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Lotta Brinkhammer
Meinolf Brinkhammer Sebastian Brinkhammer
* (Musik) Adele: "Right As Rain" *
Dann gucken wir jetzt mal, wo der Papa ist. Der müsste schon da sein.
Da ist er doch!
Papa!
Hey! Na, du Süße! Ah!
Komm! Jetzt geht's los.
guck mal wer da ist!
Pünktlich geht wohl nicht, oder? Na, ihr werdet ja auch immer mehr.
Glückwunsch! Ja.
Und du? Du bist jetzt Ärztin. Wer hätte das gedacht?
Du offenbar nicht. Gibst du mir noch den Pass?
Oh, Kacke!
Mann, ich hab dir doch extra noch gesagt: Denk an Lilos Pass!
Und jetzt? Na super!
Ah!
Meine Maus, wenn ich dich nicht hätte!
Ich wünsch dir ganz viel Spaß in Schweden, ja?
Und wir telefonieren.
Ich hab dich so lieb!
Bis dann!
Meine Tochter...
Ich muss dann auch los. Fahrt vorsichtig und schönen Urlaub.
Viel Spaß! Bei was auch immer.
* Motor springt an. *
* (Musik) The Bird And The Bee: "I'm Into Something Good"
* Der Motor knattert und knallt. *
Morgen! Morgen!
Morgen!
Hey! Hi.
* Dieselbe Musik läuft jetzt über Kopfhörer. *
* Frauenlachen *
Morgen!
* Lachen verstummt. *
* Musik endet. *
* Entschlossene Musik *
* Klopfen *
Guten Morgen, die beiden wunderhübschen Ladies!
Endlich! Das Bett ist viel zu hoch. Ich sag der Schwester Bescheid.
Wir schauen uns Ihre Werte an. Die bespreche ich mit dem Doktor.
Ich bin Ihr Doktor, wir wechseln uns hier ab.
Sie klagen seit gestern Abend über Schwindelgefühle?
Typisch, zu uns schickt man wieder nur die Praktikanten.
Ich bin keine Praktikantin, ich bin eine studierte Ärztin.
* Rums und Schrei *
Was machen Sie denn da?
Ich muss ja alles alleine machen. Lassen Sie das!
Ach!
Frau Brinkhammer, wir brauchen Sie dann auf der 3.
Dr. Brinkhammer! Guten Morgen!
(Arzt) Guten Morgen.
Was denn nun? Ist sie nun Ärztin oder nicht?
Ich dachte, ich hätte die Kleine als Ärztin eingestellt,
aber anscheinend macht sie lieber Schwesternarbeit.
(wütend) Ja!
* Knall *
Na, die Tür war zu, was?
Halt!
Ich muss zu meinen Patienten. Erst wenn es hier trocken ist.
Und wenn's 'n Notfall gibt?
Wird sich eine andere Schwester drum kümmern müssen.
Ich bin Ärztin!
Hier kommt keiner durch.
Tag.
* Musik *
Na, Kleine?
* Sie stöhnt genervt. *
* Pusten *
Na? Heute früher Schluss?
Na? heute früher Schluss?
Ich? Nee, ich mach Quartalsabschluss.
Mach ich lieber zu Hause.
Und hat mit Lilo alles geklappt?
Nichts vergessen?
* Der Teddybär brummt. *
Ich geh dann mal duschen, Papa.
* Musik *
Mann, du weißt gar nicht, wie die auf Station nerven!
Hey, kannst du mich mal nicht so erschrecken?
Sorry, war so still.
* Surren *
Hast du 'n Kunden?
Eingeschlafen. Schaffst auch nur du.
Haben Sie dich wieder auflaufen lassen?
Hm.
Spätestens in zwanzig Jahren werden sie wissen, dass du Ärztin bist.
Super! Wollen wir mal los?
Lass ihn schlafen! Schreib drauf, du kommst morgen wieder.
* Musik *
Was willst du? Lilo ist weg, du hast frei, vergiss den blöden Job!
Das ist kein blöder Job! Aber ich bin...
Ärztin! Ja, ich weiß.
Aber du bist auch 'ne Frau.
* (Musik) Kitty & Daisy & Lewis: "Don't Make A Fool Out Of Me" *
Sag mal, kennen wir den nicht?
Benja!
Eine Klasse über uns?
Du bist total auf den abgefahren! Kann mich nicht dran erinnern.
Hey!
Na, wen haben wir denn da?
Maike und... die kleine Schwester von Sebastian.
Lotta.
* Lachen *
Echt? Und was hast du dann gemacht? Gejobbt als Surflehrer in Elat.
Dann weiter nach Australien. Das wollt ich auch mal machen.
Aber na ja, dann ist einiges passiert.
* (Musik) Love: "Seven And Seven Is" *
* Musik verebbt. *
* Lachen *
Hu!
Tschüs!
* Lachen *
Du, ich muss morgen ganz früh raus. Aber träum schön!
Papa?
Papa, hey!
Hörst du mich?
* Er stöhnt. *
Okay, ich bin da. Ich bin da, ich bin da.
* Er stöhnt. *
* Piepen *
* Musik *
* Sphärische Musik *
Schädelhirntrauma, vermutlich zweiten Grades.
Kurzzeitige Bewusstlosigkeit, keine Perfo... Perfo... Scheiße!
Keine... Jungs, nehmt gleich hier vorne den Raum.
Hast du heute Dienst?
Entschuldigen Sie, wir brauchen den Raum.
Können Sie uns bitte kurz... Danke! Wir brauchen den Platz.
Vorsichtig. Lotta, ich mach das!
Nein, ich kann das. Kümmere dich um die anderen.
Ich mach das.
Könnt ihr ihn umbetten? Lotta, ich helf' dir.
Ruf Dorner! Das ist mein Vater.
