All language subtitles for Junges Licht (2016) Deutsch F├╝r H├╢rgesch├ndigte

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Original subtitles

♪ [Glockenmusik] ♪

[Mann ATMET SCHWER]

[Mann STÖHNT]

♪ [Ruhige Musik] ♪

♪ [Ruhige Musik] ♪

Aah!

- Lippek? - Was denn?

Hörst du? Kohle kommt!

Jo!

♪ [Ruhige Musik] ♪

♪ [Melodische Musik] ♪

[DING-DING-DING]

[DING-DING]

[RUMPELN]

[DING]

[Mann:] Die spinnen.

Wie soll ich bei dem Gedinge meine Meter machen?

Der Motzkat sagt zu mir: "Ja, du hast ja Recht, Waller."

"Du kennst doch den Arsch."

"Der sitzt oben am Reißbrett und denkt, die Kohle wächst im rechten Winkel."

Ich sag: "Scheiß auf den, du bist der Steiger."

"Sorg dafür, dass Stempel da sind und richtig ausgebaut wird."

[Frau:] Was sagst du?

"Ich bin doch nicht blöd", hab ich gesagt.

Nee, das bist du nicht, Vater.

Was ist das?

Ich bin gestürzt.

Ist nicht schlimm.

Auf Schacht 3 haben sie die neuen Kohlehobel.

Die sind bekloppt.

Die haben statt einen gleich zwei Meter rausgehobelt, auf 70, 80 Meter.

Was passiert?

Da fällt eine ganze Kohlenlage runter und begräbt den Hübner.

- [Frau:] Den Hübner? - [Waller:] Den Hübner.

Der auf dem Revierfest mit mir tanzen wollte?

Genau der. Der kleine Dicke.

[Frau:] Und?

Was, und?

Wir schleppen den Mann 2 1/2 Kilometer bis zum Schacht, auf einer Leiter.

- Auf einer Leiter? - Und jetzt pass auf:

Der Fahrsteiger öffnet den Aufzug und fragt mich nach dem Wetterbuch.

Mich! Nach dem Wetterbuch!

Bin ich der Wettermann?

Ich sag: "Wir haben einen Verletzten."

"Wollen Sie, dass der stirbt?" Dem hätte ich am liebsten eine...

- Wie geht es ihm jetzt? - Wem?

Dem Kumpel, den ihr rausgetragen habt?

Dem Hübner.

Die einen sagen so, die anderen so.

Das Bein bleibt steif.

Aber es hat auch sein Gutes.

Er muss nicht mehr arbeiten.

Mit Unfall und Rente hat er mehr Geld als vorher.

- Aber das Bein bleibt steif. - Na und?

Wenn die so weitermachen auf Schacht 3...

mit dem Kohlehobel.

Die kommen gar nicht mit dem Ausbau nach.

Weißt du, was das Hangende dazu sagt?

Das sagt ganz lange gar nichts.

Ganz lange.

Und dann kommt auf einmal so ein Sargdeckel runter.

[Mädchen:] Was ist ein Sargdeckel?

Was das ist?

Das kann ich dir sagen.

Das ist...

Das... das ist...

ein Stein.

Das ist eine Steinplatte.

Eine riesige...

[Mädchen:] So groß wie unser Tisch?

[Junge:] Nee!

Viel größer, So groß wie ein Haus.

[Mädchen:] Und warum sagt ihr dazu Sargdeckel?

Wenn so einer runterkommt, bist du begraben. Oder, Papa?

[Frau:] Julian, mach deiner Schwester keine Angst!

[Waller:] Ein Sargdeckel ist nicht richtig verwachsen mit dem Berg.

Der hängt so locker rum.

- Wie ein Wackelzahn? - Schluss jetzt!

Muss nicht runterfallen. Karn auch Schön hängenbleiben.

Und wenn doch?

Dann klappern die Gläser im Schrank.

Walter!

[KLATSCH]

[KLATSCH]

[KLATSCH]

Noch einen.

[KLATSCH]

Das war's jetzt?

In die Ecke. In die Ecke!

Schlagt eure Hefte auf!

[Junge:] Was ist?

Ich konnte nicht schreiben. Hab mich verletzt.

- Aber seit wann schreibst du mit links?

[Lehrer:] Und?

Kann ich austreten?

Hey,

du da!

Was treibst du dich hier rum? Kannst du mir das erklären?

- Ich bin krank. - So siehst du aus.

Was noch?

- Die Tosca ist weg. - Wer?

Ist einfach weggelaufen.

- Wer ist denn Tosca? - Das hat er noch nie gemacht.

Das ist mein Hund.

Können Sie das hier aufhängen?

Vielleicht hat ihn einer gesehen.

Na klar.

Der kommt schon wieder. Hier häng ich das hin.

Auf seiner Marke Steht alles drauf.

Wie ich heiße, wo ich wohne.

Die soll ja früher mal in einer Bar gearbeitet haben.

In Köln.

Als Sängerin.

[Kiosk-Frau:] Was stehst du noch rum hier?

Hau ab! Scht!

♪ [Ruhige Musik] ♪

♪ [Melodische Musik] ♪

Na?

Ich warte einfach.

- Quatsch. Da wisch ich kurz noch mal drüber.

Geh ruhig hoch. Du hast bestimmt Hunger.

Na komm.

[Frau:] Ups.

Wie läuft es in der Schule, Juli?

Na ja, es geht so.

Aber mit diesen Maronde-Jungs ziehst du nicht um die Häuser, oder?

Nie.

Gott sei Dank. Und jetzt hoch mit dir.

Hallo.

Komm her.

Wieso bist du aus der Schule weg?

Häh?

Der schlägt auf die Finger!

[Mutter:] Ja, und?

Warum auch nicht? Selber schuld, ohne Hausaufgaben! Komm her!

[RADIO-MUSIK]

- Nein, Mutti! - Doch!

Juli!

Aua!

Ah!

Juli!

Hör auf! Hör jetzt auf!

Mama, bitte nicht!

[TÜRKLINGEL]

Liesel?

[Radiomusik AUS]

Ich bräuchte eine Tasse Mehl.

- Kannst du mir helfen? - Ja, Trudchen. Komm... [KNACKS]

Oh!

Komm rein!

[Mann:] Hey.

Na?

Warte mal.

[Julian SCHNIEFT]

[Trudchen:] Ich weiß nicht weiter.

[Liesel:] So schlimm?

Letzten Sonntag wollte sie im kurzen Rock in die Kirche.

- Echt?

Konrad hat es natürlich verboten.

Er sagte: "Sie muss sich nicht wundern, wenn sie mal einer in die Büsche zerrt."

Hier. Ich weiß, wie gern du eine hättest.

- Für mich? - Rede ich mit dem Briefkasten?

