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J‘ Klavier, tréiumerisch
(Rascheln)
(V6gel zwitschern)
(seufzt)
(Hunde bellen) J‘ verklingt
(Off) Das bin ich.
Ein ganz normales Landei.
J‘ Glockenspiel Ein bisschen schwuler als andere,
aber sonst Standardausstattung.
Besonders gut kann ich: Einfach nur daliegen, chillen,
Musik h6ren
oder verregnete Nachmittage in unserer Bibliothek verplempern.
Oder mit Kat, meiner Besten,
aus geklauten Friichten und Beeren Parfait machen.
Und aufessen.
Und das ist meine Familie.
Glass, die man nicht ungestraft Mum nennen darf,
und meine Sis, Dianne.
Wir beide waren ma! wie MacGyver und sein Taschenmesser,
wie Spargel und Hollandaise oder wie die Olsen Twins.
Sie war meine Beschiitzerin, engste Freundin, Verbiindete
und ich ihr zweites Herz.
Und das ist unser Haus.
Eine Erbschaft.
Trégt den klingenden Namen: Visible - sichtbar.
Hallo? Das schreit doch schon nach Hirnschaden.
Und das? Das sind andere Familien in der Gegend.
Und ihre Héuser.
Und ihre Gérten.
Und ihre Leben, an die sich Glass keinesfalls anpassen will.
J‘ Ende (lnsekten summen, V6gel zwitschern, Hund bellt)
(mehrmaliges Hupen)
Tereza?
Hi Phil! (freudiger Ausruf)
Glass wollte dich abholen, aber auch fijr dich kochen.
Und jetzt ist sie...
Kennst ja deine Mutter. Komm!
J‘ hell
(Tereza) Erzéihl schon! Wie war dein Camp?
Wenn du eine Katzenallergie im Katzenheim therapierst...
So geht's mir mit Franzésisch.
Alte Drama-Queen! - Drama-Queen, bien sfir.
Und meine beiden zu Hause?
Jedes Mal, wenn ich angerufen habe, war Glass so....
Keine Ahnung. J‘ bedrohlich
Phil?
Was ist hier passiert?
Hast du das nicht mitgekriegt? Hier war ein irrer Sturm!
Aus dem Nichts. Hab ich noch nie erlebt.
(Phil) Okay, krass.
J‘ verzerrt, unheilvoll (Wind rauscht)
J‘ leiser
(Phil) Danke.
(Phil) GrijBe an Pascal.
Tschfiss.
J‘ verklingt
(schrilles Kreischen und Lachen)
(Kfisse)
(amerik. Akzent) Sorry, dass ich nicht da war...
Schon okay. - Hungrig?
Eigentlich wollte ich Hijhnchen kochen, aber pl6tzlich war die Zeit zu kurz...
Mum! lch hab nicht erwartet, dass du in drei Wochen kochen lernst.
Werde mal nicht frech, junger Mann.
(Glass) Nein! Zwei.
lst Dianne gar nicht da? - Doch, doch.
Also erzéihl mal von deinem Dingens da.
Von deinem Camp.
Mum?
Es war groBartig.
Bitte néichstes Jahr wieder.
Ah. Gleich so sch6n?!
(Schritte im Treppenflur)
(Phil) Hey!
(Phil) Da bist du ja. - Hey Phil.
Lass wann anders quatschen. lch muss los.
Welcome home.
Was ist denn mit der los?
Nichts.
(Glass) Come on, Essen!
(Tiir knallt zu)
J‘ leise, spannend
(lnsekten summen)
(Phil) Mum?
(Glass) "Mum" mich nicht, ich warne dich.
(Phil) Wurde in unserem Garten der dritte Weltkrieg ausgetragen?
(Glass) Der Sturm hat alles verwijstet.
J‘ pulsierend, bedrohlich
Hey, was ist mit Diannes Baum passiert?
Glass?
Mum!
Glass?
Mum?
(Glass gedéimpft) Jetzt nicht, Phil. Spéiter, Darling, ja?
J‘ verklingt (Tiir knallt zu)
Welcome home.
J‘ Glockenspiel
AIs Glass herkam, war sie gerade ma! 17 und schon im neunten Monat.
Und dann waren wir pl6tzlich zu dritt.
Drei Kinder im Nirgendwo - das passte nicht hierher.
Eine Frau, zwei Kinder, kein Mann - das ging nicht in die K6pfe rein.
Aber wir drei kamen ganz gut klar.
Auch ohne Mann im Haus.
Die anderen Kinder fragten uns oft, wer unser Vater sei.
Und wir fragten Glass. Und sie sagte so was wie:
Ein Seefahrer auf Reisen.
Oder: Ein Cowboy, auf einer Ranch.
Und spéter, als die Mérchen nicht mehr griffen:
Das sage ich euch, wenn ihr soweit seid, ja?
Irgendwann h6rten wir auf zu fragen, weiI es ja doch nichts brachte.
Und heute ist es irgendwie normal, nichts zu wissen iiber unseren Vater.
Die ominiise Nummer drei auf der Liste.
Zumindest fiir Dianne war es irgendwann kein Thema mehr.
Fiir mich blieb es eine merkwiirdige Leere.
Ein blinder Fleck. J‘ Ende
(Geréiusche vom Zéihneputzen)
(Phil) Du? Denkst du eigentlich nie an ihn?
Wen?
Du weiBt schon, vermisst du ihn nie?
Warum sollte ich ihn vermissen?
lch kenn ihn nicht mal.
(Spuckt aus)
Wiinschst du dir nicht manchmal...?
Fragst du dich nicht nie, wie es wéire, wenn wir ihn kennen wijrden?
(Wasser rauscht)
Komm mal mit.
(Tiir wird geéffnet, Grillen zirpen leise)
(fliistert) Verstehst du? - Ja.
Was denn? - Das sind die Namen ihrer Liebhaber.
Und jetzt schau dir das Datum an und rechne neun Monate dazu.
(Dianne) Das muss er sein. Wiirde genau passen.
J‘ leise, spannend
Amerika.
Irgendwie iibte dieses Wort immer schon eine beruhigende Anziehung auf mich aus.
AIs bekéme die Ieere Stelle in mir Farbe.
(Handy piePt)
(Kat)Du bist zuriick und meldest dich nicht? Du Lulu!
J‘ Ende (Mikrofon piept)
Lulu ist gerade erst aus dem Urlaub wiedergekommen.
Kann es aber auch kaum erwarten, Sie wiederzusehen, Madame. Hehe.
J‘ schnelle, rhythmische Schléige mit Pausen
J‘ schnelle, rhythmische Schléige
(Handy summt) (Kat) "Hehe" mich am Arsch!
Ich sterbe vor Langeweile. Ich will dich sehen!
Jetzt sofort! (Phil lacht) J‘ schnelle, rhythmische Schléige
J‘ rhythmisch, treibend, Pop
J‘ Ende
(Kat) Gut, dass du wieder da bist.
Die letzten drei Wochen waren der absolute Horror.
Warte, das geféillt dir bestimmt voll gut. Was sagst du?
Gut.
Ja, okay, du hast Recht.
Mein Arsch kommt gar nicht,
und meine Titten sehen aus wie zwei Erbsen.
Das einzig Krasse war der Sturm.
Kurz bevor wir gefahren sind, gab es ein mega Unwetter hier.
Ein Junge auf seinem Fahrrad soll fast vom Ast erschlagen worden sein.
Krass. Und?
Monsieur?
Was sagen Sie?
(franz. Akzent) lch wiirde sagen... (lacht)
Etwas weniger Chichi wiirde es auch tun.
