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Original subtitles

* Spannende, pulsierende Musik *

Hallo, mein Herz.

Guten Morgen. - Guten Morgen.

Gut geschlafen?

Der Kleine hat die ganze Nacht Fußball gespielt.

Eben ganz der Papa.

Du hast Fußball gespielt?

Ja, klar.

Also, nur im Tor und auch nur ein halbes Jahr, aber es zählt.

Ich muss leider auch gleich los. - Was steht heute bei dir an?

Glückstag.

Ui. - Ja.

Weiß derjenige es schon?

Äh, nein. Ich hab die Info erst gestern Abend bekommen.

Das wird ein guter Tag.

Weißt du, was ich mich manchmal frage?

Was würden wir machen, wenn wir plötzlich so viel Geld hätten?

Gute Frage.

* Kuss *

* Spannende Musik *

* Seufzen *

* Elegische Streichmusik *

(Mailbox) "Thomas Bülow, Nachrichten nach dem Piep."

* Piepen *

Falls du dein Frühstücks-Doggybag suchst: Das liegt noch hier, Mister.

Hoffe, du hast trotzdem einen entspannten Tag. Ich liebe dich.

* Spannende Streichmusik *

* Reifen quietschen. *

* Melancholischer Titelsong *

Robert Heffler

Mavi Neumann

Moment!

Ich nehm's selbst. Guten Morgen.

Schönen Tag. - Danke, gleichfalls.

Hier, die hat Emmi schon vor zwei Wochen losgeschickt.

"Lieber Papa, liebe Carlotta, liebe Stella, Botswana ist super.

Wir waren schon im Okavango-Delta, die Elefanten sind megasüß.

Nächste Woche fahren wir in einen Ort, der wird dank Mama

komplett mit fließendem Wasser versorgt.

Ich vermisse euch alle, und freue mich auf Berlin. Emmi."

Ein bisschen Retro so 'ne Postkarte, oder?

Mama hat sie bestimmt gezwungen.

Unglaublich, Emmi wird schnell erwachsen.

Ich hätte mich das nicht getraut in dem Alter.

Fliegen ist keine krasse Leistung.

Ich meine, so weit weg zu sein.

Vielleicht gefällt's ihr dort und sie bleibt bei Mama.

Hast du eigentlich den Antrag für die Praxiswochen abgegeben?

Ja, ist gestellt.

Und, welche Wache?

Ähm ... * Handy klingelt. *

Ich hab noch keine Rückmeldung bekommen.

Ja?

Ich komme.

Ich muss los. Bis später. Bis heute Abend.

Was ist das?

Nichts.

Mann, Carlotta.

Von deiner Schule.

Kümmer dich um deinen eigenen Scheiß.

Du hattest dich doch beworben? - Ja.

Ja, und?

Ich hab vergessen, zuzusagen.

Wie, und der Platz ist jetzt weg?

Ja.

Morgen. Morgen.

Mein Auto hat gesponnen, ich bin mit dem Kollegen da.

Ach so. Ja.

Und, wie sieht's aus?

'ne Leiche ohne Brieftasche, wir wissen noch nicht viel über ihn.

Tja, wer bist du wohl?

Guten Morgen, Frau Doktor. Moin.

Wollen Sie das Referat hören oder selber raten?

Hm. Männlich. 1,80. Tot?

Sehr gut, Sie werden immer besser. Und wodurch?

Angefahren, Unfall, Fahrerflucht?

Gut, das müssen Sie rausfinden.

Bremsspuren gibt es erst da hinten.

Ungewöhnlich für einen Unfall. Also Absicht?

Todeszeitpunkt?

Ist kurz nach sieben. Lacksplitter haben die Kollegen sichergestellt.

Das ist alles, was wir bei ihm gefunden haben.

Eine Frau Wendel rief den Rettungswagen. Wo ist sie?

Dort hinten.

Danke.

Frau Wendel?

Heffler, Frau Neumann von der Kripo Köpenick.

Können Sie noch mal erzählen, was genau passiert ist?

(mit belegter Stimme) Ähm ... ich wohne da hinten

und ich war gerade auf dem Weg zu Fuß zur Arbeit.

Wo arbeiten Sie denn?

Äh, im Seniorenheim, Altenpflegerin.

Und ich kam gerade da lang und dann ...

* Schniefen * ... lag da der Mann auf der Straße.

Haben Sie einen Wagen wegfahren sehen oder weitere Zeugen gesehen?