Bist doch ein Gucker. Genau wie ich.

Fotografieren?

Das ist wie Zeichnen, nur mit Licht.

Wenn die Besuch hat. sagst du uns Bescheid, ja?

- Ich leihe sie dir über die Ferien. weißt du, wie man die bedient? - Ja.

Das geht so schnell!

Paar Komplimente, bisschen Likör.

Und dann bin ich Oma und das Arschloch ist weg.

Zeit, Blende und Entfernung.

Film entwickle ich dir.

Aber ich will ein paar gute Fotos sehen.

Ich fotografiere die Rehe im Tierpark.

Pff. Rehe. Ist das nicht langweilig?

Knips lieber deine Kumpels.

Ja, mach ich.

Ihr fahrt doch zum Baggersee.

So was guckt man sich später gerne an. [Tür ZU]

[Trudchen:] Das findest du lustig?

Ja, das finde ich jetzt lustig.

Du bist bald Oma!

[Lippek STÖHNT]

[Waller:] Ruhig! Ruhig!

Hast du gehört?

Nee.

[Waller:] Ah, gehen wir.

[ZUGPFEIFEN]

♪ [Ruhige Musik] ♪

[SCHRITTE, KLIMPERN]

- Hast du schon gefrühstückt? - Nee.

Zieh die Hose aus, ich will sie waschen.

Du bleibst heute bei deiner Schwester. - Was?

Es sind Ferien! - Genau.

Dann kannst du auch mal was für mich tun.

Ich muss zur Untersuchung.

Und ich muss ein bisschen Arbeit finden.

Und wer macht uns Mittagessen?

Du!

Hol eine Packung Miracoli für dich und Sophie.

Das reicht nicht.

[KLIMPERN]

Mit dem Flaschenpfand reicht es.

Pass auf, dass Sophie nicht an den Herd geht.

- In den Ferien darf ich Hähnchen holen.

Das hast du versprochen. - Aber nicht am 23.

Du bist gut.

Nächsten Monat vielleicht.

Boah!

♪ [Ruhige Musik] ♪

[Mädchen:] Na du, sagt man nicht "Guten Morgen?"

Morgen.

Hab ich beschissen geschlafen!

[Sie STÖHNT]

Die Hitze macht einen irre, was?

Wie im Brutkasten.

- [Julian:] Lass doch Fenster offen. - Damit du bei mir einsteigst?

Wieso? Was sollte ich bei dir?

[Mädchen:] Fahrt ihr in den Urlaub?

- Nö.

Wieso nicht?

Ihr fahrt ja auch nicht.

- Weil wir dieses Haus abbezahlen, Kleiner.

Vielleicht muss sie ins Krankenhaus. Darum bleiben wir.

- Kriegst du noch ein Brüderchen? - Quatsch.

- Sie hat's mit der Galle. - Was soll das?

Du sollst die Hose ausziehen! Ich will die Waschmaschine anstellen.

Ich hab doch nur die. Die anderen sind kurz.

- [Mädchen:] Gehen Sie aus? - Schön wär's. Ich muss in die Stadt.

Ach so. Mein Sohn will erwachsen werden.

Dann benimm dich so! Große Männer kriechen nicht im Gras rum.

Jedenfalls nicht mit Hose. Runter damit!

Ja, gleich.

Nein, sofort! Ich muss los.

Bist du schwerhörig?

Zieh deine Hose aus!

Ich geh doch schon.

Wieso? Wohin denn? Die Waschmaschine Steht hier.

Ihr macht mich alle wahnsinnig.

Komm!

♪ [Melodische Musik] ♪

Komm schon, schnell.

Ich hab Angst. Ich will nach Hause.

Du wolltest doch Papa sehen!

Was ist? Komm.

Ja.

Ich will auch was sehen!

[Sophie:] Ha ha, die sind ja alle nackt!

Die sind alle nackt!

[Julian:] Jetzt komm! Weg hier!

[Tür AUF]

[Tür KNARZT]

[KIRCHENGLOCKEN]

- Entschuldigung! - [Pfarrer:] Ist mir egal!

- Ich... - Kannst du lesen?

Lies mal die Stelle hier. Schön laut.

"Die Väter haben saure Trauben gegessen."

"Aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden."

Na prima, klingt doch gut. Du machst den Lektor.

- "Jeder, der sündigt, soll sterben." - Ja, ja. Jetzt anziehen.

[ORGELMUSIK]

Pass beim Umblättern auf!

Der Goldrand klebt. So, jetzt aufstellen.

Und los, schön langsam.

[LAUTE ORGELMUSIK]

[ORGELMUSIK]

[STIMMENGEWIRR]

Oh danke, Schätzchen.

Schöne Stimme hast du.

Die Väter essen saure Trauben, den Kindern werden die Zähne stumpf.

Wunderbar! Wie ein richtiger Profi.

- Danke, Frau Morian. - Kommst du mal bei mir vorbei?

Ich könnte etwas Hilfe gebrauchen.

Aber du willst ja Priester werden!

Ich? Nein, überhaupt nicht!

"Den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden!"

Den Kindern!

Stumpf!

Als ob man nicht genug am Hals hätte.

[Lippek:] Ich war gestern bei der Morian.

Hast du zu viel Geld?

Nee, zu viel Tinte auf dem Füller.

Und wie viel?

- Wie viel was? - Time auf dem Füller?

Nee.

Wie viel musstest du zahlen?

Nichts.

Hab ihr meine Uhr dagelassen.

Die Kienzle?

Die ist doch kaputt.

Ja, sag ich doch.

♪ [Ruhige Musik] ♪

[Der große PFEIFT]

Hast du Lotto gewonnen?

Du solltest Stuyvesant kaufen, du Pinsel.

Ging nicht. Sollte ja für meine Eltern sein. Verstehst du?

Hey, Pinsel?

Was ist das für ein heißes Teil?

Mach mal Foto von uns!

Kommt rüber, Jungs. Kommt hierher, los!

Na los, Pinsel!

Und Weile, du verwackelst!

[KLICK]

- Ist im Kasten. - Noch eins!

[KLICK]

Jeder von uns dreien kriegt einen Abzug.

Ich bin so geil, ich könnte einen Schlüpfer fressen.

Bin ich jetzt Mitglied?

Lass dir mal Eier wachsen!

Dann überleg ich es mir.

Und bring uns Fotos von Marusha!

Weile, die sind nichts zum Wichsen.

Verstanden?

- Hast du verstanden? - Ja.

♪ [Ruhige Musik] ♪

Was machst du denn hier? Und wie siehst du aus?

Na Waller, Begleitschutz?

- Tschüss. - Tschüss.

Was gibt es zu essen?

- Ich glaube Spinat. - Und?

