All language subtitles for Sarah.Kohr.S01E01.Der.letzte.Kronzeuge.Flucht.in.die.Alpen

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Original subtitles

Sarah Kohr

Lino

Staatsanwalt Anton Mehringer Kommissar Berger

Beeil dich!

Komm jetzt! Wir müssen weiter.

Jetzt mach schon!

Wir sind noch nicht in Sicherheit.

Liebesgestöhn

Bin ich zu alt?

Du bist noch ganz gut in Form ... für dein Alter.

Wir könnten Kinder haben.

Du weißt, ich bin nicht so der Kindertyp.

Du wärst doch 'ne tolle Mutter. Glaub mir, das wär ich nicht.

Das liegt bei uns in der Familie. Außerdem hast du schon zwei Kinder.

Und 'ne tolle Frau.

Handy klingelt.

Ich muss los.

Sobald dieser Prozess um den Ristorante Mord abgeschlossen ist,

könnten wir doch ein paar Tage wegfahren.

Ans Meer oder in die Berge. Was meinst du?

Ich nehme mir einfach frei.

Zieh die Tür zu, wenn du gehst.

Du könntest mir wenigstens einen Schlüssel geben.

Zur Romantik gehört Ungewissheit.

(lacht) Großartig.

Zwei Männer.

Sie schieben gestohlene Luxusautos im großen Rahmen nach Ost-Europa.

Sie sind da drüben.

Der Schrottplatz ist unübersichtlich Wir teilen uns.

Sarah, du bist noch neu, du bleibst bei mir. Kanal fünf.

Dennis, du von Norden. Wir von Süden.

Sie sind bewaffnet und gefährlich, also kein Risiko.

Hundegebell!

(Dennis über Funk) Ich bin auf Position. Im Container brennt Licht.

Sonst ist alles ruhig. Gut. Wir gehen jetzt rein.

Wir hätten tagsüber kommen sollen.

Unser Informant sagt, sie wollen sich morgen früh absetzen.

Gepolter

Eisenstange fällt zu Boden.

Scheiße.

Polizei!

Stehen bleiben!

Stehen bleiben! Runter auf die Knie! Schüsse!

Ich hab einen.

Stehen bleiben!

Berger? Hört mich jemand?

(Funk) Achtung, er ist bewaffnet. Was?

(Funk) Er hat eine Waffe.

Schuss!

Stehen bleiben! Waffe runter!

Er hat auf mich geschossen.

Schuss!

Bringen Sie mich auf den neuesten Stand.

Routineeinsatz, Herr Staatsanwalt. Zwei Verhaftungen, ein Toter.

Der Mann hat einen von unseren Beamten angegriffen.

Oh Gott, das kann doch nicht ... Wissen Sie, wer das ist?!

Das ist ein Kronzeuge in meinem Prozess, der in neun Tagen beginnt.

Tut mir leid. Das konnten wir nicht ahnen.

Das tut Ihnen leid? Routine! Wir hatten einen konkreten Hinweis.

Schieberbande. Luxusautos. Ost-Europa Hinweis? Von wem? Anonym.

Haben Sie ihn erschossen?

Oh Gott, scheiße.

Der Mann hat auf die Beamtin geschossen. Es war Notwehr.

Sarah Kohr. Sie ist verletzt und steht unter Schock.

Sie sollten jetzt nicht gleich ...

Hey.

Wie geht's dir?

Du musst dich behandeln lassen.

Da war ein dritter Mann.

Lass dich untersuchen, bitte.

Sarah!

Mama.

Du hättest sterben können.

Ich verstehe das nicht. Mama!

Weißt du, was das heißt,

wegen einer zusammengeschossenen Frau in den OP gerufen zu werden

und ständig in Panik zu sein, dass es vielleicht die eigene Tochter ist,

die vor einem auf dem Tisch liegt? Das kennst du nicht.

Alles, was ich kenne, sind Männer, die auf mich schießen.

Oder ich auf sie.

Oder die verheiratet sind.

Ich weiß. Das ist das Schlimmste.

Nach einem solchen Tag nach Hause zu kommen in eine leere Wohnung.

So wie du?

Deswegen hab ich gehofft, dass meine Tochter es besser anstellt.

Und was mach ich dann? Heiraten und eine Tochter bekommen,

die ich zu ihrer Großmutter abschiebe, wenn ich Dienst hab?

Und ich hab praktisch immer Dienst.

Tut mir leid.

Ich weiß, dein Vater und ich waren wirklich keine große Hilfe für dich.

Handy klingelt.