Nein, ich war allein.

Ich bin hin und hab geguckt, ob er noch atmet, aber ...

das hat er nicht.

Und dann hab ich sofort die Feuerwehr gerufen.

* Sie atmet heftig. * Ist alles okay?

Sind Sie sicher? Ja. Geht schon.

* Schwermütige Musik *

Wenn Ihnen noch irgendwas einfällt, melden Sie sich bei uns.

Danke. Mhm.

Danke, Frau Wendel.

Puh, die Arme. Ja.

Ah ja, gute Idee.

Wir können Sie fahren, wenn Sie wollen. Kommen Sie.

Das kann jetzt ewig dauern, ne?

Ja, das nennt man ja "akribische Polizeiarbeit". Verstehst du?

Als ich angefangen habe, da war das nur so.

Da musste man so ein bisschen nachdenken.

Oldschool halt. Ja.

* Auto piept. *

Siehst du? Nicht schlecht.

Aber damals gab es noch keine Fernbedienungen.

(lachend) Stimmt. * Sie lacht hämisch. *

* Spannende Musik *

Jackpot.

Thomas Bülow, 38. Aus Köpenick.

Hast du sonst noch was? "Bülow & Bülow, Erbenermittler."

Da gab's mal 'ne Doku, sie suchen manchmal weltweit nach Verwandten.

Eine Art Privatdetektiv? Ja, genau.

Scheiße.

Was denn?

* Klingeln *

Simon, was gibt's? "Das Mordopfer war sauber."

Super Job, tolle Frau, nicht mal ein Knöllchen.

"Und seine Erbenermittlung?"

Die gehört ihm gemeinsam mit seiner Schwester Sabrina.

Okay, dann fahren wir da später hin.

Sagst du ihr schon Bescheid? "Wird gemacht. Bis später."

Danke.

Wir kommen nicht drumherum.

Ja, ich weiß.

Du oder ich?

Du.

* Klappern *

Frau Bülow?

Ja? Kennen wir uns?

Heffler, das ist Frau Neumann. Wir sind von der Kripo Köpenick.

Ich wollte gerade einkaufen. Was ist denn los?

Ähm, können wir das vielleicht drinnen besprechen?

Möchten Sie was trinken?

Nein, vielen Dank.

Frau Bülow?

Ich glaube, es wäre besser, wenn Sie sich setzen würden.

Warum?

Wir haben Ihren Mann heute tot aufgefunden.

* Anschwellendes Sirren *

Was?

Er wurde angefahren.

Angefahren?

Ja, in der Nähe der Ludwig-Franz-Brücke.

Wissen Sie, was er dort wollte?

* Traurige Streichmusik *

Es tut mir sehr leid, aber Sie müssen uns bitte helfen.

Wissen Sie, ob er heute Morgen dort jemanden treffen wollte?

Er hatte einen Termin.

Was für ein Termin war das?

Glückstag.

* Musik wird tragisch. *

Glückstag? Was soll das bedeuten?

Gehen Sie bitte.

Haben Sie jemanden, der für Sie da ist? Gehen Sie!

Ich schicke gleich jemanden von der Seelsorge her. Ja.

"Glückstag", was sollte das heißen?

Fragen wir seine Schwester.

Wenn Bülow absichtlich angefahren wurde,

wusste die Person, wo er hinwollte, oder?

Oder hat hier aufgelauert und auf den richtigen Moment gewartet.

Stimmt.

(Carlotta) Und da kann man gar nichts mehr machen?

* Ruhige Popmusik dringt aus Box. *

Tut mir auch wirklich leid, wegen der Kurzfristigkeit, aber...

(säuerlich) Wünsche ich Ihnen auch. Danke.

Und? 'ne Dienststelle gefunden?

Nee. Das ist denen alles zu kurzfristig.

Dabei sind das locker noch sechs Wochen.

Was hast du denn erwartet?

(seufzend) Ja, ich weiß.

Erzähl lieber, was bei dir in der Schule abgeht.

Ich krieg das easy hin, ich hab grade einfach nicht so Bock.

So kurz vorm Abi, junge Dame? - Dein Ernst?

Nein, Spaß.

Was meinst du, wie oft ich die Schule schmeißen wollte?

Echt? Das hast du mir nie erzählt.

Ich hab's auch Papa nie erzählt.

(seufzt) Was mache ich denn jetzt ohne Praxisstelle?

Du könntest Papa fragen. - Auf gar keinen Fall.