Bratkartoffeln und Spiegelei.

Bist du ein Mädchen? Halt dich am Sattel fest.

[FAHRRADKLINGEL]

Mama?

Mama, wir sind wieder da!

[Julian:] Mama?

[SEUFZT]

[Waller:] Was ist los?

Mama ist weg.

Wie weg? Das kann doch nicht sein.

Liesel?

[Julian:] Mama?

Papa, sie ist hier.

Hast du wieder eine Kolik?

Sollen wir einen Krankenwagen rufen?

Nein. Lasst mich einfach hier liegen.

[ZUGPFEIFEN]

Möchtest du eine Wärmflasche?

[WALLER SEUFZT]

Jetzt hör mal zu.

Wenn du krank bist,

dann geh bitte zum Doktor.

Und wenn was mit der Galle ist,

dann lass die bitte reparieren.

Wozu gibt's denn Krankenhäuser?

Ich bin dieses ganze Hin und Her leid.

Wenn ich von der Arbeit komme, will ich was zu essen!

Verstehst du?

Dann steht das verdammte Essen auf dem Tisch!

Wenn du soviel rauchen kannst,

dann kannst du für deine Familie auch was kochen!

Steh gefälligst auf!

♪ [Ruhige Musik] ♪

[SCHLUCHZT]

[SCHLUCHZT]

[Lippek:] Was ist es denn jetzt?

Galle?

Nee.

Der Doktor sagt, es ist was Seelisches.

Was Seelisches?

Was heißt das denn?

Weiß ich nicht.

Hat irgendwas mit Gefühlen zu tun.

Oder mit den Nerven.

Die Ehe meines Bruders

wurde wegen "seelischer Unverträglichkeit" geschieden.

Was das heißt, kann er mir bis heute nicht sagen.

Aber ich habe eine Vermutung.

Pass auf:

Mein Bruder hat einen viel zu langen Sack.

Ein richtiges Gehänge.

Und nach jeder Nummer hat seine Frau ihn gefragt:

"Sag mal Rudi,

haben wir gefickt oder hast du mir den Arsch gehauen?"

Auf die Dauer hat das meinen Bruder...

seelisch geknickt.

Der Arzt hat ihr viel Ruhe verordnet.

Jetzt will sie mit der Kleinen

zu ihrer Mutter ans Meer.

- Und der Junge? - Bleibt bei mir.

Morgen fährt Jupp sie zum Bahnhof.

Dein Schwager?

Mit dem Opel Kapitän?

Womit denn sonst?

Hey, wo guckst du hin?

[Julian:] Wieso?

Nirgends!

- Du hast mir untern Rock gelinst! - Gar nicht.

- Gute Reise, Frau Collien. - Danke, werde ich haben.

Erhol dich gut, ja?

Sophie soll nicht zu weit schwimmen.

- Ja. Weiß ich. - Und lass sie nicht auf die Koppel.

- Die Stuten haben ihre Fohlen gekriegt. - Ja, ja.

Im Kühlschrank steht Nudelsalat. Und benutzt ab und zu den Staubsauger.

Sei nicht zu wild, wenn sie weg sind.

Bring du sie sicher zum Bahnhof.

Die Pflanze nicht vergessen!

[Auto STARTET]

♪ [Melancholische Musik] ♪

♪ [Melodische Musik] ♪

[KLICK]

♪ [Schnelle melodische Musik] ♪

Hey, du Spanner! Schämst du dich nicht?

Wieso?

Ich hab ein Glas Milch getrunken.

- Du hast meine Titten fotografiert. - Gar nicht!

- Nur von hinten. - Also hast du reingeguckt.

Wenn du das Fenster offen lässt.

Wo soll ich denn hingucken?

♪ [Ruhige Musik] ♪

Ist dein Vater da?

Nee, auf Arbeit.

Aber ich hol dir eine von seinen Zigaretten.

- Lass mal. Sind mir zu stark.

Hat deine Mutter schon geschrieben?

Nee, die ist ja gerade erst weg.

[Marusha:] Was ist los mit der? Was hat die?

Wie, was sie hat? Galle!

- Klar. Ich meine, warum verhaut sie dich immer?

Passiert nicht so oft.

- Ich höre das doch. Fast jede Woche.

Die haut Kochlöffel auf euch kaputt.

Nicht auf Sophie.

- Kriegst du keine Haue? - Nee.

- Dein Vater hat dich auch gehauen. - Welcher Vater? Ich hab keinen.

Der Gorny. Wegen dem kurzem Rock für die Kirche.

Das ist meine Sache!

Ich werde 16. Wenn er das nach mal macht, sag ich dem Jonny Bescheid.

Oder ich hau ab.

Echt? Das würdest du machen?

- Und dann? - Ja nichts.

Wenn du dich für die Freiheit entscheidest, kann dir nichts passieren.

Nie!

Guck mal, das wird eine Narbe.

Das ist doch keine Narbe, Kleiner. Das ist ein Kratzer.

Wird aber mal eine.

Gefällt dir das?

Geht so.

[PLÄTSCHERN]

[Julian:] Das ist unsere Küche!

Lern ich jetzt deine Freundin kennen?

Du hast doch sturmfreie Bude.

Ich hab doch keine Freundin.

Ich bin 12.

Du bist fast 13.

Wen magst du denn in deiner Klasse?

Kenn ich die?

Wir sind nur Jungs.

- Und sonst?

Noch nie ein Mädchen geküsst?

Nee.

- Dann musst du es mal lernen, oder?

Küssen ist wichtig.

Die meisten Jungs können das nicht. Die wollen immer gleich mehr.

Frag Jonny.

Dem ist egal, ob eine Frau hässlich ist oder aus dem Mund riecht.

Weißt du, was er sagt?

"Leg ich ein Handtuch drüber."

Wieso?

Das ist doch bescheuert.

Mit dem Handtuch sieht er sie ja gar nicht mehr.

[Fernseher:] Ich hole ihre Sachen aus dem Hotel. Sie warten im Wagen.

[Spannende FILMMUSIK]

[LAUTES KNATTERN]

[LAUTES PFEIFEN]

[Spannende FILMMUSIK]

[TÜRKLINGEL]

[Fernseher:] Es gibt Menschen, die uns immer ein Rätsel bleiben.

Auch wenn wir sie vielleicht lieben.

[Fernseher AUS]

[TÜRSUMMER]

Bist du bescheuert?

Du verpetzt mich nicht, oder?

Jonny und ich wollen nur was bereden.

Knutscht du mit dem?

Nicht frech werden, Kleiner! Geh schlafen!

[FILMMUSIK]

[KLOPF KLOPF]

[KLOPF KLOPF]

[KLOPF KLOPF]

Wer ist da?

[Marusha:] Wer wohl.

