All language subtitles for 05 - Aus dem Siebenjährigen Krieg - I

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Original subtitles

(Sprecher) August der Starke stirbt im Jahr 1733.

Graf Heinrich von Brühl überbringt dem Kronprinzen die Nachricht.

Er kann damit seine Laufbahn am sächsisch-polnischen Hof fortsetzen.

Graf Sulkowsky war bisher der Günstling von August dem Dritten.

Die Königin, Guarini, ein Gesandter und Hennicke unterstützen Brühl.

Brühl verbannt mit ihrer Hilfe Sulkowsky vom Hof.

Graf Watzdorf ist ein Kritiker von Brühl.

Er hat ein Verhältnis mit der Frau von Brühl.

Ein schlimmes Schicksal beendet das Leben von Watzdorf.

Brühl kann Sulkowsky und Ludovici die Schuld daran zuschieben.

Brühl ist jetzt der heimliche Herrscher von Sachsen und Polen.

Er will in die europäische Politik eingreifen.

Hat seine Geschicklichkeit auch in der Politik Erfolg?

Europa im Jahr 1740:

Die Sonne ging nie unter im Reich der Habsburger.

Ist das Reich nun selbst vom Untergang bedroht?

Können neue Kräfte das Machtzentrum ausfüllen?

Sachsen will keine Großmacht werden.

Aber Polen hat Rohstoffquellen und Sachsen ein gutes Manufakturwesen.

Eine Verbindung von beidem bedeutet Macht.

Minister Heinrich von Brühl regiert Sachsen.

Er will mit diplomatischer List Schlesien bekommen.

Personen und ihre Farben:

Graf Heinrich von Brühl, erster Minister von Sachsen

Friedrich der Zweite, König von Preußen

Max de Simonis, Schweizer Abenteurer

Xaver Maslowski, polnischer Kavalier

Baronesse Pepita von Nostitz

(Sprecher) Nicht nur Brühl blickt gierig auf Schlesien.

Lieber Fredersdorf! Wer Schlesien haben will, muß das Land erobern.

Er braucht einen Kriegsschatz, ein Heer und Ehrgeiz.

Die Liebe zum Vaterland und zum Ruhm treibt den Menschen zu Heldentaten.

(Sprecher) Friedrich handelt. Entschlossen und hart!

Er vertraut auf seine streng erzogenen Soldaten.

Sie fürchten ihre eigenen Offiziere.

Sie fürchten sie mehr als den Feind!

Österreich wird geschlagen. Schlesien wird preußisch.

Europa wird von dem Gewaltstreich überrascht.

Friedrich war in seiner Jugend als Philosoph bekannt.

Viele hofften, daß er ein milder Herrscher wird.

Aber diese Hoffnung wird enttäuscht.

Unter seiner Herrschaft hat der Staat Vorrang vor allem anderen.

Friedrich selbst ist der erste Diener seines Staates.

Die große europäische Politik ist gefährlich.

Sie verdirbt den Charakter der Menschen.

Ein neuer König muß Entschlossenheit zeigen, nicht Sanftmut.

(Sprecher) Brühl gibt nicht auf.

Er erkennt: Eine Grundlage der europäischen Politik wird ungültig.

Der Gegensatz zwischen Frankreich und Österreich.

Jetzt bestimmt der Gegensatz zwischen Frankreich und England die Politik.

Beide streiten um die Vorherrschaft in Indien und Amerika.

Sie streiten um den Welthandel. Europäische Politik wird Weltpolitik.

(denkt) Ein Umsturz der Bündnisse!

Österreich, Frankreich, Rußland, Schweden und die Reichsfürsten ...

Sie müssen sich gegen Friedrich verbünden.

Wird das seine Macht schwächen?

(Sprecher) Das ist die entscheidende Frage im Jahr 1756.

Zu jener Zeit kommt Xaver Maslowski nach Dresden.

Er ist ein polnischer Kavalier.

Max de Simonis kommt zur gleichen Zeit nach Potsdam.

Er ist ein verarmter Bürgerssohn aus Genf.

Beide ahnen nicht, welches Schicksal auf sie wartet.

Sie ahnen nicht, daß ihre Wege sich kreuzen werden.

Spannende Musik

Wie ist Ihr Name? Max de Simonis.

Französischer Adel? Bürger aus Genf.

Ein Eidgenosse aus der Schweiz! Sie riskierten viel für mich.

Ich stehe in Ihrer Schuld. Kommen Sie nächste Woche ins Schloß.

Respekt! Das ist erstaunlich.

Ihre Hände bändigen Pferde und spielen zarte Melodien.

Ich kann auch tanzen und singen.

Ich spreche mehrere Sprachen. Ich kann schießen und fechten.

Erstaunliche Fähigkeiten!

Sie sind mein einziges Vermögen. Sie sichern meine Zukunft.

Warum kamen Sie mit diesen Fähigkeiten zum Hof von Friedrich?

Die Leute nennen Friedrich den Philosophen von Sanssouci.

Er wird meine Fähigkeiten schätzen.

Sie retteten mich. Ich schulde Ihnen eine ehrliche Auskunft.

Voltaire sagte über Friedrich:

"Sein Ruhm und sein Vorteil ... Das sind sein Götter."

