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Original subtitles

* Lied: "Sledgehammer" von Peter Gabriel *

* Kraftvolle Rockmusik mit Trompeten und Saxophonen *

* Zufriedene Laute *

* Lied läuft weiter. *

* Menschen reden auf Englisch. *

* Lied klingt aus. *

* Verhaltene Klänge *

Bis später. - Bis später.

Richy!

Warte mal, ich will mit dir reden.

Hey, ich rede mit dir!

Was ist denn los, Mann? Hey.

Ich will nicht reden. Bitte lass mich.

Pass mal auf, ich hab die Kohle zusammen.

* Autoreifen knirschen. *

* Handbremse knarzt, Autotür knallt. *

(Mann, lallend) Was willst du hier? Verpiss dich.

* Motor startet. *

* Unheilvolle Musik *

* Melancholischer Titelsong *

Robert Heffler

Mavi Neumann

(Carlotta) Morgen.

Morgen. Du bist aber früh wach.

Ist ja auch dein letzter Tag.

Den müssen wir nutzen. Oder, Stella?

(Emmi) Morgen.

(Stella) Ich hab voll verpennt und muss jetzt los.

(Carlotta) Hast du schon alles gepackt?

Ja. Aber ich find mein rotes T-Shirt nicht.

Das mit dem Smiley drauf.

Habt ihr das gesehen? - (Carlotta) Nee, sorry.

Du kannst mein Müsli haben.

Wenn du keinen Hunger mehr hast, nimm's als Proviant mit.

Bis dann.

Die ist ja immer noch mega pissed.

Hey, sie meint das nicht so.

Doch.

Es fühlt sich total komisch an,

morgen abzureisen, ohne dass wir geredet haben.

Rede mal mit Papa darüber.

Wo ist der eigentlich?

Ich dachte, der schläft noch.

Ja, nee, ich weiß nicht, wo das T-Shirt ist.

Aber pack mal bitte ein paar Medikamente ein, Antibiotikum usw.

Morgen. Aus dem Medizinschrank.

Ich will dir keine Angst machen, aber es ist doch besser, du ...

Du hast recht, ich sollte mich beruhigen. Lass es sein.

Keine Sorge wegen Stella.

Wir gehen heute alle essen.

Morgen. Morgen.

Okay, Schatz, ich muss arbeiten. Ja?

Okay, bis später.

Viel zu früh für meinen Geschmack.

5:30 Uhr wurde die Feuerwehr gerufen.

Ja, von 'nem Jogger.

Guten Morgen, Frau Schäfer. Morgen.

Noch nicht an der Leiche? Stau.

Sie dürfen auch mal zu spät kommen.

Lieb von Ihnen.

Morgen. Morgen.

Wissen wir, wer es ist?

Die Taucher konnten nur die Leiche und das Boot finden.

Halleluja.

Männlich. Um die 50, würde ich sagen.

Hier ist 'ne Kette, da steht was drauf.

"Richy. 23.12.2009."

2009? Vielleicht sein Sohn?

Sein Sohn oder sein Bruder.

Könnte genauso gut sein Hund gewesen sein.

Anzeichen für einen Überlebenskampf werden sich schwer finden lassen.

Gibt's Hinweise, wie es zum Feuer kam? Noch nicht.

Es wurde auf jeden Fall Brandbeschleuniger benutzt.

Spiritus oder Benzin.

Wie lange muss es brennen, um in so einem Zustand zu sein?

Ich schätze so fünf bis zehn Minuten.

Danach geht es unter.

Fünf bis zehn Minuten.

Wie weit treibt so ein Boot?

Kommt ganz auf die Windlage an, aber weit kommt es nicht.

Hast du was?

Sieht aus, als hätte hier drin jemand gehaust.

Offen.

Ja.

Guck mal, für so einen Kocher braucht man Spiritus.

Aber hier scheint keine Flasche zu sein.

Vorne vielleicht.

Ich hab 'ne Decke mit 'nem Barcode, von 'ner Wäscherei.

Das soll Simon mal checken.

Hier ist kein Nummernschild.

Das würde ich auch abmachen, wenn ich mein Auto liegenlasse.

Kannst du mal die Motorhaube aufmachen?

Ich check mal die Fahrzeug-Identnummer.

Wurde weggeflext.

Die KT hat das Auto auf den Kopf gestellt:

keine Spiritusflasche und nichts Interessantes.

Und die Wäscherei? Ich hab mit denen telefoniert.

Die Decke gehört der Notunterkunft für Obdachlose an der Spree.

Passt zum Auto.

Kriegen wir raus, wem das Auto gehört?

Ich hab nach Typ, Farbe, Marke gesucht, kein Treffer.

Wenn der Tote obdachlos war,

wird es schwer mit 'ner Vermisstenanzeige.

Obdachlose Menschen werden eher selten vermisst.

Vielleicht vermisst ihn doch jemand.

Auch Menschen wie du und ich landen auf der Straße.

Manchmal verändert sich nur ein Faktor

und man ist von heut auf morgen obdachlos.

Was ist mit diesem Richy? Vielleicht vermisst der jemanden.

Wo genau ist die Notunterkunft?

Ich schicke euch den Standort. Okay, komm. Wir hauen ab.

Ja, Katharina, wir sind jetzt da. Mal schauen, wie weit wir kommen.

Danke.

Ich hab sie noch nie mit 'nem Kerl gesehen. Du?

Nee.

Ich geh rein, ja? Okay.

Ich hab mal eine Frage.