Hau Katharina direkt an. - Nee, die redet eh mit Papa.

Aber die könnte bestimmt was regeln.

Faxen Sie das bitte? Das ist dringend.

Natürlich. * Tür klappert. *

Frau Bülow? Ja?

Mein Kollege Heffler. Neumann. Wir hatten angerufen.

Ah, Sie sind von der Polizei? Ja.

Dann gehen wir am besten in mein Büro.

Frau Seitz, machen Sie drei Kaffee? - Ja.

Gut. Bitte.

* Düstere Musik *

Das kann nicht sein.

Doch.

Und es tut uns auch sehr leid.

Wissen Sie, was für einen Termin Ihr Bruder heute Morgen hatte?

Nein.

Haben Sie sonst eng zusammengearbeitet?

Ja, doch. * Sie räuspert sich. *

Aber wir haben unterschiedliche Bereiche.

Und wie genau sehen diese Bereiche aus?

Als Juristin bin ich für die Nachlassverwaltung zuständig.

Thomas als Erbenermittler sucht Erben.

Also, wenn es keine Angehörigen und kein Testament gibt.

* Klopfen, Tür klappert. *

Würden Sie uns bitte einen Ausdruck von Thomas' Terminkalender bringen?

Mach ich, sofort.

Ihr Bruder hat bei seiner Frau "Glückstag" erwähnt.

Wissen Sie, was das bedeutet? Ja.

Wenn Thomas einen Erben gefunden hatte

und die Nachricht überbrachte,

dann nannte er das einen Glückstag.

Dürften wir sein Büro sehen?

* Klacken *

Oh. Wurde hier eingebrochen?

Thomas hat das Chaos beherrscht.

Manchmal hat er seine Gedanken auf Band gesprochen.

Oder hier die ganzen Wände vollgeschrieben.

Läuft das Geschäft eigentlich gut?

Ja.

Bei einem Vermögen von 400 Milliarden Euro,

das die Deutschen jährlich vererben, sterben etwa 70 % ohne Testament.

Die Menschen verdrängen den Tod.

Äh, Helmut und Marita Pawlovic.

Ähm, ein Ehepaar ohne Kinder.

Herr Pawlovic hatte Krebs.

Frau Pawlovic wollte nicht ohne ihren Mann leben.

800.000 Euro auf dem Konto.

Und was fällt für Sie dabei ab?

Wenn wir einen Erben finden, gut ein Drittel.

Und wenn nicht?

Dann verdienen wir nichts, das Erbe geht an den Staat.

Carlotta? - Hey.

Dein Papa ist nicht da, wenn du den suchst.

Ist nicht schlimm, ich wollte zu dir.

Zu mir?

Ich brauch deine Hilfe.

Du willst deine Praxiswochen bei uns machen.

Papa soll erst mal nichts erfahren. Wäre das möglich?

Carlotta, das ist in sechs Wochen, da sind alle Plätze weg.

Ja, ich hab viel zu lang überlegt, ob das cool ist wegen Papa...

Dann dachte ich: "Von wem lerne ich mehr, als von ihm?"

Und warum soll er es nicht erfahren? - Soll 'ne Überraschung sein.

Bitte, Katharina.

Josef Beckmann, sagt Ihnen das was?

Ähm...

Knapp 80, alleinstehend,

wurde erst nach über zwei Wochen tot in seiner Wohnung gefunden.

Schwieriger Fall.

Angeblich hat er sein Häuschen und knapp 300.000 Euro Vermögen

einem Casino-Wirt vermacht.

Wieso angeblich?

Wir haben kein Testament gefunden. * Klopfen *

Hier ist der Terminkalender Ihres Bruders.

Kein Eintrag von heute Morgen.

Frau Seitz, der Fall Josef Beckmann.

Mein Bruder hat mal erwähnt, dass es irgendwelche Probleme gibt.

Ja, der Herr Jablonski.

Sagen Sie, könnten Sie das vielleicht mit Frau Seitz klären?

Ich glaube, ich muss an die frische Luft. Natürlich.

Danke.

Jablonski?

Ja, der hat hier mehrfach wütend angerufen,

richtig ins Telefon gebrüllt, wollte Herrn Bülow sprechen.

Haben Sie mitbekommen, worum es ging?

Na, darum, dass dieses Testament nicht aufgetaucht ist.

Aber das hat sich ja zum Glück erübrigt. Wieso?

Herr Bülow fand gestern Abend eine Verwandte von Herrn Beckmann.