Können wir bei euch pinkeln?

Wir haben geredet und zu viel Bier getrunken.

- Warum geht ihr nicht auf euren Topf? - Der ist voll.

Bitte Juli. Du kriegst auch was dafür.

- Geradeaus. - Das weiß er.

Hat er dich gewürgt?

Was ist das hier, du Arsch? Bist du bescheuert?

Wieso?

Ist ein kleines Brandzeichen.

Damit jeder sieht, dass sie vom Jonny ist.

Ja? Wie soll ich das in der Firma erklären?

- Was meinst du, was die denken? - Klappe. Geh pissen.

Selber schuld, oder?

Wie alt bist du, Kleiner?

Fast 13.

Also 12.

Hast du schon Haare am Sack?

Sei nicht beleidigt. Du bist doch kein Mädchen.

Willst du mal auf meiner Kreidler fahren?

Das würden Sie mich machen lassen?

Du fährst morgen auf meiner Kreidler.

Ich bin noch nie Moped gefahren.

Sag nie wieder Moped zu meiner Kreidler!

Siezen musst du mich auch nicht.

Du bist der Julian und ich bin der Jonny. Klar?

Klar. Aber...

- Eine Kreidler ist doch ein Moped? - Das ist egal.

- Danke. Juli. - Und mach du kein Theater!

Der Fleck ist morgen von gestern.

Geh Jetzt ins Bett, ja? Ich geh jetzt auch schlafen.

Das werden wir sehen, ob die schlafen geht.

[ROCKMUSIK LÄUFT]

[Gedämpftes STÖHNEN und LACHEN]

[Marusha:] Julian, mach jetzt bitte das Fenster wieder zu!

[SCHLUCHZT]

[WEINT]

[KLOPF]

[KLOPF KLOPF]

Julian?

[Waller:] Was ist los?

Warum schließt du dich ein?

Eigentlich wollte ich nicht abschließen.

Es lief so einen gruseliger Film.

Du spinnst doch.

Ein Film ist ein Film und du bist du.

Wer soll dir hier was antun?

- Keiner. - Na also.

Lass die Glotze aus, Mensch!

Die Tür wird nicht abgeschlossen, klar?

Ich will eine Antwort!

Ja.

[SEUFZT]

♪ [Ruhige melodische Musik] ♪

♪ [Melodische Musik] ♪

[Hund BELLT]

Was macht ihr mit dem Hund?

Willst du Mitglied werden?

Halt den dreckige Nuttenhund fest!

[Hund WINSELT]

Lebendfackel.

Verstehst du?

Hey!

Wo willst du jetzt damit hin?

[Hund BELLT]

♪ [Melodische Musik] ♪

Und jetzt hau ab!

Hau schon ab!

[Hund BELLT]

Ich tauf dich "Fackel".

Was war das für ein Lärm?

Entschuldigung.

Ich wollt dich nicht wecken.

Ich wollte dir Brote und Tee für die Arbeit machen.

Was riecht hier so?

Hast du gezündelt?

Ich?

Nee, nee.

Der Dicke, der Olaf, der...

Da durfte ich die Zündapp reparieren helfen.

Äh, die war kaputt.

[SCHEPPERN]

Komm! Komm raus!

[KLICK]

Was machst du in meinem Schuppen?

Ich fotografiere den Hund.

Hab ich gesagt, du sollst Hunde fotografieren?

Woher hast du den?

Das ist ein Jagdhund. Reinrassig.

Der gehorcht mir aufs Wort.

[KNURRT, BELLT]

Den darfst du nicht in den Schuppen sperren. Das ist Tierquälerei.

Der braucht Auslauf. Hättest mich fragen können.

Mein Schuppen ist also euer Versteck.

Wir hatten so was früher auch.

Wenn unsere Eltern gewusst hätten. was wir da alles gemacht haben...

Was macht ihr denn so?

Wir spielen Karten.

Autoquartett oder Mau-Mau.

Und ich zeichne hier meistens.

Sag schon, welche Sachen macht ihr hier?

Was für Sachen?

Hältst du mich für blöd, oder was?

[Julian:] Nee.

Muss dir nicht peinlich sein. Ist doch normal.

Haben wir auch gemacht.

Was meinen Sie, Herr Gorny?

[Gorny:] So siehst du aus.

Hör mal,

wenn dein Vater auf Nachtschicht ist,

langweilst du dich da nicht? Du bist doch ganz allein.

Ich mein, ich schlaf auch schlecht.

Ich könnte doch mal vorbeikommen. dich besuchen.

Spielen wir was zusammen. Dein Autoquartett oder so.

Das mit dem Hund,

das bleibt unter uns.

[Gorny:] Ja?

Julian?

Sag mal einen Satz mit Bochum, Köln und Saxophon.

"Er boch-um die Ecke, um zu pin-köln.

Da konnt' man seinen Sack-so-von der Seite sehen."

[Hund BELLT]

♪ [Rock-Musik] ♪

Der Gorny hat mich letztens gefragt, was ich werden will.

Hab gesagt, Bergmann, wie du.

Und er hat gesagt: "So siehste aus".

Woher weißt du das?

Was soll er sonst sagen? Ist eben der Gorny.

[Beide LACHEN]

Ich will auch gar nicht Bergmann werden.

Ich werd Koker auf der Kokerei.

[Waller:] Was?

Auf Kokerei arbeiten?

Wieso das denn?

Ich mag das Feuer und den weißen Dampf.

Noch bist du frei.

Kannst Bergmann werden

oder Stahlarbeiter

oder Koker.

[Waller:] Im Stahlwerk ist das meiste Feuer.

Das Stahlwerk macht den Himmel rot.

Der weiße Dampf kommt aus der Kokerei.

Wenn das Koks gelöscht wird.

[Julian:] Genau alle zehn Minuten.

[Waller:] Ja.

Die Öfen dürfen nie ausgehen.

Auch Weihnachten nicht?

[Waller:] Eine Kokerei arbeitet immer.

Weihnachten und Silvester. Ostern und Pfingsten.

Einfach immer.

Tag und Nacht. Und da willst du hin?

Nicht auf Zeche?

Bei dir unter Tage ist immer Nacht.

[Waller:] Kann auch schön sein.

Das waren mal alles Wälder da unten.

[Julian:] 145 verschiedene, übereinander geschichtete Wälder liegen unter uns.

Woher weißt du das denn?

Heimatkunde.

So was lernt ihr in der Schule?

Püh!

Hö!

Ich werd Koker.

Und was machst du dann da als Koker?

Was alle anderen auch machen. Kohle verbrennen und löschen.

Moment.

Meinst du, ich hol die Kohle aus der Erde, damit du Koker sie verbrennen kannst?

Nicht?

Kohle wird gebacken.

