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BASIERT AUF WAHREN BEGEBENHEITEN. VIELE DER FIGUREN SIND FIKTIV.
JEDE ÄHNLICHKEIT MIT ECHTEN MENSCHEN ODER EREIGNISSEN IST REINER ZUFALL…
…VERFICKTER ZUFALL.
Mein Name ist Iván Márquez. Ich bin in Vallecas geboren.
Vor einigen Tagen wurde ich 30.
Was macht ein Typ aus Vallecas in einem Container,
der von Spanien nach Hongkong verschifft wurde
und mit 1,55 Milliarden Euro beladen ist?
1,55 Milliarden Euro.
Und meine Provision als Kurier betrug 3 %.
Wisst ihr, wie viel 3 % von so scheißviel Geld sind?
Das war im Jahr 2010, am Höhepunkt meines Lebens.
Das Leben kann so schön sein.
Aber es gibt immer jemanden, der es dir versauen will.
DER KURIER
Hallo.
Vielen Dank.
FUSSBALLSTADION VALLECAS
NEUE WOHNSIEDLUNG IM BAU
WIR GEBEN TRÄUMEN GRÜNES LICHT LEICHT, SCHNELL, SICHER
Die Kaufkraft der Argentinier sinkt…
Glaubst du, diese Wichser entschädigen irgendjemanden?
Verlass dich nicht darauf.
Indessen ist der Staat…
Was geht?
Sieh einer an!
Der große Held.
…und Kleinunternehmen überlebten durch Steuerhinterziehung…
-Hey, Sohn. Wie war dein Tag? -Super.
-Ach ja? -Ja, ich bekam 1.000 Peseten Trinkgeld.
Schön.
-Das könntest du hier auch verdienen. -Hör auf.
Neue Maßnahmen…
Dein Vater vermisst dich.
Kein Wunder, dass sie im Supermarkt stehlen müssen!
Ich weiß.
Aber ich habe eigene Pläne.
Ich weiß. Das ist es ja, was ihm so wehtut.
Mein Vater war früher mal mein Held.
Ich begleitete ihn, als er einen Kredit aufnahm,
um einen Veranstaltungsort für Hochzeiten und Feste zu eröffnen.
Das war im Jahr 1992.
Ja, das Jahr der Olympiade in Barcelona und der Expo in Sevilla.
Das war ein Jahr des Wohlstands.
Chorizos und Schweinekrusten. Und unseren Hauswein?
Und mein Vater nutzte es aus.
Bis die Jahre der Not kamen.
Die Rezession von 1993.
Eine Staatsverschuldung von 30 Billionen Peseten.
Eine Arbeitslosenquote von 25 %.
Dann sollen die verdammten Bullen eben kommen und mich verhaften!
Scheiße! Verdammte Scheiße!
Er sollte mit Würde zurücktreten.
Sieh ihn dir nur an.
-Treten Sie zurück, Señor González. -Alles Verbrecher.
Sie bestehlen uns, sonst tun sie nichts.
Das sind Diebe, verdammt. Diebe!
Sie kommen, stehlen und füllen sich die Taschen.
Immer wieder.
Diese Drecksäcke.
Geben Sie Spanien eine Chance.
-Das ist die Geschäftsidee des Jahres. -Das schon wieder.
Hört zu.
Wir kaufen eine baufällige Wohnung und richten sie schön her.
Wer, fragt ihr?
-Du und dein Cousin seid Maurer. -Komm.
Dann verkaufen wir sie und teilen den Gewinn unter uns auf.
-Du spinnst. -Warum?
Du und deine Projekte.
Die Preise schießen in die Höhe. Es ist garantierter Profit.
Und woher nehmen wir so viel Geld?
Von den Banken.
-Einfach so? -Sie werfen mit Krediten um sich.
-Weiß nicht. Ich will keinen Ärger. -Ich auch nicht.
-Leute, wie viel sind 50 Euro? -Zeig mal.
-Ich zahle noch in Peseten. -Macht zehn Euro für jeden.
-Oder 1.660 Peseten. -Die ziehen uns doch über den Tisch, oder?
2002, das Jahr, in dem der Euro die Peseta ablöste.
Locker eine der größten Abzocken aller Zeiten.
Schau, Señor Linares ist hackedicht.
Kennst du ihn?
Der Typ? Er ist ein Abgeordneter in Brüssel.
Ich war nie Klassenbester, aber ab und zu habe ich Ideen.
Ich mache das.
Gib mir den Schlüssel, Junge. Gib her.
-Soll ich lieber ein Taxi rufen? -Ein Taxi?
Mir geht es gut. Los jetzt. Ich muss um 9 Uhr in Brüssel sein.
-Ich kann Sie zum Flughafen fahren. -Zum Flughafen?
-Vorsicht. -Ich bin seit 20 Jahren nicht geflogen.
Sie können so nicht fahren. Na los, kommen Sie. Na bitte.
Den Schlüssel.
Für 300 Euro fahre ich Sie persönlich nach Brüssel.
Wenn mir noch Zeit zum Duschen bleibt, mache ich 500 daraus.
Abgemacht.
BRÜSSEL
Du bist zu spät.
Ich weiß. Tut mir leid.
Wer ist das?
Du kommst immer zu spät. Das ist das letzte Mal, okay?
Rein mit dir!
Hier.
-Warum 300? Ich raste mit 180 km/h her. -Mir blieb keine Zeit zum Duschen, oder?
Also. Geh zum Bus und verzieh dich.
Es gibt Momente im Leben, die alles für immer verändern können.
Das war so einer für mich.
Er ist eine Katastrophe.
Ich weiß nicht, was für Geschäfte Sie machen, aber…
Ich könnte es besser machen.
Er bestiehlt Sie.
Bist du sicher?
Zu 100 %.
Warte hier.
Er hat recht.
Er bestiehlt uns.
Du hattest recht.
-Wie heißt du? -Iván Márquez.
Was bist du von Beruf?
Ich bin ein guter Fahrer.
Und vertrauenswürdig. Nicht so wie dieser Mistkerl.
Willst du 10.000 Euro verdienen?
Na klar.
Dieser Mistkerl Linares war eine Katastrophe.
Und ich bin ziemlich neugierig.
Und ich liebe Geld.
-Guten Tag. -Guten Tag.
Alles Gute, Liebes.
-Gefällt es dir? -Sehr sogar.
Hey…
Hallo.
Seit wann arbeitest du für Anne?
Das ist mein erster Auftrag.
Carabanchel?