Aha, und wissen Sie, wer?

Ja, warten Sie, er hat's mir gesagt. Ähm ...

Regina ...

Wendel.

Wendel? Mhm.

* Traurige, sphärische Musik *

* Sie schluchzt. *

(Thomas) "Hi, mein Schatz,

ich würde heute Abend die indische Lasagne machen.

Ja? Die isst du doch so gern. Ich liebe dich."

"Schatz, ich weiß, am Wochenende baue ich das Babybett auf.

Aber jetzt bitte keinen Stress, ja? Wir haben doch alle Zeit der Welt."

* Freiton *

"Neumann?"

Hier ist Anita Bülow.

Sie waren heute Morgen bei mir.

"Frau Bülow. Was kann ich für Sie tun?"

Ich...

Ich würde gern wissen, wo es passiert ist.

"Das kann ich verstehen.

Wenn das Ihre Nummer ist, schicke ich Ihnen gleich die Adresse, ja?"

Danke.

Okay, wo fahren wir zuerst hin?

Spiel du Glücksfee bei der Frau Wendel.

Ich nehme mir Jablonski vor.

Ich setz dich vorher am Revier ab. Gute Idee.

* Tragische Streichmusik *

* treibende Musik *

* Tür fällt zu, Klappern. *

Herr Jablonski? Wir öffnen erst um 18 Uhr.

Für mich machen Sie bestimmt 'ne Ausnahme.

Heffler, Kripo Köpenick. Es geht um Thomas Bülow.

* Es läuft ruhiger Schlager. *

Was will der Lackaffe?

Ich hörte schon, dass Sie Stress haben.

Ich will nur das, was mir zusteht. Ein Haus und verdammt viel Geld?

Ich frage mich,

wieso jemand 'nem Casino-Wirt alles vererbt, was er hat.

Fragen Sie sich doch, was Sie wollen.

Ist das ein Zweitjob oder haben Sie Kinder?

(lacht) Drei. Großer, zwei Kleine.

Hm, macht so was nicht normalerweise die Mutter?

Nee.

Bei mir auch nicht.

Helfen Sie mir, zu verstehen:

Was war das Besondere zwischen Ihnen und Beckmann?

Also, Josef war hier jeden Spieltag. Quasi Inventar.

Der kam rein und hat immer sofort sein Pils bekommen.

Mhm.

Jaja, ich weiß, was Sie denken.

Aber ich bin ganz bestimmt kein Erbschleicher.

Der Mann war 82. Der war alleine, einsam.

Er kam irgendwann nicht mehr, und da habe ich mir halt Sorgen gemacht.

Und dann sind Sie zu ihm gefahren?

Ja.

Er war umgeknickt, Bänderriss.

Ich habe ihm ein Tablet eingerichtet,

damit er die Spiele im Stadion sehen kann.

Als Livestream. Sie glauben nicht, wie glücklich der war.

So glücklich, dass er Sie im Testament aufnahm?

Der hat das hier am Tresen auf 'ne Wochenkarte geschrieben.

Vor meinen Augen, ich hab's gesehen.

Die Wochenkarte wurde nie gefunden.

Es gibt dieses Testament!

Das war in seiner Kommode im Flur.

Und der Bülow, der hat das eingesteckt.

Damit er irgendwelche Erben auffinden kann

und selbst Kohle macht, darum ging's ihm.

Wo waren Sie heute Morgen um sieben? Wieso?

Weil Bülow tot ist.

* Düstere Musik *

Danke, dass Sie so schnell kommen konnten.

Ja, wenn ich irgendwie helfen kann.

Setzen Sie sich gern.

Mhm.

Der Mann, der heute Morgen verunglückt ist,

der heißt Bülow und wollte zu Ihnen.

Zu mir?

Ja. Er war Erbenermittler.

Sagt Ihnen der Name Josef Beckmann etwas?

Er ist ein entfernter Cousin meiner Mutter.

Der ist leider kürzlich verstorben.

Oh, ähm, ich kannte ihn eigentlich gar nicht.

Ich habe ihn vielleicht zwei Mal in meinem Leben gesehen.

Das ist sicher auch schon über 30 Jahre her.

Trotzdem sind Sie die nächste Angehörige und somit Alleinerbin.

Was?

Dann ...

ist er auf dem Weg zu mir umgekommen?

Und jetzt?

Was soll ich denn erben?

