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Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag des WDR
Wie viel Zeit bleibt meinem Vater noch?
Nun ja … - Wie viel?
Mein Sohn hat dich was gefragt, Medicus.
Ähm, ein paar Tage, vielleicht eine Woche.
Aber ich habe von einer neuen Behandlungsmethode gehört.
Man bohrt ein Loch in die Schädeldecke,
damit die Krankheit entweichen kann. - Schweig!
Ich brauche meinen Kopf, um meine Nachfolge zu regeln.
Ich bin dazu bereit.
Also, ich meine, wenn es unbedingt sein muss.
Dann würde ich meine Pflicht als Erstgeborener erfüllen.
Vater, du wirst wieder gesund.
Auch ohne Loch im Kopf.
Nein, keine Medizin der Welt kann mich mehr heilen.
Dafür werde ich bald wieder
mit meiner geliebten Helena zusammen sein.
Vielleicht gibt es doch ein Mittel.
Was weiß der Jäger von Medizin? - Falk!
Ich habe gehört, dass hinter dem Düsterwald
ein verwunschenes Schloss sein soll.
Dort gibt es einen Brunnen, der das Wasser des Lebens enthält.
Das Wasser des Lebens? - Ja, es heilt alle Krankheiten.
Wer es trinkt, wird gesund, egal, woran er leidet.
Das ist doch Hokuspokus. - Und wenn nicht?
Vater, ich werde sofort aufbrechen, um Euch das Wasser zu holen.
Du?
Nein.
Der Düsterwald steckt voller Gefahren.
Du kennst zwar viele Bücher,
aber du kannst weder mit dem Schwert noch mit der Armbrust umgehen.
Vater, ich werde gehen und dir das Wasser holen.
Ja, es ist besser, wenn du gehst. - Wir können auch zusammen gehen.
Nein. Einer sollte hierbleiben. Du wärst mir nur im Weg. - Was?
Hör auf deinen Bruder, Lennard. Lass ihn das lieber machen.
Pass auf dich auf, mein Junge. - Jawohl, Vater.
* Wiehern *
Ich wäre dir nicht im Weg. - Jaja, sei nicht beleidigt.
Eh du dich versiehst, bin ich wieder hier.
Und dann kann Vater entscheiden, wem er die Krone geben will.
Darum geht es dir? - Unsinn! Vater soll wieder gesund werden.
Das ist alles.
Ihr solltet auf keinen Fall vom Weg abkommen,
wenn Ihr durch den Düsterwald reitet.
Ich brauche keine Ratschläge eines Bediensteten.
Ich komm sehr gut allein zurecht.
Alles gut?
* Musik *
* Knarzen *
* Musik *
* Blubbern *
Ich habe ein neues Elixier zusammengemixt.
Vielleicht kann das Eurem Vater helfen.
Uah! Was ist da drin?
Krötenleber, Katzenurin, Krähenfüße.
Wie kommt Ihr darauf, dass das meinem Vater helfen könnte?
Alle Zutaten beginnen mit K wie König.
Verschwindet!
Und nehmt das hier mit.
Ich wünschte, ich könnte Euch helfen, Vater.
* Musik *
(Frau) Habt ihr euch verirrt?
Nein, ich bin nur vom Weg abgekommen.
Ihr habt nicht vielleicht ein Stück Brot für mich? - Nein.
Einen Schluck Wasser? - Das Wasser brauche ich selber.
Dann vielleicht ein paar Kreuzer?
Hör auf, zu betteln. Sag mir lieber, wie ich zurück zum Weg finde.
Ihr wollt nichts für mich tun, aber ich soll euch helfen. Warum?
Weil ich bald König sein werde. Reicht dir das als Grund?
Aber deine Hilfe brauche ich nicht. Das ist der Weg, habe ich recht?
Wer bin, ich, dass ich dem künftigen König widersprechen würde?
Geht doch.
* Musik *
* Knarzen *
(er schreit)
* Musik *
* Schnarchen *
Das Pferd Eures Bruder kam soeben zurück.
Und Falk?
Falk, bist du wieder da?
Äh, nein, Vater. Er …
Oh, Ihr glüht, Euer Majestät.
Ich hole das Wasser des Lebens.
Nein! Ich verbiete es! - Aber Falk habt Ihr es nicht verboten.