Was? Wieso das denn?

Weil das so ist.

Alles, was in diesen Wäldern war, kommt beim Backen wieder raus.

Das schwarze Gold.

[Waller LACHT]

[Beide LACHEN]

[Waller:] Gut, dass Mutter keine Wäsche draußen hat.

♪ [Rock-Musik] ♪

[Julian:] Sag mal,

der Gorny ist doch Bergmann wie du, oder?

Warum hat der ein Haus und wir nicht?

Das Haus gehört der Bank, nicht dem Gorny.

Das kommt für mich nicht in Frage.

Ich will frei sein.

Ich auch.

Mach mal zwei Brote für mich.

♪ [Melodische Musik] ♪

Aaaaah!

♪ [Melodische Musik] ♪

- Nicht erschrecken!

Ich wollt nur wissen. wo euer Flickzeug ist.

Mach den Mund zu, Milchzähne werden sauer.

Wo ist euer Flickzeug?

Draußen im Regal.

Und was machst du hier?

Kohlen holen.

Das sehe ich. Und warum machst du es nicht?

Vergessen.

Vergessen kannst du Rot-Weiß-Essen.

Hö hö hö.

Ein Junge in deinem Alter geht nicht in die Hocke zum Arbeiten!

Das ist was für Mädchen.

Arbeite mit Schub, nicht mit Druck.

Bück dich mal.

[RUMPELN]

Nee, so nicht. Pass auf.

Mit Schmackes, komm!

Und!

Und!

Na siehst du, geht doch!

Schon was geknipst?

- Ja, den kleinen Schulz. - Kommst du mit dem klar?

Schon in Ordnung.

Er betrügt nie beim Kartenspielen.

[Gorny:] Ja, so wie ich.

Der kleine Schulz ist ein süßer Fratz.

Der wird bestimmt mal schwul.

♪ [Ruhige Musik] ♪

Du langweilst dich, was?

Nee, schon in Ordnung.

Doch, du langweilst dich.

Pass auf.

Wir können was unternehmen.

Wir besuchen den Lippek.

Das ist ein ganz feiner Kerl.

Und sein Bruder

ist ein richtiger Krimineller.

- Echt? - Ja.

Der hat sieben Millionen erbeutet.

Erinnerst du dich an den Diamantenraub vor zwei Jahren?

Klar.

Das war Lippeks Bruder.

Da gehen wir hin?

Du räumst den Tisch ab.

Ich rasiere mich. Dann gehen wir los.

♪ [Ruhige Musik] ♪

Diese Sonntage sind zum Sterben, oder?

Du wartest die ganze Woche, bis du frei hast,

und dann weißt du nicht, was du machen sollst.

Ich glaub, ich wandere aus.

Nach Holland vielleicht.

Da gibt's diese Gammler.

Die arbeiten nicht und leben trotzdem gut.

Mach doch was mit Jonny.

Mit wem? Der Arsch braucht mir gar nicht mehr zu kommen!

Wir machen einen Ausflug.

Zum Lippek. Ist ein echter Diamantenräuber.

- Stand sogar in der Zeitung. - Echt?

Er war jedenfalls dabei.

Er oder sein Bruder.

Kannst ja mitkommen und ihn fragen.

Meinst du?

Hallo, Herr Collien.

- Sie machen einen Ausflug? - Quatsch. Wir gehen spazieren.

Kann ich mitkommen?

- Bist nicht mal richtig angezogen. - Ich brauch eine Minute.

- Vielleicht nächstes mal. - 30 Sekunden.

Bitte, Herr Collien. Juli hat gesagt, ich könnte mit.

Na schön, meinetwegen.

Wir gehen aber nur bis zum Kleekamp.

Und sag deinen Eltern Bescheid.

Du fängst ja früh an.

Zieh dich an und kämm dir die Haare. Zack!

Kann ich so gehen?

So nehm ich dich nicht mit. Zieh dir noch was an.

Warum? Es sind fast 30 Grad.

Du weißt, was ich meine.

Ach so.

Sieht man das? Bin gleich wieder da.

♪ [Rock-Musik] ♪

In welchem Gebäude arbeiten Sie?

In keinem.

Ich arbeite unter der Erde.

Oh Gott, den ganzen Tag?

Zur Zeit die ganze Nacht. Wieso?

Wie kann man da arbeiten?

Das ist doch ungesund, oder?

Der Staub, die schlechte Luft, Dreck unter den Fingernägeln.

Und immer passiert etwas.

Auf dem Bau kann man auch vom Gerüst fallen.

Und im Stahlwerk...

Was weiß ich...

Wichtig ist, dass du die Familie ernährst.

Aaaah!

- Was ist? - Ich bin in eine Distel getreten.

Junge, Junge. In eine Distel getreten...

Komm!

Setz dich da hin.

[Waller PFEIFT]

[Waller PFEIFT]

Waller, alter Grubengaul!

Warte, ich komme.

Sag doch was, dann hätte ich mich rasiert.

- Das ist mein Ältester. - Ich weiß. Und das deine Tochter?

- Gornys Tochter. - Sicher?

- Sicher. - Ist ja ein richtiger Pokal.

- Hast du einen Bartwuchs! - Das sind die Hormone!

Gib's zu! Du ziehst dir die Stoppeln mit dem Staubsauger lang.

Seh ich so aus?

[Waller und Lippek LACHEN]

Geht ihr schon mal rein. Ich hol uns was zu trinken.

Nicht weglaufen!

[Flaschen KLIMPERN]

Setzt euch!

Nee,

du kriegst das Malzbier.

[Lippek:] Da wird der Sonntag ja doch noch was.

Ladies first.

Der läuft runter wie ein Lied.

Was ist?

Schwanger?

Die kriegt nichts. Nichts Starkes.

- Sie ist erst 15. - Im Ernst?

Ich werd verrückt.

Gut, dass du das sagst.

Man will ja wissen, warum man ins Gefängnis kommt, oder?

Ich dachte, sie wär schon heiratsfähig.

- Aber einen kann die, Waller! - Nur einen, Herr Collien.

- Ich werd bald 16. - Siehst du, sie wird bald 16.

Also Herrschaften,

auf deinen Vater!

Keiner arbeitet so wie der.

Und er ist ein echter Kumpel.

Dass ich was geworden bin in der alten Grube,

das verdanke ich nur dem Waller.

Dem Waller-Knaller! Prost!

Mmh.

Der ist gar nicht so süß, wie ich dachte. Richtig lecker.

Stimmt es, dass Sie Diamantenräuber sind?

Pass mal auf, du!

Bevor du noch ein Wort sagst:

Wir sind hier in meiner Wohnung!

Oder wo sind wir hier?

In meiner Wohnung siezt man sich nicht.