Sonst ist die Verpackung spektakuléirer als der lnhalt.
Verdammt, okay... Kat Iiebt es, anders zu sein.
Sie wére gem wie meine Mum, ihre Sonnengiittin.
Ihr imponiert genau das, was aIIe anderen verstiirt.
Hast du in letzter Zeit mal mit Dianne gesprochen? - Nein.
Konzentrier dich bitte. Du bist mit mir hier!
Oh, mein Gott!
lch freu mich so, dass du wieder da bist! (Freudenschreie)
J‘ treibend
J‘ Frau singt
(andauerndes Hupen)
(Reifen quietschen)
(Dianne) Mum!
Bitte!
(Singsang) lst der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
(Hupen) Glass nahm sich, was sie woIIte.
Ihr war véillig egal, was andere dachten.
Und das passte denen nicht.
Die nannten es berechnend. Glass nannte es organisiert.
J‘ Ende (Grillen zirpen)
(Glass) Wir drei - wir halten zusammen.
Wir sind stark,
und wir wehren uns.
Wir miissen nirgendwo dazu geh6ren.
I'd always remember that.
Wir lassen uns nicht vorschreiben,
wie wir zu leben haben.
Von niemandem.
Dianne Iitt mehr unter Glass sozialer Ignoranz als ich.
Aber damals hatte sie noch Hoffnung.
J‘ beschwingt
(Tiir fan: zu) on...
(Dianne summt)
Hey! Come on!
Hey ihr zwei, ich bin Kyle. J‘ verklingt
(Kinder kreischen, Kyle lacht)
(knurft)
Bleibst du jetzt fijr immer bei uns?
(Kat) Excusez-moi. Parfait? - Bien sfir, Madame, ich bitte darum.
(Phil) Zitronen oder Erdbeeren? - Liebesfrucht.
(Kat lacht, Phil mit franz. Akzent) Madame, ich mag Sie.
Guck mich mal kurz an.
Ah... (Kat lacht)
(Kat mit franz. Akzent) Endlich bekommen Sie Bartwuchs. (Lachen)
lch liebe es, Monsieur. So sch6n. - Ein Meisterwerk.
Das kitzelt ganz doll. - Wirklich? - Ja.
(st6hnt abwehrend)
Deine Haare sehen aus wie Zuckerwatte
(Kat prustet, beide lachen)
(Phil) Sie haben einen sehr dichten Bartwuchs. - Un, deux, trois.
(Kat) Du musst Sahne machen. Lass mich mal.
(imitiert Mixer, Geléichter)
(Kat) Wir kriegen ‘nen Neuen in die Klasse. - Und?
Nichts und. Nur so. lch hab in den Unterlagen meines Dads gestalked.
Der soll mal hier gewohnt haben.
Sie waren im Ausland und kommen jetzt zurijck.
Der Neue soll hijbsch sein...
Du kannst meine Gedanken nicht manipulieren.
(Phil verneinend) Hmh.
Okay, ja, kannst du.
Vielleicht.
(Phil) Jetzt Foto. - Ja.
Okay. (Geléichter)
J‘ ruhig, vertréiumt
(Tiirklopfen) Dianne?
Dianne, hast du Lust zu quatschen? J‘ Ende
(Grillen zirpen)
J‘ leise, spannend
J‘ verklingt
Morgen.
Hey Phil.
Morgen, na? - Good morning.
Hey, Dianne, wo warst du?
was?
Heute Nacht, wo warst du da?
lch weiB nicht, was du meinst.
Wollen wir zusammen zur Schule fahren?
lch muss noch was erledigen.
(Schritte entfernen sich)
Meine Briiste sind fiber den Sommer gewachsen. Fijhl mal.
Mindestens zwei Grélien. - Mindestens. (lacht)
(Kat) Sicher, dass keiner von euch bei der Geburt vertauscht wurde?
Ganz ehrlich, was macht euch zu Zwillingen?
Kaugummi? - Nein, danke. - lch wiirde teilen.
(Lehrer) Damen und Herren,
verabschieden Sie sich von der siJBen Zeit des Nichtstuns.
Katja?
(leise) Mein Gott!
Darf ich um lhre Aufmerksamkeit bitten?
J‘ bombastisch, treibend
J‘ Ende Und? Was hab ich gesagt?
(Nicholas) Hi.
Nicholas.
Endlich weiB ich deinen Namen.
J‘ sanft
(seufzt)
Phil?
lch werde wieder ein Baby bekommen.
Magst du mal fijhlen?
Dauert aber noch ein Weilchen.
Jetzt ist es noch... so klein!
(Glass lacht)
Findest es nicht sch6n?
Doch, doch.
Hast du es Dianne schon gesagt?
Ja, ja. Heute Mittag.
Und was hat sie gesagt?
(Tiir knallt zu)
(Glass) lch will keine Tréinen, wenn sie dir runterféillt.
(Glass) Erde an Phil!
Endlich weiB ich deinen Namen.
J‘ Ende
(Phil) Warum hast du dem Jungen gewunken?
Weil ich gesehen hab, dass er dir geféillt.
Du auch ‘ne Limo, Darling? - Ja.
W0 ist meine Kugel? - Welche Kugel?
Meine Schneekugel.
lch hab dirja gesagt, lass sie im Auto.
(Glass) Hm.
Hier. Nimm!
J‘ Pop, bombastisch
J‘ Mann singt
J‘ Ende
(Tiirklopfen) Dianne, ich muss dir unbedingt was erzéihlen.
Dianne?
(Grillen zirpen)
J‘ ruhig
(lnsekten summen)
leh! Du bist manchmal echt eklig.
Wieso?
HEY-
lch hab was fijr dich. Welche Hand?
Rechts.
Tadaa! Dein eigener Bogen.
lst der fijr mich? - Ja. Hier.
Damit kannst du jagen.
Kennst du die r6mische G6ttin Diana?
Nein. - Das ist die G6ttin der Jagd.
Morgen mach ich dir den Pfeil und zeig dir, wie man schieBt.
(Kinder singen) J‘ verklingt
(Geschirr zerbricht) (Glass) lch will einfach nur meine Ruhe haben. Okay?
(Streit zwischen Kyle und Glass, leise, unverstéindlich)
(schnelle, leise Schritte kommen néiher)
(Dianne flijstert) lch werde immer, immer bei dir sein.
Versprochen.
(Glass schreit unverstéindlich)
(Geschirr zerbricht, Tijr knallt) (Glass) Get out!
(V6gel zwitschern)
(Glass) Good morning.
W0 ist Kyle?
Kyle kommt nicht mehr zu uns.
Er léisst euch grijlSen. War wohl nicht der richtige fijr mich.
(Tiir knallt)
(Grillen zirpen)
(lautes Flattern und Sirren) J‘ leise, spannend
(Khppern)
(Schublade wird aufgezogen)
J‘ lauter
(Wind rauscht)
(Kréihen kréichzen) J‘ verklingt
(Phil) lch versteh nicht, was du gegen ihn hast.
Es ist einfach so.
Der Typ ist ein Blender.
lch spijr das.
lch habe einen sehr guten lnstinkt, was Menschen betrifft.
Wieso bist du heute so stinkig? - Bin ich doch gar nicht.
Ah, dann muss ich mich wohl getéiuscht haben.
‘ne schlechte Bewertung auf eBay, okay?
Aha. Da haben wir den Ubeltéiter.
Was bildet der sich eigentlich ein?
So ein notgeiler Sack.
(Kat) AuBerdem sammelt der Zeugs.