Seine Leute vermehren seinen Ruhm und seinen Vorteil.

Wer diese Pflicht nicht erfüllt, wird hart bestraft.

Friedrich schätzt Gehorsam und Zuverlässigkeit.

Eigensinn und Eigenwille werden seinen Leuten ausgetrieben.

Verrat und Fahnenflucht werden gnadenlos bestraft.

Trommelwirbel, Peitschenhiebe

Fredersdorf! Die Grundlage von Staat und Haushalt sind Zucht und Ordnung.

Wir müssen das den Dummen mit Stockhieben beibringen.

Eine ärgerliche Aufgabe, Majestät.

Ich ärgere mich nicht. Ich erfülle meine Pflicht.

Ich hörte aus England:

Meine sächsischen Bundesgenossen verhandeln heimlich mit England.

Sie wollen meine Länder aufteilen.

Das war letzte Woche. Ich erfuhr heute aus Dresden:

Frankreich versöhnte sich mit Österreich.

Paris, Wien, Petersburg und Stockholm verbündeten sich.

Brühl will dem Bündnis beitreten.

August will Schlesien ohne einen Krieg erobern.

Brühl ist Ihr Gegner, nicht August.

Das sächsische Heer ist schwach, aber Brühl ist schlau.

Er kennt nur die politischen Tricks der kleinen Fürsten.

Cäsar fürchtete sich nicht vor Leuten wie Brühl.

Ein Staatsmann muß die Bedürfnisse der Armee kennen!

Der geistvollste Mensch, der beste Volkswirt, der schlauste Politiker...

Sie können nichts Großes vollbringen, wenn sie das Heer vernachlässigen.

Wir erringen Erfolge nur aus eigener Kraft.

Brühls List bringt August vielleicht keinen Vorteil. Aber sie schadet uns!

Ich werde im Kriegsfall zuerst Sachsen erobern.

Die Soldaten und das Vermögen von Sachsen sind mir nützlich.

Wir kennen die Pläne von Brühl leider nicht.

Das stimmt, Fredersdorf!

Wir brauchen Beobachter bei unseren Nachbarn.

Besonders bei unseren Feinden!

Die europäische Politik ist verlogen. Niemand ist vor einem Betrug sicher.

Wir müssen uns vor bösen Überraschungen schützen.

(Sprecher) Die Folge des königlichen Wunsches ist:

Simonis besucht zum zweiten Mal Potsdam.

Er trifft die Gräfin Camas. Sie erklärt ihm:

Sie können Friedrich nicht nur in Sanssouci dienen.

Sie können auch in Dresden ein treuer Diener unseres Königs sein.

Gefällt Ihnen die Aufgabe?

Ein gefährliches Spiel!

Aber auch ein reizvolles Spiel! Ich dachte, Sie suchen das Abenteuer.

(Sprecher) Simonis liebt das große Abenteuer mehr als das kleine Glück.

Die Gräfin vermittelt ihm eine weitere Begegnung.

Er erfährt die Einzelheiten seines gefährlichen Auftrags.

Sie wollen geheime Briefe aus dem Kabinett von Brühl?

Den König entführen ist genauso schwer!

Sie müssen nicht über das Dach ins Kabinett klettern.

Ein Mann wie Sie hat in Sachsen viele Möglichkeiten.

Frau Brühl ist eine reizvolle Person! Ich bevorzuge den Weg über das Dach.

Liebesabenteuer sind nicht schlecht!

Betrogene Frauen sind rachsüchtig und nachtragend. Dächer nicht.

Ältere Damen wollen ihren jungen Verehrern gefallen.

Sie öffnen ihnen Türen und verraten ihnen Geheimnisse.

Leute wie Sie haben Erfolg oder gehen zugrunde.

Nutzen Sie die Gelegenheit, und Ihr Glück ist gemacht!

(Sprecher) Max de Simonis will die Gelegenheit unbedingt nutzen.

Er bekommt von der Gräfin Camas Gold, Empfehlungsschreiben und einen Rat.

Erzählen Sie niemandem von Ihrem Auftrag oder Auftraggeber.

Falls Sie entdeckt werden: Sie waren nie in Sanssouci!

Max de Simonis pfeift vergnügt.

Was machen Sie hier?

Ich verabschiedete mich von meinen Bekannten.

Wer sind Ihre Bekannten? Die Gräfin Camas und Fredersdorf.

Woher kennen Sie die Gräfin?

Ihre Pferde sind durchgegangen. Ich konnte ihr helfen.

Sie sind der junge Schweizer, der nach Dresden reisen will!

Die Gräfin empfahl mich nach Dresden.

Eine schöne Stadt mit vielen Verlockungen.

Machen Sie dort Ihre Entdeckungen! Aber merken Sie sich folgendes:

Ein Mann hat Erfolg, wenn er nur einem Herren dient.

Verrat wird auf beiden Seiten mit dem Tod bestraft.

(Sprecher) Simonis ist von dem Herrscher beeindruckt.

Friedrich tut alles für die Macht seines Staates.

Die Armee sichert seine Macht. Aber sie ist teuer.

Deshalb fördert Friedrich Landwirtschaft und Gewerbe.

Er duldet verschiedene Religionen und schafft die Folter ab.

Er holt tüchtige Menschen ins Land. Viele wurden in ihrem Land verfolgt.