'tschuldigung, ich hab hier ein Foto von 'ner Kette.

Haben Sie die schon mal gesehen?

(mit Akzent) Figarokette.

Mit Anhänger.

Hat die jemand getragen?

Nie gesehen.

Aber Sie kennen sich aus mit Schmuck.

No.

Raus! Du Arschloch! - Scheiße.

Du blöde Sau, du! - Was hast du gesagt?

Pass auf, ich sag's dir.

So, und jetzt ...

Hey, hey! Ruhig! Runter damit!

(berlinert) Wat? Ruhig.

Polizei. Na klar.

Haltet ihn fest, ich kümmre mich gleich.

(Frau) Steve, hör auf. - Wat? Willst du mich festnehmen?

Der Typ wollte mir an die Wäsche. Guck, da.

Arsch. Nein, ich will Sie nicht festnehmen.

(Frau) Jetzt hör auf, Steve.

Na dann.

(Frau) Wie, das war nichts? Ich hab's gesehen.

Kennen Sie jemanden mit einem Sohn namens Richy?

(Frau) Du kommst hier nicht mehr her.

Hast du deine Personalien dabei?

Nichts hab ich dabei. Gar nichts?

* Klopfen *

Ich hab seine Daten. Willst du ihn anzeigen?

Quatsch, das bringt doch nichts.

Was glotzt du so mitleidig?

Ich bin nur vorübergehend hier untergebracht.

Was heißt vorübergehend?

Wasserschaden, Schimmel in der Bude.

Wie lange schon?

Seit zwei Jahren.

Aber die Arschlöcher sind bestimmt bald fertig,

dann kriege ich 'ne neue Bude.

Und vielleicht auch mein Kind wieder.

Wie heißt du noch mal? Mavi.

Du?

Jule.

Aber hier nennt man mich Raabe, das reicht.

Raabe?

Vermutlich wegen Rabenmutter?

(lachend) Aha.

Ich bleib bei Jule.

Der Sohn von Wiesel heißt Richy.

Wer ist Wiesel?

'n Kumpel von mir. Wieso? Was ist mit dem?

Wie heißt er weiter?

Schätzchen, das muss er dir selber sagen.

Er ist letzte Nacht gestorben.

Scheiße. Scheiße!

Kennst du seinen richtigen Namen?

Peter.

Peter Michels, glaub ich.

Scheiße.

Hat der hier öfter übernachtet? Nee, gepennt hat der hier nie.

Wann hast du ihn das letzte Mal gesehen?

Gestern, hier.

Wann genau?

Gegen Mittag, Mann!

Jetzt verpiss dich doch mal!

Okay.

* Traurige Musik *

(Simon via Telefon) "Peter Michels hat etliche Einträge

wegen Alkohol am Steuer."

Und wo sollen wir noch mal klingeln?

"Ihr müsst bei Kirsten Hansen klingeln.

Peter Michels war bis vor einem Jahr dort gemeldet."

Vielleicht ist er umgezogen.

"Nein, der ist nirgends gemeldet."

Okay. Danke, Simon.

* Signalton *

Oh, ich dreh durch, alle viel zu muskulös.

Was? Dating. Also online.

Da werden mir Männer in meinem Umkreis vorgeschlagen.

Guck, der hier ist sieben Meter entfernt.

Robert, der muss in dem Haus sein.

Der zeigt mir nur 'n Standort, nicht die Etage.

Ach so. Ist die App denn immer an?

Wenn man sie nicht ausmacht, ja.

Von Schulpflicht haben die auch noch nichts gehört, oder?

Sollen wir sie verhaften?

Ja, vielleicht nachher.

Hier, Hansen.

Und da war auch mal 'n Michels.

* Türsummer *

Wie lange waren Sie denn zusammen? * Sie schnieft. *

16 Jahre.

Hat er die ganze Zeit getrunken?

Nee.

Das kam erst so nach und nach.

Er hat als Koch in der Gastro gearbeitet.

Na ja, da trinkt man ja sowieso immer gern mal was, ne?

Dann hat er aber irgendwann seinen Job verloren und dann ...

Er hat sich um was Neues bemüht,

das hat er aber nicht auf die Reihe gekriegt.

Wie sind Sie denn mit seinem Alkoholkonsum umgegangen?

Ach, ich ...

Ich hab das lange gar nicht gemerkt.

Jeder trinkt ja mal gern 'n Bierchen, ne?

Dachte ich.

Und wie kam's dann zur Trennung?

(stockend) Ich konnte nicht mehr.

Er hat immer mehr getrunken einfach.

Er war auch 'n paarmal in der Klinik, ja gut.

Aber erste Chance, zweite Chance, dritte Chance.

Mann ...

Wie viele Chancen soll man denn geben?

"Ihr Mann ist Alkoholiker, den können Sie nicht retten,

der muss das selber wollen."

Wann ist er denn ausgezogen?

Vor einem Jahr.

Ich fahr Taxi, ich bin viel unterwegs.

Und unser Sohn Richy ist 15.

Der hat das alles mitbekommen.

Als er heimlich an mein Geld ging, um Schnaps zu kaufen,

und ich die Miete reinkriegen musste, das war die Krönung.

Aber als er dann anfing, Richys Spardose zu plündern, da war Ende.

* Tür klappt. *

Richy.

Robert Heffler, das ist Mavi Neumann, Kripo Köpenick.

Was?

Wir müssen mit dir reden, es geht um deinen Vater.

Richy. Richy.

Richy.