-Vallecas. -Ja, Vallecas.
Mein erstes Geschäft war ein Copyshop dort.
-Das ist kein übles Geschäft. -Nicht, wenn man schlau ist.
Weißt du, 1995 kam ein Journalist in den Laden.
Er musste ein Dossier kopieren. Ich las, worum es ging, sagte aber nichts.
Am Nachmittag ging ich zum Baustadtrat und sagte ihm, was auf ihn zukommen würde.
Er war fassungslos.
Er kannte mich nicht,
aber ich sagte ihm Dinge, die ihm den Arsch retten konnten.
So gewann ich sein Vertrauen.
Alle, die du hier siehst…
Sie alle vertrauen mir.
Denn Vertrauen ist das Wichtigste.
Kann ich dir vertrauen?
Natürlich.
Junge, das Glück ist mit denen,
die professionell, diskret und fleißig sind.
Das trifft genau auf mich zu.
Wie macht er sich?
Es ist eine Stute.
Für 10.000 Euro von Brüssel nach Madrid und zurück.
Der Deal des Jahrhunderts.
Aber so einfach ist es ja doch nie.
Guten Abend. Polizei.
Ihre Papiere?
Ich… Kein…
Französisch?
Niederländisch?
Englisch?
-Spanisch? -Ja, Spanisch.
-Ja? Ihre Papiere, bitte. -Klar.
Ist das Ihr Auto?
Nein. Es gehört einer Freundin.
Den Kofferraum aufmachen.
Wieso?
Den Kofferraum, bitte.
-Gehört das auch Ihrer Freundin? -Nein. Das ist…
Ich verkaufte soeben meine Wohnung in Madrid,
weil ich hier in Brüssel ein Geschäft aufbauen will.
Warum so viel Bargeld?
Kein Vertrauen in die Bank?
Gesehen, was in Argentinien los ist? Die Banken behalten das Geld der Leute.
Ich fahre jetzt.
Jetzt sofort.
Oder ich rufe im spanischen Konsulat an.
Komm, fahren wir.
Das war's?
So einfach? Sicher nicht.
Diese Mistkerle wollten mich testen.
Da wurde mir das Ausmaß der Sache, auf die ich mich da einließ, klar.
-Das war etwas übertrieben. -Ja.
Die Cops arbeiten für unsere Organisation.
Ich dachte, du vertraust mir.
Jetzt schon. Zu 100 %.
Mit einem kleinen Bonus, damit du dir Klamotten kaufst.
Das Erscheinungsbild ist wichtig.
Wir sollten feiern.
Merci, Antoine.
Merci, Antoine.
Mezcal. Mit einem Wurm drin.
Ich lebte zwei Jahre lang in Mexiko. Meine Eltern waren Diplomaten.
Mein halbes Leben reiste ich von Ort zu Ort.
Ich bin zum ersten Mal raus aus Vallecas.
Es war eine magische Nacht.
Was sagt er?
Nichts geht mehr.
Ja!
Alles auf die 23.
-Ganz sicher? -Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Komm schon…
-Dreiundzwanzig. -Ja!
Und wie verdammt magisch sie war!
Iván, das ist mein Mann François.
François Letissier.
Sohn eines Diamantenschmugglers,
Börsenmakler,
Mittelsmann für den Devisenhandel
und ein Riesenarschloch.
François, das ist Iván. Der junge Mann, von dem ich dir erzählte.
Komm mit.
An jenem Tag wurde ich zu einem belgischen Kurier.
Ich verdiente einen Haufen Kohle.
Ich fuhr Luxusautos.
Und der Job war ehrlich gesagt recht simpel.
Francisco Escámez. "Paco" für seine Freunde.
Er gab mir Geldkoffer, die ich nach Belgien schaffen musste.
Warum nach Belgien?
Weil es ein Paradies für den Diamantenhandel ist.
Und auch eines der Länder
mit den meisten Bankgeschäften weltweit.
Und weil nur zwei Kontrolleure
das gesamte Bankensystem des Landes überwachen.
Sie simulierten dort Diamantenkäufe, um das Geld zu waschen,
und überwiesen es dann an unsere Kunden in der Schweiz.
Das Schwarzgeld war nun reingewaschen.
Aber woher kam all das Geld?
Treffer.
Paco Escámez war bekannt als "Mr. 3 %".
Er war das Bindeglied zwischen Belgien und den spanischen Kunden.
Der Mann verkehrte mit Geschäftsleuten, Bankern, Politikern und Bauherren.
Sie hatten eines gemein.
Manche widmeten öffentlichen Grund um und genehmigten Bebauungspläne.
Andere vergaben Kredite zu extrem niedrigen Zinssätzen.
Wieder andere bauten Wohnsiedlungen und Kaufhäuser auf dem umgewidmeten Land.
Dann teilten sie unter sich
die überhöhten Kosten und Provisionen auf,
die natürlich unter dem Tisch bezahlt wurden.
Escámez sammelte das Schwarzgeld ein
und berechnete 3 % Provision, um es nach Belgien zu senden.
Und wer bezahlte für den Spaß?
STEUERERKLÄRUNG
Die üblichen Idioten.
Die Steuerzahler.
Lourdes, es ist kein Schinken mehr da.
Und wie heißt sie?
Die Stute.
-Du meinst das Pferd? -Ein Renn- oder Springpferd?
Es ist ein Hengst.
-So ein Zufall. Ich auch. -Klar.
Schatz, sag ihnen, wir gehen in einer halben Stunde.
Okay.
Wage es ja nicht.
-Fleiß und… -Ich meine es ernst.
Hier.
Und noch ein Rat.
Geh zum Zahnarzt.
Ein Lächeln macht viel aus.
Okay.
GENF
Schweizer Pünktlichkeit.
Was tun wir hier?
Manches ändert sich. Belgien ist nicht mehr so sicher.
Wir haben hier unseren Partner.
Wie viel?
-Vierzehn Millionen. -Wow.
Das spanische Wunder.
Es ist verrückt.
Sogar Freunde aus Vallecas beantragen Wohnkredite.
Mehr Wohnbau bedeutet mehr Schwarzgeld.
Champagner.
-Du bist ein Arsch. -Aber nein. Also, gehen wir?
Ja, gehen wir.
Aber wir gehen zusammen, ja?
Warum seid ihr Spanier immer so laut?
Das wird richtig teuer.
Ein ungleiches Paar.
Was er in seinem Aktenkoffer hat, kann viel ausgleichen.
-Na gut, zurück zum Geschäft. -Ich komme mit.
