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(Sprecher) Das ist August der Starke, Kurfürst von Sachsen.
Er ist seit diesem Junitag im Jahr 1697 König von Polen.
Er hat es geschafft. Er mußte viel dafür opfern.
Seine Vorfahren hatten Martin Luther und die Reformation unterstützt.
Er darf mit der Krone ins neue Jahrhundert gehen.
Er ist stolz darauf.
Er hatte den Glauben seiner Väter für die Krone aufgegeben.
Er ist in den Schoß der römisch- katholischen Kirche zurückgekehrt.
Er ist wieder ein Sohn des Vatikans. (Vatikan = Sitz des Papstes)
Chor singt das Loblied "Te Deum laudamus"
Gesang: "Wir loben dich, Gott ..."
(lateinisch) Nimm die Krone des Königreiches.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Personen und ihre Farben:
August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen
Graf von Flemming, Berater von August Anna von Hoym, Geliebte von August
Graf von Hoym, Finanzminister Gräfin Reuß, Hofdame
(Sprecher) Wir sind am Beginn des achtzehnten Jahrhunderts.
Überall in Europa herrschen mörderische Kriege.
In Flandern kämpfen Engländer und Niederländer gegen die Franzosen.
Die Franzosen kämpfen in Spanien und Italien gegen die Österreicher.
Die Österreicher kämpfen auf dem Balkan gegen die Osmanen.
Die Osmanen kämpfen am Schwarzen Meer gegen die Heere von Peter dem Ersten.
Die Fackel des Krieges lodert an allen Ecken und Enden.
Auch die Herrschaft an der Ostsee ist heftig umkämpft.
Dort kämpfen Rußland, Dänemark und Sachsen-Polen gegen Schweden.
Wir haben die Schlacht verloren.
(Sprecher) Der König flieht!
Sie nennen ihn wegen seiner Kraft "August der Starke".
Er wollte seinem Rivalen aus Schweden eine baltische Provinz wegnehmen.
Aber jetzt verliert er die polnische Krone.
Seine großen Träume sind zerstört.
Der Kurfürst von Sachsen und König von Polen kehrt nach Dresden zurück.
Er war nach seiner Niederlage monatelang auf der Flucht.
Die Rache des Feindes wütete in seinen Ländern.
Hilfe!
Das Schloß gehört dem Grafen von Hoym.
Er ist der sächsische Steuereintreiber.
Majestät!
Ehrenhafte Könige plündern wehrlose Damen nicht aus!
Ich bin der Sieger. Ich verlange Respekt von jedem Besiegten.
Dresden.
Die Stadt ist schlecht befestigt. Sie ist wehrlos.
Wann greifen wir an?
(Sprecher) Reiche Städte erobern ... Das ist verlockend, aber falsch.
Wer die Welt erobern will, darf nicht an Städten hängenbleiben.
Der Schwedenkönig Karl mußte Riga gegen August den Starken verteidigen.
Dieser Zwischenfall war der Grund für Karls Umweg nach Dresden.
Sein Ziel sind Moskau und die Reichtümer von Rußland.
Karl will die Ostseegebiete beherrschen.
Er darf den Kaiser deshalb nicht erzürnen.
Das heißt: Karl darf den Kurfürsten von Sachsen nicht angreifen.
August darf Kurfürst von Sachsen bleiben.
Aber er muß meine Armee ernähren. Wir reiten nach Lützen.
(Sprecher) August kann nach dem Abzug der Schweden wieder Pläne schmieden.
Was machen wir gegen die Schweden?
Nichts. Wir müssen mit ihnen zusammenarbeiten.
Soll ich den Friedensvertrag unterschreiben?
Nein. Wir dürfen das Unrecht nicht besiegeln.
Die Schweden verlangen viel.
Aber wir dürfen in Sachsen bleiben. Das ist eine Chance.
Sollen wir den Schweden etwa helfen?
Nein. Die Schweden wollen Geld. Eine halbe Million im Monat.
Sie kaufen mit dem Geld Geschütze, Gewehre, Pferde, Hafer und Schnaps.
Sie fressen alles auf. Was bleibt für mich?
Wir zahlen die halbe Million.
Aber wir erheben eine Verbraucher- Steuer für alle Waren.
Ich bekomme einen Teil der halben Million als Steuer wieder zurück.
Richtig!
Wunderbar! Hoym, Sie sind ein Genie!
Aber wir müssen die Steuer auch zahlen.
Das verstößt gegen die Steuerfreiheit des sächsischen Adels.
Ich kann darauf keine Rücksicht nehmen, Flemming.
Hoym, Sie haben eine Schlacht vom Schreibtisch aus gewonnen.
Die Arbeit in den Kanzleien wird immer wichtiger.
Wir unterschreiben den Friedensvertrag.
Mein lieber Vetter!
(Sprecher) August ist besiegt und gedemütigt.
Das Trinken mit seinen Getreuen tröstet ihn.
Seien Sie nicht traurig, Majestät!
Der Schwedenkönig ist ein Grobian. Er hat kein Benehmen.
Schade, daß unsere Damen nicht hier sind.
Wir können nicht mit ihnen sprechen. Aber wir können über sie sprechen.
Zeichnet eure Mätressen! Du beginnst, Flemming!
Mätresse = Geliebte
Ich flehe um Gnade! Ich bin ein schlechter Zeichner.