* Tür knallt. *

Richy?

(leise) Der Papa ist tot gefunden worden.

Richy.

Richy.

Hey! Richy, warte doch mal.

Mann, ey.

(Junge) Guck mal, wer da ist. Hey, Richy.

Richy, ein Koffer für deinen Alten. Hat er was zum Anziehen.

* Jugendliche lachen. * Richy, warte mal.

Okay, kommen Sie mit.

Wann hast du deinen Vater das letzte Mal gesehen?

Gestern.

Aber ich hatte keinen Bock auf den.

Und was wollte er von dir? Nix.

Keine Ahnung, der hat wieder von Malle gelabert.

Mallorca?

Ja, da wollte er mal mit mir in den Urlaub.

Er wollte mit dir in den Urlaub?

Ja.

* Schwermütige Musik *

Wie ist Richy damit klargekommen, dass sein Vater obdachlos war?

Das war sehr hart für ihn.

Er hat Freunde verloren, wurde gehänselt.

Kinder können grausam sein bei so was.

Und sonst? Sonst?

Peter war 'n toller Vater. Ein Bastler.

Die beiden wollten immer gemeinsam das Moped hier klarmachen.

Er hat so einen Scheiß gelabert.

Zwei Tage später war er dann wieder besoffen.

Wie war er denn so, wenn er betrunken war?

(Peter via Handy) "Hey, Sohnemann, hier ist dein Dad.

Mutter will mich wohl nicht mehr, was?

Was ist mit dir? Du gehst ja auch nicht mehr ans Telefon!"

Wann haben Sie Peter das letzte Mal gesehen?

Vor ein paar Wochen.

Da war er hier, wollte wieder zurück.

Hat mich angefleht und gebettelt.

(Peter) "Kirsten!"

Bitte mach auf!

Ich weiß, dass du da bist!

Bitte, wir sind 'ne Familie! Schmeiß das nicht einfach weg!

Du, ich bin trocken!

Echt! Ich hab seit zwei Monaten nichts mehr getrunken.

Wir packen das!

(Mann) Verpiss dich!

Was?

Denk doch auch mal an unseren Sohn!

Ich hätt's mir wirklich so sehr gewünscht, aber, nee ...

Ich konnte ihm nicht mehr vertrauen.

Gab's irgendjemanden, mit dem Peter Stress hatte?

Bruno ...

Er hat immer gesagt, dass Bruno an allem schuld ist.

Wer ist Bruno? Sein alter Chef und Freund.

Ja.

Rausgeworfen hat er ihn trotzdem, ne?

(Peter) "Ich hab doch Pläne für uns!

(stöhnend) Pass auf, dein Vater hat dich lieb."

Ja, so was kam dann immer mal wieder.

(Junge) Hey, Richy!

Hast 'ne richtig nice Milf am Start.

Respekt! Für so 'n Obdi-Sohn.

Was hast du gesagt? Wiederhol das mal!

Woah, hey.

Haut ab! Psycho. Weg hier, Junge.

(stöhnend) Sorry.

Pass auf, wenn du reden willst,

oder dir was einfällt, was uns weiterbringen könnte,

dann melde dich.

Okay.

Ich glaube, Kirsten Hansen fühlt sich mitverantwortlich

für den Mord an ihrem Ex.

Sie hat ihn rausgeschmissen. Nicht ohne Grund.

Er hatte gute Absichten, wollte seinen Sohn zum Urlaub einladen.

Die hatte er bestimmt öfter und hat es immer wieder verkackt.

Sorry, wir haben noch geschlossen.

Heffler, Kripo Köpenick. Meine Kollegin Frau Neumann.

Bruno Schimmelbauer? Ja, was kann ich für Sie tun?

Sagt Ihnen Peter Michels was? * Klingeln *

Klar, Peter hat hier jahrelang gekocht.

Moment, da muss ich rangehen, das ist meine Frau.

Hallo, na?

Nein, ich habe alles vorbereitet, ich trage grade die Einkäufe rein.

Ja. Ist grad schlecht.

Wir müssen trotzdem mit Ihnen reden.

Nein, nicht du. Dann kommen Sie mit.

Nein, ich hab keine Zigarettenpause gemacht.

Ich hab dir gesagt, dass ich aufgehört hab.

Ja, Auberginen habe ich besorgt. Wie geht's dir denn, Hase?

Zucchini auch.

Ja, hab alles.

Aber Hase, wie geht's dir denn? Tut's noch weh?

Mäde, hol bitte alles aus dem Auto.

Du, die Polizei ist gerade hier.

Ich hab keine Ahnung. Lass uns später telefonieren. Bussi.

Und? Schießen Sie los.

Herr Michels ist letzte Nacht verstorben.

Was?

Was ist passiert?

Das wissen wir noch nicht.

Wann haben Sie ihn denn rausgeschmissen?

Vor zwei Jahren, ich ...

Die Saison lief katastrophal.

Ich hatte kaum Gäste, ich musste ihn entlassen.

Obwohl Sie befreundet waren? Ich konnte ihn nicht mehr bezahlen.

Wussten Sie, dass er seitdem auf der Straße lebte?

Er soll Sie dafür verantwortlich gemacht haben.

Wieso das denn? Ich hab ihm so gut geholfen, wie ich konnte.

Gestern Abend hat er hier wie immer umsonst gegessen.

Und wann ist er gegangen?

So gegen 23 Uhr? Wo waren Sie danach?

Mit meiner Frau in der Notaufnahme.

Sie hat sich in den Finger geschnitten. Hm.

