All language subtitles for 04 - Brühl - Der Zweikampf

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Original subtitles

(Sprecher) Es ist das Jahr 1733.

Graf Heinrich von Brühl bringt dem Kronprinzen die Nachricht:

August der Starke ist tot.

Gewinnt Brühl Einfluß auf August den Dritten?

Sulkowski steht dem im Weg. Er ist der Vertraute des neuen Kurfürsten.

Auch Kämmerer Graf Watzdorf steht Brühl im Weg.

Der Freigeist beobachtet die Vorgänge am Hof kritisch.

Er ist außerdem ein Rivale bei der Komtesse Kolowrath.

Die Kurfürstin bestimmte sie zur Frau von Brühl.

Rat Hennicke ist der Vertraute von Brühl.

Er kennt alle Tricks im Finanzwesen.

Brühl erreicht die Verhaftung von Watzdorf.

Watzdorf muß auf den Königstein.

Brühl kann die Verantwortung für die Verhaftung auf Sulkowski schieben.

Franziska von Kolowrath haßt Sulkowski deshalb.

Ihre Ehe mit Brühl gründet auf diesem Haß.

August der Dritte will König von Polen werden.

Das Ehepaar Brühl hilft ihm bei der Verwirklichung des Wunsches.

Personen und ihre Farben:

Heinrich von Brühl, Diplomat Joseph von Sulkowski, sein Gegner

August der Dritte, Kurfürst von Sachsen und König von Polen

Franziska von Kolowrath, Ehefrau von Brühl

(Sprecher) Januar, 1734. Brühl ist auf dem Weg von Dresden nach Krakau.

Diplomatie, Geld, das Wohlwollen von Österreich, die Soldaten der Zarin...

Das alles ebnete ihm den Weg nach Krakau.

August der Dritte erwartet dort die Krönung zum König von Polen.

Seine Krönung soll der Krönung seines Vaters in jeder Einzelheit gleichen.

Feierliche Orgelmusik

(Sprecher) Die Krönungsfeier gleicht der Krönung von August dem Starken.

Nur ein Unterschied besteht:

An der Stelle von August dem Starken steht sein Sohn: August der Schwache.

Feierliche Musik

Chor singt das Loblied: "Te Deum laudamus."

Feierlicher Chorgesang

(lateinisch) Nimm die Krone des Königreichs.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Feierlicher Chorgesang

(Sprecher) August ist sehr schwach. Er suchte Rat bei seinen Ministern.

Er brauchte aber auch weiblichen Zuspruch.

Er fand Trost bei Franziska von Kolowrath, der Ehefrau von Brühl.

Ich spendete dem König Trost.

Der Minister Brühl sollte mir dafür danken.

Aber der Ehemann ist empört. Jeder Ehemann haßt Nebenbuhler.

Der Grund ist nicht Eifersucht aus Liebe, sondern gekränkte Eitelkeit.

Mätresse des Königs oder deine Frau ...

Für mich ist das kein Unterschied.

Ich ertrage beides nur durch einen Gedanken: Watzdorf.

Wir wollen Europa beherrschen.

Wir dürfen nicht an Einzelpersonen denken.

Du achtest Einzelschicksale nicht. Dein Europa ist mir egal.

August will zum Glück nicht durch seine Liebschaften berühmt werden.

Er will nicht, daß jemand davon erfährt.

Dein guter Ruf wird dadurch nicht geschädigt.

Aber vergiß nicht:

Ich kann die Freundschaft zwischen August und Sulkowski zerstören.

Ich verlange dafür die Freiheit von Watzdorf.

Galopp!

(Sprecher) Aber Sulkowski lebt vorerst noch im Schloß.

Der stolze General kennt seine Macht: die Macht seiner Waffen.

Frankreich, Österreich, England und Rußland sind Europas größte Mächte.

Sie bewachen sich gegenseitig.

Die einzelnen Länder wollen die Übermacht der anderen verhindern.

Sie wollen sich selbst aber eine Vormachtstellung herausarbeiten.

Das ist eine Zeit für Diplomaten, nicht für Generäle.

Ich verrate Ihnen ein Geheimnis:

Das Haus Habsburg geht zugrunde. Die Macht von Sachsen beginnt jetzt.

Die europäischen Mächte glauben, August ist ein schwacher Gegner.

Aber ich überzeuge sie vom Gegenteil. Wollen Sie mir dabei helfen?

Befehlen Sie! Ich gehorche.

Schlesien ist der Schlüssel zu unserer Macht.

Aber Schlesien ist im Besitz der Österreicher.

Wir greifen zu bei einer passenden Gelegenheit.

Mit Frankreich, Rußland und Preußen als Verbündete können wir ...

Die Preußen sind schlechte Partner. Sie wollen kein starkes Sachsen.

Wir sollten Schlesien lieber friedlich erobern.

Wir bieten den Österreichern eine treue Bundesgenossenschaft dafür.

Österreich verschenkte noch nie Land. Wir erobern Schlesien mit Gewalt.

Eine zollfreie Straße von Österreich genügt uns notfalls auch.

Polnische Rohstoffe und sächsische Herstellung ... Das bringt Geld.