- Für dich bin ich du, klar? - Klar.

[Waller:] Hör auf!

Nee, Waller, das ist mein Revier.

Prost!

[Marusha:] Also was jetzt?

Hast du Diamanten geklaut?

Unglaublich, oder? Hättest du gedacht, dass die 15 ist?

Eine richtige Frau. Voll ausgebildet.

- Nein, ich bin noch in der Lehre.

- Trotzdem bist du voll ausgebildet.

Sie ist wirklich in der Lehre.

[Lippek:] Klugscheißer!

Ich lerne Textilverkäuferin. Bei Hövelmann & Schmitz.

Ach du Scheiße! Ehrlich?

Da hab ich mal Unterhosen gekauft.

Das war mir aber peinlich.

So eine Fregatte fragt mich: "Was haben Sie für eine Schrittgröße?"

Vor den Leuten.

Und ich so: "Keine Ahnung, hab ich noch nicht gemessen."

"Vielleicht einen Meter."

Alle gucken mich an, als hätte ich einen Schuss.

- Das war bestimmt die Göbel.

Die stellt solche Fragen.

- Hieß die Göbel? - Was weiß ich, wie die Tussi Hieß.

Ich kauf jetzt nur noch vom Grabbeltisch.

Komm Kleine, du bist im Rückstand. Auf ex!

Hör auf, Herbert!

Gorny schmeißt uns raus, wenn sie blau nach Hause kommt.

- Gorny hat mir gar nichts zu sagen! - Gorny?

Mit dem hab ich auch schon gesoffen.

Verträgst du so wenig wie dein Vater?

- Das ist nicht mein Vater!

Prost, Waller!

♪ [Schnelle Geigenmusik] ♪

[Marusha:] Und, hast du Diamanten geklaut?

Mit Waffen und allem?

Das war nicht er, sondern sein Bruder.

Ich hab ihm das erzählt. Stand ja auch in der Zeitung.

- Kannst du ruhig erzählen.

Alles Idioten. Doof wie Schifferscheiße.

Vermodern jetzt in irgend einem Knast.

Diamanten sind nichts wert. Merk dir das.

Diamanten sind auch nur Kohlen.

- Klugscheißer!

Stimmt doch!

- [Marusha:] Hast du Musik? - Alter Kohlenstoff.

Sicher.

Die ganze Musiktruhe ist voll.

♪ [Schnelle Geigenmusik] ♪

[Marusha:] Oh Gott. Hast du nichts Moderneres?

Lords, oder Searchers?

Heiß ich Pillek?

- Negermusik kommt mir nichts ins Haus. Stimmt's, Waller? - Nee!

♪ [Schnelle Geigenmusik] ♪

Für dich hab ich auch was.

Geh mal auf die Knie. Geh mal runter auf die Knie.

Knie dich mal hin.

Und jetzt machst du so mit dem Kinn an die Kante.

Genau. Warte.

[RATSCH, RATSCH, RATSCH]

Ha ha, Krieg!

Sie haben bestimmt viele erschossen, Herr Collien.

[Lippek:] Der? Keinen einzigen!

Der war Chauffeur.

Wenn du zu einem willst, der im Krieg was geleistet hat,

dann setz dich hierhin.

[Lippek:] Hör mal,

für Mädchen interessiert er sich, oder?

Er zeichnet gut. Besonders Tiere.

Immer zeichnet er Tiere.

Ist ein Landei.

Einmal...

- da war er vielleicht zwei... - Papa!

Was ist? Wollt ihr jetzt ungemütlich werden?

Nicht im Ernst, Waller!

Der Junge hat Recht. Ich muss noch schlafen.

Dann trinken wir aber noch einen.

Komm her.

Früchte sind gesund.

Herbert.

Prost!

[Lippek SINGT:] ♪ Glück auf, Glück auf ♪

Vorsicht Kopf!

♪ Der Steiger kommt ♪

♪ Und er hat... ♪

Ui!

♪ Glück auf, Glück auf ♪

[SCHNELLE ROCKMUSIK] ♪ Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt ♪

♪ Und er hat sein helles Licht bei der Nacht Und er hat sein helles Licht bei der Nacht ♪

♪ Schon angezünd' Schon angezünd' ♪

[Lippek:] Glück auf!

♪ Wir Bergleut' sein, kreuzbrave Leut' ♪

♪ Denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht ♪

♪ Denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht ♪

♪ Und saufen Schnaps Und saufen Schnaps ♪

♪ La, la, la... ♪

[Julian:] Gefällt dir der Lippek?

Nee!

Der säuft zu viel und ist mir zu klein.

Zu klein?

Ich möchte mich anlehnen.

Wenn er wie dein Vater wäre, dann...

[Waller LALLT:] Was redest du?

Der Herbert ist genauso groß wie ich.

Aber Sie wirken größer. Weil Sie ruhiger sind.

So ein Quatsch.

Jetzt hör mal auf.

♪ [Melancholische Musik] ♪

[Waller:] Schuhe.

Julian.

Bis dann, ihr zwei.

War ein schöner Ausflug. Ich werd mich revanchieren.

Putz dir die Zähne, hörst du?

Gorny denkt sonst, ich hätte dich betrunken gemacht.

Haben Sie ja auch.

Fackel!

Fackel, komm!

Fackel!

Fackel?

Fackel!

[QUIETSCH]

Na, du Milchei?

Meinst du, die Morian lässt dich ran?

Was macht ihr hier?

Ficken! Willst du zugucken, Weihrauchschwenker?

Hast du schon Schlamm auf der Pfeife?

Ich such den Hund.

- Der hat keinen Schlamm auf der Pfeife. - Schnauze!

Komm, wir suchen deinen Hund.

Und die?

Die Stehen Schmiere. Jetzt komm!

Hey Schnalle, wo bist du?

Komm Flöte spielen!

Komm!

♪ [Spannende Musik] ♪

[Fliegen SUMMEN]

Komm mal her, Juli!

Die wartet auf dich.

Oh Gott! Ist die krank?

Stell dich nicht an! Noch nie eine Tote gesehen?

Die war doch immer krank.

Aber immer gut gepichelt.

Für eine Flasche Martini hast du alles von der gekriegt.

Ich glaub, du bist der einzige, dem sie's noch nicht besorgt hat.

Mann, verdammte Kacke! Kratzt einfach ab, die blöde Kuh!

[Julian:] Wen müssen wir rufen?

Polizei... und einen Priester?

Wen ruft man da?

Die Feuerwehr?

Komm her, du Messdiener!

Das kriegst du nicht alle Tage!

Nein, bitte nicht!

Da ist Leichengift!

- Gar nicht übel, oder?

Die erste Titte deines Lebens.

Sollen wir die noch kurz pimpern?

Die ist doch noch gut.