Deswegen muss ich weitermachen, das ist sonst ihr Job.

Was machen Sie damit?

Ochsenschwanzsuppe.

Wollen Sie was davon?

(Simon) Mhm, danke schön. Ja, tschau.

Was ist 'n das?

Ochsenschwanzsuppe. Und das schmeckt?

* Robert summt genussvoll. *

Es gibt Neuigkeiten aus der Pathologie.

Peter Michels war zum Todeszeitpunkt richtig vollgetankt: 3,5 Promille.

Todesursache war aber Genickbruch.

Dann war der so betrunken, dass er gestürzt ist.

Oder jemand hat ihn geschubst und dann angezündet,

um die Spuren zu vernichten.

Es war 'ne emotionale Tat.

Wenn man etwas verbrennt, hasst man es so sehr,

dass man es nie wieder sehen will.

Wann war denn der genaue Todeszeitpunkt?

Ungefähr fünf Uhr morgens.

Was hat er denn am Tag vor seinem Tod alles so gemacht?

Was wir wissen, ist, dass er mittags bei Jule duschen war.

Danach traf er sich mit Richy und sprach mit ihm über Mallorca.

Woher hatte er eigentlich das Geld für diese Mallorca-Reise?

Ich checke, ob's Konten auf seinen Namen gibt.

Dann spreche ich später noch mal mit Richy.

Okay.

* Beschwingte Musik *

Ich muss noch mal nach Hause. Ich muss eigentlich auch los.

Sag mal, Robert, gehst du schon wieder?

Pass auf, Katharina, Mavi übernimmt jetzt den Rest,

weil Emmi fliegt doch morgen, weißt du?

Jaja, ich weiß. Ist doch okay.

Hier, ich hab was für sie. Die neue Weste, Klasse zwei.

Schusssicher, stichfest, erhöhter Schutz.

Falls sie in Botswana mal ausgehen möchte nachts.

Okay.

(lachend) Du glaubst auch alles.

Hier, das ist für sie.

Sie soll es im Flieger auspacken. Grüße sie ganz lieb.

Ja, sage ich ihr.

Oh Mann, hier gibt's nie was zu essen.

Kann ich 'n paar? - Nein.

Bitte, ich hab Hunger. - Geh einkaufen.

Geh du einkaufen. - Ich bin nicht deine Mutter.

Spinnst du?

Was ist los mit dir?

Was mit mir los ist? - Ja.

Ich ertrage es nicht, dass du Emmi jede Vorfreude nimmst.

Das ist meine Schuld?

Und ich soll damit fein sein, dass Emmi nach Afrika geht?

Zu unserer Mutter? - Es ist ein Auslandsjahr.

Kann dir doch egal sein, wo.

Es ist mir nicht egal, Carlotta.

Ich weiß auch, warum. Aber das hat nichts mit Emmi zu tun.

Doch, hat es. - Nein, hat es nicht.

Du findest es scheiße, dass Emmi bei Mama ist,

weil du es Mama nicht gönnst. - Du hast 'n Schaden, Carlotta.

Stella, es geht hier nicht um dich!

* Schwermütige Musik *

So, Feierabend.

Danke.

Wann bringst du mal dein Moped mit? - Ja, nächstes Mal.

Aber gefahren bist du schon damit? - Nee.

Durfte ich nicht, nur hinten drauf.

Bist du schon mal Auto gefahren?

Noch nie? - No.

Echt nicht? - Nein.

Hast du Bock?

Was, den? - Ja, den.

Jetzt? - Ja, jetzt.

Okay.

Steig ein.

Okay.

* Motor startet. *

Du lässt langsam die Kupplung kommen.

So? - Ja.

Ja, genau so.

* Groovige Popmusik setzt ein. *

* Popmusik läuft lauter. *

* Fröhliches Stimmengewirr *

Hallo? (Carlotta) Hey, Papa.

Was ist hier los? Ich dachte, wir gehen essen.

Ich fand, 'ne Abschiedsparty ist besser.

Mit Alkohol? Nee, das ist ohne, nur zum Anstoßen.

Okay. Kannst du den Grill anschmeißen?

Ich, oder wie?

Ja, die Burgerpattys sind in der Tiefkühltruhe.

Ich geh los. Wo gehst du hin?

Zu 'ner Freundin. Ich hab genug Papa gespielt.

Bitte.

(Peter) "Richy, 'tschuldige, dass ich mich nicht gemeldet hab..."

* Klopfen *

Hey.

Können wir noch mal reden?

Ich frag mich die ganze Zeit,

woher dein Vater das Geld für den Urlaub hatte.

Keine Ahnung.

Hm.

Wo warst du letzte Nacht?

Bei 'nem Kumpel. Wie heißt der?

* Er schnauft. *

Wollen Sie den ausfragen, oder was?

Na ja, wir müssen alle Möglichkeiten abchecken.

Das geht nicht.

Was geht nicht?

Das geht nicht.

Der darf auf keinen Fall wissen, dass mein Dad obdachlos war.

Wieso denn?

* Er lacht höhnisch. *

Der denkt sich dann:

"Wie der Vater, so der Sohn."

Und dann ist mein Leben wirklich im Arsch.

Okay, ich verspreche dir, ich sag nichts.

Also, wo finde ich ihn und wie heißt er?

Sam.

"Okay, ich werde das überprüfen.

Bis dahin bleibst du aber in der Stadt, ja?"

* Popmusik läuft laut. *

Hey. Hey.

