.

Sie dachten, einen größeren Unfug hätten sie nie gesehen.

Aber die Fans der Country-Musik sagten: "Endlich gibt es etwas,

womit ich mich identifizieren kann."

Es war visuell

und man musste kein Intellektueller sein, um es zu verstehen.

Es war ein Szene nach der anderen, ein Cut nach dem anderen.

Bam, bam, bam. Ha, ha. Musik.

Witziges Aussehen. Dann kommen wir aus dem Maisfeld.

Buck Owens und ich waren die Gastgeber

und eine andere Kombination hätte nicht dasselbe gebracht.

Schau hier, Roy, hier steht: "Hee Haw."

Buck hatte die Radioauftritte und verkaufte Schallplatten.

Und ich war im Fernsehen bekannt.

Gemeinsam brachten wir zwei Hörergruppen zusammen.

Hee Haw war die heißeste Show im Land.

Durch sie kamen viele Leute zur Country-Musik,

die zuvor nie etwas davon gehört hatten.

Wir waren zweieinhalb Spielzeiten auf CBS.

Und Hee Haw hatte immer noch gute Einschaltquoten.

CBS fing aber an, sich über das Hillbilly-Image zu beklagen.

Das sei nicht das Publikum, das der Sponsor sehen wolle.

Sie mussten uns abstoßen. Sie nahmen Green Acres,

Beverly Hillbillies und Hew Haw aus dem Programm.

Das war aber nicht das Ende von Hee Haw.

Sie verkauften die Show

und sie hatte dann sogar ein noch größeres Publikum,

weil sie auf mehr Sendern lief.

Plötzlich war Country-Musik überall.

Es war außergewöhnlich.

Sie hatten immer drei oder vier Gäste pro Woche.

Sie hatten all die Top-Leute,

Loretta Lynn, Waylon Jennings, Johnny Cash.

Willie war dabei. Merle Haggard.

Viele der großen Stars von heute hatten ihren Durchbruch

und ihren ersten großen Auftritt bei Hee Haw.

Und wir wuchsen weiter.

Wir produzierten 28 Jahre lang.

Manche Leute fanden, es wäre eine Beleidigung

und würde die Country-Musik zurückwerfen, aber Hee Haw

war auch super für Country, denn die Show war in jedem Haus,

so viele Künstler wurden gezeigt und die Show war so beliebt.

Hee Haw brachte die Leute zum Lachen. Man fühlte sich besser.

Das war das Tolle an der Show.

Wir haben nie jemanden verletzt.

Wir hatten nichts zu gewinnen,

außer: hier gibt den Kitsch und hier gibt's was zu Lachen.

Überall wo man hinging, sagten die Leute: "Ich picke",

und ich pflegte zu antworten: "Und ich grinse."

In den 1970ern fing der Sound der Country-Musik an, sich zu ändern.

Als ich ein Kind war, kamen Ernest Tubb und die Texas Troubadours

zum Stadtfest meiner Heimatstadt und trugen pinkfarbene Cowboyanzüge.

Das war Hillbilly-Hollywood und es war klasse.

Aber Nudie-Anzüge waren aus der Mode und eher peinlich

für das neue Image der Country-Musik.

Ich dachte: "Das ist nicht richtig.

Jemand muss Bilder machen."

Fotografie lief für mich parallel zur Musik.

Als ich ein zwölfjähriger Junge war, fing ich an,

auf Bluegrass-Festivals zu spielen und dann in Lester Flatts Band.

Seine Kumpel waren Roy Acuff, Bill Monroe und String Bean.

Wenn wir auf Tournee waren,

kamen unsere Persönlichkeiten zusammen.

Das sah wie Geschichte in Bewegung aus.

Und niemand schien einen Kamera dabeizuhaben.

Also fing ich an, alle die Vorgänge zu fotografieren,

einfach, weil ich dort war.

Und ich verliebte mich in Fotografie.

Die Bilder aus der Zeit sind sehr kostbar,

denn in den späten 70ern und frühen 80ern

musste der alten Sound, der alte Look der Country-Musik

um sein Leben kämpfen.

Denn die "Urban-Cowboys" waren so stark aufgekommen.

Urban Cowboys repräsentierten eine neue Version von Country,

die jünger war und sich in Richtung Clubs und Tanz orientierte.

Durch sie wurde die Line-Dance-Bewegung populär

und es zeigte sich, dass das Image und die Identität der Südstaaten

überall hin exportiert werden konnte.

Plötzlich kauften sich Leute in New York

Cowboystiefel und wollten den Two-Step lernen.

Diese Country-Musik gefiel vielen Leuten,

die sich nicht für Country-Fans gehalten hatten,

und die Verkaufszahlen schnellten in die Höhe.

Der Begriff Crossover" kam ins Spiel.

Eine Scheibe wurde so heiß, dass nicht nur Country-Leute,

sondern auch andere sie hören wollten.

Die Country-Sänger wechselten von den Country-Charts

zu den Popmusik-Sendern und wurden dort gespielt.

Das waren Leute wie Glenn Campbell und Dottie West.

Später auch Ronnie Milsap. Und es blühte auf.

Smoky Mountain Regen Fällt weiter

Ich rufe weiter

Ihren Namen

Damals war Crossover noch ein negativer Begriff.

Ich wollte keine Crossover-Platten machen.

Aber als ich meine erste Single hatte, die Millionen mal verkauft wurde,

dachte ich, meine Musik ist einfach anders.

