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Original subtitles

Ich hatte in meinem Leben schon eine Menge blöder Ideen,

diese war aber wohl schon immer da,

irgendwo in meinem Hinterkopf.

Ich dachte, sie wäre mir eingefallen, als man mir das erste Mal das Herz brach.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, war das eigentlich viel früher.

Vielleicht als ich in meinem Kopf

kleine Mädchen von Frauen nach und nach unterscheiden konnte.

Vielleicht als ich angefangen habe zu lesen.

Oder als ich meinen ersten Roman geschrieben habe.

Oder vielleicht einfach bei meinem ersten Mal.

Sie fragen sich bestimmt,

was eine junge Frau wie ich an einem solchen Ort macht?

Das ist eine gute Frage.

Und eine gute Geschichte.

Denke ich zumindest.

Es begann vor anderthalb Jahren, als ich mit meinem besten Freund

nachts eine breite Straße in Berlin entlangschlenderte.

Du bist komplett irre, Emma!

Ich kenne dich in- und auswendig. Das wird dir gefallen.

Vertrau mir doch!

Schau, wir sind da. - Emma, guck dir das an!

Die Deutschen sind krass!

Links der Psychotherapeut, rechts die Nutten!

Komm!

Du redest, einverstanden?

Wir erzählen, dass wir unseren Hochzeitstag feiern.

Nein. Du wolltest kommen, du redest. - Okay.

Du hast keinen Ehering, die werden uns durchschauen!

Meinst du, die achten auf so was? Bist du wahnsinnig?

Ich kann das nicht. Ich hab keine Lust.

Stéphane, komm zurück!

Kannst du nicht schlafen? - Nein.

Was ist?

Du kennst mich doch.

Bevor du kamst, bin ich vor Einsamkeit gestorben.

Jetzt, wo du hier bist,

brauche ich meinen Freiraum.

Es ist nicht leicht, dich zu lieben.

Mein armes kleines Mädchen.

Das wird eine teure Psychoanalyse.

Blödmann.

Hallo! - Hallo!

Ist Stéphane nicht da?

Nein, er ist zurück nach London.

Ist es nicht ätzend, mit deinem besten Freund zu schlafen,

und zu wissen, dass er jetzt bei seiner Frau ist?

Nein. - Reichst du mir bitte ein Messer?

Nein, gerade deswegen funktioniert es zwischen uns.

Ja. Danke.

Ich habe so gut geschlafen.

Ach ja? - Ja, ich fühle mich sauwohl hier.

Ich habe allerdings etwas Seltsames geträumt.

Du hast ein Buch signiert.

Da war eine lange Schlange von Menschen,

aber du hast nicht dein Buch signiert.

Es war die Geschichte Polens.

Die Geschichte Polens? - Ja, ich schwöre.

Mit deinem Namen auf dem Einband. - Und ich habe es signiert?

Ja, einfach so. Als wäre es ganz normal.

Ich weiß nicht, was verstörender ist:

dass ich die Geschichte Polens geschrieben habe, oder dass Leute

Schlange gestanden haben, damit ich das Buch signiere.

Übertreib nicht. Dein letztes Buch war doch erfolgreich.

Ja, klar...

Du wertest dich selbst ab,

weil du noch kein Thema für das nächste Buch hast.

Wir sind ein seriöses Haus.

Wir sind hier alle Professionelle.

Ich verstehe.

Ist es Ihr erstes Mal?

Mein erstes Mal?

Haben Sie sich schon mal prostituiert?

Ja.

Ich meine, ja, natürlich.

Sind sich wirklich Französin?

Ja, klar.

Haben Sie in Berlin gearbeitet?

Nein, ich bin erst vor kurzem hierher gezogen.

Und der Boss, ist er nett?

Der Boss rührt die Mädchen nie an.

Wir sehen ihn äußerst selten.

Er kann uns aber sehen.

Haben Sie sich einen Namen ausgesucht?

Einen Namen?

Sie können Ihren eigenen Namen nicht benutzen, Emma.

Justine.

Justine. Gut.

Schreiben Sie Ihren Namen darauf.

Wir suchen für Sie einen leeren Spind, und Sie bringen ein Schloss, okay?

Mika, zeig dem französischen Mädchen Bade- und Schminkzimmer,

und gib ihr ein paar Schuhe.

Na los.

Sie können den hier haben.

Ich möchte, dass Sie nach jedem Freier duschen, okay?

Zumindest das Bidet benutzen.

Und verwenden Sie nicht zu viel Seife, die reizt die Haut.

Komm mit. - Ja.

Also eine Stunde, Sie können zweimal kommen.

Für Extras sind es 20 Euro mehr.

Für Küsse auf den Mund oder einen Blowjob ohne Kondom

sind es auch 20 Euro mehr.

Aber nicht bei Justine, die macht das nicht.

Nein, eine Stunde zum Normaltarif ist in Ordnung.

Ja. Danke schön.

Folgen Sie mir.

Danke.

Kommen Sie rein.

Soll ich Musik anmachen?

Nicht unbedingt.

Champagner vielleicht? Sind nur 20 Euro extra.

Nein, ist schon okay. Komm her.

Setz dich auf mich.

Schau mich an.

Ja, so.

Das ist saugefährlich!

Nein, das ist nicht gefährlich. Wir brauchen das Geld, oder?

Willst du mich verarschen? - Weg da!

Verkauf doch Klamotten oder geh kellnern, wie alle anderen!

Ich will seit langem darüber schreiben.

Deswegen muss ich wissen, wie das abläuft.

Ich muss Freier treffen, mit den Mädels reden...

Das Thema ist gut für ein Buch,

aber du kannst Nutten kennenlernen, ohne dich zu prostituieren.

Und in Berlin ist das echt nicht schwierig.

Ich sagte doch, ich will es tun.

Verdammt!

Du und ich haben nicht den gleichen Bezug zum Sex.

Ist auch in Ordnung.

Du musst mich nicht verstehen, aber beurteile mich nicht.

Ich beurteile dich nicht, das weißt du. Aber...

Ich bin deine Schwester. Ich darf mir doch Sorgen machen, oder?

Emma, Sex zu mögen

und darüber reden zu wollen, wie du es in deinen Büchern tust,

was selten vorkommt und was ich wirklich toll finde, ist eine Sache.

Aber Nutte werden, ist eine andere Sache.

Was ist, wenn Mama das erfährt?

Sie muss es ja nicht erfahren.

Sind wir uns einig?

Sind wir uns einig? - Ja, ja.

Wenn du dieses Buch schreibst,

wird es dich dein Leben lang verfolgen.