Es sind 14 Millionen.
Ich will was lernen.
Perfekt.
Iván, das ist unser Partner, Herr Stoffel.
Herr Stoffel hatte mithilfe eines IT-Experten
in seiner Filiale das perfekte System geschaffen,
um Geld zu waschen und Bücher zu frisieren.
Mit Euros aus Spanien kaufen wir Diamanten und verkaufen sie in Dollar,
die in der Schweiz bleiben.
Der Ursprung des Geldes ist unwichtig.
Deshalb benutzen wir Diamanten.
Wir können garantieren, dass es null Risiko birgt.
Somit sind diese Diamanten
nur kleine Steine für unsere Kunden, aber eine Riesenchance für die Bank.
So konnte er alle möglichen Transaktionen durchführen,
und seine Chefs oder die Ermittlungsbehörden
würden keine Spur davon finden.
Im Gegenzug für seine 3 % Provision natürlich.
NEUE ÜBERWEISUNG: 14.000.000 €
Nein, Mama, ich kann nicht.
…aus dem Ausland und Spanien.
Ich arbeite ohne Pause.
BAUSTADTRAT VON MARBELLA
Ich besuche euch, sobald ich kann, okay?
Mama, ich muss los, okay?
Hab dich auch lieb. Tschüss.
…den Bau von neuen Luxuswohnungen
auf einem Gemeindegrundstück, das aktuell nicht genutzt wird.
Nichts davon wäre ohne die Unterstützung meiner Frau möglich gewesen…
Wie gesagt, ich war nie Klassenbester.
Aber ich habe viele Ideen.
Dreister Hund.
Ich musste nur etwas Geduld haben.
-Hör auf, bitte. -Okay.
Ich habe kein Problem damit, eine Szene zu machen.
Ich will nichts mehr hören.
Espresso.
-Gib mir einen Kuss. -Du bist eine Nervensäge.
Was?
-Was wird das, Kumpel? -Ganz ruhig.
Warum bist du seit Tagen hier?
Schau in den Rucksack.
-Was? -Da, im kleinen Fach.
Zehntausend Euro.
Die sind für dich.
Okay, und wofür?
Das ist geschäftlich, ja?
Ich muss Kameras im Zimmer anbringen.
Okay, aber ich mache es.
Du passt hier auf.
Wir reden dann, ja?
Wenn ich nicht sauer werden soll, nimm bei mir den verdammten Ring ab.
-Wir reden im Zimmer. -Du bist unmöglich.
Sind Sie Spanier?
Nein, Japaner, Süßer.
Hätten Sie eine Zigarette für mich? Ich habe nirgends welche bekommen.
Mit dem Gesicht wird dir selten etwas abgeschlagen, was?
-Wie viele? -Eine. Eine reicht.
Hier, Hübscher.
Vielen Dank.
Dann viel Spaß.
-Werden wir haben, Süßer. -Ist ja gut.
Das nervt dich, was?
Scheiße.
Yannick.
Iván.
-Du sprichst gut Spanisch. -Ich bin in Madrid aufgewachsen.
-Ach was. Wo genau? -Carabanchel.
Vallecas.
-Wie viel wirst du ihnen abknöpfen? -Ich will kein Geld.
Ich meine, schon, aber…
Auf anderem Wege.
Brauchst du einen Partner?
Yannick war auch nie Klassenbester.
Er hatte andere Talente.
Er packte Probleme an, ohne zu zögern.
Er hatte überall Freunde.
Vor allem in Madrids Nachtleben.
Er sprach mehrere Sprachen. Und er war der König jeder Party.
Der König jeder verdammten Party.
BRÜSSEL
Schon klar, Mama.
Ich weiß, aber ich kann es nicht ändern.
Okay.
Okay, ich versuch's. Küsschen.
Himmel.
Meine Mutter will mich unbedingt sehen.
Nimm dir frei, so lang du willst.
-Sicher? Es wäre nur eine Woche. -Kein Stress.
Familie ist wichtig.
Was meinst du?
Die Uhr verrät nichts Gutes über dich.
Wieso nicht?
-Für mich? -Ja.
Die Uhr und die Schuhe sagen alles über eine Person aus.
Alles Gute zum Geburtstag.
Die ist toll.
Ich hatte natürlich Besseres zu tun, als meine Eltern zu besuchen.
Guten Abend, Señor.
Guten Abend. Ist Señor Ocaña hier?
Ja, der Herr da drüben.
Okay, danke.
Verzeihung, Monsieur Ocaña?
Wir haben ein Geschenk für Sie.
Hier entlang, bitte.
Okay. Mal sehen, was Mohammed für mich hat.
Nichts ködert einen spanischen Tölpel mehr als ein paar französische Worte.
Okay, Jungs. Hört mal.
Macht euch nicht das Leben schwer. Das ist illegal. Ich rufe die Polizei.
-Sicher? -Absolut.
Ich bezweifle, dass Ihre Familie oder Freunde das sehen wollen.
Was wollt ihr?
-Information. -Journalisten also.
-Für wen arbeitet ihr? -Keine Journalisten.
Wir bringen Geld von Spanien in die Schweiz.
Wir wollen eine Zweigstelle hier in Marbella.
Aber wir brauchen Kontakte.
Okay.
Ich erkläre euch mal, wie das so funktioniert, ja?
Also, niemand,
und ich meine wirklich niemand, wird seine Ersparnisse Fremden überlassen.
Aber wir werden keine Fremden mehr sein.
Dabei werden Sie uns behilflich sein.
Marbella. Bis in die 60er Jahre ein Fischer- und Handwerkerdorf.
Bis die Touristen kamen.
Und das Geld.
Und Bauunternehmer.
Und noch mehr Touristen, noch mehr Geld, noch mehr Bauunternehmer.
Dann der Jetset.
Und dann
kam er.
Das ist alles, was ich habe. Immer, da ich nichts ausgebe.
Wenn ich ausgehe, werde ich eingeladen.
Der Fettsack da drüben ist Baustadtrat.
Der Dürre da ist Gesundheitsstadtrat.
Der Große ist Bauunternehmer. Auch als "unersättlicher Schwanz" bekannt.
Kapiert?
Was passiert mit dem Video, Iván?
Stellen Sie mich erst vor.
Allen.
Kommt mit.
Señores, das ist mein Neffe Iván und sein Geschäftspartner Yannick.
Er kann gut mit Zahlen.
Er schlug uns alle immer in Monopoly. Der kleine Mistkerl. Nicht wahr?