Schon gut, geh.

Kannst du schlafen?

Kannst du mir noch ein paar geben?

Schlaftabletten sind keine Lösung, das weißt du.

Vorsicht.

Pass auf! Pass auf dich auf!

Schon gut ... Schon gut ...

(Psychologin) Wie geht’s Ihnen? Gut.

Gut. Die Nächte?

Kein Problem.

Sie können schlafen?

Sicher.

Nehmen Sie Tabletten?

Nein. Und die Erinnerungen? Keine Albträume?

Nein.

Mir geht's gut.

Da war ein dritter Mann. Ich hab ihn nicht erwartet.

Was ist in Ihnen vorgegangen, als er auf Sie geschossen hat?

Haben Sie irgendeine Vermutung, warum das passiert ist?

Ich hab einfach nur ... abgedrückt.

Ist Ihr erster Toter?

Ja.

Ich sehe, Sie sind neu in diese Abteilung versetzt worden.

Wie fühlen Sie sich denn mit Ihren Kollegen?

Kann ich gehen?

Bitte.

Ich kann Sie verstehen. Das ist nicht leicht, sich dem zu stellen.

Aber wenn Sie es jetzt nicht tun,

werden Sie es immer und immer wieder durchleben müssen.

Sagen Sie mal, hören Sie mir nicht zu? Es ist vorbei. Mir geht es gut.

Hören Sie ... Warum wollen Sie mir nicht helfen?

Das will ich.

Gut, dann sperren Sie mich nicht für den Außendienst.

Bitte.

Anton, kannst du mir bitte diese Psychologin vom Hals schaffen,

sonst lässt die mich noch im Büro versauern.

Das ist nicht so einfach. Sie allein entscheidet, ob ...

Ich ruf dich zurück.

Max, es tut mir ...

Herr Varese, es tut mir leid, dass Sie ...

Setzen wir uns doch.

So, Herr Staatsanwalt, womit können mein Mandant und ich Ihnen dienen?

Ich mache Ihnen ein Angebot.

Ein Angebot. Das ist ja sehr aufregend.

Die letzte Chance, ein Geständnis abzulegen, bevor der Prozess beginnt

Wollen Sie ein Geständnis ablegen, Herr Varese, für etwas,

was der Staatsanwalt nicht beweisen kann

und das Sie demnach nie begangen haben?

Das ist eine klare Antwort auf Ihr großzügiges Angebot.

Im Gegenzug verzichte ich im Plä- doyer auf die Sicherheitsverwahrung.

Höre ich da eine kleine Unsicherheit?

Sie wissen, wir haben zwei Kronzeugen. Einen!

Und der andere wurde ausgerechnet von einer Polizistin erschossen.

Leider. Es heißt, Sie sollen sie kennen.

Ein Kronzeuge genügt.

Einen, ... wie alt, Zehnjährigen?

Und dem Mann, dessen Ristorante ein Drogenumschlagplatz war,

bieten Sie einen Deal an,

weil er Ihnen angeblich die Tatwaffe liefern will, die ich hier ...

nicht sehe.

Sie haben gar nichts.

Und nach dem Prozess haben Sie nicht mal mehr eine Reputation.

Ich will die Hintermänner. Anton, du weißt, dass das nicht geht.

WIR machen Ihnen ein Angebot.

Sofortige Entlassung aus der Untersuchungshaft

und Herr Varese verzichtet auf Haftentschädigung.

Danke für das Gespräch. Freitag in acht Tagen.

Ich freu mich auf das Eröffnungs- plädoyer. Es wird Sie überraschen.

Anton? Ja.

Du schuldest mir noch eine Flasche Dom Perignon für den Mittermeierfall.

Verdoppeln wir. Gerne.

Varese flüstert mit seinem Anwalt.

Was hat er gesagt?

Was hat er gesagt?

Nichts. Nur irgendwas über deinen Kronzeugen.

(leise) Du hast gesagt, es wären zwei.

Und da war dieser dritte Mann.

Die Information war falsch.

Hast du immer eine zweite Waffe bei dir?

Was willst du?

Ich hab dir den Arsch gerettet.

Ich hab einen Zeugen in einem Mordfall erschossen.

Nein. Du hast dich verteidigt.

Versau's nicht.

Machen Sie die Tür zu.

Sie kannten den Mann nicht?

Nein, ich hatte ihn ... Sie haben Mist gebaut.

Können froh sein, dass Berger Ihr Partner war. Er hat mir alles erklärt

Was hat er Ihnen erklärt?