Er will die Leibeigenschaft abschaffen.

Aber der Adel verhindert das.

Friedrich dienen ... Das ist für Simonis verlockend und ehrenvoll.

Aber der Auftrag ist heikel.

Schnelle, lebhafte Musik

(Sprecher) Xaver Maslowski ist zur gleichen Zeit in Dresden.

Er macht dort seinen Antrittsbesuch beim ersten Minister Brühl.

Brühl bietet ihm eine Stellung als Sekretär.

Ein Bote des Königs unterbricht das Gespräch.

Die Majestät möchte Sie sofort sprechen.

(französisch) Haben Sie bitte Verständnis für meine Pflichten!

Majestät! Majestät!

Gemeine Lügen!

Sie wollen mir das Wohlwollen meines gnädigen Herrn rauben.

Oberst Rosen ist ein ehrenvoller Mann.

Er sagt, die Armee bekommt keinen Sold. Von Vieth ist sein Zeuge.

Er sagt, unsere Armee ist schwach.

Mein gnädiger Herr! Ich beweise Ihnen bis morgen:

Das Heer bekam seinen Sold immer pünktlich!

Eine elende Verleumdung?

Oder die Einbildung eines Wahnsinnigen!

(Sprecher) Hennicke und seine Beamten schlafen in der nächsten Nacht nicht.

Sie beschaffen Nachweise von allen Heereszahlmeistern der Armee.

Die Nachweise bestätigen: Alle Soldaten bekamen ihren Sold.

Spannende Musik

(Hennicke) Herr von Vieth! Ich muß Sie auf den Königstein bringen.

Warum? - Böswillige Irreführung des Königs.

Ich sprach von Tatsachen! - Ich habe hier auch Tatsachen:

Die Erklärungen der Heereszahlmeister.

Hoffentlich droht kein Krieg. Er offenbart die Wahrheit.

Der König glaubt den Erklärungen. Das bedeutet für Sie: Gefängnis.

Aber ... - Was?

Ich habe ein Angebot vom ersten Minister für Sie.

Unterschreiben Sie die Erklärung! Sie bekommen dann eine kleine Rente.

Sie und Ihre Familie können davon ohne Sorgen leben.

Hier steht, ich machte die Aussagen in einem Anfall von Schwermut!

Ich soll das bestätigen? Für eine kleine Rente? Niemals!

Denk an deine Familie!

Ich unterschreibe das nicht. Niemals!

Vieth ist der Schuldige.

Vieth täuschte Rosen. Das ist unglaublich!

Die Vorwürfe betrüben mich nicht, mein Herr.

Sie vertrauten mir nicht. Das betrübt mich.

Sie zweifelten an Ihrem treusten Diener.

Ich halte jede Sorge fern von Ihnen. Ich arbeite dafür Tag und Nacht.

Mein lieber Brühl!

Ich dachte, Sie wußten nichts von den Unregelmäßigkeiten.

Majestät! In Ihrem Königreich geschieht nichts ohne mein Wissen.

Das ist sehr wichtig.

Wir müssen alles wissen, auch wenn es uns nicht gefällt.

Vieth täuschte uns alle.

Ich erlaube das nicht. Er muß bestraft werden. Dieser Vieth!

Ein armer Irrer, Majestät! Seien Sie gnädig mit ihm!

Rosen darf sich in Zukunft nicht mehr in unsere Angelegenheiten einmischen.

Rosen und Rutowski sind unsere besten Offiziere!

Sogar der König von Preußen sagt das.

Rosen schätzt Friedrich auch.

Brühl! Haben wir noch Geld?

Selbstverständlich, Majestät!

Wir können uns zusätzliche Soldaten leisten.

Das nützt uns nichts, Majestät! Ich will Ihnen das erklären.

Unsere Nachbarn sind sehr mächtig. Wir brauchen diplomatisches Geschick.

Wir müssen in Europa mit Klugheit vorgehen.

Unser kleines Heer kann in einem Krieg wichtig sein.

Wir sind deshalb dem Bündnis gegen Friedrich beigetreten.

Unser Heer ist entscheidend. Dafür ist es stark genug.

Wir verwenden unser Geld lieber für Bauwerke, Opern, Bälle und Gemälde.

Brühl, ich liebe dich.

(Sprecher) Die Liebe treibt auch den preußischen Leutnant von Miltitz an.

Er erbittet bei seinem Vorgesetzten Oberst von Bredow einen Tag Urlaub.

Sein Regiment lagert nahe der sächsischen Grenze.

Oberst von Bredow verbietet ihm, sächsisches Gebiet zu betreten.

Von Miltitz reitet trotzdem nach Dresden.

Er will seine Verlobte Baronesse Pepita von Nostitz treffen.

Du hier! Ich kann das noch nicht glauben.

Ich mußte dich sehen! Auch wenn es nur für eine Stunde ist.

Eine Stunde! Ich lasse dich nicht so schnell wieder gehen!

Meine Finger wollen nur deine zarte Haut berühren.

Aber ich kann das nicht entscheiden.

Warum kannst du das nicht entscheiden?

In Preußen entscheidet nur Friedrich!

Heute entscheidet nicht Friedrich. Heute entscheide ich. Du bleibst!

