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Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
blutige Terroranschläge erschüttern
Italien vom Ende der 60er bis in die
80er Jahre
diese Bombe auf eine Großbank tötet 16
Menschen 88 werden verletzt die Täter
italienische Neo Faschisten
[Applaus]
wenige Jahre später sterben drei
Polizisten durch eine Autobombe auch
hier Neofaschisten
august 1980 der Höhepunkt der
Anschlagsserie eine Bombe explodiert mit
ungeheuriger Gewalt im Wartesaal des
Bahnhofs ein ganzer Flügel des Gebäudes
fällt in sich zusammen 85 Menschen
sterben in den Trümmern nirgends im
Nachkriegs Europa hat das bis dahin mehr
Tote bei einem Anschlag gegeben
im September des gleichen Jahres gibt es
bei Münchner Oktoberfest 13 Bombenopfer
mit über 200 verletzten der schwerste
Anschlag in der Geschichte der
Bundesrepublik
was haben diese Anschläge gemeinsam in
welchem möglichen Zusammenhang stehen
sie in allen Fällen werden zuerst linke
Gruppierungen beschuldigt die Roten
Brigaden in Italien oder die
westdeutsche rote armee-fraktion die
Täter aber kamen aus dem Umfeld
rechtsradikaler Gruppen und sie haben
militärischen Sprengstoff eingesetzt
diese europaweiten Blutspuren führen
immer wieder zu einer paramilitärischen
geheimstruktur in Westeuropa
ursprünglich koordiniert von der NATO
und den nationalen Geheimdiensten ohne
parlamentarische Kontrolle ihr Name stay
behind oder Gladio
[Musik]
mai 1945 der Zweite Weltkrieg ist vorbei
die Freude über den Sieg über Hitlers
Drittes Reich ist unbeschreiblich
weltweit gehen die Menschen auf die
Straße
Präsident Truman wendet sich im Rundfunk
an die amerikanische Nation
[Applaus]
now to the grave task of preserving in
the peace
it one and which we must collaborate
[Applaus]
doch die Zusammenarbeit mit dem
ehemaligen Alliierten Sowjetunion dauert
nur ein paar Monate bald öffnet sich
eine neue Front der Weltpolitik nach der
braunen Gefahr ist es die Angst vor dem
Kommunismus die die amerikanische
Regierung umtreibt die Angst vor einer
kommunistischen Weltrevolution
im Weißen Haus wird es wegen 1947 der
sogenannte National Security Council
gegründet der nationale Sicherheitsrat
ein Treffen von Ministern und Beratern
des Präsidenten zentrales Thema die
Sicherheit der freien Welt und die
militärische Überlegenheit der
Sowjetunion
ein Jahr später verabschiedet dieser
Sicherheitsrat an millionenprogramm in
ganz Westeuropa sollen geheime
paramilitärische Verbände aufgebaut
werden unter dem namens stay behind
später auch Gladio sollen sie im
Untergrund operieren
die American University in Washington DC
ment Christopher Simpson der
Geschichtsprofessor hat in zahlreichen
Publikationen die geheime Außenpolitik
der USA nach 1945 aufgearbeitet
so in
948 war eine prägende Zeit
die wichtigsten Leitlinien für die
Arbeit der Geheimdienste wurden damals
genehmigt die Richtlinien für
psychologische Kriegsführung und
Propaganda damals wurden die Grundlagen
für die ganzen Spionagetätigkeiten
gelegt
für den Fall eines sowjetischen Angriffs
installieren die USA in Westeuropa
geheime paramilitärische Einheiten um
hinter den Linien dem Gegner zu schaden
zunächst ohne das Wissen der nationalen
Regierungen
[Musik]
auch in Westdeutschland ahnt man
zunächst nichts vom Aufbau einer solchen
Geheimarmee von den USA gefördert und
finanziell unterstützt soll hier eine
Demokratie aufgebaut werden als Bollwerk
gegen den Kommunismus
was die Sowjets wirklich vorhaben ist
unbekannt denn die USA besitzen damals
keinerlei Geheimdienstinformationen über
die Sowjetunion
[Musik]
in dieser Situation arbeiten die
Amerikaner bereits eng mit einem
deutschen Offizier zusammen der sich als
Informant für ihren Geheimdienst
angedient hatte im Mai 1945 war er mit
brisantem Material in die USA
ausgeflogen worden
[Musik]
sein Name Reinhard Gehlen
Reinhard Gehlen ein strammer nazi- und
Kommunisten Jäger des
wehrmachtnachrichtendienstes fremde
Heere Ost ein Spezialist
kaum ein anderer hatte so reibungslos
die Seiten gewechselt wie er denn von
Gelen versprachen sich die Amerikaner
Informationen die sie selbst nicht
hatten Informationen über militärisches
Potenzial der Sowjetunion über
Wirtschaft und
[Musik]
infrastrukturisting
dass sich der US-Geheimdienst für Gelen
interessierte lag vor allem an den
Informationen die Gehlen über die
Ostfront die Sowjetunion und die
russischen Satellitenstaaten gesammelt
hatte und an seinen Informationen über
das Netzwerk von verdeckten Ermittlern
und Geheimdienstquellen der behauptete
zu haben
Erich schmidt-inbohm Leiter des
Forschungsinstituts für Friedenspolitik
in Weilheim seine Arbeiten über die
Geschichte und Verstrickungen deutsche
Geheimdienste haben immer wieder für
Aufsehen gesorgt
gelinderte zum einen fielen
nachrichtendienstliches Basismaterial
aus fremde Herren Ost und damit
Informationen über die sowjetischen
Streitkräfte die den Amerikanern völlig
abging weil sie ihren eigenen
kriegsverbündeten zwischen 1939 und 45
nicht ausgetauscht haben zum zweiten hat
er es verstanden eine Vielzahl
ehemaliger Offiziere zunächst aus dem
Bereich fremde Lehrer Ost dann aber auch
aus allen ns-nachrichtendiensten an sich
zu binden und ein gutes Netz von
nachrichtendienstlichen Operateuren in
der Bundesrepublik Deutschland und in
der SPZ aufzubauen
im Sommer 1946 wird Reinhard Gehlen auf
Befehl der Amerikaner zurück nach
Deutschland geschickt
jetzt soll er einen deutschen
Nachrichtendienst zur ostaufklärung
aufbauen finanziert von den USA
und Gehlen ist am Aufbau der geheimen
stabihind bzw
gladiusstrukturen maßgeblich beteiligt
das Ziel bestand zunächst darin an 75
wichtigen Verkehrsknotenpunkten und
Flughäfen kleine agentengruppen zu
etablieren die mehrere Aufgaben haben
sollten zum einen bei ihrer Aufgabe
Meldung mediterischer verkehrer sobald
die sowjetischen drucken Sie überrollt
haben die zweite Aufgabe lag im
Ausschleusen wichtiger Persönlichkeiten
nach Westen und die dritte Aufgabe in
der Durchführung von Sabotageakten
insbesondere Eisenbahnlinien und Brücken
um die Truppenbewegung der Sowjets zu
stören
das ehemalige eg-farbenhaus in Frankfurt
von den Amerikanern bis in die 80er
Jahre als Hauptquartier benutzt von hier
aus baut der US-Geheimdienst die
geplanten paramilitärischen
geheimstrukturen in Westdeutschland auf
unter Einbeziehung der Organisation
Gehlen Reinhard Gehlen höchst persönlich
leitet die Rekrutierung der Agenten für
die sogenannten stay behind Kommandos
vor allem in den Kriegsgefangenen und
Internierungslagern wird verstärkt nach
verlässlichen deutschen gesucht die für
die US-Armee Hilfsdienste leisten sollen
wichtigste Voraussetzung ein
ausgeprägter Antikommunismus
[Musik]
verlässliche deutsche das sind zum
Beispiel Veteranen der Wehrmacht und der
Waffen-SS auch für Kriegsverbrecher eine
gute Chance jetzt ihre Bestrafung zu
entgehen
[Musik]
die Leute die Kriegsverbrechen begangen
hatten wurden umdefiniert von ehemaligen
nazi-kollaborateuren zu
antikommunistischen Freiheitskämpfern
der Verwaltungsakt
es waren die gleichen Personen und
manchmal hat man nicht einmal ihre
Adresse geändert
man wusste genau wer diese Leute waren
aber weil sich die politische Situation
geändert hatte wurden aus diesen
gefährlichen kriminellen nützliche
Partner
Pullach bei München in der ehemaligen
Rudolf hessreich Siedlung wird ein
Hauptquartier eingerichtet im Juli 1949
übernimmt die CIA die Organisation
Gehlen den Vorläufer des heutigen
Bundesnachrichtendienstes BND
[Musik]
der Eiserne Vorhang die deutsch-deutsche
Grenze