Ich sprach mit der Internen. Die haben keinen weiteren Gesprächsbedarf

Berger ist Ihr Zeuge, dass Sie in Notwehr gehandelt haben.

Wenn Sie wollen, dass ich ... Ich will, dass Sie verschwinden.

Sie sind noch nicht lange bei uns. Wir halten hier zusammen.

Haben eine interne Kasse für so etwas.

Sie werden für zwei Wochen wegfliegen.

Kein Fernsehen, kein Telefon. Lassen Sie alles hinter sich.

Wenn Sie zurückkommen, ist hier wieder Ruhe eingekehrt

und Sie gehen an Ihre Arbeit.

Was passiert mit den beiden ...

die wir verhaftet haben?

Ja, die mussten wir laufen lassen.

Unser Informant hatte sie verwechselt.

Telefon klingelt.

Ich hab schon ein paar Mal versucht. Ich hatte viel um die Ohren.

Schon gut. Nein, ist es nicht.

Ich kann nach dem Abendessen weg. So gegen halb ... Nein!

Ich flieg weg. Wann genau?

Ich meld mich, wenn ich wieder zurück bin.

Herr Varese. Schön, Sie zu sehen.

Wie sind die Nächte? Haben Sie alles?

Gut, ähm, gut. Ähm ...

Ich bin hier, Herr Varese, um unsere Verteidigungsstrategie

und Ihren Auftritt zu besprechen und die Aussagen des Jungen ...

Noch zu früh.

Der Prozess beginnt in sieben Tagen und wenn Morave tatsächlich

die Tatwaffe mit Fingerabdrücken liefert, dann ... - Wie spät?

Acht Uhr 35.

Zu früh.

Süß oder sauer? Süß.

Wir sollten jetzt wirklich noch mal Ihre Aussage für Freitag durchgehen.

Wie spät?

Viertel nach neun.

Ich verstehe nicht, was das hier ... - Ich danke Ihnen vielmals.

Fliegst du weg? Ja.

Wohin? Weit weg.

Wir fahren ins Gericht. Da müssen mein Vater und ich was erzählen.

Wow. Was musst du denn erzählen? Das ist geheim.

Mein Vater sagt, ich darf vorher nix sagen.

Lino! Hey!

Handy klingelt.

Ey! Was soll das?

Aufschrei!

Komm!

Komm!

Oh mein Gott.

Aber der Junge ... Wo ist der Junge?

Der ist kurz vorher weggegangen. Hier.

Vergrößere mal die Frau.

Handy klingelt. Das kann doch nicht ...

Ja?

Das war ein Profi.

Einen Moment.

Sarah, wo sind Sie jetzt?

War Ende 40. Was zum Teufel ist da passiert?

Sie hatten ein Flugticket nach Mailand.

Sie sollten doch nur in den Flieger steigen und in den Urlaub fliegen.

Sarah! Sarah, es fehlt ein Junge. Der Sohn des Toten.

Wissen Sie, wo er ist?

Wieso war Berger am Flughafen?

Hä? Wie kommen Sie jetzt darauf? Ich hab ihn gesehen.

Ach, schon wieder? Erst der Schrottplatz und jetzt das.

Einer der Beamten bekam einen Anruf unmittelbar bevor ... Sarah!

Der Junge. Wissen Sie, wo er ist?

Wieso? Was ist mit ihm?

Wo sind Sie jetzt?

Auf dem Weg ins Präsidium. Nein, das ist nicht ...

Sie müssen verschwinden.

Sie nehmen jetzt den Flieger und verschwinden. Haben Sie verstanden?

Ja, voll und ganz.

Jetzt nicht.

(Nachrichtensprecher) "... hat in der Ankunftshalle des Flughafens

den Mann mit zwei Schüssen getötet. Es handelt sich um Gino Morave.

Zeuge im Prozess gegen den Mafioso Luca Varese.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Auftragsmord handelt.

Die Gewerkschaft der Fluglotsen ist mit einer Forderung von 6,5 Prozent

Lohnerhöhung in die Verhandlungen gegangen ... "

Handy klingelt.

Was tust du? Wo ist der Junge?

Sarah? Rede mit mir. Du hast meinen letzten Zeugen.

Unmittelbar vor dem Mord bekam einer der Beamten einen Anruf.

Es war jemand von der Polizei oder von der Staatsanwaltschaft.

Wer hängt da alles mit drin? Weißt du, was du damit sagst?

Sarah, bitte, das ist mein wichtigster Fall. Wer?