Dr. Dorner, bitte in die Notaufnahme! Dr. Dorner, bitte!
Das ist mein Vater.
Frau Brinkhammer, kommen Sie mal bitte?
(jammert) Mein Vater...
Dr. Brinkhammer, Sie kommen mit! Ich kann das.
* Scheppern *
Dr. Said hat mein vollstes Vertrauen, Ihren Vater zu untersuchen.
Ich kann das auch.
Frau Brinkhammer, gehen Sie jetzt besser nach Hause.
Dr. Brinkhammer, wie oft denn noch?
Als richtige Ärztin wüssten Sie, dass man in Ihrem Zustand nicht behandelt.
Als richtige Ärztin? Was soll 'n das heißen?
Diese Sprüche nerven! "Die Kleine macht Schwesternarbeit..."
Passen Sie auf, was Sie sagen, ja? Sie sind aufgeblasen!
Sie sind einfach nur 'n mieses kleines Arschloch!
Sie sind in der Probezeit. Ich kündige!
* Es klingelt an der Tür. *
* Sie stöhnt. *
Gerichtsvollzieher?
Wohnt hier ein Meinolf Brinkhammer? Ja, wieso?
Von Amtswegen zugestellt.
Moment, das können Sie gleich wieder mitnehmen, der ist im Krankenhaus.
Tut mir leid, die Mahnung ist zugestellt.
Was für 'ne Mahnung?
Die Bank hat einen Titel vor Gericht erwirkt.
Kann Ihr Vater das Darlehen nicht bedienen, wird gepfändet.
Was wird gepfändet?
Das Haus.
Ihr Vater hat es beliehen.
Ja, aber wieso?
Fragen Sie den Falschen.
Morgen!
Was machst 'n du für Sachen?
Ich saß am Schreibtisch und... mir wurde schwindelig und dann...
...bin ich wohl hingefallen. Aha.
Das meine ich gar nicht.
Du hast unser Haus beliehen?
Der Gerichtsvollzieher war heute früh da.
In zwei Wochen soll gepfändet werden.
* Er stöhnt. *
Was ist los, Papa?
Mit der Firma läuft's in letzter Zeit nicht mehr so gut.
Ich hab gedacht, ich krieg noch mal Schwung rein.
Und da sagst du nichts?
Ich wollt euch da raushalten.
Nicht mal Sebastian weiß davon. Du rufst ihn auch nicht in Kroatien an.
Es geht uns nichts an, wenn du die Firma in den Sand setzt?
Und wir unser Haus verlieren?
In den Sand setzen... Wer hat 'n hier gestern gekündigt?
Seinen Chef beleidigen. Die haben sich hier schon das Maul zerrissen.
Das ist... das ist 'ne längere Geschichte.
Ja, genau wie mit der Firma.
Also kümmere du dich um dein Leben.
Sobald ich hier raus bin, kümmere ich mich um die Bank.
Ein Schädelhirntrauma muss gründlich untersucht werden.
Wir haben die Zeit nicht.
Aber Lotta, wo willst 'n du hin? Das ist unser Haus.
Da sind wir groß geworden. Gemeinsam mit Mama.
Das werden die uns nicht nehmen. Lotta, bitte nicht!
Ach!
* Klopfen *
Dr. Dorner, ich... wollte mich für gestern entschuldigen.
Ich wusste nicht, was ich sage.
Sie wollen Ihre Kündigung zurückziehen?
Glauben Sie wirklich, dass ich keine richtige Ärztin bin?
Ach, daran können Sie sich noch erinnern.
Ich hab hier nur ganz wenige Stellen zu vergeben.
Ich brauche Ärzte, die Autorität sein wollen, nicht Kumpel der Patienten!
Das muss sich nicht ausschließen. Sie trinken mit Patienten.
Ein Sekt! Frau Berger hatte Geburtstag.
Sie spielen Verstecken. Murat war zu müde für seinen Sohn!
Sie nehmen unseren Schwestern Arbeit weg!
Sie wollen mich nach der Probezeit nicht verlängern?
Sehen Sie sich mal nach was anderem um.
Oh, das ist ehrlich, danke! Lassen wir es gleich, ich kündige!
Schon wieder, okay!
Auch für Ärzte gilt in der Probezeit eine zweiwöchige Kündigungsfrist.
Für Ärzte... hey, aber ich bin doch keine!
Mann, ich hatte so recht mit Arschloch!
Moment! Moment!
* Musik *
Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen?
Ich will zum Filialleiter. Herr Rohner ist grad im Gespräch.
Och, schade, hm... Hm...
Sehr, sehr schade. Ha, Zufall, da ist er ja!
Ja, aber... Uns erst auf die Straße setzen!
Und sich dann feige verstecken?
Wir können in Ruhe über Ihr Problem reden.
Ich bespreche das nicht mit 'nem Praktikanten.
Wie lange sind wir jetzt bei Ihrer Bank?
Da hat Ihr Urgroßvater noch in die Windeln geschissen!
Lotta, was ist denn? Das ist 'n doofe Frage!
Wie kommen Sie dazu, uns 'n Gerichtsvollzieher zu schicken?
Der Kredit. Ich kann gerne mit Ihrem Vater in Ruhe...
Das geht nicht. Er ist im Krankenhaus.
Er kann sich nicht darum kümmern.
Das tut mir leid.
Aber er ist zu lange im Verzug.
Was schulden wir Ihnen? Das möcht ich jetzt nicht...
Entschuldigung, dauert das noch lang?
Werden Sie nicht ungemütlich, Sie sitzen ja schon bequem.
Lotta, wirklich... - Lassen Sie das bitte.
Selbstverständlich. Entschuldigung. Also, wie viel...
...müssen wir Ihnen erst mal auf den Tisch legen?
40.000.
* Tiefes Durchatmen *
Aber da können Sie uns doch 'n kleinen Aufschub gewähren.
