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(Sprecher) Der Page Brühl wird erster Minister von Sachsen und Polen.
Brühls Verdienst ist: August der Dritte wird König von Polen.
Brühl verdrängt Graf Sulkowski und vernichtet Graf Watzdorf.
Watzdorf hatte die Politik von Brühl kritisiert.
Friedrich der Zweite ist Brühls Feind im Kampf der europäischen Mächte.
Der König von Preußen hat eine starke Armee.
Brühl ist ein Meister der Diplomatie und des Finanzwesens.
Kann er dem Meister der Kriegsführung Widerstand leisten?
Niemand kann die Frage beantworten.
Auch nicht der Schweizer Simonis oder der Pole Maslowski.
Die beiden vermitteln zwischen den Gegnern.
Sie haben beide ein ungeklärtes Verhältnis zu Pepita von Nostitz.
Das Jahr 1756 geht zu Ende.
Die Armeen von Friedrich dem Zweiten besetzen große Teile von Sachsen.
Die Hauptstadt Dresden gehört zu den Eroberungen des Preußenkönigs.
Die sächsische Armee floh ohne Kampf nach Pirna.
Personen und ihre Farben:
Graf Heinrich von Brühl, erster Minister von Sachsen
Friedrich der Zweite, König von Preußen
Xaver Maslowski, polnischer Kavalier Max de Simonis, Schweizer Abenteurer
Baronesse Pepita von Nostitz
(Sprecher) Brühl zog sich auf die Festung Königstein zurück.
Aber er ist immer noch voller Hoffnung.
Die Übermacht unserer Bündnis- partner wird ihn erdrücken.
(Sprecher) Friedrichs Vertrauter Fredersdorf befürchtet das auch.
Aber Friedrich denkt anders darüber:
Die Treue von Verbündeten ist trügerisch.
Sie denken alle nur an ihr eigenes Wohl.
Ich gestalte mein eigenes Wohl mit der Kraft meiner Waffen.
Ich veränderte die Waffenübungen und die Kriegsführung.
Meine Armee ist deshalb beweglich und hat eine hohe Feuerkraft.
Ich gewinne jede Schlacht mit dieser Feuerkraft.
(Sprecher) Kaiserin Maria Theresia will die sächsische Armee verstärken.
Sie setzt deshalb eine starke österreichische Truppe in Marsch.
Niemand erwartet diese Hilfe so frühzeitig.
Major von Wangenheim, ich kann nicht nach Pirna gehen.
Friedrich will, daß Sie die Pläne von Brühl auskundschaften.
Sie sind Brühls Sekretär.
Sie hatten schon einmal Erfolg mit den Bündnisverträgen.
Brühl traut mir deshalb nicht mehr. Blödsinn!
Rat Mentzel kam für diese Sache auf den Königstein.
Ich möchte ihn dort nicht ablösen. Die Aufgabe ist zu gefährlich.
Friedrichs Befehle mißachten ... Das ist genauso gefährlich.
Denken Sie bis morgen darüber nach!
Das ist ein Problem. Ich will nicht auf den Königstein.
Der Lohn für solche Aufträge sind Edelsteine oder der Königstein.
Ich weiß. Aber ich habe diesmal ein seltsames Gefühl.
Gefühle sind trügerisch. Vertrauen Sie auf Ihren Verstand!
Sie eroberten sich eine einmalige Stellung bei Friedrich.
Wollen Sie die Stellung durch Gefühlsduselei verlieren?
Sie überlebten die Flucht aus der zweiten Etage. Das ist schön.
Warteten Sie auf mich? Nein. Ich wartete auf die Baronesse.
Sie mußte heute früher ins Schloß. Dann reite ich mit Ihnen.
Ihr Seilakt aus dem Fenster war nicht nötig.
Die Soldaten sollten nur die Sekretäre von Brühl abholen.
Ist das wahr? Ja. Aber Brühl vermißte Sie trotzdem.
Wirklich? Er achtet Sie sehr.
Er versteht, daß Sie lieber hier bei seiner Frau bleiben.
Sie sind auch ein Sekretär von Brühl. Das stimmt.
Aber mein Vater schickte mich nach Dresden, nicht nach Pirna.
Ich verstehe. Sie wollen nicht zu Brühl.
Wir wissen nichts! Wir wissen nicht, was in Dresden geschieht.
Die Preußen blockieren alle Wege.
Wir wissen nichts von unseren Verbündeten.
Kein Bote kommt durch die Sperre.
Das Schlimmste ist: Wir wissen nichts von Friedrichs Plänen.
Die Eroberung von Sachsen bietet uns große politische Vorteile.
Die Einnahme von Sachsen rundet das preußische Gebiet ab.
Die Gebirge zwischen Sachsen und Böhmen sind eine natürliche Grenze.
Wir haben offiziell bis jetzt noch nicht einmal Krieg mit Sachsen.
Das ist egal. Die Macht des Heeres entscheidet alles. General Wylich!
Übernehmen Sie das Kommando in Dresden!
Bezahlen Sie mit sächsischem Geld! Die sächsischen Kassen sind leer.
Wir haben Eisen und die Prägestöcke für sächsische Münzen.
Was bedeutet das? Bankier Ephraim erklärt Ihnen alles.