Beschreibe deine Geliebte!
Die Dame meines Herzens ist die Blume von allen Frauen.
Meine Dame wurde durch künstliche Mittel schön. Das ist erlaubt.
Ihre Schönheit ist dauerhaft.
Sie muß das Älterwerden nicht fürchten.
Trinken Sie, Hoym! Sie haben es verdient.
Unser Geld ist für Karl bald nur noch die Hälfte wert.
Trinken Sie alles auf einen Zug! Mein Wein soll Ihren Bauch füllen.
Genauso füllen Ihre Steuern meine Kasse.
Aber Sie müssen uns eine bessere Geschichte erzählen als Flemming.
Soll ich meine Mätresse beschreiben? Ich habe keine Geliebte.
Ich habe wirklich keine Mätresse. Ich brauche keine.
Meine Frau ist schön wie eine Göttin.
Beschreibe die Schönheit deiner Frau!
Ihr Lächeln ist wunderschön. Aber sie lächelt selten. Sie ist streng.
Ist deine Frau genauso schön wie die Fürstin Teschen?
Sei ehrlich, Hoym! Ich mag die Fürstin Teschen sehr.
Aber ich will trotzdem die Wahrheit wissen.
Fürstin Teschen ist schön. Aber meine Anna ist viel schöner.
Ich behaupte, sie ist die schönste Frau in ganz Europa.
Du machst dich lustig über uns. Deine Frau ist vielleicht hübsch.
Aber sie ist nicht so schön wie die Teschen.
Du übertreibst! Nein!
Ich sage die Wahrheit. Zum Donnerwetter!
Ich glaube, er sagt die Wahrheit.
Er muß uns den verborgenen Schatz zeigen.
Ich wette, die Fürstin Teschen ist schöner als deine Frau.
Ich wette tausend Taler. Die tausend Taler gehören mir.
Die Wette gilt. Rosen, Sie reiten zu Hoyms Landsitz und holen seine Frau!
Was! Ich soll nach Dresden kommen? Was passiert, wenn ich mich weigere?
Sprechen Sie mit Ihrem Mann darüber! Ich bin auf Befehl des Königs hier.
Ich muß Sie schnell und sicher nach Dresden bringen.
(Sprecher) Frau Hoym muß den Befehl des Königs befolgen.
Seid ihr schwedische Diebe?
Ich muß für eine Wette nach Dresden kommen. Das ist eine Frechheit!
Ich war betrunken. Ich wußte nicht, was ich tat.
Bring mich wieder nach Hause!
Mein Aufenthalt hier beschädigt meine Würde.
Du kannst nicht fliehen.
Bin ich eine Gefangene? Die Türen sind vielleicht bewacht.
Muß ich wirklich hierbleiben?
Gräfin, morgen ist der große Hofball.
Der König will, daß du daran teilnimmst.
Das verzeihe ich dir niemals!
(Sprecher) König August war traurig in den letzten Wochen.
Er hatte einen Krieg und eine Krone verloren.
Die Schweden hatten außerdem Sachsen besetzt.
Das alles konnte August an diesem Abend vergessen.
Seine gesamte Gefolgschaft erschien zum Ball.
Alle wollten das Ergebnis der pikanten Wette erfahren.
Majestät! Das ist Anna von Hoym, geborene von Brockdorff.
Sie ist die Gattin des General- Akzisen-Direktors Graf von Hoym.
Akzise = Verbrauchersteuer, Zoll
Schön!
Sehr schön.
Madonna! Hoym hat recht!
Er ist entzückt von ihr.
Wieder eine Fremde!
Sie ist wenigstens keine Französin.
Der König mag sie. Abwarten!
Der König muß seinen Rivalen Hoym vermutlich bald wegschicken.
Wir helfen dem König dabei.
Der König hat seine Niederlage offenbar verkraftet.
Dank der Steuern von Hoym. - Oder dank der Frau von Hoym.
(Fürstin Teschen) Eine verdrängte Mätresse ist bedauernswert.
Beruhige dich, Schwester! Du besitzt Millionen.
Die Zukunft deines Sohnes ist gesichert.
Willst du noch mehr, mein Täubchen? - Ja. Die Liebe des Königs.
Ihr beiden bekommt immer genug Liebe.
Ihr habt euch gegenseitig mindestens sechsmal betrogen.
Schwester!
Oder irre ich mich? - Nein. Aber August ist der Beste.
Ich gehe auf den Ball.
In schwarzen Gewändern. Ohne Juwelen! Schwarz paßt zu mir.
Täusche dich nicht: Niemand hat Mitleid mit dir.
Niemand liebt Tragödien am Hof von August.
Tanzmusik
Sie sind zum ersten Mal an meinem Hof.
Sie leuchten wie ein strahlender Stern an meinem Himmel.
Äußerlicher Glanz ist mir egal. Gräfin, Sie sind bescheiden.
Der Ursprung eines schönen Gesichts ist eine schöne Seele.
Flemming, Sie spielen ein gewagtes Spiel.
Das Leben am Hof von August ist ein gewagtes Spiel.
Sie beseitigten die Teschen.
Jetzt wollen Sie Hoym von seiner Frau und von seinem König trennen.
Das ist schwierig. Ich bemühe mich.
Ich helfe Ihnen.
Gefällt Ihnen mein Hof? Alle Höfe sind gleich.
