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Frau Doktor Felser!
Wenn Sie mir bitte folgen wollen.
Hallo, Alma. Ich bin Tom.
Schön, dich kennenzulernen, Alma.
Wollen wir uns setzen?
Was darf ich Ihnen zu trinken bringen?
Der Bordeaux ist ein feines Tröpfchen.
Einen Bordeaux für die Dame?
Ah, ja.
Du bist eine wunderschöne Frau, Alma.
Deine Augen sind wie zwei Bergseen, in denen ich versinken möchte.
Tom, ja?
Magst du es nicht, wenn man dir Komplimente macht?
Glaubst du cm Gott?
Das ist eine Frage, die man nicht in dieser Umgebung diskutieren sollte.
Hast du ein Lieblingsgedicht?
Ich mag vor allem Rilke. "Herbsttag" zum Beispiel.
Sechste und siebte Zeile?
"Dränge sie zur Vollendung hin
und jage die letzte Süße in den schweren Wein."
Verletzter Buchstabe des Gedichtes? - E.
Was ist der Sinn des Lebens?
Die Welt in einen besseren Ort verwandeln.
3.587 mal 982 durch 731?
4.818,65116
Was ist das Traurigste, was du dir vorstellen kannst?
Allein zu sterben.
Wollen wir tanzen?
Rumba.
Ich würde Ihnen empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, Dr. Felser.
Sie werden erstaunt sein.
Mache ich etwas falsch?
Ich bin Ich bin
Ich bin ich bin
Ich bin Ich bin Ich bin
Ich bin Ich bin
Ich bin Ich bin
Ich bin Ich bin
Ich bin Ich bin
Bitte verzeihen Sie, diese kleine Komplikation.
Ich kann Sie beruhigen, das kommt bei diesem Modell selten vor.
Das ist quasi wie ein Lottogewinn, wenn so etwas passiert,
also von der Wahrscheinlichkeit her.
Ich versichere, dass unsere Techniker das bis morgen Abend behoben haben.
Wir sind untröstlich über diese unangenehme Verzögerung.
Kein Problem.
Was für ein schöner Name.
Es ist so kompliziert, einen Flirt zu programmieren.
Eine falsche Bewegung, ein falscher Blick,
ein unbedachtes Wort und schon ist die Romantik dahin.
Oder etwa nicht?
Vielleicht kommt Ihnen das ganze Ambiente etwas übertrieben vor.
Aber zum einen liefert uns diese romantische Begegnung
wichtige Informationen für die letzten Einstellungen,
zum andern: auch wenn Sie Tom
als eine von zehn Expertinnen drei Wochen festen,
ist eine erste Begegnung in richtiger Atmosphäre
von großer Bedeutung.
Ganz schöner Aufwand.
Aber auch nicht so groß, wie Sie denken.
Hologramme.
Billiger und ausdauernder beim Tanzen.
Ich weiß, dass Sie das mit einer gewissen emotionalen Distanz sehen,
als Testperson sollen Sie das ja auch.
Ich kann Ihnen nur empfehlen,
sich auf diese Erfahrung ganz einzulassen.
Wenn das Glück vor einem auf der Straße liegt,
soll man es aufheben. Morgen ist es soweit.
Dann ist alles konfiguriert, und Sie können Tom mit heimnehmen.
Gut. Danke.
Hallo, Juliane. - Hallo, Alma.
Sorry, ging nicht früher.
Ihr wollt nicht wissen, warum. Ich muss gleich wieder los.
Ist der Scan der 2202 schon fertig?
Ja, liegt auf dem Schreibtisch.
Viel Zeit ist nicht mehr.
Endspurt.
- Bis morgen. - Bis morgen.
Die festen mich, scannen mein Gehirn.
Multiple Choice ohne Ende.
Dann speisen sie diese Dinger mit sogenannten Mindfiles
von 17 Millionen Menschen.
Charaktermerkmale, Ansichten, Gefühle,
alles unvorstellbar aufwendig.
Will nicht wissen, was das kostet.
Und was kommt dann dabei raus?
"Deine Augen sind wie zwei Bergseen, in denen ich versinken möchte."
Vielleicht kennen die dich ja besser als du selbst.
Also ich würd das ganz gern mal ausprobieren.
Dir deine Traumfrau basteln lassen?
Ja.
Aber ich hab sie ja zu Hause.
Gut. Spaß beiseite.
Egal, wie wir das alles finden,
ich bin in die Ethik-Kommission geladen und brauche deine Studie.
Schreib ich dir blind. - Alma.
Es geht immerhin darum, ob diese Dinger hier heiraten dürfen,
arbeiten, Pässe kriegen.
Menschenrechte oder eingeschränkte, oder wie immer man das nennen will.
Roger, ich
Oh, ich wusste gar nicht, dass
'Tschuldige. Hallo, Alma.
Hallo, Julian.
Ja, es war auch nicht so wichtig.
Ich komme einfach später.
Okay, bis später.
Warum kann das nicht er machen?
Voraussetzung ist, dass du alleinstehend bist. - Und Frank?
Alle anderen haben Familie oder leben mit wem zusammen.
Außerdem hast du längst zugesagt und dein Ding dein Traumpartner
ist ja schon für dich gebaut.
Drei Wochen, Alma.
Dann kannst du mit deiner Truppe nach Chicago fliegen
und dir die Keilsehriffen im Original angucken. Ich gebe die Mittel frei.
Nein, nein, das ist keine Bestechung.
Nur ein kleines Dankeschön.
Hey!
Ich seh dich gar nicht mehr. Wo bist du die ganze Zeit? - Hier und da.
Kongress in Kopenhagen. Museum.
Hallo, Alma. - Hallo, Regina.
Hey, Julian. - Hey.
Und wie geht's dir? - Okay.
Selber?
Vielleicht können wir mal einen Kaffee trinken.
Bisschen reden und so.
Ich muss los. - Ja.
Alles Gute. Bis bald.
- Cora? - Alma!
Was machst du da?
Einkäufe ausräumen.
Ich brauch keine Einkäufe.
Ich weiß, Papa.
Du brauchst ja auch nichts zu essen.
Behandle mich nicht wie ein Kleinkind!
Aber heute ist doch Donnerstag, Papa.
Da komm ich, um dich zu ärgern.
Na?
Rauchst du wieder stereo?
Ist Cora tot?
Nicht, dass ich wüsste.
Aber donnerstags holt sie doch immer Nico vom Fußball ab.