Besorgen Sie Pässe nach Warschau für August und seine Familie!
Ich reise niemals nach Warschau.
Der Räuber bekommt den Thron nicht freiwillig.
Unsere Armee ist noch in Pirna. Ich bleibe in Dresden.
Majestät! Glauben Sie, daß es zu einer Schlacht kommt?
Ich glaube, eine Schlacht schadet unseren Plänen.
Guarini! Was können wir gegen dieses Schicksal tun?
Unsere Armee ist machtlos. Wir können auch nichts gegen Friedrich tun.
Alles liegt in Gottes Hand. Nein. Wir können etwas tun.
Was können wir tun?
Friedrich machte Preußen zum Werkzeug für seine Ideen.
Ohne diese Ideen wird Preußen wieder wie früher:
Unser armer Nachbar im Norden.
Aber die Ideen sind da.
Er reitet oft schutzlos durch das Land.
Ein paar mutige Männer können ihn vielleicht gefangennehmen.
Das ist ein kühner, aber guter Vorschlag.
Wir können mit Friedrich als Pfand gut verhandeln.
Friedrich bricht alle Verträge, wenn er wieder frei ist.
Aber wir gewinnen Zeit für den Aufmarsch von unseren Verbündeten.
Das ist wahr.
Aber niemand kann einen solchen Anschlag planen und durchführen.
Ich kenne einen Mann dafür: Oberst von Rosen.
Rosen verehrt den Preußenkönig.
Rosen ist der treueste Diener unseres Landes.
Er liebt Ordnung und haßt Verschwendung.
Aber er achtet im Gegensatz zu Friedrich die Würde des Menschen.
Er kann eine Entführung planen und durchführen.
Gut. Madame Brühl, schreiben Sie Ihrem Mann von unserem Plan.
Ich gehorche Ihrem Befehl, Hoheit.
Baronesse, schicken Sie Ihren Kavalier heute nacht zu mir.
Er soll den Brief abholen und auf den Königstein bringen.
Herr Kavalier, bleiben Sie in Dresden oder gehen Sie fort?
Entscheiden Sie sich! Sind Sie für Preußen oder für Sachsen?
Ich diene Menschen, nicht Staaten.
Ich diene Brühl oder Friedrich oder Ihnen.
Sie dienen am liebsten sich selbst. Ich möchte gern Ihnen dienen.
Warum wollen Sie mir dienen? Sie sind schön, liebreizend und klug.
Ich verehre Sie. Sie müssen nur befehlen.
Ich mag nur ehrliche Männer. Ich bin ehrlich.
Das glaube ich nicht. Vertrauen Sie mir!
Soll ich Drachen für Sie töten? Es gibt keine Drachen mehr.
Aber Sie können mir helfen. Ich mache alles für Sie.
Gehen Sie zu Madame Brühl! Ist das Ihr Ernst?
Sie müssen einen geheimen Brief bei ihr abholen und zu Brühl bringen.
Das ist eine heikle Aufgabe.
Bereuen Sie Ihr Angebot? Nein. Ich mache alles für Sie.
Sie dürfen außerdem Madame Brühl besuchen.
(Sprecher) Das Palais von Brühl wurde zerstört.
Franziska wohnt seither im Königsschloß.
Mein Freund, bring das schnell zu meinem Mann!
Ich reite sofort los. Nicht so schnell!
Willst du die Nacht etwa im Sattel verbringen?
Ich dachte, die Sache ist wichtig und geheim. Das ist wahr.
Die Sache ist vor allem geheim.
Aber du mußt vorher meine Sehnsucht stillen. Das ist wichtiger.
Du verbringst diese Nacht nicht im Sattel und nicht bei deiner Pepita.
(Sprecher) Die Nacht verhüllt nicht nur Lust.
Sie verhüllt auch Laster und Verschwörung.
Ich habe ein Mittel für die Beseitigung von Friedrich.
(Glasau) Friedrich ist sehr mißtrauisch.
Sie können sich nur mit Mut von ihm befreien.
Das sind echte holländische Gulden.
Sie können damit überall auf der Welt ein neues Leben beginnen.
Bestimmen Sie ihr Lebensglück selbst! Machen Sie mit!
Ich glaube nicht an den Entführungsplan der Damen.
Sie können einen König verführen, aber nicht entführen.
Wenn der Plan der Damen mißlingt, dann müssen Sie handeln.
Ich hoffe, die Entführung gelingt.
(Rosen) Jemand muß Friedrichs tägliche Gewohnheiten erkunden.
Wenn wir sie kennen, dann gelingt die Entführung.
Stopp!
(Sprecher) Xaver Maslowski ist aus Liebe und Eifersucht hier.
Pepita von Nostitz und Oberst von Rosen wissen das.
Maslowski war überrascht: Nicht Max de Simonis war bei Pepita.
Oberst von Rosen war der Begleiter der Baronesse Nostitz.
Er verfolgte Sie nur aus Eifersucht. Das ist gut.
Aber jeder Lauscher kann unseren Plan erfahren. Das ist schlimm.
Keine Sorge! Ich bin nicht euer Feind.
Konrad hat recht. Jeder kann unser Feind sein.
Ich nicht! Ich bin ein Freund der Baronesse.