Wer, dein eBay-Kunde? - Nein, Nicholas. H6r mir doch mal zu.
Phil, mit dem Typ stimmt was nicht.
(Kat) Komm, wir gehen.
Mein Gott...
(Grillen zirpen) So ein notgeiler Sack.
AuBerdem sammelt der Zeugs.
Wer, dein eBay-Kunde?
Nein, Nicholas. H6r mir doch ma! zu. (Klappern)
Phil, mit dem Typ stimmt was n... (Fenster wird geéffnet)
(Projektor klickt)
(Lehrer) Schauen Sie genau, meine Damen und Herren,
und dann sagen Sie mir, was sehen Sie?
Wenn Sie nichts erkennen,
hilft es manchmal, etwas zuriickzutreten,
um sich einen besseren Uberblick zu verschaffen.
Ja, Katja?
Haben Sie einen Philosophen gefrijhstijckt?
(Geléichter) Danke, Katja, fijr lhren produktiven Beitrag.
Und was sehen Sie jetzt? (Gemurmel)
Distanz schafft Klarheit.
Die Gesamtheit léisst Sie Dinge deutlicher erkennen
und Zusammenhéinge besser verstehen.
0ft sehen Sie dann viel klarer.
(Kasse piept, Stimmen)
(Nicholas) Hey Phil.
Hi.
W0 warst du heute?
Wo.. W0 war ich?
Na ja, beim Training.
Auf dem Sportplatz, du warst nicht da.
Ach so, da.
lch hab da immer nur so rum gesessen.
Ach so.
Na dann.
(Nicholas) Schade eigentlich.
lch hab dich vermisst.
Mich?
J‘ bombastisch, treibend
(Nicholas) Ich hab dich vermisst. dich vermisst.
J‘ Ende (Nicholas) Und morgen?
Morgen? - Na ja, wenn du...
Wenn du morgen wieder nur so da rumsitzt,
dann warte doch einfach nach dem Training auf mich.
Ahm... okay. Okay.
J‘ Orchester, dramatisch
Kat, komm schnell, ich muss dir was erzéhlen.
J‘ verklingt
Neulich hat Thomas mir sogar ‘ne Afféire mit dir unterstellt.
Mit dir! lst das nicht komplett bescheuert?
Selbst wenn, geht es ihn ‘nen ScheilSdreck an.
Echt, mit dem bin ich so was von durch. Méinner sind einfach scheiBe.
Hallo?
(lacht) Anwesende ausgenommen.
Bei dir kann ich mir wenigstens immer, immer, immer sicher sein,
dass du mir geh6rst.
Was wolltest du mir eigentlich erzéihlen, Darling?
Hab ich jetzt vergessen.
Okay. J‘ leise, spannend
J‘ verklingt Mum?
(Glass) Oh, Phil. - Alles okay?
(schnieft unterdrijckt) Ja. Brauchst du was?
Es ist nur so, dass....
lch glaube, ich hab morgen ein Date und kann nicht einschlafen.
Okay, komm, setz dich.
lst wirklich alles okay?
lch gebe dirjetzt einen Rat, okay?
Wenn du mich dann wieder in Ruhe schlafen léisst. - Okay.
Was soll ich machen?
Mach alles. (schnieft)
Aber frag ihn nicht, ob er dich liebt.
Okay.
Wieso nicht?
Wenn er nein sagt, wiinschst du dir, du héittest nie gefragt.
Und wenn erja sagt, dann weiBt du nicht,
ob er es nur tut, weil er keine Lust hat auf eine héissliche Szene.
In beiden Féillen bist du ungliicklich, also lass es.
Aber er k6nnte auch ja sagen und es vielleicht so meinen.
Glaub mir Phil, ich kenne Menschen.
Sehr witzig, Mum. GrolSe Hilfe.
Wenn du noch mehr Fragen hast,
dann stell sie. Aber nicht jetzt, okay?
Night, night, darling.
Gute Nacht, Mum.
Fiir Glass war es auch nie Ieicht gewesen.
Sie hat sehr Iange sehr gekémpft.
Und dann war sie miide vom Kémpfen.
Das war irgendwann nach dem Tag, als sie ins Krankenhaus kam.
(Schreien und Weinen)
(Phil) Mum?
(Dianne schreit) Glass! Glass! Mama! Mum!
(Dianne) Ruf den Notarzt! Bitte schnell! (Glass schreit)
Mach schon!
Phil! Was ist passiert? - lch hab den Notarzt gerufen.
Die sind auf dem Weg. - Gut gemacht, mein Kéifer.
W0 ist deine Schwester?
Oben bei Glass. Sie macht sauber.
Dianne!
(leise Stimmen)
(Schritte auf der Treppe)
(Phil) Was ist da drin?
Nichts fijr Kinderaugen.
J‘ ruhig Etwas Furchtbares war geschehen,
und Glass war sehr Iange Zeit sehr traurig.
Und auch Dianne zog sich immer mehr in sich zuriick.
Ich woIIte auch traurig sein, aber es ging irgendwie nicht.
Ich hatte doch noch keine Beziehung zu diesem Baby gehabt.
(Autotijr wird geschlossen, der Motor wird angelassen)
Ich glaube, in diesem Moment geriet alles in Schieflage.
Und eine kleine, silberne Kélte nistete sich in unserer Mitte ein.
J‘ Ende (Tereza) Na? Kannst du nicht schlafen?
Na komm.
Als Baby hab ich dir immer so fiber die Nase gestreichelt.
Du bist ganz miide geworden.
(Tereza) Jemand sagte mir mal, das Leben ist wie ein groBes Haus.
Mit vielen, vielen Zimmern.
Du willst nicht in allen Zimmern wohnen, drum bleiben manche Tiiren zu.
Und manchmal im Leben,
da passieren Dinge, die...
kann man noch gar nicht verstehen. J‘ ruhig
Die sind zu groB und zu méichtig.
Und du fijhlst dich zu klein,
um dich ihnen zu stellen.
Dann bekommst du groBe Angst.
WeiBt du, was du dann tust?
Du sperrst deine Angst in eines der leeren Zimmer.
Aber den Schliissel zu dem Zimmer mit deiner Angst
darfst du niemals, niemals wegwerfen.
Verstehst du das?
(V6gel zwitschern)
Kommt.
J‘ Ende (Fahrréider klappern)
(Kat) Wer zuerst oben ist!
(Kat) Ja!
Was ist? Gehen wir zum See?
lch... hab keine Badesachen dabei und...
ich muss Glass noch helfen... - Mhm.
Wer nicht will, der hat schon.
(Fahrradhupen) Grill! Glass von mir, ja?
J‘ Glockenspiel, ruhig
(Nicholas) Hey!
Cool, dass du gewartet hast.
J‘ verklingt
(lacht verlegen)
Kommst du mit?
(Wasser rauscht) J‘ ruhig
(Wasser rauscht nicht mehr) J‘ ruhig
J‘ verklingt
Oh, ich freu mich so fijr dich.
(Pascal, 6sterr. Akzent) Verliebt?
Kann man wirklich schon von Liebe sprechen,
wenn man gerade einmal gev6gelt hat? - Pascal!
Schénreden niitzt nichts.
(Phil) lch kenne ihn schon seit Wochen.
Ja, vom Sehen,
vielmehr vom Anstarren.
Eben. Und oft reicht ein Blick, um sich zu verlieben. Nicht wahr, Pascal?
Da hast du natijrlich Recht.
Und... was hat er gesagt,
als ihr... als ihr fertig ward? - Ahm...
Nichts, wir haben uns angezogen.