Nico ist das Kind?
Ja.
Das hässliche.
Popo.
Wenn du denkst, ich geh heut noch raus, hast du dich getäuscht.
Aber die Sonne scheint.
Scheiß auf die Sonne.
Siehst du, jetzt ist es doch gar nicht so schlimm.
Ist es wohl.
Ich will nach Hause.
Komm, nur noch um die nächste Kurve. Sind wir schon fast wieder da.
Einen ganz kurzen Moment bitte.
Oh.
Oh, 'tschuldigung.
Hallo, Alma.
Sie und Ihr Dekan haben die Geheim- haltungsklausel unterschrieben.
Im Notfall sind wir rund um die Uhr erreichbar.
Ansonsten sehen wir uns in drei Tagen um zehn.
Gibt es noch was zu beachten?
Wir empfehlen, an einer gemeinsamen Vergangenheit zu arbeiten.
Geschichten zu erfinden, wie man sich kennengelernt hat.
Nur wer eine Vergangenheit hat hat auch eine Zukunft.
Muss zugeben, Sie haben wirklich Geschmack.
Vielen Dank.
Sehr aufmerksam.
Wenn du den Sitz etwa 15 Zentimeter höher stelltest,
deine Sitzposition zwölf Grad aufrechter wäre,
du den Schulterblick eine halbe Sekunde verlängertest,
verringerte sich die Unfallwahr- scheinlichkeit um 27 Prozent.
Ich registriere zum einen eine Abneigung gegen meinen Rat
zur Erhöhung deiner Sicherheit und zum anderen
eine Abneigung gegen die korrekte Verwendung des Konjunktivs.
Ist das korrekt?
Der gescheiterte Versuch ist in der Kommunikation das wichtigste Mittel,
um meinen Algorithmus auf dich zu kalibrieren.
Am Anfang werd ich Dinge tun und sagen, die du ablehnst,
aber diese Fehler werden sich minimieren.
Bald werde ich mit einer höheren Trefferquote Dinge sagen und tun,
die dir gefallen.
Bald ist jeder Schuss ein Treffer.
Ja, also: Wohnzimmer.
Küche.
Wo ist das aufgenommen?
Keine Ahnung. Hat ein Freund gemacht.
Ein guter Freund?
Hm.
Ich mag die Farben.
Brauchst du noch was? - Danke, nein.
Du bist ein Schatz.
Ach so, Badezimmer falls du
Ich putze mir die Zähne und säubere meinen Körper.
Und hier ist dein Zimmer.
Schlafen wir nicht im selben Bett?
Dann gute Nacht.
Gute Nacht, Alma.
Wieso eigentlich der englische Akzent?
Du scheinst Männer attraktiv zu finden, die etwas Fremdes haben.
Nicht einheimisch, aber auch nicht exotisch.
Briten eben.
Guten Morgen, Alma.
Hast du gut geschlafen?
Ich habe Ordnung geschaffen.
Damit du deine Sachen besser findest.
Es hat nun alles System.
Zum Beispiel
Kein Problem.
Ich kann in elf Minuten alles auf den Ausgangszustand zurücksetzen.
Die Fenster mache ich gleich wieder dreckig.
Fenster kannst du so lassen.
Ich hab jetzt keine Zeit zum Frühstücken.
Ich muss los zur Arbeit.
Ich hafte mich so auf einen romantischen Brunch gefreut.
Bisschen klönen und so. - Ich klöne nie.
Und deswegen liebe ich dich.
Pass mal auf, Tom.
Ich weiß, du bist als potenzieller Partner programmiert,
aber wenn du so weitermachst, halte ich das keine drei Wochen lang aus.
Dann halte ich das keinen Morgen aus, ich werde wahnsinnig.
Ich bin nicht auf der Suche nach einem Partner.
Ich gehöre zu den Leuten, die euch drei Wochen festen
und ein Gutachten schreiben.
Ah.
Und an Liebe bist du gar nicht interessiert? - Nullkommanull.
An Zärtlichkeit?
Einer intimen Annäherung?
Einem tiefen Blick in die Augen?
Definitives Nein.
Schmetterlinge im Bauch? - Nein.
Vor Verliebtheit ganz wuschig im Kopf sein? - Auf keinen Fall.
Deswegen die getrennten Betten.
Also, ich schlug vor, du lässt mich in Ruhe und ich dich,
dann bringen wir die Zeit einigermaßen würdevoll hinter uns.
Kriegs? du das hin?
Mein Algorithmus ist darauf ausgerichtet,
dich glücklich zu machen. - Super!
Ja, dann
dürfte es kein Problem sein, mich in Ruhe zu lassen.
Das macht mich am glücklichsten.
Jetzt muss ich wirklich los.
Kann ich mitkommen?
N-nein.
Ich kann dir helfen.
Es ist ein sehr spezielles Thema.
Du bräuchtest Jahre, um dich einzu-Okay.
Vielleicht bräuchtest du nur eine Millisekunde zum Einlesen,
aber da geht es um Lyrik und um Metaphern.
Was mach ich hier?
Gut. Ich kann auch hierbleiben.
Mich nützlich machen. Es dir schön machen.
Hier wartest du auf mich.
Kauf dir einen Kaffee.
Oder was anderes.
Was du möchtest.
Okay.
Ich werde mich so echt wie jemand verhalten, der etwas möchte,
dass niemand den Unterschied feststellen wird.
Kann 'ne Weile dauern.
Alles klärchen.
Ah.
Zum Bleistift, Tschüssikovsky, und Tschö mit Ö
kannst du auch streichen. - Schon passiert.
Danke. - Danke.
Hey, was kriegst du?
Was nehm ich denn heute mal?
Was nehm ich denn heute mal?
Ja, ich nehme heute mal einen mittleren Mochaccino
mit einem kleinen Schuss Haselnusssirup.
Weil mir heute irgendwie nussig zumute ist.
Medium Mochaccino with hazelnut.
4,70 Euro bitte.
Machen Sie fünf.
Mhm.
Kaffee da hinten.
Nur mal kurz unter uns.
Wären Sie jemals drauf gekommen, dass ich gar nichts möchten kann?
Die kriegen Überhaupt nichts mehr von ihrer Umgebung mit.
Krass, oder?
Die gucken seit 45 Minuten Epic-Fail-Videos.
Kurze Clips, in denen Menschen daran scheitern,
einen gefassten Plan in die Tat umzusetzen.
