All language subtitles for Stanza Del Figlio, La (2001).720p.BluRay-ger

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Original subtitles

Ich komme.

Ja?

Ja, das bin ich.

Guten Tag.

Ja.

Heute?

Warum? Was ist passiert?

Mein Name ist Sermonti. Ich habe einen Termin beim Rektor.

Hier nebenan. - Danke.

Herein!

Guten Tag. - Guten Tag, Herr Sermonti.

Tut mir leid, dass ich Sie rufen musste. Setzen Sie sich doch.

Hallo. - Hallo, Papa.

Es ist etwas sehr Bedauerliches passiert.

Aus dem Biologieraum ist ein Fossil verschwunden.

Ein ziemlich seltener Ammonit.

Ich weiß nicht, ob Ihr Sohn etwas damit zu tun hat. Es täte mir sehr leid.

Es geht um einen Diebstahl?

Ja. Anscheinend waren es Andrea und sein Klassenkamerad Luciano Tomasi.

Aber wir waren es nicht! - Das sagt Tomasi auch.

Aber ein Klassenkamerad hörte sie vor dem Raum damit angeben,

sie hätten das Fossil gestohlen. - Das stimmt nicht.

Leider bin ich gezwungen, Andrea und seinen Freund

für eine Woche nach Hause zu schicken.

Wie viel verstehen Sie überhaupt von dem, was ich Ihnen erzähle?

Zu wie viel Prozent werde ich hier verstanden? 20 Prozent? 30 Prozent?

Ich habe hier 460 Stunden verbracht und 46 Millionen Lire ausgegeben.

Außerdem kaufe ich da unten immer etwas zum Anziehen, um mich aufzuheitern.

Die machen alle gute Geschäfte mit Ihren Patienten.

Ich habe mich erkundigt.

Es gibt auch einen Feinkostladen, ich habe es selbst gesehen.

Ich sollte es meinem Cousin sagen. Wer hier einen Laden aufmacht, hat es gut.

Sie fühlen sich immer schuldig, verantwortlich für alles, was passiert.

Aber wir können nicht alles im Leben selbst bestimmen.

Wir tun, was wir können.

Vielleicht muss man lernen abzuwarten und nicht immer eine Aufgabe zu haben.

Muße finden, das ist nicht dasselbe wie passiv sein.

Es geht um eine entspanntere Einstellung zum Leben, zur Welt.

Was meinen Sie dazu?

Ich öffne eine Tür und stehe in einem Flur, wo mir alle entgegenkommen.

Das Fest ist also zu Ende, denke ich.

Ich öffne eine andere Tür und stehe auf einer riesigen Terrasse.

Durch eine Luke sehe ich ein Treppchen, das zu einer kleinen Tür führt.

Wie langweilig!

Was für ein langweiliger Traum, all die Luken, Treppen, Türen...

Lauter Symbole, an denen Sie sicher stundenlang sitzen werden.

Meiner Meinung nach lohnt das nicht, reine Zeitverschwendung.

Es sind etwa 180 Seiten.

Ja, eine Autobiographie.

Ich habe den Anfang der Einleitung gelesen. Ich weiß nicht,

ich finde es ganz gut.

Hast du mit Andrea gesprochen? - Warte mal kurz.

Ja, habe ich. - Hat er vom Rektor erzählt?

Ja, er hat mir alles gesagt. Ich komme.

Nein, Giovanni ist gerade hereingekommen. Ja...

In Osimo spiele ich gern. Die haben ein schönes Parkett.

Wenn der Ball aufprallt, klingt das ganz anders als in unserer Turnhalle.

Wie ist eure Turnhalle? - Du weißt doch, Linoleum.

Das dämpft den Klang, das spornt einen nicht so an.

Klingt irgendwie klebrig... - Ja.

Ich mag das Geräusch des Tennisballs, wenn er auf den Schläger trifft.

Ein bisschen gedämpft... - Ja, so...

Welche Sportart magst du am liebsten, vom Klang her?

Ich weiß nicht.

Eishockey.

Nun lass es doch mal gut sein. Andrea hat doch gesagt, dass er es nicht war.

Selbst wenn er es war... So ein Theater wegen eines Steins!

Wegen eines Diebstahls!

Sagen wir mal

wenn er jetzt gleich kommt, dann war er es nicht.

Wenn er in fünf Minuten kommt, dann war er es.

Wenn er in einer Viertelstunde kommt, war es der Rektor ganz allein.

Vielleicht hat er daheim eine Sammlung.

Sehr lustig. Der Rektor bestiehlt die Schule.

Na bitte! - Was ist los?

Nichts. Wir haben nur...

Da ist dein Preis. Du hast gewonnen.

Wir haben dir zu Ehren ein Spiel gemacht. Irene hat es sich ausgedacht.

Wenn du hingehst, gibst du damit zu, dass er es war.

Ich gebe nichts zu. Ich will wissen, was wirklich passiert ist.

Andrea war es nicht. Ich habe mit ihm geredet.

Du kennst ihn doch, dazu ist er viel zu naiv!

Ein Diebstahl! Das ist doch lächerlich.

Ein Diebstahl...

Mal sehen, was passiert ist. Mal hören, was die anderen sagen.

Ich weiß nicht einmal wie ein Ammonit aussieht.

Ein bisschen wie eine Muschel weißt du, mit so einer Spirale. - Ja.

Hör mal soll ich hingehen?

Ja, du sollst hingehen, aber lieber will ich selbst hingehen. In Ordnung?

Komische Häuser.

Ich kenne niemanden, der hier wohnt.

So weit draußen! Wie kommt man hierher?

Mit der 24 von der Piazza Cavour. Ist doch schön ruhig.

Ja, ruhig schon, bloß...

ich war noch nie hier. Komisch.

Seit wann wohnen sie hier? - Keine Ahnung. Seit ich Luciano kenne.

Und Filippo? Wie ist der?

Filippo mochte ich noch nie.

Du hast ein Fossil gesehen, stimmt's?

Ja, Luciano hat seine Tasche aufgemacht, und das Fossil war darin.

Du glaubst auch alles! Das waren Turnschuhe in einer Tüte!

Es ist völlig klar, dass das keine Turnschuhe waren. Die sind viel größer.

Man sah die Form des Ammoniten.

Von einer Tüte hast du nichts gesagt.

Das Fossil war darin, ich schwöre es! Die beiden haben gelacht.

Vielleicht war es ein Scherz, und du hast es falsch verstanden.

Nein, denn als ich reingucken wollte,

haben sie die Tasche zugemacht und sind weggelaufen.