Dir schon. Es ist zu gefährlich für dich.
Ihr traut mir wohl überhaupt nichts zu. - Du bleibst hier.
Helena?
Prinz Lennard, ich könnte versuchen,
dass Wasser des Lebens zu holen. - Nein!
Ich hole das Wasser. - Euer Vater hat es ausdrücklich verboten.
Aber wenn ich darauf höre, stirbt er.
Mir bleibt nicht viel Zeit.
Seht zu, dass Ihr vor Sonnen- untergang raus seid aus dem Wald.
Wenn Ihr jemandem begegnet, zieht nicht sofort Euer Schwert.
Es soll Wesen geben, die sind gefährlicher als jede Klinge.
Danke. - Viel Glück und passt auf euch auf.
* Musik *
* Knarzen *
* Vogelruf *
Habt Ihr euch verirrt?
Ich fürchte ja.
Dieser Wald ist schwer, zu durchdringen.
Habt Ihr vielleicht etwas Brot für eine hungrige Frau?
Ja.
Hier habt Ihr auch ein bisschen Wurst, ich hab genug.
Ihr wollt zum verwunschenen Schloss. - Ja. Woher …
Reitet so,
dass das Moos an den Baumstämmen auf der linken Seite ist.
Aha.
Habt Ihr vielleicht auch ein paar Kreuzer für mich?
Ihr habt ein gutes Herz, Prinz Lennard.
Ihr kennt meinen Namen? - Ich werde Euch helfen.
Mit all meiner Macht.
Und glaubt mir, Ihr werdet Hilfe brauchen.
Denn Ihr müsst gegen die Mächte des Bösen antreten.
Mächte des Bösen?
Wer seid Ihr?
Mein Name ist Salwa.
Ich bin ein Teil der Mächte des Guten.
Das ist die Kraft,
die auch das Wasser des Lebens in die Welt gebracht hat.
Wenn Ihr zum verwunschenen Schloss kommt,
müsst Ihr den Löwen mit der Hand füttern.
Sonst kommt Ihr nicht hinein. - Es gibt da einen Löwen? - Ja.
Und jemanden, den Ihr nur mithilfe Eurer Lippen sprechen könnt.
Wie denn sonst?
Aus mehr kann man manchmal mit einem Handgriff weniger machen.
Verstehe ich nicht. - Merkt Euch, was ich sage.
Dann werdet Ihr verstehen.
Wenn es eng wird, solltet Ihr wissen,
dass die Sache einen Haken hat. - Was?
War das ein Hinweis? Soll ich mir das merken? - Es gibt 3 Prüfungen.
Vergiss das nicht.
Hör auf die Glocke. - Auf die Glocke hören.
Woher wisst Ihr das alles?
Ich weiß vieles.
Dann wisst Ihr auch, wo mein Bruder ist?
Euer Bruder glaubte, alles zu wissen, ich konnte ihm nicht helfen.
Vermutlich ist er für die Mächte des Bösen zugänglicher als für mich.
Was ist denn mit ihm passiert? Wo …
… ist er?
Ihr solltet Euch beeilen,
Eurem Vater das Wasser des Lebens zu bringen. - Salwa?
* Musik *
* Quietschen *
* Musik *
Den Löwen mit der Hand füttern.
* Musik *
* Musik *
* Musik *
Hallo?
Ist da jemand?
Prinzessin Friederike.
* Musik *
Hallo? * Quietschen *
* Musik *
* Tür wird geöffnet *
* Musik *
Prinzessin Friederike?
Prinzessin Friederike?
Jemand, den Ihr nur mithilfe eurer Lippen sprechen könnt.
Ich werde dich jetzt küssen, ja?
* Musik *
Was fällt dir ein?
Du kannst mich nicht küssen, ohne zu fragen. - Ich habe gefragt.
Du hast nichts gesagt. - Wie auch? Ich habe geschlafen.
Ja, das war ein ziemlich tiefer Schlaf.
Ja, tief und lang.
Diese Kerze braucht 3 Jahre, um herunterzubrennen.
Und sie war so lang.
Dann hast du ein Jahr lang geschlafen?
Der Fluch.
Das Schloss.
Mein Volk.
Wer bist du überhaupt?
Wo kommst du her, wie kommst du hier rein, was willst du?
Antwort 1: Ich bin Prinz Lennard.