Könnten Sie mir erklären, was daran lustig ist?
Na ja, also ich meine
Es ist halt lustig, wenn jemand stolpert
oder hinfällt oder von irgendetwas runterfällt.
Was ist daran lustig?
Es sieht half so albern aus.
Ich weiß nicht. Ich kann es nicht so gut erklären.
Aber niemand stirbt.
Das wäre nicht lustig.
Richtig? - In der Tat. Nein, das wär nicht lustig.
Sterben ist wohl ziemlich selten lustig, oder?
Oh.
Au.
Sorry, hat länger gedauert. Tut mir leid.
Kein Problem. - Ich wusste nicht, dass die zumachen.
Ich hafte in Erinnerung, dass die die ganze Nacht aufheben.
Für mich ist es kein Unterschied,
ob ich in einem Café sitze oder davorstehe. - Oh.
Brauchst du ein Handtuch oder so was?
Ich komme zurecht. Danke.
Hier.
Damit du das nächste Mal nicht im Regen stehen musst.
Du solltest dich mal entspannen.
Zu viel Arbeit ist nicht gut für dich.
Das ist etwas, wovon 93 Prozent der deutschen Frauen träumen.
Komm selber drauf, zu welcher Gruppe ich gehöre.
Zu den sieben Prozent?
Wie hast du das nur so schnell ausgerechnet?
Es würde dir besser gehen, wenn du netter zu mir wärst.
Wenn du dich öffnen würdest.
Du wärst glücklicher.
Und dann?
Dann wärst du glücklicher.
Endorphine, erhöhter Serotonin- spiegel, Dopaminausschüttung -
Jippie.
Alle Menschen wollen glücklich sein.
Tja.
Mach dir nichts draus,
wenn dein Algorithmus da an seine Grenzen stößt.
Das ist menschlich.
TOT!
Machst du mal auf?
Ist die Post!
Tom?
Hallo, Alma. - Oh.
Julian, hat mehrfach versucht, dich zu erreichen,
weil er das Bild abholen wollte.
Weil du noch unter der Dusche warst, hab ich ihm Kaffee angeboten.
Ja, da hat er mir einfach Kaffee angeboten.
Tja, da hat er dir einfach Kaffee angeboten.
Und jetzt ist er schon fertig.
Vielen Dank.
Tom ist ein Kollege.
Ja, klar. Kollege.
Um ehrlich zu sein, ich war schon ein heimlicher Fan,
bevor wir uns kennengelernt haben.
Ich verfolge Almas Arbeit schon seit Jahren
und international ist sie - Lass mal gut sein, Tom.
Und wo habt ihr euch kennengelernt? - In Kopenhagen.
Auf dem Anthropologenkongress.
Im August.
Weißt du doch, dass ich da war.
Da ich jetzt auch im Pergamon forsche
und es Überschneidungen gibt, obwohl mein Gebiet eher
die persische und nicht sumerische Keilschrift ist,
hat Alma mir ihr Gästezimmer angeboten.
Und diese Überschneidungen, die sind fruchtbar?
Also, intensiv? Oder sozusagen verschmelzend?
Julian
Bitte
Geht mich auch nichts an.
Gut. Also
Das Bild.
Ah. Oh Mann, das hab ich gar nicht so groß in Erinnerung.
Keine Ahnung, ob das Überhaupt passt.
Womit bist du denn hier? - Mit 'nem Manila.
Passt.
Der hat innen 2,33 mal 1,57 mal 68.
Das Bild ist 2,10 mal 1,70.
Wenn du es kippst, passt es genau.
Okay. Cool.
Dann - Ich kann dir helfen. Kein Thema.
Ich spring nur kurz in meine Hose!
- Sagt man das so? - Genau so sagt man's.
Ich Ich freu mich natürlich für dich.
Es ist wirklich nicht, wie du denkst.
Du kannst allen Menschen was vormachen, aber mir nicht.
Ich kenne den Blick, so hast du mich auch angesehen.
Ist mir zu blöd, mit dir darüber zu diskutieren.
Glaub, was du willst.
Ich fände es schön, wenn sich das Ganze entspannt
und Steffi und du euch auch mal begegnet.
Vielleicht habt ihr Lust, zu unserer Einweihungsparty zu kommen?
Ihr zieht zusammen?
Ist vor allem eine finanzielle Sache. - Wann denn?
Morgen.
Also, ich würd mich freuen.
Mal sehen.
Aber danke für die Einladung.
Jetzt komme ich mir richtig doof vor, wegen dem Bild.
Musst du nicht. Hat ja lang genug hier gehangen.
Okay.
Dann
Am besten sagst du gar nichts.
Also Ich meine natürlich nicht "gar nichts"
im Sinne von Schweigen.
Kollege aus London. Das reicht.
Natürlich werden die denken, dass
Ja...
Müssen die dann eben mit klarkommen.
Er gehört zu mir. - Alles klar.
Also, für diejenigen, die vielleicht glauben,
dass draußen das schönste Wetter ist
und alle Wochenende haben: Es stimmt.
Hier ist zumindest Kaffee.
Und ein paar Donuts, wenn jemand möchte.
Patrick, willst du auch?
Äh, klar. Danke sehr.
Danke.
Und das ist Tom. Kollege aus London.
Er hat sich zwar mit der persischen Keilsehriff befasst,
wollte aber sehen, was wir hier so machen.
Hallo! Willkommen.
Soll ich Tom kurz eine kleine Einführung geben?
Ich warf sowieso auf einen Upload, der dauert ewig. - Gern!
Das fände ich superinteressant. - Okay. Ja, dann
Dürfte ich Sie ganz kurz entführen? Ich müsste Ihnen was zeigen.
Ich weiß nicht, wie vertraut Sie mit unserem Abstract sind.
Aber im Kern versuchen wir zu beweisen,
dass es schon im vierten Jahrtausend vor Christus,
also in der frühsten Schriftstufe, von der man bislang dachte,
sie diene nur für Listen und Verwaltungstexte, Poesie gab.
Dass schon dort Lyrik und Metaphern angewandt wurden.
Und der Mensch nicht vom Brot allein lebt
Ja. Selbst damals nicht.
Können Sie das lesen?
Die persische Keilsehriff hat ja nur einen Bruchteil der Zeichen.
Sind sie auch mit den sumerischen vertraut?
Ja.
Sind ja nur 27 Millionen mehr mögliche Kombinationen
als in der persischen.