Darum konnte ich es nicht mit eigenen Augen sehen.

Wenn Sie das hören wollen, ja, gut, ich habe es nicht gesehen.

Zufrieden? - Was meinen Sie?

Vielleicht sollten wir Filippo kurz mit seinen Eltern allein lassen.

Bleiben Sie nur. Können wir kurz auf die Terrasse gehen? - Bitte. - Komm mit!

Da lang.

Die Tüte, der Ammonit,

die Turnschuhe, die Sporttasche! Viel habe ich nicht verstanden.

Nach deiner Erzählung verstehe ich das sehr gut.

Ich bin froh. - Ich auch, aber trotzdem.

Kennst du Lucianos Vater? - Ja, von einem Elternabend. Warum?

Er war heute ein bisschen aggressiv. - Dir gegenüber?

Nein, er war sehr hart zu Filippo. Er hat ihn schlecht behandelt.

Da hat er ja eigentlich Recht. - Ja, aber es war ein bisschen peinlich.

Filippo hat alles erfunden, wer weiß, warum.

Vermutlich, weil er Andrea nicht mag. - Ja, sie mögen sich nicht, ich weiß.

Ich habe Angst, verrückt zu werden.

Ich habe Angst, dass ich irgendwann ein Kind vergewaltige und eingesperrt werde.

Als ich Sie Freitag gefragt habe, ob ich Sie anwidere, haben Sie Nein gesagt.

Das hat mich überrascht.

Dann habe ich mir den Film angesehen, von dem Sie sprachen.

Schöner Film.

Das freut mich,

dass Sie sich diesen Film angesehen haben. Das ist doch sehr positiv.

Pornofilme sind mir lieber. - Ja, aber...

Sie haben sich diesen Film angesehen und sich damit vielleicht angenähert...

Ach was, angenähert!

Danach habe ich ein Pornoheft genommen und am offenen Fenster gewichst.

Gewichst, verstehen Sie?

Ich war ruhig, ich hatte eine Valium genommen.

Der Erfinder der Valium ist ein Genie.

Der sorgt wirklich dafür, dass es den Leuten besser geht.

Die Schlittenhunde sterben, weil sie den Duft des Pfirsichbaums nicht vertragen.

Nur ein Sibirian Husky überlebt, aber der Held tötet ihn.

Irgendwann geht er auf ein Schiff, das schon voller Kadaver ist.

Auf Seite 60 sind schon alle tot.

Oscar,

ich höre mir Ihre Erzählungen immer gern an,

aber wollen wir mal herausfinden, warum Sie gerade heute diese Dinge erzählen?

Mit all den Toten?

Ich weiß nicht.

Es gibt keinen bestimmten Grund. Alle meinen, es ginge mir gut.

Und was meinen Sie?

Dasselbe. Die Arbeit läuft gut.

Es geht mir gut.

Obwohl ich dauernd an Selbstmord denke.

Ich spüre, dass ich es wieder versuchen könnte. Diesmal vielleicht mit Erfolg.

Wie ist das möglich, dass alles normal ist, dass es einem gut geht

und dass man trotzdem dauernd an Selbstmord denkt?

Wie ist das möglich?

"Ita res accendent lumina rebus."

Das ist einfach: "So werden alle Rätsel gelöst sein."

Was soll das bedeuten?

Vielleicht habe ich es falsch gelesen.

"Dies wirst du mühelos verstehen.

Alles erleuchtet alles, die Nacht verdunkelt nicht deinen Weg,

die höchste Natur durchdringt dich, und so werden alle Rätsel gelöst sein."

Das kapiert keiner.

Ist doch völlig klar!

Völlig klar? - Ja.

Und was bedeutet "die höchste Natur durchdringt dich"?

Der Mensch angesichts des Universums.

Spinnst du? Wie viele Joints hast du dir gedreht?

Was hat sie gefragt? - Wie viele Joints er sich gedreht hat.

Dann habe ich richtig gehört. - Ja.

Du rauchst, bevor wir arbeiten wollen. Konntest du nicht warten?

Du weißt doch, ich rauche immer, nur wegen des Geschmacks. - Er raucht immer?

Du bist unromantisch, du verstehst nichts von Mensch und Universum.

Wir treffen uns morgen, ja?

Sei doch nicht so. Gib mir einen Kuss! - Nein. - Nur einen!

Einen!

Ein Küsschen auf die Wange! - Nein.

Gut, ich habe verstanden.

Ich gehe.

Ich gehe! Schönen Abend! - Tschüs!

Kleine Mühe... perductus.

Woher kommt "perductus"?

Frag nicht deine Mutter, die war nicht auf dem humanistischen Gymnasium.

"Perduco: führen, verführen, fortführen."

Also...

"Mit wenig Mühe wirst du geführt, mit wenig Mühe...

... namque alii ex alio clarescent nec tibi caeca nox..."

Und was heißt " clarescent"? - "Denn alles..."

Matteo hatte doch Recht.

"Der Mensch angesichts des Universums."

Er hatte Recht. Er hat richtig geraten.

Machen wir aus?

Noch fünf Minuten.

Hör mal das Gedicht.

Es heißt "Die Zehen".

"Was, zum Teufel ist los?

Was für seltsame Zehen sind das, denen alles schnurzegal ist?

Gehören diese Zehen zu mir?

Vielleicht haben sie die alten Zeiten vergessen,

was Leben damals bedeutete:

Immer in der ersten Reihe, immer die ersten auf der Tanzfläche,

kaum dass die Musik zu spielen begann?"

Schön, nicht wahr?

Hallo!

Klopf, klopf! Niemand da?

Bist du müde? - Ja.

Sehr müde?

Sehr, sehr müde?

Dieses Nachthemd...

Stört es dich? - Ein bisschen schon.

Guten Tag. - Bitte sehr!

Schöne Liege!

Schlicht, bequem, auf ihre Art sogar elegant.

Aber ich habe nicht die Absicht, mich draufzulegen.

Ja.

Also...

schießen Sie los.

Herr Vitali aus Mailand hat mir von Ihnen erzählt.

Offen gesagt hatte ich noch nie von Ihnen gehört.

Sie scheinen mir auch recht jung.

Etwa vier, fünf Jahre jünger als ich.

Die Psychoanalytiker Ihres Alters sind die schlimmsten. - Ach ja? Warum?

Weil sie zynisch sind. Sie tun so, als wäre das ein Beruf wie jeder andere.

Jedenfalls sind Sie jünger als ich, weniger reich,

und ob Sie intelligenter sind, weiß ich nicht.