Antwort 2: Ich komme aus dem Königreich hinterm Düsterwald.
Antwort 3: Ich habe den Löwen mit der Hand gefüttert.
Und Antwort 4 … Was war noch mal die 4. Frage?
Was willst du hier? - Ja richtig.
Ich will etwas vom Wasser des Lebens. - Wofür?
Mein Vater ist sehr krank.
Ich habe gehört, das Wasser hat magische Kräfte und kann ihn heilen.
Stimmt das?
Ja, das stimmt.
Aber das ist nicht so einfach, wie du denkst, fürchte ich.
Mein Vater wird sterben ohne das Wasser.
Was stehst du hier noch rum? Komm!
Über das Küssen reden wir noch.
Ich habe dich nur geküsst, weil ich dich wecken wollte.
Wirklich? Nur deshalb?
Gehen wir jetzt zum Wasser des Lebens? - Ja.
Aber du musst 3 Prüfungen bestehen, um den Fluch zu durchbrechen.
Ich hab nicht viel Zeit. - Du hast weniger Zeit, als du denkst.
Wenn du beim 12. Schlag der Glocke nicht durch das Tor gegangen bist,
schlafe ich wieder ein, und du wirst Teil dieses Schlosses.
Das ist der Fluch.
Wenn du es rechtzeitig schaffst, ist der Fluch besiegt.
Was meinst du damit, ich werde Teil dieses Schlosses?
Das war mal meine Zofe, Magda.
(lacht verunsichert) Äh, du machst Witze?
Oder? - Nein.
Hier fließt das Wasser des Lebens.
Hier fließt schon lange nichts mehr.
Die Mächte des Guten haben meinen Vorfahren den Brunnen anvertraut.
Die Mächte des Bösen haben den Brunnen ausgetrocknet.
Siehst du den dunklen Rauch?
Daran erkennt man die Anwesenheit der Mächte des Bösen.
Warum haben sie den Brunnen ausgetrocknet?
Das Wasser des Lebens kann stärker sein als der Tod.
Dadurch kann es die Pläne der Mächte des Bösen durchkreuzen.
Darum haben sie das Reich mit einem Fluch belegt
und den Brunnen verdorren lassen.
Es hängt von dir ab, ob sich daran etwas ändert.
Was muss ich tun? - Genau weiß ich das auch nicht.
Aber du musst zuerst die Steinplatte da reindrücken.
* Poltern *
* Tür knarzt *
Deine Zeit für 1. Aufgabe läuft.
Du hast nur einen Versuch.
Wie viel Zeit habe ich denn? - Beeil dich lieber, komm.
* Musik *
Die Gleichung ist falsch.
Also, das hatte ich mir schwieriger vorgestellt.
758 plus 32 …
… ist 790.
Ich muss eigentlich nur … - Warte! Hier steht etwas.
„Nur ein Versuch ist dir gegeben.
Ein einziges Holz ist zu bewegen.“
Wie soll das denn gehen? - Ich weiß es nicht.
Das ist unmöglich.
Nein, du schaffst das.
Aus mehr kann manchmal mit einem Handgriff weniger werden.
Plus heißt mehr.
Wenn ich ein Holz wegnehme … - Wird Minus daraus. - Weniger.
* Glockenschlag *
Du hast nur noch ein paar Sekunden. - Ja.
758 minus …
… 92.
Du hast es geschafft, Lennard.
* Glockenschlag *
Du musst den Tropfen hineinwerfen.
* Wasserplätschern *
* Glockenschlag * Du hast noch eine Stunde für die anderen Aufgaben.
* Poltern *
Da drinnen wartet die 2. Aufgabe. Mehr weiß ich auch nicht.
Friederike?
Lennard?
* Poltern *
* Poltern *
* Poltern *
Lennard? Gehts dir gut?
* Musik *
Es war einmal.
Märchen!
Lennard!
Such unter der Decke.
Hier ist nichts.
Unter der Decke, unter der Decke.
Tischdecke!
Lennard!
Lennard!
* Musik *
Lennard.
Du musst dich beeilen! Lennard!
Das Bild da, ja?
Was ist mit diesem Bild?
Wenn es eng wird, solltet Ihr wissen,
dass die Sache einen Haken hat.
Die Sache hat einen Haken.
Lennard!
