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[düstere Musik]
[Frau] Die Geschichte beginnt in der Dunkelheit.
Sie handelt von Schönheit und von Grausamkeit.
Von der Suche nach dem Glück und dem Preis dafür.
Ich erzähle sie dir, weil sie meine Geschichte ist.
Unsere Geschichte.
[leise prasselnder Regen]
Aber es ist auch die Geschichte eines Mörders.
[Regen wird stärker.]
[pulsierende Klänge]
Ich hatte nie erfahren, was das ist.
Glück.
Es schien mir so flüchtig wie ein Duft.
Als könne es nur erfahren, wer einen Sinn dafür besitzt.
Mir fehlte dieser Sinn
für den Duft der Dinge und der Menschen.
Ich konnte sie sehen, hören, anfassen,
doch riechen konnte ich sie nicht.
Eine unsichtbare Wand trennte mich von allem.
Erst für dich setzte ich alles aufs Spiel,
um die Wand einzureißen.
[entspannte Musik im Radio]
[Anhalterin] Anhalten, bitte!
-[Anhalterin] Na, komm, Lori. Hopp, hopp! -Steig ein.
Danke, dass du angehalten hast. Nur Dreck und fiese Leute.
Ich hab nichts mehr gegessen, nicht mehr geschlafen.
Ich hab sogar vergessen, meinen Hund zu füttern.
Großstadt macht krank. Ich weiß, ich…
[Lori hechelt.]
Ich rede viel. Erzähl du doch mal was.
Ich fang 'ne neue Stelle an.
Mhm! Cool, so aufm Land? Mit Öko und Tieren und so?
[Sie lacht sanft.]
Polizei.
[Lori winselt.]
Hier, Vitamine.
Danke.
So wie die hier riecht, so müsste jeder Tag im Leben sein.
[Frau] Ich weiß noch, ich dachte,
vielleicht wird diesmal mehr daraus als ein Anfang.
Vielleicht wird aus Juro mehr als eine Affäre.
Vielleicht komme ich an.
Und bleibe.
[ruhige Musik]
-Sicher? Hier willst du einziehen? -Ja.
[Frau] Ich wusste nicht, ob das schon das Glück war,
auf das ich so sehr hoffte.
Oder nur so nah am Glück, wie ich ihm eben kommen konnte.
-[Mann] Hi, wie geht's? -[Frau] Sunny!
-[Stimmengewirr] -Sunny. Los jetzt. Komm!
[Jubel]
Na, macht mal!
[Alle reden durcheinander.]
-[Mann] Komm. -[Mann 2] Geh in die Mitte.
[Juro] Drei, zwei, eins!
-[alle] Polizei! -Und noch mal.
-[alle] Sexy! -[Gelächter]
-[fröhliche Musik] -[heiteres Stimmengewirr]
Du hast dich ja schnell eingelebt.
Wenn was ist, komm direkt zu mir. Ich bin ja jetzt verantwortlich.
Juro und du, ihr habt euch kennengelernt, als du hier eine Wohnung gesucht hast?
-Ja. -Weil ihr wirkt so… im Moment.
[verlegen] Mhm.
-Schön, freut euch! -Cheers.
Prost! So, hier, 70 % Zucker, dazu Erdbeere, Mandarine und Schnaps.
Whoa!
Das hab ich ja noch nie gesehen, dass jemand das Zeug so wegkippen kann.
[beschwingte Musik]
[heiteres Stimmengewirr]
[Feuerwerk knistert.]
[ruhige Musik]
[Juro] Wuhu!
Komm rein!
[Sunny] Juro gab mir ein Gefühl, das neu für mich war.
Und diesem Gefühl wollte ich glauben.
-[sanfte Klaviermusik] -[Wellenrauschen]
[Juro riecht an ihr.]
Rieche ich?
[Juro] Mh-hm.
[leise] Sag mir das doch.
Hey, du musst mir das immer sagen, ja?
Ich würd schon gerne mal deinen Schweiß riechen.
Mhm. Der riecht wie…
-Wie? -[lachend] Maiglöckchen.
[Sunny] Maiglöckchen?
[Sunny] Auf jeden Fall haben wir einen kleinen Garten.
Mit Blumen und Bäumen.
So ein Haus hätte ich gerne.
[Wellenrauschen]
[leise] Mit dir.
[Möwen kreischen.]
[Handy klingelt.]
-[Er stöhnt.] -Mh-mh.
[Handy klingelt.]
[Juro] Rosa! Ja?
[Rosa] Juro, hey.
Wo bist du?
Die Kinder sagten gerade, sie vermissen dich.
Ich dachte, ich melde mich mal wieder.
[Sunny] Noch ahnte ich nicht, was uns bevorstand.
Dass unsere Geschichte unausweichlich verbunden war
mit der Geschichte des Parfumeurs.
[Mann] Dorian!
Ich hab dich aufgenommen.
Hab dir alles beigebracht.
[Wasser tropft im Hintergrund.]
Nur durch mich
hast du dein ganzes Wissen.
Du gehst jetzt wieder an deine Arbeit.
[Dorian] Sie behalten meine Formeln.
Ein fairer Deal.
[düstere Musik]
[Mann] Was?
Diese Formel ist…
Was hast du mit den Mädchen vor?
Ich will etwas schaffen,
das größer ist als der menschliche Wille.
Niemand kann das.
So weit darf niemand gehen.
Ein Parfüm der Liebe.
Das ist unmöglich.
[Musik wird finster.]
Dorian…
Dorian.
-[Möwen kreischen.] -[getragene Musik]
[Sunny] Auch Dorians Reise war ein Neuanfang.
Auch er war auf der Suche nach etwas.
[Er atmet tief ein.]
Er hatte gelernt, die flüchtige Seele der Dinge zu konservieren,
ihren Duft.
[rhythmisches Klatschen]
-[Schiffshorn ertönt.] -[Alle jubeln.]
Da! Wuhu!
[Dorians Atmung tritt in den Vordergrund.]
[Sunny] Auch für die Seele der Menschen, glaubte er eine Formel gefunden zu haben.