Die Leute sehen dich dann nicht bloß als Autorin,

sondern auch als Nutte, für immer.

Vielleicht will ich nicht "bloß" Autorin sein, wie du sagst.

Ich tu das nicht, um zu gefallen.

Mir ist egal, was die Leute denken.

Ach ja? - Ja.

Wo willst du hin?

Nach Hause.

Denkst du, dass die Mädchen hier nicht gastfreundlich sind?

Der Typ dort schaut dich an. Worauf wartest du?

Hallo, ich bin Justine. - Hallo.

Aus Paris. - Ich bin Mark, aus Oregon.

Angenehm.

Warum bist du in diese Branche eingestiegen?

Du bist dafür viel zu gut.

Du bist wie ein Traum.

Ein Traum, der Miete zahlen muss.

Eigentlich bin ich Autorin.

Ich will ein Buch über Bordelle und Lust schreiben.

Aber das ist ein großes Geheimnis, okay?

Das darf niemand erfahren.

Okay, ich erzähle es keinem weiter.

Du kannst mir vertrauen.

Was führt dich hierher?

Meine Freunde haben mich mitgeschleppt.

Ich bin vor sechs Monaten Vater geworden.

Ein Junge.

Glückwunsch.

Und meine Frau...

erträgt es nicht mehr, dass ich sie berühre.

Ich liebe sie.

Innig.

Aber ich vermisse das...

so sehr.

Ich verstehe.

Na komm.

Leg dich hin.

Tut mir leid.

Tut mir leid.

Wir hätten nie dorthin gehen dürfen.

Denkst du, ich habe das wegen unserer blöden Wette getan?

Du kennst mich besser als das, Stéphane.

Was machst du?

Gehe mit dem Hund Gassi.

Ich geh rein, mir ist kalt.

Was? - Ich geh rein, mir ist kalt.

Hörst du mich? - Ja, ich höre dich.

Das ist eine blöde Idee, Emma.

Es gibt einen Unterschied zwischen gerne ficken und Hure sein.

Warum sollte ich mich nicht sorgen?

Du bist Autor, du verstehst das doch, oder?

Aber ein Autor ist kein Journalist.

Schreiben ist nicht berichten, schreiben ist erfinden.

Wir können das lange diskutieren.

Die meisten meiner Freier waren...

ganz normale Menschen, weißt du?

Ein bisschen kahl, mit Ehering, und sie ficken ganz normal.

Hör zu, ich weiß nicht, ob ich das alles hören will.

Warum betrügt man seine Frau

und fickt dann in der Missionarsstellung?

Wenn du deine Frau mit mir betrügst, dann ist es lustig.

Okay, ich will nicht, dass du mir darüber erzählst.

Komm, du bist der Einzige, der das verstehen kann.

Einen meiner Freier fand ich äußerst charmant.

Ist seltsam, aber es ist viel schwieriger, mit einem attraktiven Freier zu sein.

Magst du sie lieber hässlich?

Mutter Teresa! Das wird ja immer besser!

Nein, im Ernst. Ich wollte ihm gefallen, und das verwirrte mich.

Ich habe mich ihm anvertraut, hab's vermasselt.

Erzählte ihm, dass ich ein Buch schreibe.

Siehst du, du glaubst immer noch an die Liebe.

Idiot.

Der Boss ist mit dir nicht zufrieden.

Er meint, du verbringst mehr Zeit mit deinem Notizbuch

und schreibst, was auch immer, als dich um die Freier zu kümmern.

Das gefällt ihm nicht.

Okay, tut mir leid. Ich habe nur gewartet.

Wie alle Mädchen mit ihren Handys...

Pass auf, Justine.

Er gibt dir eine zweite Chance, aber nur,

weil es chic ist, eine Französin hier zu haben.

Tut mir leid, hier ist Rauchen verboten.

Sie... Sie dürfen hier nicht rauchen.

Oh, ich tu es nicht ohne Kondom.

Ich kann ein anderes Mädchen holen. - Nein, nein.

Kokain.

Nein, tut mir leid, das ist verboten. - Machst du die Lines?

Nein, das geht nicht. - Ich mache die Lines.

Eine für dich, eine für mich. - Nein.

Sie dürfen hier keine Drogen nehmen, okay?

Es ist hier verboten.

Hören Sie. Ich rufe die Hausdame, okay?

Du machst mich stinksauer, verstehst du?

Ich bin der Boss, du bist mein Mädchen.

Eine für dich.

Bitte schön. - Ich nehme... Ich nehme kein Kokain.

Jetzt.

Kannst du das alles auch?

Jetzt reicht's!

Ich habe vor fünf Minuten gesagt, dass es vorbei ist.

Ich nehme noch eine. Noch eine Stunde.

Sei still!

Und ich will auch noch Koks!

Nein, das machen wir nicht, mein Herr.

Ich kenne den Chef schon.

Bring ihn her! Hierher! - Nein.

Jetzt! - Der Chef kommt nicht in die Zimmer.

Hören Sie auf zu schreien, oder wir müssen Sie rausschmeißen.

Wo ist der Chef?

Ruhig bleiben!

Was?

Ich kann nicht schlafen. Geht es dir gut?

Ich weiß nicht. Nicht wirklich.

Siehst du, ich hab's geahnt. Ich mache mir Sorgen, Emma.

Nein, brauchst du nicht.

Was ist los? Was ist passiert?

Nichts. Ein Verrückter hat mich gezwungen, eine Line zu ziehen.

Verdammt! Das darf doch nicht wahr sein!

Ich bin high. Das gefällt mir nicht.

Bitte, hör damit auf.

Das ist nicht der richtige Ort.

Die Mädels ignorieren mich völlig.

Es gibt wohl ein anderes Bordell, das viel besser sein soll.

Spinnst du? Ich kann kaum schlafen, seit du das machst.

Jetzt sagst du mir, dass ein Typ dich missbraucht hat!

Verdammt!

Hat er nicht. Wir haben nicht mal gefickt.

Das geht zu weit, Emma. Warum bestrafst du dich selbst?

Tu ich nicht, ich arbeite.

Ich will ehrlich über diese Erfahrung schreiben,

in einer Welt, die viel zu sehr von Fantasien geprägt ist. Das werde ich tun.

Okay, wenn das deine Beweggründe sind,

dann hör auf, dich zu verstecken, und ruf deinen Verleger an.

Erzähl ihm von deinem neuen Buch. Ich werde es ihm nicht sagen.

Hör auf mit "dein Verleger"!

Er ist auch dein Verleger!

Ich rufe diesen Idioten nicht an, denn im Gegensatz zu dir

bat mir unser Verleger weder eine Anzahlung

noch einen Vertrag für mein nächstes Buch an, und ich bin pleite!