300.000 Euro und das Haus vom Herrn Beckmann.

* Spannende Musik *

* Zarte Streichmusik *

* Ruhige, spannende Musik *

* Handy klingelt. *

Ja?

"Hey. Und, wie war's beim Jablonski?"

Na ja, der behauptet felsenfest, dass hier ein Testament sein soll.

Ich bin gerade im Haus von Beckmann.

"Und was willst du da?"

Gucken, ob irgendwas übersehen wurde.

Zum Beispiel ein Testament.

"Ja, und?"

Nee, hab noch nichts gefunden.

"Überrascht dich das?"

Beckmann ist echt einsam gestorben.

In jedem Zimmer ist ein Fernseher, sogar in der Küche.

Ja, wahrscheinlich, um sich nicht so einsam zu fühlen.

"Das geht vielen so." Hallo? Ist das jemand?

Da kommt jemand, wir sehen uns im Büro.

Hallo?

(berlinerisch) Was geht hier vor?

Kripo Köpenick, Heffler mein Name. Und Sie sind?

Ach, Entschuldigung.

Edeltraut Mayer, ich wohne nebenan.

Ich hab jemanden ins Haus gehen sehen

und als aufmerksame Nachbarin guckt man schon mal nach, ne?

Aufmerksam, ja?

Wir haben aber nicht zufällig gemerkt,

dass Herr Beckmann wochenlang hier tot lag?

Mit Verlaub, der Beckmann war nicht gerade jemand,

bei dem man nach Butter oder Eiern fragt.

Wieso? Der hat mit allen Ärger angefangen.

Da können Sie jeden in der Straße fragen.

Unangenehmer Typ.

Gut, danke.

* Traurige, sphärische Musik *

Frau Wendel.

Alles in Ordnung?

Ich hab geerbt.

Ja, ich weiß. Damit muss man auch erst mal klarkommen.

Hi. Hey.

Sehen wir uns heute Abend? Gerne, wenn du noch loskommst.

Deine Tochter war eben da. Welche?

Carlotta.

Und was wollte sie?

Na ja, ich soll dir nichts sagen,

aber ich glaube, sie hat ihre Anmeldefrist verpeilt

und will das jetzt über mich klären.

Schau mal auf deinem Tisch, ich muss zum Staatsanwalt. Ciao.

* Leise, traurige Musik *

Äh, 'tschuldigung?

Sind Sie eine Angehörige von dem Mann?

Seine Frau.

Das tut mir leid.

Ich habe Ihren Mann heute Früh gefunden und die Feuerwehr gerufen.

Leider zu spät.

Ja.

Was hat er hier gewollt?

* Frau Wendel seufzt. *

Er wollte zu mir.

Schon wieder Pizza. Kannst du nicht mal Salat holen, was Gesundes?

Nächstes Mal Salat, ich versprech's.

Ich nehme sehr, sehr gerne ein Stück.

Danke.

Ah, ich hab was rausgefunden.

Es gibt ein eingestelltes Verfahren gegen Sabrina Bülow.

Sie hat Wertpapiere aus einem Nachlass unterschlagen.

Sie tauchten wieder auf,

als ein Verwandter des Verstorbenen die Sache anzeigte.

Klar, macht ja auch Sinn. Sie geht als Erstes durch die Wohnung.

Wenn da keine Angehörigen sind, merkt keiner, dass was fehlt.

Und wenn die Bülows das Testament geklaut haben,

um den Job zu kriegen?

Das wären 100.000 für die Bülows, wenn sie einen Angehörigen finden.

Und ein Drittel vom Wert des Hauses.

Warte. Thomas Bülow wollte die Firma verlassen.

Der hatte Kontakt zu seinem Anwalt.

Er hat einen Ruf zu verlieren, er war eine Koryphäe.

Seine Schwester war nur die Juristin.

Ihr Job hängt vom Bruder ab, der aussteigt.

* Reifen quietschen. *

* Dynamische Musik *

Was ist denn hier los?

Das ist ein Durchsuchungsbeschluss.

Ist Frau Bülow da?

Nee. Die ist in der Mittagspause, seit anderthalb Stunden.

Dann schauen wir uns schon mal um. Okay, du da, wir da.

Mögen Sie Ihre Chefin eigentlich?

Sie wissen, warum der Bülow raus wollte aus der Firma, oder?

Herr Bülow wollte 'ne eigene Erbenermittlung gründen.

Weil seine Schwester eine Betrügerin ist.

Vermutet man. Und er braucht sie eigentlich nicht für sein Geschäft.