Das fragst du mich? DU hast den ersten Zeugen erschossen

Und jetzt hast du den Jungen. Bring ihn her.

Wie heißt du?

Das war schlimm, ich weiß.

Du musst mir sagen, wer du bist, sonst kann ich dir nicht helfen.

Tür geht auf.

Die Fahrkarten bitte.

Wohin fährt denn der Zug?

Hamburg.

Wenn Sie mir jetzt Ihre Fahrkarte zeigen.

Ich löse bei Ihnen. Kreditkarte. Zwei Tickets.

Ist er Ihr Sohn? Wieso?

Dann braucht er keine eigene Fahrkarte. Ach ja. Natürlich.

Wann hält der Zug das nächste Mal?

Wo ist sie?

In Urlaub. Ihr Telefon hat sie ausgeschaltet.

Erst erschießt sie einen Zeugen. In Notwehr.

Dann ist sie auch am zweiten Tatort. Jetzt hat sie den Jungen.

Ist Ihnen klar, was das bedeutet? Es heißt, Sie würden sie kennen.

Der Vater wollte uns die Tatwaffe liefern.

Der Junge ist mein letzter Zeuge, dass Varese am Tatort war.

Wenn der Junge bis Freitag nicht da ist, platzt der Prozess gegen Varese

Iss was!

Du sollst was essen, hörst du?

In dem Alter können die richtige Biester sein, oder?

Bei meinem Ersten war's genauso. Wie alt bist du?

Sechs. Sechs?

Dann bist du aber ganz schön groß. Wie heißt du?

Paul.

Du musst auf deine Mama hören.

Doch. Deine Mama, die ...

(Nachrichtensprecher) "... Zeuge im Prozess gegen den Mafioso Luca Varese

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Auftragsmord handelt.

Gesucht wird der zehnjährige Sohn des Opfers.

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen."

Steh auf!

Ja, verstanden.

Haben Sie eine Frau gesehen? Frau? (Polizist) Ja.

Frau mit Junge? Wo? Da.

Anna!

Mach auf!

Mach schon!

Hör mal. Ich weiß nicht, wer du bist oder was hier gerade passiert.

Aber eins weiß ich genau, du hast jetzt nur mich

und in meiner Minute bin ich weg.

Scheiße.

Wo ist der Junge?

Sarah.

Sarah.

Er wollte sich nicht ausziehen. Nicht mal seine Schuhe.

Ich durfte ihn nicht anfassen.

Er hat seit mehr als zwölf Stunden nichts gegessen.

Ein Kind nimmt sich, was es braucht.

Du warst lang nicht da.

Ich weiß.

Du hättest kommen können. Jederzeit.

Ich weiß.

Nach Omas Tod ...

Ich konnte nicht.

Warum bist du hier oben geblieben? Ganz allein.

(lacht) Erinnerst du dich an die Nockerl, die sie gemacht hat?

Ja, mit Kastanien.

Mir haben sie nie woanders geschmeckt.

Alles, was ich brauch, wirft die Alm noch ab so lange ich lebe.

Was sie nicht abwirft, das brauch ich nicht.

Ihr könnt bleiben so lange ihr wollt.

Danke.

Sie hat eingecheckt. Ist aber nicht im Flugzeug.

Stattdessen nahm sie den Zug und löste eine Fahrkarte nach Hamburg.

Sie wollte, dass wir das registrieren.

Ja. Sie ist nie mit dem Jungen in Hamburg angekommen.

Sie verwischt ihre Spuren.

Finde sie, bevor es jemand anderes macht.

Nimm Dennis mit.

Nein, ich mach das allein.

Lino stöhnt und jammert im Schlaf.

Morgen!

Morgen. Kann ich den Wagen haben?

Wenn er anspringt.

Keine Sorge. Wir zwei kommen schon zurecht.

Funktioniert das Internet? Ja, danke.

(liest) "Blutbad im Ristorante. Vier Tote."

(liest) "Streit zwischen zwei Mafia Clans."

(liest) "Luca Varese. Drogen, Schutzgeld, Schmuggel."

(liest) "Tatwaffe fehlt. Gestern Nacht wurde Francesco ..."

Sarah?

Sarah Kohr?

Na, das gibt es ja nicht. Servus.

Hey, Xaver. Gut schaust aus.

Wir haben uns ja ewig nicht gesehen. Fünf Jahre, oder?

Hast du den Großvater besucht?

Ja.

Und hast die Welt erobert? Wie ist es denn so?

Na, die Bösen einfangen!

Hör zu, Xaver, ich, ich erzähl's dir ein anderes Mal, okay?