Ich verehre sie. Ich bete sie an. Ich mache alles für sie.
Sie sprachen von einer Erkundung im Hauptquartier von Friedrich.
Ich glaube, ich bin der richtige Mann für diese Aufgabe.
(Sprecher) Die Verschwörer nehmen Maslowski in ihren Bund auf.
Maslowski beobachtet in aller Frühe das Lager in Großsedlitz.
Schläfriges Treiben herrscht noch im Hauptquartier der Preußen.
Aber im Zimmer der Gräfin Brühl denkt Simonis schon an seine Pflichten.
Auf Wiedersehen!
Denk an den Brief!
Ich übernehme den Auftrag. Ich erkunde Brühls Pläne.
Das wußte ich. Hier!
Sie kommen hierher. Das ist gewagt.
Die Preußen haben scharfe Augen. Aber wir Schweizer haben kluge Köpfe.
Meine Männer suchten Sie. Wir verdächtigen Sie.
Wenn sich unser Verdacht bestätigt, dann muß Ihr kluger Kopf dafür büßen.
Was habe ich getan?
Sie übergaben Friedrich die geheimen Briefe unserer Bündnispartner.
Wer behauptet das? Mentzel.
Glauben Sie Mentzel etwa? Ich glaube das, was mir nützlich ist.
Mentzel ist zur Zeit der Schuldige. Das nützt mir am meisten.
Seine Anschuldigungen gegen Sie sind deshalb nur eine Ausflucht.
Aber ich glaube eines Tages vielleicht das Gegenteil.
Dann nützt Ihnen auch ein Brief nichts mehr.
(Sprecher) Der König darf nichts Wichtiges erfahren.
Nichts von der Behandlung der Königin.
Nichts von dem Raub der Geheimpapiere.
Der König interessiert sich sowieso nur für seine Gemäldesammlung.
Friedrich bewunderte meine Gemälde. Besonders die Magdalena von Bertoni.
Raffael und Tizian gefallen ihm nicht.
Der Name "Bertoni" erinnert Friedrich an das französische Wort für "Stock".
Die Preußen sind Soldatenkönige. Die Sachsen sind Kunstkönige.
Das soll in den Geschichtsbüchern stehen.
Unsere Nachkommen sollen die Wahrheit erfahren.
(Sprecher) Die sächsische Armee in Pirna ist in schlechtem Zustand.
Friedrich weiß jetzt davon.
Brühl kann mit seiner Armee nur Theater spielen.
Kämpfen kann er nicht mit ihr!
Wer ohne eine richtige Armee Krieg führt, der macht sich lächerlich.
Genau wie Domitian. Er ahmte den Donner nach.
Die Römer sollten glauben, daß er Jupiter ist.
Österreichische Truppen marschieren durch das böhmische Elbtal.
Gut. Wir sind vorsichtig, Wangenheim.
(Sprecher) Maslowski ist auch vorsichtig.
Er beobachtet die Gewohnheiten von Friedrich in Großsedlitz.
Das Wichtigste in seinem Bericht ist folgendes:
Simonis besuchte Major Wangenheim vor seiner Reise zu Brühl.
Ich befürchte, er hat den Entführungsplan verraten.
Er kennt den Plan nicht. Der Brief war verschlüsselt.
Simonis hat den Plan vielleicht verraten. Aber das ist jetzt egal.
Brühl schickte Rat Globig zu uns. Er soll die Entführung verhindern.
Simonis ist schuld daran.
Das glaube ich nicht. Brühl vertraut auf seine Bündnispartner.
Er glaubt, Friedrichs Beseitigung nützt nichts.
Wir haben dann immer noch seine Armee zum Feind.
Wir müssen trotzdem handeln. Ich helfe Ihnen.
Jemand muß erkunden, ob Friedrich etwas von der Entführung weiß.
Das ist schwer.
Guarini kennt einen Diener von Friedrich.
Wer fragt den Diener? Ich spreche mit ihm.
Der Diener erwartet Simonis als unseren Boten.
Wir bitten Guarini um Hilfe.
Ich bin der Sohn des Truchsesses von Warschau.
Sie sind verhaftet. Kommen Sie!
Was soll das? Ich bin der Sohn des polnischen Schatzmeisters.
Das kann jeder behaupten.
(Sprecher) Friedrich ärgert sich über die Festnahme von Maslowski.
Ich will die Polen nicht zum Feind haben.
Ich will, daß das alle erfahren.
Ich bedaure, daß Sie beleidigt wurden.
Sie wurden mit einem sächsischen Spion verwechselt.
Polen und Sachsen sind verschieden. Das weiß ich genau.
Ich biete Ihnen deshalb die Stelle eines Kapitäns in meiner Armee an.
Ich mache das aus Respekt vor Ihrem Vater, dem Truchseß von Maslowski.
Ihr Angebot ehrt mich. Aber ich kann es nicht annehmen.
Ich bin Pole. Ich diene meinem Land.
Ich kann diesen Dienst nicht ablegen wie einen alten Hut.
Kein Edelmann bereute bisher meinen Dienst. Ich brauche den Adel.
Wir sprechen von Pflichten für das Vaterland, nicht von Vorlieben.
Ich habe keine Wahl!
Ich verstehe. Sie müssen die Stellung ablehnen.