Okay, Emma. Ich kann dir helfen, wenn du magst.

Du gehst mir auf den Sack, Stéphane!

Emma...

Hi.

Morgen, Inge.

Guten Morgen.

Dorothée?

Magst du Kaffee? - Nein, danke, Süße.

Ich versuche, Aufputschmittel zu meiden.

Gehst du schon?

"Schon"? Ich bin seit heute Morgen neun Uhr da.

Und ich war dreimal im Studio.

Das ist hart.

Arganöl!

Das ist aus meiner Heimat. - Ich weiß.

Du machst Zitronenöl rein.

Ja, das soll gegen Cellulitis Wunder wirken.

Deine Freier werden deinetwegen stinken.

Ach, diese blöden Regeln interessieren mich nicht mehr.

Diese Idioten sollten lernen, sich zu waschen,

bevor sie nach Hause gehen. Selber schuld.

Okay, ich probier's aus.

Du auch, Justine?

Nein, danke. Ich habe keine Cellulitis.

Oh, du hast keine Cellulitis...

Diese französische Bitch!

Französinnen machen lieber ihr Gehirn sexy als ihren Arsch.

Bist du morgen da?

Oh Gott, nein.

Ich brauche eine Pause am Wochenende. - Hey, Mädels.

Ich habe nächste Woche nur Nachtschichten im Krankenhaus.

Ach, und Hans kommt am Samstag nach Hause.

Geht's ihm besser?

Besser... Ich weiß nicht.

Er macht Fortschritte. Er hat noch eine Woche Reha,

also habe ich uns ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht.

Ich hoffe nur, dass ich am Wochenende Lust auf Sex haben werde.

Weißt du?

Wenn ich ein paar Tage frei habe, habe ich in den Hüften, im Rücken,

am ganzen Körper höllische Schmerzen.

Wenn der Schmerz geht, fühlt es sich so gut an,

dass Ficken das Letzte ist, worauf ich Lust habe.

Das wird schon, mach dir keine Sorgen.

Bist du morgen da?

Ja.

Tschüss, Mädels. - Tschüss.

Es riecht hier aber stark nach Zitrone!

Keine Ahnung, was das ist.

Justine, deine Verabredung ist da. Du kannst mit ihm ins rote Zimmer.

Das Zimmer gefällt mir.

Es ist nicht mein Lieblingszimmer.

Ist aber trotzdem einladend.

Margaret hat mir erzählt,

du warst im Krankenhaus.

Hat sie das?

Ja. Sie hat sich Sorgen gemacht.

Ich hatte eine Herz-OP.

Lag zwei Wochen im Bett.

Aber jetzt fühle ich mich besser.

Auch wenn ich ein bisschen traurig bin.

Warum?

Weil ich arbeitslos bin.

Ich langweile mich

und habe nicht so viel Geld, daher komme ich seltener.

Ich verstehe.

Spreiz deine Beine.

Ich habe letzten Monat meinen Vater begraben.

Scheiße.

Das tut mir leid.

Als ich auf den heruntergehenden Sarg schaute,

dachte ich: "Ich bin der Nächste."

Aber in meinem Kopf bin ich immer noch fünfzehn.

Nur dass jetzt mein Vater tot ist,

und ich habe keine Freundin und keine Kinder.

Vielleicht ist es an der Zeit, sich mit einer Frau niederzulassen.

Ihr seid alle meine kleinen Frauen.

Du könntest uns trotzdem besuchen kommen.

Spreiz deine Beine.

Bist du heute viel gefickt worden?

Viermal.

Schau, wie hübsch das ist!

Die Hölle!

Das scheuert und geht in den Arsch rein.

Mir gefällt's.

Du solltest die Dessous der Mädels sehen. Unglaublich.

Ist schon das perfekte Klischee der Kurtisane.

Tja, Madeleine, wir werden dafür bezahlt.

Ist also nichts mit Calvin-Klein-Boxershorts.

Zumindest wärst du anders.

Ehrlich gesagt,

würde ich sowas vorziehen.

Zeig mal.

Ich finde das interessanter.

Gefällt mir. - Das gefällt dir?

Probiere es an.

In Ordnung.

Dafür probierst du das an.

Nie im Leben, das ist furchtbar.

Traust du dich nicht? - Das ist hässlich.

Madeleine... - Du nervst.

Du enttäuschst mich.

Komm schon! - Probieren wir sie an.

Danke.

Hast du uns vermisst, Doc?

Fürchterlich, meine liebe!

Was können wir heute für dich tun?

Überrascht mich.

Meine schönen Löwinnen!

Nein, weitermachen. Ich will euch ficken sehen.

Hildie. Kümmer dich um Justine, bitte.

Schöne Schlampen.

Das war gut, na? - Ja.

Doc, kannst du mir ein neues Rezept für die Pille ausstellen?

Ja, natürlich. - Danke.

Nimmst du "Diane-35"? - Ja.

Ich verschreibe sie dir. - Danke.

Das ist Delilah.

Unverwechselbar.

Du bist gut!

Bitte schön, Justine. - Vielen Dank.

Der Doktor hat mit euch beiden einen Termin nächste Woche ausgemacht.

Er ist ein solcher Gentleman.

Wären sie nur alle so wie er.

Von wegen Gentleman, er ist verheiratet.

Na und?

Ich werde nie heiraten.

Sag niemals nie, Liebes.

Vertrau mir, ich weiß, wovon ich rede.

Langer Tag.

Ich bin kaputt.

Ich war wohl zu großzügig.

Ich habe ihm mehr gegeben als das, wofür er bezahlt hat.

Das klang auch so.

Echt?

Vielleicht ging ich zu weit.

Quatsch. Die kommen immer wieder mit Geschenken, Süßigkeiten, Blumen...

Schweine.

Erzähl mal.

Was machst du genau mit denen? - Na ja...

Ich weiß nicht mehr, wie es da draußen abläuft,

aber hier im Bordell wirst du penetriert oder du penetrierst.

Ich war es leid, begrapscht zu werden, also habe ich mich entschieden.

Die berühren dich gar nicht?

Auf keinen Fall, nein!

Ich bin da, um sie in ihren Phantasien zu leiten.

Es gibt viele Phantasien.

Das könnte ich niemals tun.

Weißt du, 80 Prozent der Männer wollen eigentlich sodomisiert werden.

Du erzählst ihnen eine Geschichte, die das rechtfertigt.

Mir gefällt das besser, als mich von sieben Männern am Tag ficken zu lassen.

Delilah, die Penetratorin!

