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Original subtitles

* Düstere Titelmusik *

Charlotte von Merseburg Anastasia Sadowski

Umut Gül

* Majestätische Musik *

Hallo, Frau Lipschitz, ich freu mich über die Einladung, danke.

Sehr gern.

Ich bin schon so gespannt. - Ja, ich auch.

(Mann) Hallo, Frau Lipschitz. Ich freue mich auf die Premiere.

(zögerlich) Ja, ich auch.

Nein, Storno, die Zigarettenstummel, die braucht er nicht. Nee.

Hallo, Frau Lipschitz. Alle auf Position?

Juri? - Hm?

Ist alles okay? - Äh, ja.

Okay. Viel Erfolg und toi, toi, toi.

Georg Friedrich Händel.

Der Händel.

Geboren hier in Halle.

Einem beschaulichen Fleckchen Erde.

Und nichts für Weltruhm, mag sich der begrenzte Geist einreden.

Der englische König aber vergöttert meine Musik.

Bei aller Bescheidenheit darf ich inzwischen von mir behaupten:

Ich bin ein Superstar!

Ein Gigant.

Der mit inbrünstiger Hingabe und einem unerschütterlichen Glauben

an die transformatorische Kraft der Musik dieses Werk erschuf,

um die Geister zu erheben...

...und die Seelen zu berühren.

* Panische Schreie *

* Sanfte Musik *

* Unheilvolle Klänge *

Ihr seid schon da? - Oh Gott, das Kind.

Alles klar, wir kommen. Ja.

Okay. So, Leute, es gibt Arbeit.

Äh, hallo?

Was ist mit der Tagesmutter? - Die ist auf Fortbildung.

Könnten Sie? - Nee, kann ich nicht.

Moment, ich meinte, können Sie den Fall übernehmen?

Ach so, ja, klar. Ähm, worum geht's?

Sprengsatz im Theater.

Auf dem Händel-Festival?

Den Hauptdarsteller haben sie getötet.

Das war ja nicht so "Handle with care", ne?

Anastasia und Charlotte. Ab die Post.

Wieso nicht ich?

Ich kenn mich mit klassischer Musik besser aus.

Umut, entspannen Sie sich.

Celina ist heute mein Job.

Philipp, was haben wir bisher?

Das Opfer ist Nicolas Gruber,

Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter gewesen.

Keine Angehörigen und der Staatsschutz ist informiert.

Herr Landsberg. - Frau Pfeiffer.

Bombenstimmung.

Unseren Kandidaten hat ein Sprengsatz erwischt.

Er war sofort tot, mitten in der Show.

Was ist mit Zeugen?

Schwierig, nach der Explosion ist hier Panik ausgebrochen.

Gibt's vielleicht Kameras?

Ja, die Aufführung wurde wohl aufgezeichnet.

Was ist mit anderen Ensemblemitgliedern?

Es gibt eine Schauspielerin, sie wird gerade behandelt.

Ansonsten, die Mitarbeiter sind im Aufenthaltsraum.

Und es gibt noch eine Frau Lipschitz vom Kulturamt.

Die kann uns bestimmt auch einiges erzählen.

Nehmen Sie Frau Lipschitz mit zur Dienststelle,

wenn sie so weit ist, ja? - Mhm.

Gut, Sie beide nehmen die Personalien der Leute auf,

suchen nach Zeugen, und vielleicht hat jemand privat mitgefilmt.

Danke, Philipp.

Pfeiffer, Kripo Halle.

Könnte ich Ihnen ein paar Fragen stellen?

* Düstere Musik *

Linda?

Willst du nicht mal was aufbauen?

Nicht nur kaputtmachen?

Herr Kaiser, das ist Frau Lipschitz zur Befragung.

Danke, Philipp.

Kaiser, Kripo Halle. Bitte.

Darf ich Ihnen Wasser anbieten? - Bitte, ja.

Umut, bitte ein Wasser für Frau Lipschitz.

Das ist mein Kollege Gül.

Sie sind die Kulturbeauftragte.

Genauer gesagt, die Beigeordnete für Kultur.

Und haben als solche

die Veranstaltung für das Händel-Festival organisiert.

Finanziert.

Das...

...das war alles...

Nico.

Nico.

Sie hatten auch privaten Kontakt?

Was heißt privaten Kontakt, wir haben eng zusammengearbeitet.

Hand in Hand sozusagen? Wenn Sie so wollen.

Ich habe in meiner Position Herrn Gruber und sein Theater

seit Jahren mit Subventionen unterstützt.

Haben Sie eine Idee,

wer Herrn Gruber das angetan haben könnte?