Gibt's noch was zu essen? Oh nee, da bist du zu spät.

Emmi und ihre Mädels haben alles weggefuttert.

Aber ich kann dir was machen. Nee, ist schon gut.

* Musik endet. * (Mädchen) Hey, was soll das?

(Stella) Es reicht mal, oder?

(Emmi) Kannst du aufhören, dich einzumischen?

Was ist denn da los?

Haben deine Freundinnen keine Schule?

Stella hat die Musik ausgemacht.

Ja, weil die scheiße ist.

Es ist spät, vielleicht sollten wir Schluss machen.

Es ist noch voll früh.

Och, Papi, bitte, bitte, bitte. Noch eine Stunde.

Gut, eine Stunde. Aber dann ist Schluss, ja?

Danke. Ist ja eh schön draußen.

Ich kann ja hier noch so 'n bisschen stehen.

* Popmusik setzt wieder ein. *

Oder tanzen, hm?

Mann, das hätte ich doch auch machen können.

Danke, Papa, ich kann so was schon alleine.

Mir fällt das auch nicht leicht, das kannst du dir ja vorstellen.

Aber lass es nicht an Emmi aus.

Ich bin ja auch nicht sauer auf Emmi.

So sieht das aber aus.

Was ist denn? Hey. * Sie schnieft. *

Ich kann es nicht ertragen, dass Emmi Mama so in den Arsch kriecht.

Ja.

Vielleicht musst du das mit Mama besprechen, okay?

Aber Emmi kann nichts dafür.

Weißt du, wie du aussiehst?

Genau wie deine Mutter, wenn sie böse ist.

Genauso schön.

Sam ist ein richtig enger Freund von Richy.

Er will nicht, dass der erfährt, dass sein Vater obdachlos war.

Okay. Gut.

Ist zu.

Guten Tag.

Heffler, Kripo Köpenick.

Ich weiß nichts. Und was war die Frage auf diese Antwort?

Scherz, Mann. Keine Ahnung.

Kann ich Ihnen helfen? Sind Sie Sam?

Kann sein.

Wir würden gern wissen, wo Sie vorgestern Abend waren.

Wieso?

Weil es uns interessiert.

Ah, verstehe.

Sie haben nur ein paar Fragen.

Ja, und warten auf Ihre Antworten.

Und?

Hier.

Zeugen?

Ja.

Ein Freund von mir. Wie heißt der?

Richy.

Und, was habt ihr gemacht?

Nichts Besonderes.

Geredet, Bier getrunken.

Der Junge musste mal reden.

Worüber denn so?

Die Mom fährt dauernd Taxi, der Dad ist seit 'n paar Jahren tot.

Ich helf ihm ein bisschen.

Er fängt hier 'ne Lehre an, nach der Schule.

Das ist aber nett von Ihnen.

Wer fleißig ist, hat 'ne Chance verdient.

Aber was wollen Sie eigentlich von Richy?

Also, es geht doch um ihn, oder?

Danke erst mal, Herr ...

Erlinger.

Scheiß Name für 'ne Werkstatt.

Wenn ich übernehme, nenne ich sie "Racing Bull".

Racing Bull? Von "Raging Bull", dem Film?

Hm? Na ja.

Was für ein Film? "Raging Bull", ein Film über einen Boxer.

Bestimmt schwarz-weiß, von früher.

Ja, aber es gab schon Farbfilm.

Richy, bist du da?

Ich wollte was kochen.

Ich hab 'ne Stunde Mittagspause, vielleicht können wir mal reden?

Richy?

Wo willst du hin? - Zu Sam in die Werkstatt.

Richy.

Ich will nur, dass du weißt, auch wenn Papa tot ist ...

Ich bin hier für dich, ich bin für dich da.

Okay, bis später. - Ja.

Hey. Peter Michels hat tatsächlich ein Konto.

Seit 'nem halben Jahr werden monatlich 400 eingezahlt.

Am Morgen vor seinem Tod wurde alles abgehoben.

Er war mit 2400 Euro bar unterwegs.

'ne ganze Menge Geld.

Ich hab mir die Bewertungen von dem Restaurant angeguckt,

wo Michels Koch war.

Die "Seemöwe"? Genau. Hört euch das an:

Essen top, aber vor der Tür hingen Penner rum.

"Betrunkener Penner hat uns den Appetit verdorben.", usw.

Das sind Bewertungen von vor 'nem Jahr.

Seit 'nem halben Jahr: nichts mehr von 'nem Obdachlosen.

Bruno hat Peter bezahlt, damit er da nicht mehr auftaucht.

Könnte sein.

Laut Ihrer Internetbewertung hatten Sie Stress mit einem Obdachlosen.

Ihr alter Kumpel, Peter Michels.

Ja, immer, wenn er voll war.

Seit sechs Monaten haben Sie keine schlechten Bewertungen.

Genau zu der Zeit, wo er anfängt,

jeden Monat 400 Euro auf sein Konto einzuzahlen.

Haben Sie zufällig 'ne Ahnung, wo das Geld herkam?

Nein, keine Ahnung.

Gut, dann würden wir gern einen Blick in Ihre Kassenbücher werfen.

Ich hab ihm das Geld gegeben, damit er neu anfangen kann.

Wie, neu anfangen?

Er wollte nach Malle, zu einem Freund mit Restaurant.

Mit Richy?

Klar, er hätte nichts ohne ihn gemacht.

Er war seit ein paar Wochen trocken, und ich hatte ein gutes Gefühl.