Vielleicht bin ich nicht intelligent genug für Sie,

aber das ist kein Intelligenzwettbewerb. Hier geht es um etwas anderes.

Wie lange dauert die Therapie? Wer entscheidet darüber? - Entscheiden...

Das merkt man von selbst. Das stellen wir meistens gemeinsam fest.

Ich bin beeindruckt. Sie sind so ruhig,

so heiter... - Ja?

Das ist doch gut so. Gut für uns beide.

"Ich trage in meinen Augen...

Bäche klaren Wassers,

und ich trinke davon...

Ich suche mir Wälder

und Täler voll Sonnenschein, der wärmer ist als du.

Ich bin nicht mehr mit dir zusammen,

ich betrachte die Wolken da oben...

Und wenn ich gehe,

musst du mir zulächeln, wenn du kannst,

das wird nicht leicht sein, aber du weißt ja,

man stirbt ein bisschen, um leben zu können.

Auf Wiedersehen, Geliebter, tschüs,

die Wolken sind schon weitergezogen."

Seltsam, immer lässt er sich irgendwann ablenken, denkt an irgend etwas anderes

und spielt schlecht. In aller Seelenruhe

spielt er die Bälle ins Aus, ins Netz...

Wollt ihr nicht ein bisschen zuschauen?

Du liest Zeitung, ihr redet die ganze Zeit...

Ihr wisst doch, dass Andrea sonst beleidigt ist.

Hast du überhaupt keinen Ehrgeiz?

Du hast doch absichtlich gegen Stefano verloren.

Nein, ich habe heute schlecht gespielt.

Nein, du hast verloren, weil es dir nur ums Spielen ging.

Du spielst nicht, um zu gewinnen. Aber wo ist dann der Reiz?

Findest du nicht? - Nein.

Wie, nein?

Sechs, sechseinhalb, ja, ungefähr...

Einen Moment, ja?

Nur kurz.

Warum bist du hier? - Eine Überraschung.

Sicher? - Ja, sicher.

Verzeihung. Ja.

600 Exemplare.

Die Ausstellungskataloge wären fast eingestampft worden.

Marinelli.

Was passiert beim Einstampfen? - Bücher werden zerkleinert und zu Brei gemacht.

Ja. Mein Gott, ein Glück! Tausend Dank. Nein, wir kommen selbst.

Sind sie gefunden worden? - Ja.

Und du holst sie jetzt dort ab, ja?

Ich meine, weil ich kurz mit Paola sprechen will. - Schon kapiert.

Was ist?

Was ist? Ich weiß es nicht.

Ist Andrea nicht ein bisschen komisch zur Zeit?

Wieso komisch?

Ich weiß nicht.

Er hat absichtlich beim Tennis verloren.

Absichtlich! - Er hat absichtlich verloren.

Es ist doch nicht normal dass ein Junge seines Alters nicht gewinnen will.

Für mich ist das jedenfalls nicht normal.

Er hat das Fossil nicht gestohlen. Davon bist du doch überzeugt?

Ja.

Ja, ja.

Zwei Tage lang ist mir alles gelungen, ich habe keinen Fehler gemacht.

Dann sah ich in einer Zeitungsüberschrift das Wort "langsam".

Ich konnte nicht anders, ich musste sofort das Gegenteil suchen.

Ich habe die ganze Zeitung durchgesehen, bis ich das Wort "schnell" fand.

Das hat über eine halbe Stunde gedauert,

so dass ich nicht schaffte, wie geplant um Punkt vier im Supermarkt zu sein.

Das war ein Fehler.

Also habe ich sofort einen neuen Termin festgelegt: gestern um Mitternacht.

Aber es ging wieder daneben.

Vor dem Schlafengehen trank ich einen Schluck Wasser.

Ich vergaß, das Glas zu sterilisieren, und habe schmutziges Wasser getrunken.

Jetzt muss ich von vorn anfangen

und einen neuen Termin festlegen.

Dieser Termin...

Hören Sie, Raffaella...

Raffaella, dies ist meine beste Zeit.

Ich habe Tee getrunken.

Ich habe Tee getrunken, mein Geist ist klar... Folgen Sie mir.

Fußballschuhe für den Aschenplatz,

Fußballschuhe für den Rasenplatz,

Fahrradschuhe, Basketballschuhe, Tennisschuhe,

Laufschuhe, Volleyballschuhe.

Sie langweilen sich viel. Warum machen Sie nicht ein wenig Sport?

Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie anstrengend dieses Leben ist.

Doch, das kann ich.

Ich weiß es sogar, denn ich bin mindestens so langweilig wie Sie.

Sehen wir uns Mittwoch? Wir sehen uns Mittwoch.

Ich bin nie sicher, ob ich das Geschirr und das Besteck richtig sterilisiere.

Wenn ich es aus dem Sterilisator nehme, wird es ja wieder schmutzig.

Also muss ich von vorn anfangen.

Ich muss eine bessere Lösung finden.

Wälzer.

Schere.

Und...

Fosbury.

Mit mehr Kraft, mehr Schwung, wenn du hier ankommst...

Was machst du? - Kartoffelkuchen. Bist du fertig mit dem Lernen?

Ja, schon eine Weile.

Gibst du mir bitte das Paniermehl

Mama, ich habe das Fossil weggenommen.

Das heißt, ich und Luciano.

Wir wollten es nicht stehlen. Es war nur ein Spaß.

Der Lehrer ist so besessen davon, wir wollten sein überraschtes Gesicht sehen.

Wir wollten nicht...

Es war dumm.

Papa hat extra mit den Eltern geredet! Also hatte der andere Junge Recht.

Wir hätten es zurückgebracht,

aber es ist zerbrochen. Wir wollten es kleben, aber das sah furchtbar aus.

Ich wollte es Papa gestern bei unserem Spaziergang sagen.

Aber es war so schön, er war gut gelaunt...

Es war wirklich nur ein Spaß.

Sie haben mich noch nie verstanden.

Sie haben nie einen Draht zu mir gehabt.

Heute ist das letzte Mal.

Das sagt sie seit fünf Jahren. Auch diesmal wird sie nicht aufhören.

Sie sind kalt.

Ich weiß nie, was Sie fühlen.

Das liegt nicht an Ihrer Arbeitsmethode. Sie sind einfach kalt.

Mein voriger Analytiker war nicht so distanziert.

Da gab es nicht so einen toten Punkt.

Sie sind nicht zum ersten Mal so entmutigt.

Versuchen wir herauszufinden, was passiert ist und wie wir weiterkommen.

Heute ärgern Sie sich nicht einmal.

Offenbar wissen Sie auch, dass wir am Ende sind.