Nichts Konkretes, jedenfalls hatte er viele Neider.

Du kannst nächste Woche nicht gleich 'ne Probe ansetzen.

Das kannst du nicht bringen.

Warum?

Was? Na, weil's pietätlos ist!

Ich will alles am Laufen halten, die Tickets sind verkauft.

Ey, komm! The show must go on!

Wer ersetzt Nico? Wer macht Regie?

Ich. - (lachend) Du?

Warum denn nicht? - Du hast von Regie null Ahnung.

Wie weißt du das? - Wieso hast du sie nicht mehr?

Weil Nico es selber machen wollte.

Ah, ist ja praktisch, dass er nicht mehr da ist.

Also, was du da sagst...

Sag mal, bist du völlig...

Wegen 'ner geplatzten Regie?

Ja, da heul ich dann rum wie du,

als er beim Kulturamt alles versaut hat.

Noch eine Förderung futsch gegangen und noch eine, macht Spaß, oder?

Vielleicht hast du ihn ja umgebracht.

Du wagst es nicht.

Entschuldigen Sie die Störung.

Sadowski, Kripo Halle.

Merseburg, wir würden gern alle Beteiligten befragen.

Ja.

Linda! Linda!

Jetzt warte doch mal!

Geht's dir gut?

Was?

Neben mir explodiert 'ne Bombe, wie soll's mir gehen?

Das meine ich doch nicht.

Jetzt bleib doch bitte mal stehen, Kind.

Ich werd Großmutter?

Dennis ist nicht der Vater, keine Sorge.

Das hab ich nicht angenommen.

Linda, es tut mir wirklich, es tut mir wirklich so leid.

Das ist mir scheißegal!

Du bist mir egal, Dörte!

Ja, aber wir müssen dich jetzt befragen.

Ich muss checken, ob's dem Knirps gut geht. Tschüss.

Es wird ein Junge?

Ja, wird ein Junge.

Sie hatten eine Meinungsverschiedenheit

mit der Regieassistentin.

Ina wollte oder will, dass es einfach weiter geht wie bisher.

Also vor allen Dingen, nachdem Nico jetzt umgekommen ist.

Aber Sie wollen das nicht.

Auf der offenen Bühne ist er ermordet worden, das...

Könnten Sie so weitermachen?

Sie mochten Herrn Gruber?

Er galt als schwierig, aber ich hab ihn schätzen gelernt, ja.

Und ich meine, wo hat man sonst die Chance,

in der ersten Liga mitzuspielen?

Nico war ein Narzisst, der hat alle tyrannisiert.

Vor allen Dingen die Schauspieler.

Haben Sie irgendeine Idee, wer es getan haben könnte?

Die Partitur hätte jeder manipulieren können.

Das Notenbuch?

Ja, die Partitur.

Ja, ähm, vielen Dank erst mal.

Ich... wir melden uns.

Unser Kollege meinte, die Vorstellung wurde aufgezeichnet.

Äh, ja, ich hab... hier.

Hier ist zu sehen, dass Linda Nico die Mordwaffe gibt.

Hm, die Partitur. Genau die.

Deuten Sie an, dass Linda Bonin es getan hat?

Na ja, es liegt auf der Hand. - Das ist lächerlich!

Wir suchen Beweise und keine... keine Vermutungen!

Ihre Fingerabdrücke, zum Abgleich.

Gut, dann nach Ihnen, bitte.

Wir haben keine Hinweise auf weitere Anschläge

oder einen terroristischen Hintergrund.

Alles gut bei Ihnen? Ja, ja.

Gehen wir überhaupt von einem Einzeltäter aus?

Vermutlich ein Insider, der zum Theater gehört.

Was? - Spricht vieles dafür.

Er oder sie war mit den Abläufen bestens vertraut.

Handy und Wohn... Pscht!

...und Wohnung des Opfers werden auf Hinweise untersucht.

Wie weit sind wir mit dem Durchsuchungsbeschluss?

Müsste jeden Moment kommen.

Alle da? Schön. Muss ich mich nicht... wiederholen.

Was haben Sie rausgefunden?

Laut Bericht der KT ist die Bombe sehr einfach gebaut

und wurde vermutlich mit einer Funkverbindung

mit kurzer Reichweite ferngezündet.

Das heißt ja, der Täter muss sich im Theater befunden haben.

Ja, durch die Explosion wurden kleinste Teilchen

mit extrem hoher Geschwindigkeit in eine Richtung geschleudert.

So sind die Metallpartikel

durchs Auge direkt ins Hirn gedrungen. Exitus Händel.

Aber kann man irgendwie sagen,

wie weit sowas fliegt und jemanden verletzen kann?