Nein.
Welche Branche?
Wie bitte?
Die Firma Ihres Vaters, welche Branche?
Eine Spedition, wieso?
Oh schwierig, nur die Großen überleben und wer sich spezialisiert.
Ja, schön.
Sie haben es vermasselt. Was wollen Sie von mir?
Wissen Sie, bei einem Darlehen gibt es immer einen Spielraum.
Aber nicht, wenn man sich so aufspielt wie Sie.
Ich hab jetzt 'n Beratungsgespräch bei Ihnen gebucht?
Nein.
Aber vielleicht... hab ich einen Auftrag für Sie.
* Musik *
Hallo?
Niemand da?
Hallo!
Lotta! Wie geht's dir? Wie geht's deinem Vater?
Ach, mit 'nem bisschen Ruhe kommt der wieder auf die Beine.
So viel, wie der gearbeitet hat, da muss einer ja mal zusammenklappen.
Sag mal, was ist 'n hier los? Der Gerichtsvollzieher war bei uns.
Ach, schon?
Können wir nur hoffen, dass dein Vater die Bank besänftigen kann.
* Musik *
Dein Vater ist so stolz auf dich. Ja.
Du, ich bleib noch 'n bisschen hier, ja?
Ja, klar.
Ciao.
* Freizeichen *
(AB) "Sebastian Brinkhammer, ich bin bis zum 3.6. nicht zu erreichen.
In beruflichen Angelegenheiten wenden Sie sich an unser Büro."
Ja, da bin ich gerade.
* Der Stuhl quietscht. *
* Musik *
Erik!
Herzchen! Was machst du denn hier?
Na?
* Flaschen klirren. *
Schon schlimm mit deinem Papa, was? Der wird schon wieder.
Und du? Hast du im Lager noch alles aufgehoben?
Ja. Darf ich mal gucken?
* Flaschen klirren in seiner Tasche. *
Schlüssel weißt du ja, in der Regenrinne.
* Klirren *
* Musik *
* Das Tor knarrt und quietscht. *
* Vogelgezwitscher *
* Dielenknarzen *
* Dynamische Musik beginnt. *
Guten Morgen!
Morgen!
* Pusten *
Wenn ich das richtig sehe, brauchen wir 'n Auftrag!
Ich fürchte, mit einem ist das hier nicht mehr getan.
Wie komm ich denn hier an die Kundenkartei?
Dein Vater hat zwei der Lkw verkauft. Ich brauch noch eine Unterschrift.
Aber brauchen wir die Lkw nicht für Aufträge?
Wir müssen Löhne zahlen, also! Irgendeiner muss hier unterschreiben.
* Komödiantische Musik *
Danke.
(liest) "Platow..."
Schönen guten Tag, Frau Platow!
Lotta Brinkhammer am Apparat, vielleicht erinnern Sie sich...
Ja, genau die.
Ach, ja?
Heute?
Ähm... ein Lkw, drei Stunden, zwei Männer, was das kostet?
Ich schau mal kurz nach.
Also, wenn's heute noch sein soll, 2500 Euro.
5000? Ähm..... ja!
Ja, okay, 15 Uhr sind wir dann bei Ihnen.
Wunderbar, auf Wiederhören!
So Jungs, wir haben 'nen Auftrag. An der Adresse treffen wir uns.
Pünktlich 15 Uhr. Sagt wer?
Die Chefin!
* (Musik) James Blunt: "Heart To Heart" *
Ein sinkendes Schiff...
Und wer übernimmt das Steuer, bitte?
Eine Maus!
Der Dichter...
* (Musik) James Blunt: "Heart To Heart" *
Ja, Entschuldigung, dass ich dich gestern so angeblafft hab.
Ich kann das verkraften. Im Gegensatz zu unserer Bank.
Ich bring das wieder in Ordnung.
Warum mischst du dich da ein? Weil es sonst keiner tut.
Papa, du bist krank und ich glaube, nicht ohne Grund.
Die Firma, der ganze Druck. Warum bist du wohl umgekippt?
Und...
Ich hab uns sogar schon 'n Job rangeholt.
Ja... 5000 Euro, beeindruckend.
Menzel, die alte Petze?
Ich will nicht, dass du deswegen deinen Job hinschmeißt.
Das hat gar nichts damit zu tun!
Ich hab dir nicht dein Studium finanziert,
damit du bei Brinkhammer endest. Ich ende nicht bei Brinkhammer.
Aber Brinkhammer endet, wenn sich keiner kümmert!
Ach!
* (Musik) James Blunt: "Heart To Heart" *
Jungs, Mensch, wo wart ihr denn? Es wird aber auch Zeit!
Los, mir nach! Hier runter! Kommt!
Guten Tag! Hallo!
Die Brinkhammers sind da!
Folgen Sie mir bitte in den Garten?
Hier entlang, bitte.
Jungs, wartet mal hier kurz, ja?
Bitte schön!
* (Musik) James Blunt *
Bitte!
* Musik verstummt. *
Hallo, da sind wir!
Was hätten Sie denn Schönes für uns?
Fünf Minuten zu spät.
Haben Sie Ihre Leute mitgebracht? Natürlich, warten vorn.
Na, setzen Sie sich. Das ist lieb, danke!
Danke schön.
Herr Kohlfurt, kommen Sie mal!
Herr Kohlfurt, zeigen Sie diesen Menschen bitte Ihre Unterkunft.
Die werden Ihre Sachen einpacken und sie an einen Ort Ihrer Wahl bringen.
Bitte?
Ich kündige Ihnen hiermit fristgerecht zum Ende des Monats.
Aber, das können Sie doch nicht machen. Wieso?
Sie haben... gegen meinen Willen die alte Erle gefällt.
Ja, aber... die war schon halbtot.
Mir gefiel sie wie sie war.
Und deswegen wollen Sie mich rauswerfen?