Es ist nicht Ihre Schuld.

Das Problem ist sehr einfach. Sie sind nicht der richtige Analytiker für mich.

Es stimmt, ich kann nichts mehr tun. Die Therapie ist zu Ende. Was wird sie tun?

Geht sie woanders hin? Hört sie auf?

Ich schaffe es nicht, ich habe versagt.

Wie lange noch? In einer Minute ist alles zu Ende.

Jetzt fühle ich mich besser.

Also... - Wir sehen uns Dienstag. - Bis Dienstag!

Was macht ihr heute?

Gehen wir ins Kino? - Heute? Ja, gut.

In welchen Film? - Da läuft ein Film im Alhambra,

von dem alle meine Patienten reden. Das hat mich neugierig gemacht.

Leider haben sie mir schon alles erzählt. Ich kenne die Personen,

drei, vier Szenen, die anscheinend sehr beeindruckend sind, kann ich auswendig.

Außerdem haben sie mir das Ende erzählt.

Außerdem rede ich seit zehn Minuten, und niemand hört mir zu!

Gehen wir beide heute Morgen laufen?

Aber ich bin mit Freunden verabredet. - Verabredet!

Raff dich auf, Mama kommt auch mit, stimmt's?

Laufen wir 20, 30 Kilometer, strengen wir uns mal ein bisschen an!

Ich gehe dran. Also, abgemacht?

Bis zum Hafen, hin und zurück, ja?

Dann noch mal hin und zurück, dann noch mal

dann den ganzen Viale della Vittoria... Hallo?

Guten Morgen, Oscar. Wie geht es Ihnen?

Das tut mir leid.

Was haben Sie denn?

Wir haben am Dienstag einen Termin.

Wenn Sie wollen, können wir auf morgen vorverlegen.

Montag um acht oder...

Ja.

Gut. Geben Sie mir noch mal Ihre Adresse, bitte.

Also bis später.

Was ist denn los?

Ein Patient, dem es nicht gut geht.

Ich muss zu ihm.

Laufen wir ein andermal - Ja.

Warum musst du denn sofort hin? - Es geht ihm wirklich schlecht.

Ich weiß nicht, wann ich zurück bin. Er wohnt außerhalb. - In Ordnung.

Ich nehme das Auto. Tschüs.

Tschüs, Kinder.

Lass mich los!

Danke, dass Sie gekommen sind. War es schwer zu finden?

Nicht sehr.

Es ist weit. Ich hätte zu Ihnen kommen sollen, aber es geht mir zu schlecht.

Wenn Sie die Jacke ausziehen wollen...

Entschuldigen Sie den Empfang, aber seit zwei Tagen bin ich völlig durcheinander.

Ich wollte es nicht am Telefon sagen.

Ich hätte die Sitzung abwarten sollen, aber ich musste Sie sofort sprechen.

Was ist los? - Ich habe mich untersuchen und röntgen lassen.

Auf dem Röntgenbild ist ein Fleck.

Was bedeutet das?

Vermutlich ein Lungentumor.

Ich habe nie geraucht, immer Sport gemacht, lebe praktisch auf dem Land.

Ich bin ratlos. Verzeihen Sie, dass ich Sie heute...

Nein, lassen Sie nur, es war richtig, mich anzurufen.

Sie sind besorgt, aber die Diagnose

ist nicht bestätigt. Es folgen noch Untersuchungen, oder?

Ja, aber ich weiß es doch schon.

Ich bin sicher, ich habe einen Tumor.

Hallo, ist niemand zu Hause? Ich bin 's.

Seid ihr da?

Paola, ich bin auf dem Rückweg.

Wir sehen uns gleich, ja?

Tschüs, Schatz.

Guten Tag. Was ist?

Was ist? - Ihr Sohn hatte einen Unfall. - Andrea? Was ist passiert?

Sie waren tauchen, und Ihr Sohn... - Wie geht es ihm?

Luciano, was ist passiert?

Was ist passiert? Wie geht es ihm?

Wie geht es Andrea?

Ich erledige ein paar Anrufe.

Der Anrufbeantworter.

Valerio, hier ist Giovanni

Ich wollte dir eine Nachricht hinterlassen.

Ich bin im Krankenhaus, und...

ich wollte dir sagen...

dass...

Ich wollte dir sagen...

Ich wollte dir eine Nachricht hinterlassen...

Wann ist der Junge geboren?

11. Oktober 19...

Guten Tag. - Hallo. - Hier sind die Kleider.

Fabio hat auch Brötchen mitgebracht.

Ja...

gut.

Der Herr muss Andrea anziehen. Gib ihm die Sachen.

11. Oktober...?

11. Oktober 1983.

Verzeihung, können Sie noch mal einen Moment aufmachen?

Danke.

Darf ich?

Einen Moment!

Ich bringe euch Frühstück.

Danke, Irene, aber lass nur. Ich bin schon auf. Ich komme.

Und Papa? - Ist schon in der Praxis. Ich komme.

Gestern habe ich mich so gefreut, als ich Ihre Nachricht bekommen habe.

Ich wusste, dass ich wieder zu Ihnen kommen würde.

Ich habe sonst niemanden zum Reden.

In meinem Leben passiert nie etwas.

Hier dagegen fühle ich mich lebendig.

Ich kann endlich weinen.

Vorher konnte ich nie weinen.

Das tut mir gut.

Natürlich ist es nicht immer so. Manchmal bin ich traurig und frustriert.

Dann muss ich mir zum Trost in den Läden hier unten etwas kaufen.

Heute ist es anders.

Heute habe ich nur Lust zu weinen.

Ich könnte mein ganzes Leben lang weinen.

Wie geht es?

Ich wollte zur Beerdigung kommen.

Es tut mir unheimlich leid.

Ich wollte Ihretwegen da sein.

Ich habe drei Valium genommen, damit ich keinen Unsinn mache.

Ich habe Blumen gekauft, und dann habe ich es nicht geschafft.

Ich war im Kino, wie immer.

Neben mir saß einer,

und wir haben uns den Porno angeschaut.

Dann reibt er sich, ich blase ihm einen.

Ich gehe, ich habe mehr Lust als vorher.

Unterwegs sehe ich eine Nutte, ich nehme sie mit.

Ich nehme sie von vorn und von hinten.

Ich gehe heim. Roberta schläft schon.

Ich sehe sie an. Sie ist zu schön für mich.

Ich liebe sie, aber warum will ich es mit ihr nicht machen?

Sie haben die Antwort schon gegeben. - Welche Antwort?