Geld macht alles möglich. Sogar den Kauf von Soldaten!

Verträge über freie Straßen sind nutzlos. Sie werden oft mißachtet.

Ich habe einen besseren Plan.

Einen Plan? Ja, genau.

Schriftlich? Ja.

"Plan zum Erwerb von Schlesien für das Haus Wettin".

Darf ich das Schriftstück zum Lesen mitnehmen?

(Sprecher) Polen soll Gewinn bringen. Aber dazu muß folgendes geschehen:

1. Die polnische Krone muß erblich werden.

2. Die Macht des polnischen Adels muß zerstört werden.

3. Die Wirtschaft von Sachsen und Polen muß eng zusammenarbeiten.

Der Besitz von Schlesien kann diese Probleme lösen.

Aber Sachsen-Polen ist allein zu schwach.

Es kann Schlesien nur mit Verbündeten erobern.

Sulkowski will deshalb ein Bündnis mit Frankreich und Preußen.

Das war schon der Plan von August dem Starken.

Aber Brühl weiß: Preußen billigt die Eroberungspläne von Sachsen nicht.

Preußen will selbst die Vorherrschaft im Norden des Reichs erringen.

Preußen will Sachsen deshalb schaden. Frankreich ist weit weg.

Es schwankt zwischen einem Bündnis mit Sachsen und einem mit Preußen.

Österreich ist immer noch stark.

Ein gefährliches Papier! Es kann Sulkowski vernichten.

Vielleicht. Wenn der Anschlag schiefgeht, dann gnade uns Gott!

Brühl, Sie müssen mir den Plan zeigen. Dann kann ich ...

Graf Mitrowitsch, das ist lebensgefährlich für mich.

Vertrauen Sie mir!

Wenn Sie den Plan bekommen, dann muß einer von uns fallen:

Sulkowski oder ich. Sie wissen, der König liebt Sulkowski.

Der Kaiser will seine Bundesgenossen Sachsen und Polen nicht verlieren.

Das wissen Sie.

Eine Landverbindung zwischen Sachsen und Polen ist sehr wichtig für uns.

Der Kaiser wollte uns die Verbindung schon einmal gewähren.

Wir können mit den Preußen über den Kreis Crossen sprechen.

Ich dachte an ein Landstück von Österreich. Das ist möglich.

Eine zollfreie Straße für polnische Rohstoffe wäre gut.

Preußen führt einen Zollkrieg gegen uns.

Auch Österreich erhebt hohe Zölle auf sächsische Waren.

Das läßt sich vielleicht ändern.

Gut. Verdrängen wir Sulkowski mit Gewalt!

Aber August wird vielleicht trotzig, wenn wir ihm seinen Freund wegnehmen.

Wir arbeiten mit der sanften Gewalt des Seelsorgers.

Sulkowskis Plan ist gewagt. Ist er wirklich wahr?

"Plan zum Erwerb von Schlesien für das Haus Wettin."

Ich reise morgen früh sofort nach Wien.

Der österreichische Botschafter darf jederzeit nach Wien fahren.

Sie gaben Brühl gestern die Schlesienakte.

Heute fährt der Botschafter plötzlich nach Wien.

Sie sind zu ängstlich, Ludovici. Sie sind zu vertrauensselig.

Er wollte dich vielleicht auf die Probe stellen.

Sulkowski ist ein Offizier der alten Schule.

Ränkespiele sind nicht seine Sache.

Warum gab er dir das gefährliche Papier?

Die Verwirklichung seines Plans kostet viel Geld.

Nur ich kann so viel Geld beschaffen.

Graf Sulkowski kommt.

Er will mich überraschen. Gut. Er bekommt seine Überraschung.

Ich will nicht stören.

Ich störe Ihre Andacht. Verzeihen Sie!

Nein. Ich bitte um Verzeihung.

Sie haben mich bei einer frommen Übung angetroffen. Ich schäme mich.

Aber die Seele braucht manchmal die Nähe zum Schöpfer.

Ich muß verreisen. Ich bekam heute einen Brief aus Wien.

Einen Brief aus Wien? Der Kaiser will die Türken angreifen.

Er bot mir ein hohes Kommando in seiner Armee an. Welch eine Ehre!

Aber ich bedaure Ihre Reise.

Was wird jetzt aus unseren polnisch-sächsischen Plänen?

Ich bin Soldat. Ich muß im Kriegsfall kämpfen.

Wer soll Sie beim König ersetzen?

Das Land braucht Sie. Sie dürfen nicht fort.

Sie denken mit Wohlwollen an mich. Brühl, ich danke Ihnen dafür.

Manche Leute warnten mich vor Ihnen.

Diese Leute behaupteten: Sie und Guarini planen eine Verschwörung.

Sie sagten: Sie wollen mich stürzen, und ich muß deshalb verreisen.

Das ist eine Gemeinheit! Eine Verleumdung!

Wer behauptet eine solche Frechheit? Ich fordere Genugtuung mit Pistolen.

Ich zweifelte nie an Ihrer Freundschaft.

Ich würde sonst nicht verreisen.

Ich will bei meiner Reise das Gebiet unseres Plans auskundschaften.