Er brauchte nur noch einen Komplizen.
-[düstere Klänge] -[brummender Motor]
[unverständliche Unterhaltung]
[Freizeichen]
[Handy klingelt.]
[Motor geht aus.]
[pulsierende Klänge]
Rex?
[Dorian] Ich komm zurück.
Du kommst nach Hause? Nach so langer Zeit?
Ja. Wir sehen uns bald.
Das ist… großartig!
Wir machen es wie früher.
Nur viel besser.
Und was soll ich tun? Ich kann alles tun.
Die Welt wird schöner sein.
[Sunny] Und so kreuzten sich unsere Wege.
[düstere Musik]
[Frau] Da.
Wir können noch nicht runter. Ist nicht gesichert.
[Juro] Sunny?
Nicht.
[Düstere Musik verklingt.]
[Schritte nähern sich.]
[Frau] Sunny, kommst du?
[Sie holt Luft.]
Ich hab sie im Auto mitgenommen, als ich hergezogen bin.
[Ein Mann hustet.]
Gezielte Schnittführung.
Es fehlen…
…die Schweißdrüsen in den Achseln, im Schambereich.
Die Verletzungen sind nicht vaginal.
Ein Sexualdelikt kann…
Kann ausgeschlossen werden.
[ernste Musik]
[Sunny] Immer mehr junge Mädchen wurden aufgefunden,
alle mit den gleichen Verletzungen.
Es war nicht schwer zu erraten, was das Motiv dieser Morde war:
Es ging um Haut
und um Haare.
Um den menschlichen Duft und die Lockstoffe darin.
Alle Spuren führten zu einem einzigen Tatort.
[Frau] Wir gründen jetzt die Sonderkommission "Bunkermorde".
Wir haben hier jede Menge Fingerabdrücke und DNA.
[Juro] Gut, ja, und bitte grüß die Kinder und so.
Ja.
Bis dann.
[unverständlicher Funkspruch]
-[Gebrüll] -[Sunny] Es gab eine Hauptverdächtige.
-[Kameraklicken] -Carlotta König, genannt Rex.
-[Kameraklicken] -Ich beobachtete sie.
Tagelang. Umsonst.
[Tür wird geöffnet.]
-[leises Seufzen] -[Schritte]
Die haben die Observation gestrichen.
Komplett. Ab morgen.
Was?
-Ja, wir haben nichts. -Bullshit!
König hat sich im Bereich der Leichenfundorte aufgehalten,
die nicht frei zugänglich waren. Mehrfach. Ich mach weiter.
Lass uns was trinken gehen.
[Sie seufzt.]
Ich kann nicht.
Ich muss noch die Berichte fertig schreiben.
[Juro atmet tief ein.]
Ähm…
Ich, ähm…
[leise, bedrückende Musik]
Rosa.
Sie will zurück.
[leise] Ähm.
[Er holt Luft.]
Die letzten Monate mit dir…
Sunny, die… Die waren der Wahnsinn. Aber…
…meine Kinder fehlen mir.
[Sunny schnieft.]
Tut mir leid.
[traurige Klavierklänge]
-[Tür öffnet.] -[Räuspern]
[Tür quietscht und fällt ins Schloss.]
[leises Seufzen]
[Sie atmet schwer.]
[Musik dauert an.]
[Sie sprüht Wasser.]
[entferntes Vogelgezwitscher]
[Sunny] So unvermittelt, wie es angefangen hatte,
war es wieder vorbei.
[Sie weint bitter.]
Ich war wieder allein.
[düstere Musik]
[schrilles Türklingeln]
[Sunny] Wie dieser einsame Junge. Jemand, um den ich mich kümmern konnte.
-Hi, ich bin Stefan. -Stefan.
Ich weiß, wer du bist.
Von nebenan.
Ich wollte nur fragen, ob Sie vielleicht…
Will er Bier oder Wein? Dein Vater.
Beides.
Komm rein.
Hast du Bock auf 'ne Pizza?
[Sunny] Die Arbeit war das Einzige, das mich von Juro ablenkte.
[Kameraklicken]
[Kameraklicken]
[spannungsvolle Musik]
[Sunny] Ich beschloss, Rex weiter zu folgen.
Egal, wohin. Egal, wie lange es dauerte.
Irgendwann würde sie mich auf eine Spur bringen.
[Kameraklicken]
[Sunny stöhnt leise.]
[Sunny klickt nervös.]
[Dorian] Es ist fertig.
Du kannst es ausprobieren, Rex.
[Nachrichtenton]
[dramatisch anschwellende Musik]
[Eine Frau stöhnt.]
[Atmet scharf ein.]
[düstere Streichmusik]
[Sunny] Es war eine unsichtbare Spur,
die ich nicht deuten konnte.
[Quietschen]
[düstere Musik]
[Garagentor knarrt.]
[Sunny] Ohne es zu wissen,
war ich dem Parfumeur ganz nahegekommen.
[Sunny] Ich bin's. Ich brauche hier Verstärkung, Tina.
[prasselnder Regen]
Hast du Tina was erzählt?
[Er atmet tief ein.]
[Er räuspert sich.]
Wir kriegen das hin.
[Er atmet scharf ein.]
Hier riecht's nach Rauch.
-[Rex] Nein! Du darfst es nicht zerstören. -[Klirren]
-[Dorian] Gib es mir endlich, du Kuh! -[Poltern]
[Rex] Doch, doch, es ist wundervoll!
Es ist wundervoll!
Verdammt! Hör auf!
[lautes Poltern und Klirren]
[Sunny] Polizei!
[Rex keucht und hustet.]
[Sunny] Kommen Sie. Sie müssen hier raus.
[treibende Klänge]
[Dorians Atmung tritt in den Vordergrund.]
[Juro] Ist noch jemand drin?
-Ist da noch jemand drin? -Dorian!
[aufgebrachtes Stöhnen]
[Juro] Sunny!
[schreit] Er darf's nicht zerstören! Ich will mehr davon!