Ja, passt.

Du, am Freitag hab ich ein Festl. Alle möglichen Leute sind dabei.

Ich würd mich so freuen, wenn du kommst. Hast Lust?

Klar. Super. Super. Komm her!

Aber Xaver, erzähl keinem, dass ich hier bin, okay?

Wieso?

Wegen der Überraschung. Ach so, ja, passt.

Pfiati. Pfiati.

Hier, was zum Malen.

Willst du nicht deine Sachen ausziehen?

Ich hab dir neue Sachen mitgebracht.

Guck mal!

Okay.

Vielleicht überlegst du's dir ja noch mal.

Ich heiße Sarah. Und du bist Lino, oder?

Das ist ein schöner Name.

Du hast gesagt, du musst in ein Gericht und sagen,

was du gesehen hast. Richtig?

Das ist wichtig, Lino.

Erinnerst du dich an was?

Nein?

Schon gut. Schlaf einfach.

Er hat mit angesehen, wie sein Vater erschossen wurde.

Oh.

Und warum ist er jetzt da und nicht bei der Polizei?

Das willst du nicht wissen.

Vor sechs Monaten gab es eine Schießerei in einem Restaurant.

Vier Tote.

Revierstreitigkeiten zwischen zwei Mafia Clans.

Linos Vater war der eine Kopf.

Ein Luca Varese der andere.

Seit 15 Jahren versucht der Staats- anwalt ihn hinter Gitter zu bringen.

Immer ohne Erfolg.

Aber vor drei Monaten macht Varese einen Fehler.

Er will auf seine alten Tage ein Exempel statuieren

und seine Konkurrenten persönlich erschießen.

So 'ne Botschaft an die Szene.

Aber diesmal gibt es drei Zeugen:

Einen Boten.

Linos Vater und Lino selbst.

Na ja, das heißt, es gab drei Zeugen.

Die beiden Männer sind tot.

Jedenfalls setzt sich Linos Vater mit seinem Sohn nach Italien ab

und handelt von dort einen Deal aus.

Wenn er der Anklage die Beweise für Varese als Mörder liefert,

bekommt er eine geringe Haftstrafe. Dafür will er die Tatwaffe,

die er als Lebensversicherung versteckt hat, liefern.

Mit Vareses Fingerabdrücken.

Und sein Sohn wird Varese als Schützen am Tatort identifizieren.

Und er sagt nichts.

Ich hab ihm Papier und Stifte hingelegt, falls er ...

Aber vielleicht sollte er besser zu einem Arzt.

Gib ihm nur einen Tag.

Ein Kind braucht seine Zeit.

Da hast du mir das Skifahren beigebracht. Erinnerst du dich?

(lacht) Nein, nein, nein. Du hast dich auf die Bretter gestellt

und bist einfach runtergefahren.

Wie dein ganzes Leben.

Ja, vielleicht hätte ich besser hier oben bleiben sollen.

Dann hättest du dem Jungen nicht das Leben gerettet.

Das hab ich noch nicht.

Ich denke, wir nehmen steingrau. Das ist edel und optimistisch.

Schwarz ist Beerdigung.

Wir gehen ja auf keine Beerdigung.

Jedenfalls nicht auf Ihre.

Hey. Ich mach Frühstück. Was willst du?

Kaiserschmarrn?

Das ist so was Ähnliches wie Pfannkuchen.

Mit Apfelmus?

(schreit) Rede mit mir, du Mistkerl! Ich weiß genau, dass du mich hörst.

Ich sollte gar nicht hier sein, verstehst du?

Ich wollte in einem Hotel sein. Scheiße!

Also lass das und rede mit mir!

Scheiße.

Okay, äh, ich mach Kaiserschmarrn.

Scheiße.

Alles gut.

Lino. Lino. Du brauchst keine ...

Keine Angst.

Lino!

Du brauchst keine ... Du brauchst keine Angst zu haben.

Es tut mir leid, es tut mir leid, okay?

Okay?

Siehst du den Vogel da oben?

Elster. Nein, das ist ein Steinadler.

Früher, als ich klein war, so wie du jetzt,

war ich oft bei meinen Großeltern.

Mein Vater war ...

weggegangen und ...

meine Mama musste viel arbeiten.

Also war ich in den Ferien oft hier.

Mein Großvater hat mir alles beigebracht.

Wie man Kühe melkt ...

und Gras mäht ...

Und meine Oma hat den besten Kaiserschmarrn der Welt gemacht.

Ich muss auf die Hochalm.

In zwei Tagen bin ich wieder zurück.