Übrigens: Geben Sie mir die Schlesienakte zurück!

Der Plan ist kühn, aber brillant. Sie verdienen eine gebührende Ehre.

Ich mache auf meiner Reise einen Plan für den Feldzug.

Besorgen Sie das Geld für unser Unternehmen!

Brühl, habe ich noch Geld? Sie müssen nur befehlen.

Wir brauchen dort hinten ein Schloß. Josepha ist die Tochter des Kaisers.

Sie verdient mehr als ein kleines Haus.

Wir bestellen den Baumeister Knöffel.

Ich will viele schöne Bilder für das Schloß.

Ich mag die italienischen Bilder am meisten.

(Pater Guarini) Der Kaiser hat gut vorgearbeitet.

Er befahl Sulkowski zu einem fernen Kommando.

Wir müssen jetzt handeln. Brühl muß im Hintergrund bleiben.

Eine unglückliche Wendung kann ihn gefährden.

Aber die Ehefrau und der Beichtvater des Königs sind sicher.

Uns kann niemand aus dem Weg räumen.

Gott helfe uns!

Gott hilft uns in allen unseren Werken.

Du malst sehr schön, Josepha. Liotard kann das nicht besser.

Liotard = Schweizer Pastellmaler

Ein schöner Kopf!

Ich hänge ihn in mein Zimmer, wenn du ihn mir schenkst.

Ich schenke dir das Bild. Aber versprich mir etwas:

Sulkowski schenkte dir ein Bild. Entferne das schändliche Werk!

Den Tizian?

Vulkan ertappt auf dem Bild Mars und Venus beim Beischlaf.

Vulkan wirft ein Netz über die beiden. Das Bild ist schamlos.

Aber Venus ist sehr schön. Sie hat eine klassische Form.

Kunst ist niemals schamlos.

Wir sollten die Kunst des Meisters achten.

Auch wenn die Kunst groß ist ...

Sie darf nicht die niedrigen Triebe des Menschen darstellen.

Ich glaube, Sulkowski ist dein Verderben.

Moment mal!

Deine Gnade machte ihn hochmütig.

Er prahlt damit, daß er der Herrscher von Sachsen ist.

Das ist schlecht.

Aber das Schlimmste ist:

Er plant einen Feldzug gegen mein österreichisches Vaterhaus.

Wer das behauptet, der muß hängen!

Schuß

August stöhnt.

Ihre Frau hat recht. Das Schlimmste ist:

Sulkowski glaubt, er kann seinen König nach Belieben behandeln.

Er verdient eine Demütigung.

Oder sollen die Leute sagen:

"Sulkowski regiert in Sachsen, nicht der König."

Wer das sagt, der wird aufgehängt. Sulkowski selbst sagt das.

Ich bestrafe ihn.

(Sprecher) Die Österreicher haben Pech bei dem Krieg gegen die Türken.

Sulkowski trägt zum Glück keine Verantwortung bei dem Feldzug.

Zwei Generale wurden zu Festungshaft verurteilt.

Einer wurde sogar erschossen.

Aber Sulkowski betreibt strategische Studien.

Oberst Olaf von Rosen begleitet ihn dabei.

Mein Sekretär Ludovici sagt, ich soll schnell nach Dresden zurückkehren.

Jemand plant dort eine Verschwörung gegen mich. Aber das ist Blödsinn.

Der Hof ist bekannt für seine Ränkespiele.

Der König ist mein Freund.

Die Gunst eines Königs ist wandelbar. Das Spiel der Macht ist wechselhaft.

Soll ich nach Dresden zurückkehren? Ja. Warum sollten Sie hierbleiben?

Sie haben recht, Rosen.

Die österreichische Infanterie ... ... hat schwache Feuerkraft.

Die Reiterei ... ist schlampig.

Die Kanonen ... kommen immer zu spät.

Ich muß nach Dresden zurückkehren und meine Pläne verwirklichen.

Der Zeitpunkt ist gut.

Oberst, wollen Sie mich begleiten? Ich? Nach Dresden?

Ich brauche dort bald einen tüchtigen Heerführer.

Ich bin bereit. Gut. Wir reisen morgen früh.

Barockmusik

Madame Sulkowska, haben Sie Neuigkeiten von Ihrem Mann?

Er kommt nächste Woche zurück.

Das ist schön. Entschuldige mich bitte einen Augenblick!

Erzählen Sie mehr von Ihrem Mann!

Wußten Sie das, Brühl? Ich bin völlig überrascht.

Der Kaiser weiß auch nichts davon.

Was machen wir jetzt?

Der Kaiser kann uns nicht helfen. Wir müssen Sulkowski ausschalten.

Aber wie? Das weiß ich noch nicht.

Aber ich denke darüber nach. Er muß vom Hof verschwinden.

(Rosen) Ich vermißte den Dienst am Hof nicht.

Er war für Sie nur eine Pflicht. Ich denke anders darüber.

Der König und ich wuchsen gemeinsam auf. Er liebt mich.

Die Liebe der Könige ist wechselhaft.

Aber ihr Haß reicht über den Tod hinaus:

Gräfin Cosel sitzt immer noch in Stolpen. Ich befreie sie.