hier entlang sollen die stabi-kommandos
eingesetzt werden bei einem sowjetischen
Angriff sollen sie Truppenbewegungen
melden und Sabotageakte verfügen
ausgerüstet sind sie von den Amerikanern
Strukturen sind in der Frühphase von den
Vereinigten Staaten finanziert worden es
gab ja alliierte Verbote Waffen zu haben
Funkgeräte zu haben und dergleichen das
heißt nur mit einer Genehmigung in der
Zulieferung durch die amerikanischen
Streitkräfte nahmen nicht durch das
Counter intelligence Score konnten
dieses Strukturen auch bewaffnet werden
und auch die militärischen Übungen
mussten natürlich abgeschirmt werden
durch die amerikanischen Streitkräfte
indem man auf großen
Truppenübungsplätzen gladiosstrukturen
ausgebildet hat
vor allem in der Nähe der Grenze zur
späteren DDR legen rekrutierte
gladiomitglieder Waffendepots an
darin lagern sie sprengstoffwaffen und
Funkgeräte für den Tag X die sowjetische
Invasion
Bevölkerung Regierung und Parlament
erfahren davon zunächst nichts
aber durch eine Anzeige die am 9 oktober
1952 im Frankfurter Polizeipräsidium
eingeht drohen Gladio Aktivitäten
erstmals öffentlich zu werden es stellt
sich heraus ehemalige Nazis sammeln sich
in der rechtsgerichteten Organisation
Bund Deutscher Jugend kurz bdj als Teil
der paramilitärischen geheimstruktur in
Europa etwa 2000 bdj-mitglieder werden
von den Amerikanern für den
Partisanenkampf gegen sowjetische
Truppen ausgebildet bei deren Invasion
sollen sie aber auch gegen mögliche
Kollaborateure im Inneren der
Bundesrepublik Vorgehen man ging da von
aus dass Kommunisten in der
Bundesrepublik Deutschland den Vormarsch
der sowjetischen Truppen durch
Aufklärung durch Sabotage Akten und
dergleichen unterstützen würden man ging
auch davon aus dass es bis weit in die
Sozialdemokratie hinein dann so etwas
wie Kollaboration mit der sowjetischen
Besatzungsmacht geben würde und da hat
man versorglich geplant diese in
Anführungsstrichen unzuverlässigen
Elemente zu internieren das waren die
politisch führenden Köpfe der
Kommunistischen Partei das waren eine
Vielzahl von Sozialdemokraten und es
reicht die hinein bis in die
Strukturen am Rande der evangelischen
katholischen Kirche die aus den Lehrern
des Zweiten Weltkrieges heraus gegen
jede Form der Wiederbewaffnung waren
überhaupt war diese ganze Struktur der
ersten aufkommenden westdeutschen
Friedensbewegungen in den Augen der
bdj-leute natürlich die innenpolitische
Gefahr Nummer eins
ein Skandal im hessischen Parlament wird
ein Untersuchungsausschuss eingesetzt
und sogar im Bundestag schlägt der Fall
hohe Wellen doch die Amerikaner
verweigern jede Aufklärung
[Musik]
damals gab es dann schließlich eine Art
Konfrontation zwischen der
Öffentlichkeit demokratischen Europa und
der militärgeheimdienstlich politischen
Welt der gladio-operationen
manchmal stießen dann diese beiden
Welten aufeinander aber meistens liefen
die geheimen Operationen ohne
Zusammenstöße ab
Spuren dieser gladiusstrukturen sind
hier in Wald-Michelbach im hessischen
Odenwald zu finden Anfang der 50er Jahre
ideales Gebiet für Geheimoperationen der
bdj nutzt diese abgelegene Idylle zur
partisanenausbildung
der Heimatforscher Peter Sattler hat
über Jahre hinweg eine Fülle von
Informationen dazu gesammelt und
ausgewertet
da kamen immer so fünf bis zehn Männer
die man nicht kannte und im Dorf da
guckt man natürlich danach
wer ist wer und das war ein unbekannte
da ging natürlich gleich das Gericht
drum da oben im Wald tut sich was
zumal auch Amerikaner gekommen sind
heute wissen wir dass sie die instruiert
haben das in diesem sogenannten
partisanenhaus Männer ausgebildet worden
sind die man rekrutiert hatte und die
sollten im Falle dass die Sowjetunion
Deutschland überrollt im Hinterland als
Gorilla Truppe aktiv werden Peter
Sattler führt uns zum Ortsrand von
Wald-Michelbach da wo die
antikommunistischen Kämpfer aus dem bdj
trainiert wurden unter den
ortsansässigen war das Gebäude bis zum
Abriss als partisanenhaus bekannt es
muss also alles sehr geheim gewesen sein
man sieht ja auch hier das war das
letzte Haus in diesem Talschluss es
schließt ja gleich der Wald überall an
das sogenannte partisanenhaus von
Wald-Michelbach hier und im angrenzenden
Stollen wurden Mitglieder des bdj
trainiert in einem Fernsehbeitrag von
1996 erinnert sich ein Nachbar wir
befinden wir uns an der Rückseite des
sogenannten partisanenhauses hier im
hinteren Bereich war der sogenannte
Schießstand der Grube
dieser Killer dieser unterirdische
Keller zieht zehn Meter in den Berg und
war also bestens geeignet um
Schießübungen zu machen man hat hier
also
sowohl die schießspuren am Rand gefunden
als auch die leeren Patronenhülsen
es ist unverständlich dass man in einer
Demokratie Nazis rekrutieren konnte die
in seiner so frischen taufrischen
Demokratie
ja uns eigentlich neue Perspektiven
bringen wollte mir verstehen die
Amerikaner gar nicht dass sie sich da
drauf einlassen konnten aber es war nun
mal erfahrene Leute und da hat man
natürlich entsprechend zugegriffen es
ist Leute und wer macht es Angehörige
waren es
erst 1953 haben die USA die
Bundesregierung über den weiteren Aufbau
geheimer paramilitärisches Strukturen
offiziell unterrichtet Widerspruch von
deutscher Seite gab es nicht
Grund seit 1950 wird in der BRD der
Aufbau der Bundeswehr vorbereitet die
Wiederbewaffnung ist aber nur mit einer
starken Bindung an die westallianz
möglich an die USA und die NATO ein
Konflikt mit den Amerikanern ist wohl
schon deshalb von Adenauer nicht
erwünscht Ende der 50er Jahre ist die
Aufbauphase der gladiusstruktur
abgeschlossen doch der Tag X er kommt
nicht
[Musik]
so
die question for the nighting Fifties
und Sex also hat sich in den 1950er 60er
70er Jahren die Frage gestellt was tun
während man darauf wartet dass die
Russen eine Invasion starten
was sie in den jeweiligen Ländern taten
war sie führten geheime politische
Kriege und sie setzen Propaganda Gewalt
und psychologische Kriegsführung dabei
ein
geheime politische Kriege war so etwas
in Italien möglich seit 1949 ist das
Land NATO-Mitglied auch hier haben die
USA wie in Deutschland stay behind oder
gladiusstrukturen aufgebaut geheim und
von der Öffentlichkeit unbemerkt wird
auch hier für eine sowjetische Invasion
geplant doch für konservative und
Neofaschisten in Italien steht der Feind
längst im eigenen Land die
Kommunistische Partei
in Italien
ist das Land mit den meisten Mitgliedern
in einer kommunistischen Partei
das einzige demokratische Land in dem
eine kommunistische Partei 1965 30
Prozent Wählerstimmen gewonnen hat
dies hat die international Militärs
beunruhigt
1968
innenpolitische Spannungen und
zunehmende soziale Konflikte sorgen für
Unruhe in Italien
nach der Wahl im Mai wird die
Kommunistische Partei zweitstärkste
Kraft im Land
italienische Neo Faschisten planen den
Terror mit einem Attentat soll die
christdemokratische Regierung gezwungen
werden den Notstand auszurufen um damit
die Kommunisten zu verhindern
12 dezember 1969
Piazza Fontana Mailand am Nachmittag
erschüttert eine gewaltige Explosion das
Zentrum der Stadt es ist das erste
Attentat das in Italien mit Gladio in
Zusammenhang gebracht wird hier an der
Straßenbahnhaltestelle warten zu diesem
Zeitpunkt viele Menschen auf die
Weiterfahrt Ziel des Bombenattentats die
Landwirtschaftsbank
16 Menschen werden getötet 88 verletzt
die politische Linke wird verdächtigt
aber die Spuren führen sehr schnell zur
neofaschistischen Gruppe ordinäre
[Musik]
5 Prozesse zum Attentat auf der Piazza
Fontana alle endeten mit Freisprüchen