Überall werden Komödien gespielt.
Schade! Der Glanz Ihrer Augen könnte unsere dunklen Stunden erhellen.
Ich fürchte, ich würde das Leben an Ihrem Hof verändern.
Ich bin anders als die anderen.
Vielen Dank.
Warum tanzen Sie nicht? Wir Kavalleristen reiten lieber.
Die Schweden üben jetzt auf meinen Reitbahnen vor der Stadt.
Leider!
Fürstin, warum tragen Sie schwarze Kleider?
Wen haben Sie verloren? Ich habe Sie verloren, Majestät.
Sie sind heute wunderschön. Danke, Majestät.
Ursula, gehen Sie nach Hause!
Ziehen Sie das blaßblaue Kleid an! Ich liebe dieses Kleid.
Ich komme zum Abendessen zu Ihnen.
Nachher!
Ist das wahr? Bis später!
Gräfin Hoym ärgerte ihn. Zur Strafe flirtet er jetzt mit der Teschen.
Die Teschen ist trotzdem verloren. Der König verwöhnt sie zu sehr.
Aufgepaßt!
Graf Hoym, ich muß Sie sprechen. Verzeihen Sie, Gräfin!
Sie haben die Wette gewonnen. Sie bekommen die tausend Taler.
Ich gratuliere Ihnen zur Schönheit Ihrer Frau.
Sie ist ohne Zweifel die schönste Frau in meinem Reich.
Sei nicht traurig! Zahle die tausend Taler mit froher Miene!
Ich schenke dir zehntausend Taler für den Anblick dieser wundervollen Frau.
(Sprecher) Gräfin Reuß besucht kurz darauf das Schloß der Gräfin Hoym.
Sie können die höchste Stellung am Hof einnehmen.
Ich will so etwas nicht.
Die Liebe des Königs verwandelt das Leben einer Frau in ein Paradies.
Sie sind schön, klug und gebildet.
Sie können mit diesen Eigenschaften jeden Liebhaber festhalten.
Solange Sie das wollen!
Heuchelei schafft armseliges Glück und armselige Liebe.
Wer meine Liebe erringen will, der muß mir ewige Treue schwören.
Glauben Sie wirklich, daß mir die Rolle der Fürstin Teschen genügt?
Ich will keine Mätresse sein.
Sie verschmähen diese Stellung und sprechen mit Verachtung darüber.
Aber Sie täuschen sich.
Fürsten und Könige verneigen sich vor der Frau in dieser Stellung.
Diese Frau hat großen Einfluß. Sie kann Menschen glücklich machen.
Sie kann auf die Regierung des Landes einwirken.
Macht hat einen hohen Wert.
Meine Ehre hat für mich einen höheren Wert.
(Sprecher) Augusts Jagdfieber ist wieder erwacht.
Er widmet sich seinen Aufgaben als Kurfürst und Reichsvikar.
Aber der Gedanke an Anna von Hoym verfolgt ihn überall hin.
Hoym, fahren Sie sofort in die Lausitz!
Die Leute dort wollen keine Steuern zahlen. Aber ich brauche das Geld.
Flemming ist der richtige Mann dafür. Ich bin kein Steuereintreiber.
Hoym, Sie schaffen das auch.
Beeilen Sie sich! Sie müssen in zwei Stunden unterwegs sein.
Rosen, Sie begleiten Hoym in die Lausitz!
Nehmen Sie einige Reiter mit.
(leise) Hoym darf nur mit meiner Erlaubnis nach Dresden zurückkehren.
Bei allem anderen helfen Sie ihm!
(Sprecher) Der General-Akzise- Direktor Hoym verläßt die Stadt.
Kurz darauf beginnt der König mit der Werbung um die edle Schönheit.
Stumme Szene
(Sprecher) Tage und Wochen vergehen.
Dann findet eine folgenschwere Begegnung statt.
Sie sind heute noch schöner als beim Hofball.
Sie sind charmant zu Frauen. Das ist bekannt, Majestät.
Sie glauben mir nicht. Ich schwöre bei den allmächtigen Göttern:
Ich sah in meinem ganzen Leben noch kein schöneres Wesen als Sie.
Gott ist unbarmherzig.
Er hat einen Engel wie Sie einem Steuereintreiber ausgeliefert.
Wäre ich ein Tyrann, dann würde ich Ihren Mann für immer wegschicken.
Das würde unsere Verbindung nicht lösen.
Seid ihr beide durch den Schwur ewiger Liebe verbunden?
Nein. Durch den Schwur ehelicher Treue.
Die Götter verzeihen Ehebruch manchmal.
Mein Gewissen verbietet den Ehebruch.
Sie sind streng, Gräfin.
Meine Strenge hat nichts mit Ihnen zu tun.
Das ist falsch! Das verstehe ich nicht.
Hören Sie zu: Ich bin seit dem Hofball Ihr Sklave.
Diese Sklaverei dauert bestimmt nicht lange.
Ich hörte, Sie verlieben sich immer sehr schnell.
Ich hörte auch, Sie vergessen sehr schnell.
Gräfin, ich bin ein treuer Mensch.
Meine Freundinnen waren trügerisch. Ihre Reize verschwanden.
Aus Göttinnen wurden gewöhnliche Geschöpfe.
Ich suche ein Wesen für mein ganzes Leben.
Ich sehne mich nach einer Frau, der ich ewig treu bleiben muß.