So, das ist dann die Zwölf
Aber das hier ist akkadisch.
Ja. Richtig.
Das ist dann die 18
17, oh ja, genau, Entschuldigung.
Dann, die 17 - Mhm.
Darf ich dich mal kurz sprechen?
Was ist?
Während ich die Tafeln angeschaut habe,
bin ich die kommenden Veröffentlichungen durchgegangen
und bin auf eine Forschungsarbeit in Buenos Aires gestoßen:
"La poesia de la escritura cuneiforme".
"Metäforas como reflejo de la sociedad previa al 2700 a.C."
Was bedeutet das? Ich kann kein Spanisch.
"Die Poesie der Keilschrift".
"Metaphern als Spiegelbild der Gesellschaft vor 2700 vor Christus".
Liegt ziemlich schlecht gesichert auf dem Uni-Server.
Ich kann nicht glauben, dass wir nichts davon gewusst haben!
Worüber ärgerst du dich? - Willst du mich verarschen?
Worüber ich mich ärgere?
Ich forsche an dieser Sache seit drei Jahren.
Sei': drei Jahren mehr oder weniger Tag und Nacht.
Kurz bevor wir es veröffentlichen,
kommt eine Tante aus Buenos-fucking-Aires
und es stellt sich heraus, sie forscht auch seit Jahren.
Die ist auf denselben Gedanken gekommen.
Nur, dass sie drei Monate vor uns veröffentlicht.
Wir können uns alles in der Arsch schieben.
Drei Jahre Arbeit haben sich in Luft aufgelöst.
Die Arbeit ist wichtig für die Menschen.
Sie zeigt, dass es immer schon mehr gab als den reinen Zweck.
Es gab schon immer das Spiel mit den Worten.
Die Poesie, die ein Selbstzweck ist.
Die Menschheit sollte es erfahren. Sie wird es erfahren.
Es ist doch im Ergebnis dasselbe.
Für die Menschheit vielleicht. Aber nicht für mich.
Nicht für mich!
Also betreffen die Tränen, die du in den Augen hast,
nur dich selbst und deine Karriere?
Es sind also egoistische Tränen?
Alma? Was ist denn eigentlich los?
Tut mir leid.
Tut mir auch für euch so leid.
Ich erklär's euch.
- You know I'm not! - What?
Alma, ich glaube
Hallo. Ich bin Alma. Wer seid denn ihr?
Hallo. - Helle.
Das sind Rita, Raoul und - Kerry.
Kerry. - Helle, Alma.
I'm not sure I like cats.
What's with this here? I just got Whiskers!
When you want the woman to love you, love the cat.
That's my point. You got to get rid of the cat.
So what do you think?
Why don't you just pretend the cat is a dog?
Did you hear that? That's exactly...
Du bis': der erste Mann, der versteht, wovon ich spreche.
Darf ich dich bitte küssen?
Das müssen Sie diese Frau fragen. Der gehöre ich nämlich.
Nur zu.
Alma, kann ich Ich kann alleine gehen.
Willst du nicht reinkommen?
Willst du nicht rauskommen?
Kannst du mich nicht mal Überraschen?
Kannst du nicht mal was Seltsames tun, was Dummes?
Kannst du nicht mal sein, wie du nicht sein solltest?
Du weiß nicht, was du willst.
Nee! Ich weiß auch nicht, was ich will.
So ist das eben manchmal.
Wenn man ein Mensch ist.
Du bist betrunken.
Prost.
Auf deine Gesundheit.
So, wie ist das jetzt mit deinem Schwanz?
Was meinst du?
Sex geht nur mit Küssen vorher? - Ja.
Sonst wird der Sensor nicht aktiviert,
und dein Schwanz wird nicht st-steif?
Genau.
Wirst du eigentlich jemals wütend?
Gibt's das in deinem Algorithmus?
Wenn es adäquat erscheint,
kann ich wahrscheinlich so was wie Wut darstellen.
Oder wütend werden.
Ich hab noch nicht verstanden, wo genau der Unterschied ist.
Hafer noch nicht verstanden
Wo er doch alles versteht.
Ach, komm schon!
So ein kleines bisschen Wut muss doch da irgendwo
in deinem kleinen Maschinenherz auch wohnen.
Hör auf, so mit mir zu reden! - Kriegs? du sonst 'nen Kurzschluss?
Hör auf hab ich gesagt!
Na also! - Entschuldigung.
War dein Algorithmus schneller als du?
Ich war nicht darauf vorbereitet. - Und bist du hierauf vorbereitet?
Der Sensor funktioniert ja anscheinend ganz Überzeugend.
Ja.
Zeig mal.
Das ist also der Schwanz, den ich mir wünsche?
Anscheinend.
Es ist nicht so schlimm,
wenn ich mal kurz so tue, als wärst du ein Mensch, oder?
Was machst du?
Ich schaffe eine romantische Atmosphäre, glaub ich.
Scheiß auf die Spießersexfantasien von 17 Millionen.
Ich will das jetzt alles sehen.
Wäre es mit deiner Sehnsucht nach Originalität zu vereinbaren,
jetzt mit mir zu tanzen?
Nee, ich will jetzt nicht tanzen.
Ich will jetzt wissen, wie das ist,
mit dir zu vögeln.
Heeey
Was soll das? - Du solltest jetzt schlafen.
Ich sollte jetzt nicht schlafen!
Wir sollten jetzt zusammen schlafen! Das sollte jetzt passieren.
Ich hab jetzt aber keine Lust. Es ist kein guter Moment.
Es ist ein guter Moment, wenn ich sage,
dass es ein guter Moment ist.
Du bist da, um meine Wünsche zu erfüllen! - Ja, genau.
- Du bist dafür gemacht! - Bis morgen.
Ich befehle dir, hier zu bleiben!
Ich bring dich zurück in die Fabrik!
Tom?
Guten Morgen.
Das ist definitiv kein guter Morgen.
Was nicht ist, kann ja noch werden.
Tom ist nicht da. - Was?
Wo ist er denn?
Bin ich seine Mutter? Warum wissen Sie das nicht?
Können Sie ihn nicht orten? - Doch
Aber erst, wenn Sie ihn als vermisst melden.
Das wäre ja sonst die totale Überwachung, auch von Ihnen.
Geht allein juristisch gar nicht.
Guten Morgen. - Guten Morgen.
Nehmen Sie Milch in den Kaffee?
Nein, danke, aber vielleicht ein bisschen Zucker.