für die jeweiligen Angeklagten der
letzte Prozess endete erst vor drei
Jahren mit einer Verurteilung der
angeklagten in der Berufung wurden sie
dann wieder freigesprochen jetzt vor
kurzem wurde erneut eine Wiederaufnahme
der Untersuchungen beantragt weil neue
Beweise aufgetaucht sind aber es ist
sehr unwahrscheinlich dass jetzt 40
Jahre nach der Tat noch einmal ein
Prozess eröffnet wird zumindest glaube
ich persönlich nicht mehr daran denken
[Musik]
die Gerichtsurteile sie geben wenig her
aber es ist fundierter historische
Wahrheit dass das Massaker einer Gruppe
der rechtsextremen der ordine nur wo
zugeordnet werden muss
am 31 Mai 1972 detoniert in dem kleinen
dorfbethiano im Nordosten Italiens eine
versteckte Bombe in einem Fiat 500 drei
kaliminieri werden dabei getötet wieder
das bekannte Muster in den
Untersuchungen wird die politische Linke
beschuldigt
2 august 1980 Bologna pünktlich um 10:20
Uhr fährt der adria-express auf Gleis 1
ein es ist Samstag hunderte von
Reisenden wollen mit dem Zug in den
Süden es ist der erste Ferientag in
Italien
im Wartesaal ebenfalls ein Gleis 1
warten fast 100 Menschen auf die
nächsten Verbindungen
um 10 Uhr 25 explodiert hier die Bombe
ein Teil der bahnhofsfassade stürzt ein
das Chaos ist unbeschreiblich 85
Menschen sterben
[Musik]
[Applaus]
ich bin schon einige Male nach Bologna
gekommen um mir diese Bahnhofsuhr
anzuschauen dieser damals stehen
geblieben ist das berührt mich bis heute
[Musik]
[Applaus]
[Applaus]
du fühlst dich quasi wie ein
Überlebender einer sinnlosen Tragödie
etwas für das es kein warum gibt
für das ist kein
[Applaus]
[Musik]
Update
es war eine schreckliche Explosion der
Bahnhof ist in die Luft geflogen es war
das größte Massaker das jemals in der
Zeit der Republik verübt worden ist
Gott sei Dank verglichen mit den 85
Toten gehört meine Tochter zu den 200
verletzten das ganze ist eine Sache die
wenn ich davon spreche mich noch heute
berührt weil die Verletzten haben diese
Erinnerung immer egal ob sie wollen oder
nicht oder wie meine Tochter versuchen
es zu verdrängen
aber ich weiß ich bin die Mutter ich
weiß dass sie dieses Ereignis nie
verdrängt hat sie verhält sich heute
total zurückweisend gegenüber allem was
mit unserer Vereinigung der Opfer des
Bombenanschlages zu tun hat sich daran
zu beteiligen an den
Gedenkveranstaltungen teilzunehmen
aber dieses Verhalten entspringt diesem
Schrecken der noch in ihr ist auch nach
30 Jahren
wir kamen in Bologna mit einer riesigen
Verspätung an
um 10 Uhr sollte unser Zug ja ankommen
aber erst um halb eins trafen wir hier
ein
Piano der uns abholen sollte
und langsam haben wir verstanden was
passiert ist
drei Personen die auf uns gewartet haben
wurden schwer verletzt und die Mutter
meiner Frau kam ums Leben
sehr schnell haben wir verstanden und
unsere Wut war unbeschreiblich
wir die wir am Bahnhof geholfen hatten
und zwar sehr bald klar dass es sich um
eine faschistische Bombe handeln musste
dass es sich nicht um einen Unglück
einen Unfall handelte es war mein
allererster Gedanke das war eine
faschistische Bombe
prima
15 Jahre nach dem Anschlag werden in
einem spektakulären Prozess in Bologna
zwei Neo Faschisten verurteilt zwei
Mitarbeiter des militärischen
Geheimdienstes werden ebenfalls
verurteilt weil sie falsche Spuren
gelegt haben um die
rechtsextremistischen Täter vor
Strafverfolgung zu schützen hinter dem
Geheimdienst vermuten die Ankläger
Verantwortliche aus dem politischen
Machtzentrum Italiens sollte mit einem
Massaker an Zivilisten konservative
sicherheits- und Ordnungspolitik
durchgesetzt werden
eindeutige Beweise fehlen bis heute
war damals bei der generalanwaltschaft
in Bologna mit den Untersuchungen zum
Bombenattentat auf den Bahnhof
[Musik]
befassto
Schwierigkeiten haben wir jeder Art
gehabt unter anderem weil staatliche
Stellen versucht haben die
Untersuchungen in die falsche Richtung
zu lenken um die Richter auf eine
falsche Fährte zu locken
und das vom ersten Tag an
der
Untersuchungen wurden mit einer Reihe
von wie wir sie nennen der Pistazie also
gezielten Indiskretionen boykottiert
das ganze nahm erschreckende Züge an
Imal
Ela kopiert und alles hat immer die
Unterstützung und Deckung durch unsere
Sicherheitsdienste gefunden hinter
diesen Massakern stand immer eine sehr
beunruhigende politische Zielsetzung von
ungeheuren Ausmaß
für die Opfer und ihre Familien ist
Paulo Bolognesi das Sprachrohr immer
wieder fordert er den italienischen
Staat auf alle bislang zum
Staatsgeheimnis erklärten Akten
freizugeben
Paulo Bolognesi will das endlich die
wahren die politischen Hintermänner der
Anschläge zur Rechenschaft gezogen
werden
in Italien 14 Massaker gehabt nicht eins
14
in keinem Fall ist es gelungen die
Auftraggeber aufzudecken
das sagt doch viel aus über den Umfang
der Untersuchungen und die Macht der
Geheimdienste die diese Untersuchungen
behindert haben
wir Familien
war das genauso und das sagt viel über
die Fähigkeit der Politik aus sich der
Verantwortung eines solchen Massakers zu
verweigern
doch bei den Ermittlungen zum Anschlag
auf die drei Getöteten karabinieri 1972
in pettiano hatte man mehr über die
Hintergründe des Attentats erfahren
Venedig 1981 9 Jahren nach dem Anschlag
in pediano hatte der damalige
Ermittlungsrichter felicitason eine
politische Lawine losgetreten er rollte
den Anschlag auf die drei Polizisten
erneut auf und stieß auf die Existenz
und Verwicklung paramilitärischer
Strukturen auf Gladio
während der Untersuchungen zu pediano
haben wir die Existenz einer geheimen
illegalen Struktur entdeckt später haben
wir erfahren dass sie in Italien Gladio
international stay behind genannt wurde
illegal war sie deshalb weil sie nicht
durch die italienische Regierung nicht
durch den Generalstab der Armee der
Streitkräfte und schon gar nicht vom
Parlament legitimiert war
die Ermittlungen brachten Erstaunliches
zu Tage der Sprengstoff der die drei
Polizisten getötet hatte stammte aus
einem gladiolager es war militärischer
Sprengstoff der NATO
militar es stellte sich heraus dass die
Verantwortung bei italienischen
Neofaschisten lag und dass diese von der
Polizei der Justiz und vor allem von den
Geheimdiensten gedeckt wurden von da an
begann ein kompliziertes und
langwieriges Rechtsverfahren dass sich
mit allen bisherigen Terroranschlägen in
Italien befasste man sprach von einer
Strategie der Spannung
die Ermittlungsergebnisse kann sonst zu
beteano zwangen den italienischen
Ministerpräsidenten Archive der
Geheimdienste zu öffnen jetzt zeigte
sich es musste eine Verbindung zwischen
Gladio Geheimdiensten unter Politik
geben im Herbst 1990 war dann die
Existenz von Gladio nicht mehr zu
leugnen
und ihre Interessen determinati Politik
sie wird terminate Gruppe Ehre es gab
ein Interesse bestimmter politischer
Gruppen in den Machtapparaten in Italien
eine soziale politische und
wirtschaftliche spannungssituation zu
schaffen sodass die Bevölkerung nach
Frieden nach Ruhe nach Sicherheit und
Ordnung rufen sollte es war der Versuch
die sozialen und politischen
Entwicklungen im Land zu blockieren das
heißt diejenigen die an der Regierung
waren sollten an der Regierung bleiben
und diese Strategie wurde auch mit
Bomben Attentaten und Morden verfolgt
haben etwa konservative italienische
Regierungen und Geheimdienste Gladio für
ihre politischen Ziele benutzt
auch ein Untersuchungsausschuss konnte
darauf letztlich keine klare Antwort
finden
aber diese Angst die Angst vor dem
Kommunismus vor den Kommunisten hat
sicher dazu geführt dass Gladio auch in