August der Dritte erfüllt alle meine Wünsche.

Ich fege die Verschwörung hinweg wie eine Spinnwebe.

Geigenmusik

Haben Sie Probleme mit Ihrem Angriff? Der König schwankt.

Erleben wir Sulkowskis Sturz vor seiner Rückkehr?

Was ist euch sein Sturz wert? Alles.

Die Freiheit für Watzdorf und meine Liebe zu ihm?

Ja.

August ist morgen soweit.

Sie singen eine italienische Arie im Duett.

Sanfte Musik

Niemand kann mich aus dem Herzen des Königs verdrängen.

Josepha und Guarini versuchen das schon lange vergeblich.

Der zweite Minister vielleicht? Brühl ...

Er kennt meine Freundschaft zum König. Er tut nichts gegen mich.

Er ist ehrgeizig. Und klug.

Brühl kennt seine Grenzen.

Er ist ein guter Diplomat und ein Finanz-Genie.

Aber er versteht nichts von Kriegsführung.

Sein Geld und meine Armee machen das sächsisch-polnische Reich groß.

Allein ist er nichts, vereint sind wir alles.

Das kann nur so sein.

Brühl, wie denkst du über Sulkowski? Ich denke dasselbe wie Sie, Hoheit.

Soso.

Woher weißt du, wie ich über ihn denke?

Ich weiß es nicht. Aber ich bin ein treuer Diener meines Herrn.

Seine Freunde sind meine Freunde.

Brühl, ich liebe dich. Du mußt mir raten.

Die Königin will, daß ich Sulkowski fortjage.

Auch Guarini macht mir angst vor ihm.

Was soll ich machen? Du mußt mir raten.

Hilf mir!

Ich persönlich achte Sulkowski. Er ist ein ehrenwerter Soldat.

Er ist vielleicht ein bißchen stolz.

Bescheidenheit und Demut sind nicht seine Sache.

Er versteht wenig von Musik und Kunst.

Wichtig ist nur: Die Frauen sind nackt. Wie seine ertappte Venus.

Ich hatte deshalb Ärger mit der Königin.

Ich sollte das schöne Bild verbrennen.

Sie behauptet, Sulkowski will mich zur Sünde verleiten.

Brühl! Glaubst du, er weiß etwas? Glaubst du, er hat einen Verdacht?

Er weiß nichts. Niemand ahnt etwas. Das ist sicher.

Aber können Sie es auf Dauer verbergen?

Sie gewährten ihm viele Freiheiten im Schloß.

Wer weiß ...?

Wenn das so ist, dann muß er verschwinden.

Ja, das ist das beste. Du wirst ihn ersetzen.

Gut, das ist jetzt beschlossen. Aber wie entfernen wir ihn? Wie?

Wie?

Wir verhaften ihn nicht.

Er fällt in Ungnade. Wir finden Gründe dafür.

Du hast recht, Brühl.

Ich bezahle ihm sogar eine kleine Leibrente.

Der Beschluß ist klar: Verbannung! Ich überlasse alles andere dir.

Ich will keinen Ärger damit. Niemand soll von ihm sprechen.

(Sprecher) Der König ist erleichtert. Er kann seiner Frau endlich sagen ...

Sulkowski wird entfernt. Brühl erledigt das.

(Sprecher) Sulkowski bekommt weitere schlechte Botschaften.

Brühl schwelgt inzwischen im Glücksgefühl des Siegers.

(lacht) Wir haben es geschafft! Sulkowski ist verbannt.

(Sprecher) Das Glücksgefühl von Brühl wird jedoch getrübt.

Ich habe mein Versprechen erfüllt.

Meine Liebe, ich gebe sofort die nötigen Befehle.

(Sprecher) Hennicke kann jetzt seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Niemand darf ohne die Erlaubnis von Brühl den König sehen.

Sulkowski soll außerdem an der Stadtgrenze abgefangen werden.

Hennicke, wir haben noch ein schwieriges Problem:

Watzdorf.

Sulkowski schickte ihn damals auf den Königstein.

Erinnern Sie sich an ihn? Ja, sehr genau.

Wir müssen ihn freilassen. Das habe ich versprochen.

Erledigen Sie die lästige Sache!

(Sprecher) Hennicke ist ein Künstler der Zweideutigkeiten.

Er schickt Menzel mit dem amtlichen Freilassungspapier zum Königstein.

Brühl sprach von einer lästigen Angelegenheit.

Er muß den Mann leider freilassen. Was bedeutet das?

Brühl will offenbar nicht, daß der Mann freikommt.

Aber Brühl unterschrieb den Freilassungsbefehl.

Soll der Mann freikommen? Ja oder nein?

Er soll freikommen, und er soll nicht freikommen.

Das ist nur scheinbar ein Widerspruch.

Der Mann kann in einem schlimmen Zustand freikommen.

Er kann dann von der Freiheit keinen Gebrauch mehr machen.

Verstehen Sie das? - Ich glaube ja.

Ja oder nein? - Ja.

Das ist Ihre Aufgabe. Fahren Sie zum Königstein!

(Sprecher) Menzel läßt sich Zeit mit seinem Auftrag.