Also…
Ich wusste es damals nicht, aber diese Party wurde
von meinen künftigen Freunden von der UDEF beobachtet,
der Einheit für Finanz- und Steuervergehen.
Dieser Junge, Lucía.
Wer ist das?
Keine Ahnung, aber ich finde es heraus.
-Da… -Okay.
…wurde Comisario Roig zum ersten Mal auf mich aufmerksam.
Was wir anbieten, ist Diskretion,
Professionalität,
Sicherheit
und vor allen Dingen die sofortige Verfügbarkeit des Geldes.
Das klingt alles schön und gut, aber wir arbeiten schon lange mit Escámez.
Und wir hatten nie Probleme, aber du… Nun, du weißt schon.
Wir kennen dich nicht.
Natürlich. Klar kennt ihr ihn noch nicht.
Das stimmt. Niemand kennt diesen Kerl.
Darum halte ich Iváns Angebot für sicherer.
Diskretion und Vernunft dürften Escámez,
wie mir scheint, nicht mehr so wichtig sein.
Ich meine, kommt schon, Leute.
Er ist mein Neffe. Er ist vertrauenswürdig.
Ich würde ihm mein Leben anvertrauen. Und mein Geld noch dazu.
Hört mal, ich brauche jemanden, der mir Sicherheit bietet,
weil ich ein Risiko eingehe.
Ich riskiere alles.
Alle wollen ein Stück vom Kuchen.
"Ocaña, widme dieses Land um." "Klar."
"Ocaña, die Stadtplanung." "Klar."
"Ocaña, einen Golfplatz." Verfickt noch mal.
Ernsthaft. Was immer ihr wollt.
Ich habe nie Nein gesagt. Aber wir machen es auf meine Art.
Mit meinen Leuten, meinem Team, meiner Familie.
Sofortiger Zugriff in unter 24 Stunden.
Was will man mehr? Freunde, für uns läuft es gut.
Es läuft verdammt gut.
Und es geht noch besser. Aber wir müssen Vertrauen haben, verdammt.
GENF
Eine Goldgrube.
Escámez wird nicht gefallen, dass du ihm Kunden stiehlst.
Mach dir keinen Kopf. Es ist genug Geld für alle da.
Und seine Kunden sind tabu. Versprochen.
Du lernst sehr schnell.
Ich habe die beste Lehrerin.
-Gehst du schon? -Ja.
François erwartet mich. Weihnachten mit der Familie.
Geh nicht.
Bleib bei mir.
Gehst du immer gleich aufs Ganze?
Ich will eben alles.
Tut mir sehr leid.
Ich muss gehen.
Das ist für dich.
Und das ist auch für dich.
Und das ist für Papa.
Womit verdienst du dein Geld?
Ich arbeite mit Leuten in Brüssel.
Import und Export.
Und was importiert ihr?
Wir bieten Finanzdienstleistungen für unseren Kundenstamm.
Wir bewegen ihr Geld.
Bist du jetzt wie diese Politiker im Fernsehen?
Du redest viel, sagst aber nichts.
Es läuft toll für mich, okay?
Hast du den Porsche gesehen? Und schau dir diese Uhr an.
Ich weiß nicht, was du treibst,
aber schnelles Geld…
…bringt nur Ärger, glaub mir.
Du irrst dich, Papa.
-Geld löst alle Probleme. -Für wen hältst du dich?
Kluge Leute machen und brechen Gesetze. Klugscheißer landen im Knast.
Ich lande lieber hinter Gittern,
als wie du zu enden und den ganzen Tag den Fernseher zu beschimpfen!
Sei nicht respektlos!
Ich habe nie gestohlen und ehrlich gearbeitet…
Und wofür? Was hast du dafür vorzuweisen?
-Wenigstens kann ich nachts gut schlafen. -Schlaf ist mir egal.
Ich lebe lieber mein Leben.
-Du wirst das bereuen. -Es reicht. Genug.
Das kotzt mich an!
Sie ist sehr schön, Sohn. Danke.
-Sieh an, wer da ist. -Was geht?
-Was ist das für ein Auto? -Ach…
-Wie geht's? -Was geht, Iván? Oder eher "Don Iván"?
-Was für eine Verwandlung. -Und bei euch so?
-Immer noch hier. Alles wie immer. -Wir handeln mit Immobilien.
Kredite aufnehmen, alte Wohnungen kaufen, renovieren
und für viel Geld verkaufen.
Ihr habt meinen Rat befolgt, gut.
Ist das deiner?
Was steht da?
BAUUNTERNEHMEN EL HUESO
Echt toll, Mann.
Tage des Wohlstands.
Der Bauboom war die Lösung für jedes Problem.
Und alle schienen davon begeistert.
Weder der übelste Terroranschlag Spaniens noch der Regierungswechsel
änderten was daran.
Ich verspreche Ihnen, Macht wird mich nicht verändern.
Haufenweise Schwarzgeld floss ins Land.
Er heißt Iván Márquez.
Er kommt aus Vallecas und arbeitete für den Parkservice eines Golfclubs.
Vorstrafen?
Keine. Er ist sauber.
Wie passt ein Einparker ins Bild?
Er macht scheinbar mit Ocañas Segen Geschäfte in der Gegend.
Immer mit dem Marokkaner.
Es gibt immer einen Einparker, der nach dem schnellen Geld greift.
Wir bieten Diskretion,
Sicherheit
und vor allen Dingen sofortige Verfügbarkeit.
Jede Summe in unter 24 Stunden.
Ihre Identität bleibt geheim.
Chechu, hallo. Wie geht's?
Genau wie Ihr Geld. Die Kapazitäten sind begrenzt.
Also überlegen Sie es sich.
Die Lage ist kritisch.
Bereden wir das mal.
-Was machst du hier? -Und du?
Tja, ich bin eben hier.
Du siehst anders aus.
Danke. Du bist so hübsch wie eh und je.
Papa sagt, bei dir läuft es super.
Ja. Ich machte mich selbstständig. Es läuft recht gut.
-Er spielt für Hércules, oder? -Real Madrid.
Oberste Liga, was?
Ich bin wählerisch.
-Ich spiele jetzt auch oben mit. -Sehe ich.
Hey, Iván.
Wie schön. Ist eine Weile her.
-Wie geht's? -Mir geht's gut.
-Du hast dir die Zähne machen lassen. Gut. -Francisco, ich kann es erklären.
Nein, alles gut. Nichts zu erklären. Es ist ganz simpel.
Das Geld, das ihr verdient, entgeht mir.