Sie haben hohe Ansprüche.
Keine Frau auf der Welt kann diesen Ansprüchen genügen.
Doch. Gräfin, Sie sind die Frau meiner Träume.
Anna, ich kann ohne Sie nicht mehr leben.
Sie glauben vielleicht, daß mich der Glanz Ihres Hofes blendet.
Aber Sie täuschen sich. Reichtum und Macht beeindrucken mich nicht.
Gräfin, ich opfere meine Zukunft gern für ein Leben mit Ihnen.
Sie ist die richtige Frau für einen König.
Flemming, ich schenke dir Ursula Teschen.
Anna soll in Geld baden. Du auch, Flemming. Hoym muß es besorgen.
(Sprecher) Alle umschwärmen Anna am Hof von Dresden.
Ihr Mann muß inzwischen eine schwere Aufgabe bewältigen.
Die Beschaffung des Geldes ist schwierig.
Die Leute zeigen ihm überall leere Kassen.
Der kluge Hoym beschafft das Geld trotzdem.
Hoym erreicht sein Ziel notfalls mit Gewalt.
Recht und Gesetz sind ihm egal. Er sammelt fleißig Taler.
Hoym denkt oft an Dresden. Er will zweimal nachts nach Dresden reiten.
Aber Rosen hindert ihn daran. Nur seine Beute darf nach Dresden.
Sie bleiben hier, Hoym.
Verzeihen Sie, Gräfin!
Die Schweden beraubten Sie. Warum verschwiegen Sie mir das?
Ich hörte, Karl war selbst dabei.
Hat Karl diese Barbarei wirklich nicht bestraft und verhindert?
Er quält gern andere Menschen.
Ich entschädige Sie für alles. Wählen Sie aus, was Ihnen gefällt!
Möchten Sie das?
Oder das?
Oder das?
Die Freiheit von Sachsen bedeutet mir mehr als dieser Schmuck.
Macht eure Sachsen glücklich! Vertreibt den Schwedenkönig!
Gern, liebe Gräfin. Aber ich kann ihn jetzt noch nicht vertreiben.
Das Rad des Schicksals dreht sich ständig.
Wir müssen abwarten. Eines Tages erteile ich ihm Befehle.
Das macht meine Untertanen wieder glücklich.
Macht ist wichtig für einen König. Gut. Besiegen Sie Ihre Feinde!
Das ist eine Genugtuung für mich. Ich bin auch ein Untertan.
Sie sind mehr als ein gewöhnlicher Untertan.
Sie sind besonders schön. Das ist ein Zeichen der Natur.
Sie können Könige beherrschen. Das ist Ihre Bestimmung.
Sie können Könige in den Himmel heben oder in die Hölle stürzen.
Machen Sie mir eine Freude! Nehmen Sie den Schmuck!
Flemming!
Majestät, ich komme.
Ich fragte die Gräfin nach ihren Wünschen.
Sie antwortete, daß ich etwas für Sachsen tun soll.
Was sollen Sie tun? Ich weiß es nicht.
Was können wir tun? Wir müssen abwarten.
Barbaren wie Karl vernichten sich am Ende selbst durch ihre Grobheit.
Ihr Ratschlag ist typisch für einen Staatsmann.
Majestät, eine Botschaft von Hoym. Herein damit!
Majestät, Ihre Steuern aus der Lausitz.
Anna! Ich kann Sie mit Geld, Ehren und Würden überschütten.
Ihr Geld reizt mich nicht. Schenken Sie mir lieber Ihr Herz!
Sie besitzen mein Herz schon längst.
Ich kann trotzdem nicht bei Ihnen bleiben. Warum nicht?
Affären sind würdelos. Ich bin nicht dafür geeignet.
Du bekommst alle Würden dieser Welt. Aber nicht die Würde einer Ehefrau!
Die Ehe eines Königs ist eine politische Entscheidung.
Das hat nichts mit persönlichen Wünschen zu tun.
Sie wollen, daß ich mit Ihnen lebe wie eine Ehefrau.
Sie werden vielleicht einmal Witwer. Dann müssen Sie mich heiraten.
Ich heirate Sie, wenn ich wieder frei bin. Das verspreche ich.
Ich möchte ein schriftliches Eheversprechen von Ihnen.
Schriftlich?
Ein schriftliches Eheversprechen von einem verheirateten König?
Genau das verlangt sie. Ich will diese Frau um jeden Preis haben.
Ein Eheversprechen ist wie ein Staatsvertrag.
Diese Frau ist gefährlich. Ein Eheversprechen gibt ihr Macht.
Anna bekommt kein Eheversprechen. Ich überzeugte den König.
Seien wir vorsichtig! Anna ist zielstrebig.
Anna, ein Eheversprechen ist gefährlich für Sie.
Unsere Liebe wird dadurch zu einem Staatsakt.
Ich hoffe, Ihre Liebe ist groß genug für einen Eintrag ins Geschichtsbuch.
Ihre Liebe ist sonst zu klein für mich.
Majestät, ich verlange nichts Unmögliches.
Ich möchte, daß unsere Liebe auch staatlich anerkannt wird.
Kleinliche gesellschaftliche Bedenken dürfen unsere Liebe nicht erdrücken.
Schriftliche Eheversprechen gab es bisher noch nicht.
Aber ich ändere die Regeln. Sie bekommen das Eheversprechen.