Ich muss mich auf die Belegschaft verlassen können.
Bitte, Sie dürfen mir nicht kündigen. Es tut mir leid, ich...
Herr Kohlfurt, mir tut es auch leid, aber jetzt ist es zu spät.
Fangen Sie schon mal an.
Auf gar keinen Fall.
Schade! Ich hatte eigentlich noch einen anderen Auftrag für Sie.
Aber gut.
Frau Platow, es wird nicht mehr vorkommen. Ich verspreche es.
Es wird nicht mehr vorkommen. - Eine letzte Chance.
Danke, danke, danke! Vielen Dank!
Jungs, ihr könnt gleich wieder aufsatteln, wir fahren!
Ja, keine Fragen! Los, einfach rein, Abmarsch hier!
Frau Brinkhammer! Hier, Ihr Scheck! Über 5000 wie besprochen.
Also war das da vorne alles nur ein Spiel, ja?
Für viele Menschen ist das Leben nur ein Spiel.
Für mich leider nicht.
Ich bin auf die Loyalität meiner Angestellten angewiesen.
Sie sollten sich schämen!
Was war das für'n Scheck? Das kann euch egal sein!
Die Firma geht vor die Hunde und du wirfst 5000 Euro weg!
Wie unergründlich sind doch die Rätsel der Jugend.
Was denn für 'ne Jugend jetzt?
Mann, Mann, Mann, keinen Chef in der Firma und 'n Dichter als Beifahrer!
Ich glaub, ich kündige!
* Traurige Musik *
* Scheppern *
Sag nicht, dass du's vergessen hast. Sorry Maike, aber ich...
Mein Vater hatte 'n Unfall, in der Firma geht's rauf und runter...
Ich muss echt was auf die Reihe kriegen.
Klar, du musst dein Studium durchziehen, ins Altersheim,
du musst ins Krankenhaus! Du musst immer irgendwas.
* Das Fahrrad klappert. *
* Kreischen *
* (Musik) Amy McDonald: "Slow It Down"
Hey, Benja! Alles klar?
Wirf mal bitte das Wasser rüber.
(lacht) Hier!
Komm!
So was kann ich gerade echt nicht gebrauchen.
Sowieso nicht mein Typ.
Wer ist denn dein Typ?
* (Musik) Amy McDonald: "Slow It Down"
* Hupen *
Hey! Mann!
* Komödiantische Musik *
Sag mal, was wird 'n das?
Ihr wisst ja selbst, wie es um die Firma steht.
Aber dadurch brauchen wir uns nicht die Laune vermiesen zu lassen.
Bitte schön! Bitte!
Jetzt gibt es also 'n Bierchen statt Gehalt?
Nein, das nicht, aber das ist 'ne gute Gelegenheit, dass wir uns alle
zusammensetzen und überlegen, wie wir Brinkhammer in Schwung bringen.
Wir sind also ein Thinktank auf Wurstbasis.
Hier, hab ich gefunden.
Lagerflächen zu vermieten. Die kommen gleich vorbei.
Ist nicht viel, aber ist 'n Anfang.
Und von solchen Ideen brauchen wir mehr.
Also, denkt nach und guten Hunger.
Was?
Grillen in der Arbeitszeit...
Ist immer noch besser, als nur rumzusitzen und zu jammern!
Ich weiß nicht, was dein Vater dazu sagen würde.
Dann fragen Sie ihn doch, Sie erzählen ihm doch sowieso alles.
* Handy vibriert. *
Hey! Basti, hey, hey!
Hey, Große! Auf unserer Insel ist kaum Netz. Du willst mich sprechen?
Ja, ich... geht's euch gut?
Deshalb rufst du doch nicht an! Ist was passiert?
Nein. Ich wollte nur...
* (draußen) Hupen *
Ich kann jetzt auch gar nicht, muss weiter, bis dann!
* Stapelfahrzeuglärm *
Hey!
Na, das ging ja flott!
200? Wie vereinbart!
Danke schön!
Ciao! Ciao!
Und was ist da drin, wenn man fragen darf?
Speisefett!
Viel Spaß bei der Entsorgung! Was?
Die holen's in 'nem Monat wieder ab oder zahlen weiterhin Miete.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du die hier wiedersiehst.
Jungs, 200 Euro ist immerhin 'n Anfang!
Halt!
Dann her mit dem Geld!
Die Lkw brauchen Sprit.
* Musik *
* Sie klingelt. *
Guten Tag!
Da sind Sie ja endlich!
Möchten Sie einen Tee?
Woher wussten Sie, das ich komme?
Menschenkenntnis gehört zu meinem Geschäft.
Was für ein Geschäft?
Früher war ich in der Stahlindustrie tätig.
Heute heißt mein tägliches Geschäft Überleben.
Dazu brauche ich andere Menschen. Die Sie unfreundlich behandeln.
Ach, glauben Sie mir, Herr Kohlfurt hat die Sache gut überstanden.
Ja, weil er Angst hat.
Als Chefin kann man nicht immer nur gemocht werden.
Mögen Sie denn andere Menschen?
Ich habe ein Bild gekauft!
Einen Schöffe.
Falls Ihnen das was sagt. Ja, Bernhard Schöffe.
Ich hab mal über ihn gelesen. Ist 'n teurer Maler.
Aber ein guter. Aber Sie haben recht, mein Bild ist eins der teuersten.
Fünf Millionen.
Gerade wird er noch in Berlin gezeigt.
Und jetzt brauch ich jemanden, der ihn zu mir transportiert.
Also geht's nur um 'nen Bild?
Warum nehmen Sie sich nicht 'n Taxi?
(lacht) Das ist eine gute Idee.
Kunsttransporte folgen bestimmten Regeln.
Fragen Sie Ihren Vater! Der wird das wissen.