Bologna aktiv war es gibt keine Beweise
was jetzt Prozesse angeht die
Staatsanwaltschaft hat es nicht
geschafft wirklich hineinzukommen das zu
enthüllen was da wirklich war
an diesem village
einiges haben wir aufklären können zum
Beispiel beim Anschlag von ptiano bei
den anderen Fällen ist uns das nicht
gelungen wir haben noch immer kein
vollständiges Bild davon welche Rolle
Gladio gespielt hat es gibt heute noch
lebende Zeugen die sich immer noch
weigern zu reden ich fürchte wenn sie
sterben werden sie alle ihre Geheimnisse
mit ins Grab nehmen
aber immerhin die Ermittlungen
Croissants brachten den italienischen
Ministerpräsidenten Giulio Andreotti vor
einen parlamentarischen
Untersuchungsausschuss dort räumte
Andreotti öffentlich ein Gladio
existiert nicht nur in Italien sondern
in allen europäischen NATO-Staaten und
der Schweiz
europaweit wurde jetzt umfassende
Aufklärung gefordert
welche Spuren hat Gladio in anderen
europäischen Ländern hinterlassen was
wussten die Regierungen wie hat Gladio
dort operiert in der Schweiz und Belgien
hat es Untersuchungsausschüsse gegeben
auch sie brachten keine Klarheit in
Frankreich blieben die Archive
verschlossen es wird nicht geforscht es
gibt keine journalistische Aufarbeitung
und auch in der Bundesrepublik
verweigert die Regierung die Aufklärung
der Öffentlichkeit und das obwohl es
Hinweise auf einen möglichen
Zusammenhang zwischen Gladio und dem
Münchner Oktoberfest Attentat gibt
der ganze Eingang hier der Boden
blutüberströmt Schulen liegen herum
Kopftücher trachtentücher es ist
schrecklich
am 26 September 1980 geht am
Haupteingang zum Münchner Oktoberfest um
22 Uhr einen Bombe hoch Freitagnacht
noch mehr als 200.000 Besucher befinden
sich auf dem Festgelände es ist der
blutigste Anschlag in der deutschen
Nachkriegsgeschichte 13 Tote und 211 zum
Teil schwer verletzte
schon kurz nach dem Anschlag um 22 Uhr
sind polizei und Rettungskräfte vor Ort
Sie versuchen zu helfen wo sie können
aber für viele Oktoberfestbesucher kommt
jede Hilfe zu spät die Explosion der
Bombe war so stark dass sie Menschen in
einem Umkreis von 50 Metern tötete und
verletzte noch heute leiden die Opfer
unter den Folgen des Anschlags
Ursula Sasse und ihr Ehemann Siegfried
waren zusammen mit ihrem sechsjährigen
Sohn in unmittelbarer Nähe dieser
Explosion sie beschreiben den einen
Augenblick der ihr Leben geprägt hat
mein ganzer Gedanke war du stirbst das
habe ich irgendwie gedacht ich fühlte so
du stirbst und habe mich hingelegt und
habe den Arm wollte ich hoch tun und
also ich habe also unheimlich viel Blut
weil der Arm war durchtrennt man später
merkte bis er vom halben Zentimeter und
dann zog er sie an an dem Arm wollte er
sie hochziehen und ich sehe nur den
offenen Mund und den zum Schrei
oder im schreien dass das im
schreiverzerrte Gesicht weiß ja nicht
aufstehen konnte
da haben wir stark verletzt die der Mund
war stark blutig weil die Lippe
durchschossen und die Zähne alle raus
geschossen vorne
das habe ich damals ja nicht mitgekriegt
ich habe nur gesehen sie schreit und er
lag hat sanft zurückgelegt ist mit mir
dann zur Straße also zu dem Platz zurück
habe mich
abgesetzt und hat gesagt wir legen uns
hier jetzt hin
ich legte mich dann auch neben meinen
Sohn auf den auf das Pflaster und habe
in die Kleider so provisorisch die die
Hose runtergezogen weil ich sah das Blut
aus der Hose raus lief und sah dann aber
um das ganze Geschehen um diesen Platz
eine immer größer werdende Mauer von
Menschen die entsetzt hier sich das
Schauspiel betrachteten
Renate Martinez will München damals für
längere Zeit verlassen aber davor soll
es noch mal aufs Oktoberfest gehen die
wiesenatmosphäre mitnehmen wie sie sagt
ich hatte
viele Brandverletzungen die ganzen
Rückseite der Beine waren kaputt ich
hatte
unzählige splitterverletzungen ich
brauchte eine Hauttransplantation
weil ich ein großes Loch am Arm hatte
also ich dachte die ganze Zeit dass ich
so schwer verletzt bin weil niemand
hinter mir war und als zwei Wochen
später die Polizei zu mir kam mit einem
Plan voll mit Kreuzchen das sage ich
dann das hinter mir verschiedene
Kreuzchen waren und dann habe ich den
Beamten gefragt was denn das bedeutet er
hat dann so rumgedruckst und wollte es
mir nicht sagen
habe ich gesagt ja soll das etwa
bedeuten dass all diese Kreuzchen Tote
sind hinter mir und das hat er dann
bejaht
und das hat mich enorm erschüttert weil
mir ist dann klar geworden dass ich
so leicht verletzt bin weil andere
hinter mir tot waren und das hat man
dann enorme Schwierigkeiten bereitet mit
der Verarbeitung
auch Ignaz Platzer ist ein Opfer des
Anschlags er verliert bei dem
Bombenattentat zwei Kinder immer wieder
zieht es ihn zum Tatort zurück eine
kehlkopf-operation erschwert ihm das
Sprechen
[Musik]
nur zwei Tage nach dem Anschlag scheinen
Hintergrund und Täter klar
guten Abend meine Damen und Herren das
Bomben Massaker von München geht
offenbar auf das Konto des
Rechtsextremismus die
Ermittlungsbehörden sehen in dem
21-Jährigen Gundolf Köhler den möglichen
Bombenleger Köhler ist eines der 12
Todesopfer des Bombenanschlages in
Karlsruhe nannte Generalbundesanwalt
Rebmann am Nachmittag Einzelheiten der
Ermittlungen und der Untersuchungen am
Tatort
wir nehmen nicht an beim gegenwärtlichen
Stand der Ermittlungen das Köhler als
alleintäter gehandelt hat die
Ermittlungen haben gegeben dass Köhler
Mitglied der wir Sportgruppe Hoffmann
war
12 September 2008 am Ort des Anschlags
wird ein neues Denkmal eingeweiht in
seiner Rede bezeichnet Bürgermeister
Uhde das Attentat als einen Anschlag auf
die Demokratie
deswegen ist das hier kein Gedenkort für
eine längst abgeschlossene und nie
wiederholbare Gefahr nein auch wenn es
28 die Ermittlungsbehörden dagegen gehen
bis heute von einem alleintäter aus der
aus persönlichen nicht aus politischen
Motiven gehandelt habe ein Widerspruch
mit dem auch Ignaz Platzer bis heute
leben muss
das Bombenattentat hat das Leben seiner
Familie zerstört
sein Sohn Ignaz damals sechs Jahre und
seine Tochter Ilona damals acht starben
an dieser Stelle und noch immer sind zu
viele Fragen offen
Münchner Stadtteil Ramersdorf hier wohnt
der Journalist Ulrich Chaussee das aus
dem Oktoberfest Attentat keine
Verschlusssache wurde ist vor allem ihm
zu verdanken ohne seine Recherchen wäre
das Bombenattentat in den Aktenschränken
der Behörden verschwunden wie kann
andere hat er auf Ungereimtheiten bei
den Ermittlungen hingewiesen und die
offizielle Version in Frage gestellt
ich habe als Reporter beim Bayerischen
Rundfunk gearbeitet und bin auf eine
Versammlung gegangen auf der der Anwalt
einiger der schwer verletzten Opfer
Werner Dietrich über die Ermittlungen
berichtet hat
darüber dass es nicht gelungen ist die
Hintergründe dieser Tat aufzuklären und
dass die Opfer eigentlich ja sie wollten
wissen was wirklich geschehen ist und
die behördlichen Ermittlungen die haben
das
so war damals die Aussage die haben das
nicht erbracht
was geschah wirklich rund um den
Abfallbehälter am Haupteingang der
Theresienwiese in dem die Bombe
explodierte
[Musik]
für einen scheint damals sofort alles
klar für Franz Josef Strauß der Anschlag
ein Werk von links Terroristen es ist
Wahlkampf
eine Woche später will er sich zum
Bundeskanzler wählen lassen
wichtiges Thema im Bundestagswahlkampf
1980 die innere Sicherheit
aus
Leipzig
es ist das Lieblingsthema von Franz
Josef Strauß der wie kann anderer für
eine eiserne law and order Politik steht
wie kein anderer polarisiert er
das Oktoberfest Attentat 10 Tage vor dem