Angebot und Nachfrage, schon klar, aber ich mag keinen Wettbewerb.
Du pfuschst mir bei meinen Kunden rein. Das hat Konsequenzen.
Alles okay hier?
Alles super. Gehen wir.
Vergiss es, Iván.
Die Braut bringt nur Ärger. Du brauchst eine aus deiner Gegend.
Die ist scheiße. Da aufzuwachsen lehrt dich nur, zu wissen…
-…wann du abhauen musst. -Genau.
-Was reizt dich an der reichen Tussi? -Alles.
Klar. Du willst immer, was du nicht haben kannst.
Vollidiot.
Was soll das?
Was wird das? Hey!
Hey!
Ganz ruhig…
Seid schlau. Verzieht euch aus Marbella.
-Alles in Ordnung? -Bei dir?
Sachte. Komm schon.
Wir hatten uns übernommen.
Also mussten wir die Strategie ändern.
Ich muss sagen, ihr habt echt Eier in der Hose.
Wie geht's mit den Verletzungen?
-Besser. -Was gebrochen?
So sind die Spielregeln.
Wissen wir.
Was habt ihr dann nicht verstanden?
Wir verlassen Marbella nicht.
Aber hören Sie, Don Francisco, die Costa del Sol ist ein Paradies.
Das wissen wir alle.
Und niemand kommt ohne Petrus' Erlaubnis ins Paradies.
-Sprich weiter. -Ihre Kunden sind tabu.
-Wir halten uns fern. -Gut. Weiter.
Und für unsere Kunden bekommen Sie 10 %.
-30 %. -20.
Dreißig in den ersten zwei Jahren, danach 20 %.
Abgemacht.
Petrus regiert das Paradies.
Gut gespielt, Junge.
Nur eine Sache noch.
Halte dich von meiner Tochter fern.
Das Leben kann so schön sein.
Es ging wieder los.
Und immer weiter.
Vergiss es, Süße. Tote Hose.
Was machst du hier?
Wir müssen reden.
Entschuldige das Chaos.
Wir haben gestern gefeiert.
Was gibt's?
Ich habe kein Recht, dir etwas vorzuschreiben,
aber du solltest dich mal einbremsen.
All das wirkt sich auf unsere Geschäfte aus.
Komm mir nicht so, Anne!
Keiner bringt so viel ein wie ich.
Ihr solltet mir den Arsch küssen. Geh mir nicht auf die Eier!
-Tut mir leid, okay? Verzeih mir. -Iván…
Geld ist das Beste auf der Welt,
aber es kann auch gefährlich sein.
Was soll ich also tun?
Anfangen zu sparen? Ein Haus kaufen? Eine Freundin suchen?
François hat einen Hinweis erhalten.
Es sind Ermittlungen im Gange.
Die Polizei ist hinter Escámez her, aber wir, die mit ihm arbeiten,
könnten auch Ärger kriegen.
Scheiße.
Wir müssen unsere Geschäfte schützen.
Danke für die Warnung.
Gehst du schon?
Ich muss gehen.
Bleib noch.
Pass auf dich auf.
Scheiße. Wo sind die verfluchten Wanzen?
Scheiße.
-Du verrenkst dir noch den Hals. -Ein Auto folgt uns.
-Welches Auto? -Dreh dich nicht um.
-Ich sage dir, der Wichser verfolgt uns. -Du bist paranoid.
-Bin ich nicht. -Doch.
Iván, wir fahren zur Party des Jahres.
Die Crème de la Crème wird da sein. Entspann dich, okay?
Okay.
Die Party in der Markthalle war das Event des Jahres.
Sie kostete ein Vermögen.
Aber warum nicht mehr Steuergelder ausgeben,
um die Costa del Sol bekannt zu machen?
-Treffen wir uns die Woche mal. -Sehr gern.
Iván, komm her. Ich stelle dich vor. Hey, Yannick.
Darf ich vorstellen?
Das ist Carmen, Málagas Vize-Bürgermeisterin.
Das ist Manolo vom Umweltamt.
Antonio von Sevillas Industrieministerium. Und seine Frau…
Joana.
Das ist mein Junge.
Tja, das Schicksal treibt uns immer wieder zusammen.
Immer weiter rauf, was?
-Ich würde mich mit dem Teufel anfreunden. -Ach ja?
Wenn er Geld hat, ja.
-Wann gehen wir mal aus? -Papa würde mich umbringen.
-Ach was. Er vergöttert dich. -Stimmt. Er würde dich umbringen.
Glaube ich gar nicht. Dank mir verdient er ein Vermögen.
Gib mir deine Hand.
Ruf mich mal an und führ mich schön aus. An einen besonderen Ort.
Es läuft gut, mein Freund.
-Und ihr Vater? -Was ist mit ihm?
Echt jetzt?
-Weißt du noch, was er zu dir sagte? -Ja, klar.
Du verarschst mich, oder? Willst du wieder vermöbelt werden?
Schau mal.
Hatte ich recht oder was?
-Ich kläre das. -Was?
Iván.
Ich will Ihren Boss sprechen.
Wir fahren Ihnen nach.
Comisario.
Guten Morgen. Kommen Sie nur.
Erst mal vielen Dank für Ihre Kooperation. Sie sind Iván und Yannick.
Comisario Manuel Roig. Ich leite diese Ermittlungen.
-Es geht um… -Was? Welche Ermittlungen?
Klar, Sie haben keine Ahnung, worum es geht.
Nein, tatsächlich nicht. Wir wissen nichts.
-Warum werden wir beschattet? -Ich erkläre es gern.
Wir beschatten Sie, weil wir ziemlich sicher sind,
dass Sie mit Ocaña und Escámez geschäftlich zu tun haben.
-Was ist daran falsch? -Sehe ich für Sie wie ein Idiot aus?
-Sie wissen genau, was die zwei treiben. -Nein.
-Ach nein? -Wir wissen nicht, was sie treiben.
Hören Sie, wir machen Öffentlichkeitsarbeit.
Wir planen Partys, Events… Wir arbeiten mit vielen Leuten zusammen.
Wie schade, Iván.
Schade, denn in diesem Geschäft landen Laufburschen wie Sie im Knast,
während die Bosse ungeschoren davonkommen.
In diesem Fall, und das wird Ihre einzige Chance sein,
kann es einmal anders kommen.
Wenn Sie mir helfen, kann ich Ihnen helfen.
Wir sind Kuriere.
Wir transportieren Taschen, aber deren Inhalt geht uns nichts an.