* Musik *
Lennard!
Du zitterst ja am ganzen Leib. - Du auch.
Ich hab mir Sorgen gemacht.
* Wasserplätschern *
Was ist die 3. Prüfung?
Das ist die schwerste von allen.
Was muss ich tun?
Ich weiß nur, dass du den Mächten des Bösen begegnen wirst.
* Poltern *
Du bist klug und mutig.
Und du hast ein gutes Herz, du schaffst das.
Woher weißt du das? - Ich spüre das. Hier.
Du musst vor dem 12. Glockenschlag durch das Tor gegangen sein.
Ich weiß.
Vater!
Der König ist vollständig genesen, es ist ein Wunder.
Lennard, ich fühle mich wie neu geboren.
Aber wie ist das möglich? Eben war ich doch noch …
Ich hab dir mein Leben zu verdanken.
Mir? Aber wieso?
Du warst auf dem verwunschenen Schloss
und hast die 3 Prüfungen bestanden.
Und das hat mich geheilt. - Wirklich? 3?
Ich bin sehr stolz auf dich, mein Sohn.
Und deine Mutter, die wäre das auch.
Ich war in dem verwunschenen Schloss, bin durch die Tür gegangen.
Vater! Ich habe gehört, Ihr seid vollkommen genesen.
So ist es. - Mein kleiner Bruder ist ein Held.
Wo warst du, Falk? Du bist nicht zurückgekommen.
Ich habe es nicht geschafft bis zum verwunschenen Schloss,
aber Gott sei Dank hast du mehr Glück gehabt. - Nein.
Ich habe es noch nicht zu Ende gebracht. - Natürlich hast du das.
* Glockenschlag * Hört ihr das? - Ich höre nichts.
Ich auch nicht.
Das ist die Glocke von Friederikes Schloss.
Ich höre die Glocke, Lennard. Das ist eine Falle.
Du musst erschöpft sein von dieser anstrengenden Reise.
Ja, du brauchst Kraft für die Krönung.
Welche Krönung? - Na deine.
Ich werde dich morgen zum König ernennen.
Das habt Ihr Euch verdient, Eure Hoheit.
Ich soll König werden? - Aber ja, mein Sohn.
Lennard, das ist ein Trick! Fall nicht darauf rein.
Du musst todmüde sein. - Schon.
Es sind 3 Prüfungen.
Hör auf die Glocke.
Ja, das hier ist die 3. Prüfung!
Das hier ist die 3. Prüfung.
Vater ist gesund, mein Bruder verbeugt sich vor mir.
Ihr umarmt mich und sagt, ich sei ein Held.
Aber das bist du, mein Sohn. - Absolut.
Du bist nicht mein Bruder und du nicht mein Vater.
Ihr seid Geschöpfe der Mächte des Bösen
und wollt mich daran, rechtzeitig das Schloss zu verlassen.
Wovon redest du? - Du bleibst nur Ruhe und bleibst hier.
Geht mir aus dem Weg. * Glockenschlag *
Du hast es tatsächlich geschafft.
Ich hab da drin gespürt, dass du da bist.
Wie oft hat die Glocke schon geläutet?
7-mal. * Glockenschlag *
* Wasserplätschern *
* Musik *
* Glockenschlag *
Das war der 9. Schlag. - Wir müssen los. - Nein!
Ich muss mein Volk von dem Fluch befreien.
Aber ich geh nicht ohne dich. - Oh doch, das wirst du.
Siehst du die Steinplatte?
Jemand muss darauf stehen, sonst öffnet sich das Tor nicht.
Dann kannst du nicht gehen, und dein Vater wird sterben.
Ich komme wieder.
Und dann heiraten wir. - Da muss man auch vorher fragen.
Willst du? - Das ist wirklich ein schlechter Zeitpunkt.
Ja.
* Glockenschlag *
Ja, und jetzt lauf, sonst schaffst du es nicht.
Jetzt kann ich alles schaffen.
* Musik *
Prinzessin Friederike.
Magda! Es ist vorbei, der Fluch ist beendet.
Komm, die anderen warten.
* Musik *
* Musik *
* Musik *
Falk!
Falk!
Falk!
Falk, ich bins, Lennard.
* Musik *
(stöhnt)
Hier trink.
Was ist passiert?
Wo bin ich?