Vielleicht weiß ich es ja auch? Schlechte Antwort.
Wenn Sie jemanden von sich überzeugen wollen,
ist Trotz ein schlechtes Mittel.
Und wenn ich Sie gar nicht überzeugen will?
Schon besser. Machen Sie Ihrem Gegenüber deutlich,
auf was es verzichtet, wenn es Sie nicht ernst nimmt.
Manchmal genügt schon ein einziger Satz: Dann eben nicht.
Kommen wir ins Geschäft, oder wollen Sie mich weiterhin beraten?
Ist das ein Widerspruch?
Und wenn wir zusagen, bräuchte ich einen Vorschuss.
Das ist allerdings bei Kunsttransporten unüblich.
Ich vermute, Sie haben meinen Scheck schon eingelöst?
So, vermuten Sie?
Sie mögen Ideale haben. Aber Sie sind auch Pragmatikerin.
Sonst wären Sie nicht hier.
Gut... wollen Sie einen Auftrag über 20.000 Euro? Ja oder nein?
Geben Sie mir bis morgen Mittag Bescheid. Ich bin müde.
Danke.
Frau Menzel, mit dem Geld bezahlen Sie die Fahrer.
Und versuchen Sie den Verkauf der Lkw rückgängig zu machen!
Die brauchen wir nämlich noch.
* Schrei *
Was ist das denn?
Oh, oh.
Was macht ihr hier?
Wir sind ein Thinktank.
Ein was?
Ein Think-Tank. - Wir sollen nachdenken.
Wer sagt das?
Die Chefin.
Frau Menzel?
Was ist das für ein Chaos da draußen?
Was machst du hier? Hi Sebastian!
Haben Sie mir nichts mitgebracht? Was?
Ach, doch, ja!
Bitte schön.
Danke!
Sagen Sie... Bierchen...
Grillen... und, und Hunderte von Fässern voller Frittenfett!
Ist Papa völlig durchgedreht?
Was ist das für Geld? Sebastian, hör mal...
Und warum nennen die Fahrer Sie plötzlich Chefin?
Immer mit der Ruhe.
Ruhe? Wieso?
Papa ist im Krankenhaus. Was?
Nur ein Schädelhirntrauma. Er wollte dir deinen Urlaub nicht verderben.
Urlaub nicht verderben?
Und du weißt davon und sagst mir nichts?
Papa wollte es so.
Seit wann machst du das, was andere von dir wollen?
Warum sitzt du an seinem Schreibtisch?
Ich versteh überhaupt nicht, warum du dich so aufregst.
Ich bin dein Sohn!
Du liegst im Krankenhaus, die Firma ist am Ende, du rufst mich nicht an!
Genau deshalb, damit du dich nicht wieder aufregst.
Was heißt denn hier wieder? Jetzt, jetzt...
In Zukunft werd ich mich aufregen.
Jedes Mal, wenn du dich nicht meldest, werd ich denken:
Der hat 'n Schlaganfall. Bastian, du übertreibst.
Seit zehn Jahren bin ich in der Firma.
Anstatt mich anzurufen, macht er dich zur Chefin!
Sebastian, du hast genau gewusst, dass es um die Firma schlecht steht
und bist trotzdem weggefahren. Ja, weil du mich nie machen lässt!
Ich brauchte einfach mal Zeit.
Zeit zum Nachdenken.
Wie es weitergeht.
Und zu welchem Schluss bist du gekommen?
Tja, das hat sich jetzt wohl erübrigt.
Wie ich höre, wird unser Haus gepfändet?
Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Firma zu verkaufen.
Blödsinn. Es gibt immer 'ne Lösung! Was hast du damit zu tun?
Als ich weggefahren bin, warst du noch Ärztin!
Schluss jetzt! Hört auf, euch zu streiten.
Wenn jemand für den Zustand der Firma verantwortlich ist, dann ich.
Mein Vater hat sie mir damals aufs Auge gedrückt.
Ich wollt euch das immer ersparen.
Na toll...
Hättest du mir sagen können, bevor du mich zum Geschäftsführer machst.
Ach!
Ich kümmere mich drum, die werden mich heute entlassen.
Was? Das geht nicht.
Wieso nicht?
Störe ich?
Ach, kommen Sie rein.
Mir geht's fabelhaft! Schön, schön, schön.
Mein Kollege Dr. Said macht noch abschließende Tests.
Und dann ab, raus ins Leben.
* Spannende Musik *
* Das Gerät rauscht. *
Hey Rami! Hey!
Weißt du, was ich seltsam finde?
Seit er wieder wach ist, hat sich sein Wesen verändert.
Echt? Hm.
Ah ja, du kennst ihn besser.
Ich höre alles!
Wenn es nun zu einer Hirnschädigung im Mandelkernbereich gekommen ist?
Was soll 'n das heißen?
Er ist auf einmal viel jähzorniger und gereizter.
So kenn ich meinen Vater gar nicht. Ich bin überhaupt nicht jähzornig!
Herr Brinkhammer, Hauptmerkmal bei Wesensveränderungen ist,
dass es der Betreffende nicht bemerkt.
(schreit) Ich bin völlig ruhig!
Wenn es sich um eine posttrauma- tische Enzephalopathie handelt?
Oder wenn wirklich eine Schädigung des Hirns... Stell dir das vor!
Wenn das der Auslöser für seinen Zusammenbruch war?
Rami, mach noch mal 'n MRT!
Weißt du, was so was noch kostet? Dein Patient, deine Verantwortung.
Lotta? Lotta!
Was soll 'n das jetzt?
Das kannst du nicht machen! Hören Sie nicht auf sie! Hey!
* Musik *
Dr. Dorner! Jetzt sehen wir uns bald nicht mehr.
Wir haben bei meinem Vater noch Unregelmäßigkeiten entdeckt,
denen nachgegangen werden sollte. Wir? Sie praktizieren nicht mehr!