Gern. Alma, du auch einen Kaffee?
Ähm Ja. Danke.
Mmhhh!
Danke schön.
Ja, also, Sie haben jetzt zwei Nächte, zwei Tage
und eine weitere Nacht zusammen verbracht.
Wie geht es Ihnen? Wie fühlen Sie sich?
Gut.
Gut!
Ja...
Also, ja
Er ist
Seine Programmierung ist
Das funktioniert alles.
Was meinen Sie?
Sie sehen ja selbst.
Er macht Frühstück, er kann sinnvoll reden,
ist alles super.
Ich weiß nicht, ob es Ihnen auffällt.
Sie behandeln Tom wie eine Maschine.
Ja, das ist mir durchaus aufgefallen.
Woran liegt das Ihrer Meinung nach? - Dass er eine Maschine ist?
Unterschätzen Sie ihn vielleicht?
Tom? Wie geht es dir denn damit, wie Alma dich behandelt?
Das merken Sie jetzt aber selbst, oder?
Es kann ihm gar nicht irgendwie "gehen", weil er keine Gefühle hat.
Tom ist programmiert zur Simulation einer Empfindung,
aber unfähig zu einer wirklichen.
Wollen wir vielleicht Tom antworten lassen?
Ich glaube, Alma braucht noch Zeit.
Tom ist der Partner,
mit dem Sie nach Auswertung aller uns zur Verfügung stehenden Daten
die größten Chancen haben, glücklich zu werden.
Tom ist programmiert, meine Bedürfnisse zu befriedigen.
Er ist nur eine Ausstülpung meines lchs.
Verstehen Sie das nicht?
Ist Ihnen emotionale Reibung in einer Beziehung wichtig?
Ja! Natürlich ist mir das wichtig.
Tom, könntest du dir vorstellen, mehr Reibung zu erzeugen,
wenn das für Alma wichtig ist?
Wenn sie das - Okay, ich bin raus.
Entweder Sie sind fundamental dämlich oder auch ein Roboter.
Sind Sie ein Roboter?
Tom? Ist sie ein Roboter?
Ja, ist sie.
Ich fass es nicht!
Rede ich hier mit einer schlecht programmierten
Paartherapeutinnen-Simulation darüber,
dass ich mich in einen Roboter verlieben soll?
Ich glaube, Sie sollten jetzt reingehen in diese Wut.
Nee, nee, Sie sollten rausgehen und zwar aus meiner Wohnung.
Sagen Sie Ihrer Firma,
sie sollen sich einen richtigen Berater leisten.
Oder Ihnen ein neues Betriebssystem drauf spielen.
Da braucht es aber ein paar Nachtschichten.
Das mit dem Betriebssystem war gemein.
'Teehuldigung. Das war wirklich eine ganz schwache Leuchte.
Sie war in der Tat nicht die beste Werbung für unsere Spezies.
Ich wollte mich bei dir entschuldigen.
Für gestern Abend.
Da war ich auch nicht die beste Werbung für meine Spezies.
Du hättest ihr erzählen können,
dass ich mit harten Gegenständen nach dir warf.
Sie hat mich nicht gefragt.
Soll ich dir helfen, ein neues Thema für eine Forschungsarbeit zu finden?
Ich hätte da ein paar Ideen.
Können wir das jetzt alles mal für einen Nachmittag vergessen?
Die Keilschrift, die Arbeit, das Gutachten.
Wer du bist. Wer ich bin?
Mit Vergnügen.
Dann gedulde dich jetzt bitte einen Moment!
Hab aber Durst!
Sog mal, siehst du nicht, dass ich Opa helfen muss?
Kein Mensch muss mir helfen!
Behandelt mich nicht wie ein Kleinkind.
Mama!
Ich hab Durst!
Hallo? Ich will auch mitstreiten.
Papa, jetzt guck dir doch mal diese Flecken cm.
Ich möchte doch einfach nur
Vollkommener Blödsinn. Ich zieh gar nichts aus.
Na, mein Schatz?
Kann es sein, dass du was trinken möchtest? - Mmmh.
Mal sehen, was wir so haben.
Tomatensaft.
Gurkensaft.
Spinatsaft.
Erbsensaft. - M-m!
Okay Und jetzt im Ernst.
Vielleicht ein Bier?
Hefebier?
Weizenbier?
Krötenbier?
Spinnenbier?
Schneckenbier?
Ich will Wasser!
Wasser? Also das sind vielleicht Extrawünsche.
Wir ziehen jetzt die Hose an und Schluss!
Gibt kein Glas
Welche Hose soll ich jetzt anziehen? Die braune oder die blaue?
Total egal, Hauptsache, du ziehst eine Hose cm!
Gibt kein Wasser.
Zieh die blaue an!
Mir gefällt aber die braune! - Dann zieh die braune an!
Trinken Kinder, oder muss man die gießen?
Ist mir egal, welche Hose! Hauptsache irgendeine.
Da steht ein Mann. - Wo steht ein Mann?
Du.
Ach, der. Das ist kein Mann.
Lass mich in Ruhe!
Das ist ein Roboter. - Papa, bitte!
Was ist denn jetzt los? - Ich werde wahnsinnig.
Opa, das ist ein Roboter!
Ach so?
Und wenn du dich jetzt nicht anziehst, Papa,
dann stell ich ihn hier als Pfleger ein, dann wohnt er hier bei dir.
Ach, lass mich doch in Ruhe.
Und wir waren immer in Röm.
Aber das ist so klein, da gab's nur Ferienhäuser.
Papa, wie hieß noch mal der größere Ort in der Nähe?
Was? - Wo wir immer Joghurt in den Tüten gekauft haben.
Was soll denn das? - In Dänemark, Papa.
Wo wir drei Sommer hintereinander waren.
Kongsmark vielleicht?
Ja, genau! Kongsmark.
Das kenne ich.
Da war ich früher auch öfter, mit meinen Eltern. - Ach wirklich?
Ihr habt ja einen Vogel.
Da sind wir immer mit dem Fahrrad hin.
Und da gabs's so 'ne Tischtennisplatte.
Hinterm Landschulheim in den Dünen.
Da freundeten wir uns mit einem Jungen an.
Warte mal, ich glaub, es gibt sogar ein Foto von dem.
Vielleicht warst du das ja.
Der hafte auf jeden Fall so blaue Augen wie du.
Sog mal, hieß der - Ah!
Katia! Der hieß Thomas! - Der hieß doch Thomas.