Die Country-Fans mochten sie,

den Leute, die alle mögliche Musik mochten, gefiel sie auch.

Und ich fand es immer toll, unterschiedliche Musik zu machen.

Es fing an, weil ich Aufnahmen im Radio hörte.

Ich wuchs in den Smoky Mountains von North Carolina auf.

Meine Mutter wollte kein blindes Kind aufziehen.

Es kann sein, dass sie einfach nicht wusste wie.

Also wuchs ich bei meinen Großeltern auf.

Ich lernte Braille als ich sechs war.

Mit sieben lernte ich Geige und mit acht Klavier.

Ich war musikalisch begabt.

Jeden Song, den ich hörte, konnte ich auch spielen.

Als ich mit der Schule fertig war, wollte ich das machen,

was ich im Radio gehört hatte. Ich wollte Schallplatten machen.

Ich fing als R&B Sänger in Memphis an,

und ich hatte einen Top-5-Hit mit unserer ersten Platte.

Aber Charley Pride hörte mich singen und sagte:

"Ich höre an deiner Stimme,

dass du ein Country-Sänger bist.

Du musst nach Nashville ziehen."

Also unterzeichnete ich einen Vertrag mit Charley Prides Manager

und er ging direkt zum Präsidenten der RCA, Jerry Bradley.

Jerry sagte: Wir kennen Ronnie Milsap. Er ist kein Country-Sänger.

Aber er hörte sich meine Demos an und sagte:"Weißt du was?

Der Hundesohn kann Country singen."

Und plötzlich war ich bei RCA Records.

Das ist das Plattenlabel von Charley Pride

und Elvis Presley.

Ich liebte Plattenaufnahmen.

Aber Live-Shows sind etwas Phänomenales.

Ich lege Wert darauf, dass ich, wann immer ich auf die Bühne gehe,

präsentabel aussehe, mit viel Straß

und jeder Menge netter Details.

Es ist teuer, sich so zu kleiden, aber es gehört zu meinem Image.

Die Fans erwarten es und die Fans verdienen es.

Die Fans wissen genau, wie man sein soll.

Ein Crossover-Artist zu sein bereitete mir Kopfzerbrechen.

Bei jeder neuen Platte war es eine Gradwanderung.

Die Country-Fans wollen, dass man dem Country treu bleibt.

Aber man darf keine Angst haben, etwas Neues zu probieren,

denn die Intuition kann ja richtig sein.

Man muss wissen, Wann man sie hält

Und wissen, Wann man sie lässt

Weil ich aus Country-Musik Pop macht, wurde ich angegriffen.

Aber ich bin ein Country-Künstler mit vielen anderen Einflüssen.

Ich habe im Leben keinen Cowboyhut getragen.

Ich war der Erste, der große Säle füllte

und eine große Produktion machte.

Ich trug Dreiteiler, weiße Anzüge

und damit wollte ich nicht bizarr rüberkommen.

Zu der Zeit habe ich mich darin einfach wohlgefühlt.

Mir wurde übelgenommen,

dass ich von der Country-Basis wegging.

Country-Musik ist aber das, was die Country-Leute kaufen.

Man kann nicht das tun, was alle anderen tun.

Wenn die Sache gegessen ist

In dem Geschäft bildet sich der Stil aus dem, was die Leute sagen.

Wie bei "Islands in the Stream".

Barry Gibb von den Bee Gees hat den Song geschrieben.

Dann wollte ich die Platte machen.

Aber er sagte: "Weißt du was? Wir brauchen Dolly Parton."

Inseln im Strom

Das sind wir

Niemand dazwischen

Wie können wir falsch liegen?

Zu der Zeit kannte ich sie nicht.

Aber als sie reinkam, war der Song nie mehr der gleiche.

Wir ergänzten uns wunderbar.

Dein Bild zieht Aufmerksamkeit auf sich,

aber du musst es mit Musik verkaufen.

Wenn man mir einen Song gibt, der mich berührt,

kann ich machen, dass er andere berührt.

Country ist dort, wo das Herz ist.

In der Country-Musik sagt man, es tut weh, wenn es weh tut,

und ich erkannte den Wert von Songs mit ausdruckstarken Texten.

Ich will nicht einfach nur Wörter singen.

Weil es kein Song ist, sondern eine Geschichte.

Wenn Leute "The Gambler" hören,

ist ihnen klar, das ist eine tolle Art dein Leben zu leben.

Wisse, wann du weggehen und rennen musst.

Wir sind alle drei Leute.

Ich bin der ich denke, dass ich bin,

der, der du denkst, dass ich bin und der, der ich wirklich bin.

In meiner ganzen Karriere wollte ich mir selbst treu bleiben.

Unsere Unterschiede machen uns schön.

Ich fing früh an.

Ich war ein 13-jähriges Kind als ich "Delta Dawn" aufnahm.

Mein Produzent sagte:

"Niemand darf wissen, dass das Mädchen erst 13 ist.

Denn das ist eine tolle Platte. Wir wollen keine Freak-Show."

Aber der Song sollte einfach sein.

Als ich aufwuchs nannten mich alle den weiblichen Elvis.

In meiner Jugend Nannten sie mich

Ich dachte, Country-Musik sollte größer sein als sie es war.

Ich wollte damit ein neues Niveau erreichen.

Ich liebte aber auch den Spaß.

Als ich nach L.A. zog, fing ich mit dem Trinken an.

Die Party fing erst an, als ich hin kam.

Dann machte ich das TNT-Album.