Bis er hier vorgestern Abend völlig besoffen aufgetaucht ist.

Er wollte Geld? Und Sie hatten keine Geduld mehr.

Sie wollten sich nicht mehr erpressen lassen.

Nein, er wollte kein Geld haben. Sondern?

Er hat gesagt, dass es nicht klappt, mit der Reise und Richy.

Er wollte mir das Geld zurückgeben.

Er wollte hier wieder anfangen, er wollte sein altes Leben zurück.

Warum haben Sie uns das nicht erzählt?

Ich hab ihm gesagt, dass das nicht geht.

Dass er verschwinden soll.

Ich habe ihm eine Flasche von seinem Lieblingswhisky gegeben,

damit er endlich abhaut.

Ich weiß, dass das falsch war.

Hat er sich totgesoffen? Haben Sie das Geld zurückgenommen?

Nein. Wissen Sie, wo er hinwollte?

Er wollte zu Raabe.

Raabe. Keine Ahnung, er war total besoffen.

Hat er das Geld wieder mitgenommen?

Ja. - (Frau) Bruno!

Kommst du mal?

War's das? - Bruno, wo bist du?

Rauchst du etwa? Komm! - Ich komme, Hase.

* Spannungsvolle Musik *

(Frau, wütend) Bruno, was machst du? - Bin grade fertig.

Gut, dann fahren wir zu Raabe. Wer ist denn Raabe?

Sie heißt eigentlich Jule, ist 'n Kumpel von Peter.

Heißt das nicht Kumpeline? Ja, wenn du willst, Kumpeline.

Geiler Wagen.

(fröhlich) Na, Atze?

Hast du mal wieder schulfrei? - Ja.

Sag mal.

Die Bullen waren da.

Und, was haben ... - Keine Ahnung, was die wollten.

Vielleicht wegen der Sache beim Späti?

Ich hab natürlich nichts gesagt.

Chill mal.

Wo warst 'n du danach noch? - Ich? Ich, äh ...

Nee, ich war auf 'nem Date.

Du kleiner Stecher. Und das interessiert die Bullen?

Kein Plan.

Hey, Richy, bring mir mal den 20er!

Ja.

* Es läuft ruhige Rockmusik. *

Du hast mich angelogen.

Peter war in der Nacht vor seinem Tod noch mal hier. Nee.

Nicht, dass ich wüsste.

Ist der Mantel neu? Altes Erbstück.

Von Bokowski. Sagt dir nichts?

Kaviar auch vererbt worden?

Ja. Konnte Wiesel sich nie leisten, aber Kaviar hat der geliebt.

Woher hast du das Geld? Alle haben zusammengelegt.

Wir feiern heute seinen Abschied, wa, Jungs?

Ruhe in Frieden, Peter! Das glaube ich nicht.

Du hast sein Geld geklaut, und er kam dahinter. Was?

Blöde Bullenschlampe. Schluss mit dem Scheiß.

Ihr geht raus. Los, alle raus, sofort.

Also, wo ist das Geld her? Was wird denn das hier?

Seid ihr bekloppt, oder was? Ich hab den doch nicht umgebracht.

Ich hab nur das Geld aufbewahrt.

Der war hier, ja, hackedicht.

Wollte hier pennen, hat mir Geld geboten.

Ich hab keine Ahnung, wo das herkommt!

Sie haben ihn nicht reingelassen? Nein.

Wenn man hier hackedichte Leute schlafen lässt, fliegt man raus,

achtkantig.

Jetzt passt mal auf, das kann ich nicht riskieren.

Du hast ihn weggeschickt. Logo.

Ich hab ihm noch die Pulle mit dem Whisky weggenommen.

Damit er sich nicht totsäuft, Mann. Ich hab ihn angeschnauzt.

Er hat gesagt:

"Ich geh zum Späti und hol mir so viel Alk, wie ich will."

Dann hat er die Kohle hier vergessen. Wie spät war es da?

Keine Ahnung, halb eins, oder so.

Wo waren Sie in der Nacht? Mit Sylvie aufm Zimmer.

Wo find ich sie? Ist sie hier? Nee, keine Ahnung.

Wie sieht sie aus?

Klein, schlank, blaue Haare.

Gut.

* Schwermütige Musik *

Gut, dann gehe ich jetzt mal Sylvie suchen.

Wird bestimmt nicht leicht.

Ja. Danke, dass du das übernimmst.

Der Flieger geht in ein paar Stunden, weißt du?

Ich weiß. Drückst du sie von mir?

Mach ich. Okay.

Entschuldigt, dass ich so spät bin.

Kein Problem. Wo ist Emmi?

Die macht sich im Bad fertig, aber wir haben Zeit.

Habt ihr alles? Ja.

Sonnencreme? Ja.

Mückenzeug? Ja.

Reisepass? Papa, wir haben alles.

Jaja.

Ich weiß, was fehlt.

Proviant, sie braucht was zu essen.

Kriegt sie doch im Flieger. Flieger, von wegen.

Weißt du, wie lange sie unterwegs ist?

Nee, ich mach ihr noch 'ne Stulle.

Das mag sie so.

Papa, wir müssen los!

Emmi?

Weißt du, wo deine Brotdose ist? Ich find die nicht.

Keine Ahnung. Ist doch egal, nimm irgendeine Tüte.

Nein, die Dose ist super, die brauchst du in Botswana.

(stöhnend) Papa.

(Emmi) Hi. Scheiße, ich find die nicht.

Sag mal, willst du nicht ...