Wahltag am 5 Oktober heizt die Stimmung
noch einmal an eine Möglichkeit aus der
sich politisches Kapital schlagen lässt
Spitzenpolitiker der Union glauben einen
wahlkampfschlager zu haben sie gehen
sofort davon aus dass der Münchner
Anschlag die Tat von Linksextremisten
der roten armee-fraktion ist Franz Josef
Strauß schießt sich auf den damaligen
Liberalen Innenminister Gerhard Baum ein
wir werden Herrn Baum schuldhaftes
Verhalten vor
schuldhaftes Verhalten einmal dass er in
den letzten Jahren die Nachrichten und
Sicherheitsdienste so Thema realisiert
so geschwächt und so entmutigt hat
dass die beobachten sind
Aufklärungstätigkeit im Stadium vor der
Begehung von Anschlägen
erheblich geschwächt eingeschränkt und
weitgehend wirkungslos geworden ist
offenbar Strauß eine Gelegenheit
glaubte eine Gelegenheit gefunden zu
haben mich nun zu erledigen ja und ich
habe das diese Gefahr gespürt dass das
jetzt auf mich zukommt ich habe keine
Sekunde dran gezweifelt dass
ich mich korrekt verhalten habe also ich
aber es ist dann so gewesen dass sich
das
dann erst nach einer gewissen Zeit nach
paar Stunden oder paar Tagen aufgelöst
hat der Vorwurf brach in sich zusammen
als man dann feststellte woher der Täter
kam
die Münchner Theresienwiese jeden Herbst
findet hier das größte Volksfest der
Welt statt das Oktoberfest mit über 6
Millionen Besuchern aus der ganzen Welt
so auch am 26 September 1980 dem Tag des
Anschlags
es ist ein Freitag die Bierzelte sind
schon mittags gut gefüllt die Stimmung
ist ausgelassen und fröhlich ein warmes
frühherbstliches Wochenende steht bevor
das schwerste Bombenattentat in der
Geschichte der Bundesrepublik nimmt an
diesem 26 September seinen mörderischen
Lauf die Ermittlungen ergaben der
Attentäter Gundolf Köhler ist mit seiner
metallicfarbenen Ford konsul-kennzeichen
vs dd500 unterwegs von Donaueschingen in
Richtung München
Gundolf Köhler und ein Beifahrer zur
Augenzeugen biegt mit seinem fortkonsul
in die hermann-linck-straße ein Park
hier am Ende der Straße ist sein Ziel
die Theresienwiese das Oktoberfest
Gundolf Köhler ist in diesem 26
September nicht das erste Mal in München
der metallicfarbene Ford Konsul ist hier
schon ein paar Tage vorher aufgefallen
eine Generalprobe
wie jedes Jahr findet während des
Volksfestes der traditionelle
Trachtenumzug statt die Zeugen Nana n
erinnert sich bei der Vernehmung an den
Ford mit dem Kennzeichen vs dd500
mir fiel halt gleich das Kennzeichen vs
auf und deshalb bin ich näher
rangegangen und weil ich dachte meine
Bekannten seien auch auf dem trachtenzug
als ich dann in das Wagen innere
reinschaute sind die Leute richtig
erschrocken die Insassen vier Männer und
eine Frau hätten auf der Rückbank etwas
zwischen sich stehen gehabt abgedeckt
mit einem schwarzen Tuch
nachdem Gundolf Köhler sein Auto geparkt
hat geht er zur brausebadinsel direkt
gegenüber dem Haupteingang zur
Theresienwiese hier beobachtet einer der
wichtigsten Augenzeugen des
Bombenattentats die Ereignisse bis zur
Explosion von köhlersbombe also fast
eineinhalb Stunden lang
Frank Willi lauter jung am 24 März 1944
in Oberstdorf geboren Hotelkaufmann an
diesem Abend ist lauter jung hier am
Brausebad einem schwulen Treff in
München auf der Suche nach
Männerbekanntschaften
das hier ist die Aussage des Tatsachen
Frank lauter Jungen der Gundolf Köhler
sehr genau beobachtet hat auf der
Oktoberfest Wiese und ich habe diese
Zeugenaussage mit den beiden Begleitern
Köhlers filmisch in Szene gesetzt so
dass man mal sehen konnte wie
naheliegend der Verdacht war dass diese
Tat eine gruppentat gewesen ist
ich lese ihn mal daraus vor gegen 9 Uhr
bis 9:45 Uhr abends sah ich in
unmittelbarer Nähe des brausebades
zwischen zwei partbänken drei Personen
eng beieinander stehen und miteinander
reden
die beiden begleitpersonen sind mehr
hauptsächlich wegen ihrer beiden
stiftenköpfe aufgefallen
außerdem schienen mir die beiden
Begleitpersonen ziemlich hektisch zu
sein ich möchte mich verbessern alle
drei genannten Personen waren hektisch
in ein Gespräch verwickelt
Gundolf Köhler so zeichnet der
Augenzeuge Frank lauter jung in einer
Skizze überquert den Bavariaring und
geht bis zu dem Abfallbehälter am
Eingang der Theresienwiese kurze Zeit
später detoniert die Bombe mit einem
Flugplatz und Fragen an die Bevölkerung
versucht die Polizei die Tat umstellen
und den Hintergrund des Bombenanschlages
weiter aufzuhellen die Behörden bitten
um Hinweise die auf Wunsch auch
vertraulich behandelt werden über
Gundolf Köhler ebenso wie über seine
Begleiter außerdem wird nach seinen
Aufenthaltsorten und nach seinem
Lebenskreis gefragt
noch in der Nacht des Anschlags
Pressekonferenz am Tatort mit dabei
gealter Politprominenz
das Bayerische Landeskriminalamt zieht
der Ermittlungen sofort an sich zwei
Tage später wird die Sonderkommission
Theresienwiese mit 40 Beamten gebildet
nach dem Anfangsverdacht einer
terroristischen gruppentat übernimmt
kurz darauf die
Generalbundesanwaltschaft
vorliegen es handelt sich um hoch
brisanten Sprengstoff mindestens im
kilobereich
Hans-joachim Langemann damals
staatsschutzchef im bayerischen
Innenministerium glaubt jetzt für Strauß
Schadensbegrenzung betreiben zu müssen
streng geheime fahndungsdaten waren der
Boulevardpresse zugespielt worden BILD
am SONNTAG quick und andere haben wenige
Stunden nach dem Attentat Informationen
die Sie nur über lange man erhalten
haben konnten
im Einsatz Tagebuch der Polizei zum
Beispiel wird der Name Köhlers etwa 10
Stunden nach dem Anschlag um 9:20 Uhr
erstmals genannt und an die
sensationsjournalisten weitergegeben
fast wörtlich wird zitiert
[Musik]
in dieser Situation hat man im
bayerischen Innenministerium die Idee
ausgewählte handverlesene Journalisten
einzuladen und ihnen
zum einen darzulegen dass man also
natürlich in Bayern
schärfstens die rechtsextremistische
Szene kontrolliert habe
und zum anderen ködert man diese Leute
indem man Ermittlungsergebnisse die
sozusagen in Echtzeit anfallen
aus dem Haus herausgibt mit verheerenden
Folgen
ein satztagebuch der Polizei
27.09.1980 10 Uhr drei im
Fahndungscomputer der Polizei sei
festgestellt worden Gundolf Köhler habe
Kontakt zur Wehrsportgruppe Hoffmann
gehabt der erste ernstzunehmende Hinweis
auf eine gruppentat
diese
Schadensbegrenzung im politischen
hat einen immensen Schaden im
kriminalistischen Sinne bei den
Ermittlungen angerichtet
weil das Umfeld von Köhler auf diese Art
und Weise gewarnt worden ist und dass
das wirklich so war kann man daran
ablesen dass der Generalbundesanwalt der
nach der Erkenntnis des Köhler Mitglied
der Wehrsportgruppe Hoffmann war sofort
die Ermittlungen an sich zog in
Karlsruhe eine Nachrichtensperre
verhängen wollte die schon gebrochen war
er war entsetzt darüber
dass der Name und die Herkunft des
mutmaßlichen
Beteiligten an diesem Attentat bereits
am Abend nach der Tat durch alle Medien
gegangen ist
[Musik]
bereits einen Tag nach dem Anschlag
recherchieren die boulevardjournalisten
im Köhlers persönlichem Umfeld im
Donaueschingen erst sieben Tage später
beginnt die Polizei mit ihren
Befragungen für etwaige Mittäter und
Hintermänner viel Zeit Spuren zu
beseitigen und Aussagen abzusprechen
dann lagen zwei Abschlussberichte vor
dieser beiden Behörden und das Ergebnis
dieser Abschlussberichte lautete dass da
ein junger Mann Gundolf Köhler
geologiestudent aus Donaueschingen diese
ganze Tat allein geplant habe allein
durchgeführt habe und dafür
ausschließlich persönliche Motive gehabt
habe Enttäuschung vom Leben Frustration
in seinen Beziehungen zu Frauen