Das war rundherum eine schlechte Sache.

Ich wurde dafür verrissen.

Die Musik kam nicht an,

und besonders die Bilder fielen durch.

Ich bemerkte gar nicht, dass das Kabel zwischen meinen Beinen war.

Mein Manager platzierte eine Anzeige im Hustler-Magazin.

Er sagte, das Album sei so gut, meine Ohren würden hart.

Wenn ich gefragt worden wäre, hätte ich das abgelehnt.

Ich wurde als schlechtes Mädchen der Country-Musik bekannt.

Viele sagten: "Die ist außerhalb der Box."

Und ich sagte: "Ich wollte in der Box sein,

seit ich denken kann. Wo ist die Box?"

Aber ich bin eine Country.

Leute sagten zu mir: "Deine Musik half uns durch schlimme Zeiten."

Die Stimme ist die Gabe.

Ich singe die Songs einfach so gut ich kann.

Den Leuten ist die Country-Musik sehr nahe.

Sie haben das Gefühl, die Person auf der Bühne könnten sie sein.

Wenn man zu einer Rock 'n' Roll-Show geht,

denkt niemand, man könnte diese Person sein.

Viele Rockstars wollten Gitarre spielen,

um Mädchen zu treffen und auf Tournee zu gehen.

Die Country-Musiker sind scheinbar etwas ernsthafter.

Ich kann gut Musiker fotografieren,

denn ich bin ein Musiker im Herzen und im Kopf ein Fotograf.

Die erste Kamera nahm ich '66 auf Tournee mit meiner Folkgruppe,

Modern Folk Quartett, in die Hand.

Wir hielten in einem kleinen Laden in East Lansing, Michigan an

und kauften diese gebrauchten Kameras.

Wir fingen an, uns gegenseitig und das, was wir sahen, zu fotografieren.

Als ich nach L.A. zurückkam, hatte ich eine Slideshow,

und die Bilder riesig auf der Wand zu sehen, war großartig.

Da habe ich angebissen.

Ich fing an, meine Freunde zu fotografieren,

die alle Musiker waren.

Stephen Stills,

Neil Young,

Joni Mitchell, wie sie Hackbrett spielt.

Meine Lieblingsart zu fotografieren, war, einfach dabei zu sein,

nicht gestellte Aufnahmen zu machen und zu sehen, was wirklich los war.

JD Souther war ein toller Liedermacher

und zu der Zeit war Linda Ronstadt seine Freundin.

Ich habe Linda schon sehr früh fotografiert.

Sie hat ein Konzert in L.A. mit Emmylou Harris gemacht.

Ich fotografierte Emmylou beim Troubadour

und als sie im San Fernando Valley entspannte.

Glen Campbell hatte seine eigene Fernsehshow, die Glen Campbell Show.

Und ich war auf der anderen Seite der Garderobe

und machte ungestellte Aufnahmen.

Ich empfinde es nicht so, dass ich Fotos mache.

Ich habe nur Glück, dass ich der Typ bin,

der auf den Knopf drückt und den Moment einfängt.

Kris Kristofferson nahm in Colorado ein Album auf,

und ich warte auf den Moment, wo sie wirklich strahlen

und dann fange ich das ein.

Das, was man auf der Bühne tut, ist ausgeleuchtet und sehr aufregend.

Ich will die Person dann zeigen, wenn sie am besten aussieht.

Und den Moment muss ich wählen.

In den 80ern arbeitete ich viel mit Capitol Records zusammen.

Sie hatten einen neuen Künstler namens Garth Brooks.

Ich bin ein Durchschnittstyp aus Oklahoma.

Ich wollte nur Otto Normalverbraucher sein, nichts anderes.

Die Bilder halten ein paar Highlights meines Lebens fest.

Wenn ich mit Garth arbeite, kann ich überall hingehen.

Wenn man all diese Blickwinkel bekommt, ist das fantastisch.

Am Rand der Bühne und von hinten zu fotografieren.

Wenn ein Fotograf dich fotografiert,

und du siehst nur all die Leute und die Skyline von New York,

dann ist das Bild wahr.

Man sieht alles, was die Leute empfanden, die dort waren.

Viele Country-Künstler haben ein Mikrofon und sie stehen da,

spielen Gitarre und bewegen sich kaum.

Garth Brooks steht nie lange an einem Platz.

Er stand genau hier und ich sah mit dem Weitwinkel hoch.

Oh, jetzt ist er da drüben! Jetzt brauche ich das Tele.

Bis ich das draußen habe, ist er wieder auf der Seite.

Er machte verrückte Sachen, wie Gitarren zerbrechen,

holte sich Wasserflaschen und besprühte alles.

Dann passieren die guten Dinge.

Er stieg Strickleitern hoch und schwang von einem Seil.

Es war unglaublich.

Arme ausgestreckt, die Beine bewegten sich.

Wenn ein Cowboyhut auf dem Bild war, selbst verschwommen,

bedeutete das Bewegung.

Diese Action symbolisierte das, wofür wir standen.

Ein Jahrzehnt zuvor waren Cowboyhüte außer Mode geraten.

Nur Hank Williams Jr., und Charlie Daniels trugen sie noch.

Typen, die nicht Mainstream-Country waren.

Als George Strait in den frühen 80ern auftauchte,

trug er einen Cowboyhut,

und Ende der 80er Jahre war er wieder ein Markenzeichen.

Die Hut-Ära begann.

Alle Männer trugen Hüte.