Na bitte, aber ich darfja nichts sagen.
Nicht "Bis morgen" oder "lch ruf dich an"?
Doch. Er will mich auch treffen,
aber er weiB noch nicht wo.
Warum trefft ihr euch nicht in Visible? Du und dein Lover.
Damit Dianne und Glass nichts mitkriegen.
Vom dem Techtelmechtel? lst das geheim?
Vom Sex.
Huh. So laut geht’s bei euch zu?
Meine Schrebergartenlaube!
lch gebe dir den Schlijssel, falls ihr es nochmal wild romantisch haben wollt.
Ja!
(Glass) Phil? Kannst du heute Abend frijher nach Hause kommen?
lch koche.
Halleluja, was hast du vor?
Was soll ich vorhaben?
Wir bekommen Besuch, und ich werde kochen, das ist alles.
Wer ist das Opfer? - Hey!
Du kennst ihn nicht.
Er ist Tischler und heiBt Michael... - Oho, Tischler.
Was gibt's denn zu reparieren? - Shut up!
Wir haben uns getroffen... - Und jetzt kochst du fijr ihn.
lst da jemand nerv6s?
lch... lch héitte nur gern...
Du weiBt schon. - Du héittest gern, dass... alles perfekt ist.
Aber dann bekommt dieser Micheal doch einen v6llig falschen Eindruck.
Bye bye Phil!
Get out of here!
(lnsekten summen, V6gel zwitschern)
Warte hier.
Tadaa!
Erzéihl mal was von dir.
(Nicholas) Hm?
Was willst du denn h6ren?
Keine Ahnung.
lrgendwas fiber dich.
lch will alles wissen.
(lacht leise)
Okay, also...
lch mag...
lang schlafen,
chillen,
essen.
lch mag laufen
und Spaghetti.
Ja.
(Phil) Vielleicht war es ein Traum,
aber ich glaube, wir sind uns schon mal begegnet.
Friiher, vor ein paar Jahren.
Kann das sein?
lch war mit meiner Mutter auf dem Weg zum Supermarkt.
lch hab dich in der Tijr gesehen.
Mir sind alle Flaschen runtergefallen.
Kannst du dich daran erinnern?
Nein. Kann mich jetzt irgendwie nicht erinnern.
(Tiir knallt zu)
(leise) W0 warst du?
lch hab dich doch gebeten, pijnktlich zu sein.
Oh, sorry. lch war irgendwie.... (Glass unverstéindlich)
lst er denn schon da? - (fliistert) Ja!
Michael?
Mein Sohn.
Sohn - Michael.
Freut mich, dich kennen zu lernen. Hab schon einiges geh6rt von dir.
Hi! Phil. Freut mich.
Der Fisch ist mir komplett zerfallen.
lch hab Fischsuppe draus gemacht.
lst bestimmt schrecklich geworden. (réiuspert sich)
Okay.
Wer traut sich?
Du hast Recht, Glass. lst wirklich furchtbar. (Geléichter)
(lachend - weinend) I'm so sorry. I'm so sorry.
(Glass) Willst du Brot?
Nein.
Wollen wir Pfannkuchen machen? - Ja! - Ja.
(Glass) Ja!
J‘ ruhig
Wie war eigentlich dein Date?
Hast du jetzt ‘nen Freund?
was?
Glass hat erzéihlt, dass du einen Jungen triffst.
lch hoffe, das st6rt dich nicht.
Dass ich gay bin, oder dass Glass ihre Klappe nicht halten konnte?
Beides, hoffe ich.
flachfl
(Michael seufzt)
(Phil) Nein, tut es nicht.
Und ja, vielleicht habe ich einen Freund. lch...
Was hat Glass denn erzéihlt?
Dass sie es nicht genau weiB.
Sorry... lch wollte nicht indiskret sein.
Ach so. Nein, nein. Alles gut. lch...
lch weiB nur selber noch nicht so ganz genau.
Leider.
J‘ verklingt
Der soll sich mal nicht so groBe Hoffnungen machen.
was?
Er soll sich nicht zu sehr bemijhen. Wird ja doch wieder abserviert.
Ahm. Es lief eigentlich ganz gut.
So war es anfangs immer. Fiir so was ist es viel zu spéit.
Kann sein. lch...
Ausprobieren wiirde ich es trotzdem gerne.
Gib ihm doch einfach ‘ne Chance.
An der Situation wiirde sich nichts veréindern.
Es ist zu spéit.
Checkst du das nicht?
(Grillen zirpen) J‘ leise, ruhig
(V6gel zwitschern)
(Glass) Und?
Hast du jetzt Fragen?
(Schublade wird aufgezogen)
(Dianne) Was machst du da?
Hast du eigentlich mal was aus ihr rausgekriegt?
Nein.
Das interessiert mich auch nicht. (Phil seufzt)
Wenn es dich interessiert, dann tu eben was.
Frag sie doch einfach mal.
(Glass) Okay.
Dann nehme ich das wieder, ja?
Glass? -Hm?
W0 ist eigentlich genau die Mitte?
Wie meinst du das?
Ganz die Mitte. Die Mitte der Welt. W0 ist die?
Du kannst Fragen stellen.
Die Mitte der Welt.
Hmm.
lch denke, die ist fijrjeden woanders.
Je nachdem, wo man steht, und was einem wichtig ist.
Ja?
J‘ verklingt
(Nicholas) Darf ich mal deine Mum kennenlernen?
Glaub mir, dass willst du nicht. - Wieso nicht?
Was man h6rt, ist sie doch cool drauf? - Oh je, was hast du fiber sie geh6rt?
Nichts Schlimmes.
Dass sie ein bisschen lockerer ist als die ganzen SpieBer hier.
Hast du ihr von uns erzéihlt? - Ja.
Echt?
Und..., das ist okay fijr sie?
(bejahend) Mhm.
Hast du...
WeiB das sonst noch jemand? Von uns? - Niemand.
Und deine Freundin?
Was man h6rt, ist sie doch cool drauf? - Oh je, was hast du fiber sie geh6rt?
Die wéire eifersijchtig oder? - Kann sein, wieso?
Sieht man das?
lch glaub, sie mag mich nicht besonders.
Quatsch.
Was war das? - Was?
Na, das.
(lacht verlegen)
Und kann ich sie kennen lernen? Wen?
Deine Mum?
lch weiB nicht.
Hm.
(Glass) Hmm.
Also den guten Geschmack hast du definitiv von mir.
Macht's gut, Jungs. And not too wild.
Darf ich vorstellen? Meine Mum.
Du hast gar nicht erzéihlt, dass ihr in ‘ner Méirchenburg wohnt.
(lacht leise)
Vorsicht, der ist.. Ahm"
(Phil) Wenn man den Studien glaubt,
bediene ich voll das Klischee.
Fehlende Vaterfigur, umgeben von dominanten Frauen...
Hast du Kontakt zu deinem Vater? - Aber ist voll okay. J‘ flott
Kann man ja ma! so sagen.
Viele wachsen auf, ohne ihren Vater zu kennen. Zum Beispiel:
Romulus und Remus, die Griinder Roms, aufgezogen von einer W6Ifin.
Vater? Fehlanzeige!
Da Vinci. Charlie Chaplin.
Armstrong, John Lennon, Mike Tyson,
Capote, Nicholson, Gene Simmons, Eminem, Bill Clinton, Obama.
Nicht zu vergessen Luke Skywalker.
Sie aIIe wuchsen ohne Vater auf. Und es wurde trotzdem was aus ihnen.
Ich sollte mir nicht zu viele Gedanken machen.