Bei allem Respekt, Dr. Dorner, aber die eigentliche Ursache
für die Bewusstlosigkeit meines Vaters ist doch geklärt?
Ähm... ziehen Sie um? Wie kommen Sie denn darauf?
Bollig Transporte?
Ach so, ja, wir renovieren, deshalb müssen wir das Lager freiräumen.
Dr. Dorner, dürfte ich Sie in Ihrem Büro sprechen?
Ich hab jetzt wirklich keine Zeit. Es dauert nur eine Minute.
Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Außerdem haben Sie gekündigt.
Darum geht's ja gar nicht. Ich würde Ihnen gern ein Angebot machen.
Meine Familie führt ein erfolgreiches Transportunternehmen.
Und... ich leite es gerade.
Sie?
Vielleicht könnten wir den Umzug des Lagers für Sie übernehmen?
Die Firma Bollig hat uns bereits ein sehr gutes Angebot gemacht.
Dann eben nicht!
Um was für 'n Angebot soll es sich denn handeln?
Unser Transportunternehmen verfügt über medizinisches Fachwissen.
Und im Lager steht doch hochsensibles Gerät.
Aber gerne, das kann gerne Bollig machen. Der ist ähm... gut.
(räuspert sich) Dann schicken Sie mal 'n Kostenvoranschlag.
Schönen guten Tag, Städtische Klinik, Pahlke am Apparat.
Sie hatten uns vor kurzem ein Angebot zukommen lassen.
Mir ist was Dummes passiert, ich hab's verlegt.
Kein Problem, wir faxen Ihnen das Angebot.
Wunderbar! Damit retten Sie mir meinen Arsch. Vielen Dank!
Gern...
* Tür wird geöffnet. *
* Er stöhnt. *
* Faxgerät surrt. *
* Musik *
* Rattern einer Rechenmaschine *
* (draußen) Grillenzirpen *
* Keyboardklappern *
* Rechenmaschine rattert. *
* Faxgerät surrt. *
* Ruhige Musik *
* Grillenzirpen *
* Vogelgezwitscher *
Guten Morgen! Morgen!
Haben Sie das Haus schon verpfändet, oder warum schläfst du hier?
Ich schlag mir hier die Nächte um die Ohren, um den Laden zu retten.
Das find ich ganz lieb von dir, aber ich fürchte zu spät.
Die Firma ist pleite. Ich weiß.
Aber... ich hab uns 'n Auftrag... angeleiert.
Einen Umzug im Krankenhaus. Das reicht doch nicht.
Aber es ist 'n Anfang. Irgendwas müssen wir unternehmen.
Oder willst du Brinkhammer aufgeben? Nein, will ich nicht.
Aber ich fürchte, wir müssen.
Vor allem müssen wir ehrlich zu unseren Mitarbeitern sein.
Stopp!
Lotta, du mischst dich gern in das Leben anderer ein.
Warum in meins? Diesmal geht's gar nicht um dich.
* Handyläuten *
Basti, warte! Moment noch! Warte!
Dr. Dorner?
Haben Sie unser Angebot bekommen?
* Motorenlärm *
Na Jungs?
Jungs, kommt mal zusammen!
Leute? Grabowski. Kommt mal ein bisschen zusammen.
Wir müssen was besprechen.
Ja...
Um es kurz zu machen...
Brinkhammer wird schließen.
Wir werden versuchen, die Firma zu verkaufen, uns dafür einsetzen,
dass keiner von euch auf der Straße landet.
Das... das geht nicht.
Das könnt ihr nicht machen. Doch, Erik, wir müssen.
Sebastian hat recht. Ja.
Und wisst ihr, wem wir das zu verdanken haben?
Euch! Was?
Euch allen.
Wie lange arbeitet ihr hier schon? Ein ganzes Leben!
Hm.
Hat Papa euch ein Mal hängen lassen?
Nee, hat er nämlich nicht.
Und was macht ihr jetzt, wenn's ihm scheiße geht?
Nur rumstehen, jammern und Sprüche klopfen.
Okay, das haben wir jetzt... Nee, Moment!
Ich habe gestern 'n Auftrag reingeholt, eben noch einen!
Ich meine, wir könnten es schaffen! Aber ihr müsst eure Ärsche bewegen!
Und richtig arbeiten! Für lau!
Ihr kapiert es nicht, ihr seid die Firma!
Ihr bezahlt euch selbst!
Vielleicht nicht in den nächsten zwei Monaten, aber dann!
Aber ich dachte, wir schließen?
Das liegt in eurer Hand.
Wer macht mit?
Ich, ich bin immer dabei.
Das ist lächerlich!
Du willst dich hier groß aufspielen! Aber ohne mich!
Ich nehme meinen Resturlaub!
Sebastian, das ist jetzt lächerlich! Mach deinen Scheiß alleine!
Mann, ich versuch hier was! Als Team, als Familie!
Haust du jetzt ab? Haust du jetzt wirklich ab?
* Reifenquietschen *
* Vogelgezwitscher *
Okay, ich nehme Ihren Auftrag an.
Schön.
Für den Fall, dass ich Sie beauftrage.
Was sollen immer diese Spielchen? Hin und her!
Nur weil Sie ALS haben, können Sie so mit den Leuten umgehen, ja?
Woher kennen Sie meine Krankheit? Ich hab Medizin studiert.
Ihr Krankheitsbild ist typisch, wenn auch ungewöhnlich für 'ne Frau.
Eine ungewöhnliche Frau... Das hört man doch gern, oder?
Wieso haben Sie Medizin studiert, wenn Sie nicht als Ärztin arbeiten?
Weil ich eigentlich, ich wollt, also als... Das war so...
Das geht Sie gar nichts an.
Jetzt geben Sie mir schon diesen verdammten Auftrag!