Sie ist nur neidisch.

Sie kriegt eben keine Geschenke. - Und sie teilt nie.

Was glaubst du?

Dass du meine kleine Muschi spüren wirst?

Was ist so lustig?

Ist es das, was du willst?

Meine kleine Muschi an deinem Schwanz spüren?

Schau runter, wenn ich mit dir rede.

Du böser, unzüchtiger Junge. Schämst du dich nicht?

So, das ist die Geschichte vom Versager mit der heißen Lehrerin.

Und das funktioniert eigentlich mit allen Rollen: der Patient,

der schlechte Angestellte, der Ungläubige...

Egal wer. Hauptsache, er wird bestraft.

Leg dich auf den Boden.

Und was ich besonders mag,

ist, wenn ich über ihnen stehe.

So, dass sie wissen, wer der Boss ist.

Außerdem wollen die nur eins, dich anschauen.

Und das gibt dir einen Grund mehr, sie zu bestrafen.

Habe ich dir erlaubt, mich anzuschauen?

Entschuldige dich sofort.

Entschuldigung.

Entschuldigung?

Entschuldigung, wer?

Entschuldigung, Herrin.

Entschuldigung, Herrin. - Entschuldigung, Herrin.

Hast du keine Manieren?

Steh auf. Knie dich dorthin.

Du wirst die Hiebe mit mir zählen, bist du kapiert hast, wo du hingehörst.

Verzählst du dich, wird dein Arsch so blau sein,

dass du dich nicht zu deiner Frau nach Hause traust.

Und dabei...

zählt nicht die Kraft, sondern die Absicht.

Es zählt immer nur die Absicht.

Das ist das Vorspiel.

Es dauert eine halbe Stunde, bis sie in Stimmung sind.

Und in der zweiten halben Stunde...

tust du das, wofür sie gekommen sind.

Du fickst sie in den Arsch.

Ich biete es ihnen gern an.

Anfangs sind sie schüchtern, und dann...

Immer mit Gleitmittel, Kondom.

Wenn sie draufzahlen, machst du das Ding an deinen Gürtel fest.

Das war's dann.

Das Wichtigste ist, solange du es nicht erlaubst,

dürfen sie nicht kommen.

Dann lässt du sie deine Muschi oder deinen Arsch riechen, aber nicht zu nah.

Oder du lässt sie deine Finger riechen. Dann...

platzen sie regelrecht.

Das ist unglaublich.

Das ist ein ganz anderer Beruf.

Ja, Schätzchen.

Das ist Theater spielen.

Ich spiele eine Rolle.

Ich könnte das nie so gut wie du. - Aber sicher.

Mit deinem Namen und deinem süßen französischen Akzent.

Da ist nicht genug Soße drin.

Maruan! Kräutersoße, bitte.

Danke.

Ja, schon besser. Ich liebe viel Soße.

Hallo.

Hast du Hunger?

Ist noch Risotto übrig. - Nein, danke. Hab schon gegessen.

Ich bin fertig. Ich gehe ins Bett.

Warum hast du die Miete wieder bezahlt?

Ich hab jetzt einen Job, ich wollte diesen Monat zahlen.

Schon gut. Ist doch egal. - Nein, mir ist es aber nicht egal.

Ich will nicht auf Pump leben,

weil meine Schwester mit ihrem Arsch viel Geld verdient.

Das war aber richtig fies.

Ich dachte, du hättest dich damit abgefunden.

Verdammt, du wolltest das ein paar Wochen machen,

jetzt sind es schon sechs Monate.

Ich sehe dich nicht schreiben. - Muss ich dir Rechenschaft ablegen?

Ich will nur wissen, warum du weitermachst.

Gefällt es dir?

Was wäre daran so schlimm?

Ich mache weiter, weil mir der Ort ans Herz gewachsen ist.

Die Mädels auch.

Ich bin verrückt nach dieser Macht,

die ich über diese Typen habe, die mich bezahlen.

Und ich mag es, Geld zu haben, das beruhigt mich einfach.

Eigentlich versteckst du dich.

Du hast Angst vorm Schreiben und vor echten Beziehungen zu Männern.

Das Bordell ist der perfekte Vorwand. - Du bist genau wie Mama.

Wenn es dir so wichtig ist, warum sagst du es ihr nicht?

Ich ertrage die Lügerei nicht mehr, das ist unfair.

Wenn du das Buch tatsächlich schreibst, wird sie es ohnehin erfahren.

Findest du das eine gute Idee? - Warum sagst du sowas? Natürlich!

Ich finde es nicht lustig, Prostitution und Bordelle zu verherrlichen.

Das ist kein toller Beruf, verdammt!

Du weißt nicht, was ich schreibe! Klappe! - Weil du weißt, was du schreibst?

Du hast nichts geschrieben! Du machst nur Notizen, seit Monaten!

Bist du dir deiner Verantwortung bewusst?

Stell dir vor, ein Mädchen liest dein Buch,

sie möchte es dir gleichtun, und sie wird abgeschlachtet.

Wie würdest du dich dann fühlen?

Das ist eine Geschichte, Madeleine.

Es ist eine Erzählung.

Ich verherrliche gar nichts.

Ich rede von diesem Ort,

von meiner Erfahrung,

von meinen Gefühlen,

von meiner Lust.

Behandle mich nicht wie eine Idiotin.

Gehen wir aus.

Komm, wir gehen aus!

Nachts gehe ich fort

Ich lüge, wenn ich schreie

Ich schreibe ohne Reue

Die letzte Nacht

Nachts im Wald

Du spürst das Gewehr

Plötzlich bist du wiedergeboren

Aus dem letzten Regen

Guten Morgen!

Ich hab gestern zu viel getrunken. Ich hab Kopfweh.

Warte, ich gebe dir was von meinem Wundermittel.

Hallo.

Alles klar?

Ja, und bei dir?

Bitte schön. Zitrone, Honig und Ingwer.

Du wirst sehen, das ist der Hammer. - Vielen Dank.

Was ist mit mir? - Da ist jemand neidisch!

Hast du Kopfschmerzen?

Sie ist neidisch. - Das weißt du nicht.

Habt ihr die Eigentümerin schon mal getroffen?

Nein, noch nie.

Aber du weißt, sie war mal Prostituierte.

Deshalb geht es uns hier so gut.

Woanders ist das nicht so, das sag ich dir.

Ja, das ist wahr. Hier fühlt man sich freier.

Darum vergammeln wir alle hier.

Warum bist du hier?

Ich meine, warum bist du nach Berlin gezogen?

Weil ich... Liebeskummer hatte.

Ich brauchte einen Tapetenwechsel.