Der tödliche Streuradius? Nicht mehr als ein Meter.

Dann wurde der Gruber also ganz gezielt getötet.

Gibt's irgendwelche Spuren?

Wir müssen erst noch die Überreste überprüfen.

Das kann dauern. Kann dauern.

Chef, die IT-Abteilung hat die SD-Karte

vom Theatertechniker freigegeben.

* Triste Musik *

"...um die Geister zu erheben und die Seelen zu berühren."

* Lauter Knall *

Lassen Sie uns den Fall nüchtern analysieren.

Was ist Ihnen aufgefallen?

Die Schauspielerin übergibt ihm die Partitur

und tritt kurz vor der Explosion einige Schritte zurück.

Das war sicher Teil der Inszenierung.

Oder sie wollte sicher sein.

Das ist doch albern.

Es reicht für einen einfachen Tatverdacht.

Was ist das offensichtlich Besondere an dieser Tat?

Der Täter hat es offenbar darauf angelegt,

dass Zuschauer anwesend waren.

Richtig, und damit bekommt die Tat den Aspekt

einer öffentlichen Demütigung.

Wir gehen davon aus, dass Täter und Opfer sich kannten.

Der Täter scheint ziemlich wütend gewesen zu sein.

Hätte er dann aber nicht im Affekt gehandelt?

Wut verraucht, was bleibt hingegen?

Hass.

Also wäre Hass das Motiv.

Vermutlich fühlte der Täter oder die Täterin sich

von Herrn Gruber so verletzt und gedemütigt,

dass er für den Hass kein anderes Ventil gefunden hat,

als ihn in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen.

Julia, danke. Frau Bonin sitzt da.

Kann ich Sie kurz sprechen?

Wie, ist es wichtig? - Äh, ja.

Linda Bonin ist meine Tochter.

Wir hatten schon sehr lange keinen Kontakt mehr.

Wie lange?

Zehn Jahre.

Sie war damals mit einem Typen zusammen, Dennis.

Es war wie Gehirn gewaschen, total fixiert auf ihn,

und er hat sie wie Dreck behandelt.

Sie haben drauf gedrungen, dass sie sich trennt?

Ja. - Wie?

Ich... ich hab 'nem Kollegen 'nen Tipp gegeben.

Dennis hat Autos frisiert, Tachos zurückgedreht, solche Sachen.

Da er einschlägig vorbestraft war...

Wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Genau.

Sie hat mir nie verziehen.

Sie sind von den Ermittlungen freigestellt.

Ja, natürlich.

Frau Bonin, vielen Dank fürs Kommen.

Kaiser, Kripo Halle.

Meine Tochter, sieben Monate.

Mein Sohn, auch sieben Monate.

Wie geht's Ihnen, wie geht's Ihrem Baby?

Der ist hart im Nehmen, wie seine Mama.

Umut?

Ich würde Ihnen mal kurz was zeigen.

Man sieht, dass sie kurz nach Übergabe der Partitur zurückgehen.

Haben Sie den Sprengsatz eingebaut?

Was?

Nein, natürlich nicht!

Ich wüsste gar nicht, wie man sowas macht.

Warum haben Sie sich sonst in Sicherheit gebracht?

Das war 'ne Regieanweisung von Nico.

Der stand gern allein im Rampenlicht.

Das können Sie mir nicht ankreiden.

Ist meine Mutter auch da? Hört sie gerade zu?

Ihre Mutter? Erklär ich Ihnen später.

(Torsten) Sie ist von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Wieso hätte ich Nico töten sollen?

Er galt als schwierig.

Hat Schauspieler unterdrückt. - Ja, das stimmt.

Aber man bringt deshalb nicht gleich jemanden um!

Zu mir war er immer fair.

Haben Sie schon bei Frau Lipschitz nachgefragt?

Wie meinen Sie das?

Hat sie ihre Affäre mit Nico erwähnt?

* Bedrückende Musik *

* Leiser Stöhner *

Zum Glück ist ihr nichts passiert. - Ja.

Das muss gerade unfassbar schwer für Sie sein.

Ja.

Sie ist Schauspielerin geworden.

Ja, sie hat sich als kleines Mädchen immer schon gern verkleidet

und hat Geschichten nachgespielt.

Die Sie ihr vorgelesen haben? - Nein.

Ähm... eher mein Ex-Mann.

Ich war damals schon in Wechselschichten.

Das ist nicht einfach für 'ne junge Mutter.

Vor allen Dingen war ich eine strenge Mutter.

Meine Tochter hat vor zehn Jahren den Kontakt zu mir abgebrochen.