Dwight Yoakam, Clint Black, Alan Jackson.

Jemand im Musikgeschäft sagte: "Wenn du einen Plattenvertrag kriegst,

musst du den Hut tragen.

Kein Mädchen macht das. Sei du die erste."

Als ich gerade anfing und mit dem Hut hereinkam,

sagte mein Manager: "Sie sind nicht sicher."

Ich finde, ich sollte ihn tragen.

Sie sind verrückt, wenn sie mich in Stöckelschuhe stecken.

Ich hätte in denen ausgesehen wie eine Drag-Queen.

Es wäre lächerlich gewesen. So wurde er Teil meines Image.

Wenn jemand meinen Namen nicht kannte, sagte jemand:

"Das Mädchen mit dem Hut." "Oh, die kenne ich."

Ich glaube nicht, dass mein Image mit meiner Stimme zusammenging.

Ich bin seit 20 Jahren im Geschäft und wenn man als Kind anfängt,

entwickelt sich das Image noch stark.

In den 90ern zog ich mich wie ein Teenager an.

Ich hatte viel Haar und viel Pony.

Als ich 18 war

zog ich mich modischer an, denn Country-Musik

wurde poppiger und damit änderte sich auch das Image.

Leute wie Reba brachten etwas Raffinesse in die Country-Musik.

Die erste Kandidatin ist Reba McEntire.

Ich denke an das rote Kleid.

Ich habe dieses Kleid entworfen.

Das Licht betonte den Ausschnitt.

Die Leute schnappten nach Luft und ich wusste nicht, ob ich gefeuert würde.

Reba bekam mehr Aufmerksamkeit für das rote Kleid,

als wenn sie einen Preis gewonnen hätte.

Reba McEntire konnte 15 Mal pro Show das Kostüm wechseln,

wobei manche der Wechsel auf der Bühne stattfanden,

während sie von Tänzern umgeben war.

In den frühen 90er Jahren wurde es offensichtlicher,

welch großes Geschäft die Country-Musik ist,

und auch Frauen wurden sichtbarer.

Reba fing mit einer Verwandlung an,

die man später bei Shania Twain oder Faith Hill sah,

wo sie den Stil von Rock- und Pop-Stars übernehmen.

Jetzt trugen auch Countrysänger Haute Couture.

Sie waren moderner und auch Designer interessierten sich jetzt für sie.

Sie wurden mit deren Entwürfen ausgestattet.

Immer wichtiger wurde jetzt das Image des Künstlers.

Wenn ich etwas tragen möchte, dann trage ich es.

Wenn ich einen bestimmten Look möchte, dann setze ich ihn um.

Ich mag nicht gerne Regeln folgen.

Das hat mich oft im Leben in Probleme hineingerissen.

Ich war immer die, deren Kleid zu kurz war

oder deren Ausschnitt zu weit,

also schnitten mir die Labels die Haare kurz

und wollten mich sexy.

Dann wurde es zu sexy und sie mussten zurückrudern.

Jeder hat sein eigenes Image.

Das ist das Schöne, wenn man aus ländlichen Gegenden kommt.

Country-Jungs und Mädels erfinden sich im Prozess.

Wir sind Selfmade-Charaktere.

Grandpa Jones wäre ohne seinen Hut nicht er selbst.

Oder String Beans mit seinen Hosen und dem langen Hemd.

Das war Teil von ihrem Image.

Diese Künstler waren sich bewusst,

dass ihr Aussehen Teil der Show war.

Und das war beim Ticketpreis dabei.

Und sie arbeiteten mit Leuten wie Nudie zusammen

und später dann Manuel, um ihr Image herauszuarbeiten.

Die Leute wollten eine Show sehen.

Wenn man nichts sieht, was man noch nicht gesehen hat,

wozu sollte man $ 20 ausgeben oder $ 1000 für die erste Reihe?

Ich arbeitete 14 Jahre lang für Nudie, bevor ich mich selbstständig machte.

Ich wuchs mit Ranchera-Musik in Mexiko auf.

Die Bedeutung von Country-Musik war mir vertraut.

Durch die Country-Musik kannte ich Nashville.

Ich kam her, denn Nashville war die Musikstadt der USA.

Ich versuchte, Einzelstücke zu entwerfen.

Das war von Anfang an meine Mission.

Das sind alles Originale.

Und niemand konnte dem Strass von Manuel entgehen, glaube ich.

Ein Star zu sein ist schwer.

Also sagte ich, lass mich dir einen Anzug machen, den du liebst.

Der für dich gemacht ist.

Wenn sie auf die Bühne gehen,

haben sie das Selbstbewusstsein, der Star zu sein, der sie sind.

Es macht einen besser,

denn man fühlt sich besser mit dem, wie man aussieht.

Du weißt, du trägst das Jackett von Manuel

und du singst dir die Kehle aus dem Leib.

-Oh, mein Baby. -Manuel. Mm.

Wenn man zu einer Anprobe bei Manuel kommt,

kann man nicht bescheiden sein, denn er muss alles vermessen.

Das sind sechsunddreißigeinhalb.

Er vermisst einen und er ist der, der das Image macht.

-Schau, was ich für dich habe. -Oh, mein Gott!

Manuel!

Pink ist meine Lieblingsfarbe.

Ich liebe alles an diesen Stiefeln.

Ich kann sie zu allem tragen.

-Du magst sie, ja? -Ja!

Oder gar nichts.

Als ich heranwuchs, sah ich immer die Frauen mit den Mähnen,

den funkelnden Ohrringen, Schmuck und Abendkleidern.