Sie meinen immer, Sie hätten es nicht verdient. Jedes Mal

wenn Ihnen etwas Schönes passiert, erschrecken Sie...

Hören Sie doch auf mit dem Quatsch.

Sie erzählen mir immer denselben Scheiß.

Hast du mit Carla gesprochen? - Ja, ja.

Was sagt sie?

Dass sie im Moment gut allein klarkommt.

Federico und Anna Saracinelli...

Das sind die Eltern von Lorenzo, der mit Andrea in die Mittelschule ging.

Er kam oft zu uns. Erinnerst du dich?

Ja.

Wann willst du wieder arbeiten?

Nächste Woche.

Hallo, Schatz.

Wie war das Training?

Gut. Wie immer.

Sonntag spielst du, ja? - Natürlich.

Ich habe mit meinen Schulfreunden und mit Andreas Freunden gesprochen.

Ich will eine Messe lesen lassen.

Ich habe auch an andere Möglichkeiten gedacht, aber die finde ich nicht gut.

Vielleicht ist das am wenigsten traurig.

Gut.

Mittwoch war unser Jahrestag.

Da habe ich ihm zum ersten Mal von meinen Obsessionen erzählt.

Seit diesem Moment gibt es keine Termine mehr, keine Aufgaben, keine Regeln.

Ich lege keine Termine mehr fest.

Es geht mir besser. Aber ich befürchte, wenn ich zu viel kämpfe,

werde ich schizophren,

obwohl ich nicht weiß, was das ist. Aber das kann doch passieren.

Ich glaube nicht, dass diese Gefahr besteht.

In diesen Fällen ist eine gewisse Angst normal.

Das ist eine große Prüfung für Sie.

Ich würde jetzt nicht stehen bleiben.

Diese dagegen hat ein Innenfutter, das sich herausnehmen lässt...

Die ist etwas teurer. Überlegen Sie es sich in Ruhe. Entschuldigen Sie kurz...

Das Modell ist ganz neu, die kam vorgestern herein.

Was für eine Reichweite hat die?

Kommt drauf an.

Haben Sie einen Tauchschein? - Nein, ich wollte mich nur informieren.

An den Flaschen gibt es einen Druckmesser, oder?

Ja, das Finimeter. - Darf ich mal sehen? - Natürlich.

Es ist an einem Hochdruckschlauch befestigt,

der an den Atemregler angeschraubt wird. - Ist das der Atemregler?

Ja.

Hier.

Ist das Finimeter sehr genau? - Allerdings.

Und der rote Bereich hier?

Das funktioniert wie beim Auto. 200 Bar heißt voll.

Wenn es auf 50 runtergeht, hier in den roten Bereich, heißt das Reserve.

Dann muss man hoch? - Ja, besser schon.

Ein Profi kann noch zehn Minuten unten bleiben, aber man taucht besser auf.

Natürlich.

Und?

Gehen wir zusammen laufen?

Man hat eine Computertomographie gemacht.

Wie erwartet, habe ich einen Tumor. Ich habe schon die Chemotherapie angefangen.

Alle 14 Tage muss ich hin, ambulant.

Ich gehe morgens hin und danach heim.

Aber Sie interessiert sicher mehr, wie ich mich bei all dem fühle?

Ja. Wie fühlen Sie sich?

Ich habe Angst.

Als es mir gut ging, dachte ich nur ans Sterben.

Jetzt frage ich mich ununterbrochen, ob ich es schaffen werde zu überleben.

Ich habe nicht gewagt, es meiner Mutter zu sagen.

Den Sohn zu verlieren, das wäre ein zu schwerer Schlag für sie.

Mein Gott, ich Idiot.

Das sage ich gerade Ihnen! - Lassen Sie nur.

Verzeihen Sie... - Lassen Sie nur.

Hin und zurück, dann den Viale della Vittoria, ja?

Guten Tag, Oscar. Wie geht es Ihnen?

Das tut mir leid.

Verstehe. Ja, das tut mir leid.

Wir könnten es auf morgen vorverlegen.

Schon früh morgens, wenn Sie wollen. Um acht.

Heute?

Nein, heute kann ich wirklich nicht.

Bis morgen früh!

Gut. Auf Wiedersehen.

Ich habe heute meine Mutter gesprochen.

Wie geht es ihr? - Sie wollte kommen,

um uns zu helfen... - Wann?

Ich habe Nein gesagt.

Da hat sie geweint.

Willst du nach Hause? - Nein, warum?

Wir haben doch gesagt, das tut uns gut. Ausgehen, etwas Ablenkung...

Guten Abend. Möchten Sie bestellen?

Ja. Was können Sie empfehlen?

Als ersten Gang Dinkelsuppe, Linguine mit Scampi oder Tagliatelle mit Pilzen.

Was nimmst du?

Linguine. - Ich auch.

Mit dem zweiten warten wir noch? - Ja, danke.

Ich war in einem Tauchladen und habe mit dem Verkäufer geredet.

Vielleicht war Andreas Ausrüstung defekt.

Was wolltest du da?

Vielleicht war der Atemregler verstopft, und darum hat er die Flasche abgenommen.

Das ist so ein kleines Teil, drei Zentimeter Gummi, von dem alles abhängt.

Bestimmt ging da keine Luft durch!

Laut Hafenbehörde war die Ausrüstung in Ordnung.

Man hat die Flasche nicht gefunden.

Die Ausrüstung war in Ordnung. Andrea hat sich in einer Grotte verirrt.

Und während er den Ausgang suchte, ging die Luft zu Ende.

Da hat er die Flasche abgenommen, um schneller hochzukommen.

Andrea allein in eine Grotte?

Nein, das ergibt doch alles keinen Sinn.

Seine Hände waren zerkratzt, die Nägel kaputt. Es muss so gewesen sein.

Wann pfeifst du eigentlich?

Verflucht, wann pfeifst du?

Wie geht es ihr?

Ich glaube, gut.

Was machen sie jetzt mit ihr? - Wer?

Bei der Meisterschaft. Wird sie ausgeschlossen?

Ausgeschlossen hat man sie schon während des Spiels.

Jetzt wird sie disqualifiziert und kann drei, vier Spiele nicht mitmachen.

Soll ich mit ihr reden?

Willst du ein bisschen reden?

Nichts.

Sie hat keine Lust zu reden.

Nicht wir sind es, die den Zeitpunkt bestimmen.

Aber es ist normal dass die Hinterbliebenen,

vor allem die Eltern, die Familie,

sich fragen, warum.

Es gibt nur eine Antwort.

Gott hat diesen Zeitpunkt festgelegt.