Sie haben versucht, sie vor einer Riesendummheit zu bewahren.

Die Wahrheit anzunehmen von der eigenen Mutter ist verdammt schwer.

Geben Sie nicht auf.

Es gibt immer Hoffnung.

Danke.

* Langsames Ausatmen *

* Musik verklingt. *

Laut Aussage von Linda Bonin

hatte Alma Lipschitz eine heimliche Affäre mit dem Opfer.

Vielleicht war es nicht Nico Grubers einzige Affäre?

Eifersucht ist auch 'n Motiv. Ja, oder Erpressung.

Vielleicht wollte sie nicht, dass die Affäre öffentlich wird.

Ähm... ja.

Wie soll Alma Lipschitz die Partituren manipuliert haben?

Für mich kommen auch eher Theaterleute in Frage.

Regieassistenten, Schauspielkollegen, Techniker,

Insider, die mit den Abläufen vertraut sind.

Chef, ich hab bei der Auswertung von Herrn Grubers Handy was gefunden.

Eine Nachricht von Frau Bonin.

"Du kannst mich nicht rauswerfen, weil dir was nicht passt.

Wenn du es trotzdem tust, halte ich meinen Mund nicht.

Dann verklage ich dich und bring das ganz groß raus, du Schwein."

Selbst, wenn er sie rauswerfen wollte,

ist das während der Schwangerschaft unzulässig. Stimmt.

Frau Pfeiffer.

Wir ignorieren, dass die Verdächtige Frau Pfeiffers Tochter ist.

Das gilt für uns alle.

Bestellen Sie Frau Bonin noch mal ein.

* Melancholische Musik *

So, Ladies first.

Was geht? * Philipp räuspert sich. *

Ey, ist das nicht unser Bro? Mhm.

Alter, der hat's echt geschafft.

Der steht für unter 10.000 am Tag nicht mehr auf.

Dein Ernst? Keine Ahnung.

Aber er hat gesagt, er liebt New York.

Das heißt dann wohl, dass er nicht mehr zurückkommt, hm?

Sieht ganz danach aus.

Mann, ey, wie kannst du da so ruhig bleiben?

* Er schnaubt. * Du weißt doch, wie ich mich ablenke.

Ha, ha. Was soll ich machen?

Ihm seine Träume zerstören, weil ich an ihm klammer?

Nee, ist schon klar.

Leute, guckt mal, was ich entdeckt habe.

Unser Kollege ist jetzt Covermodel. * Umut räuspert sich. *

Toll, ihr wisst es schon.

* Spannende Musik *

Anastasia, diskutieren Sie nicht, machen sie jetzt endlich.

(leise murmelnd) Gehen Sie mir nicht auf den Sack.

Muss sie ihre schlechte Laune an uns auslassen?

Was sagen Sie? Nix.

So, Liegestütze.

* Genervtes Ausatmen *

Frau Pfeiffer? Ja.

Ich hab echt voll meine...

Kommen Sie mir nicht wieder damit, dass Sie Ihre Tage haben.

Ich führe Buch.

Bei manchen ist das unregelmäßig. Runter.

* Melancholische Musik *

Sie haben uns erzählt, dass Herr Gruber fair zu Ihnen war.

Trotzdem drohten Sie ihm:

"Ich verklag dich und bring das ganz groß raus, du Schwein." Warum?

Weil er meinen Vertrag nicht verlängern wollte.

Was hat er als Grund angegeben?

Keinen, hat ihn wahrscheinlich genervt,

dass ich gewagt hab, ihm zu widersprechen.

Gut. Ihr Verhältnis war also... nennen wir es recht angespannt.

Er hat viele gepiesackt, Sie vermutlich auch.

Trotzdem wollten Sie bleiben. Warum? - Sicherheit.

Ich hab jetzt mehr Verantwortung. Da beißt man die Zähne zusammen.

Und als Schauspielerin will man spielen. Ich lieb das Theater.

Was ist mit Frau Lipschitz? Frau Schäfer, Herr Bronski?

Gibt's da Probleme, die wir nicht kennen?

Was fragen Sie mich das? Was soll ich Ihnen sagen?

Jeder hatte Stress mit Nico.

Der Mann musste sich ja mit der ganzen Welt anlegen.

Kann ich jetzt bitte gehen? Mir geht's nicht so gut.

(seufzend) Ja, klar. Danke.

* Handy vibriert. *

* Spannende Musik *

Wir haben den Durchsuchungsbeschluss fürs Theater.

Und für die Räume der Mitarbeiter.

Chef.

* Musik verklingt. *

Ja.

Wir haben da was Interessantes gefunden.

Ein Nachruf auf Herrn Gruber.