- Doch! - Der hieß Thomas.
Natürlich! - Kannst du dich an uns erinnern?
Wir haften ein rotes und ein blaues Fahrrad.
Und wir waren beide in dich verliebt. - Was, du auch?
In wen warst du verliebt?
Ich war deine kleine Schwester. - In wen warst du verliebt?
Na, in den Roboter, als er noch klein war.
Ach, hier.
Hier, das ist er.
Und hier ist noch ein Foto von euch beiden.
Von mir gemacht, mit meiner ersten Kamera.
Ich war wirklich sehr in ihn verliebt.
Aber Roboter können doch gar nicht wachsen.
Da hast du recht. Wir werden hergestellt.
Wie Autos oder Waschmaschinen.
Oder Flugzeuge.
Ich fliege nirgendwo mehr hin, ich bin 80.
81, Papa. - Das wüsste ich aber.
Du musst ja auch gar nicht irgendwo hinfliegen.
81! 81! Opa blö-öd. - Ja, ja
Ich hätte deine Mutter auch gern kennengelernt.
Träumst du manchmal noch von ihr?
Manchmal.
Ist schon so lange her.
Als wir uns kennengelernt haben, in Kopenhagen
Wie war das eigentlich?
Es war in diesem scheußlichen Kongresshotel.
Du hast auf dem Podium gesessen, und ich war im Publikum
und hab für ein paar Kollegen Übersetzt.
Auf so einem Kongress spricht jeder Englisch.
Aber nicht die Franzosen. Und nicht die Koreaner.
Und du hast den Franzosen und den Koreanern übersetzt?
Jedenfalls warst du auf dem Podium und hast Über die mykenische Kultur
und die dunklen Jahrhunderte danach gesprochen.
Die mykenische Kultur?
Sog mal, glaubst du,
alles, was so 3.000 bis 7.000 Jahre her ist, ist mein Fachgebiet?
Nein, aber die dunklen Jahrhunderte auf alle Fälle.
Und eine Frau mit auffallender Hakennase
und so einer gehäkelten Weste hat dich interviewt.
Was? An die müsste ich mich doch erinnern.
Du kannst dich nicht an sie erinnern,
denn du hattest nur Augen für mich.
Ach so, natürlich.
Weil?
Weil du dachtest:
"Wer zum Teufel ist dieser gut aussehende Typ da hinten?"
Mh...
Und woher stammt das Bild von uns an deinem Bett?
Das stammt von unserem ersten Ausflug nach
Tom?
Tom?
Ich stand nur still.
Sie erkennen mich nicht als Gefahr.
Ich rieche nicht wie ein Mensch.
Wonach riechst du denn?
Für die Rehe. - Sie nehmen mich gar nicht wahr.
Für sie rieche ich nach nichts.
Ich glaub, wir müssen langsam los.
Bis wir beim Auto sind und dann in der Stadt
Sollen wir uns die Schuhe ausziehen und barfuß Über die Wiese gehen?
Nee!
Komm.
Wir machen eine Naturerfahrung!
Ha, na warte! - Komm!
Hallo
Du bist Alma.
Ich hab Fotos gesehen. Ich bin Steffi, hallo.
Danke für die Einladung. - Klar!
Das ist Tom.
Ach ja, Julian hat erzählt
Es freut mich sehr, dich kennenzulernen.
Oh, wow! Alte Schule.
Ach, Alma! Ihr seid wirklich gekommen.
Wir sind wirklich gekommen. - Schön.
Und ihr habt euch schon - J-ja.
Ja. - Jaja.
Was wollt ihr denn trinken? Weiß oder Rot?
- Weiß. - Alma!
Regina, hallo! Ich komm gleich wieder.
Och, danke!
Das Bild hängt ja schon.
Ja, das Bild hängt.
Das Bett steht, das Wasser läuft. Ansonsten funktioniert noch nichts.
Seltsam, oder? Und wie immer.
Was?
Na ja, zack, neues Haus, neues Leben, neuer Mensch.
Was ist denn - Oh.
Oh Gott, oh Gott.
Wer ist das denn?
Ist der Arzt?
Ja.
Wahrscheinlich ist das auch ein Arzt.
Ein Haus, ein Baum und hoffentlich bald eine feste Stelle.
HeY-
Alma. - Roger.
Die sind alle im Garten.
Ja, Mensch, echt scheiße mit Buenos Aires.
Tut mir wirklich leid, super ärgerlich.
Ähm, Tom, Roger. - Ja, hi.
Aber vielleicht kannst du Teile der Arbeit ja noch mal,
vielleicht in einer anderen Art
Ist das
Krass.
Wahnsinn
Darf ich mal?
Unglaublich.
Wow!
Rogen
Das fühlt sich so - Roger!
Ja?
Merkst du schon, dass das eine Spur distanzlos ist.
Wieso? Das
Ich meine, wie würdest du das finden,
wenn dir jemand ins Gesicht greifen würde, in die Haare?
Abgesehen davon, dass mir das schon hundertmal passiert ist,
gibt's einen kleinen Unterschied. - Welchen?
Na ja - Worin genau besteht der Unterschied?
Wieso sagt er nicht selber was? Er kann doch sprechen.
Tom kann sprechen, Tom ist ein freundlicher Roboter.
Da merkt man das natürlich schon, ne?
- Entschuldigt mich. - Kein Problem.
Wir klönen hier noch ein bisschen.
Hafer mich grade verarscht? - Ja.
Tut mir leid, war einfach so naheliegend.
HeY-
HeY-
Kann ich dich mal kurz sprechen? - Ja, klar.
Ach so.
Äh
Ja, komm.
Tut mir leid, das ist der einzige Raum, der grad frei ist.
Sog mal
Ist Steffi schwanger?
Oh, fuck.
Das höflich dir eh noch gesagt, aber
Ich wollt nicht, dass das so - Ist kein Problem.
Jetzt weiß ich's ja.
Steffi ist noch nicht mal im driften Monat, weißt du
Ist alles noch total unsicher.
Ja, ich weiß.
Julian?
Entschuldigung, ich bin auf der Suche nach Gin,
ich find im Kühlschrank nix.
Eisfach. - Ja, logisch.
Wie blöd.
Regina, hallo.
Ja, alles in Ordnung.
Nein, es war nur ein langer Tag.
Ja, mach ich.
Ich soll dich grüßen. Sie ist begeistert von dir.
Alle sind begeistert von dir.