Okay. Nimm's nicht persönlich, ihr könnt ja telefonieren.

Können wir jetzt los?

Aber ohne mich. Ich schaff das nicht, tut mir leid.

Ich bin zu emotional, fang an zu heulen, das ist megapeinlich.

Stimmt.

Megapeinlich. - Ja, dann fahr ich.

Okay, meine große Kleine.

Rufst du an und sagst Bescheid? Ja, Papa.

Ich werd dich so vermissen.

Schnall dich an.

* Harmonische Musik *

Fährst du Emmi nicht zum Flughafen?

Ich schaff das nicht, ich heul dann die ganze Zeit.

Emmi! Carlotta! Wartet!

* Reifen quietschen. *

Komm, wir fahren.

Ich hab sie!

Ich hab sie!

Wartet!

* Schwermütige Musik *

* Lied: "Fuel to Fire" von Agnes Obel *

Kennt ihr eine Frau namens Sylvie? Die hat blaue Haare.

So 'ne Kurze?

Ich glaub, ich hab die unten gesehen.

Hier unten? Danke. Ich weiß es nicht genau.

Guck mal.

Hallo, guten Abend.

Kennen Sie eine Sylvie?

Blaue Haare. Nee?

Okay, danke schön.

* Lied läuft weiter. *

'n Abend.

Entschuldigen Sie die Störung,

kennen Sie eine Sylvie mit blauen Haaren?

Mit blauen Haaren? Ja.

Nee?

* Musik überlagert Dialog. *

* Motorknattern *

* Lied klingt aus. *

Verdammt, ey.

Und?

Lange Nacht gewesen? Ja, aber ich hab Sylvie gefunden.

Sie hat die ganze Nacht mit Jule verbracht. Jule ist raus.

Ich will noch mal mit Richy sprechen. Wieso?

Was, wenn er und sein Vater sich in der Nacht noch mal trafen?

Holen wir ihn her. Er geht nicht ans Telefon.

* Klingeln *

Ist Richy da?

Nee. Können wir sein Zimmer sehen?

Ja klar.

Scheiße.

Hat sich Ihr Verhältnis zu Richy verändert,

seit Peter hier nicht mehr wohnt?

Ja.

Ist schwierig.

Er hat lange nicht mit mir geredet, hat oft woanders übernachtet.

Wann war Richy das letzte Mal hier?

Gestern, am frühen Abend.

Er wollte wiederkommen, aber ich hatte Nachtschicht.

Ich war nicht da. Wieso?

Wussten Sie, dass er alle seine Sachen gepackt hat?

Nee. Was?

Wo wollte er denn hin?

Er wollte zu Sam.

Ich weiß nicht.

Scheiße.

Fuck. - (Richy) "Hey, Leute, die Mailbox."

Wahrscheinlich will er weg von mir, weil er es mit mir nicht aushält.

Ich geh ihn suchen, ja?

Okay, und wir fahren zu Sam. Okay.

* Tür klappt. *

Ist Richy hier? Nein.

Wir suchen ihn. Der wollte schon hier sein.

Wann genau wollte er denn hier sein?

Hören Sie, der Junge hat genug Stress. Was ist denn passiert?

Wir waren vor drei Tagen beim Späti, da war so ein widerlicher Penner.

Der ist auf Richy los und ...

Richy hat ihn umgeboxt und ist abgehauen.

Warum haben Sie das nicht gestern gesagt?

Was haben Sie denn dann gemacht?

Ich bin auch abgehauen. Ich hatte mit der Sache ja nichts zu tun.

Okay, wo ist dieser Späti?

Klosterstraße, Ecke Wiener.

Sie kommen mit.

(Frau) Kannst du mir einen Gefallen tun?

Ich hab ein Problem wegen der Bestellung.

Mein Onkel ist unzufrieden... Hallo.

Warte mal kurz. Nimmt die auf?

Wer bist du?

Kripo.

Ich ruf dich gleich zurück, warte kurz.

Nimmt die auf? Müssen wir gucken, weiß ich nicht.

Okay, ja.

* Traurige Streichmusik *

* Musik überlagert Dialog. *

Sie haben nichts davon mitbekommen? Ich vergess immer, da draufzugucken.

Okay.

Robert? Ich glaub, ich hab hier was.

Danke.

Warum bin ich hier?

Weil Sie uns Informationen vorenthalten haben.

Der Mann, den Richy am Späti niedergeschlagen hat...

Wissen Sie, wer das war?

Das war sein Vater. Der wurde in der Nacht noch umgebracht.

Was?

Der ist doch schon lange tot.

Richy hat Sie angelogen.

Ach Quatsch.

Er war obdachlos.

Richy hätte mir gesagt, dass sein Vater obdachlos ist.

Das glaube ich nicht.

Ich glaube, er hatte Angst, Sie als Freund zu verlieren.

Was wäre ich denn dann für ein Freund?

* Spannungsvolle Musik *

Hi, ist Sam da?

Die Polizei hat ihn mitgenommen.

Was?

* Vibrieren *

(Mitarbeiter) Hi?

Ja. Dein Auto wird heute leider nicht fertig.

Deine Zündkerzen musste ich noch machen.

Ja ...

(Mann via Funk) "Verdächtiger hat die Werkstatt im Kfz verlassen.

Eine dunkelblaue Limousine. Wir hängen uns dran."

Mavi, komm mal schnell.

Richy fährt grade durch die Stadt, ohne Führerschein.

Was? Die Kollegen sind an ihm dran.