Interessant? Finde das nicht so ungewöhnlich, wenn jemand stirbt.

Der Zeitpunkt ist interessant.

Ina Schäfer hat das direkt nach dem Anschlag der Presse geschickt.

"Nicolas Gruber fand unerwartet einen gewaltsamen Tod."

Als ob sie den Text schon bereit hatte.

Oder als hätte sie gewusst, was passieren wird.

Bestellen wir Frau Schäfer ein.

Umut.

Da Frau Pfeiffer ausfällt - darf ich Sie bitten?

Dauert nicht lange. Ach so, und äh... die Kleine...

* Unverständliches Flüstern * Äh...

Was mach ich denn dann, wenn...?

Sie haben mein vollstes Vertrauen.

(Torsten) Wir haben Ihren Nachruf gelesen.

Er war bereits gestern im Internet.

Wo ist das Problem? - Der Zeitpunkt ist das Problem.

Sie haben ihn schon kurz nach dem Anschlag gepostet.

War der vorbereitet, weil Sie wussten, was passieren würde?

Nee. Das... das ist jetzt ganz anders. Also... äh...

Nico hatte 'ne Kritik bekommen für seine letzte Inszenierung.

Und das kann ich Ihnen zeigen. Das war online. Ähm...

Hier.

Diese Kritik hat er bekommen.

Die habe ich einfach kopiert, angepasst und fertig.

Darf ich? Ja, ja, sicher.

"Nicolas Gruber, ein unbeugsames Genie,

mit der ihm eigenen, mitunter umstrittenen

und viel diskutierten Theatersprache."

Das ist derselbe Text.

Ja, ist nicht so kreativ, aber deshalb gings so schnell.

Sie hatten eine Auseinandersetzung mit Juri Bronski,

in der Sie sagten, dass Nicolas Gruber ihn beim Kulturamt,

Zitat: "alles versaut hat".

Was ist da passiert?

Ja, Juri hat super Ideen und wollte sich lange schon

als Videokünstler selbständig machen, aber...

...er hat nie Förderung bekommen.

Dafür hat Herr Gruber gesorgt? Wie hat er das geschafft?

Keine Ahnung. Aber so habe ich das im Kopf.

* Baby brabbelt. * Pst!

* Angespannte Musik *

* Aufgeregtes Einatmen *

* Musik verklingt. *

Was machen Sie hier?

Sie sind raus aus den Ermittlungen. Ja, ich weiß. Äh...

Ich bin auch nur vorbeigekommen, um zu fragen,

ob ich mich nützlich machen könnte,

damit Sie sich auf den Fall konzentrieren können.

Es gibt tatsächlich noch ein paar Zeugenvideos, die ich sichten muss.

Was kann ich machen?

Ähm...

Celina wickeln? * Verspielte Musik *

Okay.

Kleine Randinformationen: Sie hat heute ein wenig Verdauungsprobleme.

Ah ja.

Viel Spaß.

* Musik verklingt. *

* Celina brabbelt. *

* Spannende Musik *

Sie hatten vor Kurzem

'ne Auseinandersetzung mit Herrn Gruber.

Er sorgte anscheinend dafür, dass Sie keine Gelder

für Ihre eigenen Projekte kriegen.

Jetzt steht er Ihnen nicht mehr im Weg.

Bitte? Was soll der Scheiß? Nein.

Entschuldigung, wer behauptet das? Wer?

Frau Schäfer hat so was angedeutet.

Fehlende Subventionen für Ihre eigene Firma.

Ina. Ina erzählt viel, wenn der Tag lang ist.

Sie will einfach nur, dass ich im falschen Licht dastehe.

Ich hab von Nicos Tod rein gar nichts.

Wer die Subventionen erhält, entscheidet nur die Kulturabteilung.

Aber neulich gab's 'nen Riesenstreit.

Was denn für ein Streit?

Zwischen Frau Lipschitz und Nico.

Haben Sie 'ne Ahnung, worum's dabei ging?

Bei den Proben läuft manchmal die Kamera mit und in dem Video...

Das ist unangenehm.

Na, dann fragen wir es doch einfach.

Was? - Was?

Na, das Video.

Ich schau mal, ob ich's finde, und dann schick ich's Ihnen via E-Mail?

Ja, das wär super. Ich geb Ihnen mal meine Karte.

Okay, super.

(Mann) Herr Kaiser?

Ah. Tja, wir haben 'nen Durchsuchungsbeschluss.

'tschuldigung? Nichts anfassen.

Das ist jetzt ungünstig, weil genau das ist deren Job.

Alles gut. Wir kümmern uns.