Iván, Sie sind Kuriere im Bereich von Devisenschmuggel und Geldwäsche
als Teil einer kriminellen Vereinigung, worauf acht bis zehn Jahre Haft stehen.
Sie müssten ein Drittel der Strafe absitzen.
Haben Sie die geringste Vorstellung davon,
wie es ist,
drei Jahre in einer Zelle zu verbringen?
Es trifft entweder Sie, die Laufburschen…
…oder die Bosse.
Sie entscheiden, denn wenn ich es tue,
landen Sie alle im Knast.
-Was wollen Sie? -Was glauben Sie, was ich will?
Und was kriegen wir?
Eine zweite Chance, die ich Ihnen rate zu nutzen.
POLIZEIREVIER
Überleg gar nicht, okay?
-Sie oder wir. -Wir sind im Arsch, Iván.
Sag mir, warum sind wir im Arsch?
Wenn sie diesen Wichser Escámez fassen, gehört das Business uns.
Und wenn er dahinterkommt, wird's ungemütlich.
-Er kommt nicht dahinter. -Glaubst du das echt?
Wenn sie ihn verhaften, aber uns nicht?
Viel Glück, Partner.
Was soll das, verdammt? Komm her.
Dir auch viel Glück.
Mach's gut.
Die einzige Lösung war, das Land zu verlassen.
Ich brauchte nur eine gute Ausrede.
-Hallo? -Leti?
Magst du Überraschungen?
Ich liebe sie.
Schnapp dir deinen Pass.
Wow.
Ist das dein Ernst?
Du kennst dich aus, was?
Okay, tut mir leid. Ich habe deine Anrufe nicht gesehen.
In Paris.
Sie sagte ihrem Vater, dass sie bei mir war.
Und dass sie alt genug sei, selbst zu entscheiden,
und wir ein wenig durch Europa reisen würden.
So würde Escámez keinen Verdacht schöpfen, wenn er verhaftet wird und ich nicht.
-War er sauer? -Ein bisschen.
Aber ich sagte, ich bin alt genug, um selbst zu entscheiden.
-Ist das für mich? -Mach auf.
Gefällt er dir?
Ich liebe ihn.
Er ist wunderschön.
Flüge, Hotels, Geschenke…
Das Alibi hat mich ein Vermögen gekostet.
BRÜSSEL
Ich verprasste viel Kohle.
-Komm schon! -Ja!
Aber was soll's? Wozu Geld haben, wenn man's nicht ausgibt?
Iván?
Schön, dich zu sehen.
-Ebenfalls. -Du musst Leticia sein?
Sehr erfreut.
-Ihr seid ein schönes Paar. -Danke.
-Nicht wahr? -Wie geht es Don Francisco?
Er arbeitet viel, wie immer.
Er freut sich bestimmt.
Über eure Beziehung, meine ich.
-Gehen wir? -Ja.
Was tut er hier?
Sie ist hübsch.
Sie muss früher umwerfend gewesen sein.
Ist sie noch, finde ich.
Wir hatten viel Spaß.
Ich musste nur abwarten, dass die Bombe platzt.
Dann leitete Roig "Operation Malaya" ein, die Korruption bei der Stadtplanung
in Spaniens Städten aufdeckte, angefangen bei Marbellas Stadtrat.
Dutzende Verhaftungen, Hunderte Millionen beschlagnahmte Assets.
In den zwölf Jahren ihrer Amtszeit waren Kräne in Marbella omnipräsent.
Jährlich 13.000 neue Wohnungen,
die laut Opposition und Unternehmen
ohne die nötige Wartung und Infrastruktur auskommen mussten,
was letztendlich zum Kollaps
eines der wichtigsten Tourismuszentren Spaniens führte.
Leti.
Hey.
Ich muss zurück nach Madrid.
…Juan Antonio Roca. Ein Team der Finanzpolizei…
Du weißt, ich kann nicht mitkommen.
Ich weiß.
…eine Strategie,
um Struktur und Funktionsweise des Systems zu untersuchen.
Festgenommen wurden der damalige…
Benimm dich, ja?
…Juan Antonio Roca, die Bürgermeisterin, Sol Yagüe,
und die Vize-Bürgermeisterin, Isabel García Marcos.
Die Operation Malaya wirft viele Fragen darüber auf,
wie ein solches System aufgebaut…
Sobald Leticia weg war, konnte ich wieder loslegen.
Es wurde Zeit, den Einsatz zu erhöhen.
Scheiße, was mit Escámez passiert ist, aber es ist keine Tragödie,
da ich seine Kunden übernehmen kann.
Ich kenne sie alle.
Ich hebe ihm seinen Anteil auf, fertig.
Er will seine Kunden übernehmen, solange Escámez einsitzt.
Der Bauer will König werden.
Was hat er gesagt?
Wir müssen uns zurückziehen, bis sich alles beruhigt hat.
Und das Geld, das in der Schweiz ankommen muss?
Mein Freund, die Wirtschaft verläuft in Zyklen.
Die Party ist vorbei.
Jetzt bündeln wir unser Geld und warten, bis der Sturm vorbei ist.
Er sagt, harte Zeiten stehen bevor.
Die Blase wird bald platzen, Iván.
Europa wird den Hahn zudrehen, solange die Krise andauert.
Krise? Es wird mehr gebaut denn je.
-Banken vergeben ohne Ende Kredite. -Genau.
Wir müssen eine Weile untertauchen. Vertrau mir.
Ja, ich hätte auf sie hören sollen.
Aber ich hatte noch Kohle übrig und konnte zurück nach Madrid,
also rief ich Yannick an.
Den König jeder Party.
Und die Party lief so lange, bis das Geld ausging.
Was zur Hölle tust du in Madrid?
Arschloch.
Mama?
Iván.
Dein Vater ist gestorben.
Ich hatte keine Arbeit, kein Geld
und kein Koks.
Nur Schuldgefühle, weil ich nicht da war, als Papa starb.
Es gab nur eine Lösung.
Ich musste nach Hause.
Es tut mir so leid, Mama.
Es tut mir so leid.
Ich gebe dir etwas Zeit mit ihm.
François hatte recht. Harte Zeiten standen bevor.
Die Wirtschaft Spaniens spielt in der Champions League
der Weltwirtschaft mit.
Die erste große Finanzkrise des 21. Jahrhunderts.
Die Immobilienblase. Lehman Brothers und der ganze Scheiß.
Die Umstände werden die Entwicklung der spanischen Wirtschaft
nicht nennenswert beeinflussen.