Lennard! Du?
Falk, wie gehts dir?
Gut.
Sehr gut sogar.
Ich versteh nicht, ich bin die Schlucht runtergefallen.
Ich hab dir hiervon was gegeben.
Hier nimm noch einen Schluck. - Was ist das?
Das Wasser des Lebens.
Es funktioniert.
Du hast das Wasser des Lebens geholt.
Damit werden wir das Leben unseres Vaters retten.
Lass uns keine Zeit verlieren.
Er wird dich zum König machen.
Das ist mir egal, Hauptsache, er wird wieder gesund.
Ja, du hast recht.
Ich hol das Pferd.
* Musik *
Wie geht es ihm?
Ich habe ihn am Leben halten können, aber …
Gleich wird es dir besser gehen. Das ist das Wasser des Lebens.
* Musik *
Vater!
(stöhnt)
Was habt Ihr getan? - Ich habe doch gesagt,
das Wasser des Lebens hat nichts mit Medizin zu tun.
Ich hab doch nur … - Ich fühle mich noch elender.
Mein Magen!
Wollt Ihr mich umbringen? - Oh Gott, es geht zu Ende.
Aber bei Falk hat es gewirkt.
Hier.
Ich habe das Wasser des Lebens geholt, Vater.
Trink, und es wird dir besser gehen.
(stöhnt)
Was ist, Vater?
Es ist ganz erstaunlich.
Ich fühle, wie die Kraft zurückkommt.
Unglaublich, normaler Puls.
Kein Fieber mehr.
Das habe ich dir zu verdanken.
Falk, du hast mir mein Leben gerettet.
Mit deinem Wasser des Lebens.
Ich konnte doch nicht zusehen, wie du stirbst, Vater.
Komm her, mein Junge.
Du hast mich nicht enttäuscht. Du wirst ein guter König werden.
Aber, Vater, ich habe das Wasser des Lebens
aus dem verwunschenen Schloss geholt.
Mit diesem Dreckszeug, was mich fast vergiftet hätte?
Ich habe Falk damit das Leben gerettet. - Helena.
Das würde ich so nicht sagen.
Aber war ganz nett, dass du mich mit deinem Pferd mitgenommen hast.
Majestät, Ihr müsst Euch noch schonen.
Vielleicht noch ein wenig Schlaf.
Sei unbesorgt, Vater, das Königreich ist in guten Händen.
Ja.
Woher hast du das Wasser? - Gefunden in der Schlucht.
Warum hast du es nicht getrunken, als du verletzt warst?
Ich wollte jeden Tropfen für Vater aufheben.
Davon hast du nichts erzählt.
Ich wollte dir die Chance geben, ihm das Leben zu retten.
Du warst so davon überzeugt, es zu können.
Ich glaub dir kein Wort. Du hast das Wasser ausgetauscht.
Das hier ist Brackwasser aus der Schlucht.
Warum hätte ich das tun sollen? - Weil du König werden willst.
Komm schon, Lennard.
Sei ein fairer Verlierer.
Ich werde dir einen richtig guten Posten verschaffen.
Nicht nötig.
Ich werde zu Vater gehen und ihm alles erzählen.
Mal sehen, ob er einen Lügner zum König machen will.
Lennard?
Lennard?
Lennard!
Psst, der König schläft. - Ich muss mit ihm reden.
Er ist schwach und braucht Ruhe. Ich befürchte einen Rückfall.
Lass ihn schlafen. Oder willst du nicht, dass er gesund wird?
Wann kann ich ihn sprechen? - In ein paar Stunden, frühestens.
So lange werde ich niemanden zu ihm lassen.
Das Schloss, es ist wieder von seinem Staub befreit.
Und es strahlt schöner als jemals zuvor.
Gut, dann kann ich mich auf den Weg machen.
Wo wollt Ihr denn hin?
Vater?
Vater! - Was?
Falk, ich hatte gerade so schön geträumt. - Es ist wichtig.
Ihr müsst sofort handeln.
Worum gehts denn?
Es geht um Lennard. Ich befürchte, er …
Er wollte euch umbringen. - Unsinn!
Dieses Gebräu hätte Euch fast getötet.
Falk …
Warum hätte Lennard mich umbringen sollen? - Um König zu werden.
Wer den Thron bekommt, hatte ich noch nicht entschieden.