Herrgott! Mein bester Offizier mißachtet meinen Befehl.

Wegen einer Schlampe vom Dresdner Hof!

Sie ist meine Verlobte! - Sie ist eine Schlampe!

Ein Soldat darf sich nicht gegen seinen Vorgesetzten auflehnen!

Für die Bedrohung eines Vorgesetzten gibt es nur eine Strafe:

Er muß hingerichtet werden.

Von Miltitz ist ein musterhafter Offizier.

Majestät, haben Sie Verständnis! Die Liebe, die Erregung, die Lage ...

Ich kann in Fragen der militärischen Disziplin keine Gnade walten lassen.

Das ist zu gefährlich.

Düstere Musik, Trommeln

Legt an!

Feuer!

Meine arme Kleine!

Sei nicht ungerecht gegen Friedrich!

Dein Verlobter durfte nicht kommen. Er durfte erst recht nicht bleiben.

Er blieb wegen mir! Ich ließ ihn nicht gehen.

Wir haben ein Recht auf Liebe, solange wir jung sind!

Dienst und Liebe lassen sich nicht vereinen.

Ich hasse Friedrich! Er ist schuld!

Seine Disziplin ist nicht streng, sondern grausam. Unmenschlich!

Er kann seine Ideen nur mit einer strengen Herrschaft verwirklichen.

Das stimmt, Frau Gräfin!

Armeen brauchen Disziplin. Sie darf aber nicht auf Angst gründen.

Sie muß auf dem freien Willen von Bürgern und Soldaten beruhen.

Disziplin muß menschliche Gefühle achten. Baronesse Pepita hat recht.

Ja. Das Wesen der Sachsen erlaubt das aber nicht.

Orgelmusik

Musik wird dramatisch.

(Sprecher) Gräfin Nostitz bereitet Simonis einen freundlichen Empfang.

Das verdankt er einem Schreiben von der Gräfin Camas an ihre Freundin.

Das Schreiben verschafft Simonis eine Unterkunft im Haus Nostitz.

Die Gräfin fragt ihn nach den ersten Eindrücken. Er gesteht:

Ich sah noch nie so viele elegante Damen und Herren.

Das ist bestimmt angenehmer als die harte Disziplin von Sanssouci.

Meine Nichte hat eine Abneigung gegen Preußen und seinen König.

Sie hat ihre Gründe. Das soll uns nicht belasten.

Ich war nur kurz in Potsdam. Die Stadt ist sehr ruhig.

Nur der Marschtritt der Soldaten dröhnt im Ohr.

Friedrich fördert das Gewerbe. Er hat die Folter abgeschafft.

Er holt Siedler ins Land und entlastet die Bauern.

Er braucht die Bauern. Sie zahlen Steuern. Der Adel zahlt nichts.

Preußen ist eine Armee unter dem Befehl eines Tyrannen.

Seine grausame Disziplin regiert das Land.

Der Haß macht dich ungerecht. Wie lange bleiben Sie in Dresden?

Ich habe noch nicht darüber nachgedacht.

Sie sind sehr gastfreundlich. Sie bieten mir eine Unterkunft.

Ich bleibe gern länger bei Ihnen.

Können Sie allein darüber entscheiden, Herr Kavalier?

Ich bin auf Reisen.

Ich will mich vergnügen und mich den Wissenschaften und Künsten widmen.

(Sprecher) Max de Simonis will an den sächsischen Hof gelangen.

Er will sich die Gunst von Brühl verschaffen.

Er braucht einen Zugang zu seinem Palais.

Eine Vermittlung der Gräfin Nostitz kann Mißtrauen erwecken.

Pepita kann Simonis vielleicht Zugang zum Hof verschaffen.

Sie ist eine Kammerfrau der Königin, genau wie Franziska Brühl.

Aber ein polnischer Edelmann folgt ihnen. Das macht Simonis mißtrauisch.

Er sieht den Mann auch vor dem Haus der Gräfin Nostitz.

Sucht er Simonis? Ist er gefährlich? Max de Simonis will Klarheit haben.

Das Haus gefällt Ihnen. Interessieren Sie sich für Architektur?

Wie kommen Sie darauf? Sie betrachten die Fassade.

Ich betrachte die Fassade. Das stimmt.

Aber meine Gedanken sind bei den Bewohnern.

Was entdeckten Sie? Wenig. Hier gibt es keine Edelmänner.

Nur Lakaien und Beamte. Aber das ist dasselbe.

Die Frauen sind hübsch.

Das habe ich nicht bemerkt. Die schönste von allen wohnt hier.

Sie sehen sie jeden Tag. Baronesse von Nostitz! Ich verstehe.

Ihr Dienst gilt ihr. Ich darf ihr leider nicht dienen.

Wem dienen Sie? Dem Grafen Brühl.

Wirklich? Ja, als Sekretär.

(Sprecher) Max de Simonis erkennt: Xaver Maslowski ist keine Gefahr.

Im Gegenteil! Maslowski bietet ihm eine günstige Gelegenheit.

Er kann ihn zu Brühl bringen.

Aber Max de Simonis findet plötzlich einen anderen Weg.

Die Sekretäre von Brühl müssen seiner Frau einen Besuch abstatten.

Das ist ein Brauch. Besonders bei jungen und ausländischen Sekretären.