Aber Sie können eine Aufgabe für mich erledigen.
Die Aufgabe ist eine Ehre für einen Polen.
Ich helfe Ihnen gern. Sie helfen dem polnischen König.
Bringen Sie ihm eine Botschaft nach Pirna!
Er soll nach Warschau reisen und sich ruhig verhalten.
Oder er teilt das hoffnungslose Schicksal seiner Armee.
Grüßen Sie den König ehrenvoll und freundschaftlich von mir!
(Sprecher) Weiß Friedrich etwas von den sächsischen Entführungsplänen?
Maslowski konnte nichts darüber herausfinden.
Er kann seinen Freunden in Dresden auch keine Nachricht schicken.
Er gelangt mit preußischem Geleitschutz nach Königstein.
Brühl ist wütend über die Botschaft.
Friedrich schreibt kein einziges Wort über ihn, den allmächtigen Minister.
Brühl mißtraut Maslowski.
Was bedeutet seine plötzliche Bekanntschaft mit Friedrich?
Brühl muß zum ersten Mal eine schlechte Rolle spielen:
Die Rolle eines ratlosen Ratgebers.
General Rutowski weiß das. Aber August merkt nichts davon.
Das Leben hier ist furchtbar: keine Musik, keine Bilder, keine Jagd.
Das ständige Stöhnen der Gefangenen quält mich.
Wie lange müssen wir noch hierbleiben?
Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten.
Wenn General Braun nicht bald kommt, dann verhungert unsere Armee.
Nur die Festung Königstein ist nicht gefährdet.
General Braun schlägt Friedrich bestimmt in zwei oder drei Wochen.
Das will ich sehen. Danach reisen wir.
Aber ich verlange die Reisewagen aus Dresden schon jetzt.
Wir reisen nur mit meiner Jagdausrüstung und meinen Bildern.
Sie müssen allein reisen. - Ist das wahr?
Friedrich schrieb nichts von Brühl.
Friedrich ist geizig. Er zerstörte trotzdem das teure Schloß von Brühl.
Ich glaube, er haßt Sie sehr.
Ich reise nur mit Brühl und meinen Hunden.
(Sprecher) August entschließt sich endlich zu der Reise nach Warschau.
Maslowski macht inzwischen Simonis große Vorwürfe.
Sie haben den Plan von Pepita an die Preußen verraten.
Sie sind verrückt.
Ich sah Sie mit Wangenheim in Großsedlitz.
Blödsinn! Wollen Sie das etwa leugnen?
Das bedeutet nichts. Ich bin Schweizer.
Ich wollte eine offizielle Reisegenehmigung.
Bekamen Sie eine? Ja. Sie bekamen auch eine.
Simonis, antworten Sie mir ehrlich!
Haben Sie Friedrich etwas von dem Plan erzählt? Nein.
Warum lehnt Brühl den Plan ab? Brühl mag nur seine eigenen Pläne.
Oder Sie wollen den Plan vereiteln.
Sie denken zuviel. Das schadet der Verwirklichung Ihrer Pläne.
Brühl spielte schon immer sein eigenes Spiel.
Niemand kennt seine Absichten.
Meine Herren, ich habe eine dringende Aufgabe für Sie.
Wer von Ihnen bringt eine Botschaft des Königs zu Friedrich?
Ich reite nach Großsedlitz. Ist das Ihr Ernst?
Ich erledige auch gefährliche Aufgaben für meinen Herrn.
Haben Sie Angst um Ihre Beziehung zum Preußenkönig?
Keine Sorge! Ich brauche Simonis hier dringend.
Übernehmen Sie den Auftrag! Sie kennen die Wege und die Leute.
Sie reiten!
(Sprecher) Maslowski gelangt diesmal ungehindert in Friedrichs Vorzimmer.
Aber er muß dort warten.
Major Wangenheim übermittelt ihm schließlich Friedrichs Entscheidung.
Der König will keinen Streit mit den polnischen Herrschern.
Sie dürfen die Hunde und den Rest aus Dresden holen.
Friedrich entscheidet später über das Schicksal von Brühl.
Brühl erwartet sofort eine Antwort. Brühl muß warten.
(Sprecher) Pepita und Rosen hatten große Angst um Maslowski.
Sie hatten den Glauben an ihren Anschlag schon fast verloren.
Aber sie haben jetzt wieder neue Hoffnung.
Maslowski holt nicht nur Friedrichs Entscheidung über Brühl ab.
Er nimmt auch Friedrich selbst mit. Und bringt ihn auf den Königstein.
Mit neuen preußischen Pässen von Friedrich.
Simonis hat den Preußen wirklich nichts verraten.
Entführen wir Friedrich! Ja. Wir wagen es.
Jemand verrät euren Plan vielleicht. Was weißt du davon?
Hör zu, mein Kind! In diesem Haus geschieht nichts ohne mein Wissen.
Was willst du jetzt machen?
Euer Plan ist nicht nur tollkühn. Eine Entführung nützt auch nichts.
Die Entführung rettet Sachsen. Ach, du liebe Güte!
Brühl zerstörte Sachsen, nicht Friedrich.
Brühl macht alles für seine Rettung.
Er würde auch dich und deine Freunde dafür opfern.
Aber Friedrich plündert Sachsen aus.