Auch wenn wir nicht verstehen, warum.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als im Glauben,

im tiefen Glauben, uns den Dingen zu stellen, die uns unverständlich sind.

Im Evangelium steht: "Wenn der Hausherr wüsste,

wann der Dieb kommt, würde er ihn nicht einbrechen lassen."

So wissen auch wir nicht, wann der Herr uns zu sich rufen wird.

Der Leib Christi

Der Leib Christi...

Der Leib Christi...

Sieh mal diese schöne Tasse. Sie ist angeschlagen, diese Tasse.

Diese Vase hat einen Sprung.

Drehen wir sie um. Alles angeschlagen,

alles beschädigt in dieser Wohnung, alles zerkratzt, alles kaputt!

"Wenn der Hausherr wüsste, wann der Dieb kommt, ließe er ihn nicht einbrechen."

Der Dieb, der Hausherr, was ist denn das für ein idiotischer Satz?

Ein Satz eben, nichts Wichtiges.

Aber was für ein Satz! Was soll das bedeuten? Was ist das für ein Satz?

Ist doch egal.

Dieser Aschenbecher ist angeschlagen. Verstecken wir ihn, weg damit.

Meine Lieblingsteekanne.

Sie war kaputt, wir haben sie geklebt.

Es ist gut geworden, man sieht nichts.

Stimmt's, man sieht nicht, dass sie kaputt ist.

Trotzdem ist sie auch kaputt!

Nach der Therapie geht es mir zwei Tage schlecht, aber ich bin ziemlich ruhig.

Letztlich hängt alles davon ab, wie man mit der Krankheit umgeht.

Man darf nie aufgeben, oder?

Heute hört man oft,

die seelische Verfassung des Patienten sei entscheidend für die Heilung.

Glauben Sie das nicht? - Nein, ich glaube das nicht.

Ein Patient kann eine schwere Krankheit auch überwinden, wenn er passiv ist,

auch wenn er nicht am Leben hängt.

Und wenn es schlecht ausgehen soll, geht es in jedem Fall schlecht aus,

auch wenn der Patient tapfer ist, aktiv, kämpferisch.

Dann geht es schlecht aus, selbst wenn der Kranke unbedingt leben will.

Das ist meine Ansicht.

Ich wollte ihn um Verzeihung bitten,

aber ich habe es nicht geschafft.

Enrico, ich denke immer an diesen Sonntag, als ich zu ihm gefahren bin.

Ich weiß nicht, ob ich ihn weiter behandeln kann.

Ich werde ihn immer mit Andreas Tod in Verbindung bringen.

Du solltest ihm sagen, was los ist.

Erzähl ihm dein Problem.

Ja, ihm sagen,

dass meinetwegen zwischen uns alles durcheinander geraten ist...

Und was wird dann aus dieser Analyse?

Eigentlich finde ich es nicht richtig, ihm von meinem Problem zu erzählen.

Ja, aber ich glaube, in diesem Fall ist es unerlässlich.

Was tust du hier?

Ich hatte Lust, dich abzuholen.

Warum gehst du nicht mit den anderen?

Ich wollte erst noch zehn Körbe hintereinander werfen.

Zehn hintereinander?

Aber... das ist nicht mein Tag.

Hat Mama dich geschickt? - Warum sollte sie?

Fangt ihr jetzt vielleicht an, euch Sorgen um mich zu machen?

Wenn ich reinkomme,

wechselt ihr das Thema und tut so, als ob nichts wäre.

Warum sagst du das?

Matteo und ich, wir haben uns getrennt.

Ist etwas vorgefallen?

Ich war es.

Er hätte dazu nie den Mut gehabt.

Seht ihr euch nicht mehr?

Doch, in der Schule.

Einmal hat er mich auch nach Hause gebracht.

Aber ich will nicht, es ist mir peinlich.

Das tut er, weil er dich liebt. - Nein, er fühlt sich verpflichtet.

Es tut mir leid, aber er fehlt mir kein bisschen.

"Lieber Andrea,

ich kann keinen so schönen Brief schreiben wie du.

Ich war sogar in der Bibliothek

und habe berühmte Liebesbriefe gelesen, weil ich daraus abschreiben wollte.

Aber keine der Schriftstellerinnen hat dich so lieb wie ich.

Also ist es wohl das Beste, ich schreibe dir mit meinen Worten, was ich fühle.

Es ist kurz vor acht, gleich wird man mich zum Essen rufen.

Aber der Brief soll unbedingt fertig werden.

Ich denke ständig an diesen Tag im Sommer, als wir uns trafen."

Weißt du noch, wie wir ihn nach dem Campen abgeholt haben? - Ja, am Bahnhof.

Wieso habe ich nichts gemerkt?

Er war normal wir haben nichts bemerkt. - Ja, sicher, warum auch?

Vielleicht war es nicht so wichtig für ihn, wenn er uns nie davon erzählt hat.

Wovon hat er uns je erzählt, Irene?

Hier: "Kaum zu glauben,

dass wir nur einen Tag zusammen waren,

und doch habe ich erkannt, dass du etwas Besonderes hattest." Mama, nur ein Tag!

Ich weiß, aber

das ist es nicht. Ich meine das, was sie über ihn schreibt, und wie. Da steht,

er wirke schüchtern, sei es aber nicht. Hast du das gelesen? Außerdem

bringe er einen mit seinem Schweigen nie in Verlegenheit.

Ja, das stimmt alles.

Steht die Adresse drauf? - Ja, hinten auf dem Umschlag.

Rufen wir doch die Auskunft an!

Vielleicht schreiben wir ihr besser.

Warum?

Weil wir es ihr sagen müssen.

Sie weiß nichts.

Sie weiß das mit Andrea nicht.

"Es ist vor knapp einem Monat passiert.

Es war ein Sonntag..."

"Liebe Arianna...

Ich bin der Vater von Andrea.

Ich schreibe dir, um dir eine schreckliche..."

"Liebe Arianna..."

Papa, machen wir Schluss?

Schon müde?

Nein, aber Luciano und Fabio warten. Wir wollen tauchen.

Sie warten? - Ja.

Lass uns zusammen bleiben, ja?

Heute machen wir es so,

dafür gehst du nächsten Sonntag, ja? - Na gut. - Komm!

Schneller?

Na los!

Sie haben für alles eine Entschuldigung,

für alles.

Nie ist jemand an irgend etwas schuld.

Egal was ich tue, Sie rechtfertigen es immer. Sie sind nie streng mit mir.

Aber man muss immer einen Preis zahlen.

Ich verstehe die Leute nicht, die keinen Preis zahlen wollen.