-[Sunny] Polizei. Wir kommen rein. -[Rex] Mehr!
[Sunny] Polizei!
[unheilvolle Musik]
[Rex] Mehr! Ich will mehr!
[Dorian keucht.]
[Musik dauert an.]
[Er schreit aus vollem Hals.]
[Musik verklingt langsam.]
[Glas zerbricht.]
[Knirschen]
[düstere Musik]
[Musik wird geheimnisvoll.]
-[entferntes Wellenrauschen] -[Musik wird sanft.]
[Sunny] Ich konnte es nicht riechen.
Aber ich spürte, welche Macht davon ausging.
[Juro] Sunny, Vorsicht.
Es gibt einen zweiten Verdächtigen. Name: Dorian.
[geheimnisvolle Musik]
Juro, ey! Wir müssen den anderen suchen.
[düstere Musik]
[Juro schlägt die Folie weg.]
[Tür fällt zu.]
[Sie atmet nervös.]
[Sunny] Es war nicht das, was Dorian hatte schaffen wollen.
Falsch.
[leise prasselnder Regen]
Alles.
Keine Liebe.
Nur Sex.
[Tina schenkt ein.]
[düstere Musik]
[Sunny] Mit Rex' Verhaftung war der Fall abgeschlossen.
Doch gelöst war er nicht.
…in die forensische Psychiatrie gebracht.
Ein weiterer Tatverdächtiger befindet sich noch auf der Flucht…
[Sunny] Ich erzählte niemandem, was ich im Labor gefunden hatte.
Ich wollte es für mich behalten.
Die Morde an den jungen Frauen stehen möglicherweise in Zusammenhang
mit einem sogenannten Liebes-Parfüm,
was die beiden Tatverdächtigen angeblich herstellen wollten.
Bisher haben wir so was natürlich nicht gefunden.
Bis morgen.
Bis morgen.
-[Sunny stöhnt.] -[Motor startet.]
[Sunny seufzt.]
[geheimnisvolle Musik]
Absurd, die Typen.
[Musik wird sanft.]
[leises Stöhnen]
Steig bitte aus, Juro.
Steig aus.
[Juro atmet tief.]
[Sunny] Juro kehrte zu mir zurück.
Autsch.
Und es fühlte sich beinahe so an,
als täte er es aus Liebe.
[ruhige Musik]
Aber es war nicht mehr dasselbe.
-Hi. -Hey.
[Juro] Wir hatten mal so ein Ding, so…
So 'ne Strandmuschel.
Da haben wir als Kinder total oft drin übernachtet.
In totaler Einsamkeit…
[Sunny] Ich täuschte Juro,
aber auch mich selbst.
[düstere Musik]
[lustvolles Stöhnen]
[Sunny] Doch dann geschah etwas, das alles veränderte.
Das ich mir am meisten gewünscht und vor dem ich mich zugleich
-am meisten gefürchtet hatte. -[Etwas fällt.]
Du geschahst.
[bedrückende Klaviermusik]
[Juro] Mhm.
-Auch gut. -Ja?
Mh-hm. Fehlt nur ein bisschen Salz und Pfeffer.
[leise] Hm.
Wie geht's den Kindern? Mit dem ganzen Hin und Her?
[Juro seufzt leise.]
Hier, schau mal.
Ist es das, was du dir gewünscht hast?
[Sie lacht sanft.]
-Ist renovierungsbedürftig, aber… -Oh Gott.
…nicht teuer.
Das ist selten in der Gegend.
Es sieht aus wie ein Traum.
[Juro] Hm?
Ich muss dir was sagen.
[Handy vibriert.]
[Juro] Rosa.
Lilly ist gefallen. Krankenhaus.
Wahrscheinlich ist es nichts Schlimmes, aber…
Ich muss hin.
-Tut mir leid. -Ja. Nein, alles gut, fahr.
[leises Donnergrollen]
-Ach, was wolltest du mir sagen? -Los, jetzt fahr.
-[schnelle Schritt] -[bedrückende Musik]
-[Musik dauert an.] -[Regen prasselt.]
"Mütter konnten unfehlbar den Duft ihres Babys unterscheiden.
Serotonin und Oxytocin schaffen eine einzigartige Verbindung.
Babygeruch ist eine Form der chemischen Kommunikation zwischen Mutter und Kind."
[Bedrückende Musik dauert an.]
[Sunny] Ich stellte mir vor, wie es sein würde.
Doch ich fühlte gar nichts.
Und das machte mir Angst.
[Sie schnieft.]
[Sunny] Denn anders als jedes Tier, anders als jede normale Mutter
auf der Welt,
würde ich dich nicht riechen.
-[leises Poltern] -[Mann] Hey! Bleib stehen!
[Stefan] Lass mich in Ruhe!
[Mann] Komm zurück!
[Tür fällt zu.]
Hey.
Alles ok?
Ich wollte keinen Alk für ihn holen. [Schniefen]
Hey.
Ich hau sowieso bald ab.
[Sunny] Ich dachte an meine Kindheit.
Er kann nichts dafür.
-Doch, kann er. -Er ist krank.
Ich fragte mich, ob es besser wäre, keine Mutter zu werden als eine schlechte.
[Vater] Stefan?
Er schläft heute Nacht bei mir!
Ein Kind ist ein Geschenk, du Arschloch!
[Sunny] Komm. Los.
[getragene Musik]
[Sunny] Die Angst kam zurück
und verfolgte mich bis in meine Träume.
Sie führte mich zurück, auf die Spur des Parfumeurs.
Und ich verstand, dass ich seine Hilfe brauchte.
Wenn jemand die Macht besaß, mir das Riechen beizubringen, dann er.
[Ein Baby brabbelt.]
[Das Baby weint.]
[Wasserrauschen]
[Sunny] Ich ging zurück an den Ort, an dem die Mädchen getötet worden waren.
[beklemmende Musik]
[düstere Klänge]
[Sunny] Etwas sagte mir, dass Dorian sich hier versteckte.
[Tor öffnet quietschend.]
[spannungsvolle Musik]
[Musik wird düster.]