Warum macht mich dieser bekackte blinde Fleck so unsicher?
Wie kann man jemanden vermissen, den man gar nicht kennt?
J‘ Ende Kann ich dich auch mal besuchen?
Das ist schwierig.
Schwierig? Warum?
Schwierig, weil...
mein Vater stéindig unterwegs ist.
Und meine Mutter trinkt hauptberuflich Prosecco mit ihren Freundinnen.
Also.. . Es ist schwierig.
lst das schlimm?
Nein. Schon gut, das war nur so...
(st6hnen laut)
(Michael) Pass auf, pass auf!
(laute Motorséige)
(Michael) Na komm, heb mal hoch!
(Phil lacht) Das hat nicht so funktioniert.
(Phil) Redet sie mit dir dariiber? - Was?
Redet Glass mit dir fiber Dianne?
Nein.
lst das schlimm?
das miissen sie unter sich kléiren.
Du?
Wie geht’s dir damit?
(Hunde bellen)
J‘ pulsierend
(gedéimpftes Tijrklopfen)
J‘ Ende
(Dianne) Sorry, bin gleich wieder weg.
Gehst du weg? - lch treffe mich nur kurz mit Cora.
J‘ sanft
(Flattern und Sirren)
(Dianne als Kind) Ich werde immer, immer bei dir sein.
Versprochen.
Du solltest dich 6fters schminken. - Schleimer.
Was sagt Kat eigentlich zu deinem Freund?
Hat sie dir davon erzéihlt?
Nein, hat sie nicht.
lch merk so was. Schon vergessen? lch bin deine Schwester.
Gehst du weg? - lch treffe mich nur kurz mit Cora.
lch weiB, ich sollte es ihr erzéihlen.
(lacht verlegen)
Dianne?
lch vermisse es, mit dir zu reden.
J‘ lauter, schriller
J‘ verklingt Hey Phil, Vanille Eis!
Nicht noch mehr!
Doch! (kreischt)
Vanille ist gut fijr die Seele. - Wer sagt das? - lch!
Mir ist schon schlecht. - Musst dich eben dazu zwingen.
Hier. lss!
Hmmm. (Stimmen vom Sportplatz)
Langsam wird das wirklich pathologisch, Monsieur.
Sie brauchen dringend Hilfe.
Findest du ihn wirklich so furchtbar?
Naja, furchtbar.
lch finde es voll iibertrieben, was alle fijr ein Theater wegen dem machen.
Du findest ihn nicht scheiBe, oder so?
N6. lch finde halt...
Kat, ich bin mit ihm zusammen. (Kat lacht)
Das war doch jetzt ‘n Witz, oder?
Nein. Wirklich, ohne ScheiB.
Seit wann?
Seit...
Keine Ahnung. Noch nicht so lang.
lch wollte es dir sagen, aber ich wusste es selber noch nicht so richtig.
Tut mir leid.
Wirklich. Madame.
Okay. Mein Gott, wie ist er im Bett?
Kannst du nicht erst mal normale Fragen stellen?
Wer hat wen angemacht? Du ihn oder er dich?
Hochzeit? Kinder?
Bitte tu mir einen Gefallen.
Versuch, ihn zu m6gen, ja?
lch werde fijr ihn mein aller-, aller-,
allerschénstes Léicheln aufsetzen.
(ténf)
(Geléichter, Kat unverstéindlich)
J‘ sanft (V6gel zwitschern)
(erregtes Keuchen und Atmen)
J‘ verklingt (lnsekten summen, V6gel zwitschern)
(Kat) Kannst dir gerne meinen Papa ausleihen.
Der liebt es, Kinder zu nerven.
Sehr witzig.
(leises Stimmengewirr)
(Kat ijbertrieben) Hi!
Hey! - lch weiB alles fiber euch.
Jedes schmutzige Detail.
(Nicholas) Das heiBt?
(Kat) Schweigegeld.
Wie viel?
Zweitausend.
In kleinen, gebrauchten Scheinen? - In grolSen, ungebrauchten...
Eiskugeln.
Kirsch und Vanille.
Deal.
(Handschlag) J‘ fr6hlich, beschwingt
(Kat lacht)
J‘ lauter, treibend
J‘ Mann singt
ICH LIEBE DICH
Es ist einer dieser heiBen, himmelblauen Tage,
nach Vanilleeis und Zukunft schmeckend,
an denen das Herz ohne verniinftigen Grund h6her schlégt,
und an denen man jeden Eid schwéiren wiirde, dass Freundschaft nie endet.
J‘ Ende (Tereza am Telefon) Phil? Komm schnell! Dianne ist bei der Polizei.
Hi Phil. - Was ist los? W0 ist sie?
lch weiB auch nichts Genaues.
Die beiden sind bei den Polizisten drin.
Wer "die beiden"? - Dianne und Cora.
Cora ist auch da?
Michael! - Grill! dich!
(Phil) W0 ist Glass? - Die wollte nicht mit.
Die wollte nicht mit?
Dianne ist bei der Polizei, und sie wollte nicht mit?
WeiBt du was? - Nein.
lrgendwas mit ‘nem Hund, sagt der Polizist.
Er soll einen Jungen angefallen und verletzt haben.
Welcher Hund? - Der Hund von dem Jungen.
Der Junge wurde von seinem eigenen Hund angefallen?
Und Dianne? - Der Junge sagt, Dianne héitte den Hund auf ihn gehetzt.
Sie soll ihn beeinflusst haben. - Schwachsinn!
W0 sind die? - (Tereza) Rechts.
(Michael) lch spreche mal mit denen. (Tiirklopfen)
(Tiir wird geéffnet)
Vermutlich wére Michael weniger iiberzeugt,
hétte er Dianne friiher gekannt. (Phil als Kind) Dianne?
Glass hatte es schon Iange beobachtet.
Mir wurde es erst in jener Nacht klar. (lnsekten flattern und sirren) Dianne!
Glass!
J‘ leise, spannend
(Schritte kommen eilig néiher)
(Glass kreischt) What the hell! Was machst du da oben?
(Dianne) Nichts.
H6r auf mit dem ScheiB!
Komm sofort da runter!
Hast du geh6rt? - Gleich!
(Glass) Nein! Sofort!
J‘ lauter
J‘ verklingt
Tschfiss. -Tschfiss.
(Michael) Cora, soll ich dich absetzen?
Gern, wenn es keine Umstéinde macht? - N6, n6.
(Glass) Okay. Hast du oder hast du nicht?
(Dianne) Was?
Den Hund auf den Jungen gehetzt?
Dianne? Stell dich nicht dijmmer als du bist.
(Dianne) Was soll das, Glass?
Warum glaubst du jetzt wildfremden Typen mehr als mir?
Weil ich dich kenne.
(Dianne) Wenn es so wéire, wiirdest du solche Fragen nicht stellen.
(Autotijr knallt zu)
(Glass) Wie soll man jemanden wirklich kennen, der so durchgedreht ist?
Durchgedreht, weil man Freundinnen hat,
die sich nicht nur fijr Typen oder fijrs Ficken interessieren?
Was habe ich falsch gemacht, Dianne?
Willst du wirklich eine Antwort? - Yes! God damnit! Yes!
Wie viel Zeit hast du?
(Glass) I give up. (Phil) Mum.
Du hast doch gar nicht richtig versucht...
H6r zu, Phil. Du hast keine Ahnung.
Keine Ahnung.
Also lass das mit deinen guten Ratschléigen.
(Grillen zirpen) J‘ sehr leise, ruhig
(Phil) Wie machst du das, dass die Tiere zu dir kommen?
lch mach gar nichts.