Bist du verrückt?

- Wieso? Die merkt nichts mehr!

Ich zeig dir, wie man's macht.

Ist ganz leicht.

Ich nehm alles zurück!

Die ist nicht mehr gut.

Juli?

Juli?

Juli?

Juli?

- Papa? - Was?

Ach, nichts.

Na sag!

Leichengift gibt's nicht, oder?

Kann man nicht dran sterben?

Was ist denn mit dir?

Lass.

- Wann kommst du wieder? - Bald.

Ich hab nur eine kurze Reparaturschicht.

Geh schlafen. Ich muss los.

[GEDÄMPFTE ROCKMUSIK LÄUFT]

[GEDÄMPFTES STÖHNEN]

[KLIRR]

Papa?

Papa?

[RUMS]

[RUMS]

♪ [Ruhige Musik] ♪

Siehst du, geht doch.

Warum schließt der Junge immer die Tür zu? Hä hä hä.

Gute Nacht.

Wasch dich.

♪ [Melodische Musik] ♪

Gut, Konrad.

Dann ist ja alles besprochen.

- Und jetzt hau ab! - Du musst nicht frech werden.

[Gorny:] Ich kann auch anders. Ein Anruf. Drei Zahlen.

Mach, was du willst. Kann dich nicht daran hindern.

Aber jetzt hau ab!

Ende des Monats seid ihr raus!

- Wo sollen wir hin, Konrad? - Das ist nicht mein Problem.

Hau ab!

Ich sag's nicht noch mal!

[Tür KNALLT]

[Tür KNALLT]

Was meinte er mit "raus"?

Ich muss los.

Mach mir Brote.

Los!

Was ist drauf?

Nichts. Kühlschrank ist leer.

Wenn du mir Geld gibst, hol ich dir Wurst.

Streu Salz drauf.

Fertig.

Wieso musst du so früh zur Schicht. Ist was passiert?

Nein.

Mach dir keine Sorgen. Muss nur was regeln.

Und dann zur Knappschaft.

Was wollte denn der Gorny?

Müssen wir echt ausziehen?

Tja.

Scheint so.

Wieso denn?

Wegen dem Hund?

Meinetwegen?

Was?

Wieso denn deinetwegen?

Weiß nicht.

Weswegen denn dann?

Ach...

Das verstehst du noch nicht.

Mit wem wollte er telefonieren?

Mit der Polizei?

Wieso Polizei?

Weiß nicht.

Hat ja auch gar kein Telefon, oder?

Das macht er mit Rauchzeichen.

[Julian LACHT]

Wie die Indianer.

Mach dir keinen Kopf.

Das wird schon.

Ich ruf mal die Mama an.

[DING, DING, DING]

Du bist schon wieder gewachsen.

[Sophie:] Juli, weißt du was? Ich kann ohne Sattel reiten.

Ich hatte ein Pony mit Flecken.

Das Hieß Murmel. Und ich hatte einen Freund.

Der hat mir immer die Hälfte seiner Rosinenstuten abgegeben.

Und manchmal sogar mehr.

Und weißt du, wie der hieß?

- [Jupp:] Los, nach oben! - [Sophie:] Ganz komisch.

Ole! Hast du so was schon mal gehört?

Oma hat mir immer Reibekuchen gemacht.

Und du? Was hast du gegessen?

Hähnchen.

Jeden Tag Grillhähnchen mit Pommes.

♪ [Melancholische Musik] ♪

[Jupp:] Ein kleiner LKW wird reichen für die paar Sachen.

Ist doch ein Klacks. Weißt du was?

Ich komme Samstag früh, dann könnt ihr Sonntag in der neuen Wohnung frühstücken.

Wirklich hübsch, wie gesagt.

Zentral beheizt. Wird dir gefallen.

Mädchen, hör auf zu weinen!

Soll ich dir nach was verraten?

Nein, danke.

Tu ich aber. Wir ziehen um! In eine neue Wohnung.

Aha.

Wer sagt das?

Das hat Mama zu Jupp gesagt. Im Auto.

Weil wir minderjährig sind.

Sie sagte, wenn man minderjährig ist und Quatsch macht,

dann fliegt man aus der Wohnung.

Hast du Quatsch gemacht, Juli?

Ich auch nicht.

Was ist überhaupt minderjährig?

Wenn man jung ist.

Wir beide sind minderjährig.

Und Marusha auch?

Die auch.

[Jupp:] Männer sind Hirsche!

Macht man sich deswegen verrückt?

Lohnt sich das?

Ja, was ist?

Nichts.

Ich hab überlegt, ob die Vorhänge passen.

Die Gardinen.

War ja Maßarbeit.

[Jupp:] Was nicht passt, wird passend gemacht.

Also Mädchen, bis dann.

Julian, Sophie?

Kommt mal. Onkel Jupp auf Wiedersehen sagen.

Die Pflanze kriegt im Flur kein Licht.

Die muss man woanders hinstellen.

Hier gibt's keinen Platz... für die Pflanze.

Das sieht blöd aus.

Die braucht Licht und Sonne.

[Lied: Canary In A Coalmine von Tommy Finke]

♪ Will there ever be a chance for me ♪

♪ Or is it something that was never meant to be ♪

♪ Is it something that was never meant to be ♪

♪ You're mine canary in a coalmine ♪

♪ I feel so safe when you're around ♪

♪ You're mine canary in the coalmine ♪

♪ I swear I'll never let you down ♪

♪ You're mine canary in a coalmine ♪

♪ I feel so safe when you're around ♪

♪ You're mine canary in a coalmine ♪

♪ I swear I'll never let you down ♪

Juli?

Juli, hilf mir mal mit dem Tisch!

Komm, pack an!

Der muss rein.

Nee, komm rum!

Pass auf, du schrammst den Rahmen an!

Das ist nicht gerade!

Siehst du nicht, wenn was grade ist?

[Sophie:] Ich mag keine Suppe zum Frühstück!

Die wird gegessen! Sonst wird sie schlecht.

Passt auf Knochensplitter auf.

Die Oma ist kein Metzger. Die hackt die Viecher wie Holz.

Juli, was ist so passiert, als ich weg war?

Hm?

Wer war in meiner Wohnung?

Weiß ich nicht.

Und was ist das da?

Weiß nicht.

Was habe ich da zusammengefegt?

Das sind Haare.

Natürlich sind das Haare! Aber von wem?

- Die wollten ihn verbrennen! - Verbrennen?

Ich hab die ganze Wohnung geputzt!

Sogar die Wanne. Zweimal mit ATA!

Ich kann mich nicht auf dich verlassen!

Die Wohnung verkommt! Die Pflanzen vertrocknen!

Du bringst irgendein Vieh rein und vergiftest die Wohnung mit den Haaren!