Aber das haben sie. Sehr sogar.
Ich gehe auf der Jacht aufs Klo.
Beim Pissen sehe ich, vor mir hängt ein Scheiß-Miró!
-Nein! -Ernsthaft?
-Ja. -Wirklich?
-Ein Scheiß-Miró an der Wand. -Irre.
Ganz schön fein, was?
Sag mal, was ist mit Pantoja? Hast du sie mal kennengelernt?
Was ist das?
-Pantoja ist toll. Wirklich. Julián auch. -Ich wusste es.
Das ist so verrückt. Du solltest ein Buch schreiben.
-Werde ich vielleicht. -Ich muss vorkommen.
Richtig. Wir alle.
-Leute, auf Iván, der wieder zurück ist. -Auf Iván.
-Auf dich. -Schön, dich zu sehen, Bruder.
-Sergio, leih mir dein Auto. -Wohin willst du?
Zufall? Schicksal?
Ist doch egal.
Mein Instinkt sagte mir, dass da eine Geschäftsmöglichkeit war.
Und die wollte ich nicht verpassen.
LEBENSMITTELLADEN
Wenn du noch mal hier auftauchst, brechen wir dir die Knochen, klar?
Glasklar.
Er heißt Yao Ming.
Ich lernte ihn kennen,
als er Land in Marbella kaufen wollte, aber wovon du redest…
-Das sind Peanuts für Yao. -Und all die chinesischen Läden in Madrid?
Peanuts.
Yao Ming nimmt viel Schwarzgeld ein, aber nur ein Bruchteil kommt davon.
Woher kommt's dann?
Import im großen Stil.
Um die Steuern beim Zoll zu reduzieren,
deklariert er Waren mit einem Wert, der stark unter dem tatsächlichen liegt.
Aber seinen chinesischen Lieferanten muss er nun mal den wahren Preis zahlen.
Klar?
Also schickt er ihnen den Rest des Geldes in bar.
Und wie?
Auf dem üblichen Weg.
Sie verstecken es in Koffern mit falschem Boden,
tragen es am Körper,
es ist in Stofftieren drin…
Manchmal wird einer erwischt. Aber es ist genau wie bei Drogen.
Für jeden, den sie fassen, kommen zehn durch.
Es gibt ja genug Chinesen, nicht?
Hör zu, Yao Ming
ist verdammt ehrgeizig.
So wie du und ich.
Wenn dir ein besseres System einfällt, wird er sicher zuhören.
Verstehst du mich?
Vielen Dank.
Iván, vergiss mich nicht.
Ich muss die Schulgebühren meiner Tochter und meine Hypothek zahlen, okay?
-Verlass dich drauf. -Gut.
"Schwarzgeld". Das Zauberwort.
GENF
Iván.
Du siehst fantastisch aus.
Danke.
Du auch.
Champagner?
Wasser.
Ernsthaft?
Wie geht's? Was hast du die letzten Monate getrieben?
Nicht viel.
Also, was hast du mir so Wichtiges zu sagen?
Ein Geschäftsangebot.
Also, die Chinesen jonglieren mit enorm viel Schwarzgeld in Spanien.
-Sie schicken es über Kuriere nach China. -Iván…
Die Dinge haben sich geändert.
Es ist schwer, Geld in die Schweiz zu bringen.
Es wird mehr kontrolliert.
Außerdem fließt das Geld jetzt wegen der Krise in die andere Richtung.
Unsere Kunden brauchen Bargeld, das wir nach Spanien zurückbringen müssen.
Ich habe eine Lösung.
Anne musste Geld aus der Schweiz nach Spanien bringen,
und Yao Ming musste es rausschaffen.
Das Geld unserer Kunden liegt in der Schweiz.
Der Plan ist, das Geld nach China, auf Ihre Konten, zu überweisen,
und Sie bezahlen uns in Spanien in bar.
Und wir bekommen unsere berühmten 3 % Provision.
Warum sollte ich Ihnen vertrauen?
Ihre Kontonummer, bitte.
Sag sie ihm.
Reichen erst mal 3.000.000 €?
Drei.
IHRE ÜBERWEISUNG WIRD BEARBEITET…
SIE HABEN 3.000.000 € ERHALTEN
Ein echt guter Deal.
Madame.
Junger Mann.
Yannick.
Wie geht's dir, Bruder?
Nein, hör zu.
Ich habe eine irre Geschäftsidee.
Ja.
Hör mal, ich könnte einen Partner gebrauchen.
Bist du dabei?
Okay.
-Guten Abend. -Guten Abend.
Danke, Señor.
Das Leben kann so schön sein.
Aber es gibt immer jemanden, der es dir versauen will.
Was für eine Überraschung.
Paco.
-Wie geht es dir? -Gut. Sehr gut.
Wir feiern, dass das Verfahren eingestellt wurde.
Verstehe.
Wie geht's euch?
Ich hörte vom Deal mit den Chinesen.
Wahnsinn. Das hat sich schnell rumgesprochen.
Ja. Aber seid vorsichtig. Den Chinesen kann man nicht trauen.
Obwohl, wem kann man heutzutage schon vertrauen?
Sechs Monate Haft,
anderthalb Jahre auf Bewährung.
Kein Besuch, kein Anruf…
Paco.
Wir mussten untertauchen.
Klar. Ich hätte dasselbe getan.
Aber eine Sache würde ich nie tun.
Ich würde nie Leute verpfeifen.
-Iván! -Arschloch!
-Komm runter. -Iván.
Siehst du?
Daran merkt man, er kommt von ganz unten.
-Gehen wir. -Ja.
Escámez war nicht der Einzige, der es mir versauen wollte.
Richtig versaut hat es mir einer, den ich nur einmal gesehen hatte.
Falciani, der IT-Typ, der für Stoffel arbeitete.
Okay!
Er ließ keine Dokumente da?
Hey. Was ist los?
Dieser Wichser! Sieh dir das an!
DIE "FALCIANI-LISTE" - EIN MASSIVER BETRUG
Was ist das?
Wer ist Falciani?
Er hat eine Liste geheimer Bankkonten geleakt,
auf der alle unsere Kunden stehen.
Hey, ganz ruhig. Was ist mit Stoffel?
Er und François setzten sich mit dem Geld ab.
Sie werden uns suchen.
Iván.
Wir müssen verschwinden.
Danke.
Verdammte Scheiße.
Raus. Na los.
-Aussteigen. -Raus!
Na los!
Los jetzt.
Rein da. Na los.
-Rein mit dir. Los. -Okay.