Ich befürchte, er will auch mich umbringen.
Dann wäre der Weg für ihn frei. - Lennard …
Habt Ihr gesehen, wie er mich angeschaut hat? Voller Zorn. - Joa.
Vielleicht war es blanker Hass.
Aber er ist ein Bücherwurm.
In Büchern stehen die schlimmsten Dinge.
Das habe ich in seinem Zimmer entdeckt.
Ein Buch mit allen Giften dieser Welt.
Und da standen Glaskolben und Apparaturen.
Es hat gedampft und gequalmt. - Ja, was hat das zu bedeuten?
Lennard ist gefährlich. - Möglich.
Er wird es wieder versuchen. Wer weiß, ob wir dann überleben werden.
Du musst sofort handeln.
Ja gut, ich könnte ihn aus dem Reich verbannen.
Hm.
Wer weiß, ob das reicht.
Er könnte zurückkommen, um zu beenden, was er angefangen hat.
Was schlägst du vor?
Bedenke, du wirst bald König.
Der Jäger geht mit Lennard in den Wald.
Ein Schuss.
Und wir sind für alle Zeiten sicher.
Ich soll ihn töten lassen?
(flüstert) Es ist der einzige Weg.
Du bist so still, Baldur. Ist irgendwas?
Wir sind auf der Jagd.
Da ist man besser still.
Lasst uns in den Wald reiten.
Dort werden wir Fasane finden.
Nicht in den Wald, da kann ich euch nicht sehen.
Ich habe keine Lust, einen Fasan zu schießen.
Prinz Lennard, ich muss euch was sagen.
Ich sollte mit Euch hier rausreiten, um Euch …
… um Euch zu töten. - Was?
Euer Vater gab mir den Befehl. Er fürchtet …
… Ihr würdet sonst ihn töten, ihn und Prinz Falk.
Das hat mein Bruder ihm eingeredet. Wir müssen zurück,
dass ich Vater die Wahrheit sagen kann. - Er wird Euch nicht glauben.
Und Ihr könnt nicht beweisen, dass Falk das Wasser vertauscht hat.
Du glaubst mir? - Ich traue Prinz Falk vieles zu.
Dann willst du mich also nicht erschießen?
Ich werde einen Schuss abgeben,
damit es so aussieht, als hätte ich den Befehl ausgeführt.
Dann …
… werden alle denken, ich sei tot.
Und ich kann nie wieder zurück. - Aber Ihr werdet leben.
Warum tust du das für mich? - Ihr wart immer gut zu mir.
Freundlich, habt mir zugehört, wenn ich was zu sagen hatte.
Ganz anders als Euer Bruder.
* Schuss *
(lacht hämisch)
Wir sehen uns wieder.
* Musik *
Was hab ich nur getan, Helena?
* Musik *
Ihr habt es geschafft, Prinz Lennard.
Salwa!
Ihr habt die Mächte des Bösen besiegt
und das Wasser des Lebens zum Sprudeln gebracht.
Ohne Euch hätte ich das nicht geschafft.
Es war nur ein Kampf, den wir gewonnen haben.
Es ist noch nicht vorbei.
Ich weiß, was Euer Bruder getan hat.
Bei ihm wirken die Mächte des Bösen.
Diesen Kampf hat er gewonnen.
Ich kann nicht mehr zurück. - Doch, das könnt Ihr.
Ihr müsst sogar. - Nein!
Ich reite zu Friederike.
Soll Falk doch König werden. - Nein!
Das darf nicht passieren.
Euer Bruder würde das Reich ins Unglück stürzen.
Jahre voller Krieg, Vertreibung und Elend lägen vor Eurem Volk.
Die Mächte des Bösen dürfen nicht auf den Thron.
Ich habe Friederike versprochen, zurückzukehren und sie zu heiraten.
Vertrau mir, Lennard.
Es wird alles gut, wenn du zurückreitest.
Und nur dann.
Meine Kraft wird bei dir sein.
* Glockenschläge *
* Musik *
Psst.
Prinz Lennard! - Psst!
Ihr lebt! - Leise.
Lass das. Ich will nicht, dass mich jemand erkennt. - Ich sag nix.
Kannst du mir dabei helfen?
Ja.
Jetzt?
Ach jetzt? - Ja.
Ich hab eine Idee. Kommt!