Bitte nicht! Nicht so!
Gut, Anna. Ich bin dein Sklave.
Du bekommst morgen ein Schloß und hunderttausend Taler jährlich.
Rittmeister Rosen sorgt außerdem für deinen persönlichen Schutz.
Ich lege dir meine Krone zu Füßen.
Ich dachte, Sie geben ihr das Eheversprechen nicht.
Haben Sie die gesellschaftlichen Folgen vergessen?
Das müssen Sie regeln.
Oder soll jemand anderes die Aufgabe übernehmen?
Nein. Ich schreibe einen passenden Vertrag.
(Sprecher) Flemming ist durch die Niederlage sehr verärgert.
Die Ehefrau von August lebt noch. Aber Anna fordert ein Eheversprechen.
Flemming, Sie wollten Anna für Ihre Zwecke benutzen.
Aber Anna ist Ihnen entglitten.
Sie gibt der Stellung der Mätresse einen gesellschaftlichen Rang.
Sie wird kein Spielzeug des Königs.
Sie macht aus einer Affäre ein offizielles Verhältnis.
Ihre Kinder bekommen dadurch einen unbestimmten Anteil an der Erbfolge.
Ein unbestimmter Anteil ist ein zweifelhafter Anteil.
Zweifel können zur Gewißheit werden. Richtig.
Wir können ein altes Spielzeug einfach wegwerfen.
Eine königliche Institution nicht!
Sie muß weg. Der König wird das selbst erkennen.
Er duldet keine Herrschaft von Mätressen.
August entscheidet nicht nur als Politiker, sondern auch als Mann.
Besonders, wenn er über eine Geliebte entscheidet.
August ist kein Sklave der Liebe.
Seine Lust geht vorbei. Dann siegt die Vernunft.
Das bedeutet: Anna muß weg!
(Sprecher) Der Wunsch von Flemming wird zunächst nicht Wirklichkeit.
Im Gegenteil: Der verliebte August ist großzügig.
Das ist dein Schloß!
Das ist dein Beschützer.
Er ist der Beste. Graf Hoym besucht dich um drei Uhr.
Meine Familie ist in seiner Schuld.
Hoym ist abhängig von mir. Er macht keine Schwierigkeiten.
(Sprecher) Graf Hoym hatte jahrelang Karriere gemacht.
Er muß jetzt die Folgen einer leichtsinnigen Wette ertragen.
Graf Hoym, der König hat mir seine Freundschaft angeboten.
Ich kann das großzügige Angebot nicht ablehnen.
Ich will dich nicht betrügen. Wir müssen uns scheiden lassen.
Dein Name soll makellos bleiben. Trennen wir uns als gute Freunde!
Du bist undankbar! Du willst deinen ehrbaren Mann verlassen.
Du willst dich einem Frauenheld hingeben.
Schweig!
Ich bestimme selbst über mein Schicksal.
Bist du mit der Scheidung einverstanden? Ja oder nein?
Du kannst jetzt keine Entscheidung treffen. Denk darüber nach!
Was ist passiert?
Sie machen mich zum Gespött der Leute.
Hier geht es nicht um deine Ehre.
Anna betrügt dich nicht. Sie verläßt dich.
Nur deine Eitelkeit ist gekränkt. Hör zu, Hoym!
Du mußt dich jetzt entscheiden. Der König verlangt das von dir.
Der König wartet auf eine Antwort. Was soll ich ihm sagen?
Majestät. Endlich! Das war ein langes Gespräch.
Was haben Sie erreicht? Hoym hat zugestimmt.
Endlich, Anna!
Frei!
Frei!
Hier! Nehmen Sie das als Andenken, lieber Vitzthum.
Stopp! Das ist zuviel. Ich nehme das Kleinod.
Vitzthum bekommt 2O OOO Taler.
Die Dose soll für immer mein Eigentum bleiben.
Mein ganzes Leben lang!
(Sprecher) August liebte Anna sehr. Sie hatte den König völlig erobert.
Seinen Verstand, sein Herz und seine Sinne.
Anna nennt sich nach ihrer Scheidung "Gräfin Cosel".
August verwöhnt sein Juwel mit Juwelen.
Er verbringt oft ganze Tage mit ihr und vergißt die Welt.
(Sprecher) Aber in diesen Tagen geschehen wichtige Dinge.
Karl der Zwölfte will nochmals mit seiner Armee in Sachsen überwintern.
Seine Armee will sich auf Kosten des besetzten Landes bereichern.
(Karl) Gut, daß ich Sie treffe. Ich muß Ihnen etwas sagen, Vetter.
Ich bekomme für Ihr Geld zuwenig Waren. Sie erhöhten die Preise.
Der Markt hat seine Regeln, die Waren haben ihren Preis.
Wir haben einen Vertrag. Sie müssen den Bedarf meiner Armee decken.
Ich bin kein Kaufmann. Ich bin Herrscher.
Gut. Dann halten Sie Ihr Versprechen!
Diese Schmach! Ich bin besiegt, entthront und beraubt.
Du wirst mich auch bald verlassen.
Ich werde dich immer lieben, August. Auch wenn du in Ketten liegst!
Meine Familie trägt eines Tages die Kaiserkrone.
Das prophezeite mir jemand vor vielen Jahren.
Die Thronfolge der Habsburger im Reich ist unklar.