Das hat Frau Bülow natürlich nicht gepasst.

Und?

Und dann gab's Streit.

* Klacken *

Was ist denn hier los?

Wären Sie so freundlich und öffnen Ihren Safe?

Wir können die Fachleute rufen, dauert dann aber 'ne Stunde länger.

Wollen Sie sich dazu äußern, wieso das Testament in Ihrem Safe war?

Sie haben uns angelogen.

Sie haben es unterschlagen.

Somit sind Sie jetzt die Haupttatverdächtige.

Vor allem, weil Ihr Bruder aussteigen wollte,

weil Sie noch andere Geschäfte gemacht haben.

Das ist doch Quatsch.

Wir waren Partner.

Frau Wendel hatte er schon gefunden,

Sie brauchten Ihren Bruder gar nicht mehr.

Oder wollte Ihr Bruder Sie diesmal anzeigen?

Weil Sie den Ruf der Firma ja bereits beschädigt hatten?

Ja, gut, Thomas wollte aussteigen.

Was Eigenes gründen.

Aber er wusste nichts von dem Testament Beckmanns.

Das hab ich bei der ersten Begehung gefunden und verschwinden lassen.

Warum haben Sie das Testament nicht vernichtet?

Für den Fall, dass wir keinen Erben finden.

Dann hätte ich mit dem Testament, mit Jablonski als Begünstigten,

wenigstens einen Teil der Provision bekommen.

Ich habe meinen Bruder nicht umgebracht.

Das müssen Sie mir glauben.

Wir untersuchen gerade Ihr Auto.

Solange bleiben Sie bei uns.

* Düstere Musik *

* Frau Wendel seufzt. *

Vielen Dank fürs Bringen.

Kann ich noch irgendwas für dich tun?

Wenn du reden willst oder was brauchst, dann zögre nicht.

Das ist lieb. Danke.

* Traurige, sphärische Musik *

* Musik wird unheimlich. *

Warum war Carlotta vorhin da?

Sie hat wieder alles verpennt und kommt jetzt zu mir.

Ist doch clever, man braucht immer einen Plan B.

Damit kommt sie nicht durch. Warum?

Weil sie dich über Katharina ausspielen wollte? Genau.

Mach's doch wie sie.

Mavi, Robert. Was ist?

Der Jablonski wird in seiner Bar von einer Frau mit Waffe bedroht.

Okay.

(schreit) Was hat er dir getan?

Wegen Geld?

Musste er sterben wegen Kohle?

Bitte, ich hab Ihrem Mann nichts getan.

Ich glaub dir kein Wort.

Du hast ihm gedroht, ihn fertigzumachen.

Erzähl mir doch keinen Scheiß!

* Düstere, spannende Musik *

Da lang.

Du hast meinen Mann umgebracht!

Nein, das habe ich nicht.

Polizei, Waffe runter!

Frau Bülow, ganz ruhig. Niemandem muss hier was passieren.

(weinend) Dieses Arschloch hat meinen Mann umgebracht.

Wie kommen Sie denn darauf?

Das...

Das ist alles hier drauf.

* Piepen *

(Jablonski) "Sie mieses Schwein. Ich hab das Testament gesehen!"

(Herr Bülow) "Tut mir leid, wir haben kein Testament gefunden."

(Jablonski) "Arschloch!" - "Besser als ein Erbschleicher."

(Jablonski) "Wichser, ich mach dich fertig!"

(Bülow) "Lassen Sie mich los. Noch mal im Guten: Lassen Sie los!"

(Jablonski) "Ich mach dich fertig, du Schwein!"

"Jablonski hat mich soeben tätlich angegriffen."

* Piepen *

Überlassen Sie das uns, das sind Beweismittel.

Können Sie sich selber abholen.

Frau Bülow.

* Leise, spannende Musik *

Frau Bülow, geben Sie mir die Waffe.

Frau Bülow, geben Sie mir die Waffe.

(wimmernd) Ich wollte auch nicht... Das ist 'ne Schreckschusspistole.

Das wird leider trotzdem Konsequenzen für Sie haben.

Danke. Wir reden noch aufm Revier.

Manu, bringst du ihn in den Verhörraum?

Ja klar. Komm mal mit.

Das ist alles über den Jablonski. Ah, danke. Schon Feierabend?

Das Bundesarchiv meldet sich frühestens morgen.

Bundesarchiv?

Ja. Ich wollte wissen, wie Bülow auf Wendel als Erbberechtigte kam.