Zeig mal.

Hübsch. Das steht dir.

Ja, mir gefällt es auch. Und die Farben sind schön.

Das passt auch gut zu deinem Gesicht.

Stand mir das grüne besser?

Nein, das ist anders. Beides steht dir gut.

Wir nehmen beide, ja?

Warte, ich probiere das andere noch einmal an.

Die Wohnung liegt ganz in der Nähe des Büros. Ich brauche das Auto nicht mehr.

Es tut mir nur leid ums Radiohören, denn dazu hatte ich nur im Auto Zeit.

Komm, so hast du wenigstens... - Hat er euch erzählt, was passiert ist?

Die Geschichte ist seltsam, aber schön.

Andrea hatte eine Freundin, von der wir nichts wussten.

Sie hat ihm einen Brief geschrieben.

Sie kannten sich vom Campingurlaub, wenige Wochen, bevor Andrea...

Sie war kurz vor der Abreise, und er kam gerade erst an, darum...

Sie heißt Arianna. Arianna...

Ich will sie kennen lernen.

Sie erinnert sich genau an jenen Tag, auch daran, was Andrea anhatte,

an die Musik, die in dem Café lief, in dem sie ein Eis gegessen haben...

Ich kann sie mir vorstellen, vielleicht wegen des Briefes oder wegen...

Ich will sie kennen lernen.

Warum hast du vorhin versucht, mich zu bremsen?

Das stimmt doch nicht.

Es war ihnen nicht peinlich.

Ich weiß. Ich habe doch nur deine Hand genommen. Ich wollte dir nah sein.

Nein, du wolltest, dass ich aufhöre, von Andrea zu sprechen.

Du sprichst ja nie mit jemandem. Du hast Angst, dabei etwas zu verlieren.

Du tust mir leid.

Gut.

Als ich Franco, meinen Mann, kennen lernte, war ich 24.

Er war Berufssoldat.

Wir haben geheiratet und sind nach Rom gegangen.

Wir wohnten in der Kaserne.

In dem Viertel gab es außer der Kaserne nichts.

In die Innenstadt gingen wir nur sonntags.

Wir zogen uns fein an.

Ich hatte keine Freundinnen. Manchmal kam die Frau eines Kollegen von Franco.

Sie fragte immer: "Wann kommen die Kinder?"

Ich habe Kinder sehr gern, aber sie kamen nicht.

Entschuldigung.

Ich gehe schlafen. Kommst du auch?

Ja, ich komme.

Ich habe den Brief an Arianna noch nicht geschrieben.

Das war mir klar. - Paola, wäre ich an dem Sonntag bei euch geblieben...

Ist das eine Frage? - Wäre ich an dem Sonntag

nicht wie ein Idiot zu dem Patienten gerast, sondern bei Andrea geblieben...

Danach wäre er trotzdem weggegangen. - Ja,

aber wären wir zusammen gelaufen, hätten dann noch ein Eis gegessen,

wären danach ins Kino gegangen... - Giovanni, es nützt nichts!

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. - Aber genau das will ich.

Die Zeit zurückdrehen.

Du denkst nur an dich, die anderen sind dir egal.

Du liebst Andrea gar nicht. Du hast nicht mal dem Mädchen geschrieben.

Nur deine Besessenheit zählt. - Ich habe es immer wieder versucht,

aber ich schaffe es nicht. Ich denke...

Mir ist egal was du denkst.

Ich habe keine Lust mehr, dir zuzuhören.

Das reicht, danke.

Danke.

Wie geht es dir?

Geht so.

Hallo, guten Tag. Könnte ich bitte Arianna sprechen? Danke.

Hallo! Arianna?

Arianna, ich bin die Mutter von Andrea Sermonti

Andrea hatte einen Tauchunfall.

Er ist tot.

Er hatte eine Embolie.

Ich kann später noch mal anrufen, wenn du willst.

Es würde uns sehr freuen, dich kennen zu lernen.

Ich weiß, dass du Schule hast. Aber wir könnten kommen.

Warum nicht?

Lassen wir etwas Zeit vergehen, es muss nicht sofort sein.

Entscheide es nicht sofort, vielleicht ist in ein paar Tagen...

Ich verstehe.

Es tut mir sehr leid, aber wenn du es so willst...

Gut.

Tschüs, Arianna.

Guten Tag. - Guten Tag.

Heute setze ich mich hierhin.

Ja.

Wie geht es Ihnen?

Wie geht es Ihrer Familie?

Wie es meiner Familie geht?

Natürlich, wie geht es meiner Familie?

Sie kommen seit eineinhalb Jahren her.

Sie haben mir von 200 Büchern erzählt, von Musik, Fußball, Veranstaltungen...

Warum wechseln Sie immer das Thema?

Warum lenken Sie von Ihren Problemen ab?

Nein, das tue ich nicht.

Nein? - Nein, zumindest in den letzten Wochen nicht.

Heute wollte ich nur mit Ihnen reden, weil ich Sie inzwischen sehr mag.

Es tut mir leid, aber ich komme heute zum letzten Mal.

Sie kommen zum letzten Mal

Nicht sehr originell, wissen Sie.

Es gibt immer eine Phase, in der der Patient sagt:

"Ich komme nicht mehr, das bringt doch nichts..."

Nein, mir hat es etwas gebracht.

Aber mit der Krankheit hat sich viel verändert. Ich muss gesund werden.

Darauf verwende ich meine ganze Energie. Ich wollte heute auch gar nicht kommen.

Ich wollte Sie anrufen oder Ihnen schreiben.

Aber dann dachte ich, es wäre besser, mich persönlich zu verabschieden

und mich für alles zu bedanken.

Leben Sie wohl.

Einigen Patienten kann ich nicht mehr zuhören. Ich höre nicht, was sie sagen,

und in andere versetze ich mich zu sehr hinein.

Zur Zeit helfe ich mit Sicherheit niemandem.

Vielleicht hast du zu früh angefangen. - Nein, damit hat es nichts zu tun.

Ich habe keinerlei Distanz mehr.

Hast du mit jemandem geredet?

Ja, mit Enrico.

Was sagt er?

Er meint, ich soll es nicht sofort entscheiden. Ein bisschen warten.

Dann mach es doch so. - Nein, warten bringt nichts.

Ich habe mich entschieden.

Ich fühle mich sogar etwas erleichtert.

Es ist besser so. Für die Patienten. Für alle.

Und wir beide? Was machen wir?

Ich weiß es nicht. - Steht es so schlecht?

Lass uns nicht jetzt darüber reden.

Nein.