Es ist gut, dass das Wasser des Lebens wieder fließt.
Kennen wir uns? - Ich kannte Eure Vorvorvorfahren.
Wie kann das sein?
Dann habt Ihr … - Ihr solltet Euch beeilen.
Reitet so, dass das Moos der Bäume immer auf der rechten Seite ist.
Aber Ihr wisst doch nicht, wohin ich will.
* Jubel und Applaus *
Mein Volk, wie ihr alle wisst,
bin ich von einer schweren Krankheit genesen.
Weil aber meine Kräfte noch nicht vollständig wiederhergestellt sind,
möchte ich mich kurzfassen.
Mein Leben verdanke ich meinem Sohn Falk,
der hier und heute mein Nachfolger wird.
Hiermit ernenne ich dich zu König Falk I.
Bitte verzeiht, wenn ich störe.
Ich bin Prinzessin Friederike,
und ich wollte mich bei Eurem Sohn bedanken.
Er hat mich und mein Reich befreit vom Fluch der Mächte des Bösen.
Und er hat das Wasser des Lebens wieder sprudeln lassen.
Und er hat mir einen Heiratsantrag gemacht,
den ich angenommen habe.
Vater, die Krone.
Eine Hochzeit und eine Krönung!
Aber davon hast du mir nichts gesagt, mein Sohn.
Das ist doch wunderbar.
Kommt herauf, Prinzessin Friederike.
Ihr sollt an der Zeremonie teilnehmen.
Dies ist nicht der Moment …
Wie sollte es einen besseren Moment geben?
Du wirst König und bald auch Gemahl.
Das vertreibt meine düsteren Gedanken ein wenig.
Ihr könnt nicht ahnen, wie es mich freut, zu hören,
dass mein Sohn Falk nicht nur ein Held ist,
sondern ein gutes Händchen hat bei der Wahl seiner Frau.
Nein, das ist ein Missverständnis.
Ich habe nicht von Falk gesprochen sondern von Lennard.
Lennard? - Ja.
Wir sollten die Zeremonie beenden, so lange es hell ist.
Euer Sohn hat furchtlos gegen die Mächte des Bösen gekämpft.
Und er hat gewonnen, er ist ein Held.
Lennard …
Lennard hat das Wasser des Lebens geholt. - Nein, Vater, das war ich.
Verzeiht, aber Euch habe ich noch nie gesehen. Wo ist Lennard?
Vater, wir sollten … - Schweig!
Du hast mich betrogen.
Und wegen dir habe ich meinen eigenen Sohn …
Das wirst du büßen.
Am Galgen! - Nein!
Lennard!
Hiergeblieben!
Ihr wollt doch die Zeremonie nicht verpassen, oder?
Mein Sohn, ich kann dir nicht sagen,
wie glücklich ich bin, dass du lebst!
Hatten wir nicht ausgemacht, ich komme zu dir?
Denkst du, ich sitze in meinem Schloss und warte auf den Prinzen?
So ein Mädchen bin ich nicht. - Ich weiß.
Aber wenn ich ungelegen komme … - Nein, nein!
Das trifft sich gut, dass du da bist.
Den Eindruck habe ich auch. - Lennard.
Kannst du mir vergeben?
Ich war ein Narr. Ich habe mich von deinem Bruder täuschen lassen.
Es tut mir aufrichtig leid.
Ich vergebe dir.
* Applaus *
Einen Augenblick bitte.
So.
Hiermit ernenne ich dich zu König Lennard I.
* Jubel *
Du wirst ein guter König.
Das spür ich.
Ich bin sehr stolz auf dich und deine Mutter wäre es auch.
Als meine 1. Amtshandlung begnadige ich meinen Bruder Falk.
Wie gütig. - Ja.
Statt dem Galgen wartet die Arbeit als Stallbursche auf dich.
Gunther wird dein Meister und kann dir alles erklären. Hör auf ihn.
Wer ist Gunther?
Als meine 2. Amtshandlung ernenne ich Baldur …
… zu meinem persönlichen Freund auf Augenhöhe.
Und jetzt …
… will ich endlich meine Braut küssen.
Du willst doch noch, oder? - Heiraten oder küssen? - Beides.
Siehst du, das war ein guter Zeitpunkt.
* Musik *
Copyright WDR 2017
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