Ich muss los, hab noch 'n Date.

Viel Spaß. Na komm.

Hey, du wolltest doch noch mit Carlotta sprechen.

Ist es schon so spät? Ja.

Hau du ab, ich kümmere mich um Jablonski.

Sicher? Ja klar.

Schauen wir mal, ob wir 'ne neue Kollegin kriegen. Mhm.

Katharina? Kannst du mir einen Gefallen tun?

Wie sind Sie auf die Bülows als Nachlassverwalter gekommen?

Über ... den Bestatter von Josef.

Ich bin kein Lügner, Frau Neumann.

Ich glaube Ihnen.

Haben Sie sich ungerecht behandelt gefühlt?

Waren Sie wütend? Haben Sie deshalb überreagiert?

Ich hab den Bülow nicht umgebracht, ich schwör's.

Schauen Sie mal, was wir gefunden haben.

Sie hatten recht.

Die haben das Testament verschwinden lassen.

* Leise, spannende Musik *

Das ist das.

(lachend) Echt.

Ich hab den Bülow nicht umgefahren.

Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern.

Die brauchen ihren Vater, ob mit oder ohne viel Geld.

Ich hab nie auf sein Geld spekuliert.

Auf Sie ist ein silberner Kleinwagen zugelassen, richtig?

Ja.

Aber ... Motorschaden.

Den Wagen schauen wir uns erst mal an.

Vorerst bleiben Sie hier.

* Düstere Musik, Klappern *

(Carlotta) Na, wie war dein Tag?

(seufzend) Frag nicht. Und deiner?

Gut.

Erzähl doch mal. Was denn?

Nichts Neues? Nee, nicht wirklich.

Praxiswochen auch nichts Neues?

Hab ich noch keine Rückmeldung.

Wo hast du dich denn so beworben?

Mitte, Pankow, hier und da halt.

Keine Rückmeldung?

Komisch. Das geht doch bald los.

Ja, du weißt ja, wie das ist.

Die sind nicht die Schnellsten bei der Polizei.

(leicht lachend) Stimmt.

* Leise, kecke Popmusik *

Geh doch ran.

Ich geh mal duschen.

Hallo?

Hallo Carlotta, Katharina ist hier.

Du, ich muss dir leider absagen.

Ich hab mit den Kollegen gesprochen,

wir haben einfach alle Praktikantenplätze vergeben.

"Kann man da nicht irgendwas machen?"

Tut mir leid, Carlotta.

Okay. Trotzdem vielen Dank.

"Ja, schönen Abend noch dir. Tschau."

Mavi, hey.

Alles okay?

Mhm.

* Gefühlvolle Gitarrenmusik *

Dieser Josef Beckmann ...

Der lag über zwei Wochen allein in seiner Wohnung.

Und keiner hat irgendwas mitgekriegt.

Dagegen sehe ich Robert mit seinen Mädels.

Alleine alt werden ist doch schrecklich.

Hast du nie das Gefühl, dass dir was fehlt?

Klar. Ich hätte auch manchmal gern so 'ne Bagage um mich wie Robert.

Aber einsam sterben ...

das ist doch scheiße.

Musst du doch nicht.

Du hast doch Freunde.

Es gibt auch Menschen, die sind total einsam in ihren Familien.

Mach nicht mehr so lange, ja?

Ja. Bis morgen. Gute Nacht.

Nacht.

* Gitarrenmusik läuft weiter. *

Morgen. Morgen.

Was ist das? Lies dir das mal durch.

* Leise, traurige Musik *

(Mann, hallend) "Ich habe dir schon hundertmal gesagt,

dass du die Schuhe ausziehen sollst, Regina."

* Leises, düsteres Dröhnen *

(Mann) "Du hast hier oben nichts zu suchen.

Lass mir meine Ruhe."

Und stör meine Kreise nicht.

* Sie atmet heftig. *

* Sie stöhnt. *

(streng) "Hast du mich nicht verstanden?"

Verschwinde.

Geh runter!

Ich will dich hier nicht länger sehen!

* Sie atmet heftig. *

* Musik schwillt an. *

* Musik endet. *

* Sie atmet tief. *

* Klicken, Glühbirnen klackern. *

* Ruhige Streichmusik *

* Schwermütige Streichmusik *

Die Eltern von der Regina Wendel

sind '76 bei 'nem Autounfall gestorben.

Da war sie gerade mal zwei Jahre alt.