Er raubt die Pferde der Bauern und das Eisen der Fabrikanten.
Sollen die Sachsen bald verhungern? Sie müssen mit Friedrich verhandeln.
Die Untertanen von Friedrich leben besser als die Feinde von ihm.
Ich bin sein Feind.
(Sprecher) Gräfin Nostitz will Friedrich warnen.
Aber sie will ihrer Enkelin nicht schaden.
Brühl ist auch im Zwiespalt der Gefühle.
Wo ist Maslowski mit der Antwort von Friedrich?
Er betrügt mich vielleicht.
Der polnische Adel will vielleicht nicht, daß ich nach Warschau komme.
Sie wollen Frieden mit Preußen. Aber ich bin Friedrichs Feind.
Simonis, reiten Sie mit einer Kopie des Briefes zu Friedrich.
Bringen Sie mir seine Antwort! Ich verlasse mich auf Sie.
Auf Wiedersehen, Kavalier!
Brühl ist nervös. Er bekommt langsam Angst. Das freut mich.
Ein Minister wie Brühl ist eine Strafe für sein Land.
Brühl hat noch Hoffnung.
Was erhofft Brühl? Seine Armee ist umzingelt.
Er hofft auf General Braun und seine österreichischen Truppen.
Keith berichtete schon von Truppenbewegungen.
Ihr Ziel ist also Sachsen. Der entscheidende Punkt liegt hier.
Brühl hat offenbar nicht viel Vertrauen zu seinen Verbündeten.
Brühl hat Respekt vor Ihren genialen Leistungen. Das beunruhigt ihn.
Er muß sich auf Notfälle vorbereiten.
(Sprecher) Friedrich ist überrascht. Er mißtraut allen Schmeicheleien.
Aber er kennt den Mut und die Begabungen von Simonis.
Er weiß, daß die Gräfin Fredersdorf Simonis sehr achtet.
Er kennt die Verdienste von Simonis bei der Lösung von schweren Aufgaben.
Friedrich glaubt deshalb, daß Simonis die Wahrheit sagt.
Der Schweizer ist ein tüchtiger Mann.
Können Sie das Cembalo spielen? Ja, aber ich spiele nur schlecht.
Versuchen Sie es, Simonis!
Die beiden spielen eine beschwingte Melodie.
"Majestät, Verschwörer aus Dresden planen einen Anschlag gegen Sie."
"Seien Sie vorsichtig! Eine treue Freundin."
Bringen Sie den Brief sofort zum König von Preußen!
Beschwingte Musik
Sie haben nicht nur eine schöne Handschrift.
Sie sind auch ein guter Musiker. Sie arbeiten jetzt hier für mich.
Sie müssen die Sachsen nicht mehr belauern.
Ich kenne jetzt alle Schwächen von August.
(Sprecher) Die Entführung von Friedrich ist gut vorbereitet.
Gelingt der Anschlag auf den Preußenkönig?
Oder scheitert der Plan am Verrat der Gräfin Nostitz?
Majestät, hier ist ein Bote der Gräfin Nostitz.
Schreiben Sie, Simonis!
"Wenn ich getötet werde, dann sollen alle weiterarbeiten wie bisher."
"Niemand darf von meinem Tod erfahren."
"Ich befehle für den Fall meiner Entführung folgendes:"
"Niemand darf Rücksicht auf mich nehmen."
"Niemand darf die Briefe aus meiner Gefangenschaft beachten."
"Egal, was ich in einem solchen Fall schreibe!"
"Der Krieg muß mit allen Mitteln fortgesetzt werden."
Schicken Sie den Geheimbefehl an den Minister Graf Hinkelstein!
Ich reise zur Armee von Keith nach Böhmen.
Dort geschehen bald wichtige Ereignisse für die Zukunft.
Sie sind schon zurück, Maslowski? Was soll mit Brühl geschehen?
Friedrich raubt einem lahmen Mann nicht die Krücke.
Brühl darf August nach Warschau begleiten.
Wo sind die Reisepapiere? Mein Sekretär gibt sie Ihnen.
Der Paß von Brühl fehlt. Friedrich sagte, er darf reisen.
Ein Versprechen genügt Brühl nicht. Er bekommt keinen Paß.
Ich will den König sprechen. Friedrich ist in Böhmen.
Er ist unterwegs zur Armee von General Keith.
Auf Wiedersehen und gute Reise!
Warten Sie! Ich habe eine kleine Wegzehrung für Sie.
Grüßen Sie Pater Guarini!
Das Schicksal war gegen uns. (Rosen) Wir müssen uns hier trennen.
Wollen Sie nicht auf den Königstein? Freiwillig nicht!
Ich verstehe.
Geben Sie das Brot Pater Guarini!
Los, weiter!
Ist der Anschlag gelungen?
Wer warnte ihn?
Er will alle Schlachten selbst gewinnnen.
Friedrich reiste nach Böhmen.
Seine Sucht nach Ruhm ...!
Seine Sucht nach Ruhm rettete ihn.
Was machen wir jetzt?
Ich verstehe. Friedrich verweigerte mir einen Reisepaß.
Friedrich versprach, daß Sie im Gefolge von August reisen dürfen.
Er will mich zum Diener machen.