Er hat immer noch nichts gemalt.

Was ist, wenn er nicht spricht?

Als dein Vater ... euch verlassen hat, warst du vier.

Du wirst dich nicht mehr dran erinnern.

Doch, ich erinnere mich. Da hast du eine Woche nichts geredet.

Eines Morgens hast du gesagt: Heute möchte ich Nockerl zum Frühstück.

Aber ich hab keine Woche, Opa. In vier Tagen ist der Prozess.

Der Mensch ist keine Maschine, mein Madel.

Besonders ein kleiner nicht.

Ein jegliches ... hat seine Zeit.

Telefon klingelt.

Ja?

Hallo?

Hallo?

Sie schneiden es nicht mit!

Sarah? Verschüttete Erinnerungen.

Wenn man sich dagegen wehrt, sie verschließt,

keinen Zugang zu ihnen hat ...

Wie kann ich sie wieder an die Oberfläche bringen?

Wissen Sie, wie lange ich auf diesen Anruf gewartet habe?

Sie stellen sich endlich dem, was passiert ist.

Bei einer Amnesie, wie hole ich das zurück? Reden.

Man muss bestimmte Schlüsselreize auslösen.

Also einen Begriff, ein Bild, ein Geräusch, ein Geruch.

Und wenn man nicht weiß, was es für eine Erinnerung ist?

Über wen sprechen wir eigentlich?

Ich meine eine wirklich Traumatische.

Sie reden nicht über sich, oder?

Verdammt, Sarah!

Es ist dieser Junge.

Er ist immer noch bei Ihnen und er erinnert sich an nichts?

Ich weiß es nicht. Er redet nicht mit mir.

Mein Gott, er hat den Tod seines Vaters ... Ich weiß.

Soll ich ihn provozieren? Tun Sie das nicht.

Das kann eine irreparable Regression hervorrufen.

Alles ist weg. Vielleicht für immer.

Sie müssen ihn herbringen. Sarah, wo sind Sie?

Kannst du mir mal die Milch geben?

Er spricht italienisch.

Lino? Was ist?

In Gedanken hört Lino einen Schuss!

Lino ist in Gedanken. Er hört Sarah nicht.

Polizeisirenen

Dr.Kohr. Richtig?

Ja.

Ist was mit meiner Tochter?

Nein, nein, ich, ähm ... Ich suche Ihre Tochter.

Wissen Sie, wo sie sein kann? Es ist dringend.

Nein. Wir haben selten Kontakt.

Falls sie sich meldet, geben Sie mir Bescheid.

Sie ist in großer Gefahr.

Telefon klingelt.

(Sarahs Mutter) Franz, weißt du, wo Sarah ist?

Mama? Gott sei Dank.

Hör zu. Du legst sofort auf und rufst nicht wieder ...

War jemand bei dir? Ja. Ein Kollege hat sich nach dir erkundigt.

Groß, kurze Haare, um die 40.

Berger.

Hast du ihm gesagt, wo ich bin? Nein.

Gut. Du legst jetzt sofort wieder auf.

Und wenn er wiederkommt, weißt du nicht, wo ich bin.

Wieso? Er sagte, du seiest in großer Gefahr.

Geht es dir gut? Das weiß ich in drei Tagen.

Österreich. Eine Alm in der Nähe vom Brixental.

Das Kind wird bei ihr sein.

Gut. Ich gebe Bescheid.

Wird uns 'ne schöne Extraprämie einbringen.

Und wenn's noch einmal schiefgeht!

Ich denke, diesmal sollte das einer von euch machen.

Einer muss runterfahren.

Ich fahre gleich.

Nein. Ich mach das.

Was ist mit Sarah?

Selber schuld. Du redest hier von einer Kollegin.

Nicht mehr. Niemand hat sie aufgefordert, sich einzumischen.

Sie weiß nichts.

Dich. Dich hat hat sie gesehen.

Wollen wir das wirklich?

Die Antwort kennst du.

Sie lachen und sind vergnügt.

Lino! Das ist aber ein hübscher Name für so einen hübschen Jungen.

Hast du Geschwister?

Ich bin Polizistin. Ich will dir helfen.

Ich kann dir aber nur helfen, wenn du dich erinnerst.

Hast du gesehen, wo dein Papa die Pistole versteckt hat?

Die Elster ist frech und klug.

Lino, hier oben gibt's keine Elstern

Hau ab.

Ich hatte einen grauenhaften Tag.

Ich war gerade bei dem Freund. Der ist völlig aufgewühlt.