Laut der Akte hier war sie mal bei den Beckmanns gemeldet.

Ja.

Warte mal.

Dann wurde sie nach dem Tod ihrer Eltern von Beckmanns aufgenommen.

Ja, anscheinend.

Aber warum lügt sie uns an? Fragen wir sie.

* Handy klingelt. *

Ja, Simon?

Eben hat eine Frau Mayer angerufen, die dich sprechen wollte.

Bei ihrem verstorbenen Nachbarn sei eine fremde Frau im Haus.

* Schwermütige Streichmusik *

* Schlüssel klappert. *

* Düstere Musik *

Was willst du?

Ich muss aufs Klo, Onkel Josef.

Du hast Stubenarrest.

Es ist aber dringend.

Du bleibst hier. Auf deinem Zimmer.

Ich kann nicht mehr.

Wehe, du machst dir in die Hosen!

Und wenn du noch mal abhauen willst,

ich finde dich.

Immer.

* Leise, grausige Musik *

* Schlüssel klappert. *

Nein!

* Laute, grausige Musik *

* Musik endet. *

* Sie atmet heftig. *

Danke schön. Ja.

Ah, wir schaffen das. Alleine.

Hier unten ist niemand!

Oben ist auch nichts.

* Leise, spannungsvolle Musik *

* Angespannte Streichmusik *

Regina?

Alles in Ordnung?

Was ist denn los?

Es...

Es tut mir so leid.

Was tut dir leid?

Ich wollte das nicht.

Komm, wir setzen uns erst mal.

Was wolltest du nicht?

Es tut mir leid.

Wovon sprichst du?

Hi, Simon. Hast du was Neues?

Das Pflegeheim, in dem die Wendel arbeitet, liefert Essen auf Rädern.

Reifen- und Lackspuren passen zu denen vom Tatort.

Ist sie jetzt zu Hause? "Nein. Auch nicht auf der Arbeit."

Laut Ortung ist das Handy in der Miehmstraße eingeloggt.

Da wohnt doch Anita Bülow.

* Düstere Musik *

Ich bin als Waise ...

bei Verwandten aufgewachsen.

Gewalt.

Schläge.

Bestrafung.

Schikane.

Jeden Tag.

Mit 16 bin ich abgehauen.

Ich wollte nie gefunden werden.

Und plötzlich steht dein Mann vor mir.

Guten Morgen. - Morgen.

Sind Sie zufälligerweise Frau Regina Wendel?

Wieso? - Sie sind es also?

Ich bin Thomas Bülow, ich komme im Namen von Josef Beckmann.

Lassen Sie mich in Ruhe.

Frau Wendel.

Bitte warten Sie. Sagt Ihnen der Name was?

* Sie atmet heftig. *

Sie sind mit ihm verwandt, oder? Erinnern Sie sich?

* Sie atmet hektisch. *

(Beckmann) "Komm schon, Reginchen,

du wirst dich doch noch an mich erinnern?"

Nein. - Wo willst du hin?

Abhauen.

Endlich habe ich dich gefunden.

Frau Wendel!

* Intensive Musik *

Fahren Sie nicht! Endlich habe ich Sie gefunden.

Runter!

Alles gut.

Alles gut, Frau Wendel. * Sie hustet heftig. *

Sie hat ihn umgebracht!

Ich wollte das nicht.

Ich weiß. Ich weiß.

* Frau Bülow weint heftig. *

* Traurige Musik *

Ist schon heftig, wenn einen die Vergangenheit so lange verfolgt.

Ist das nicht immer so?

Na ja, irgendwie schon.

Wie ist es denn mit dir und Carlotta ausgegangen?

Für Katharina ist das kein Problem.

Carlotta hat sich einfach zu spät gekümmert. Ja, und jetzt?

* Handy klingelt. *

Ah, wenn man vom Teufel spricht.

Na, mein Schatz? "Hallo, Papa."

Hallo. Was gibt's denn?

"Ich brauch mal deine Hilfe." Ach, du brauchst meine Hilfe?

Worum geht's?

"Ich hab vergessen, meinen Platz zu bestätigen."

Du hast vergessen, deinen Platz zu bestätigen?

Ja, ich hab's verpennt. War blöd. Was mache ich denn jetzt?

Das kommt davon, wenn man seinen alten Herrn verarscht.

Ich freu mich auf dich, Frau Kollegin!

Wie?

Heißt das? Ja, heißt es.

Danke, Papa.

Ja.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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