Fahren wir!
Los, beweg dich. Hier lang.
Sachte.
Los, Bewegung.
Lasst sie. Keine Sorge, Anne, okay?
Hinsetzen.
Yao.
-Was soll der Mist? -Die Polizei ist hinter uns her.
-Damit haben wir nichts zu tun. -Ich habe Informanten bei den Bullen.
Was hast du ihnen erzählt?
Yao, wir sind Freunde. Ich sprach nicht mit ihnen.
Warum sollte ich?
Sie werden dich früher oder später fassen. Ich kann nicht riskieren, dass du redest.
Es ist ganz egal, ob sie mich erwischen, denn ich werde ihnen nichts sagen.
Kein Wort. Ich werde schweigen wie ein Grab.
Klar, wie ein Grab. Wie letztes Mal?
-Wie gesagt, ich habe Informanten. -Scheiße, das war was anderes.
Okay? Escámez ist ein Drecksack.
Nur so konnte ich ihn loswerden.
Und deinen Arsch retten. Jetzt muss ich meinen retten.
Knall ihn ab!
Nein, halt! Warte mal, okay?
Hör zu, Yao. Was wirst du mit deinem Geld machen?
Die Bullen werden alles durchsuchen.
Du musst dein Geld aus Spanien rausschaffen.
-Die Schweiz ist keine Option mehr. -Ich weiß, aber es gibt andere Wege.
Hör zu…
Ich verlasse das Land mit dem Geld.
Dein Geld wird in Sicherheit sein, und ich werde nicht gefasst.
-Ich bin in deinen Händen. -Schön. Na gut. Erzähl mir mehr.
Große Probleme
erfordern große Lösungen.
Bist du dir sicher?
Nur so kann ich Yaos Geld wegschaffen und aus dem Land verschwinden.
Und außerdem, weißt du, wie viel 3 % von 1,55 Milliarden sind?
Ja.
Es sind 46,5 Millionen.
Genug, um uns zur Ruhe zu setzen.
Leute wie wir gehen nicht in Rente.
Ich weiß.
Aber wir könnten Urlaub gebrauchen.
HONGKONG
Iván Márquez!
Das ist ein internationaler Haftbefehl aus Spanien.
Sie sind verhaftet!
Und die Party war vorbei.
-Ich will einen Anwalt. -Natürlich, klar.
Sie haben ein Recht darauf.
Bei Ihren Geschäften können Sie sich bestimmt einen Wahnsinnsanwalt leisten.
Den Besten.
Nun, Ihnen winken etwa
zwanzig Jahre Haft.
-Mit dem besten Anwalt vielleicht nur 15. -Machen wir einen Deal.
Denken Sie im Gefängnis daran, dass Sie eine Chance darauf gehabt hätten.
-Jetzt ist sie vertan. -Okay.
Eine Million Euro.
Eine Million Euro in bar.
Sie können mir so viel Bargeld garantieren?
Natürlich.
Sie können sich ein Haus,
ein neues Auto kaufen, Ihre Kinder auf Unis im Ausland schicken.
Kommen Sie, Comisario. Das ist viel Geld.
Niemals. Ich werde nie wie ihr sein.
Ich bin nicht so gierig.
Ich brauche nicht so viel für ein halbwegs glückliches Leben.
-Sie klingen wie mein Vater. -Ein guter Mann. Richten Sie ihm das aus.
Er ist tot.
Er ist mit 60 gestorben.
Mittellos und Unsinn schwafelnd, genau wie Sie.
Hätte er Geld gehabt, wäre sein Leben ganz anders verlaufen.
Sie haben noch die Chance.
Wir werden es nie wissen. Es sei denn, ich gewinne im Lotto.
Aber ich spiele nie.
In 48 Stunden bin ich draußen.
Apropos Deals, was meinen Sie, wie wir das mit Hongkong herausfanden?
Mit wem haben Sie geredet?
Escámez, oder?
Oder den Chinesen. Wer hat geredet?
Unser Angebot war:
Liebe oder Freiheit.
Sie lügen.
Das ist nicht wahr.
Das ist unmöglich.
Tun Sie nicht so. Sie hätten dasselbe getan.
JUSTIZGEBÄUDE
Es stimmt. Ich hätte dasselbe getan.
Polizei! Auf den Boden!
Achtzig Verhaftungen und 120 Durchsuchungen
sind die Bilanz der Operation Emperador
gegen ein Netzwerk,
das in nur vier Jahren bis zu 1,2 Milliarden Euro gewaschen hat.
Die meisten Beteiligten sind chinesische Staatsbürger,
aber auch Spanier sind dabei, darunter vier Staatsbeamte.
Es handelt sich womöglich um die größte Operation…
Mein alter Vater hatte doch recht.
Klugscheißer wie ich landen im Knast.
Bereuen Sie irgendetwas?
Ja.
Ja, einiges.
Aber Geld ist wie…
Wie ein Virus.
Einmal infiziert, lässt es einen nie mehr los.
Das waren großteils Steuergelder,
von denen man mehr Schulen und Krankenhäuser hätte bauen,
mehr medizinisches Personal hätte einstellen können.
Ich weiß, aber Geld korrumpiert Menschen.
Und je mehr Geld, desto mehr korrumpiert es einen.
Jeder muss für seine Taten geradestehen.
Danke.
DER BETRUG AM ÖFFENTLICHEN SEKTOR BELIEF SICH AUF ÜBER NEUN MILLIARDEN EURO
DIE "FALCIANI-LISTE" DECKTE AUF,
DASS SPANIER 1,8 MRD. EURO IN DER SCHWEIZ VERSTECKT HATTEN
DAS LAND BENÖTIGTE EIN EU-RETTUNGSPAKET IN DER HÖHE VON 58 MILLIARDEN EURO
ERE ANDALUSIEN
DIE STAATSSCHULDEN VERDREIFACHTEN SICH
DIE VERFASSUNG WURDE REFORMIERT, UM DIE SCHULDENRÜCKZAHLUNG ZU PRIORISIEREN
Es gilt gleiches Recht für alle.
ZWANGSRÄUMUNGEN VERVIELFACHTEN SICH
KÜRZUNGEN IM BEREICH GESUNDHEIT UND BILDUNG HABEN BIS HEUTE BESTAND
Finden Sie sich damit ab.
DIE ERSPARNISSE ALLER VERLOREN AN WERT, DIE SOZIALE UNGLEICHHEIT VERSCHÄRFTE SICH
DER KURIER
Untertitel von: Agnes Nagy
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