Er weiß: Der Auftrag bringt ihm keine Belohnung, sondern Ärger.

Selbst ein schlechter Reiter kann deshalb die Kutsche überholen.

Ein besonderes Geschäft lockt den schlechten Reiter auf die Landstraße.

(Wache) Der Gasthof ist besetzt.

Sie sind Rat Ludovici. Das freut die Exzellenz.

Ludovici! Sie reiten mir trotz der Kälte entgegen.

Das ist schön.

Schweigen Sie wegen der Kälte? Die Kälte ist nicht der Grund dafür.

Ihre Zukunft in Dresden macht mich sprachlos.

Beruhigen Sie sich! Ich komme direkt von der Front.

Was soll mich erschrecken? Die Ungnade des Königs vielleicht.

Ungnade des Königs? Das ist lächerlich.

Kein Mensch kann mir das Herz des Königs rauben.

Das fürchten Ihre Feinde auch. Sie dürfen deshalb nicht zum König.

Unglaublich! Das Stadttor und Ihr Haus werden bewacht.

Ludovici, ich muß um jeden Preis zum König gelangen.

Trotz allem! Das ist ein Kampf auf Leben und Tod.

Sie haben mächtige Feinde: die Königin, Guarini und Brühl.

Brühl? Ist das wahr? Ja.

Das glaube ich nicht, Ludovici!

Ich sage die Wahrheit. Kehren Sie lieber zurück auf den Balkan!

Mich angreifen ... Das wagen sie nicht.

Wollen Sie am Stadttor verhaftet werden?

Ich muß nach Dresden. Egal, was passiert.

Der König wird mich nicht abweisen. Nicht mich!

Wir finden einen Weg für Sie.

Woher kommen Sie? - Aus Pirna.

Warum reiten Sie mitten in der Nacht nach Dresden?

Der Gasthauswirt erwartet den Minister Sulkowski.

Ich durfte deshalb nicht im Landgasthaus übernachten.

Das ist ärgerlich. - Er darf vorbei.

Verzeihen Sie mein Eindringen! Was ist passiert, Exzellenz?

Sie müssen mir helfen. Ich bin eine hilflose Sängerin.

Meine Feinde verschwörten sich gegen mich. Ich muß unbedingt zum König.

Ich verstehe.

Die Ränkespiele des Hofes gehen mich nichts an. Aber ich helfe Ihnen.

Sie haben mich immer ohne Arglist unterstützt. Ich habe eine Idee.

Ich danke Ihnen.

Wir brauchen hier weibliche List. Das Einfachste ist immer das Beste.

Ich gebe Ihnen meine Kutsche.

(Wache) Die Kutsche von Faustina darf vorbei!

Niemand darf zum König, Exzellenz! Das gilt aber nicht für mich.

Ich darf jederzeit zum König.

Das Verbot gilt gerade für Sie. Gehen Sie zur Seite, Kämmerer!

Mein gnädiger Herr!

Ich bin wieder zurück. Ich eilte mit großer Sehnsucht zu Ihnen.

Hattest du eine gute Reise? Ich lernte viel bei meiner Reise.

Wirklich?

Die Armee der Österreicher war noch nie so schwach wie jetzt.

Ihre Führung war planlos und zaghaft. Ihre Reiterei irrte ziellos umher.

Die Feuerkraft des Fußvolks war viel zu schwach.

Die preußische Gefechtsordnung ist viel besser.

Das Kriegsglück der Österreicher endete mit dem Tod von Prinz Eugen.

Die Sammlung und das Aussichts- schloß von Eugen sind einmalig.

Du mußt sie unbedingt besichtigen, wenn du wieder nach Wien kommst.

Wir müssen jetzt handeln, Majestät!

Wir können Schlesien gewinnen - im Bündnis mit Frankreich und Preußen.

Wir können unsere beiden Reiche zu einer europäischen Macht verbinden.

Sie können mächtiger werden als Ihr verehrter Vater.

Brühl. Sprich mit Brühl!

Verzeihen Sie, Majestät! Ich bin Soldat.

Ich hülle meine Worte nicht in Watte. Wir müssen Brühl entfernen!

Oder er reißt alles an sich. Er will Ihnen Ihre wahren Freunde rauben.

Er will hier selbst herrschen und befehlen. Brühl muß weg.

(Frederike) Ich bewundere deine Gelassenheit.

Dein Feind Sulkowski nähert sich, und du vergnügst dich hier in Moritzburg.

Wer Vorsorge trifft, der spart Sorgen!

Deine klugen Sprüche sind meistens wahr.

Was machst du, wenn Sulkowski zum König gelangt?

Überlaß das mir, Liebste!

Ich liebe dich.

Das ist schön. Mit dir ist es schön.

Sulkowski ist beim König!

Was?

Er ist seit einer Stunde beim König.

Niemand durfte zum König! Er erzwang seinen Zutritt mit Gewalt.

Du hast versagt, Hennicke.

Brühl! Wen hast du erwartet?

Wann kommt Watzdorf endlich? Ich habe jetzt andere Sorgen.

Sulkowski ist beim König.

Der König schläft.