Xaver Maslowski hatte diese Pflicht noch nicht erfüllt.

Seine Leidenschaft für Pepita von Nostitz hinderte ihn daran.

Er überredet Simonis, ihn bei dem schwierigen Besuch zu begleiten.

Als Ablenkung!

Wie kommt ein Republikaner an den sächsischen Hof?

Durch Zufall, Madame.

Was suchen Sie hier? Das Glück. Ich suche es überall.

Ein Glückssucher ist mir lieber als ein Wahrheitssucher.

Bestimmt, Madame. Viele Wahrheiten sind nutzlos.

Die Suche nach Glück ist aber schwierig.

(Sprecher) Ist das wirklich Glück?

Madame Brühl liebt Simonis mehr als alle anderen Männer.

Ihre Zuneigung ist ein starker Ansporn.

(französisch) Guten Tag, meine Liebe!

Wie geht es dir? Danke, gut. Ich habe eine Bitte.

Was willst du?

Ich kenne einen sehr fähigen jungen Mann.

Ich denke, du kannst ihn als Sekretär in deinem Kabinett gut gebrauchen.

Ich habe acht Sekretäre. Zehn weitere warten auf eine freie Stelle.

Warum soll ich ihn nehmen?

Ich will, daß du ihn nimmst!

Nimmst du ihn oder nicht?

Du weißt, meine Liebe: Deine Wünsche sind mir Befehl.

Ich muß ihn aber zuerst kennenlernen!

Ich bin sehr erfreut! Die besten Leute kommen aus der Schweiz.

Welchen Beruf wollen Sie ergreifen?

Ich bin jung, Exzellenz. Ich will meine Fähigkeiten erst erproben.

Ihre Bescheidenheit gefällt mir. Wollen Sie für mich arbeiten?

Das wäre wundervoll! Sie sind ein großer Politiker.

Ich beginne meine Laufbahn gern in Ihrem Dienst.

Ich weiß nicht, ob meine Fähigkeiten ausreichen.

Welche Fähigkeiten haben Sie?

Ich spreche mehrere Sprachen und liebe die Musik.

Ich kann zeichnen. Ich bin gut in Mathematik.

Haben Sie eine deutliche Handschrift? Ich bemühte mich immer darum.

Sie bearbeiten den Schriftwechsel mit dem Ausland.

Sie haben freien Zutritt zu meiner Kanzlei. Vom heutigen Tag an.

Spannende Musik

Rat Mentzel!

Ja. Ich erkannte Sie in der Kanzlei.

Was wollen Sie von mir? Ich fuhr ohne Erlaubnis nach Berlin.

Ich bin verloren, wenn Sie mich verraten!

Machen Sie sich keine Sorgen! Ich will Sie nicht verraten.

Ich brauche vielleicht auch einmal Ihr Verständnis und Ihre Nachsicht.

Der Neue arbeitet nicht nur im Bett von Frau Brühl.

Sie fuhr mit ihrem Mann in die Lausitz.

Warum sucht er sich nichts Besseres? Er sieht gut aus.

Geheimnisvolle Musik

(Sprecher) Max de Simonis kopiert zwei Staatsverträge:

Den Vertrag von Sankt Petersburg zwischen Rußland und Österreich.

Und den Vertrag von Versailles zwischen Frankreich und Österreich.

Der Vertrag von Versailles beendete eine alte Feindschaft.

Simonis entdeckt darin wichtige Hinweise.

Sie zeigen, wie Brühl Sachsen in das Bündnis eingliederte.

Das Bündnis richtet sich gegen Preußen.

Du wirst mit diesem Bündnis in die Geschichte eingehen.

Niemand darf etwas davon erfahren, meine Liebe!

Friedrich rächt sich an mir und an Sachsen, wenn er davon hört.

Ich kenne keinen rachsüchtigeren Menschen als ihn.

Der österreichische Kanzler Kaunitz wird deinen Ruhm ernten!

Ich baue dir hier ein prächtiges Schloß.

Ein Lustschloß im Elbtal, prächtiger als in Versailles.

Das ist Ruhm genug.

Tröste dich mit dem Schmuck, bis das Schloß fertig ist.

Geheimnisvolle Musik

Sie!

Ja.

Wie kamen Sie herein?

Sie haben mich eingeschlossen. Sie haben sich eingeschlichen!

Ein Schweigen ist soviel wert wie das andere.

Gibt es Neuigkeiten, Mentzel? - Nein, Herr Rat.

Glocke schlägt elf Uhr.

Was wünschen Sie? Ich muß Herrn Beguelin sprechen.

Warum? Das sage ich ihm selbst.

Wie schön! Die Stimme von einem Landsmann!

Kommen Sie herein! Wie ist Ihr Name?

Max de Simonis. Ich erwartete Sie.

Hier hört uns niemand.

Der Brief ist für die Gräfin Camas. Er enthält Nachrichten für den König.

Nur der König darf ihn lesen! Verlassen Sie sich auf mich!

Es stimmt tatsächlich! Ohne Zweifel!

Wir haben einen Vertrag mit England. Er umfaßt keine militärische Hilfe.

Helfen uns die Türken?

Nein. Unsere Feinde besiegten uns auf dem Feld der Diplomatie.