Meine Familie und ich sind würdige Nachfolger des Deutschen Kaisers.
Ich kenne keinen Mann mit mehr Würde, Geist und Phantasie.
Ich habe sogar Anspruch auf das Königreich Neapel.
Sei kein Träumer, August!
Das ist vielleicht gut für die Kunst, aber nicht für die Politk.
Du mußt zuerst Sachsen wieder regieren.
Ich muß auf eine glückliche Wendung warten.
Du kannst die Wendung auch herbeiführen.
Ja, das klappt bestimmt.
Wie soll ich eine Wendung herbeiführen?
Du bist Karl bei der Jagd begegnet. Karl streift oft im Land umher.
Ein paar Reiter können Karl leicht überwältigen.
Soll ich etwa in Friedenszeiten einen Mann gefangennehmen?
Ich räche mich nicht durch Verrat an meinen Feinden.
War Karl auch höflich zu dir?
Barbaren dürfen gemein sein. Aber ich bin August der Starke.
Ich will nichts mit einem Verbrechen zu tun haben.
Was wird aus Sachsen? Sachsen?
Ich weiß, Sachsen leidet sehr.
Aber ich kann jetzt nichts dagegen tun. Das Volk ist wie Gras:
Heute treten wir es nieder, morgen grünt es wieder.
Ich habe außerdem einen Schatz.
Karl weiß nichts von ihm. Mein Gefolge auch nicht.
Du errätst meinen Schatz niemals. Komm!
(Sprecher) Johann Böttger arbeitet in den Festungsräumen des Königsteins.
Böttger soll für August Gold aus geheimen Elementen herstellen.
Viele glauben, Böttger ist ein Betrüger.
Der König von Preußen wollte ihn ins Gefängnis sperren.
August zweifelt nicht an der Macht der Alchimie.
August glaubt auch, daß seine Familie eines Tages die Kaiserkrone trägt.
Kann Böttger Wunder vollbringen?
Soll August ihm weitere Versuche erlauben?
Ja. Böttger entdeckte das Geheimnis der Chinesen.
Porzellan.
Hast du das wirklich selbst gemacht? Ja, Majestät.
Böttger hat wirklich eine Gabe.
Das Porzellan von Böttger wird Sachsen sehr reich machen.
Du wirst Porzellan für mich herstellen.
Moment! Das war nur ein Versuch. Ich brauche einen großen Ofen.
Du bekommst deinen Ofen. Arbeite Tag und Nacht!
Ich will meiner Göttin zu Weihnachten ein Service schenken.
Das Geschenk ist besonders wertvoll.
Reichtum macht dich unabhängig von allen Feinden.
Ich habe wieder Glück. Ganz Europa wird mich um das Porzellan beneiden.
O Gott!
Scherben bringen Glück, Majestät.
Niemand darf von Böttgers Erfindung erfahren.
Hauptmann, Sie bürgen mit Ihrem Kopf dafür.
Böttger darf nur noch mit meinen Vertrauten sprechen.
Böttger hat einen besseren Lohn verdient.
Ich muß ihn einsperren. Aber er bekommt genug Wein.
Anna, wir kommen voran. Trotz der Schweden.
(Sprecher) Anna bringt zwei Mädchen zur Welt.
August fühlt sich wieder stark. Kann er sich endlich befreien?
Er kann vorerst nicht einmal seine Reitbahnen benutzen.
Karl der Zwölfte besetzt sie noch immer.
(Sprecher) Karl reitet eines Tages mit seinen Offizieren spazieren.
Seine Armee marschiert nach Rußland. Nur eine Nachhut bleibt zurück.
Ein Sieg über die Russen soll Karls Herrschaft an der Ostsee sichern.
Kommt! Wir machen August in Dresden einen Abschieds-Besuch.
Herr General, vier Schweden wollen den König dringend sprechen.
Boten des Schwedenkönigs?
Er ist es selbst. Das ist kühn!
(leise) Das ist ein Wink des Schicksals.
Lassen Sie mich allein! Gräfin, ich muß allein mit meinem Vetter reden.
Bitte!
Die Leute schwärmen von deiner Kraft, mein Bruder.
Bitte zeig mir eine Probe davon!
Schulenburg will Karl beseitigen. Gräfin, warnen Sie den König!
Ich hoffe, August nimmt den Schweden gefangen.
Was bedeutet das? Ich gab Schulenburg den Auftrag.
Er soll den Schwedenkönig gefangennehmen.
Sie gefährden das Leben unseres Königs.
Warum haben Sie Angst um August? Zweifeln Sie an seinem Mut?
Glauben Sie, er kann keinen mutigen Entschluß fassen?
August darf nicht sterben. Die europäische Politik braucht ihn.
August ist unersetzlich!
Ich will August seine rechtmäßigen Würden wiedergeben.
Das erreiche ich nicht durch Zaudern, sondern durch Handeln.
Jetzt ist der richtige Moment zum Handeln.
Der König will das nicht. Doch.
Nein.
August wird dem Plan zustimmen.
Sie kennen August als Liebhaber. Aber Sie kennen seine Politik nicht.
Ich sah draußen viele Waffen.
Nur wenige in diesem Land können mit Waffen umgehen.
Waffen lösen nicht alle Probleme.
Ich bin mit dem Erfolg meiner Waffen zufrieden.
Kirchenglocken läuten.