Aber warum kommen sie dann?
Weil ich ihnen zuh6re.
J‘ verklingt
(Phil) Was machst du? - Nerv jetzt nicht.
Hast du es getan?
Hast du den Hund auf den Jungen gehetzt?
Sei nicht so ein Arsch.
Vielleicht héitte ich den Hund ja zurijckgehalten,
wenn ich so ‘nen scheiB Hokuspokus k6nnte.
Dann sag's ihr doch! Dann ist alles wieder okay.
Phil, nichts ist okay.
Und jetzt geh bitte!
Was ist nur los mit dir, Dianne?
Wieso kann es zwischen uns nicht so sein wie friiher?
J‘ leise, spannend
J‘ verklingt
(Michael) lch will mich nicht einmischen, aber...
Vielleicht wéire es an der Zeit...
Dann misch dich auch nicht ein.
Diese Sache geht dich nichts an.
Also halt dich bitte raus!
Das ist doch kindisch! - Ah!
Dann geh doch!
Es héilt dich hier keiner auf.
Bitte geh!
(fliistert) lst vielleicht sowieso besser so.
Du beiBt dir nur die Zéihne aus. So schnell wirst du mich nicht los.
Komm.
(schluchzt)
J‘ sanft
Und doch geht mich das was an.
Weil ihr mich was angeht.
J‘ verklingt
(Fenster wird geéffnet)
(Khppern)
(Rascheln)
J‘ leise, treibend
(quietschende Reifen)
(Dianne) Was soll der ScheiB? J‘ Ende
Warum verfolgst du mich? - Hab ich nicht.
lch bin dir nicht...
Okay, ja, okay-
Vielleicht ein bisschen.
lch wollt einfach...
Du sagst ja nichts.
Vielleicht hat das ja einen Grund?
Fahr nach Hause.
Dianne!
J‘ Glockenspiel
J‘ verklingt
(Wasser léiuft kurz)
(Klopfen an der Tijr)
(Nicholas) Guten Morgen!
Na, Hiibscher?
Frijhstijck?
Auch Griine? - Glaub nicht.
Guck mal, wen ich mitgebracht hab! - (Kat) Uberraschung! (Geléichter)
(Kat) Hey, ich hab drauBen so ‘ne Gartendusche gesehen.
Was ist, habt ihr Bock?
Was ist los? Du guckst, als héitte dich ein Zug ijberrollt.
Okay. Frijhstijck!
(Kat) Ja. Komm!
(Kat kreischt, Geléichter)
(Kat) Voll aufn Arsch. Stopp. H6r auf!
Jungs, ich hab mir was iiberlegt.
lch m6chte meine Haare féirben. Schwarz. - (Nicholas) Wieso nicht?
Schau mal. (Nicholas und Kat kichern)
(Nicholas flijstert) Du wirst einmal ein wunderschéner Mann sein.
Findest du?
Zu Hause ist alles so schrecklich. Mit dir so sch6n.
lch bin verrijckt nach dir.
lch fiihl mich krank ohne dich, ich kann an nichts anderes mehr denken.
lst das gut oder schlecht?
Sei nicht immer so dramatisch.
lch liebe dich.
Hey! Was ist los?
Nichts, lass mich einfach.
Es tut mir leid.
J‘ leise, verzerrt
(Wind rauscht) J‘ lauter
J‘ verklingt (Feilen)
(Pascal) Vielleicht hat er nichts zu erzéihlen oder zu sagen.
Schon mal daran gedacht? - Quatsch.
Jeder hat was zu erzéihlen.
(Phil) W0 ist Tereza?
Die kommt heut spéit.
Na toll.
Tee?
Geht schon.
Seid ihr beide gliicklich?
Du und Tereza?
Manchmal mehr, manchmal weniger.
Aber... Ja, ich denke,
wir sind gliicklich.
lch weiB einfach nicht, was er wirklich denkt.
Was er fijr mich fiihlt und so.
Was bin ich fijr ihn?
Warum fragst du ihn nicht?
Du hast Angst. Vor der Antwort.
Glass sagt auch, ich soll ihn nicht fragen.
Und Glass ist die richtige fijr Ratschléige in solchen Dingen?
Ach, du machst mich ganz nerv6s. Bitte setz dich.
Okay. Was willst du von ihm?
lch weiB nicht.
Mehr Sicherheit?
Siehst du, wir néihern uns der Sache.
Die schlechte Nachricht: Sicherheit gibt’s in keiner Beziehung.
Dann zumindest, dass er nicht immer so verschlossen ist.
Er weiB alles fiber mich und ich kaum was von ihm.
lch hab das Gefiihl, ich kenne ihn iiberhaupt nicht.
Und trotzdem liebe ich ihn.
Nicht trotzdem. Deshalb.
Vielleicht fasziniert dich ja genau das?
Der geheimnisvolle Prinz.
Sehr komisch.
Bub! Wie hast du es bei deinem Ehrgeiz geschafft,
dich unter Millionen von Spermien durchzusetzen?
Vielleicht wiirde es dir helfen, wenn du nicht
wie ein unbeteiligter Zuschauer durch dein eigenes Leben stolperst,
sondern mehr Initiative ergreifst?
Mann, wenn du Klarheit willst, dann tu was dafiir!
IGitarre, beschwingt
(Phi) Wissen deine Eltern... Hast du ihnen von uns erzéihlt?
Nein.
Das wiirden die nicht verstehen.
Ach so.
J‘ verklingt (Wasser pléitschert leise)
So.
Das ist der Garten.
Das ist der Rasen.
Den léisst meine Mutter mindestens einmal in der Woche stutzen.
Es k6nnte ja mal jemand vorbeikommen und eine Unregelméiliigkeit entdecken.
Und...
da ist das Haus.
Kommst du?
Was ist da drin? - Ach...
Das ist nur so Zeug. Komm.
Phil, das ist nicht so wichtig.
Du versteckst doch was.
Komm, meine Eltern sind nicht da. lch zeig dir das Haus.
Phil.
Das ist echt nicht so spannend.
Darf ich? J‘ leise, ruhig
Was ist das?
Das... sind meine...
lch sammle Dinge.
All die Sachen hier hat jemand verloren oder weggeworfen.
Vielleicht haben sie keine Bedeutung mehr.
Oder sie haben eine und werden jetzt vermisst.
Na ja.
WeiBt du, ich...
lch glaube, dass man nichts unbeabsichtigt verliert.
Aufjeden Fall nicht so ganz unbewusst, weiBt du?
Und so gesehen,
sind alle Dinge hier ein Sinnbild der Missachtung.
lch... hab mir meine eigene Welt gebaut.
Hier gebe ich den Dingen einen neuen Platz.
Und was machst du dann mit den Dingen?
Nichts.
Na, ich...
lch denke mir ihre Geschichte aus.
Ja... (lacht verlegen)
Es klingt psycho, oder?
Deswegen erzéihle ich es auch keinem. lch...
lch...
Hast du auch ein Lieblings-Ding?
Wozu?
(Tiir wird geschlossen) Komm. J‘ verklingt
(lautes Séigen, unverstéindlich)
J‘ Elektro-Pop, treibend
(ohne Ton)
J‘ Ende (Grillen zirpen)
(Glass) Hey!
lch hab dein Hijhnchen gekocht. Vielleicht magst du etwas davon.
Danke.
Wann kommst du zurijck?
Redest du wieder mit Dianne?
Das ist wirklich meine Sache, Phil.
(Phil) Wenn ich da leben soll, ist das auch meine Sache.