Liebeskummer ist heftig. Nicht wahr, Delilah?

Keine Ahnung.

Von wegen. - Was hast du in Paris gemacht?

Hör auf, die Kleine auszufragen!

Sie sagte, sie hat Kopfweh!

Sie stellt uns allen doch auch andauernd Fragen.

Ich darf mich doch interessieren!

Ja, aber sie kann neugierig und gleichzeitig diskret sein.

Du bist echt nervig! - Du bist nervig!

Das ist dein Problem, Delilah.

Im Leben und bei deinen Freiern weißt du nie, wann du aufhören sollst.

Sollen wir vergleichen, was wir wöchentlich verdienen?

Willst du wissen, was ich in deinem Alter verdient habe?

Hallo?! Man hört euch bis in die Waschküche!

Und Brigida, deine Verabredung ist da.

Schon wieder?

Warum kommen die so früh?!

Wenn du dich nicht streiten würdest, wärst du auch rechtzeitig fertig.

Du nervst, Inge!

Jetzt gibt's einen Blowjob vor dem Kaffee.

Justine, da ist ein Franzose, der weder Deutsch noch Englisch spricht.

Ich brauche deine Hilfe.

Ich bin nicht fertig.

Dann beeil dich!

Mann, das wird ein langer Tag.

Wie geht es dir? - Gut. Und dir?

Sie haben es schon mal getan, oder?

Ja. Na ja, ein bisschen.

Halbwegs.

Was heißt "halbwegs"?

Na ja, das ist... schon lange her.

Aber eins ist sicher: mit den Fingern...

Ich glaube, das kann ich.

Aber mit dem Rest bin ich mir nicht sicher.

In Ordnung.

Sie werden sehen, das ist nicht kompliziert.

Gut.

Kommen Sie.

Also...

Wir fangen mit den Fingern an. In Ordnung?

Zeigen Sie mir, was Sie können.

So, wie Sie es für richtig halten. Was Sie inspiriert.

Nur zu.

In Ordnung.

Nun, ich denke, Sie haben es mit den Fingern verstanden.

Soll ich aufhören?

Sie sind hier, um das Lecken zu lernen, oder?

Ja.

Irgendwann müssen Sie loslegen, Hermann.

Soll ich?

Nur zu.

Dann mal los.

Hermann. - Ja?

Es gibt nicht nur die Klitoris.

Wirklich. Sie können überall lecken, da ist genug zu tun.

Auch darunter.

Aber...

Darunter ist auch was?

Das ist kein Ausmalen.

Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie über den Rand gehen.

Gut.

Gut.

Seien wir ehrlich, Hermann. - Ja?

Sie langweilen sich.

Nein. Sie etwa?

Ich langweile mich nicht wirklich, aber...

Ich habe das Gefühl, dass Sie alles verkehrt herum machen.

Meine Güte!

Warum wollen Sie das lernen?

Weil...

ich eine Freundin habe.

Und... - Verstehe.

Ein guter Grund, reicht aber nicht aus. Es muss auch Ihnen gefallen.

Und das...

Tut mir leid, aber...

Ich habe nicht den Eindruck, dass es Ihnen gefällt.

Hermann, schauen Sie mir in die Augen.

Törnt es Sie wenigstens ein bisschen an?

Ich tu es, um zu gefallen.

Das ist das Problem.

Hören Sie. Sie müssen eins über Frauen verstehen.

Ja?

Wenn es Sie nicht antörnt,

törnt es uns auch nicht an.

Es muss Sie mitreißen.

Verzeihung, aber dabei schläft man ein.

Aber die Klitoris... - Ja, die Klitoris...

Es ist gut, das Konzept zu kennen. Aber man spürt nichts,

wenn Sie mit der Zungenspitze lecken, als wollten Sie sich nicht beschmutzen.

Stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen so mit zwei Fingern einen runterholen.

Verstehe. Ja, hab verstanden.

Vielleicht ist es für Männer einfacher, aber wir Frauen wollen eure Lust spüren.

Und Ihre Lust... kommt durch solche Kleinigkeiten.

Ihre Hand hier, zum Beispiel. Die macht gar nichts.

Legen Sie sie auf meinen Bauch.

Ja.

Man muss sich die Begeisterung bewahren.

Das ist wichtig.

Ich bin mir sicher, wenn ich jetzt das Gleiche mit Ihnen machen würde,

hätten Sie nicht den Eindruck, dass ich gar keine Lust dazu habe.

Soll ich es Ihnen zeigen?

Ja, gerne.

Legen Sie sich hin.

Ja...

Ich glaube, ich verstehe, ja.

IAN HAT DIR EINE NEUE NACHRICHT GESCHICKT

Sie sehen wirklich nicht gut aus. - Nein, ich fühle mich krank.

Barfuß... Zurück ins Bett.

Wo kann ich mir die Hände waschen? - Folgen Sie mir. Hier lang.

Sagen Sie "ah".

Sie haben eine schöne Mandelentzündung.

Nehmen Sie gleich zwei davon. Das ist ein Antibiotikum, ja?

Bitte schön.

Ich verschreibe Ihnen Probiotika für Ihren Magen.

Vielen Dank, wirklich. - Das ist für Sie.

Sie sind sieben Tage krankgeschrieben.

Sie müssen sich ausruhen, ja?

Was schulde ich Ihnen?

Sie schulden mir nichts.

Sie sehen auch im Pyjama hübsch aus, wissen Sie?

Bleiben Sie sitzen. Ich finde den Weg alleine raus.

Und keine Sorge,

ich werde Ihre Adresse vergessen.

Tschüss.

Du siehst viel besser aus. - Ja, es geht mir auch besser.

Es ist noch Suppe da.

Ich komme nicht so spät nach Hause. - Okay, danke.

Emma, ich will nicht nerven, aber ruf Mama zurück.

Sie macht sich Sorgen. Sie weiß, dass du krank bist...

Ja, später. Ich hab gerade Halsschmerzen.

Chattest du mit dem Kerl auf Tinder? - Nicht doch.

Hör auf, ich kenne dich doch. - Aber nein!

Wir unterhalten uns nur. Wir wollen ja nicht heiraten.

Ja, und du willst nicht ficken, weil das dein Beruf ist.

Er lindert nur deine Langeweile diese Woche.

Genau.

Wie ist er so, dieser...

Ian. - Wir lieben Ian!

Zeig ihn mir. - Hier.

Ja!

Er sieht charmant aus, dieser Ian. - Du bist so nervig.

Ab mit dir. Du kommst noch zu spät.

Viel Spaß. - Ja, danke.

Ian?

Emma.