Wir werden sie auf dem anderen Feld besiegen.

Auf welchem Feld? Auf dem Schlachtfeld.

Wir müssen mit aller Tatkraft handeln.

Das Geheimnis der Staatskunst ist die Wahl des richtigen Augenblicks.

Wann ist das? Wenn der Feind nichts ahnt. Jetzt!

Wir schlagen einen Feind nach dem anderen. Wir beginnen mit Sachsen.

Militärische Musik

Friedrich besitzt Abschriften von Staatsverträgen aus meiner Kanzlei.

Das sagt mein Kollege Kaunitz aus Wien.

Das ist unmöglich.

Die Kopien kommen aus Wien, Paris oder Petersburg.

Oder haben wir einen Verräter?

Jesus hatte zwölf Jünger. Einer war ein Verräter.

Sie haben Hunderte von Beamten.

Sie können nicht erwarten, daß alle ehrlich sind.

Hennicke! Die Sache muß genau untersucht werden.

Unser Bündnis braucht etwas Zeit. Danach ist Friedrich verloren.

Er darf von unseren Plänen und meiner Rolle nicht zu früh erfahren.

Das kann schlimme Folgen haben!

Beginnen Sie sofort mit den Nachforschungen!

Entschuldigen Sie mich, Exzellenz! Der König erwartet mich.

Exzellenz! Was beunruhigt Sie, Herr Graf?

Die Preußen sammeln ihre Soldaten an unserer Grenze.

Das ist nur ein Manöver, Rutowski! Friedrich wird uns nicht angreifen.

Das ist zu gefährlich für ihn. Er ist mit halb Europa verfeindet.

Er erklärte selbst:

"Ein Herrscher braucht Verbündete im Krieg gegen einen starken Feind."

Friedrich hat keine Verbündeten!

Nein! Friedrich ist für eine solche Dummheit zu schlau.

Ich verstehe nichts von Politik. Ich bin Soldat.

Der König erwartet Sie in einer dringenden Angelegenheit.

Ich sagte ihm nichts.

Sie kommen zu spät, Brühl. Entschuldigen Sie, Majestät!

Eine sehr wichtige Angelegenheit. Ich bestellte Sachverständige.

Die Sache ist offenbar wichtig. Reden wir lieber allein!

Wir brauchen die Leute. Sie sollen hereinkommen!

Brühl seufzt erleichtert.

Die Herren Künstler!

Eine Frage der Kunst beschäftigt Sie!

Nichts ist wichtiger als die Fragen der Kunst.

Meine Herren! Betrachten Sie bitte aufmerksam dieses Kunstwerk.

Das Gemälde stammt von der Hand des edlen Guido Reni.

Das Bild ist ohne Zweifel echt.

Ein furchtbarer Verdacht ist jedoch entstanden.

Die einen sagen: "Das Bild zeigt Salomon und die Königin von Saba."

Andere versichern mir: "Das sind Ninus und Semiramis."

Was denkst du, Brühl?

Ich teile die Meinung meines Königs.

Ich habe dazu keine Meinung!

Ich bin mir nicht sicher. Sie sind der größte Kenner.

Ich muß Ihre Meinung hören, bevor ich mir eine eigene Meinung bilden kann.

Was glaubst du?

Professor Dietrich ist der beste Richter für diesen Fall.

Dietrich, du alter Spötter! Was denkst du?

Ninus und Semiramis? Salomon und die Königin von Saba?

Das ist egal. Das Bild ist ein Meisterwerk!

Bravo! Das hast du sehr schön gesagt, Dietrich!

Wir machen aber einen Katalog! Wir wollen den Inhalt verstehen.

Wir wollen die Wahrheit entdecken!

(Sprecher) "Was schreiben wir in den Katalog der Galerie?"

Die Frage wird nach einer langen Debatte entschieden.

"Sitzt ein Verräter im Kabinett von Brühl?"

Diese Frage ist schwer zu beantworten.

Die Unterlagen geben keine Hinweise. Hennicke läßt Verdächtige verhaften.

Seine Maßnahmen schüren die Angst vor Verrätern.

Jeder erscheint nun verdächtig.

Hennicke findet schließlich eine Spur des Verräters.

Warum meldest du mir den Verdacht erst jetzt?

Bezahlte er dich? - Nein.

Warum so spät?

Ich kenne dich, Mentzel! Etwas bedrückt dich.

Sprich mit mir! Du kannst Papa Hennicke alles anvertrauen.

Ich kenne das Leben. Nichts Menschliches ist mir fremd.

Willst du lieber mit der Polizei sprechen? Auf dem Streckbett?

Haben Sie Erbarmen, gnädiger Herr!

Die Preußen schickten meinen Sohn in die Armee. Gegen seinen Willen.

Ich fuhr nach Berlin. Ich wollte ihn loskaufen.

Konntest du ihn loskaufen? - Ja.

Woher hattest du das Geld?

Ich machte eine Anleihe.

Ich fuhr auf dem Rückweg mit Simonis in einer Kutsche.

Du hast seinen Verrat am König gedeckt.

Nach dem Motto: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus."

Erzähl mir keine Märchen, Mentzel!

Ich sage dir, was geschah:

Die Preußen haben deinen Sohn freigelassen!