Sie haben Ihre Aufgabe schlecht gemacht.
Sie waren lange fort. Ich mußte Ihnen Simonis nachschicken.
Sie bringen mir außerdem nur ungenaue Nachrichten zurück.
Ihre Nachrichten nützen mir nichts!
Maslowski, Sie sind vielleicht schuld an den schlechten Nachrichten.
Nicht der Preußenkönig!
Viele Polen wollen, daß ich Friedrichs Gefangener werde.
Ihr zweiter Bote bringt Ihnen vielleicht eine bessere Botschaft.
Falls er zurückkommt!
Was soll das heißen? Simonis dient dem Preußenkönig lieber als Ihnen.
Sie sind schamlos.
Sie wollen mit Verdächtigungen von Ihren Fehlern ablenken.
Ich verstehe. Ich beende meinen Dienst für Sie.
Sie arbeiten weiter für mich.
Diener bestimmen ihr Schicksal nicht selbst. Die Herren machen das!
Reiten Sie nach Dresden und melden Sie unsere Abreise nach Warschau!
(Sprecher) Brühl weiß nicht, wer ihn betrügt. Maslowski oder Simonis?
Er vertraut keinem von beiden.
Friedrichs Reise nach Böhmen beunruhigt ihn am meisten.
Friedrich reiste selbst nach Böhmen. Er hat bestimmt Sorgen.
Er will im entscheidenden Moment der Schlacht selbst den Sieg erringen.
Kann General Braun ihn besiegen?
Braun ist tüchtig. Aber ich kenne seine Armee nicht.
Braun muß uns retten.
(Sprecher) Aber Brühl wird entäuscht.
Die Armee von General Braun kommt nicht zum Königstein.
Nur ein Oberst kommt.
Er berichtet von der Schlacht bei Lobositz am ersten Oktober 1756.
(Oberst) Unsere Truppen standen hier.
Wer uns Widerstand leisten wollte, der riskierte sein Leben.
Aber Friedrich griff uns im Morgennebel an.
Bevor unsere Kanoniere etwas sahen, griffen uns seine Fußsoldaten an.
Die Preußen erlitten schwere Verluste.
Aber sie stürmten trotzdem die Stellungen von unseren Kanonen.
Gewann Friedrich die Schlacht? Nein.
Wir wichen nur ein paar Kilometer zurück.
Friedrichs Verluste waren größer als unsere.
Zwei Armeen prallten zusammen. Aber es gab keinen Sieger.
Es gab aber einen Verlierer. - Wir haben nichts verloren.
Sie verloren die sächsische Armee.
Wir können nicht länger Widerstand leisten.
Unsere Soldaten sterben an Hunger und Fieber. Wir müssen aufgeben.
Wir können jetzt nur noch in Warschau jagen.
Das ist wahr, Majestät.
Meine Sachsen tragen jetzt preußische Uniformen.
Was ist mit meiner Garde? Sie haben keine Garde mehr.
Das dulde ich nicht. Ich will sie wiederhaben.
Ja, Majestät.
Warum will er eine Garde?
Für seine Sicherheit. Jedem König gebührt außerdem eine Leibgarde.
Sie bemühen sich vergeblich.
Brühl würde die Garde für seine Zwecke mißbrauchen.
Grüßen Sie den König mit allem Respekt von mir!
Ich verachte seinen Minister. Aber er darf ihn trotzdem mitnehmen.
(August) Wir können Sachsen wieder zurückgewinnen.
Aber die versäumten Jagden nicht!
(Sprecher) Hennicke bleibt zurück.
Er soll die Wirtschaft fördern und lenken.
Friedrich erlaubt das. Er bekommt dadurch Geld.
Wir schaffen Ordnung in Dresden. Simonis, fahren Sie zu Wylich!
Er soll die Verschwörer im Schloß finden.
Wylich muß sein Amt strenger führen. Ohne Strenge gibt es keine Ordnung.
Wir müssen manchmal sogar Unschuldige bestrafen. Beeilen Sie sich!
Ich komme bald nach Dresden.
Ich verlange von Wylich einen genauen Bericht.
Es gibt keine Verschwörer im Schloß.
Die Königin betet, und Gräfin Brühl tobt. Das ist alles.
Der König erhielt eine Warnung. Untersuchen Sie das Schloß selbst!
Sie finden dort nur Spinnen und Ratten. Reiten Sie nach Dresden!
Franziska!
Simonis!
Komm!
Schön, daß du wieder da bist.
Wo warst du so lange? Brühl hielt mich im Königstein fest.
Dann mußte ich bei Friedrich in Großsedlitz bleiben.
Der Preußenkönig? Was wollte er von dir?
Ich war sein Schreiber und spielte Cembalo für ihn.
Schreiber!
Ich glaube, du gefällst ihm. Du hast eine gute Figur.
Ich hörte, er mag Frauen nicht besonders.
Franziska, du hast seltsame Gedanken.
Ich verstehe euch Männer nicht.
Pepita sagt, du hast Brühl den Entführungsplan ausgeredet.
Sie behauptet, du hast Friedrich gewarnt.
Diese Behauptung ist eine Frechheit! Wo ist Pepita?
Sie muß sich entschuldigen.
Sei nicht kleinlich! Verzeih ihr und vergiß das Ganze!