Er sucht seine Nichte.

Die ist weggezogen, ohne ihm ihre neue Adresse mitzuteilen.

Die jungen Leute heute machen sich nicht mehr viel aus Familie, was?

Ja, er ist voller Sorge, dass ihr was passiert.

Er sollte sie suchen lassen.

Der lag unter der Bank. Gehört der Ihnen?

Hab ich wohl fallen gelassen.

Handy summt.

Grüß dich. Heiß ist heute.

Willst du ein Bier?

Oh, das schaut aber nicht gut aus. Das solltest du anschauen lassen.

Bist du auf der Durchreise?

Ich frag nur, weil hier im Sommer wenig los ist.

Hauptsaison ist bei uns der Winter.

Wo wohnt sie? - Wer?

Wieso?

Wo wohnt sie?

Wieso?

Wieso ist keine Antwort.

Wieso?

Sie sind unhöflich.

Unhöflich? - Hm.

Meine Mutter sagte immer: Beantworte nie eine Frage mit einer Gegenfrage.

Das ist unhöflich. - Wieso?

Tststst.

Ja, ich ... Ich kenn sie nicht.

Das ist eine Antwort.

Bist eingeladen.

Wieso?

Weiß nicht.

Weiß nicht?

Ja, ich wollt nur ...

Ja? - Na, wenn Sie's lieber bezahlen wollen ...

Erst spendieren Sie es mir und jetzt soll ich es bezahlen?

Wie Sie wollen. Ich mein, wenn Sie lieber ...

Wie ich will? - Ja, ich ...

Ich mein nur.

Was meinen Sie?

Keine Ahnung. Telefon klingelt.

Entschuldigung.

Ja?

Ja, ich bekomme gerade die Adresse.

Nein, nein! Wir beginnen wieder bei Null und verdoppeln.

Ich hasse es, Unschuldige mit hineinzuziehen. Gut!

Wie immer.

Also ... Wo ist sie?

Schön.

Danke.

Scheiße.

Scheiße.

Komm, weg hier.

Raus, komm!

Was wird das, Berger?

Rein!

(schreit) Jetzt!

Rein, Lino! Setz dich hin! Alles wird gut.

Damit kommst du nie durch. Um den Griff.

Ich hab ziemlich gut mitgespielt, oder? Auf dem Schrottplatz.

Ich hab euch sogar die Arbeit abgenommen und es nicht begriffen.

Was hättest du gemacht, wenn ich ihn nicht erschossen hätte?

Du musst das nicht tun, Berger.

Soll es immer so weitergehen? Heute er und ich und morgen? Wer?

Eine Fünfjährige?

Du kannst es beenden. Sonst geht das immer so weiter.

Es fängt immer bei einem an.

Sarah ...

Es ist zu spät. Nein, das ist es nie.

Nein!

Tu's nicht! Nein!

Nicht das Kind!

Nein! Nicht das Kind!

Lino, lauf!

(verzweifelt) Nein!

Lino!

Lino. Oh mein Gott.

Seine Hand ... Da ist ein Schlüssel.

Greif in seine Hand. Unter seiner Hand ist ein Schlüssel.

Schnell.

Mach schon. Trau dich!

So.

Du magst doch Kakao, oder?

Das ist er also.

Tapferer kleiner Mann.

Die Elster ist frech und klug.

Das stimmt. Die Elster ist sehr klug.

Man sagt, in ihren Nestern sind viele Schätze.

Sie stiehlt, was glitzert und funkelt.

Genau.

Ich schau später noch mal nach euch.

Mama?

Danke.

Wann kann ich wieder nach Hause zu meiner Mama?

Morgen.

Morgen kannst du nach Hause zu deiner Mama.

Kann ich dann zu dir kommen?

Und Franz?

Na klar.

Das wär schön.

Aufwachen.

Langschläfer.

Also, was wirst du sagen?

Die Elster ist frech und klug.

Dass du ihn gesehen hast, den Mann.

Sie stiehlt, was glitzert und funkelt.

Nein, Lino.

Du musst sagen, dass du ihn gesehen hast, mit einer Pistole.

Sie stiehlt, was glitzert und funkelt.

Ich bin’s. Sarah! Wo zum Teufel warst du?

Ich hab versucht ... Bist du hier? Ja.

Wo ist der Junge? Bei mir. Es geht ihm gut.

Gott sei Dank. Ihr müsst euch beeilen ...

Wir werden nicht kommen. Was? Nein ...

Er wird keine Aussage machen.

Selbst wenn er Varese am Tatort gesehen hat ...