Im Laufe der Jahre entwickelte es sich.

Es gab aber auch den klassischen Look.

Bei den größten Frauen zeigt ihr Image wer sie wirklich sind.

Und das ist authentisch.

Als ich anfing, sahen die Leute durch mich, um meinen Vater zu sehen.

Deswegen war es wichtig für mich, mich selbst zu entwerfen.

Anfangs, als ich meinen ersten Plattenvertrag bekam,

gab es dieses Meeting wegen dem Bild.

Der Marketingchef sagte: "Sie muss gut zu ficken aussehen."

Das schockte mich. Hätte ich nicht sein sollen, aber ich war es.

Ich war selbstbewusst was die Musik anging, die ich machen wollte.

Und dann kam es darauf an?

Ich spielte nicht mit.

Schnell wird man aufgrund eines Bildes beurteilt.

Ich wollte, dass das Bild auf dem Cover etwas über den Inhalt sagt.

Das ist immer das Ziel.

Es ist eine Zusammenarbeit mit dem Fotografen.

Musik ist sehr subliminal.

Und Fotografie offensichtlich visuell.

Man stellt sich dar.

Ich habe nie Drogen genommen, ich trinke und rauche nicht.

Ich mache Bilder.

Auf dem Höhepunkt meiner Karriere machte ich ein Foto

und jemand sagte: "Was für ein tolles Foto."

Ich dachte: "Wirklich? ich weiß nicht mal, was ich tue."

Also buchte ich einen Fotografen und ließ mir die Tricks zeigen.

Und es war faszinierend.

Ich liebe es, Menschen zu fotografieren und Country-Künstler.

Durch die Fotografie bekam ich die Chance, einige

der Leute kennenzulernen, die ich noch nie getroffen hatte.

Ich fotografierte Faith Hill, Brad Paisley und Martina McBride.

Als Fotograf hat man die Chance, ihre Seele zu spüren,

ihre Essenz zu erkennen.

Und das ist magisch.

Fotografie kann so viel aussagen.

Foto-Shootings mag ich am allerwenigsten.

Als ich nach Nashville kam, war ich in Australien bereits ein Star.

Ich hatte meinen Look und Sound, war aber gar nicht eingestimmt

auf alles, was in Nashville abging.

Als Künstler sollte man kompromisslos sein, aber sich anpassen können.

Und so musst ich neu anfangen.

In dem Versuch dazuzugehören habe ich mich verloren.

Bei meiner ersten Soloplatte sagte der Chef vom Label:

"Das sieht nach dem Bild aus, das mit dem Rahmen kommt."

Er hatte total recht. Aber ich musste an mich glauben.

All die Cover, die ich machte, haben wirklich das festgehalten,

im Guten wie im Schlechten, was ich zu der Zeit war.

Es war ein langsamer Prozess dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin.

Manchmal kann ein Image im Weg sein.

Manchmal macht es den Künstler aus und ist das, was ihn berühmt machte.

Ich kam aus der absolut traditionellen Ecke.

Und niemand sagte: "Du brauchst dieses Image."

Mein Label dachte: "Wir müssen dem Mädel Klamotten besorgen."

Sie gingen mit mir shoppen und so bekommt ein Mädel aus Texas

mehr Selbstvertrauen und das merkt die Kamera.

Hör nicht auf den Wind

Ein guter Fotograf setzt dich auf bestimmte Weise

oder stellt dich in eine Umgebung, die gut geht.

Kann du nicht hören Wie es seinen Namen ruft

Country-Musik kommt in allen möglichen Variationen.

Sie muss aber Herz und Seele haben.

Wenn die Musik und das Image einander ergänzen,

dann hat man etwas ganz Spezielles.

Wenn man einen Musiker fotografiert, ist da die Erwartung,

nicht nur die des Fotografen und des Künstlers,

sondern auch die Erwartungen des Labels

oder des Managements.

In den 90ern, als ich nach Arbeit in der Country-Musik-Szene suchte,

gab es Art-Direktoren, die als Vergleich

nicht nur Porträts von Stars heranzogen.

Sie wollten schöne Bilder,

die parallel zur Musik funktionierten.

Und darum geht es beim Country. Verbunden sein mit dem Echten.

Also orientierte ich mich in Richtung Musiker-Porträts.

Leute wie John Hiatt und die Carolina Chocolate Drops

nehmen traditionelle Musik und machen daraus etwas Eigenes.

Ich weiß, wenn ich schönes Licht sehe.

Man kann jemanden in gutes Licht

setzen und wissen, das ist ein Geschenk.

Aber ein Porträt ist mehr als nur Licht, das auf ein Subjekt fällt.

Ein Porträt ist auch eine Unterhaltung.

Und das wahre Erschaffen eines Bildes

hat mit der Interaktion zu tun, die ich habe.

Ich fotografierte Lyle Lovett zuerst für Joshua Judges Ruth im Jahr '92.

Ich hatte ein paar Sachen für Warner Bros.

gemacht und sie dachten, es könnte passen.

Die Rolle, die der Fotograf dabei spielt, ein Bild zu machen,

hängt von der Beziehung ab.

Für mich ist der Schlüssel das Vertrauen, dass wir in den

letzten 22 Jahren aufgebaut haben.

Lyle hat genaue Vorstellungen was sein Image angeht.

Weil er sich als Person ganz genau definiert.

Ich ging nach Nashville, denn Nashville war die Stadt der Songs

und ein Ort, wo ich meine Songs spielen konnte.