Wie geht's? - Mir geht's gut. Und dir?

Auch gut.

Es regnet.

Was...

Komm.

Ist das eine Gewohnheit von dir? - Was denn?

Nimmst du alle Mädchen gleich am ersten Abend mit in den Park?

Eifersüchtig? Jetzt schon? Verdammt!

Pass auf.

Du sprichst gut Französisch.

Nicht wirklich, ich habe viel...

Achtung, der Wächter! - Scheiße!

Schnell!

Warte.

Ich will dich spüren.

Komm her.

Du bist so schön.

Lächerlich. Romantisch, aber lächerlich.

Und...

ich bin in dem Moment aufgewacht, was gut war.

Die Tortilla ist fertig, Mädels!

Oh mein Gott, ja!

Das sieht toll aus!

Bitte, Margaret, hilf mir mit den Tellern. Los!

Unglaublich. Es riecht unglaublich, Brigida.

Mit extra Zwiebeln, um die Herren zu erfreuen.

Oh ja, ich liebe es!

Ja. Ich will das größte Stück. Ich bin am Verhungern!

Bitte schön. Das ist für dich, mein Schatz.

Warum massierst du dich mit Zitronenöl,

wenn du danach wie ein Schwein frisst?

Das macht keinen Sinn.

Hans liebt mich so, wie ich bin.

Und die Freier lieben deine Kurven auch.

Welchen Kurven? - Cherita!

Danke! Das ist göttlich!

Das ist für mich, das ist für Inge.

Danke.

Weißt du, meine Liebe, ich bin im Rentenalter.

Ach komm.

Rate mal, was ich jetzt tun möchte?

Mein Traum.

Was?

Ich will Privatköchin der Mädels sein.

Oh Gott, ja! Ich stimme zu!

Das ist mein Traum. Ist eine gute Idee.

Ich meine es ernst. Denk mal drüber nach.

Ich denke drüber nach.

Das Problem bei unserem Job ist, dass es kein Rentenalter gibt.

Ich finde es viel weniger tragisch, hier zu sein und Tortillas zu essen,

als sich bei einem anderen Job für ein beschissenes Gehalt abzurackern.

Das stimmt.

Im Ernst.

Das einzige, was eine Kassiererin einer Sexarbeiterin voraus hat, ist,

sagen zu können, was sie den ganzen Tag tut, ohne rot zu werden.

Du bist eine solche Bitch, Justine.

Nein, ich denke, sie sagt nur laut, was alle denken.

Das stimmt. Ich habe zwei Jahre lang

zwei unterschiedliche "normale" Jobs ausgeübt.

Tagsüber und abends, sechs Tage die Woche.

Ich habe meine Tochter nie gesehen. Ich kam so müde nach Hause.

Die Nanny hat mir erzählt, was sie den ganzen Tag gemacht hat.

Und ich saß in dieser furchtbar stillen Wohnung

und habe Reste gegessen. Ein verdammt trauriges Leben.

Es war schrecklich.

Ein Scheißleben.

Das ist hart. - Dann begann ich, hier zu arbeiten.

Vier Tage die Woche. Stimmt's, Inge?

Und hatte Zeit für meine Tochter.

Ich sage euch, das war eine klare Sache.

Ja, aber du hattest Glück. Du hattest die Wahl.

Wir haben immer eine Wahl, cherita.

Es ist komisch, neulich dachte ich,

es ist seltsam, dass wir unsere Namen nicht kennen.

Und das werdet ihr nie.

Das erinnert uns daran, dass dies nicht das reale Leben ist.

Was? Tut mir leid, aber es ist so. Für mich ist es das reale Leben.

Seit Hans' Unfall reichen die Schichten im Krankenhaus nicht aus.

Realer geht es kaum noch. - Was Lorna aber sagen will, ist,

dass wir anders sind, wenn wir hier sind.

Es ist eine Parallelwelt.

Danke.

Eigentlich frage ich mich, ob wir hier...

nicht unser wahres Ich zeigen.

Was heißt das? Du bist eine echte Psychopathin?

Lieber nicht.

Wie auch immer, die Tortilla ist echt. Ich sag's euch.

Wieso willst du unsere Namen wissen, Justine?

Weil sie eine Detektivin ist.

Namen sind dir wichtig, was?

Ja. - Wie niedlich.

Wisst ihr, was mir wichtig ist?

Schöne Nägel.

Schaut euch diese kleinen Scheißer an.

Die Arschlöcher werden ordentlich blechen müssen,

um daran zu lutschen.

2,50 pro Zeh. Ich habe zehn davon.

Das ist eine Menge Geld.

Ist komisch, eine Frau im Männerraum zu sehen.

Ich weiß.

Sie ist hübsch, nicht? - So elegant.

Die Frau ist für dich, Justine.

Spiegelzimmer. Eine Stunde, normaler Preis.

Ich bin keine Lesbe, weißt du?

Ich bin auch keine Lesbe.

Ich war beruflich in Berlin und...

ich wollte es mal ausprobieren.

Ich dachte, das wäre wie... Ich weiß nicht.

...eine Blase.

Eine Blase ist schön.

Ich möchte dich küssen.

Darf ich?

Das sind 20 Euro extra.

In Ordnung.

Ich habe diese Bar vor knapp einem Jahr übernommen.

Ist also ganz neu.

Ist wirklich schön.

Danke.

Und du?

Was machst du beruflich?

Die Schicksalsfrage.

Ach, so schlimm?

Ich bin Autorin.

Ich habe zwei Romane veröffentlicht und schreibe an meinem dritten.

Was? Das ist...

Das ist genial! Bravo!

Um mein drittes Buch zu schreiben, arbeite ich als Hure in einem Bordell.

Aber...

Wirklich?

Es tut mir leid... Nein, entschuldige, ich...

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist...

ein bisschen verrückt, oder? - Ich weiß nicht.

Ich denke nicht. Eigentlich weiß ich es nicht.

Nein, es gibt Tage, an denen mir alles klar ist.

Ich habe das Gefühl, ich gehöre dazu

und fühle mich stolz.

Aber es ist...

Meinst du das ernst?

Ja. Die Mädchen, mit denen ich arbeite, sind großartig.

Ich könnte ihnen die ganze Zeit beim Erzählen ihrer Geschichten zuhören

und ihnen bei der Arbeit zusehen.

Ich weiß, das klingt komisch, aber ich habe das Gefühl,

dadurch dafür bezahlt zu werden, dass ich mein Buch schreibe.

Wow, das ist...

Bist du schockiert?

Soll ich gehen? Ich gehe.

Nein, bloß nicht.

Ich bin nur überrascht.