Wir haben keine Tatwaffe. Wenn er sich nicht erinnert ...

Dann bricht die Anklage zusammen, ich weiß.

Varese kommt frei und alles war umsonst. Es wird so weitergehen.

Die Elster ist frech und klug. Geht's dir wenigstens gut?

Ja ... Nein.

Ach, keine Ahnung.

Sie stiehlt, was glitzert und funkelt.

Mann, Lino, halt doch mal ...

Anton, es tut mir ... Es tut mir wahnsinnig leid.

Und bringt's ins Versteck.

Warte. Sag das noch mal!

Ich sagte ... Nicht du. Sag das noch mal!

Die Elster ist frech und klug.

Sie stiehlt, was glitzert und funkelt.

Nicht das, das Letzte.

Und bringt's ins Versteck.

Scheiße.

Was ist? Warte noch. Halte sie hin, ja?

Gib mir 30 Minuten.

Pass auf ihn auf! Ich bin gleich wieder da, ja?

Frau Richterin, entschuldigen Sie bitte die Verspätung.

Ich bitte um einen Aufschub von 30 Minuten.

Ich habe gerade erfahren, dass mein Zeuge aufgehalten wurde.

Aber er ist auf dem Weg.

30 Minuten Herr Staatsanwalt. Danke.

Und keine Minute länger. Die Sitzung ist unterbrochen.

Handy klingelt. Ja?

Ich hab die Tatwaffe. Was?

Sie war vor eurer Nase.

Der Vater hatte nicht geblufft und der Junge wusste, wo sie war.

Er konnte es nur nicht sagen. Bist du sicher?

Eine Beretta, neun Millimeter. Benutzt. Blutspritzer.

Großer Gott, das ist ... Warte mal. Meine Mutter.

Wo bist du? Ich bin noch im Restaurant, wo der Mord passierte.

Ich hab die Tatwaffe. Ich bin gleich bei euch.

Der Junge wusste doch, wo sie war. Es heißt nicht umsonst,

Kindermund tut Wahrheit kund.

Scheiße.

Machen wir einen Tausch?

Ja.

Gut. In 20 Minuten bei der Anlieferung im Rückgebäude.

Hör zu, ich ... Das ist fantastisch.

Wenn Vareses DNA drauf ist, wird er ... Ich hab mich geirrt.

Was? Soll das ... Es tut mir leid.

Tun Sie dem Jungen nichts.

Meine Tochter wird Ihnen geben, was Sie wollen.

Oh, da bin ich mir sicher.

Das wird sie.

Und du bist also ... der Lino?

Na, Herr Staatsanwalt! Würden Sie uns freundlicherweise informieren,

ob in der nächsten Zeit noch mit Ihrem Zeugen zu rechnen ist,

oder ob wir den Pizza-Service kommen lassen müssen.

Sehe ich so aus, dass ich Pizza fresse?

Einfach lächeln. Genießen Sie's.

Also, was ist?

Lino, alles in Ordnung?

Alles wird gut. Du musst keine Angst haben, okay?

Die Waffe.

Das ist ganz leicht.

Lino? Kommst du bitte!

Tut mir Leid, du bist bezahlt.

Schuss!

Ich musste 16 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle laufen.

(schreit) 16!

Gut, dass deine Mutter meine Nummer hatte.

Und jetzt verschwindet, bevor ich es mir anders überlege.

Alles gut. Alles gut.

Dir kann nichts passieren. Okay?

Was wir hier durch die hysterische Staatsanwaltschaft erlebt haben,

ist die bewusste öffentliche Zerstörung meines Mandanten,

dessen Ruf, obwohl ihm nichts von den ungeheuerlichen Vorwürfen

nachgewiesen werden konnte,

systematisch und bösartig zerstört wurde. Das ist ...

Ich beantrage die Zulassung eines neuen Beweismittels, der Tatwaffe.

Lino!

Du weißt, dass dir jetzt keiner mehr wehtun kann, oder ?

Hmm.

Du kommst mich besuchen, versprochen? Versprochen.

Okay.

Na los, lauf zu deiner Mama.

Für dich.

Danke.

Sarah!

Das war ...

Danke.

Wie geht's dir? Mir geht's ...

Mir geht's gut.

Ja, das ist wirklich ...

Anton, das mit uns, das war ...

Ich wollte nie was Richtiges.

Und jetzt weiß ich, dass es ein Fehler war.

Das ist großartig.

Wir könnten ... Ich will mich nicht mehr belügen.

Bleib bei deiner Frau.

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