Majestät, der Schwede ist in Ihrer Macht.
Wir haben alles vorbereitet. Hier oder vor den Stadttoren?
Was befehlen Sie? Laßt Karl in Ruhe! Verstanden?
Die Welt wird über Ihre Großmut lachen. Wir müssen handeln!
Karl ist ein König. Genau wie ich. Die Würde eines Königs ist heilig.
Sie sind General. Sie müssen das verstehen.
Majestät, warum hast du ihn gehenlassen?
Warum übtest du nicht Rache für seine Verbrechen an dir?
Hast du Angst vor Karl? Ich bereue meine Tat nicht.
Ich erwartete nicht, daß du zauderst.
Ich wäre sonst selbst auf die Straße gegangen.
Ich hätte ihn eigenhändig bestraft.
Ich beweise dir, daß ich Mut habe.
Ich kämpfe für den Kaiser in Flandern gegen die Franzosen.
(Sprecher) August zieht mit Flemming in den Krieg nach Flandern.
Er will Urlaub nehmen von seinen militärischen Niederlagen.
Das kaiserliche Heer besiegte die Armee von Ludwig dem Vierzehnten.
Die Geschichtsschreiber berichten nichts über Augusts Anteil daran.
Sie verschweigen auch seine anderen Eroberungen.
Gräfin Cosel greift inzwischen in die Staatsgeschäfte ein.
Sie befiehlt den sächsischen Finanzminister zu sich.
Zweifeln Sie an meinen Fähigkeiten als Politiker?
Ich glaube, Sie erreichen jedes Ziel.
Ich will eine ehrliche Buchführung. Die Schweden saugen unser Land aus.
Niemand kann hier reich werden. Auch nicht durch Unterschlagung.
Das stimmt nicht. In den Akten steht, wie manche Leute hier reich werden.
Haben Sie alle Akten gelesen? Ich kenne bisher nur Flemmings Akten.
Er bekommt Gebühren für Enteignungen. Das ist Unterschlagung.
Gelder für Vorrechte und Zugeständnisse.
Sie sprechen von Bestechungsgeldern für Ämter und Begnadigungen.
Ich kenne das. Aber Sie verschweigen es dem König.
Wenn der König davon erfährt, dann sucht er einen Schuldigen.
Ich werde dem König alles erzählen.
Solche Staatsdiener zerstören das Land. Sie müssen weg.
Ich helfe Ihnen, Gräfin.
Wem kann ich außerdem vertrauen? Schulenburg vielleicht.
Er ist ehrlich und ein Gegner von Flemming.
Hoym und Flemming sind auch Feinde. Sie buhlen um die Gunst des Königs.
Aber sie sind beide bestechlich.
August hat wenig echte Ritter in seinem Gefolge.
(Sprecher) Endlich gelingen August ein paar Seitenhiebe in Flandern.
Aber vor allem gelingen ihm Seitensprünge.
Die Tänzerin Duparc gefällt ihm besonders.
(Sprecher) August ist überrascht.
Er sieht nach seiner Rückkehr die Tänzerin Duparc an seiner Hofbühne.
Flemming hatte die Tänzerin eingestellt.
Er beobachtet mit Spannung die Reaktionen in der königlichen Loge.
Du verwöhnst das unbekannte Geschöpf mit deiner Güte.
Beruhige dich!
Seit wann gefallen dir Landstreicherinnen?
Das bescheidene Mädchen mißbraucht meine Güte nicht.
(Sprecher) August der Starke besucht Anna von Cosel schon am nächsten Tag.
Ich mag solche Szenen in der Öffentlichkeit nicht.
Majestät, die Leidenschaft der Liebe macht die Menschen nicht vernünftig.
Du mußt deine lächerliche Eifersucht unterdrücken.
Du warst monatelang fort. Ich hatte gute Gründe für meine Eifersucht.
August!
Ich liebe dich.
(Sprecher) Anna und August versöhnen sich wieder.
Die Königin lebt seit Jahren auf dem Land.
Anna übernimmt die Rolle der Königin mit Würde und Verstand.
Sie verzeiht August die Seitensprünge.
Die Höflinge hatten ein anderes Ende der Affäre mit der Tänzerin erwartet.
Sie begreifen: Anna bezwang ihren Stolz für ihre Stellung am Hof.
Sie müssen die neue Gräfin Cosel mehr fürchten als die alte.
August empfängt König Friedrich den Vierten von Dänemark.
Jetzt können alle die überragende Stellung der Gräfin bewundern.
Die Perle von Sachsen trägt ein kostspieliges Kostüm.
Wir haben auch andere Edelsteine am Hof.
Der König muß endlich wieder andere Frauen bewundern.
August hat nur Augen für Anna. Ich weiß, er liebt seine Göttin.
Aber er verliebt sich bald in eine einfache Frau aus dem Volk.
(Sprecher) Die beiden Könige verwöhnen Gräfin Cosel.
Im Nordosten von Europa fallen derweil wichtige Entscheidungen.
Karl der Zwölfte von Schweden ist jung und tollkühn.
Aber er unterschätzt die Macht seines Feindes.
Das Kriegsglück verläßt ihn im Jahre 17O9 in der Ebene von Poltawa.
Er verliert die entscheidende Schlacht gegen Peter den Ersten.
Majestät! Karl der Zwölfte wurde besiegt.
Besiegt?