Mit Abstand, dass er nicht in Panik gerät.

Gut. Aber wo will er hin?

Das ist doch in der Nähe von seinem zu Hause.

Wo ist Robert? Noch im Verhör.

Ich hole ihn. Die Kollegen sollen nicht eingreifen.

Wir sind unterwegs. Okay.

* Traurige Musik *

(Kirsten) Richy?

* Klingeln *

Richy, wo bist du?

"Wo bist du?"

Ich suche dich. Ich bin bei Papas altem Schlafplatz am Wasser.

"Was? Warum?"

Ja, ich dachte, du bist vielleicht hier.

Wo bist du?

"Okay, bleib da, ich komm zu dir."

Was? - "Ich komm zu dir, bleib da.

Bleib da." - Richy.

* Sie seufzt. *

Richy, wieso fährst du Auto? Das darfst du nicht.

Mama, komm, wir müssen weg. - Was? Wieso?

Mama, ich erklär's später. Ich war's.

Was? - Scheiße, hau ab.

Wir müssen dich festnehmen, wegen Mordverdachts.

Halt, Stopp.

Frau Hansen? Lassen Sie ihn los.

Mama, was machst du?

Der war das nicht. Ich war das.

Nein, ich war das. Ich war das.

Was redest du denn da?

Wir haben uns gestritten, hier.

Weil ich nicht mitkommen wollte nach Malle, und dann ...

Er war so scheiße besoffen und ich habe ihn geschubst.

Und ... er war tot.

Er war tot.

Und dann habe ich ihn angezündet.

Du hast das alles gesehen, hm?

Aber du musst mich doch nicht in Schutz nehmen. Das musst du nicht.

* Richy und Kirsten schniefen. *

Peter hat mich beschimpft.

Er hat gesagt, dass er den Job auf Malle hat, dass er Richy mitnimmt

und Richy nicht zu mir zurückkehren wird.

Und dann bin ich panisch geworden.

Und dann? Dann bin ich hier hin.

Ich wollt nur mit ihm reden.

(lallend) Was willst du denn hier? Verpiss dich.

Ich muss mit dir reden.

Ich aber nicht mit dir.

Du hältst dich von Richy fern, okay?

Du hältst dich von ihm fern, sonst zeig ich dich an.

Nee, kannst du vergessen, ich bin sein Vater.

Du machst den Jungen kaputt, merkst du das gar nicht?

Richy ist mein Sohn.

Mann, der hasst dich für das, was du bist.

Was du aus dir gemacht hast.

Du bist 'n Säufer.

Kirsten.

Bitte, wir waren mal 'ne schöne Familie.

Das sind wir schon lange nicht mehr. Hör auf.

Lass mich los!

Lass mich los, Mann!

Peter?

* Dissonante Klänge *

Oh Gott.

* Sie atmet heftig. *

Ja, und dann ...

* Traurige Musik *

Dann habe ich hier einfach ... alles angezündet.

Ich weiß gar nicht, warum. Ich wollte das gar nicht.

Nee, das haben Sie nicht.

Sie haben Peter nicht angezündet.

Das warst du, Richy. Oder?

Du wolltest die Beweise gegen deine Mutter vernichten.

(Peter) Was willst du denn hier? Verpiss dich.

(Kirsten) Ich muss mit dir reden. - Ich aber nicht mit dir.

Halt dich von Richy fern. Sonst zeige ich dich an.

Das kannst du vergessen.

Hör auf, lass das. - Wir waren eine schöne Familie.

Das ist lange her. Jetzt hör auf!

Lass mich los! - Ah!

* Poltern, Platschen *

* Motor startet. *

Fuck.

* Tragische Musik *

* Er schnieft und schluchzt. *

Warum hast du nichts gesagt?

Das hättest du mir sagen müssen. - (weinend) Ich war verwirrt.

Ich war verwirrt.

Och Mensch, es tut mir so leid.

(weinend) Ich war verwirrt.

Es tut mir so leid.

Aber das ist doch jetzt nicht so schlimm, oder?

Dafür muss er nicht ins Gefängnis, oder?

Richy, das wird schon. Das wird alles.

* Traurige Musik läuft weiter. *

Und was passiert jetzt?

Das Jugendamt wird sich um dich kümmern.

Ich hab da 'n guten Kontakt.

Hey, Richy.

Sam.

Es tut mir leid, dass ich dein Auto geklaut hab. - Mein Beileid.

Wenn ich dir helfen kann, sag Bescheid.

Danke.

Guten Morgen. Morgen. Danke.

Bitte.

Und, mit Richy alles geklappt? Ja.

Das ist gut.

* Nachrichtensignal *

Eine Nachricht von Emmi.

"Hey, Papa, ich bin grad angekommen.

Hier am Flughafen ist es schon voll bunt

und es sieht jetzt schon total krass aus.

Und es riecht auch ganz anders als in Berlin.

Ich find's auf jeden Fall schon total cool.

Warte mal kurz.

Da ist 'ne Katze oder ... Nee, das ist ein Leopard.

Papa, Hilfe!"

Sag mal, meint die das ernst?

Da ist noch 'ne Nachricht, hör die ab.

"War nur 'n Scherz, Papa. Alles gut, beruhig dich."

Also, sehr lustig.

Und was hast du da mitgebracht?

Brotdose.

Ich bin jetzt aber nicht dein Töchterchen-Ersatz.

Gucken wir mal.

* Lied: "Sledgehammer" von Peter Gabriel *

Danke. Bitte.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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