Misserfolg im Studium und er habe
sozusagen mit dieser Tat sich selber das
Leben genommen und eben andere
mitgerissen das war in etwa das Ergebnis
des damals die öffentliche Diskussion
beherrschte
überraschend war also aus der gruppentat
eine Alleintäterschaft Gundolf Köhlers
geworden ohne politisches Motiv hier
eine Fotomontage der Ermittlungsbehörden
die Einzeltäter these war in die Welt
gesetzt worden der sich später auch der
Generalbundesanwalt anschloss
Gundolf Köhler so wird es jetzt
dargestellt habe den Anschlag ganz
allein geplant und ausgeführt er habe
dafür ausschließlich persönliche Motive
gehabt ein einsamer verwirrter junger
Mann mit einem unbändigen Hass auf die
Welt
[Musik]
Donaueschingen am Rande des Schwarzwalds
gelegen hier ist Gundolf Köhler
aufgewachsen zur Schule gegangen groß
geworden
in köhlersheimatort ist Ulrich Chaussee
auf Spurensuche gegangen er wollte
herausfinden ob das von den Ermittlern
gezeichnete Bild des verzweifelten
isolierten enttäuschten einzelte das
zutrifft
ich bin dann hierher gefahren nach
Donaueschingen und sehr schnell hat sich
dieses dämonische Bild aufgelöst eher in
dieses Bild das sehr durchschnittlichen
jungen Mannes etwas träumerisch
schwärmerisch der Mann mit dem
Wuschelkopf in der eine Zeuge in München
beschrieben hat das Attentats
und die Recherchen in dessen
Lebensumfeld zeigen viele Indizien
sprechen gegen ein privates motivköhlers
für den Anschlag jemand der keine
sozialen Kontakte hat der gibt keine
Anzeige auf und sucht Anschluss einer
Band in der Schlagzeug spielen kann und
gejobbt für die Ferien mit dem Interrail
Ticket große Reisen durch Europa
unternommen
dann einen Bausparvertrag abgeschlossen
wenige Wochen
vor dieser Tat in der sich also aus von
der Welt mit einem großen Knall
verabschieden will das passt alles nicht
zusammen
das Elternhaus von Gundolf Köhler in
Donaueschingen nach dem Anschlag wird es
vom LKA durchsucht im Keller finden die
Ermittler Metallspäne Chemikalien und
Werkzeug zum Öffnen von Bomben aber
sprechen diese Funde für eine
Alleintäterschaft
man geht ja davon aus dass die gesamte
Bombe im Hause Köhler in Donaueschingen
gebaut worden ist
was dafür spricht ist das
zeugenbekundigen Bekundungen gab das
zumindest dieser bombenkörper der
verwendete tatsächlich in dieser
Werkstatt gewesen ist
die Frage nach dem Sprengstoff aber ist
nicht geklärt
also der verwendete militärische
Sprengstoff von dem sind auch keine
mikrospuren gefunden worden bei der
Ermittlung
es hat von Anfang an große Zweifel
gegeben
ob denn solch eine Tat überhaupt
technisch organisatorisch allein
durchführbar ist
Hinweise auf eine Verbindung des
Rechtsterrorismus zu Gladio auch beim
Oktoberfestattentat
Rechtsanwälte Opfer ist Werner Dietrich
hier rechts im Bild zu viele
Ungereimtheiten im Fall des
gundolf-köhler lassen ihn nicht ruhen
man hätte ja sagen können wir haben den
Köhler gegen den wird nicht ermittelt
weil er tot ist aber wir lassen das
Ermittlungsverfahren das lief gegen
Hoffmann und andere noch mal offen um
diese Sache um auch politisch zu zeigen
wir nehmen diese Vorwürfe oder diese
Hinweise diese Anregungen dass das eine
Tat war die aus einem organisierten
rechtsradikalen und terroristischen
Hintergrund stammt oder stammen könnte
ernst und Blenden diesen Aspekt nicht
aus
[Musik]
die Wehrsportgruppe Hoffmann eine
gewaltbereite gewalttätige Gruppierung
mit einem in Ansätzen auch
terroristischen Potenzial die
Wehrsportgruppe hatte beste Kontakt in
den neonazis-szene auch im Ausland das
gilt auch für den Bombenleger von
München Gundolf Köhler
Kommando eine Zeitschrift herausgegeben
von der neonazistischen Wehrsportgruppe
Hoffmann sie ist nur fünf Mal erschienen
wurde aber europaweit verteilt
Gundolf Köhler hier auf der Titelseite
der Zeitschrift Kommando von 1979
Köhler der Bombenleger von München
scheint wesentlich enger mit der
Wehrsportgruppe verbunden gewesen zu
sein als von den Ermittlungsbehörden
dargestellt
die Wehrsportgruppe Hoffmann die
gefährliche neonazistische Organisation
hatte Zugang zu Waffen und Sprengstoff
kamen diese aus nato-beständen aus
Gladio Waffendepots und dienten die
Wehrsportübungen und die
paramilitärische Ausbildung der
Vorbereitung von Terroranschlägen
am 30 januar 1980 acht Monate vor dem
Oktoberfest Attentat war die
Wehrsportgruppe Hoffmann durch
Innenminister gehabt Baum verboten
worden ein umfangreiches Waffenarsenal
wurde sichergestellt die Tätigkeit der
Wehrsportgruppe konnte nicht länger
hingenommen werden durch ihre
spektakuläres auftreten ist sie in den
vergangenen Jahren im besonderen Maße in
das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt
sie übt im Ganzen also ich habe die
Wehrsportgruppe verboten
Anfang 1980 gegen den Widerstand daran
erinnere ich mich genau das Freistaats
Bayern also das Ministerpräsidenten
Strauß und gegen
einige
CDU Innenminister
zum Beispiel im Hinblick auf die
Herstellung von Bomben die oben der
Umgang mit Waffen das ist ja nur
erklärbar wenn man solche Waffen auch
anwenden will wir hatten also Sorge dass
aus der Übung ernst wird
die Äußerungen von Strauss gegen Baum
den einzigen Mann der wirklich was
unternommen hatte gegen die
Wehrsportgruppe Hoffmann
wurden oder drohten zu Bumerang zu
werden Strauß hat ja über Hoffmann den
wehrsportgruppenchef dieser
paramilitärischen mehrere hundert Mann
starken Truppe sich lustig gemacht also
wenn ein Mann mit der Koppel und dem
verlöteten Gewehr im Wald herumspringen
soll dann Sommer in lassen
solche Formulierungen waren es
diese Äußerungen
drohten wirklich auf Strauß sehr stark
zurückzufallen
nach einer Razzia im Hauptquartier und
der kurzzeitigen Verhaftung Hoffmanns
deutet er in einer Fernsehsendung an
dass man ab jetzt auch anders können
eine Drohung ein Hinweis auf das
Oktoberfestattentat ein Dreivierteljahr
später
jetzt nun diesen Wehrsport in dieser
Uniform nicht mehr tun wir werden
abchecken was wir noch tun dürfen was
nicht aber wir werden wirksam werden und
wahrscheinlich in einer wesentlich
unangenehmeren Art und Weise wenn man
glaubt dass man Menschen mit einer
solchen Behandlung dazu bringen kann
dass sie aufgeben und Ruhe geben nicht
Menschen unserer Art wir werden dem
Unrecht so lange entgegentreten bis wir
Umfallen nach dem Verbot tauchen
Karl-heinz Hoffmann und einige seiner
Anhänger im Libanon unter
knallharter Drill für künftige Aufgaben
die nachweisliche Verbindung des zum
alleintäter erklärten Gundolf Köhler zur
rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann
wird als für die Tat bedeutungslos
erklärt und entpolitisiert besonders
brisant die Wehrsportgruppe und ihr
Führer Karl-heinz Hoffmann hatte enge
Kontakte zu Heinz Lembke einem möglichen
Gladio Agenten zu den Verbindungen die
Karl-heinz Hoffmann pflegte gehörte auch
Heinz Lemke Karl-heinz Hoffmann hat das
hat man bei einer Razzia gefunden Pläne
ausgeheckt die nicht zur Ausführung
gekommen sind den Kriegsverbrecher
Rudolf Hesse das Stellvertreter aus dem
kriegsverbrechergefängnis in Spandau zu
befreien und in diesem Zusammenhang
hatte er mit Hans Lemke zu tun
die Spurensuche nach der möglichen
Sprengstoff von München und nach
heinzlembke führt in die Lüneburger
Heide in der Hochzeit des Kalten Krieges
galt der grenznahe Raum zur DDR als
wahrscheinlichste durchbruchstelle
sowjetische Panzerverbände und somit als
Operationsgebiet von Gladio oder
stabi-gruppen im Rathaus der Gemeinde
Ebstorf unweit der ehemaligen DDR-Grenze
hat der archevam Manfred Schmidt sein
kleines Büro er ist so etwas wie das