Als für mich die Zeit kam, Platten aufzunehmen,

dachte ich an die klassischen Fotos zurück.

Wie die Leute sich kleideten hatte etwas Würdevolles.

Das Bild des Country-Darstellers bleibt einem im Gedächtnis.

Also beschloss ich, einen Anzug zu tragen.

Ich dachte nicht, dass mein Haar eine Rolle spielte,

aber es wurde zu etwas, das die Leute sich merkten.

Wenn so etwas passiert, muss man es benutzen

und hoffen, dass es deine Identität in der Öffentlichkeit festigt.

Ich stelle mir gerade den Hintergrund vor.

Für mich ist es eine große Sache, dass ich so oft hier spielen konnte.

Hier in Wolf Trap, Vienna, Virginia zu fotografieren macht Spaß.

Mit dem Schneefall ist es super.

Mir schwebt etwas Zentrales vor.

Wenn Lyle und ich arbeiten, hat es was von Improvisation.

Es ist sehr angenehm.

Eine ausgesprochen kreative Umgebung.

Wenn ich mit Michael arbeite, bin ich entspannt

und ich kann ganz ich selbst sein.

Etwas an dem Baum da stört mich.

Aber wenn wir zwischen die beiden Bäume gehen,

-bin ich glücklicher. -Okay.

Ich komme an einem Ort an und bin der Umgebung ausgeliefert.

Das ist gut, Lyle.

Ich halte Ausschau nach diesen Überraschungen.

Wenn er die Kontaktabzüge schickt,

sind da immer Bilder, die mir nicht bewusst waren

und die ich nicht erwartet habe.

Ein Foto eröffnet dir eine Raum, der in der Zeit nicht existiert.

Und das wird zum Auslöser für die Musik.

Wenn man Country-Musik hört, stellt man sich den Sänger

als Hauptperson in den Liedern vor.

Wenn man Bilder sieht, wird diese Identität verstärkt.

Aber ein erfolgreiches Bild von mir ist eines,

auf dem ich besser aussehe als ich es tue.

Danach suche ich.

Heutzutage soll man Schauspielerin und Model sein.

Man soll all seine Gefühle

in so vielen Medien ausdrücken können,

und sich frei genug fühlen, um sich darzustellen

und so verletzlich zu sein.

LeAnn und ich machten schon beim ersten Video etwas ganz anderes.

Sie hatte das Setting und vertraute mir als Regisseur,

sie zu dem Ort gehen zulassen und ganz real damit zu bleiben.

Ich pendel gerne zwischen Musikvideos und Fotografie hin und her.

Die Heransgehensweise ist total unterschiedlich.

Musikvideos sind sehr strukturiert,

während Fotoshootings ganz spontan ablaufen.

Man kann dorthin gehen, wo man will,

wo einen das Licht anspricht, wo der Künstler einen hinführt.

Meine erste professionelle Fotosession war Ryan Adams Heartbreaker.

Es waren intensive und großartige zwei Stunden.

Das war eine tolle Möglichkeit einzusteigen.

Ich fotografierte Jamey Johnson für Rolling Stone.

Er war ein riesiger Waylon-Jennings-Fan.

Und er hatte gerade Waylons Cadillac gekauft.

Selbst bei Fotos möchte ich, dass der Künstler sich bewegt,

denn so kommt Spontaneität rein.

Ich war mit Eric Church hinter der Bühne.

Es war noch etwas Zeit bis zur Show.

Auf der anderen Straßenseite gab es eine Bar.

Das Licht dort war super.

Man hat nur ganz wenig Zeit mit dem Künstler.

Man hat den Druck, ein gutes Foto machen zu müssen.

Man versucht, eine Verbindung herzustellen,

um in zehn Minuten ein Gefühl von Natürlichkeit zu kriegen.

Wenn man die Chance hat, mit dem Künstler auszugehen

und Zeit mit ihm zu verbringen, entstehen natürliche, echte Fotos.

Wie Emmylou Harris bei Lawrence Records in Nashville.

Sie fand es super, da reinzugehen und all die Platten anzuschauen.

Ich versuche, der Vision, die sie für sich haben, nahezukommen.

Dazu muss man die Musik anhören,

und dann die Essenz des Moments des Künstlers einfangen.

Selbst eine Ikone wie Dolly, sie ist schon Dolly, wenn sie reinkommt.

Sie vertraut dir, ein tolles Porträt im richtigen Moment zu schießen.

Ich glaube, viele Musik-Fotografen wollen heimlich Künstler sein.

Es gibt nichts Cooleres als mit einem deiner Stars im Studio zu sein,

und tatsächlich ein Foto von Willie schießen zu können.

Er hat so ein unglaubliches Gesicht.

Es ist nicht schwer, ein paar tolle Bilder zu machen.

Sie sind Legenden, Ikonen.

Ich arbeite auch mit neuen Künstlern,

die ihre eigene Stimme haben und ihren eigenen Stil.

Wie Kacey Musgraves hinter der Bühne in Bonnaroo,

die Spaß am Shooting hat.

Ich will ein tolles Bild. Ich habe keine Angst, zu experimentieren.

Besonders mit Künstlern, die im Sound und Aussehen

etwas Einmaliges mitbringen und dazu stehen.

Der Geist des Songs führt unserem Stil.

Motorsäge

Das ist die visuelle Ausdehnung unserer Musik.

Wir sind mit Rock 'n' Roll und Country groß geworden.