Gute Nacht.

Damit habe ich gar nicht gerechnet.

Das bedauere ich sehr.

Darf ich fragen, warum Sie diese Entscheidung getroffen haben?

Natürlich dürfen Sie das fragen.

Es sind Dinge passiert,

die, glaube ich, einen Einfluss hatten, außerdem, mein Sohn...

Ich bin einfach nicht mehr dazu in der Lage.

Ich kann diese Arbeit nicht mehr machen.

Wenn Sie einverstanden sind,

nenne ich Ihnen einen anderen Therapeuten.

Er könnte die Arbeit fortführen...

Nein, ich will es ohne versuchen.

Und wann fangen Sie wieder an?

Ich weiß es nicht. Es ist nicht gesagt, dass ich wieder anfange.

Ich warte darauf.

Das wird dann mein nächster Termin.

Was ist denn das für ein Scheiß? Erst locken Sie mich in die Falle,

ich erzähle Ihnen alles, und dann sagen Sie "tschüs"?

Leck mich am Arsch!

Mir geht es schlecht, verdammte Scheiße, es wird immer schlimmer!

Du Idiot hast mich verarscht, das zahle ich dir heim!

Es geht mir schlecht!

Es geht mir schlecht, du Arschloch!

Es tut mir leid.

Es tut mir wirklich leid.

Guten Tag, wie geht's? - Gut, und Ihnen?

Ich will einem Freund meines Sohnes etwas schenken. - Ja.

Erinnern Sie sich an meinen Sohn? - Ja, ich erinnere mich gut. Er kam oft.

Ich möchte nichts Falsches schenken.

Sie wissen sicher besser als ich, Welche Musik ein Junge dieses Alters mag.

Ich habe mich schon umgesehen,

aber ich wusste nicht, was ich nehmen soll.

Wenn sie da ist... ja, hier.

Das ist keine neue CD, aber sie ist so schön, dass sie ihm gefallen könnte.

Ja?

Ist eine italienische Übersetzung der Texte dabei?

Nein, das nicht.

Mein Sohn nahm mich immer auf den Arm.

Er sagte, mit meinem Trommelfell stimme was nicht,

weil ich nur italienische Musik höre.

Die CD ist für ihn.

Heute will ich ihm etwas schenken.

Soll ich sie Ihnen vorspielen?

Ja.

Guten Abend. - Guten Abend.

Ich bin Arianna.

Die Freundin von Andrea.

Sind Sie der Vater?

Ja.

Kann ich kurz reinkommen?

Klar.

Ich habe versucht anzurufen, aber es ging nie jemand dran.

Ich würde gern mit Ihrer Frau sprechen,

auch wegen dieses Telefonats... - Ja, ich weiß.

Paola ist leider gerade nicht da, aber...

Hallo, ich habe dich nicht einmal begrüßt.

Sie müsste bald kommen.

Willst du noch ein wenig? - Nein, danke.

Wirklich nicht? - Nein.

Paola muss jeden Moment hier sein.

Wenn du willst, rufen wir sie an. - Nein, das ist nicht nötig.

Verzeihen Sie,

dass ich Andreas Zimmer sehen wollte. Aber es war mir wichtig.

Ja, ich weiß. - Eigentlich

wusste ich schon ungefähr, wie es aussieht.

Andreas Zimmer? - Er hat mir Fotos geschickt.

Hast du sie dabei?

Ja.

Die hat er gemacht? - Ja, er wollte mir zeigen, wie sein Zimmer aussieht.

Das ist witzig, oder?

Dieses Mädchen ist da.

Welches Mädchen?

Arianna, die Freundin von Andrea.

Warum ist sie gekommen? - Sie war in der Nähe,

und sie wollte gern mit dir sprechen. Sie hat auf dich gewartet.

Aber ich...

Sie ist da drin.

Es tut mir leid, wie ich am Telefon war.

Ich wusste nichts.

Als Sie mir das mit Andrea gesagt haben... - Schon gut.

Arianna...

Ich habe dich mir anders vorgestellt. - Ich weiß nicht.

Hübscher?

Nein, nur anders. Vielleicht wegen der Stimme am Telefon, ich weiß nicht.

Ich habe mir die Haare erst vor kurzem abgeschnitten.

Meine Mutter fand es vorher besser.

Bist du müde? - Nein. - Willst du duschen? - Nein, danke.

Gehen wir essen? Oder essen wir hier? - Gehen wir essen!

Aber ich muss bald gehen.

Warum? - Wenn es spät wird, kannst du hier schlafen.

Ich bin mit einem Freund unterwegs,

der unten wartet. Wir trampen zusammen.

Was sagt deine Familie dazu?

Mein Vater ist dagegen.

Mit meiner Mutter habe ich ausgemacht, dass ich jeden Abend anrufe.

Ich verreise zum ersten Mal so.

Stefano sagt, wenn alles gut geht, sind wir morgen früh in Frankreich.

Wenn Stefano das sagt...

Auf Wiedersehen. - Tschüs, Stefano. Gute Reise.

Danke, Arianna. - Ich danke Ihnen.

Ich würde mich freuen, dich wieder zu sehen.

Ja, ich auch.

Die Raststätte da ist viel größer.

Da findet ihr bestimmt jemanden.

Wie spät ist es?

Ich dachte, es wäre später.

Wir bringen euch bis zur Abzweigung nach Genua, ja? - Nein... - Doch.

Das ist günstiger für euch.

Ja.

Danke.

Ja, das ist doch günstiger.

Wir wollten sie hier rauslassen, ja.

Aber guck doch mal wie sie schlafen.

Wir können sie doch jetzt nicht wecken.

Sie schlafen so gut.

Jetzt sind wir schon da.

Schlaf du nicht auch noch ein.

Halten wir uns wach.

Verdammt, wo sind wir?

Wo habt ihr mich hingebracht? - Guten Morgen! - Ich habe heute Abend Training.

Sonntag spiele ich zum ersten Mal wieder nach der Disqualifikation.

Was gibt es da zu lachen?

Was gibt es zu lachen?

Sie ist sympathisch.

Er auch. Oder nicht?

Doch, er auch.

Er ist nett.

Sie gehen in dieselbe Schule, aber er scheint mir älter, oder?

Ja, sie haben es gesagt. Arianna ist zwei Klassen unter ihm.

Glaubst du, die beiden sind zusammen?

Sag nichts!

Sag nichts.

Tschüs, Stefano. - Auf Wiedersehen, danke.

Danke für alles.

Wenn wir ankommen, schreibe ich Ihnen.

Gute Reise.

Tschüs, Stefano.

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