Gedächtnis der Region alles zur
Geschichte aus der Umgebung wird hier
zusammengetragen
auch zur forstwirtschaftsiedlung
öchtringen das zur Gemeinde gehört im
Oktober 1981 wird dort das größte
illegale Waffendepot der deutschen
Nachkriegsgeschichte entdeckt zufällig
durch einen Waldarbeiter
das sind 50er Jahren
zeige ich Ihnen mal wo das nur echt Ring
geht Hanstedt eizen von hahnstätt nach
Östringen sind das vier Kilometer und es
ist eine waldarbeiterwohnung oder
Förster wohnt in Östringen
und ein Kilometer weiter am Rande des
süsings oder schon in süsing drin ist
die Walter Walter Wohnung deshalb Lemke
in der gegenüber seines Wohnhauses in
einer ehemaligen Kieskuhle ein Teil der
Waffen versteckt hat Ende der 70er Jahre
hat hier Heinz Lembke gewohnt und
gearbeitet nach seiner Flucht aus der
DDR 1959 hatte er sich sofort
rechtsextremistischen Vereinigungen
angeschlossen
schon zwei Tage nach dem Oktoberfest
Attentat am 28 September 1980 hatte die
Polizei nach einem Hinweis aus München
die Wohnung von Lemke nach Sprengstoff
untersucht ohne Ergebnis die Suche nach
möglichen Waffendepots wurde erst zwei
Jahre später durchgeführt einen Fehler
ja auf der rechten Seite ist eine
ehemalige Sandkuhle oder Kieskuhle und
hier soll anscheinend der Revierförster
und der archivarde hiesigen Gemeinde
führen uns zu der Kiesgrube wo das erste
Depot gefunden wurde hier an dieser
Stelle unweit des Forsthauses hatte
Lembke zwischen Herbst 1977 und Juni
1978 insgesamt 33 Waffendepots angelegt
handelte es sich hier um einen
gladiolager
Polizei und Bundeskriminalamt nahmen
Ermittlungen auf zwar brachten sie
schneller raus wer die Waffendepots
angelegt hatte der 44-Jährige
Forstfacharbeiter Heinz Lemke ein
gerichtsbekannter Rechtsextremist er
zeigte der Polizei auch weitere
Verstecke
Lemke war am 27 Oktober 1981
festgenommen wurden in Untersuchungshaft
hatte er die Waffendepots preisgegeben
eine waffen- und munitionsammlung von
höchster Brisanz 156 Kilogramm
Sprengstoff 230 kg Sprengkörper über
13.000 schussmunition
258 übungshandgranaten einige Gewehre
eine Maschinenpistole aber auch
hochgiftige Stoffe wie Zyankali oder
Arsen waren sorgfältig verpackt in
Waldboden verborgen eigentlich klar dass
Lemke dieses Waffenarsenal nicht allein
beschaffen konnte doch seltsam zwar weiß
man einiges über seine Vergangenheit
praktisch aber nichts über seine
Hintermänner und Gesinnungsgenossen
fünf Tage nach seiner Verhaftung wird
Lempke dann in der Zelle tot aufgefunden
für den nächsten Tag hatte er
angekündigt nun doch umfassende Aussagen
zum Hintergrund der Waffendepots zu
machen war er damit zu einer Gefahr für
etwaige Gladio Hintermänner geworden und
aus dem Weg geräumt worden
[Musik]
der Journalist Eckart SPO hat damals zu
den Hintergründen von Lemkes tot
recherchiert er hat erhebliche Zweifel
an der offiziellen selbstmordversion
wenn jemand
bereit ist
sich zu äußern zu dem was ihm
vorgeworfen wird wenn er auch in dem
Fall ausdrücklich sagt gegenüber einem
Bundesanwalt den er schon kennt möchte
er sich äußern am folgenden Tag und
bringt sich dann um
passt das zunächst mal nicht so zusammen
normalerweise
bemüht man sich ja in Haftzellen
Vorsorge zu treffen dass sich Leute
nicht umbringen können
wieso gab es da dieses Kabel mit dem man
sich umbringen konnte
welchen Besuch hatte er
es wurde berichtet dass er an dem
Samstag
Besucher gehabt habe über deren
Identität ich nie was erfahren habe
zwei Tage nach dem Tod lempges zieht die
Generalbundesanwaltschaft den Fall
überraschend an sich eine
Nachrichtensperre wird verhängt
[Musik]
Ende 1982 werden die Ermittlungen
endgültig eingestellt wie Gundolf Köhler
der Oktoberfest Attentäter sei auch
Heinz Lembke nur Einzeltäter einen
waffenarr mit rechtsradikaler Gesinnung
erstaunliche Parallelen an einem Punkt
machen die Erkenntnisse des
Generalbundesanwalts stutzig sie lassen
es vielmehr zumindest möglich erscheinen
dass er von einer verstandesmäßig nicht
völlig fassbaren Furcht vor einem
russischen Überfall durchdrungen und
entschlossen war den erwarteten
Eindringlingen als Einzelkämpfer oder
als Führer von Partisanen Widerstand
entgegenzusetzen zu diesem Zweck könnte
er die in den erddepots gefundenen
Kampfmittel gesammelt und vergraben
haben das was der Generalbundesanwalt da
schreibt als Einzelkämpfer oder als
Führer von Partisanen widerstandsleisten
das ist genau das Konzept von Gladio
also
insofern
bestärkt der Generalbundesanwalt
eigentlich diesen Verdacht
lempges Sprengstofflager Teil der
gladiusstruktur stammt der in München
verwendete Sprengstoff möglicherweise
aus dem Bestand Lemkes einem solchen
Zusammenhang geht die
Generalbundesanwaltschaft nicht einmal
nach
und es gab ja auch ein
Ermittlungsverfahren gegen Lemke selbst
da sind einige seiner Beziehungen zu den
Rechtsextremisten und Rechtsterroristen
untersucht worden
kurioserweise spielt das
Oktoberfestattentat also die Frage ob er
da als sprengstofflieferant in Frage
kommt keine Rolle das ist deswegen so
erstaunlich weil zur selben Zeit das
Ermittlungsverfahren in Sachen
Oktoberfest Attentat in der gleichen
Behörde in der Bundesanwaltschaft
geführt wird und diese beiden
Ermittlungsverfahren enden mit einer
Woche Unterschied im November 1982 beide
doch nicht nur zu Heinz Lembke sind
viele Fragen offen viele Rätsel und
Merkwürdigkeiten bleiben nach der
Einstellung der Ermittlungen zum
Oktoberfestattentat im November 1982
Zeugen die plötzlich verstorben
Zeugenaussagen die im Abschlussbericht
nicht mehr auftauchen und wichtige
Zeugen die von der Polizei erst gar
nicht befragt wurden darunter auch ein
Mann der sich später in einer
Plattenbausiedlung im hessischen Rodgau
selbst tötete
Stefan Wagner aktenkundiger Neonazi und
Unterführer von Karl-Heinz Hoffmann hat
sich nach einem Amoklauf selbst
gerichtet
schwer bewaffnet nimmt er instilisierter
SS-Uniform Geiseln verfolgt von Polizei
Scharfschützen schreit er sei beim
Oktoberfest Attentat dabei gewesen aber
lebend werde man ihn nicht kriegen
Wagner hatte enge Kontakte zur
rechtsterroristischen Szene kannte
Gundolf Köhler und Heinz Lemke von
diversen Wehrsportübungen
bemerkenswert die Sonderkommission
Theresienwiese hatte zum Münchner
Bombenanschlag und 1800 Personen
vernommen 90 aus dem direkten Umfeld von
Gundolf Köhler über 1.500 Beweismittel
wurden gesichert Expertengutachten
erstellt
Stefan Wagner jedoch so die offizielle
Version sei aus taktischen Gründen nicht
befragt worden
offene Fragen auch beim einzig
entscheidenden Augenzeugen Frank lauter
jung er hat Gundolf Köhler und zwei
Begleiter kurz vor dem Attentat
beobachtet sechs Wochen nach dem
Bombenanschlag wird er erneut vorgeladen
und revidiert plötzlich seine erste
Aussage das Motiv dieser Vorladung war
Frank lauter jung
bestimmte Beobachtungen die er gemacht
hat mit außerordentlich suggestiven
Fragestellungen auszureden
könnte es nicht sein dass Köhler und
diese jungen Männer überhaupt nichts
miteinander zu tun hatten
könnte es nicht sein dass dieser Koffer
den Köder bei sich trug ein
werkzeugkoffer aus dem Auto gewesen ist
der völlig anders aussah
es ist durch diese suggestive Befragung
lauter Jungs im Grunde genommen
abgerungen worden
dass diese jungen Männer mit Köhler
nichts zu tun hatten
im Sommer 1982 stirbt Frank lauter jung
überraschend mit 36 Jahren damit gibt es
den wichtigsten Augenzeugen des
Bombenattentats nicht mehr
ein weiteres Beispiel es gab eine Zeugin
die sehr kurz nach dem Anschlag
an dem attentatsort vorbei kam und
beobachtet eine merkwürdige Szene das