Und unsere Lieder vereinen diese beiden Genre.

Unser Musikstil ist sehr traditionell.

Wir wuchsen auf und liebten Loretta Lynn,

Johnny Cash, Patsy Cline.

Und wir behielten viel vom traditionellen Country-Liedermachen.

Nehmen wir die Lieder auf, holen wir uns Anregungen bei moderner Musik.

Wir wollen, dass sich unsere Songs so groß wie möglich anhören.

Was wir auch porträtieren und welche Story wir erzählen,

wir hoffen, die Leute erfassen den Geist und die Authentizität.

Als Musiker versucht man, Momente zu kreieren.

Die Leute verstehen deine Musik eher, wenn sie das ganze Image mögen.

Ich mag aufgedonnerte Klamotten, Stöckelschuhe und Kleider,

aber das passt nicht zu der Musik, die ich mache.

Deshalb trage ich auf der Bühne Jeans, Stiefel und ein schwarzes Shirt.

Einfaches Americana-Branding.

Aber alle haben ihr eigenes Ding.

Es gibt Leute, die extreme Mode tragen.

Und die, die eher unauffällig auftreten.

Dann die mit Cowboystiefeln und Jeans.

Heute sehe ich Leute beim Grand Ole Opry mit Jeans

und Baseballkappe auf die Bühne kommen.

Ich komme nicht wegen Ölwechsel zum Opry.

Obwohl Country-Musik jetzt sehr populär ist,

ist die Musik nicht die gleiche und die Kultur auch nicht.

Die Bands haben heute Marketing-Teams.

Sie haben Investoren. Es ist ein richtiges Unternehmen.

Es gibt Plätze, die sich Honky-Tonks nennen und materiell sind sie das,

aber das Publikum ist anders.

Trout's in Bakersfield ist ein klassischer Ort für Country-Musik.

Ein Relikt aus alten Zeiten.

Eines der letzten Honky-Tonks.

Die Menge ist älter.

Da sind Leute, die einen Ausgehabend haben.

Manche kommen, um Res Simpson zu sehen.

Er ist einer der Ursprünglichen und sie erinnern sich an ihn.

Wegfahren und ignorieren

Diese Orte werden verschwinden.

Aber von hier stammt die Musik.

Und das ist Teil der Geschichte.

Wenn man zurückschaut, war da etwas anderes,

zu dem die Leute sich hingezogen fühlten.

Wenn man sich die Schallplatten der '60er, '70er Jahre anschaut,

gab es dort tolle Konzeptfotografie.

Sie wählten die Location und dachten über Garderobe nach.

Die Fotos spiegelten das Thema der Platte wider,

ob es Eisenbahnlieder waren oder Balladen von Revolverhelden.

Diese Künstler hatten keine gebleichten Zähne,

keine falschen Bartstoppeln

und die durchtrainierten Körper.

Sie hatten unglaubliches Talent

und wenn man ihr Bild sah, war das wunderschön.

Ich weiß noch, ich hörte ein ganzes Album,

ohne die Albumhülle wegzulegen.

Ich sah mir die ganze Zeit das Titelbild

und die Bilder auf der Rückseite an.

Die berühmten Fotos, wie das von Johnny Cash mit dem Mittelfinger,

der Ausdruck auf seinem Gesicht sagt alles.

Das ist das eine Bild vom großen Jim Marshall,

das zusammenfasst, was Johnny Cash vom Establishment hält.

Es erinnert auch daran, wie machtvoll ein Bild sein kann.

Ich habe Johnny Cash getroffen.

In der Woche nachdem June gestorben war.

Ich machte ein paar Porträtaufnahmen von Johnny im Rollstuhl.

Er war dabei, mit Randy Scruggs und Marty Stuart aufzunehmen.

Zum Lebensende zu wurde der Befehl ausgegeben, ihn zu unterhalten.

Also wurden im Schlafzimmer seines Zuhauses

Mikrofone aufgebaut und es wurde aufgenommen.

An Musik hielt er sich fest.

Bei einer dieser Sessions

kam von hinten das Licht der Nachmittagssonne herein.

Da sah er wie ein alter Präsident aus.

Ich sagte "JR", und er setzte sich gerade hin.

Und sah mich so an.

Und ich machte das Bild.

Es war sein letztes Porträt.

Er war John R. Cash.

JR, Ray und Carries Junge aus Arkansas.

Die Musik kann, wenn sie gut ist, etwas, das persönlich erscheint

so präsentieren, dass es universell wird.

Deswegen gibt es auf der ganzen Welt Country-Musik.

Für viele Leute verkörpert sie den besten Teil Amerikas.

Ich spielte in Dänemark, Amsterdam, Italien, Spanien, überall.

Die Menschen in Europa stehen total auf die Country-Songs.

Menschen aus Korea und Polen sagten zu mir:

"Wir haben Englisch mit deiner Musik gelernt."

Ich sang in Marokko und 130 000 Leute haben alle Songs mitgesungen.

Ich machte Glastonbury

und 180 000 junge Leute kannten die Musik.

Wir sind in vielen Ländern

und haben überall auf der Welt ausverkaufte Häuser.

Es gibt heute Künstler, die Country-Musik hinaustragen

über das, wo wir waren.

Die Leute fragten immer: "Was passiert mit Country-Musik?"

Aber Country-Musik kann machen was sie will.

Solange die Wurzeln der Country-Musik gespürt werden.

Erfolg heißt, bleib den Wurzeln treu und breite dich von dort aus.