[Sie atmet zittrig.]
[Musik schwillt an.]
[pulsierende Musik]
[Sunny] Hey!
[Musik verklingt langsam.]
-[Sunny] Hallo? -[Musik verstummt.]
[Er atmet zittrig.]
Sie benutzen mein Parfüm.
Es kann nur Sex.
Keine Liebe.
[Dorian] Hier.
[Er stöhnt vor Schmerz.]
Dein Bein muss behandelt werden.
Ich bring dich hoch.
[Dorian] Ja.
[geheimnisvolle Musik]
[Dorian atmet scharf ein.]
[Er riecht an ihr.]
Ihr Duft.
Eine Perle.
[Musik wird sanft.]
[Dorian] Ja.
[ruhige Klavierklänge]
Werden Sie mich jetzt verhaften?
Ich muss riechen lernen.
Lassen Sie mich dann gehen?
Es ist möglich.
[getragene Streichmusik]
Sie müssen mir einige Düfte besorgen, wenn ich Ihnen helfen soll.
[Musik dauert an.]
[Sunny atmet aufgeregt.]
[Sunny] Wir schlossen einen Pakt.
Dorian würde mein Lehrmeister sein.
Und ich würde ihn schützen.
[treibende Musik]
"Mir geht's nicht gut. Bin krankgeschrieben."
[Musik dauert an.]
[Quietschen]
[Dorian] Zedernholz.
Zu wenig Ammoniak.
Das Ochsenblut ist von minderer Qualität.
[Er riecht konzentriert.]
Das ist kein Thymian.
Das ist Chemie.
Du brauchst einen neuen Verband.
Ich sagte Ihnen, dass alles genau sein muss.
Exakt, präzise.
Das ist alles.
Der Pfeffer ist ganz gut.
Der Fenchel auch.
[Sunny] Vertrauen konnten wir uns nicht.
Ich hatte mir ein Mittel beschafft. Unauffällig, geruchlos, toxisch.
Ich war vorbereitet,
auf das Schlimmste, ebenso wie auf ein Wunder.
Es wird schon funktionieren.
Bitte bringen Sie mir alles runter.
Ich fang gleich an.
Wozu brauchst du das ganze Zeug?
Für Ihr Riechtraining.
Ich habe alles aufgeschrieben, während Sie weg waren.
Lesen Sie es, dann sind Sie vorbereitet.
Morgen früh sehen wir weiter.
Und jetzt ruhen Sie sich aus.
[Tür fällt zu.]
[getragene Musik]
"Duftmoleküle sind wie kleine Staubkörnchen.
Sie müssen Sie sich vorstellen, wie bunte Schmetterlinge.
Der Körper muss vorbereitet werden.
Zwanzig Millionen Riechzellen warten nur darauf."
[Sunny] Dorian kehrte zurück, in seine Welt der Düfte.
Ich spürte, er hatte noch etwas anderes vor.
[Brodeln]
[Getragene Musik dauert an.]
[Vögel krächzen in der Ferne.]
Haben Sie gut geschlafen?
Schmeckt. Nicht leicht für jemanden, der nicht riechen kann.
Kochen Sie für ihn auch so?
Ich meine für den Vater des Kindes?
[Er atmet tief ein.]
Siebte.
Nein, das ist die achte Woche.
-Es wird bestimmt ihren Duft erben. -Ich will riechen lernen, mehr nicht.
Ich muss mehr wissen, sonst kann ich Ihnen nicht helfen.
Was soll ich jetzt tun?
[Dorian] Hier. Das sind die sechs Basisdüfte.
Alle existierenden Gerüche sind nur eine Kombination aus ihnen.
[Sie zieht die Box zu sich.]
[sanfte Musik]
Probieren Sie.
Bitte.
Nichts?
Und die anderen?
[Dorian] Blumig.
Fruchtig.
Harzig.
[Sunny atmet zittrig.]
Das machen Sie morgens
und abends.
Jeden Tag. Kontrolle.
Bis Sie das Gefühl haben, dass sich etwas ändert.
Beginnen Sie jetzt Ihr Training.
[knisterndes Feuer]
[Sunny] Wenn man nichts mehr hört…
…nichts mehr sieht,
dann bleiben das Tasten
und das Riechen.
Ich konzentrierte meine ganze Wahrnehmung, um meinen Geruchssinn wiederzufinden.
Den Duft
und den Geschmack der Dinge.
[melancholische Musik]
[Sunny atmet tief.]
Ich versuchte es.
Jeden Tag. Von Neuem.
Immer wieder.
Bis ich wirklich glaubte,
dass sich etwas änderte.
[Dorian] Guten Abend.
Wie war Ihr Tag?
Und?
Hat sich etwas geändert?
[Sie atmet tief ein.]
[Sie atmet tief ein.]
Wie haben Sie Ihren Geruchssinn verloren?
Erzählen Sie mir davon.
Es war Winter.
Ich war erkältet.
Wie alt?
Ich war sieben.
Und Ihre Eltern?
Mein Vater war
da schon weg.
-Und meine Mutter… -Sie waren allein.
Die hat sich nicht gekümmert.
Hat meine Grippe verschleppt.
Gerüche sind Gefühle.
Erinnerungen.
Sie waren sieben Jahre alt.
Alle Gerüche und Düfte, die Sie bis dahin aufgenommen haben,
haben einen Abdruck im Gehirn hinterlassen.
Den kann man nie verlieren.
Den Geruch der Kindheit.
Das ist der Schlüssel, dahin müssen Sie zurück.
Das ist alles vollkommen irre.
[Sie nimmt die Box.]
[Stellt die Box weg.]
Das war's. Es funktioniert nicht.
Du kannst es nicht.
[düstere Musik]
Als Kind ist man ausgeliefert.
Sie machen mit einem, was sie wollen.
Mein Vater war Pfarrer hier.
Er dachte auch, dass ich der Teufel bin, genauso wie Sie.
Aber das stimmt nicht.
Bei mir ist es wie bei Ihnen.