Und die von Dianne.
Die von uns dreien.
lch lass mich nicht von dir unter Druck setzen.
Kommt zuriick! Das ist kindisch.
lch komme zurijck, wenn ihr wieder normal seid.
Diese Stimmung...
Das halte ich nicht aus.
Phil. Phil! Phil!!
lch werde mir ihr sprechen.
Aber du musst mir iiberlassen, wann ich soweit bin, okay?
(Schritte entfernen sich)
J‘ spannend, verzerrt
J‘ Ende (lnsekten summen)
(Wasser pléitschert leise)
(einzelne Zikade sirrt)
(Stille)
J‘ Klavier, sanft
(Frau singt aus Schuberts Liederzyklus, Sopran, solo) J‘ Sch6ne Welt,
wo bist du?
Kehre wieder.
Holdes Bliithenalter der Natur.
Kehre wieder.
Holdes Bliithenalter der Natur.
J‘ verklingt
(Tereza) Telefon.
Schon wieder.
Phil!
Tut mir leid, er schléift immer noch.
lch richte es ihm aus. Tschijss.
(seufzt) Langsam gehen mir die Ausreden aus.
Willst du Kat nicht irgendwas sagen?
lch hab dir so gewiinscht, dass es gut geht.
Vielleicht solltest du wieder zurijck nach Visible?
(Phil) Wieso?
Es ist dein Zuhause.
Ja, aber ich geh nicht mehr zurijck.
Okay.
Wie lange willst du dich noch verstecken?
Keine Ahnung.
Bis die zwei sich wieder vertragen.
Wenn sie aber dich dafijr brauchen? - Die brauchen mich nicht.
Die sind so sehr mit sich beschéiftigt, dass sie mich gar nicht mehr sehen.
WeiBt du noch, was ich dir fiber das Haus mit den Zimmern erzéihlt hab?
Dass ich darin Dinge wegsperren kann.
Genau.
Und was noch?
Dass du den Schliissel nicht wegwerfen darfst. Und warum?
J‘ leise, ruhig
Weil du vielleicht eines Tages spijrst,
dass der Weg in einen grélieren, noch viel sch6neren Teil des Hauses
nur durch dieses eine Zimmer fijhrt.
J‘ intensiver
(ohne Ton)
(Glass) Magst du erzéihlen?
J‘ leiser (Phil) W0 ist Dianne?
Willst du nicht erst mal erzéihlen... - lhre Sachen waren nicht drauBen.
W0 ist sie? J‘ verklingt
Sie ist kurz nach dir ausgezogen.
Und wohin?
Das hat sie mir nicht gesagt.
Glass.
Was ist passiert? - Phil.
Das ist jetzt nicht der richtige Moment... - Mum.
Bitte.
Das ist schwer zu verstehen.
Lass es drauf ankommen.
(Phil) Versuche es.
lch bin da.
lch lauf nicht weg.
Also gut.
Du kennst doch die Folianten. In der Bibliothek.
Diese groBen Bijcher mit den gepressten Pflanzen.
J‘ unheilvoll
(Glass) Das Ganze ist schon ‘ne Weile her.
(Phil) Die Seite. Was war da drauf?
(Schublade wird aufgezogen)
J‘ lauter
(Tereza) Mit dem Gift der Belladonna machten sich Frauen frijher attraktiver.
Mit Gift?
J‘ leise (Glass schnalzt missbilligend) Hey!
In kleinen Mengen
erweitert das Gift die Pupillen und macht die Augen sch6ner.
Und das macht anziehend?
Ja, wenn man nichts anderes zu bieten hat.
Und was sie sich mit ihrer Anziehungskraft eingebrockt haben,
haben sie dann mit dem Gift in h6heren Mengen...
- zick - aus der Welt geschafft.
Was heiBt das?
Ah... (Geléichter)
(Glass) Komm, lass uns gehen.
(Gekicher)
J‘ lauter
J‘ intensiver
J‘ verklingt
Dianne!
HEY-
Glass hat erzéihlt, dass du ausgezogen bist.
W0 wohnst du jetzt? - Bei Cora.
Sie hilft mir auch in Mathe. Du weiBt ja.
Klar. Sonst ist bei Tereza auch noch Platz.
Oder, wenn du etwas von zu Hause brauchst,
lch kann's dir bringen. - Schon okay.
Das war kein Unfall damals. Oder?
Das war geplant.
Warum?
Phil, das ist ewig her.
Dianne, was ist passiert?
Du weiBt es doch selber.
Glass hat alle immer vertrieben.
Mit ihren Aktionen und ihrer Art.
Und jedes Mal waren wir wieder alleine.
lrgendwann habe ich mich damit abgefunden.
Doch dann kam Kyle. J‘ sanft
Er mochte uns, und wir mochten ihn.
Und auf einmal war sie wieder da:
Die Hoffnung, dass...
Dass wir... J‘ verklingt
Oh Gott, das klingt so...
Dass wir doch noch eine richtige Familie sein k6nnen.
Und dann hat sie ihn doch wieder vertrieben.
Und ich war so...
So wiitend.
lch hab mir nur noch eine andere Mutter gewiinscht.
Und dann dachte ich, dass...
wenn sie uns den Vater nimmt. dann...
...hat sie auch kein neues Kind verdient.
J‘ leise, bedrohlich
Mama ware fast gestorben.
Und ich war schuld.
lch beschloss, es fijr mich zu behalten.
Fiir immer.
Manchmal konnte ich es vergessen, aber...
jedes Mal, wenn sie im Garten am Grab stand,
kam alles wieder hoch.
Und als ich weg war,
wolltest du die Sache dann... - Nein.
lch wollte es ihr eigentlich nie sagen.
Damit muss ich selber klar kommen, aber...
Vor etwa einem Jahr hab ich... jemanden kennengelernt.
Jan?
Woher weiBt du das?
lch hab die Briefe in deinem Zimmer gefunden.
Aber wieso hast du nichts erzéihlt?
Keine Ahnung, es war... noch frisch.
(fliistert) Etwas Besonderes, Zerbrechliches.
Jan hat mir gut getan.
Er hat mich verstanden und konnte mit meiner Wut umgehen.
Doch dann war im Sommer dieser Sturm. Ilauter
Alles flog durch die Gegend. Ziegel sind von den Déichern gefallen.
Die Béiume wurden rausgerissen
und sind umgefallen... wie Zahnstocher.
Jan war auf dem Weg nach Visible.
Zu mir.
J‘ verklingt
Aber er ist nie angekommen.
Komm mit.
(leises Piepen, Geréiusche vom Beatmungsapparat)
(Dianne) Das ist Jan.
lch besuche ihn fast jeden Tag.
Am Anfang dachte ich, er wiirde sterben ohne mich.
Verriickt oder?
Gott, Dianne.
Komm.
Na, komm.
(Dianne) lch hab mich so schuldig gefijhlt.
lch héitte jemanden gebraucht, der mich aufféingt, und der mich héilt.
Sie war nicht da.
Sie war wieder mit einem Typen beschéiftigt.
Sie redeten dariiber, dass sie ein Kind haben wollen.
Das hat alles wieder aufgewirbelt.
Also hab ich ihr gesagt, was damals war.
lch war pl6tzlich wieder 10... und hilflos.
J‘ sanft
lch hab sie angeschrien,
dass ich wijnschte, sie wéire damals draufgegangen.
Oh nein.
Doch.
Phil, du warst nicht da.
Komm nach Hause.
Und du?
lch bin da.
(Phil) lch bin jetzt wieder da.