Jede Stimme ist so wichtig.

Wir brauchen die Leute, die an die Grenzen gehen.

Und wir brauchen die, die sich auf den Kern besinnen.

Alle sind notwendig.

Manche sagen, das, was heute gespielt wird, ist nicht Country-Musik.

Da bin ich anderer Meinung.

Diese Kids leben ihren Traum.

Sie singen es so, wie sie es empfinden.

Wir lieben die Geschichten von Country und halten an vielen Traditionen fest,

die wir in die heutige Zeit einbauen.

Jemand muss etwas anderes sein.

Es muss jemand sein, der stark genug

oder einzigartig genug ist, dass die Leute "Ah" machen.

Taylor Swift hat mitgeholfen, Country-Musik nach vorne zu bringen.

Taylor Swift repräsentiert eine neue Art von Authentizität,

die es vorher in der Country-Musik nicht gab.

Sie ist eine geschickte Mischung aus traditionellem Country

und dem Mainstream-Geschmack von Popmusik.

Um sich musikalisch zu entwickeln, musste sie sich bewegen.

Ihn zu verlieren war so traurig Wie ich es nie gekannt hatte

Ihn zu vermissen War Dunkelgrau und ganz allein

Taylor Swift hatte eine tolle Band.

Sie sang tolle Lieder.

Sie wechselte ihr Outfit, flog über die Bühne

und kommunizierte mit dem Publikum.

Das ist nicht wirklich so wie Patsy Cline es tat.

Das ist okay, denn Patsy Cline machte es nicht wie Mother Maybelle.

Ihn zu lieben ist rot

Taylor hat viele Ideen.

Wir waren hinter der Bühne und spielten mit Ideen.

Sie war total heiß drauf, alles auszuprobieren.

Da ist etwas in ihrem Blick, dieser ehrliche Ausdruck.

Das ist das Ziel.

Die Essenz dieser Persönlichkeit einzufangen.

Fotografie fängt den Moment ein.

Eine Foto ist eine Möglichkeit, die Lebensgeschichte von Country-Musik

von den Wurzeln bis heute zu betrachten.

Wenn man zweifelt, ob bestimmte Dinge so waren,

kann man die Bilder anschauen und: "Ja, sie waren ja wirklich so, nicht?"

Cowboystiefel und Straß und viel Haar.

All die Bilder zeigen, was die Leute über Country-Musik dachten,

und wo sie herkam.

Wir müssen wissen wer uns zum Tanz geführt hat.

Die tolle Geschichte unserer Musikfamilie kennenlernen.

Jeder Künstler muss sichtbar werden und sein Image schaffen,

damit es nie verblasst.

Die Kamera gibt dem Fotografen die Chance, sie zu repräsentieren.

Damit die Öffentlichkeit sieht, wer sie wirklich sind.

Die, die am längsten Bestand haben, sind das, was sie zeigen.

Es gibt keine Variationen von ihnen.

Das sind die Alchemisten, das sind die Zauberer.

Nichts hat mich je so bewegt wie Musik.

Ihre Lieder ergreifen mich.

Country-Musik bewegt einen,

und wenn etwas in der Rap-Musik oder der Rockmusik einen bewegt,

...ist es von uns gestohlen.

Die Country-Fotografie hat einen spannenden Bogen.

Jahrzehntelang hinter die Kulissen zu dürfen,

ist sehr machtvoll und aufregend.

Country war immer wie eine Kirche.

Ständig muss sie überlegen, wie sie ihre Werte ehrt,

sich selbst treu bleibt, aber doch wächst und sich entwickelt.

Country-Musik, das waren Geschichten von Arbeitern und was sie machten.

Musik zum Trinken, Weinen, Kämpfen und um nostalgisch zu sein.

All die Künstler und Bilder formen die Wahrnehmung der Leute

was Country-Musik und Country-Lifestyle ist.

Aber eigentlich geht es darum, was es mit dem Herzen macht.

Musik ist eine Unterhaltung

und die größte Heilkraft in diesem Universum.

Jeder hat ein gebrochenes Herz,

jeder will etwas, das er nicht haben kann.

Und das sind die Dinge, über die wir singen.

Country-Musik ist der Schrei des Herzens.

Sie berührt dich und stellt dir die Wahrheit entgegen.

So nannte Harlan Howard Country: "Drei Akkorde und die Wahrheit."

Es ist die Sehnsucht zu glauben, etwas ist echt,

ernsthaft und absolut ehrlich.

Das treibt Country-Musik an.

Und danach suchen die Leute in einem Country-Song.

Eines Abend fuhr er heim

In seinem alten Pontiac

Als ihn eine alten Dame anhielt

Denn ihr Mercedes hatte einen Platten

Er sah, dass sie Angst hatte

Wie sie draußen im Schnee stand

Bis er sagte: Ich bin hier Um Ihnen zu helfen, Ma'am

Ich heiße übrigens Joe

Sie sagte: Ich komme aus St. Louis

Und fahre nur hier durch

Hunderte Wagen sind wohl Vorbeigefahren

Das ist total nett von Ihnen

Als er das Rad gewechselt hatte Und den Kofferraum zumachte

Und wegfahren wollte

Fragte sie: Was schulde ich Ihnen?

Und er sagte das Folgende:

Wenn Sie mich wirklich Bezahlen wollen

Tun Sie das:

Lassen Sie die Kette der Liebe

Nicht bei sich enden

Übersetzt von Michaela Friedrich

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