Sie verlangten dafür eine Kopie der Staatsverträge von dir!

Du gabst sie ihnen!

Nur du hast den Schlüssel! Nur du hast Zugang zum Geheimarchiv.

Nein! Glauben Sie mir!

Wache! Verhaften Sie den Verräter!

Bringt mir Simonis! Egal, wo er ist.

(Sprecher) Die Suche nach Simonis ist schwierig.

Sein Wirkungskreis in Dresden ist groß.

Militärische Musik

Nichts. Er ist spurlos verschwunden.

(Sprecher) Max de Simonis macht Maslowski mit Pepita bekannt.

Das ist die Gegenleistung für seine Einführung im Hause Brühl.

Der schüchterne Naturbursche gefällt Pepita von Nostitz.

Das ist eine Herausforderung für den galanten Schweizer.

Er bemüht sich nun auch um die Baronesse Pepita.

Pepita interessiert sich für den Schönling aus der Schweiz.

Er wirkt geheimnisvoll. Hat er tatsächlich ein Geheimnis?

Sagten Sie dem Minister, woher Sie kommen?

Ein Schweizer kommt immer aus der Schweiz. Er geht, wohin er will.

Die Gäste der Gräfin Nostitz kommen meistens aus Sanssouci.

Die Leute von Friedrich müssen in Sachsen an unbeliebten Orten leben.

(lacht) Sie denken, Friedrich persönlich schickte mich her.

Er oder die Gräfin Camas ... Das ist egal.

Sie riskieren Ihr Leben. Aber wofür?

Preußen ist nicht Ihre Heimat. Sie machen das nicht für den Glauben.

Ich mache immer nur, was mir Spaß macht.

Ich besitze meine Kleider und meine Begabung. Ich bin ein freier Mann.

Viele beneiden Sie deshalb.

Ihre Begabung darf nicht im Dunkeln verkümmern.

Sie muß im Licht glänzen. Seien Sie vorsichtig.

Erwarten Sie kein Geständnis! Ich habe kein Geheimnis.

Mein einziges Geheimnis ist: Ich verehre Sie leidenschaftlich.

Sie verwechseln mich offenbar mit Frau Brühl.

(Sprecher) Die Dragoner suchen weiter nach Simonis.

Dragoner = reitende Soldaten

Sie verstecken sich vor dem Haus Nostitz.

Die Geduld der Dragoner lohnt sich offenbar.

Herr de Simonis!

Ich bin nicht Simonis.

Keine Ausreden!

Sie kommen mit!

Folgt ihm!

He, stopp!

Das ist der Falsche, Herr Leutnant. Verzeihen Sie! Aber das ist typisch.

Das Militär kann einen Schweizer nicht von einem Polen unterscheiden.

Der junge Herr wollte ins Haus Nostitz.

Seine Flucht war verdächtig.

Nicht alle Besucher einer jungen Dame sind verdächtig!

Entschuldigen Sie!

Was wollen Sie von Simonis, Herr Rat?

Nur eine Auskunft. Aber das eilt nicht. Sie können gehen.

Sie sind der Sohn des polnischen Kronschatzmeisters.

Dumme Soldaten belästigten Sie. Das ist mir wirklich peinlich.

(Sprecher) Simonis verdankt dieser Verwechslung den angenehmen Morgen.

Er verbringt ihn mit Lektüre statt mit lästigen Fragen.

Aber dann ...

Klopfen an der Tür

Frau Gräfin!

Erwarteten Sie jemanden anderen? Nein, ich erwartete niemanden.

Rechnen Sie immer mit Besuch! Auch mit unangenehmem.

Aber Madame! Ihr Besuch ist mir immer angenehm.

Ich spreche nicht von mir, sondern von den Dragonern.

Sie wollten Sie verhaften.

Die Dragoner wollten mich verhaften?

Wer weiß von Ihrem Auftrag außer Beguelin und mir?

Mentzel ahnt vielleicht etwas. Er wurde auf den Königstein gebracht.

Warum? Ich weiß es nicht.

Sie sind in Gefahr. Aber ich warnte Sie.

Sie haben offenbar einen Schutzengel.

Ich hoffe, er verhilft mir im Notfall zur Flucht.

Das ist bestimmt nicht nötig.

Zur Zeit geschehen Dinge ... Sie werden alles verändern!

Militärische Musik

Stoppt!

(Friedrich) Warum stoppen Sie hier? Das ist die sächsische Grenze.

Wir erklärten Sachsen nicht den Krieg.

Sachsen kann auch mit Kriegserklärung keinen Krieg führen. Wir marschieren!

Militärische Musik. Sie klingt bedrohlich.

(schockiert) Friedrich ist in Sachsen einmarschiert ...

Rutowski! Das ist bestimmt ein Irrtum.

Meine Nachrichten sind korrekt!

Die Armee von Friedrich ist in Sachsen einmarschiert.

Ohne Kriegserklärung? Ja.

Das ist eine Frechheit! Das ist ohne Beispiel in der Geschichte!

Er verletzt das Reichsrecht und das Völkerrecht!

Was befehlen wir der sächsischen Armee?

Was können wir tun?

Unsere Armee kann die Preußen nicht besiegen.

Wir können unsere Ehre verteidigen, aber nicht Sachsen.