Was mit uns in der Kindheit passiert ist…
[dumpfer Schlag]
…das können wir nicht mehr ändern.
[beklemmende Musik]
[Dorian stöhnt angestrengt.]
[Sunny stöhnt.]
[Dorian] Danke für die Inspiration.
[finstere Musik]
[düstere Musik]
[Brodeln]
[Sunny] Bevor Dorian den Bunker verließ, schuf er drei Düfte.
Zwei davon sollten für ihn kämpfen.
Für sein großes Ziel, das er noch immer verfolgte.
Die Formel für ein Parfüm der Liebe.
Der dritte Duft aber war anders.
Ein Schutzschild, das Dorian trug, wohin er auch ging.
[Dorian atmet tief ein.]
[Tina] Heute Morgen ist Carlotta König,
aka Rex,
aus der forensischen Psychiatrie ausgebrochen.
Zum Morgenaufschluss war ein Wärter in ihrer Zelle.
Er sagte aus, ich zitiere:
"Ich sah sie an, mein Herz zog sich zusammen,
ich bekam keine Luft mehr und hatte unbeschreibliche Angst."
Dann ist er ohne erkennbaren Grund zusammengebrochen
und die König ist aus der Psychiatrie einfach rausmarschiert.
Dieser…
Dieser Flakon
wurde in ihrer Zelle gefunden.
Wir wissen, dass sie am Tag davor einen Besuch hatte
von einem Unbekannten mit gefälschten Personalien.
Vielleicht hat er das Zeug reingeschmuggelt.
Ob Dorian dahintersteckt, das wissen wir nicht.
Die König war als Kind eine Art mathematisches Genie.
Übersprang mehrere Klassen.
Dann hatte sie einen Unfall und trägt seitdem eine Titanplatte im Kopf.
Ihre Verbrechen sind bekannt.
Sie schnitt ihren Opfern die apokrinen Schweißdrüsen heraus.
Den Kern des menschlichen Dufts.
-[Wasserrauschen] -[Vogelgezwitscher]
[Sunny] Ich wusste nicht, wie lange ich da schon gelegen hatte.
Ich spürte, dir ging es gut.
[Ein Insekt brummt.]
[düstere Musik]
[Sunny stöhnt angestrengt.]
[Sie atmet schwer.]
[Wind rauscht in den Blättern.]
[Sunny] Mein Sturz hatte etwas verändert.
[Insekten brummen.]
[sanfte Musik]
[pochende Klänge]
[Sunny atmet tief durch.]
[Das Baby brabbelt.]
[Musik dauert an.]
[Sie lacht erleichtert.]
[ruhige Klaviermusik]
[schniefend] Ja.
[Sie seufzt.]
[getragene Musik]
[Sie lacht aufgeregt.]
[Sunny] Die unsichtbare Wand war verschwunden.
Doch mit dem Riechen kam auch die Erinnerung.
Und die Neugier.
[düstere Klänge]
[geheimnisvolle Musik]
[düstere Klänge]
[Sie atmet benommen.]
[düstere Musik]
Sie lebt.
[Sunny seufzt.]
[Sie stöhnt.]
[getragene Streichmusik]
[lustvolles Stöhnen]
-[Automat klingelt.] -[beschwingte Musik]
[Dorians Atmung tritt in den Vordergrund.]
[Musik tritt in den Vordergrund.]
[Spielautomat klingelt.]
[Rex atmet ein.]
[Er stöhnt.]
[Rex] Hat alles geklappt, Meister. Danke fürs Rausholen.
Käsig.
Ungewaschen, zu viel Knoblauch.
Herrgott! Mich juckt's.
Das sind Nebenwirkungen vom Parfüm.
Sag mal,
das Parfüm, das gibt es doch noch?
Muss jemand haben, hm?
Ja. Ich weiß, wer's hat.
Backs! Dann, holen!
Ich muss es wiederhaben.
Nein, wir machen neues, besseres.
Ich will aber das alte.
Sexy Sex!
Rex, jemand hat mich neu inspiriert.
Eine Frau.
Das neue wird fragil,
Tausend farbig.
[spannende Musik]
Es wird nichts mit dem ersten Versuch zu tun haben.
Sie werden uns lieben. L'amour.
Ich muss die genaue Formel finden.
Die exakte Zusammensetzung.
Im Tempel.
Und dann sage ich dir, wer das alte Parfüm hat.
[Rex] Mhm.
[Vater] Bleib hier!
Es wird nicht wieder passieren.
Stefan! Hey!
[Autotür öffnet und schließt.]
-Seit wann riechst du wieder? -[Motor startet.]
Seit ich schwanger bin.
[getragene Musik]
[Sunny] Wir zogen in das alte Landhaus, das Juro für uns ausgesucht hatte.
[Wasser plätschert.]
[Musik dauert an.]
-[flüsternd] Hab ich dich. -[Hundegebell]
[Sunny imitiert Knurren.]
[Sie schreit und kichert fröhlich.]
[tiefes Atmen]
[zufriedenes Stöhnen]
[Sunny] Es hätte wunderschön sein können.
Ohne die Lüge, die uns zusammenhielt,
und die uns trennte.
Ich wusste, es konnte nicht lange so weitergehen.
[beklemmende Klänge]
[unheilvolles Rauschen]
[Freizeichen]
[entferntes Motorbrummen]
[Frau] Pfarrhaus St. Alfons.
Sunny Valentin. Ich hatte schon mal angerufen.
Es geht um einen Termin mit Pfarrer Abel Welsch.
-Ja, wie gesagt, er ist krank. -Ich weiß, es geht ihm nicht gut.
Ich möchte wirklich nur kurz über seinen Sohn Dorian mit ihm sprechen.
Gut, dann… Ich sprech kurz mit dem Pfarrer.
Danke, danke, ich warte.
-[Kinder lachen.] -[Juro] Ja, wie schön, dass ihr hier seid!
[Frau] Ich kann ihn im Moment wirklich nicht erreichen.
Gut. Dann höre ich von Ihnen, wenn er Zeit hat.
Ja, wir melden uns gegebenenfalls für einen Termin.