Ich verstehe.

Ian! Kannst du mal kommen, bitte?

Bin gleich wieder da.

Geh nicht.

Bitte geh nicht.

Als wir zusammen im Park waren,

hatte ich den Eindruck, dass es... dir wirklich gefallen hat.

Es hat mir wirklich gefallen.

Sehr sogar.

Deshalb will ich ehrlich zu dir sein.

Ich weiß nicht genau, wie ich dich befriedigen könnte.

Ganz im Gegenteil, Ian.

Im Gegenteil.

Im Bordell ist alles mechanisch.

Es ist was ganz anderes, wenn man es mit jemandem tut,

der dich nicht dafür bezahlt,

den du wirklich begehrst, nach dem du dich wirklich sehnst.

Ich hatte vergessen, wie gut das eigentlich ist.

Ich denke, Hure zu sein, verlangt viel Anmut.

Ich befriedige Menschen.

Ich tu etwas Gutes.

Aber ich bekomme nichts von dem zurück.

Wenn ich nach Hause komme, bin ich erledigt.

Verstehst du, was ich meine?

Oder hältst du mich für komplett durchgeknallt?

Ich möchte dir was Gutes tun.

Dir.

JEDES BORDELL HAT SEINE EIGENEN REGELN

Ich warne dich.

Ich traue dir nicht. Kein bisschen.

Ich weiß, dass das hier nicht dein Leben ist. Das sehe ich.

Du beobachtest uns, du stellst Fragen,

und keiner weiß irgendwas über dich.

Hör zu. Die anderen Mädels hier

haben vielleicht nichts zu verlieren, aber ich schon.

Dorothée, ich... - Ich habe die Notizbücher gesehen,

in deinem Spind.

Ja.

Ich weiß nicht, wer du bist.

Eine Scheißjournalistin oder was auch immer.

Pass einfach auf, was du tust.

Warte, Süße. Warum weinst du?

Delilah!

Was ist los?

Was ist los, Delilah?

Was ist los, Süße? - Fass mich nicht an!

Was ist passiert? Geht's dir gut?

Beruhige dich. Was hat er dir angetan?

Delilah...

Wo ist Inge, verdammt? - Keine Ahnung.

Sieh nach, wer ihr letzter Freier war.

Victor.

Sie kriegen hier Hausverbot! Haben Sie mich verstanden?

Wenn Sie sowas machen, dann kriegen Sie hier Hausverbot!

Haben Sie mich verstanden?

Ja? - Es tut mir leid.

Nein! Gehen Sie jetzt! Das reicht mir jetzt nicht!

Arschloch.

Bitte seien Sie respektvoll und gehen Sie jetzt!

Diese Typen machen mich krank!

Inge...

Rede keinen Unsinn.

Hier hat man zweifellos etwas verstanden, das wir in Frankreich ignorieren.

Aber nur weil solche Typen zu Nutten gehen,

heißt das nicht, dass sie keine Mädchen missbrauchen werden.

Das weißt du nicht.

Du aber auch nicht.

Kommst du voran?

Danke.

Ein bisschen. Es ist noch konfus.

Ich habe gut hundert Seiten Notizen. Irgendwann muss ich mich daransetzen.

Ich habe jemanden kennengelernt.

Ich glaube, ich bin dabei, mich zu verlieben.

Vielleicht ist es Zeit zu heiraten, eine Familie zu gründen?

Was bist du für ein Arsch?

Weißt du, was man hier sagt?

"Jedes Mal, wenn ein Mann heiratet, wird eine Hure geboren."

Die Deutschen sind krass!

Ich habe mich nie schmutzig gefühlt, weißt du?

Ja, ich weiß.

Das Problem kommt von den anderen.

Dieses Scheißmitleid, das Leute für Huren empfinden.

Warum kann eine Frau diesen Beruf nicht freiwillig ausüben?

Ja.

Ich sag nicht, dass Prostitution für die meisten Huren kein Albtraum ist.

Aber man muss auch denen zuhören, die sich dafür entschieden haben.

Du weißt, wenn ich mich anpasse, wie du sagst,

können wir uns nicht mehr sehen.

Ja, ich weiß.

Meine Mutter hat das immer gemacht. - Das geht gar nicht.

Das ist wie ein verdammtes Kindheitstrauma! Scheiße!

Ich erkenne das Trauma! - Ja?

Ja. - Danke. Das ist nett von dir.

Leute, nehmt weniger Wasser. Das kann man unmöglich so brennen.

Ansonsten sieht es gut aus.

Weiter so.

Danke.

Sie hat meinen Giacometti nicht erkannt.

Sie hat den Künstler in dir nicht erkannt.

Ja, genau, sie hat den Künstler nicht verstanden!

Emma, du hast da was...

Nein, weiter unten.

Warte. Komm mal her.

Du bist unmöglich. Hör auf!

Und da!

Tut mir leid, ich habe dein Kindheitstrauma zerstört.

Das ist deine Zukunft.

Ian, das ist so brutal!

Warte, tut mir leid. Nimm den Giacometti, wenn du magst.

Ich bin so stolz auf mich. - Ich auch.

Ist gar nicht so übel.

Ich hab Hunger. - Ich auch.

Weißt du noch, das Restaurant, an dem wir vorbeigelaufen sind...

Mit der Suppe? - Ja, genau.

Gerne. Ja. Wir können sogar die Suppe aus den Tassen trinken.

Alles klar?

Emma, du warst kurz weg. - Alles gut.

Was ist los?

Nichts. Ich dachte, ich hätte jemanden erkannt.

Weißt du, Süße, du musst dich daran gewöhnen.

Viele Mädchen geben auf.

Das passiert immer wieder.

Weißt du, es gab einen Typen, einen langjährigen Freier...

Nachdem er ejakulierte, steckte er immer das Kondom in die Tasche.

Er hatte gehört, dass es Nutten gibt, die sich Sperma von Freiern einspritzen,

um Schwanger zu werden und sie dann zu erpressen.

Nein! Ist nicht dein Ernst. - Ich schwöre bei Gott.

Du hast ihm nie was gesagt? - Nein.

Das ist eines der Dinge, die mich an unserer Arbeit verrückt machen.

Wir könnten das Scheißego der Männer so leicht brechen.

Aber wir tun es nicht.

Weil sie das Geld bringen.

Du hast es auf den Punkt gebracht.

Justine, deine Verabredung ist da.

Tropical-Zimmer.

Bis später.

Hallo.

Justine?

Ja.

Du siehst so jung aus.

Wie alt bist du?

Du siehst aus wie kaum...

Kaum achtzehn.

Vielleicht bist du's nicht einmal.