eben zwei Männer da stehen und der eine
sich mehr der minder selbst bezichtigt
helft mir hilft es mal ich kann nichts
dafür das habe ich nicht gewollt man
muss doch unbedingt zu einer Aussage
nachgehen es hat so viele nicht
ausgeschöpfte Ermittlungsansätze gegeben
so auch bei dem Fotografen Oswald
Baumeister am Tag des Attentats
probierte sein neue Kamera auf dem
Oktoberfest aus nicht weit entfernt von
ihm explodiert die Bombe danach schießt
er die ersten Fotos vom Schauplatz
einige davon werden veröffentlicht ob
sie Hinweise auf weitere Tatbeteiligte
hätten geben können die Polizei hat sich
nie dafür interessiert
also ich habe ganz professionell mehr
oder weniger reagiert also es denken
eigentlich ausgeschaltet und habe
einfach gesagt halb totale totale Detail
war mir klar kann ich nicht machen ich
wollte auch nicht so nah hin muss ich
ganz ehrlich sagen und
es war schon auch der dieser komische
Moment das heißt komisch wo man sich
sagt Menschen du stehst hier rum und
fotografierst solltest eigentlich lieber
helfen und es war aber bei jedem schon
jemand und als ich zurückkam habe ich
doch irgendwie erwartet dass an meinem
Anrufbeantworter oder bei der
Abendzeitung irgendwie von staatlicher
Seite her vielleicht mal einer sagt hey
du sie waren der erste Fotograf am Ort
können wir vielleicht mal den ganzen
Film sehen
weil ich war ja praktisch vor der
Polizei da und ich hätte es irgendwie
normal gefunden dass die halt sagen ja
vielleicht ist da irgendwas noch drauf
irgendein Foto was so unspektakulär ist
das was gar nicht entwickelt haben aber
also weiß nicht ich hätte das eigentlich
ich habe das nicht verstanden warum die
sich gar nicht melden
ja sie Montag sitzt für die Grünen im
Bundestag mit anderen zusammen hat er im
Herbst 2009 in einer kleinen Anfrage
einen umfassenden Fragekatalog zu Gladio
ins Parlament eingebracht neue
Erkenntnisse keine es ist
naheliegend und durch Fakten belegt dass
diese rechtsextremistische gewaltbereite
und gewalttätige Szene vom
Verfassungsschutz von
Nachrichtendiensten durchsetzt war mit
V-Leuten durchsetzt war und deswegen ist
es für die Politik wichtig zu erfahren
in welchem Zusammenhang diese
Information und die Führung dieser Leute
durch deutsche Sicherheitskräfte und das
Attentat selbst in Verbindung steht
obwohl der mögliche gladio-agent Lembke
Kontakte zur Wehrsportgruppe Hoffmann
hatte wird diese Spur nicht näher
untersucht es bleibt bis heute unklar
woher der Sprengstoff für das Münchner
Attentat kam
[Musik]
diese Zusammenhänge heute mit moderner
Kriminaltechnik aufzuklären ist nicht
mehr möglich auf unsere schriftliche
Nachfrage räumt die
Generalbundesanwaltschaft ein dass
1997/98 alle Sachmittel Beweise des
Oktoberfest Anschlags vernichtet worden
sind ein behördlicher routinevorgang
heißt es lapidar
gab es einen Zusammenhang von
gladiusstrukturen mit dem
oktoberfest-attentat sollte er vertuscht
werden die für Geheimdienste zuständige
Regierungsstelle und damit auch die
Regierungschefs aller Parteien von 1953
bis 90 hatten Kenntnis von dieser
geheimstruktur nicht aber das Parlament
es ist eine langjährige Geschichte der
Vertuschung und der Verheimlichung statt
der Öffnung und Erklärung
es gab einige parlamentarische Anfragen
es gab parlamentarische Aktivitäten auch
von uns Grünen im deutschen Parlament im
Europäischen Parlament
aber es gab nie das Bedürfnis oder das
Interesse
der Regierungen oder der
Sicherheitskräfte mit dieser
Vergangenheit reinen Tisch zu machen
ich erkenne heute überhaupt keine
Notwendigkeit mehr an einer
Geheimhaltung festzuhalten
Transparenz und Öffentlichkeit haben
Vorrang bei der geschichtlichen
Aufarbeitung dieses Teils der
westdeutschen Nachkriegsgeschichte
gegenüber fortwerdender Heimlichtuerei
das alles widerspricht dem schönen Bild
von der kleinen sauberen Bundesrepublik
Deutschland und widerspricht natürlich
auch dem Bild
der Republik unter der Kanzlerschaft von
Konrad Adenauer der ja heute noch nicht
nur über den Namen
Konrad-Adenauer-Stiftung eine
ideologische Leitfigur für die CDU ist
das gleiche gilt dann analog für die
Aktivitäten von Franz Josef Strauß der
für die christozialen eine entsprechende
Leitfigur auch heute noch darstellt
Geheimdienste Rechtsextremisten
faulleute
gladiusstrukturen gab es auch in
Deutschland sind sie den Behörden aus
dem Ruder gelaufen haben
Rechtsextremisten dieses Strukturen
benutzt um ihre politischen Ziele zu
verfolgen fest steht das Parlament war
ahnungslos und wie in Italien kann wohl
nur eine Öffnung der Archive Antworten
bringen bis heute wird das verweigert
offensichtlich sind die Regierungen
daran nicht interessiert
[Musik]
es gibt viele Hinweise die gegen die
offizielle alleintäterversion beim
Oktoberfestattentat sprechen vieles
weist auf eine gruppen-tat hin und macht
ein politisches Motiv mit einem
rechtsterroristischen Hintergrund
wahrscheinlich eine Verwicklung der
paramilitärischen natoeinheit Gladio
nicht ausgeschlossen doch die Opfer
warten seit fast 30 Jahren darauf dass
die ganze Wahrheit ans Licht kommt und
sie warten noch immer
die ganze Tat ist natürlich immer noch
eine offene Wunde für sie sind die
Kinder umgekommen sie sind haben selber
schwere Verletzungen gehabt und wenn sie
überhaupt jemals wieder Frieden finden
was diesen Komplex angeht dann nur dann
wenn
rauskommt was wirklich gewesen ist das
also wirklich rechtsradikale
Hintermänner waren und Gundolf Köhler
keineswegs ein verehrter Einzeltäter der
aus privaten individualistischen Motiven
gehandelt hat
die Opfer des Oktoberfest Attentats
werden mit ihren Erinnerungen
weiterleben müssen
ich weiß nur dass dann der Strauß mit
seiner Familie zu mir ins Krankenbett
kam oder da in die Intensivstation und
von oben herab muss ich schon mal sagen
sagte als seine Frau sagte ich schau mal
Franz oder wie sie ihn genannt hat schau
mal das ist doch ein Elend worauf er
sich so halbwegtrete und sagte das habe
ich doch äußeren Krieg erlebt na klar
wir sind ja auch in Bayern und
das war schon also bei aller bei aller
Tragödie fand ich das also schon so
typisch
aber natürlich besteht dieses Interesse
um Aufklärung ich glaube man wünscht
immer Aufklärung egal wie ernüchternd
vielleicht die Wahrheit im Nachhinein
sein möge
ich wollte eine Gerechtigkeit haben vor
allen Dingen weil die ich diese
einzeltäter-these für absolut
unterhaltbar
halte und
blutige Terroranschläge erschüttern
Italien vom Ende der 60er bis in die
80er Jahre
diese Bombe auf eine Großbank tötet 16
Menschen 88 werden verletzt die Täter
italienischer Neo Faschisten
[Applaus]
wenige Jahre später sterben drei
Polizisten durch eine Autobombe auch
hier Neofaschisten
august 1980 der Höhepunkt der
Anschlagsserie eine Bombe explodiert mit
ungeheurer Gewalt im Wartesaal des
Bahnhofs ein ganzer flügeliges Gebäudes
fällt in sich zusammen 85 Menschen
sterben in den Trümmern nirgends im
Nachkriegs Europa hat das bis dahin mehr
Tote bei einem Anschlag gegeben
im September des gleichen Jahres gibt es
bei Münchner Oktoberfest 13 Bombenopfer
mit über 200 verletzten der schwerste
Anschlag in der Geschichte der
Bundesrepublik
was haben diese Anschläge gemeinsam in
welchem möglichen Zusammenhang stehen
sie in allen Fällen werden zuerst linke
Gruppierungen beschuldigt die Roten
Brigaden in Italien oder die
westdeutsche Rote Armee Fraktion die
Täter aber kamen aus dem Umfeld
rechtsradikaler Gruppen und sie haben
militärischen Sprengstoff eingesetzt
diese europaweiten Blutspuren führen
immer wieder zu einer paramilit
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