-Ja, gut. Gut, danke. -Wiederhören.
[Rosa] Juro, ich dachte, wir besuchen dich mal.
Geht's dir gut? Schön ist's hier.
[leise, bedrückende Musik]
[Die Kinder toben.]
[leises Gespräch]
[bedrohliche Musik]
[düstere Musik]
[Sunny stöhnt aufgebracht.]
[Sie schluchzt.]
[Sunny] Nein.
[Sie ächzt.]
[Sunny keucht.]
[Juro atmet heftig.]
-[beklemmende Klänge] -[Sunny stöhnt.]
[tiefes Stöhnen]
[unheilvolle Klänge]
[Er schnieft]
[Glockenläuten]
[Sunny] Ich suchte in Dorians Vergangenheit
nach einem Hinweis, der mich ihm näherbringen würde.
[prasselnder Regen]
Sein Geburtsname war Noah.
Dieser schreckliche Geruch, niemand konnte ihm nah sein.
Sogar seiner Mutter fiel es schwer.
[Das Baby schreit.]
Er machte einem Angst.
Irgendwann verstand er, dass es an seinem Geruch lag.
[düstere Musik]
Plötzlich wollte er einen Menschengeruch schaffen.
Und dieses ältere Mädchen,
das niemand mochte, Rex…
Sie half ihm dabei.
Die afrikanische Kirche hatte mir gerade einen kleinen Schimpansen geschenkt.
[Dorian] Los, Rex, schneller!
Sie wollten ihm seinen Duft entreißen,
weil er dem Menschen am ähnlichsten war.
[Welsch seufzt.]
Es war Sünde.
Er war vom Teufel besessen.
Ich wollte ihm helfen.
[Dorian atmet nervös.]
-Nein. -[Mann] Seine Nase.
-Seine Nase! -Bitte nicht.
[Welsch] Ruhig. Ganz ruhig.
[flehend] Papa.
-[Zischen] -[Dorian schreit schmerzerfüllt.]
Ich konnte ihn nicht aufhalten.
Niemand kann das.
[finstere Musik]
[Dorian atmet scharf ein.]
-[Dorian] Die Liebe. -[Das Baby weint.]
Sie, sie riecht nach…
[Vogelgezwitscher]
[scharfes Einatmen]
-Falsch. -[Musik verstummt.]
[Sie seufzt leise.]
[Rex] Wer ist denn diese Frau aus dem Bunker?
Diese Perle?
Was ist denn das für eine neue Formel?
[Er stöhnt.]
Was hat diese Frau damit zu tun? Und wer hat denn jetzt das alte Parfüm?
Hör auf!
Ich sag's dir schon irgendwann.
Ich… Ich wollte dich nicht…
Es ist so kalt, ich will hier weg!
Diesmal muss es stimmen.
Es muss exakt sein.
Es geht nur hier.
Nur hier kann ich sie finden. Im Tempel.
Und ich bin noch nicht fertig.
Ich hab nur den Anfang.
Kannst du die Formel nicht auch drüben fertig machen?
In der Fabrik ist doch alles vorbereitet.
[Er stöhnt.]
Nimm die Fabrik, von mir aus. Und fang mit dem Material an.
-Es geht los? Wir produzieren? -[ernste Musik]
Ja. Ich schmecke den Duft bereits.
[treibende Musik]
[Sunny] Endlich kam ich an den Ort, an dem alles begonnen hatte.
[Tür schlägt zu.]
[Sie stöhnt.]
[Quietschen]
[Dorian] Danke für die Inspiration.
[dynamische Musik]
[Musik verklingt.]
[Sie atmet schwer.]
-Schönes, schönes Material. -[düstere Musik]
[Rex schnieft.]
[Sunny] Ich sandte Dorian ein Zeichen.
Er sollte wissen, dass ich ihn suchte.
[elektrisches Surren]
[Er atmet zittrig.]
-Ich sag dir, wer es hat. -[Rex] Wer?
[Dorian] Sie hat den Tempel verbrannt.
Sie hat das Parfüm aus dem Labor gestohlen.
Sie soll dafür bezahlen.
[Motor wird abgestellt.]
[Schlüsselklicken]
[unheilvolle Klänge]
Juro?
[düstere Musik]
[Musik verklingt.]
[Gurgeln]
[Sie zieht scharf Luft ein, schreit.]
Wo ist es?
[Sunny weint.]
Ich weiß, dass du's hast.
Gib es mir.
Ich muss es wiederhaben, für mich.
Los.
Gib's mir.
Komm schon.
[schreit] Scheiße! Ich weiß, dass es hier ist.
-Sag mir, wo du's versteckst! -[Klirren]
[Rex stöhnt genervt.]
Ok.
Hier reden wir Tacheles. Du kannst es nicht behalten, weißt du?
Hier.
Guck,
damit zerschneid ich das Material.
Kontrollierter Vorgang.
Und dann kochen.
Kochen, kochen.
Bis Dorian bereit ist.
[Sie rückt weg.]
Na los. Tu's.
Tu's für dein Scheißbaby.
[triste Klavierklänge]
[leises Schluchzen]
[bedrückende Musik]
Gib's mir.
[Rex] Bitte, gib es mir.
Ich hab doch nichts anderes.
Ich brauch's viel mehr als du.
Lass es los.
Lass es los.
Bitte.
[unheilvolle Klänge]
[Rex keucht.]
[Ringt nach Luft.]
[Schrei aus vollem Hals]
[Sunny schreit panisch.]
[dumpfes Schreien]
[Rex röchelt heftig.]
[dramatische Musik]
[Sunny holt tief Luft.]
[Sie atmet benommen.]
[Musik dauert an.]
[Rex stöhnt.]
[Rex lacht.]
[Dorian] Sunny.
[Ein Auto nähert sich.]
[unverständlicher Funkspruch]
[Mann] Ja, machen wir!
-[Stöhnen] -[Tina] Sind Spuren im Garten?
Spusi! Ich brauch eine DNA-Analyse.
Und, Nachbarn?