Ja.

Vielleicht bin ich es noch nicht.

Nein, lass es an.

Ist ein schönes Outfit.

Ich mag junge Mädchen.

Spürst du, welche Wirkung du auf mich hast?

Ja?

Blas mir einen. - Ich brauche ein Kondom.

Ohne. - Nein, das tu ich nicht.

Willst du weglaufen?

Du kleine Hure. Versuch es!

Moment, ich...

Ich will nicht weglaufen, okay? - Alles gut.

Ich hole ein Kondom.

Schon gut.

Schon gut.

Ich weiß, dass ich krank bin.

Nein! Lass mich!

Halt die Schnauze!

Sei ruhig!

Sag mir, du bist sechzehn.

Sag mir, du bist sechzehn.

Ich bin sechzehn.

Ich bin fünfzehn.

Ich bin vierzehn.

Ich bin dreizehn.

Ich bin zwölf.

Ich bin elf.

Ich bin elf.

Mädels!

Ich wollte ein Kalbsfrikassee kochen.

Ja. Ich bin schon seit über zwei Stunden dabei.

Das ist kompliziert.

Französische Küche ist kompliziert.

Alles in Ordnung?

Ja, alles gut. Bin ein bisschen müde.

Riecht lecker.

Ein Gläschen Wein?

Ich gehe erst kurz duschen.

Deine Schwester hat dir eine Nachricht hinterlassen.

Sie übernachtet bei Lena.

Emma?

Ich gebe mir Mühe.

Aber...

Du verstehst doch, dass die Situation nicht einfach für mich ist.

Ich verstehe.

Sie ist auch für mich nicht einfach.

Was heißt das?

Das heißt, dass ich... keine gute Liebhaberin bin.

Auch ohne diesen Job, selbst wenn ich aufhören würde.

Ich bin nicht aufmerksam,

treu oder liebevoll. Alles, was man von einer Geliebten erwartet.

Ich bin ein seltsames Mädchen, weißt du.

Ich glaube, das habe ich verstanden.

Hallo, Mama.

Nein, ich wollte nur deine Stimme hören.

Nein, es geht mir nicht gut.

Ich muss mit dir über etwas reden.

Es vergeht kein Tag, keine Stunde,

in der ich an diesem Buch arbeite, ohne dass mir klar wird,

dass ich die falsche Seite in dieser Geschichte gewählt habe.

Wäre ich in diesem Fall doch bloß ein Mann gewesen.

Ich wäre dann der König aller Freier gewesen.

Könnte ich nur für eine Nacht, eine sehr lange Nacht,

mein weibliches Gehirn in den Körper eines jungen Mannes stecken.

Nicht zu jung, nicht zu attraktiv.

Sie rühren Huren nicht so leicht.

Ich hätte Herzklopfen und vielleicht auch einen Ständer.

Im Aufzug, der zu La Maison führt, riecht es wie ein roter Teppich.

Ein kindlicher, mütterlicher und unzüchtiger Hauch

eines jungen, anständigen Mädchens, das in der Waschküche heimlich raucht.

Guten Abend.

Nehmen Sie bitte Platz. Ich ruf die Damen für Sie.

Beim Betreten von La Maison würde ich spüren,

wie sie sich alle hinter dem Vorhang verstecken,

um das Gesicht des Neuankömmlings zu sehen.

Ich würde mich so hinsetzen,

dass die Mädchen mich sehen können, bevor sie sich mir vorstellen.

Wer käme als Erste rein? Brigida?

Hallo, Hübscher. - Mit ihrer entschlossenen Stimme,

ihrem Gesicht einer Ikone der Vergangenheit

und ihren High Heels, die sie wie Schlappen an- und auszieht?

Ich bin Brigida.

Hallo, du unartiger Junge.

Dorothée, mit ihrem verschmitzten Lächeln

und dem Blick eines Mädchens, das nicht zum Kuscheln da ist?

Ich bin Dorothée. Komm, spiel mit mir.

Lorna, mit ihrer Büste, die einer Jungfrau von Murillo gleicht?

Ich bin Lorna.

Liebenswert von vorne, zum Verrücktwerden von hinten,

wenn sie mit ihrem majestätischen Arsch den Raum verlässt.

Hildie,

die Königin aller Huren,

mit ihrer raubtierhaften Schnute, die keinen Raum für Zweifel lässt,

die für jeden Freier zärtliche Kosenamen erfindet?

Margaret,

mit ihren ein Meter achtzig, ihrer schwarzgoldenen Haut

und ihrem Jasmin-Duft?

Alle.

Schickt sie mir alle.

Sie würde auf dem Bett liegen, egal wie ihre Muschi aussieht.

Sie würde sie mir als Frau zeigen,

die vergessen hat, wie sehr Gott im Detail steckt,

wie sehr es trotz des Geldes immer noch ein Geschenk bleibt.

Ich würde die dünne Haut um ihre schlummernde Klitoris zart streifen.

Ich würde jede Falte betrachten, jedes Äderchen,

und mich fragen, welches tatsächlich zu ihrem Kopf führt.

Ich würde jeden perlmuttfarbenen Streifen langsam liebkosen,

jedes kleine Merkmal dieses Körperaltars,

auf dem sich so viele Männer jeden Tag entlasten,

um dieser Göttin des Mitleids und der Gleichgültigkeit ihre Frustration,

ihre Freuden und ihr Unglück zu bringen.

Verliert man mit dem Verlassen des Bordells

jemals dieses ausgeprägte Bewusstsein, eine Frau zu sein?

Wie trennt man diesen Teil seines Lebens vom Rest?

Wer einmal im Bordell gearbeitet hat, kann nicht mehr zurück.

Die anderen können es weiterhin ignorieren,

es steht einem Mädchen nicht auf die Stirn geschrieben.

Aber wir wissen es.

Ich dachte, ich würde über Männer schreiben,

aber ich schreibe nur über Frauen.

Über dieses Nest von Frauen und Mädchen,

Müttern und Ehefrauen, die mit ihren zarten Fingern

die illusorische Vorstellung vom Heiligen schaffen und zerstören.

Ich möchte über sie sprechen, weil sie existieren.

Weil sie in diesem leeren Schiff den verstörenden Geruch

von tausend verschiedenen Arten der Liebe hinterlassen,

von Zärtlichkeiten, die gesucht und gefunden wurden,

jede auf ihre Weise.

Darin ist nichts Edles.

Aber es gibt ergreifende Wahrheiten, die man sonst nirgendwo findet.

Und jemand muss darüber reden.

Eine blöde Idee, sagte ich.

Oder vielleicht auch nicht.

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