Bitte nichts verstellen. Ja.

Ist wichtig. wichtig.

* Verspielte Musik *

Motte! Na?

Hattest du Spaß mit dem Onkel Umut?

Hattest du Spaß?

Zwei Windeln?

Umut, warum?

Chef? Ja?

Bronski hat das Video geschickt.

Okay, zeigen Sie mal.

Ich bin ein Superstar. Ich bin ein Gigant!

Nico, könnten wir bitte noch mal über den Text sprechen?

Er ist perfekt. - Nee, nee, nee.

Es sollte um Händel gehen, jetzt geht's um dich.

Das find ich semi.

Du kennst Theater besser, oder was?

Schau dich mal um hier.

Wer hat das Haus hier groß gemacht?

Du. Mit meinen Subventionen.

Du drohst mir.

Du, ich könnte in Zukunft auch anders entscheiden.

(seufzend) Ich weiß, wo das herkommt.

Es hat nichts mit uns beiden zu tun.

Könntest du bitte bei der Sache bleiben?

Du bist ein bisschen verletzt, weil ich 'ne andere ficke, ja?

* Celina wimmert. * Hör da mal nicht so hin.

Tust du das? - Schau mal in den Spiegel.

(schockiert) Alter.

(Juri) Nico, das war nicht okay. Du solltest dich...

Und du! Du passt jetzt mal auf, du Wurm!

Du überlegst, auf wessen Seite du stehst, ja?

Ich hab nur... - Und verpiss dich hier!

Ich krieg die Krätze, wenn ich deine Fresse sehe!

Raus! Raus!

Also 'n Motiv hat sie definitiv, so, wie er mit ihr umgegangen ist.

Aber bringt sie ihn deswegen um?

Bronski sah jetzt auch nicht so happy aus.

Fangen wir mit Frau Lipschitz an.

* Celina brabbelt. *

Ähm...

Anastasia, Charlotte, dürfte ich Sie bitten?

Joa, das ist die Tante Anastasia.

(zärtlich) Ja. Es dauert nicht lange.

Wenn der kleine Hunger kommt: Apfel-Banane mag sie am liebsten.

Alles klar? Danke. Umut, die Akte.

Hallo. Na?

Das hat nichts mit uns beiden zu tun. Bleibst du bitte bei der Sache?

Du bist ein bisschen verletzt, weil ich 'ne andere ficke, ja?

Das soll jetzt beweisen, dass ich Herrn Gruber umgebracht habe?

Na ja, Sie haben ein Motiv. Welches denn?

Er ist nicht gerade zimperlich mit Ihnen umgegangen.

Wollt er Ihre Affäre bekannt machen? Oder war's Rache für die Demütigung?

So war das nicht. - Wie war's denn dann?

Nicos Ausbruch hat mir gezeigt, was er von mir hält.

Daraufhin hab ich mich zurückgezogen.

Also mehr als eine Affäre? Ich dachte schon, ja.

Woher haben Sie das Video? - Von Herrn Bronski.

Natürlich.

War klar, dass er mir das in die Schuhe schieben will.

Wie meinen Sie das?

Ich habe die Subventionen für Juris Firma nicht bewilligt.

Und wieso?

Weil Nico es nicht wollte.

Er kannte Juris Qualitäten und wollte ihn nicht verlieren.

Ich habe ihn nicht umgebracht.

Ja, das hören wir öfter.

Ich hab ihn geliebt.

Danke, Frau Lipschitz, wir haben keine weiteren Fragen.

Sind wir jetzt ein Stück weiter?

Was denken Sie?

Wir werden diesen Bronski noch mal überprüfen.

Was ist mit den Videoaufnahmen der Zuschauer?

Nichts.

Im entscheidenden Moment wackelt alles.

Bleiben Sie dran.

Und, alles okay hier?

Joa, ich würde sagen, wir haben das ganz gut gehändelt.

Also, wegen Händel und so.

Was ist denn mit Ihnen los?

Oh, macht die Tante das ordentlich?

Herr Landsberg, was gibt's?

Offenbar hat der Täter den Sprengsatz

nach einer Vorlage aus dem Internet nachgebaut,

mit Komponenten, die sich problemlos in jeder Apotheke beschaffen lassen.

Wir können also niemanden ausschließen.

Ja, es könnte jeder sein.

Oder auch nicht.

Wir haben rausgefunden, wer die Anleitung runtergeladen hat.

Ja, wer denn?

Linda Bonin.

Hallo, Linda!

Willst du mich festnehmen?

Ich darf an dem Fall nicht mehr arbeiten.

Was für ein Glück für mich. - Ja.

Was für ein Glück für dich. Wie geht's denn dem Knirps?