(Sprecher) Die Königin und Guarini fragen sich, was der König plant.

Sulkowski übernimmt inzwischen wieder die Amtsgeschäfte.

Er befielt Ludovici als erstes:

Beweisen Sie Brühls Verschwörung! Das ist schwer.

Zum Donnerwetter! Sie sind Advokat. Beweisen Sie seine Schuld!

Sie verlangen zuviel von mir. Ich kann es Ihnen nicht geben.

Ich dachte, Sie wollen sich mit dem ersten Minister versöhnen, Hennicke.

Oder wollen Sie mit Brühl fallen? - Brühl ist noch nicht gefallen.

Sulkowski wird die Lügen aufdecken.

Ihr könnt die Wahrheit nicht auf Dauer verschleiern.

(Sprecher) Ludovici weiß, wo er beginnen muß.

Brühl vernachlässigte die Armee.

Herr Verwaltungsrat des Heeres! Die Armee schützt die Krone.

Sie sind zuständig für die Versorgung der Armee.

Sie haben recht, Ludovici. Wir müssen die Sache aufdecken.

Wer das Verbrechen deckt, der macht sich mitschuldig.

Ich nehme den Sold für die Sollstärke der Armee aus der Kriegskasse.

Die Armee bekommt aber nur den Sold für die tatsächliche Heeresstärke.

Brühl bekommt den Rest.

Wieviel Geld ist das?

Ein Regiment besteht laut Buchhaltung aus 1000 Mann.

Es sind aber nur 500 Mann.

Wir haben auf dem Papier 30 000 Soldaten.

In Wahrheit sind es 15 000.

Ich brauche für den König eine schriftliche Erklärung.

Sind Sie dazu bereit? - Ich bin dazu bereit.

(Sprecher) Ludovici hat auch an anderen Stellen Erfolg.

Brühl ist der wirkliche Besitzer der Druckerei.

Besitzer, Auftraggeber, Auftragnehmer, Kassierer.

Der König bezahlt die Rechnungen, Brühl kassiert die Gewinne.

Bezeugen Sie das auch vor dem König?

Das steht alles in den Kontobüchern.

Ich empfehle Ihnen Watzdorf als Zeugen gegen Brühl.

Er sammelte alle Missetaten von Brühl in einer Schrift.

Hennicke beschlagnahmte das Original. Aber es gibt eine Kopie.

Wo ist die Kopie?

Watzdorf brachte sie an einen geheimen Ort. Fragen Sie ihn!

(liest) "Heinrich Graf von Brühl und seine Gattin geben sich die Ehre ..."

"... Einladung zu einem Empfang im Spiegelsaal ihres Palais in Dresden."

Das ist sein Untergang!

Schrei

Der Graf von Watzdorf.

(Kommandant) Ihr Vorgesetzter wünschte einen gewissen Zustand.

Dieser Zustand ist erreicht.

Hoffentlich, Herr Kommandant! Wir werden sonst bestraft.

Keine Angst! Die Sache ist eindeutig: Unfall. Absturz beim Fluchtversuch.

Ein Unfall am Tag der Frei- lassung ist verdächtig.

Kümmern Sie sich um Sündenböcke!

Hier gibt es nur Sündenböcke.

Sogar meine Offiziere sind aufgrund ihrer Sünden hier.

(Sprecher) Rat Ludovici kommt zu spät auf den Königstein.

Die Rache von Brühl an seinem Rivalen Watzdorf war schneller.

Die Kutsche von Menzel steht vor dem Gasthof "Zur Krone" in Pirna.

Rat Ludovici entdeckt sie.

Dank seiner Spürnase findet er schnell ein wichtiges Papier.

Deposition = Verwahrung von Wertgegenständen

Ich kann Ihnen die Unterlagen leider nicht geben, Herr Rat.

Nur Franziska Kolowrath ist zum Empfang bevollmächtigt.

Herr Bankier, die Sache ist sehr wichtig für die Krone.

Ich beschlagnahme deshalb die Unterlagen im Namen des Königs.

Ich muß das Bankgeheimnis wahren.

Ich muß die Interessen der Krone schützen.

Ich kann die Bank schließen und das Vermögen beschlagnahmen.

(liest) "Die Amtsführung des Ministers Brühl ..."

"Die Vorteile für seine Person und die Gefahren für Sachsen und Polen."

Das Papier sichert mir meine Stellung am Hof.

Ich kann außerdem Brühl und seine Komplizen entmachten.

Sei vorsichtig! Brühl unternimmt bestimmt etwas. Rechne mit allem!

Auf Brühls Seite sind: die Königin und der Beichtvater des Königs ...

... die katholische Kirche und die evangelischen Landstände.

Er hat Helfer im ganzen Land.

Das wird ein ehrlicher Zweikampf vor den Augen des Königs.

Brühl hat keine Gelegenheit zu Ränkespielen und Arglist.

Der König ist bei der Königin.

Brühl ist an allem schuld. Er ließ ihn ins Schloß.

Majestät, wir wurden verraten!

Sulkowski verlangt von Ihnen Hochverrat an Kaiser Karl.

Seine Politik ist selbstmörderisch.

Du hast seine Gotteslästerung geduldet. Ich verstehe nicht.