Sie beleidigte meine Ehre. Das dulde ich nicht.
Beruhige dich!
Vergiß die verrückten Launen eines kleinen Fräuleins!
Guten Morgen, Baronesse!
O Gott! Maslowski! Woher kommen Sie? Vom Königstein.
Ich hatte Angst um Sie. Sie haben mehr Angst um Simonis.
Ich hatte viel mehr Angst um Sie!
Sie machen mich zum glücklichsten Menschen auf der Erde.
Pepita, du bist rätselhaft. Warum?
Ich verehre dich von ganzem Herzen. Aber du ...
Einmal erwiderst du meine Liebe.
Ein anderes Mal bist du schroff und abweisend. Das verstehe ich nicht.
Ich kann dir das nicht erklären.
Du kannst dich nicht entscheiden zwischen Simonis und mir.
Unsinn! Simonis ist ein Zugvogel. Er flattert aus der Ferne zu uns.
Er zeigt seine Federn, und wir bewundern ihn eine Weile.
Dann fliegt er wieder weiter. Oder er wird abgeschossen.
Oder er bleibt in einem Netz hängen. Er mußte unbedingt hineinfliegen.
Du hattest immer den Verdacht, daß er für die Preußen arbeitet.
Du hast recht. Weißt du etwas Bestimmtes?
Ein Sekretär von Friedrich gab mir die Pässe für August nach Warschau.
Das war Simonis. Nein!
Ich schwöre es.
Er verriet den Plan zur Entführung. Ich zweifle nicht daran.
Aber das ist nicht so wichtig.
Wichtig ist nur: Wir beide kennen jetzt unsere Gefühle.
Übrigens: Ich muß morgen nach Warschau.
Nach Warschau?
Willst du mich verlassen?
Ja, aber nur aus einem Grund.
Ich hole von meinem Vater die Heiratserlaubnis.
(Sprecher) Pepita ist froh über den Heiratsantrag von Xaver Maslowski.
Sie erhofft seine baldige Rückkehr aus Warschau.
Etwas anderes schmerzt sie:
Sachsen ist machtlos gegen seinen Bedränger Friedrich.
Kann den preußischen König nichts stoppen?
Es ist wie ein Wunder ...
Beschwingte Musik, Cembalo und Flöte
Schritte nähern sich.
Die Schokolade, Majestät. Stell die Tasse auf den Tisch!
Hund winselt.
Winseln
Pater Guarini steckt hinter dem Anschlag.
Außerdem Josepha, die Habsburgerin. Das ist nur eine Vermutung.
Guarini gab das Gift und den Segen. Er sagte:
"Die Ermordung des Königs von Preußen ist ein gottgefälliges Werk."
Diese Worte sind Gotteslästerung. Das ist keine göttliche Eingebung.
Das ist die Eingebung eines entarteten Bösewichts.
Auch die Gräfin Brühl ist in die Verschwörung verwickelt.
Ausweisen! Außerdem der Kavalier Simonis.
Unser Kanzlist und Cembalist? Ja, Majestät.
Woher wissen Sie das? Das Geständnis von Glasau.
Aufhängen!
Genau wie Glasau!
Nein, nein! Laßt mich!
Nein, Kameraden! Laßt mich!
An General Wylich! Wann sind Sie in Dresden?
In drei Stunden. - Besser in zwei!
Schnelle Musik
Wir machen es genau so!
General!
Mein Pferd! Meine Leibhusaren!
Pferde nähern sich auf der Straße.
Bedrohliche Trommelmusik
Was geschieht hier? Ich will es wissen.
Ich gehe zur Königin.
(Wylich) Majestät! Wir müssen das Schloß durchsuchen.
Die Wache versicherte mir: Der Spion Simonis ist hier.
Wylich sucht dich. Er durchsucht das Schloß.
Ich bin verloren. Bei mir ist niemand verloren.
Räume durchsuchen!
(Soldat) Hier ist keiner.
(Wylich) Weitersuchen!
Hier ist auch niemand. - Er muß irgendwo sein.
Die anderen Räume!
Der König von Preußen befiehlt:
Verlassen Sie Dresden und gehen Sie zu Ihrem Mann nach Warschau!
Der König von Preußen kann mir nichts befehlen!
Sie reisen nach Warschau!
Franziska.
Franziska!
Melancholische Musik
Greift in die Speichen!
Er schickte 100 Kanonen von Magdeburg die Elbe hinauf.
Er macht Dresden zur preußischen Festung.
Die Geschütze sind feuerbereit!
Achtung ... Feuer!
Jetzt können sie kommen!
Wir schießen Salut. Morgen kommt der König.
Triumphale Musik
(Sprecher) Königin Josepha hatte einen eisernen Willen.
Sie wollte sich unbedingt in Dresden behaupten.
Aber sie war ohnmächtig. Sie konnte nichts gegen Friedrich tun.
Das zermürbte ihre Kräfte und zerstörte ihre Gesundheit.
Die Menschen in ihrer Umgebung erwarten das Schlimmste.
Der Zustand der Königin macht den Hofdamen große Sorgen.
Aber sie haben außerdem noch andere Sorgen.
Der Einzug des Preußenkönigs ist eine gute Gelegenheit.
Wir können den Schweizer loswerden.