Dem geht's gut. - Ach, da bin ich erleichtert.

Du bist Schauspielerin geworden.

Das finde ich toll.

Seit wann das denn? - Seit eben.

Du willst das nicht hören, aber...

...ich wollte dich damals nur von einem Riesenfehler bewahren.

Ich muss meine Fehler selber machen, Dörte.

Ich war erwachsen, das war meine Entscheidung.

Ja, das weiß ich alles, aber manche Fehler sind irreparabel.

Verstehst du das nicht?

Du wirst immer mein Kind bleiben, auch, wenn du erwachsen bist!

Denkst du, die letzten zehn Jahre waren nur für dich schwierig?

Du redest die ganze Zeit nur von dir!

Du hast unsere Familie kaputtgemacht!

Du hast mich hintergangen!

Ich brauchte damals keine Polizistin,

sondern meine Mutter! - Ich weiß.

Ich weiß.

Ist ja jetzt auch egal.

Was willst du von mir, hm?

Ich möchte einfach nur ein Teil deines Lebens sein.

Und es tut mir sehr leid, dass ich damals aufgegeben habe.

Ja, aber das hast du.

Celina, wir beide sind doch ein Superteam, oder?

Ich zeige dir ein paar Bilder

und du sagst mir einfach, wer der Mörder ist, okay?

Super.

Ist das unser Mörder?

Nein? Wie sieht's damit aus?

Ist das unser Mörder?

Ja?

Interessanter Ansatz.

Ich schaue mir noch mal die Videos an.

Hallo.

Unsere Kollegen haben bei der Durchsuchung

Ihren Laptop sichergestellt.

Darauf wurde eine Bauanleitung für eine Bombe gefunden.

Auf meinem Laptop?

Sie haben sich im Internet darüber informiert,

wie man eine Bombe baut.

* Angespannte Musik *

"Für Linda. Ich kann manchmal so ein Arschloch sein. Nico."

Das hab ich noch nie im Leben gesehen.

Ich hab auch weder nach Bombenanleitungen gesucht

noch welche runtergeladen!

Wie ist das auf Ihrem Laptop gelandet?

Ich habe keine Ahnung!

Ich habe meinen Laptop immer dabei, da kann im Theater jeder ran.

Irgendjemand will mir das unterschieben!

Wo sind denn alle?

Ähm, in der Vernehmung.

Ihre Tochter ist wieder hier.

Was? Wieso das denn?

Sie dürfen mir nichts sagen, aber ich muss das wissen.

Auf dem Laptop Ihrer Tochter

wurde die Bauanleitung für den Sprengsatz gefunden.

* Klopfen* Ja?

Chef, haben Sie eine Minute? Ja, klar.

Entschuldigen Sie mich kurz.

Frau Pfeiffer? Ja?

Celina hat mich auf die richtige Spur gebracht.

Celina? Wollen Sie mich verarschen?

Wollen Sie sich das mal anschauen?

Ist das Bronski? Ja, fällt Ihnen was auf?

Wirklich panisch wirkt er jetzt nicht.

Genau.

Ich muss Ihnen was zeigen.

Das Datum ist dabei interessant.

Also, selbst wenn Linda Bonin wirklich die Anleitung

aus dem Internet heruntergeladen hat,

ist es fast unmöglich, in zwei Tagen alle Komponenten zu besorgen

und die Bombe zu bauen.

Schauen Sie sich mal das hier an.

Alle anderen verlassen den Raum durch den Hauptausgang,

er allerdings durch den Seitenausgang. Warum?

Vielleicht wollte er Hilfe holen.

Laut Plan führt der Weg in eine Sackgasse.

Er verlässt den Raum zuallererst durch einen Seitenausgang,

kommt wenige Augenblicke später wieder rein

und geht jetzt erst durch den Haupteingang.

Ja, und?

Für die Funkverbindung der Bombe

wurde vermutlich ein Headset verwendet.

Ich verstehe es nicht.

Ich zeig's Ihnen mal.

So.

Hier trägt er ein Headset.

Und hier ist es weg.

Vielleicht hat er's weggesteckt.

Oder er hat's weggeschmissen.

Moment.

* Spannende Musik *

Pfeiffer. Sind Sie noch in der Nähe des Theaters?

Dann gehen Sie mal zum Seitenausgang raus.

Wie sicher sind Sie?

Na ja, nicht hundert Prozent.

Aber man muss mindestens 20 bis 30 Apotheken abklappern,

um alle Komponenten zu finden.

Und wenn man alle auf einmal kauft, ist das schon sehr auffällig.

Danke.

Ich bin jetzt draußen.