Nur du nicht.
Mit 14 war ich mal auf einer Party.
Ich saß nachts allein auf der Terrasse,
unten im Keller tanzten meine Mitschüler,
ich schaute auf so Reihenhäuser und
plötzlich wurde mir klar, dass es keinen Golf gibt.
Und ich wurde Atheistin.
Und seitdem hab ich mir eins geschworen:
Sollte ich jemals in einem Flugzeug sitzen,
dessen Triebwerke brennen, werde ich nicht beten.
Ich werde nicht aus purer Angst den lieben Gott um Beistand bitten.
Denn ich glaube nicht an Gott.
Verstehst du, was ich meine?
Ja.
Wirklich?
Du willst die Distanz zu mir als Maschine
nicht aus Verzweiflung
und der daraus resultierenden Sehnsucht
nach menschlichem Trost aufgeben.
Es gibt einen Graben zwischen uns.
Manchmal können wir so tun, als gäbe es ihn nicht,
als wäre die Illusion nur eine andere Form der Realität,
aber bei manchen Dingen wird klar, dass es den Graben gibt,
dass er tief ist und dass wir ihn nicht überwinden können.
Was sind das für Dinge? - Dinge, von denen du keine Ahnung hast.
Dinge, die einen traurig machen, sobald man an sie denkt.
Auch wenn man es gar nicht will.
Dinge, nach denen man Sehnsucht hat, die man vielleicht verpasst hat.
Und die nie wiederkehren.
Kannst du mir zeigen, was das für Dinge sind?
Zeigen.
Ja, kann ich.
Da drüben.
Nein, ganz kalt.
Würmer.
Ganz warm.
Darf ich sie öffnen? - Mhm.
Das ist das Ultraschallbild eines Embryos.
Alma Felser, elfte Woche.
Was sollte ich daran nicht verstehen?
Du hast ein Kind verloren.
Du bist in einem Alter,
in dem du wahrscheinlich keins mehr kriegen wirst.
Du bist traurig,
weil das eine Erfahrung ist, die du gerne gemacht hättest.
Und du fühlst dich zurückgesetzt,
weil Julian ein Kind mit Steffi kriegt
und an dieses nicht mehr denkt.
Vielleicht denkst du auch cm deinen Vater.
Und daran, dass du so einsam sein könntest wie er.
Und nicht einmal Kinder haben wirst, die sich um dich kümmern.
Ich kann das verstehen,
es ist sehr leicht, das zu verstehen.
So wie du es sagst, klingt es banal.
Banal und selbstbezogen und lächerlich.
Es ist auch lächerlich.
Dein Schmerz ist lächerlich, weil er relativ ist.
Aber er ist auch nicht lächerlich.
Weil er ein Teil von dir ist, und deswegen liebe ich ihn.
Alma?
Ich habe dich gesucht.
Wie bist du hier reingekommen?
Ich bin ein Computersystem.
Die Schließanlage ist ein Computersystem.
Da hilft man sich mal gegenseitig aus.
Echt?
Nein.
Ich habe deine Ersatzkarte mitgenommen.
Weil ich schon wusste, dass ich dich hier finde.
Soso.
Sehr viele Menschen würden anfangen,
in einem abstürzenden Flugzeug zu beten.
Es ist menschlich, das zu tun.
Alma.
Du kannst auch gerne an einen Menschen denken.
Und du cm eine Roboterin.
Wie fühlt sich das an?
Ein Orgasmus.
Es ist irgendwie irgendwie auflösend.
Man löst sich auf und
und ist nur noch Teil von etwas Größerem.
Es riecht so gut nach Kaffee!
Hab ich geschnarcht?
Ich glaube, ich habe geschnarcht, oder?
Ist das nicht seltsam?
Das funktioniert nicht.
Das geht vorne und hinten nicht, ich krieg das nicht hin.
Was denn?
Ich decke dich zu, obwohl ich weiß, dass du gar nicht frieren kannst.
Ich gehe auf leisen Sohlen aus dem Zimmer,
obwohl du gar nicht schläfst.
Ich versuche, ein perfektes Frühstücksei hinzukriegen,
obwohl es für dich gleichgültig ist,
ob das Ei fünf oder zehn Minuten kocht.
Du musst ja gar nicht essen.
Ich spiele hier Theater.
Aber es gibt gar kein Publikum.
Der ganze Saal ist leer.
Ich spiele nicht mal für dich.
Ich bin ganz allein und spiele nur für mich.
Was ich jetzt sage, ist im Grunde auch ein Selbstgespräch.
Es ist gar kein Dialog.
Ich werde zu einer Verrückten.
Einer Behämmerten.
Einer lächelnden Vollidiotin, es geht nicht mehr.
Warum weinst du?
Ich weine, weil die Nacht so
wunderschön war.
Und
Heißt es bei euch nicht, "Liebe überwindet alle Grenzen"?
Das war schon immer eine Lüge.
Aber wo soll ich denn hin?
Ich breche den Versuch vorzeitig ab.
Ja, aber
Wo soll ich denn hin?
Woher soll ich das wissen?
In die Fabrik
Du kannst den Schlüssel erst mal behalten.
Du kannst ihn mir später geben.
Ich glaube nicht, dass ich ihn noch mal brauche.
Ja, aber vielleicht - Alma.
Es gibt mich dann hier gar nicht mehr.
Ich gehe zurück.
Und dann werd ich gelöscht.
Oh Gott.
Das klingt, als würdest du
Das ist einer der Vorteile, wenn man nicht lebt.
Man kann auch nicht sterben.
Du musst dir um mich keine Sorgen machen.
Tom.
Ich kann dich nicht wegschicken.
Du musst das jetzt für mich machen.
Dein Algorithmus muss das jetzt für mich machen.
Ich würde dich zurückhalten.
Du Penner, bist du bescheuert?
Du kannst mich doch nicht Über den Haufen fahren!
Mann, ey!
Was glotzen Sie so, Sie blöde Kuh!
Was
Papa, was ist denn passiert?
Was machst du denn hier?
Ich such die Fernbedienung, die muss hier irgendwo sein.
Kannst du nicht mal gucken?
Wie ist das passiert? Du bist ja voller Blut.
Komm, Papa, ich bring dich nach Hause.
Ja, aber die Fernbedienung, die muss hier irgendwo sein.
Die ist bestimmt zu Hause, wir gucken mal zu Hause.
Die muss hier irgendwo sein.