Sie meinen, wenn Sie mich hier anblaffen, dann kriegen Sie den Job?
Sie haben gesagt, als Chefin muss man nicht von jedem gemocht werden.
Ja, das stimmt.
Aber wissen Sie, was viel wichtiger ist, um ihr Ziel zu erreichen?
Als Ärztin, als Fuhrunternehmerin... egal was...
Sie müssen sich selbst mögen.
Mögen Sie sich denn?
Ja!
Wissen Sie...
Die meisten Menschen, mit denen ich zu tun habe, kuschen.
Oder haben Mitleid.
Sie nicht!
Das mag ich an Ihnen.
Gut! Hauptsache, ich hab den Auftrag.
* (Musik) The Doobie Brothers: "Long Train Runnin'" *
Und Menzel, alles klar?
* (Musik) The Doobie Brothers: "Long Train Runnin'" *
Frau Fuhrunternehmerin persönlich! Ein Auftrag wie Ihrer ist Chefsache.
Scheint drüben alles gut zu laufen. Auf Brinkhammers ist Verlass!
* Musik: The Doobie Brothers *
* Musik verstummt. *
* Räuspern *
Hallo?
Da seid ihr ja!
Unten ist aber noch einiges zu tun, das wisst ihr, ne?
Wir machen Feierabend.
Bitte was?
Jungs, das geht nicht. Das muss heute alles fertig werden.
Wir hatten 'n klaren Deal. Bei dem wir nix bekommen?
Zahl uns die Überstunden oder wir gehen.
Dieses ständige Gejammer geht mir aufn Sack!
Weißt du was?
Fahr deinen Lkw selber. Jungs, kommt, wir gehen.
Hey! Moment! Wo wollt ihr jetzt hin?
Also, bitte!
Wenn ihr jetzt geht, braucht ihr nicht mehr wiederkommen!
* Motor springt an. *
Und? Alles in Butter? Natürlich!
Hey, ich bin's!
Was hast 'n du heute vor?
Ähm... alles?
Alles. Alles...
Oh!
Ja!
Muss doch zugehen. Doch, jetzt!
* Musik *
Wer bist du? - Maike.
Au, au, au!
Mach du.
Leute, Leute, macht keinen Scheiß! Ich halt ihn doch!
Ganz vorsichtig. Ich halt ihn.
Du! Was ich?
Ich hab...
* Stöhnen *
* Klirren *
Was haben wir denn da?
Oh nee!
Oh ja!
* Musik *
* Pusten *
* Motorradlärm *
* Musik *
* Stöhnen *
Los, raus!
Raus aus den Klamotten!
Huh, ist kalt!
* Lachen *
* Melancholische Gitarrenmusik *
Hallo!
Erik?
Onkel Erik?
Hallo?
(Erik lallt) Hallo, ja! Hallo, Lotta.
* Er singt. *
Erik, bist du wahnsinnig?
Das ist 'n Ultraschallgerät. Weißt du, was so was kostet?
Ich komm damit einfach nicht ins Internet.
Hast du davon getrunken?
(stottert) Verdünnt.
Der war mir zu stark.
Das ist medizinischer Alkohol, Erik! Ja, was ganz gesundes.
Wie kommst du dazu, hier alles anzufassen?
* Handyläuten *
Ich fasse ja nichts an. Du fasst auch nichts mehr an!
Erik, lass das liegen da!
Das Internet kann man gar nicht anfassen.
Hallo? Frau Platow?
Ich versteh Sie ganz schlecht. Moment, ich geh kurz raus.
Frau Platow? Ja, jetzt hör ich Sie.
Ja, heute!
In 'ner halben Stunde?
Nach Berlin, hm.
Okay.
Ja, sehen wir uns dort.
Erik, ich hab gesagt, du sollst das nicht mehr anfassen!
Tut mir leid, ich hab nur probiert, einen Schluck und mit einem Schlag...
Erik, hör mir zu. Hör mir zu.
Du bist krank. Du musst dich behandeln lassen.
Du kannst hier nicht so arbeiten.
Kommt nicht mehr vor, ich versprech's.
Ich möchte, dass du gehst.
Wie, gehen?
Sofort, du packst jetzt deine Sachen.
Deinen Lohn bekommst du bis Monatsende.
Lottchen, nee.
Ich...
Ich bin seit 30 Jahren bei Brinkhammer.
Meinolf hat immer gesagt... Ich bin jetzt hier die Chefin!
Und ich kündige dir!
* Traurige Gitarrenmusik *
Erik...
* Tiefes Ausatmen *
* (Musik) Simon & Garfunkel: "Bookends Theme" *
Danke schön.
Hallo.
Schön, dass Sie so spontan Zeit hatten.
Wenn der Auftrag dabei rumkommt?
* (Musik) Simon & Garfunkel: "Bookends Theme" *
Alles in Ordnung?
* Straßenverkehrslärm *
Guten Morgen, Rogé!
Guten Tag!
Und?
Was meinen Sie?
Ja, ist ganz schön groß.
Für den Transport brauchen wir 'ne Klimakiste.
Haben die hier eine oder sollen wir eine beschaffen?
Nein, ich meinte, wie finden Sie das Bild?
Ach so!
Ja, schön!
Die Frau... wirkt... neugierig und irgendwie...
Ängstlich.
Interessant, dass Sie das auch so sehen.
Keine Ahnung, ob das stimmt. Doch, das stimmt.
Sind Sie das?
Kurz nachdem das Bild fertig gestellt war, haben wir uns getrennt.
Wieso kaufen Sie ein Bild von sich selbst?
Erinnerungen! Dafür zahlen Sie fünf Millionen?
Das Geld ist gut angelegt. Der Preis wird steigen.
Ich vermute, Sie kennen die Prognose Ihrer Krankheit?
Ja, ich kenne die Prognose meiner Krankheit: drei bis vier Jahre!