Wir sind nicht allein, Rutowski! Wir haben mächtige Verbündete.

Wann stehen sie zur Verfügung?

(stockend) Wir müssen die Gesandten fragen.

Die kaiserliche Armee kann Friedrich erst im nächsten Frühjahr bekämpfen.

Frankreich kämpft in Amerika und Indien.

Der Kurfürst von Hannover ist der Verbündete von Friedrich.

Wir werden im nächsten Sommer gegen ihn kämpfen.

Die Reichsarmee vereinigt sich mit der französischen Armee.

Das russische Reich ist sehr groß.

Das Versammeln unserer Regimenter kann dauern ...

Die schwedische Armee wird bis dahin die Küstengebiete beunruhigen.

Das bedeutet: Sachsen ist verloren.

Friedrich besetzt Sachsen vielleicht vorübergehend.

Aber das verhindert nicht seinen Untergang. Danke, meine Herren.

Wir versammeln die Truppen in Pirna. Das ist günstig für die Verteidigung.

Sie wollen Dresden ohne Kampf opfern?

Friedrich besetzt Dresden nicht - genau wie Karl der Zwölfte.

Das sind zwei verschiedene Fälle. Karl bekämpfte den König von Polen.

Er achtete den neutralen Kurfürsten von Sachsen.

Aber Friedrich bekämpft den sächsischen Kurfürsten.

Er achtet die Neutralität von Polen. Er verschont höchstens Warschau.

Hennicke! Die Dragoner sollen alle meine Sekretäre im Amt versammeln.

Öffnen Sie die Tür!

Was ist los?

Die Sekretäre des ersten Ministers müssen sofort im Amt erscheinen.

Die Preußen sind in Sachsen einmarschiert.

Ich greife bei einem Angriff der Preußen selbst zum Gewehr.

Majestät, die Preußen erscheinen hier nicht.

Friedrich hat 150 000 Soldaten. Seine Gegner sind in der Überzahl:

180 000 Österreicher, 150 000 Russen, 150 000 Franzosen, 20 000 Schweden...

Außerdem 30 000 Reichssoldaten und unsere sächsische Armee.

600 000 Soldaten kämpfen gegen 150 000 Preußen.

Die Sieger dieses Krieges stehen fest.

Aber wann kämpfen diese 600 000? Das ist nicht wichtig.

Wichtig ist: Das ist das Ende von Friedrich und Preußen.

(Sprecher) Die 600 000 Soldaten des Bündnisses ...

Sie kämpfen vorerst nur in Brühls Phantasie.

August der Dritte und Brühl müssen ins Elbsandsteingebirge ausweichen.

In den Bannkreis der Festung Königstein.

Dort lebten bisher nur Staatsgefangene.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Ich muß auch nach Pirna.

Aber ich lasse Sie nicht mit Simonis in Dresden zurück.

Er ist längst weg. Er ist geflohen!

Wie lauten die Vorwürfe gegen ihn?

Ich weiß es nicht. Hennicke wollte angeblich nur eine Auskunft von ihm.

Brühl wurde nicht benachrichtigt. Er bedauerte das ausdrücklich.

Warum floh Simonis dann auf diese abenteuerliche Weise?

Die Sache ist offenbar wichtig.

Hennicke schickte die Dragoner, obwohl ein Bote genügte.

Die Soldaten verfolgten mich wie einen Staatsverbrecher.

Simonis plante vielleicht etwas mit Frau Brühl.

Ihre Großtante weiß vielleicht mehr.

Bestimmt. Aber sie sagt es mir nicht.

Was geschieht jetzt?

Geistliche Orgelmusik

Die Preußen besetzen das Schloß.

Militärische Musik

Die Königin verweigert die Herausgabe des Schlüssels.

Sie protestiert gegen die Besetzung. Aufbrechen!

(Königin) Ich dulde das nicht!

Noch nie erzwang ein König Zutritt zum Geheimarchiv eines anderen.

Das ist ein schwerer Rechtsbruch.

Schafft sie weg!

Brühl! Wie lange muß ich hier sitzen?

Hier gibt es keine Bilder, keine Musik und erst recht keine Opern.

Gnädiger Herr! Ihr Verdruß schmerzt mich.

Aber wir stehen an einem Wendepunkt in der Geschichte von Europa.

Sachsen erreicht jetzt wahre Macht und Größe. Das erfordert Opfer.

Jaja! Aber warum muß ich hier sitzen? Ich brauche eine angenehme Umgebung.

Majestät ...

(stockend) Die Preußen besetzten offenbar Dresden. Vorübergehend!

Friedrich wagte es tatsächlich! Das war eine Verzweiflungstat.

Brühl!

Er ist sehr böse auf dich.

Militärische Musik

Höfische Barockmusik

(Sprecher) Friedrich der Zweite haßt Brühl aus vielen Gründen.

Brühl schmiedete das Bündnis gegen Preußen.

Er verspottete Friedrich als Galionsfigur.

Er bereicherte sich und verschwendete die Gelder seines Landes.

Friedrich befiehlt deshalb die Zerstörung von Brühls Palais.

Dieser Gewaltakt bleibt einmalig in der Herrschaft von Friedrich.

Lautes Klirren von Scherben

Untertitel: zeile 21 / Mariella Ludovico

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