Sulkowski darf den Hof nie wieder betreten.

Gott wird uns sonst bestrafen.

Du sagtest, seine Verbannung ist beschlossen.

Das alles quält mich. Ich brauche Ruhe.

Versteht ihr das nicht? Majestät!

Majestät! Sie müssen nur befehlen. Jagt ihn fort!

Gib sofort den Befehl!

O Brühl!

Verfaß ein Schriftstück! Ich unterschreibe alles.

Verschont mich mit der lästigen Sache.

"Wir entlassen den Grafen Sulkowski aus allen Ämtern."

"Er hat gegenüber dem König keine Pflichten mehr."

"Er bekommt aber das Gehalt eines Generals."

"August, König von Polen und Kurfürst von Sachsen."

Sie sind jetzt der erste und einzige Minister des polnischen Königs.

Gratulation zur Ernennung! Keine Würde ohne Bürde!

Nur Sie sind dieser Aufgabe würdig.

Empfehlen Sie mich der kaiserlichen Majestät!

Sie sind schon bestens empfohlen.

Mein Beileid zum Tod Ihres Mannes!

Ich freue mich, daß Sie trotzdem kamen.

Auch ich will Ihnen mein Beileid aussprechen.

Beileid? Etwa zum Aufstieg meines Mannes? Er fühlt sich sehr wohl.

Aber das wissen Sie selbst.

Ich spreche nicht von Ihrem Mann.

Ihr lieber Kammerherr hatte einen Unfall. Wußten Sie das nicht?

Unfall?

Er ist tot. Er stürzte vom Königstein.

Entschuldigen Sie mich, Fürst Mitrowitsch.

Du hast mich betrogen. Du hast ihn getötet.

Wovon sprichst du?

Du weißt genau: Ich liebe nur einen Mann.

Du hast ihn deshalb beseitigt.

Watzdorf? Ich befahl seine Freilassung.

Ich glaube dir nicht. Ich hörte gerade, er ist tot.

Hennicke!

Ich stehe zu Ihrer Verfügung.

Was geschah mit dem Kammerherrn Watzdorf?

Ich schickte Rat Menzel mit Ihrem Freilassungsbefehl zum Königstein.

Ich übermittelte ihm Ihren Auftrag wörtlich.

Wurde der Auftrag ausgeführt? Selbstverständlich, Exzellenz.

Aber es gab Schwierigkeiten.

Ist der Mann frei oder nicht? Er ist frei, aber ...

Was soll das heißen? Er ist frei, aber tot.

Hennicke, ich verlange eine genaue Untersuchung.

Jemand handelte gegen unseren Befehl.

Finden Sie die Schuldigen! Sie müssen bestraft werden.

Kein Mann kann mir den Geliebten ersetzen.

Aber ich werde jeden als Ersatz benutzen.

Ich beginne heute abend mit dem jungen Adligen aus deinem Amt.

Ich töte ihn.

Wie Watzdorf!

Was hast du davon?

Willst du deine ganze Kanzlei ausrotten?

O mein Gott! Bitte glaub mir!

Ich kann nichts dafür. Ich tötete ihn nicht.

Mein Kompliment! Du bist der beste Schauspieler dieses Jahrhunderts.

Du bist grausam, Franziska.

Nein, ich will gnädig sein.

Du wirst kein Ersatzmann für Watzdorf sein.

Das erspare ich dir.

Höfische Tanzmusik

Wind pfeift.

(Sprecher) Brühl feiert seine Ernennung zum ersten Minister.

Sulkowski wagt einen letzten Versuch gegen die Verbannung.

Er weiß: Der König ist an diesem Abend allein in seinen Räumen.

Sulkowski wirft sich seinem Herrn und Freund in den Weg.

Mein gnädiger Herr!

Sie müssen ihrem treusten Diener zuhören, bevor Sie ihn verjagen.

Majestät!

Sulkowski, ich kann nicht. Ich war immer ein treuer Diener.

Ich will nichts hören.

Ich will mich nur verteidigen. Ich kann es nicht ändern.

Du mußt gehen. Keine Sorge, dir geschieht nichts. Aber geh! Geh!

Unser gnädiger Herr befiehlt:

Verlassen Sie sofort das Schloß! Er will Sie am Hof nicht mehr sehen.

Der Wille des König ist: Gehen Sie nach Übigau!

Höfische Tanzmusik

Sie rächt sich auf ihre Weise. Ja, an einem Unschuldigen.

Wirklich?

Du bist ohne Zweifel schuldig!

Was hast du nur getan, Menzel?

Aber Sie selbst machten die Andeutung:

Watzdorf sollte von seiner Freiheit keinen Gebrauch mehr machen können.

Aber warum hast du ihn getötet? Hattest du keine bessere Idee?

Ich fürchte, es geht um deinen Kopf.

Das war ein Unfall. Ein Unfall!

Das können wir Exzellenz nicht erzählen.

Ich fürchte, wir können dich nicht retten.

Oder doch? Ja ... Das ist vielleicht eine Möglichkeit.

Wer überholte dich auf dem Weg nach Königstein?

Das war Ludovici.