-[Juro] Noch nichts. -[Schritte nähern sich.]
[Klopfen]
[Tina] Hi.
[entferntes Stimmengewirr]
[Tina] Gut, dass Juro uns gleich gerufen hat.
[Mann] Dort ist nichts!
-[Mann 2] Ich gehe ins Wohnzimmer. -[Frau] Okay.
Die Fingerabdrücke von Carlotta König sind überall im Haus.
Sie war hier.
Ja, als ich…
[Sie stöhnt.]
…gestern nach Hause kam,
da war das Haus durchsucht, und dann, keine Ahnung, war ich plötzlich weg.
Blackout?
[Sunny] Mh-hm.
Wir haben etwas gefunden.
Einen Fünf-Liter-Blutfleck unten auf der Straße,
eindeutig Königs Blutgruppe.
Die Titanplatte aus ihrem Kopf, im Straßengraben.
Aber wo ist ihre Leiche?
KT ist unten fertig. Kannst deine Sachen wieder benutzen.
Ich schau mich nur noch ein bisschen um.
[Schritte]
Hm.
[düstere Streicherklänge]
[düstere Musik]
[Poltern]
[Sie riecht.]
[Er atmet schwer.]
Was passiert hier? Sunny verhält sich merkwürdig.
-Sag mal, nimmst du Drogen? -Was? Nein.
Juro, du hast eine Familie.
Zwei Kinder. Und eine schwangere Freundin.
Warst du heute Nacht bei Rosa?
Ja, ich…
[Tina] Du kannst nicht zwei Frauen haben.
Wieso tust du das?
Ich kenn niemanden, der so zuverlässig war wie du.
-[Tina] Jetzt bist du genau das Gegenteil. -Das macht mir auch 'ne Scheißangst.
Tina, ich, ich… Ich glaub, ich werd…
Ich glaub, ich werd verrückt.
-[triste Klaviermusik] -[Juro weint leise.]
[Wellenrauschen]
[melancholische Musik]
[leises Gespräch]
[Juro schluchzt.]
[Sunny] Ich musste Juro freigeben.
[Tina] Schau mich an. Guck mich an.
Tief einatmen.
[Sunny] Das war das Beste für uns alle.
[Musik dauert an.]
[Musik verklingt.]
[Räuspern] 'tschuldige, ich kann nichts essen.
[Er schnieft.]
Du musst zurück zu deiner Familie.
[triste Klavierklänge]
[ernste Streicherklänge]
Ich…
Sunny?
[melancholische Musik]
[Sie weint.]
[getragene Musik]
[Motor wird gestartet.]
[Er schnieft.]
[Sunny] Dorian und ich hatten beide den Halt verloren.
Waren auf uns allein gestellt.
[Musik verklingt.]
[Er tippt.]
[Dorian] "Ich habe aus den Nachrichten erfahren, dass Rex…
Ohne sie kann ich es nicht.
Es ist das Ernten, das Schneiden der Haut, des Materials.
Ich kann es unter keinen Umständen.
Sie haben mir einmal von einer ganz ähnlichen Erfahrung berichtet.
Bitte antworten Sie mir."
[pulsierende Musik]
[Sunny] In seiner Not wandte sich Dorian an einen Parfumeur, den er bewunderte.
Doch was ihm noch schmerzlicher fehlte,
war die Inspiration,
um seine Formel zu vollenden.
Dafür brauchte er mich.
-[Düstere Musik dröhnt.] -[Sunny schnauft.]
[Sie weint.]
[Sunny] Ich zwang mich, den letzten Rest des Parfüms zu vergraben.
[Sunny stöhnt.]
[leise, spannungsvolle Musik]
[Dorians Atmung tritt in den Vordergrund.]
[unheilvolle Klänge]
[düstere Musik]
[Die Tür knarrt.]
[Waffe klickt.]
[Dorian] Ich bin schon länger in deiner Nähe.
Wir haben uns gegenseitig wehgetan.
Aber du brauchst mein Parfüm.
Und ich brauche dich, um meine Formel zu vollenden.
Niemals.
Doch.
[Musik wird sanft.]
Das war vor deinem Haus vergraben.
Du musst meine Muse sein.
Meine Inspiration.
Du wirst glücklich.
-Glaub mir. -Mh-mh.
[Waffe fällt zu Boden.]
[Sunny atmet nervös.]
Hab keine Angst.
Es wird alles gut.
[geheimnisvolle Musik]
[Sunny atmet tief ein.]
[Sie lacht.]
[Musik wird düster.]
Was ist?
-Du bist kalt. -Nein.
Du bist kalt.
Es ist stärker als dein Wille.
Du kannst es nicht.
Du kannst es nicht.
Was ist denn?
-Wie willst du… -Es ist gut.
Wie willst du Liebe schaffen, wenn du nicht weißt, wie man liebt?
Ich kann dir nicht helfen.
Du weißt nicht,
wovon du redest.
[Musik wird dramatisch.]
[prasselnder Regen]
[Sunny kreischt.]
Wichser!
[Sie stöhnt.]
[Sunny] Wahre Liebe lässt sich nicht erzwingen.
-[Hupen] -Sie fällt einem zu. Ganz leicht.
-Geil. -Wow, künstlerisch.
Du darfst mich Jackie nennen.
Bist du auch abgehauen?
-[sanfte Musik] -Mh-hm.
[Motor startet.]
[Sunny] Der Parfumeur, auf dessen Besuch Dorian gewartet hatte,
hieß Moritz de Vries.
Auch er hatte viele Jahre mit der Suche nach einem Parfüm der Liebe verbracht.
[de Vries] Die Perle.
Ist das Ihr Geheimnis?
Sie lasen meine E-Mails.
[Er schnauft.]
-Ich hab Ihnen etwas mitgebracht. -Das da?
[Poltern]
[Dorian] Was ist das?
[de Vries] Was ist die Perle?
[Dorian] Wie geht das auf?
Ich hab zuerst gefragt.
Die Perle steht ganz am Ende.
Der Herzakkord.
Wie geht das auf?