(Tijrklingel)
J‘ verklingt
Hi.
Phil?
(Tiir fan: zu)
(lnsekten summen, V6gel zwitschern)
(Nicholas) Was ist los? Du bist so komisch.
(Phil) lch hab dich gesehen.
Dich und Kat. Bei dir in der Hijtte.
Wieso? lch dachte, wir...
lrgendwie...
Liebst du sie?
Phil, ich
Nein.
Liebst du mich?
Woher weiBt du,
dass dein Gefijhl fijr mich...
Liebe ist?
lch brauche dich.
Brauchen?
Wie die Luft zum Atmen oder das neueste iphone?
Das ist unfair. - Du sagst mir, was unfair ist?
Warum denn was veréindern?
Wir haben ‘ne tolle Zeit zusammen.
lch mag dich wahnsinnig gern.
K6nnen wir nicht einfach so weiter machen?
Wir drei... - Das geht nicht.
Fiir mich nicht. Das reicht mir nicht, verstehst du das nicht?
(atmet schwer)
lch kann mir nicht vorstellen, ohne dich zu sein.
Aber ich brauche auch Kat. lch brauche euch beide.
lch kann dich nicht teilen.
(Phil) lch kann das nicht.
J‘ sanft, traurig
Tut mir leid. (Nicholas schluchzt leise)
J‘ lauter Phil?
Phil?!
Phil!
(lautlos)
(V6gel zwitschern)
J‘ verklingt (Fahrrad klappert leise)
(Kat) Ahm...
Falls es eine... klitzekleine Chance gibt,
dass du in den néichsten 100 Jahren...
vielleicht... nur noch mal darijber nachdenkst, mit mir zu reden...
lch will nur, dass du weiBt, dass ich auf dich warten werde, okay?
Wenn's sein muss, dann warte ich auch fijr immer!
J‘ sanft, leicht
(krachende Explosionen)
(bewundernde Ausrufe)
S"Pefl
(Beifallsrufe) (alle) Frohes Neues!
(alle prosten sich zu) Frohes neues Jahr!
(alle zusammen) Auspacken!
Auspacken!
Auspacken!
Auspacken! J‘ Ende
(Pascal) Tadaa! (Geléichter)
Kleines Survival-Kit fijr deine Reise.
Wer war an der Tijr? Keine Ahnung, stand keiner vor.
Aber das lag da.
(leises Stimmengewirr)
(Sektkorken knallt, Geléichter)
J‘ sanft
(leises Stimmengewirr, Geléichter)
(Phil) lhr stoBt ohne mich an? - (Pascal) Ja!
(Pascal) Baby! Auf die Reise!
(Michael) Auf die Reise. Auf Amerika!
(alle) Auf die Reise! (Jubel)
J‘ verklingt
(Stimmengewirr, Pascal und Tereza singen)
(Dianne) lch hab auch ‘ne Kleinigkeit fijr dich.
(Dianne) lch dachte, das ist besser als die uralte Karte fiber deinem Bett.
Danke!
(Stimmengewirr, Geléichter von drauBen)
Wenn du ihn wirklich treffen solltest,
schick mir ein Foto, ja?
Wen? - Na, Nummer 3!
lch dachte, das interessiert dich nicht?
Ah, man sollte nicht so radikal sein.
lch féind's wirklich sch6n, wenn du mitkéimst. - Ach!
Jetzt regelt jeder mal seinen eigenen ScheiB.
AuBerdem, was soll denn in den drei Wochen so GrolSartiges passieren?
Haha.
(Dianne) Zuerst vernichte ich ihre Liste.
Das héitte léingst getan werden mijssen.
was?
Hab ich schon gemacht.
Héitte léingst getan werden mijssen. (lachen leise)
(Geléichter von drauBen)
(TEIFkIODfen) Hm?
Schléifst du schon?
(Phil) lch glaube, ich kann heute nicht schlafen.
lch wollte mich nur kurz verabschieden.
Wer weiB, ob ich morgen so frijh aufkomme.
Setz dich her, Rabenmutter.
Und? Aufgeregt?
lch? Kein Stiick!
H6r zu, Phil.
lch mach dir einen Vorschlag.
Du fragst jetzt schnell, was du wissen willst.
Und ich werde antworten.
Okay.
Wie heiBt er?
Néichste Frage.
W0 wohnt er?
Na, toll. Das féingt ja gut an.
Na gut.
Wie war er?
Er...
Er war wunderbar.
Der wunderbarste Mann, den man sich vorstellen kann.
Wenn er so wunderbar war, wieso hat er dich dann verlassen?
Das hat er nicht.
Wir haben uns geliebt wie wahnsinnig.
Er...
Er war so gutmijtig, so sensibel.
Wenn er eine Blume anfasste,
begann sie kurz danach zu blijhen.
lch schw6re es dir. lch hab's gesehen.
Schmetterlinge, Nachtfalter, alle lnsekten.
Er hat sie angezogen wie Licht.
(Flattern) J‘ sanft
Wie Dianne.
Wie Dianne.
(Glass) Aber... es geht nicht um Krabbelviecher.
Es geht um...
dieses ijbersteigerte Einfijhlungsvermégen.
Diese... Verletzlichkeit.
Siehst du nicht, was mit solchen Menschen passiert?
lch hatte stéindig Angst um ihn.
Und dann? Was ist passiert?
Und dann...
Dann wurde ich schwanger.
Pl6tzlich hatte ich auch Angst... um euch.
Und da wurde mir klar,
mit ihm werde ich das nicht schaffen. Niemals.
Also bin ich einfach abgehauen.
lch hab gedacht, wenn ich erst mal weg bin...
Und?
lch hab...
lch hab nicht mit dem schlechten Gewissen gerechnet und...
dass es so weh tut.
Wieso hast du uns nie davon erzéihlt?
Weil es leichter war.
Was? - Nicht drijber zu reden.
Ach Phil.
Wenn es auf alles immer eine einfache Antwort géibe.
J‘ verklingt
lch wiinsche,
dass sich deine Tréiume erfiillen.
Aber sei vorsichtig und erwarte nicht zu viel.
Und sei nicht traurig... - Mum? - Ja?
Wie heiBt unser Vater?
J‘ ruhig
(Phil) lch dachte, wir wollten das lassen?
(Glass) Pass auf dich auf.
Leute, ich pinkel mich gleich ein. (leises Lachen)
J‘ verklingt
(Glass) Phil!
(unh6rbar)
J‘ sanft
J‘ Glockenspiel Das bin immer noch ich.
Und das ist immer noch meine Familie.
Ich werde sie wohI vermissen. Jeden Tag.
Sogar das Essen von Glass.
Hier wohne ich vorerst nicht mehr.
Und die kleinen Leute und ihre kleinen Leben
sind mirjetzt erst ma! herzlich egal.
Es ist wahnsinnig kompliziert hier.
Aber eines weiB ich jetzt sehr genau. J‘ sanft
Meine Mitte der Welt ist da wo sie sind.
Ob ich ihn finden werde? Keine Ahnung.
Vielleicht ist er wirklich ein Seefahrer
ein Cowboy,
ein Aussteiger-Hippie, ein Transvestit, ein Knacki
oder verkauft Waffen an verzweifelte Hausfrauen. Was weiB ich.
Die Antwort ist nicht mehr Iebensnotwendig.
Die Leere in mir wird kleiner. J‘ Ende
Aber ich will jetzt Tiiren éiffnen.
J‘ Pop, getragen
J‘ Mann singt
J‘ Ende
J‘ Orchester, dramatisch
J‘ verklingt
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