Er warnte Sulkowski.

Er war nicht in Pirna, sondern in Königstein.

Wer will das bestreiten?

Menzel, das ist Ihre Chance.

Sie können den Kopf aus der Schlinge ziehen.

Ludovici ist der Schuldige! Beschaffen Sie Beweise und Zeugen.

Sie können sich nur so retten. Ludovici oder Sie? Das ist die Frage.

(Sprecher) Menzel beschafft beides: Beweise und Zeugen.

(Sprecher) Ludovici kommt auf den Königstein.

Er wird gefoltert.

Aber er kann trotzdem nicht sagen, wie und warum er Watzdorf tötete.

Nichts kann seinen Sturz stoppen.

Schmerzensschreie der Gefolterten

Schrei

Dumpfer Aufprall

(Sprecher) Brühl besichtigt seine neuen Güter in der Lausitz.

Er will sie mit Gewinn weiterverkaufen.

Er besucht auch die neuen Tuch- Manufakturen in der Stadt Forst.

Sie sind ein Geschenk des Königs.

Er besucht oft die königliche Porzellan-Manufaktur in Meißen.

Manufaktur = Großbetrieb mit Handarbeit

Brühl leitet die Manufaktur. Er bekommt das Porzellan kostenlos.

Ganz Europa beneidet Sachsen um das Meißener Porzellan.

Der Geschäftssinn von Brühl fördert die Manufakturen und den Handel.

Sein Kunstsinn ist eine Herausforderung für die Künstler.

Ich schicke Sulkowski nicht auf den Königstein.

Er ist schuld am Tod von Watzdorf. Das ist schlecht.

Er hat meinen Herrn verraten.

Ich rede nicht von den Geld-Unterschlagungen.

Aber ...

Ich habe noch Geld, nicht wahr? Ja, aber nicht mehr so viel.

Du wirst mir alles ersetzen. Wie Sie befehlen ...

Das Schlimmste sind seine Verschwörungen in Europa.

Er macht überall nur Ärger, solange er in Freiheit ist.

In Polen, Berlin, Wien, Übigau ... Überall droht Gefahr von ihm.

Ich brauche nur noch Ihre Unterschrift.

Was sagen Sie dazu, Pater? Ich bin nur ein Kaplan.

Ich darf in solchen Dingen kein Urteil fällen.

Ich war auch ein Freund von Sulkowski.

Aber ich muß für das Wohl der Krone mein Herz bezwingen.

Ihr verehrter Vater mußte auch Opfer für den Staat bringen.

Was befehlen Sie, Hoheit?

Was? Wie? Wo?

Was soll mit Sulkowski geschehen?

Lassen Sie die Papiere bis morgen hier!

Haben Sie etwas Geduld! Er mag ihn noch immer sehr.

Sulkowski muß auf den Königstein. Das ist gut für den Staat.

Unsere Untertanen sollen denken: Jeder kann vom Königstein stürzen.

Das macht sie lenkbar und gehorsam.

General Sulkowski dient uns als abschreckendes Beispiel.

Alles liegt in der Hand des Königs. Nein. Alles liegt in Gottes Hand.

Glocken schlagen zehn Uhr.

(Rosen) Hier bin ich.

Sie dienten im Balkan? Ja.

War Sulkowski Ihr General? Ja, Majestät.

Mögen Sie ihn? Er ist ein tüchtiger General.

Er bekommt deshalb eine Rente.

Rosen, will er mich verraten? Niemals.

Er ist bekannt für seine Treue.

Sie müssen noch heute heimlich nach Übigau.

Ich verstehe. Er muß fort.

Er muß sofort ins Ausland fliehen. Ohne Zögern! Fliehen?

Sulkowski ...

Das ist nicht wahr. Nein. Hat der König das wirklich gesagt?

Ihr sollt sofort fliehen. Der König hat vor irgend etwas Angst.

Er ist ein Sklave.

Er wird immer ein Sklave bleiben.

Hier sind die Papiere von gestern. Ich muß sie unterschreiben.

Majestät, es ist schon alles erledigt.

Was? Wie?

Sulkowski floh heute nacht. Jemand warnte ihn.

Er hat am Hof also noch Freunde und Anhänger.

Wir entdecken sie bestimmt. Früher oder später.

Wir jagen heute in Taubenheim.

Der König warnte ihn vermutlich. Oder jemand aus deinem Amt.

August benahm sich heute so seltsam. Er warnte Sulkowski.

Das ist nicht sicher. Selbständige Leute arbeiten in deinem Amt.

Sie erledigen ihre Aufgaben nicht streng nach deinen Befehlen.

Du mußt immer mit Angriffen rechnen. Ich dulde keinen Widerstand im Amt.

(Guarini) Brühl muß verstehen:

Die Macht erobern ... Das ist leicht.

Wir stürzen den Gegner in einem günstigen Moment.

Die Macht behalten ... Das ist schwer.

Wir müssen immer stärker sein als alle Rivalen.

Brühl hat keine Rivalen.

Wer die Macht hat, der hat immer Rivalen.

Brühl darf also niemals schwach sein.

Schüsse

Untertitel: zeile 21 / Frank H. Richter

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