Warum bin ich krank, häh?

♪ [Rock-Musik] ♪

Ich geh jetzt.

Nimmst du bitte deinen Müll mit?

[Frau:] Moment!

Juli?

Wie siehst du denn aus?

Ich? Wieso?

Hier, die wollt ich zurückgeben.

Machst du einen Ausflug?

Nee!

Na dann.

[Pfarrer:] Was ist mit dir los? Hast du Kein Zuhause?

Du hast gar keinen Dienst, oder?

Nein.

Aber ich möchte beichten.

Beichten?

Gebeichtet wird samstags, Junge!

Ich will aber jetzt beichten.

Hm? Wieso denn?

Ich muss.

Bin ich ja mal gespannt, was jetzt so sündig ist.

In Reue und Demut bekenne ich meine Sünden.

Ich war ungehorsam, habe gestohlen, und gelogen

und ich war unkeusch. Amen.

Was hast du gestohlen?

Na ja... Also nicht richtig gestohlen.

Ich hab's anschreiben lassen. Auf die Rechnung meiner Eltern.

[Pfarrer:] Aha.

[Pfarrer:] Schokolade, Kaugummi,

Schundheftchen?

- Bier und Zigaretten. - Bier und Zigaretten?

Was hast du damit gemacht?

Verschenkt.

Ich wollte Mitglied der Bande werden. Die sagten...

- Ja, ja, ja, schon gut.

So.

Wie war das mit dem unkeusch sein?

Na komm, wie warst du unkeusch?

Allein oder mit anderen?

Beides.

Und als du mit anderen unkeusch warst,

wer hat angefangen?

- Ich nicht! - War's ein Mädchen oder ein Junge?

Eher ein Mädchen.

Was habt ihr gemacht?

Weiß nicht.

Wie, du weißt nicht? Habt ihr euch angefasst?

Sie hat meine Hand gestreichelt. Von innen.

Und wir haben uns geküsst.

Das heißt, ich wollte sie küssen.

Mit Zunge!

[Pfarrer:] Mh.

Das war alles?

Ich hab die Brust angefasst.

- Wessen Brust?

Kann ich nicht sagen.

Ja. Julian, deswegen hättest du nicht heute beichten müssen.

Das hätte bis Samstag Zeit gehabt.

Du kommst jetzt in ein Alter, in dem solche Anfechtungen zunehmen.

Nicht alles ist gleich Sünde.

Wichtig ist, dass du Gott nicht vergisst.

Wie beten wir im Vaterunser? "Führe uns nicht in Versuchung."

Aber die Urfassung des Gebets lautet anders.

Nämlich: "Und führe uns in der Versuchung."

Siehst du den Unterschied? - Mh.

Herr Stürwald?

- Ich höre, Junge. Ich höre.

Da ich jetzt meine Sünden bekannt habe,

kann ich noch für einen anderen beichten?

- Du willst was?

Für wen?

Kann ich nicht sagen.

Hör mal zu. Um es kurz zu machen:

Kein Mensch kann für einen anderen beichten.

Aber er geht nie in die Kirche.

Kennst du denn seine Sünden?

Ja.

- Und die wären?

Na ja...

Eigentlich ist er ein guter Mensch.

Er schlägt mich nie und er gibt mir Geld für Sprudel und so.

Aber er war auch unkeusch.

Woher willst du das wissen? Warst du dabei?

Ich? Um Gottes willen!

- Zum Beichten gehört die Reue, sonst wäre es sinnlos.

Du kannst nicht die Sünden eines anderen bereuen.

Warum nicht?

Das ist doch logisch!

Wenn deine Schwester die Puppe ihrer Freundin kaputtmacht,

kannst du das nicht für sie bereuen.

- Nein? Natürlich kann ich das.

Ganz entschieden nein!

Du kannst für den Betreffenden beten, dass Gott ihm vergibt, usw.

Aber du kannst nicht seine Sünden bereuen.

Und ich kann ihm nicht die Absolution erteilen.

War sonst noch was?

Julian, träum nicht!

Ja... also nein.

Leichengift gibt's nicht, oder?

Hör auf! Du kannst hier nicht den ganzen Betrieb aufhalten!

Also:

Ego te absolvo. (Ich löse dich von deine Sünden.)

Zwei Vaterunser und ein Ave Maria. Und tschüss!

Dank sei Gott.

Mama!

Guck mal, was ich gefunden hah!

Der Julian im Schnee. Mit kurzen Hosen!

Wann habt ihr das denn gemacht?

Quatsch. Siehst du nicht, dass das alt ist?

Ist 1936.

Da war dein Vater 12.

- Aber er sieht aus wie der Juli, oder?

Die Haare. Und die Augen. Ganz genau!

Aber warum hat er kurze Hosen an?

Es ist doch Winter.

War halt so. Hat ja lange Socken an.

[RUMPELN und KLIRREN]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

[ALARMSIRENE]

Was machst du denn hier?

Ich bin abgehauen.

Mit Rucksack, Proviant und alles?

Wohin wolltest du denn?

Weiß nicht.

Abhauen gibt's nicht.

Wäre schön,

aber geht nicht.

Was ist denn hier passiert?

Ist irgendwas eingebrochen.

Die Frühschicht war schon draußen und die Mittagsschicht noch nicht drin.

Es sollte grad zur Talfahrt läuten, da hat's unten gerumst.

Sargdeckel?

Vielleicht.

Komm, wir fahren nach Hause.

♪ [Ruhige Musik] ♪

♪ [Ruhige Musik] ♪

[Lied: Canary In A Coalmine von Tommy Finke]

♪ When I wake up in the middle of the night ♪

♪ I feel lonely without you to hold me tight ♪

♪ Was there ever be a chance for you and me ♪

♪ Or is it something that was never meant to be ♪

♪ Is it something that was never meant to be ♪

♪ You're mine canary in the coalmine ♪

♪ I feel so safe when you're around ♪

♪ You're mine canary in the coalmine ♪

♪ I swear I'll never let you down ♪

♪ And every dream I have is about you ♪

♪ This is what I love and that took me through ♪

♪ Was there ever be a chance for you and me ♪

♪ Or is it something that was never meant to be ♪

♪ Is it something that was never meant to be ♪

♪ You're mine canary in the coalmine ♪

♪ I feel so safe when you're around ♪

♪ You're mine canary in the coalmine ♪

♪ I swear I'll never let you down ♪

♪ - Canary in a coalmine ♪

♪ Canary in a coalmine ♪

♪ Canary in a coalmine ♪

Das Ende

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http://www.imdb.com/title/tt4830708 Junges Licht (2016) Deutsch Für Hörgeschädigte.srt

FPS: 24.000

With special thanks to: "Paul and Jonas"

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