Er siegt morgen bestimmt wieder und rächt sich.
Er verlor seine Armee und floh zum Sultan.
Wirklich?
Karl ist für eine Weile der Gefangene des Sultans.
Gut. Wir kehren nach Polen zurück.
Unser Vertrag wurde mit Waffengewalt erzwungen. Er ist jetzt ungültig.
Zar Peter muß uns mit seiner Armee helfen.
Diplomatie ist besser als Krieg. Verzichte auf Polen!
Dein Sohn darf dann die Tochter des Dänenkönigs heiraten.
Der Schwedenkönig ist besiegt.
Ein König von Sachsen und Dänemark hat Macht über Preußen.
Deine Familie wäre der Stellvertreter des protestantischen Nordens.
Ist das ein Vorschlag vom Dänenkönig? Er wollte meine Meinung hören.
Was hast du geantwortet?
Ich sagte, er soll dir das Angebot machen.
Gestern hätte ich zugestimmt. Aber heute nicht!
Flemming betrügt dich. Er ist mein Schlüssel zu Polen.
Vergiß Polen! Flemming raubte dir eine Million Taler.
Ich kann Polen nicht vergessen.
Ich brauche dich, August! Fahr nicht nach Polen!
Nicht jetzt. Wir bekommen bald ein Kind.
Anna, das wußte ich nicht.
Bleib bei mir! Vergiß Polen! Nimm Dänemark!
Dänemark und Norwegen nützen nichts. Dahinter endet die Welt.
Aber Hanf und Leinen aus Polen machen mich reich und stark.
Die Thronfolge der Habsburger ist nicht sicher.
Das ist meine Chance. Ich brauche aber eine katholische Hausmacht.
Polen, Sachsen, Schlesien und Böhmen.
Ich kann nur mit diesen Ländern Kaiser werden.
Du brauchst vor allem viel Geld.
Wer nach Polen reist, der braucht viel Geld.
Die Steuern sind verbraucht. Aber ich habe eine Idee:
Wir machen ein Geschäft mit der Eitelkeit.
Was heißt das?
Wir erheben eine einmalige Steuer auf Rang und Vermögen.
Zum Beispiel: Die Bäcker wollen nicht niedriger stehen als die Metzger.
Sie opfern bestimmt ihr letztes Geld für einen höheren Rang.
Eine gute Idee!
Solche Steuern nützen die Schwächen der Menschen schamlos aus.
Ich habe auch eine Idee: Gib den Bankiers mehr Freiheit!
Bankier Lehmann leiht dir für die Porzellanherstellung bestimmt Geld.
Du hast recht, Anna. Ich besorge mir einen Hofjuden.
Zwei sind billiger. Wettbewerb fördert das Geschäft.
Wer lehrte dich das kluge Taktieren? Der Umgang mit Königen ist lehrreich.
Ich mache beides: Eitelkeits-Steuer und Hofjuden.
Glückwunsch! Sie widerstanden den dänischen Lockungen!
Nicht einmal Ihre schöne Freundin konnte Ihre Polenpläne vereiteln.
Flemming! Haben Sie vergessen, wer ich bin?
Wenn Sie Krieg wollen, dann können Sie Krieg haben.
Das verspreche ich Ihnen.
Ich unterstütze nur meinen König.
Die Launen seiner Mätressen sind mir egal.
Flemming! Sie vergessen sich! Verzeihung!
Beruhige dich, Anna!
Du darfst solche Kleinigkeiten nicht ernst nehmen.
Er reizt mich. Er behandelt mich wie eine Dirne. Er verspottet mich.
Einer von uns beiden muß den Hof verlassen.
Ich brauche Flemming unbedingt in Polen.
Brauchst du mich etwa nicht? Unsinn!
Ich kann nicht ohne dich leben. Das weißt du genau.
Aber sei mir zuliebe etwas freundlicher!
Du mußt dich mit Flemming vertragen.
Niemals!
Denk an das Wohl des Staates!
Flemming, das war unverschämt. Ich mußte mit Risiko spielen.
August muß entscheiden: für oder gegen mich.
Wenn er Sie entläßt, dann ist Gräfin Cosel die Herrscherin von Sachsen.
Flemming muß deshalb im Amt bleiben.
Kein Land verträgt zwei Herrscher. Das weiß der König.
Anna, du mußt dich jetzt den mütterlichen Pflichten widmen.
Du darfst nicht reisen und nicht regieren.
Das kann ich nicht erlauben. Ich bin kein Barbar.
Du darfst nicht mit meinem größten Feind nach Polen fahren.
Ich kann die Fahrt nicht verschieben. Ich brauche Flemming außerdem.
Sei froh, daß er nicht hier die Amtsgeschäfte leitet.
Keine Angst! Flemming gehorcht mir.
Unser Kind soll in Geborgenheit zur Welt kommen.
Du bist lange fort. Ich habe Angst, wenn du nicht bei mir bist.
Wenn ich zurückkomme ...
Du kanntest bisher nur einen besiegten König.
Wenn ich zurückkomme, dann erlebst du einen König in seinem Glanz.
Sie ist am Ziel. Sie ist die ungekrönte Königin.
Wir haben ihr auf den Thron geholfen.
Wir stürzen sie wieder vom Thron. Wir finden Mittel und Wege dazu.
Untertitel: zeile 21 / Frank H. Richter
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