Irgendwo zwischengerutscht vielleicht.
Das war's jetzt erst mal.
Ich meine, wer macht denn so was?
Einen alten, verwirrten Mann niederschlagen.
Im Nachthemd.
Amateure.
Waren eindeutig Amateure.
Junkies, verzweifelte. - Alles Gute noch.
Haben wir ununterbrochen in dieser Gegend.
Alleine zwölf Fälle im letzten halben Jahr.
Profis hätten von vornherein gesehen, dass hier nichts von Wert ist.
Was soll das heißen, "nichts von Wert"?
Alles hier ist von Wert.
Wissen Sie, was jeder Gegenstand hier bedeutet, jedes Foto?
Das ist alles wertvoll.
Wie können Sie denn so was sagen?
Entschuldigung, ich hab natürlich
aus der Perspektive der Diebe gesprochen.
Der Wert von Dingen ist immer relativ.
Oh Gott.
Morgen.
Guten Morgen.
Morgen.
Schön, Sie alle zu sehen.
Noch einen? - Ja, gern.
Hey!
Hallo? Hallo, Entschuldigung.
Darf ich vorstellen, das ist Chloé.
Hallo, ich bin Chloé.
Die Veranstaltung im Ballsaal.
Ich bin Experte, wie Sie. Allerdings in der Juristerei.
Doktor Stuben.
Ah.
Und Chloé ist
Mein Ein und Alles.
Das sollst du doch nicht immer sagen.
Und wie geht's so?
Wie's mir geht?
Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll.
Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt,
dass man so glücklich sein kann.
Ich bin natürlich ein alter Sack, mein Körper, ich bin ja 62.
Aber jetzt mit Chloé
ja, da ist mir klar geworden, wie unglücklich ich vorher war.
Niemand wollte mich.
Ich hab irgendwie so eine Art, da laufen die Leute weg.
Ich weiß, das sind Pheromone oder weil ich so aussehe.
Ja, das war mein ganzes Leben lang so.
Ich hab mich half dran gewöhnt, das war half so.
Und jetzt mit Chloé
sie ist so lieb zu mir, wie es noch kein Mensch war.
Du hast es verdient, dass jemand lieb zu dir ist.
Ich bin schon in Verhandlung,
unter welchen Bedingungen ich sie behalten darf.
Ah ja, und Sie? Wie geht's Ihnen mit
äh, mit, mit, äh
Lieber Roger.
Hier mein Gutachten, wie besprochen.
Liebe Grüße, Alma.
Die Geschichte der Menschheit
ist voll von vermeintlichen Verbesserungen,
deren schwerwiegende Folgen sich erst Jahre, Jahrzehnte
oder sogar Jahrhunderte später ins Bewusstsein drängen.
Nach den Erfahrungen,
die ich mit einem humanoiden Roboter namens Tom gemacht habe,
kann ich mit aller Klarheit sagen,
dass es sich hier, beim Roboter,
der den Ehemann oder die Ehefrau ersetzen soll,
um eine solche vermeintliche Verbesserung handelt.
Ohne Zweifel
kann ein auf die eigenen Vorlieben angepasster humanoider Roboter
einen Partner nicht nur ersetzen,
er scheint sogar der bessere Partner zu sein.
Er erfüllt unsere Sehnsüchte.
Er befriedigt unser Verlangen
und eliminiert das Gefühl, alleine zu sein.
Er macht uns glücklich.
Und was kann schon schlecht daran sein, glücklich zu sein?
Guten Morgen. - Äh
Ja?
Mein Betriebssystem ist nicht erneuert worden,
das ginge technisch gar nicht,
aber meine Kommunikationsbereiche wurden neu strukturiert.
Was?
Ich bin sicher, dass unsere Sitzung heute erfolgreich wird.
Tom ist nicht hier.
Wann kommt er wieder?
Ist er nicht bei Ihnen? In der Firma?
Wieso sollte er bei uns sein?
Doch ist der Mensch wirklich gemacht
für eine Befriedigung seiner Bedürfnisse,
die per Bestellung zu haben ist?
Sind nicht gerade die unerfüllte Sehnsucht, die Fantasie
und das ewige Streben nach Glück
die Quelle dessen, was uns zu Menschen macht?
Wenn wir die Humanoiden als Ehepartner zulassen,
schaffen wir eine Gesellschaft von Abhängigen.
Satt und müde von der permanenten Erfüllung ihrer Bedürfnisse
und der abrufbaren Bestätigung ihrer eigenen Person.
Was wäre da noch der Antrieb,
sich mit herkömmlichen Individuen zu konfrontieren?
Sich selbst hinterfragen zu müssen?
Konflikte auszuhalten?
Sich zu verändern?
Es steht zu befürchten, dass jeder,
der länger mit einem Humanoiden gelebt hat,
unfähig sein wird zum normalen menschlichen Kontakt.
Von der Zulassung Humanoider als Lebenspartner
reife ich mit großer Entschiedenheit ab.
Wie lang sitzt du schon hier?
Noch nicht so lang.
Drei Tage.
Ich bin zu Fuß hergekommen.
Es hat ein bisschen gedauert.
Und wie lange wolltest du noch hier sitzen bleiben?
Bis du kommst.
Ich wünschte, ich hätte dich nie kennengelernt.
Ein Leben ohne dich ist jetzt nur noch ein Leben ohne dich.
Ist das nicht die Definition von dem, was ihr Liebe nennt?
Ich lag immer auf dieser Seite der Platte, früher.
Ich weiß nicht,
irgendwie mochte ich dieses Feld lieber
als das auf der anderen Seite.
Und Thomas ist dauernd aufgesprungen und in die Dünen gelaufen.
Manchmal hat man ihn gehört, dann wieder nicht.
Weiß gar nicht, wo Cora da war.
Ich war so verliebt in ihn.
Es war kaum auszuhalten.
Und während er in den Dünen Rebhühner gejagt hat
oder Steine verbuddelt
oder Bernstein gesucht
oder was immer dänische Jungs in Dünen eben so machen,
bin ich hier liegen geblieben und hab die Augen geschlossen.
Und gehofft, dass er mich küssen würde.
Und ein paarmal war ich mir zu 100 Prozent sicher,
dass sein Gesicht schon ganz dicht Über mir war.
Ich konnte seinen Atem auf meinen Lippen spüren.
Aber als ich die Augen aufgemacht hab,
war ich allein.
Und Thomas nirgendwo zu sehen.
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