(Pfeiffer) Ist da ein Versteck? Ein Mülleimer oder Gebüsch?

Nein, hier ist gar nichts.

Sicher? - Sicher.

Frau Pfeiffer. - Ja, eine Sekunde.

Mensch, das glaub ich doch jetzt nicht.

Es könnte sein, dass uns Celina den richtigen Hinweis gegeben hat.

Celina? Wollen Sie mich verarschen?

Danke.

Wir haben den Zünder.

Herr Bronski?

Ja, bitte?

* Unheilvolle Musik *

Sie haben den Saal mit Ihrem Headset verlassen

und kommen da wieder ohne rein.

Na ja, es war Panik, ich hab's wahrscheinlich verloren.

Vorher haben Sie damit die Bombe gezündet.

Das ist Schwachsinn.

Wir nutzen die Headsets zur Kommunikation.

Sie wollen uns für dumm verkaufen?

Wir haben das Headset in einem Gully beim Theater gefunden.

Sie haben Herrn Gruber gehasst.

Er hat sie bei der Kulturbeauftragten ausgebremst,

und damit ist Ihr Traum von der Selbstständigkeit zerplatzt.

Das ist Ihnen sehr nahe gegangen,

weil Herr Gruber Sie ständig runtergeputzt hat.

Sie wären schon gegangen,

aber Sie hätten kein Geld für Ihre Projekte bekommen.

Sie haben eine blühende Fantasie.

Und Sie sind sehr, sehr, sehr hübsch.

Sie sollten mal ins Theater gehen. Vorsicht, ja?

Daniel. Und?

Das ist übrigens Ihr Headset.

Auf dem wir interessanterweise

Spuren des verwendeten Sprengmittels gesichert haben.

Wir können beweisen, dass mit Ihrem Headset

der Sprengsatz in der Partitur gezündet wurde.

Sie hofften, dass das Headset in die Saale schwimmt,

aber Sie kennen sich mit den Körben in der Kanalisation nicht gut aus.

Herr Bronski, wir nehmen Sie fest

wegen des Verdachts des Mordes an Nicolas Gruber.

Bitte was? - Abführen.

Ich begreif's, ihr... ihr, ihr wollt einen Bauernopfer haben!

Was? Bitte, wie bitte?

Ich hab's... aua, ich hab's nicht getan!

Im Nu bin ich wieder draußen.

Ihr habt nichts gegen mich in der Hand.

Kann ich dich fahren?

Nein, geht schon.

Ich hab mir gedacht, jetzt, wo der Vater des Babys tot ist,

dann könnte ich doch...

Tot? Wie, wieso tot?

Es tut mir sehr leid.

Nico war bestimmt manchmal auch ein sehr netter Mensch und...

Du dachtest, Nico ist der Vater?

Nicht?

Was, nein!

Entschuldige, ich hab gedacht, so beim Theater,

eine hübsche Schauspielerin, ein erfolgreicher Regisseur,

dass man da... - Nicht dein Ernst.

Wer ist denn der Vater des Babys?

Spielt keine Rolle mehr. - Okay.

Tschüss. - Tschüss.

Dachtest du, dass ich es war? - Nein, niemals.

* Sanfte Musik *

Geburtstermin ist in drei Monaten.

Mach's gut, Kleene.

Hey.

Was gibt's bei dir?

Ein saftiges Steak mit ganz vielen Zwiebeln.

Also bei mir gibt es heute Süßkartoffel-Curry

mit Kokos-Erdnuss-Soße.

Bringt dich wenigstens nicht zum Weinen.

Steht dir aber.

Hey Leute, haben wir noch ein bisschen Weinchen da?

Nein, haben wir nicht, das ist mein Fehler.

Ich wollte eh welchen holen. Ah, okay, ich komm mit.

Äh, wollt ihr auch was? Zu Vino sag ich nie no.

Oh Gott.

Boah, ich bin echt so erleichtert,

dass es Frau Pfeiffers Tochter nicht war.

Ich hätte nicht gedacht, dass Bronski der Täter ist.

Nur blöd, dass wir kein Geständnis von ihm haben.

Egal, der Kaiser meint, das reicht für eine Verurteilung, von daher:

Darauf, dass Frau Pfeiffers Tochter unschuldig ist.

Ja.

Das haben wir echt gut gemacht.

Dass wir das Headset gefunden haben, hat ihn überführt.

Es waren überall seine Fingerabdrücke drauf.

Selbst, wenn Bronski weiterhin alles leugnet,

die Beweise gegen ihn sind zu stark.

Ja. Wir sind einfach zu gut.

* Unheilvolle Klänge *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024

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