Unsere Zukunft ist ungewiß nach dem Tod der Königin.
Die Preußen beschuldigen uns, wenn sie ihn hier finden.
Sie wollen ihn aus dem Schloß weisen. Direkt in die Hände des Feindes!
Wir geben ihm eine Chance. Ein Pferd und einen Degen.
Die Wachen haben heute nur Augen für ihren Kriegsgott.
Feierliche Musik
Schnell, beeil dich!
Der Einzug von Friedrich ist die beste Gelegenheit für die Flucht.
Ein Pferd steht bereit. Hier ist Geld für die Flucht.
Stopp!
(Sprecher) Pepita von Nostitz und die Gräfin Moszynska ...
Sie waren die Hofdamen der Königin Josepha.
Sie haben das Ende ihrer Pflicht vor Augen.
Sie mußten auch das Ende von Max de Simonis mitansehen.
Sie sehen dem Gang der Geschichte trotzdem voll Hoffnung entgegen.
Die Gräfin Moszynska vertraut immer noch auf Brühl.
Pepita von Nostitz vertraut auf ihre Liebe zu Xaver Maslowski.
Sie erwartet sehnsüchtig seine Rückkehr aus Polen.
Aber vorerst beherrscht nur eins die Szene in Sachsen:
Der Marschtritt der preußischen Soldaten!
Kanonenschüsse
(Sprecher) Das Kriegsglück ist noch auf Friedrichs Seite.
Er besiegt die Österreicher bei Prag, wenn auch mit Mühe.
Aber dann kämpft er gegen den Marschall Daun.
Er steht mit seiner Armee bei Kolin.
Schüsse
Schüsse und düstere Musik
(Sprecher) Die Armee von Friedrich wird geschlagen.
Sie muß Böhmen verlassen.
Majestät, gönnen Sie sich eine Ruhepause!
Ich will sie mir gönnen. Aber meine Feinde nicht.
Ich muß die Niederlage von Kolin wiedergutmachen.
Der nächste Monat wird schrecklich für mein Land.
Ich bin fest entschlossen:
Ich will mein Land retten oder mit ihm untergehen.
(Sprecher) Die Feinde von Friedrich freuen sich über seine Niederlage.
Sie schöpfen neue Hoffnung.
Auch Pepita freut sich über den Erfolg der österreichischen Armee.
Aber sie freut sich noch mehr über die Rückkehr von Xaver Maslowski.
Endlich!
Endlich bist du wieder da!
Was ist mit dir?
Du bist steif wie ein Stock.
Mein Vater verfluchte und enterbte mich. Wegen dir.
Ich bin jetzt frei. Aber ich kann keine Familie ernähren.
Meine Liebe treibt mich zu dir. Aber mein Stolz befiehlt mir:
"Sag Lebwohl. Fall ihr nicht zur Last!"
Du bist hier, und du bleibst hier. Wir finden eine Lösung.
(Sprecher) Kriegsschlachten überschatten ihre Liebe.
Knall
Schüsse
Preußen oder Österreicher? Wir hören nicht, wer schießt.
Nur eins ist sicher: Dresden wird getroffen.
(Sprecher) Die Bewohner im Haus Nostitz suchen Schutz.
Sie erleben: Die Österreicher verjagen die Preußen aus Dresden.
Später erleben sie: Die Preußen besiegen die Österreicher.
Alle sind der Meinung: Das ist das Ergebnis der Politik von Brühl.
Preußen und Österreich bekämpfen sich auf Kosten von Sachsen.
Brühl wollte Land durch List erobern. Friedrich erkämpft es mit den Waffen.
Aber Pepita stellt fest:
Es ist noch nichts entschieden.
Die österreichischen Armeen erwarten den Preußenkönig bei Leuthen.
Marschall Daun führt sie an. Er ist der Sieger von Kolin.
Die österreichischen Armeen sind dreimal stärker als wir.
Wir werden sie trotzdem angreifen. Gegen alle Regeln der Kriegskunst!
Die Anzahl der Feinde ist nicht wichtig.
Wir überwinden den Feind durch den Mut und die Stärke meiner Truppen.
Ich muß den Schritt wagen, oder alles ist verloren!
Wir müssen den Feind schlagen, oder er begräbt uns.
So denke ich, und so handle ich.
(Sprecher) Die Disziplin und die Feuerkraft der preußischen Armee ...
Die Angriffswucht der Reiterei und Friedrichs Strategie ...
Das alles bringt den Preußen einen überraschenden Sieg.
Aber das bringt nicht die Entscheidung des Krieges.
Geistliche Orgelmusik
Majestät, nehmen Sie das alles nicht so schwer!
(Sprecher) Der Siebenjährige Krieg endet im Jahr 1763.
Preußen und Österreich können nicht mehr kämpfen. Sie sind erschöpft.
Die Fronten sind geklärt zwischen England, Frankreich und Rußland.
Sachsen ist bankrott. Eine grund- sätzliche Erneuerung ist nötig.
1763 ist auch das Todesjahr von August dem Dritten und Brühl.
Aber Sachsens Glanz und Preußens Gloria wirken in die Zukunft.
Wenn auch vielfach gespiegelt und gebrochen!
Untertitel: zeile 21 / Frank H. Richter
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