-[Rattern] -[düstere Musik]
Was ist das?
La machine d'amour.
[Dorian] Wie funktioniert sie?
Sie entzieht dem Körper seinen Duft durch die Poren.
Ohne Spur.
Ohne Schnitt.
Ein Vakuum.
Ja, ein Vakuum.
Das Problem ist das Messer.
Berühren wir etwas,
haben wir seine Einzigartigkeit verfälscht.
Schneiden wir es jetzt,
haben wir's komplett zerstört.
Das Problem ist also die Gewalt.
Der Einfluss, den wir nehmen, um etwas zu gewinnen.
Und diese Maschine
kann all Ihre Probleme lösen.
Was ist die Perle?
Sie zweifeln.
Ich bin kein Naturtalent.
Das meiste habe ich mir selbst beigebracht.
Dunkle Gedanken sind in meinem Kopf.
Ach, die Dunkelheit,
die muss Sie nicht schrecken.
Was Sie brauchen,
ist etwas Leichtigkeit.
Schwerköpfe können nicht fliegen.
[Er schnalzt.]
Das macht 1000-mal sensibler für alle Düfte dieser Welt.
[beschwingte Reggae-Musik]
[Musik wird rätselhaft und dumpf.]
[dumpf verzerrter Schrei]
[Musik verklingt.]
[Sie atmet schwer.]
[Sunny] Das Parfüm verlor langsam seine Macht über mich.
[sanfte Musik]
[Musik verklingt.]
[de Vries] Sie wollen nicht sagen, was die Perle ist.
Also gut, dann…
[Französisch] Schluss mit Freundlichkeiten.
Wenn ich nicht weiß, was Liebe ist, weil ich es selbst nie erlebt hab,
kann ich es trotzdem schaffen?
Was habt ihr denn alle mit der Liebe?
[getragene Musik]
[Er atmet zittrig.]
[Er brüllt aufgebracht.]
[beklemmende Musik]
[Dorian schreit.]
[gedämpfter Schrei]
[Musik dröhnt dramatisch.]
[gedämpfter Schrei]
[Sunny] Ich suchte ihn.
Aber diesmal war Dorian mir einen Schritt voraus.
[Nachrichtenton]
Hey, Sunny, ich bin's, Stefan.
Ich wollte ein paar Tage bei dir übernachten. Mit Jackie.
Ich dachte… Geht das?
[entspannte Musik]
-Wo soll das sein? -Irgendwo da drüben wohnt sie.
[Jackie] Stefan! Wo bist du denn?
[Sunny] Ich wusste nicht, dass er mich die ganze Zeit beobachtete.
Sonst hätte ich die beiden niemals bei mir wohnen lassen.
-[Stefan] Boom! -[Dorian atmet heftig.]
[Nachrichtenton]
[Stefan] Hey, Mitbewohnerin, wo bleibst du? Wir vermissen dich schon.
[Motor geht aus.]
[Sunny] Hallo!
Ich bin da!
[Tor quietscht.]
Stefan?
[leise, düstere Musik]
[panisches Seufzen]
[Sunny] Dorian hinterließ eine Nachricht.
Er wollte, dass ich zu ihm komme.
Es war eine Falle, das wusste ich.
-[finstere Musik] -[Poltern]
[Stefan] Hey!
[Jackie schluchzt.]
Jackie!
[weint] Jackie!
Fuck, fuck, fuck!
[treibende Musik]
[Vögel flattern weg.]
[Musik dauert an.]
Stefan?
[Musik wird düster.]
Ich bin hier.
[Dorian] Sunny.
Deine Perle hat mich neu inspiriert.
Der Duft deines Babys.
Seitdem wir im Bunker waren, wusste ich…
Ein Baby.
Das muss der Herzakkord meiner neuen Formel sein.
Ein Baby,
der schönste Duft der Welt.
Du hast recht, ich weiß nichts über die Liebe.
Aber ich kann trotzdem nicht aufgeben.
Du wirst sie mir beibringen.
Wahre Liebe.
[pulsierende Musik]
[Dorian] Ich musste das tun, sonst wärst du ja nicht gekommen.
[Sie seufzt.]
Schau, wie schön es hier ist.
Es glitzert überall.
[düstere Musik]
Wir gehören zusammen.
Dein Baby, ich
und du.
Wir sind eine Familie.
Das ist unser Schicksal.
Das war's von Anfang an.
Seit wir uns begegnet sind.
[unheilvolle Klänge]
Du wirst nie wieder etwas riechen.
[Glas zerbricht.]
[Sie wimmert nervös.]
[Atmet scharf ein.]
[Sunny] Ich trug es immer bei mir. Das toxische, geruchlose Mittel.
[Dorian brüllt.]
[Sunny] Ich nahm Dorian alles, wofür er gelebt hatte.
Seinen Traum von einem Parfüm der wahren Liebe.
Seine einzigartige Fähigkeit, Düfte zu erkennen,
zu erinnern und zu konservieren.
[getragene Musik]
[Er ächzt.]
[pochende Klänge]
[Sunny] Ich war frei.
[Getragene Musik dauert an.]
[leise heulender Wind]
[Sunny] Niemand erfuhr, was geschehen war.
Nicht einmal Juro, dein Vater.
[Tür fällt ins Schloss.]
[Schlüssel klickt im Schloss]
[Schritte entfernen sich]
[Dorian] Meine Träume
können sie niemals einsperren.
[Er atmet zittrig.]
[Poltern]
[Dorian] Denn eines Tages
bauen wir gemeinsam einen Heißluftballon.
-[sanfte Klänge] -[Wellenrauschen]
[Dorian] Und dann verteilen wir
mein Parfüm
über Länder, Städte und Berge.
Bis aller Hass…
…Liebe wird.
[Sie summt leise.]
Hier.
[Sunny] Jetzt kennst du unsere Geschichte.
[Das Baby brabbelt.]
[Sunny] Du musst keine Angst haben.
Uh. Wow.
Schau mal, jetzt machen wir…
[Sunny singt leise.]
[getragene Musik]
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