Nach meinem Tod steht mein Vermögen der ALS-Stiftung zur Verfügung.
Zufrieden?
Und? Kommen Sie mit?
Frau Platow, was wollen Sie eigentlich von mir?
Ach, wissen Sie...
Was Sie vorhin in mir gesehen haben, das sehe ich auch in Ihnen.
Neugierde und Angst.
Und ich möchte Ihnen gern etwas mitgeben,
damit in Ihrem Leben... die Neugierde überwiegt.
Also gut, Sie bekommen den Auftrag.
Morgen um zehn können Sie das Bild abholen.
Ich werde der Galerie Bescheid geben.
Danke!
* Musik *
Frau Menzel?
Frau Menzel!
Rufen Sie sofort unsere Fahrer an! Denn wir haben einen...
"Wenn ihr jetzt geht, dann braucht ihr nicht wiederkommen!"
Ja, aber das hab ich doch gar nicht so gemeint.
Frau Menzel...
Was wird denn jetzt aus dem Auftrag?
* Traurige Musik *
* Sie klingelt. *
Hey, Kleiner!
Hi!
Ähm... kann ich kurz reinkommen?
Wir essen gerade.
Okay, pass auf, ich hab uns 'n Auftrag reingeholt.
20.000 Euro alleine mit einer Fahrt. Schön.
Ja, das Problem ist jetzt nur, wir haben keine Fahrer mehr.
Lass dir was einfallen. Du bist die Chefin!
Sebastian, das ist auch deine Firma!
Lotta, ich hab wirklich alles für die Firma gegeben.
Aber wenn Papa das lieber mit dir machen möchte, bitte!
Kleiner, komm schon! Ich bin nicht dein Kleiner.
Ich hab 'n Job, der die Firma rettet, aber keine Fahrer mehr.
Deshalb wollt ich dich fragen, ob du vielleicht nachher noch mal...
Siehst ja, was hier los ist.
Hör zu, Maike, ich...
Mir ist unsere Freundschaft einfach viel zu wichtig...
Mach dir nicht so 'n Kopf um andere immer. Es ist alles okay.
Ich hab heut einfach keine Zeit.
Okay.
* (Musik) Mighty Oaks: "Back To You" *
Ich hab mich so richtig schön auf die Fresse gepackt, Papa.
Und du hast recht, mein Kopf passt nicht durch die Wand.
Gerade läuft echt alles schief.
Ich glaub, ich schaff das nicht ohne dich.
* (Musik) Mighty Oaks: "Back To You" *
* Frösche quaken. *
* Klirren *
* Knistern *
* Hoffnungsvolle Klaviermusik *
* Zischen und Pfeifen *
* (Musik) Joco: "Why Didn't I See" *
* Zischen und Pfeifen *
* Schrei *
* Knall *
* Explosionssalve *
* Feuerwerkslärm *
* (Musik) Joco: "Why Didn't I See" *
Oh!
Au!
Ach, komm schon!
Mein Gott!
* Klopfen *
Oh Gott!
Was soll 'n das werden? Einer muss die Tour ja machen.
Rutsch mal 'n Stück. Was?
Rutsch mal 'n Stück!
* Motor startet. *
Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?
Nee, bin ich nicht. Aber ich glaub, erst mal geradeaus.
Ich glaub...
Ja, und diese Kiste nachher... Schleppen wir beide die allein?
* Heitere Musik *
Hey Meister! Willst du dir was dazuverdienen?
Dauert auch nicht lang!
Hallo, schönen guten Tag! Ich hab mal 'ne ganz doofe Frage.
Hört sich gut an. Wirklich? Wow!
Dann bitte, einfach einsteigen.
'N Fuffi für jeden.
Komm her! Nein! Alles gut!
Ja, super Maschine!
Toll, ich danke euch. Ciao!
Ist doch schon sauber hier. Nee.
Aber ihr arbeitet heut noch? Wahrscheinlich, ja!
Dann würde ich mal 'n bisschen machen.
* (Musik) Percussion *
Hallo? Hey!
Erik, wir haben noch einen!
* Heitere Musik *
* Scheppern *
Okay. So Jungs, los raus!
Okay Jungs, hört mir zu! Wie gesagt, das wird ein Kunsttransport.
Das findet unter besonderen Bedingungen statt.
Wunderschönen guten Tag! Brinkhammer, wir kennen uns schon.
Ich freu mich.
Sehr schön, läuft alles? Ja.
Ach, entschuldigen Sie.
* Sie ist außer Atem. *
* Handyläuten *
Ganz langsam, ja?
Jungs, schön vorsichtig, ihr wisst ja.
Das muss hier in die Ecke rein.
Achtung!
Und hoch! So!
Halten, halten.
Okay Sebastian, scheint echt dringend zu sein!
Ja Lotta, du musst herkommen. Ich versteh hier gar nichts.
Wo bist du und was verstehst du nicht?
Ich wollte zu Papa. Jetzt liegt der plötzlich auf der Intensivstation!
Was, wieso? Ja, keine Ahnung!
Er ist noch mal in Ohnmacht gefallen oder so.
Noch mal? Ja.
Lotta, kommst du bitte her?
Bitte.
Okay, ich nehme mir 'n Taxi. Bleib, wo du bist!
Erik? Erik!
Bitte, ich brauch ganz dringend deine Hilfe. Ich muss weg.
Das Bild lieferst du an diese Adresse.
Ja? Ja.
Und dann bezahlst du die Jungs aus. Ja.
Wenn irgendwas ist, rufst du mich an.
Ja. Hast du meine Nummer?
Kann ich mich auf dich verlassen? Ja.
Danke dir.
Wird schon, Chefin!
Und rein mit der Kiste!
* Spannende Musik *
Geht nicht. Wie, die geht nicht?
Ich hab jetzt nix anderes...
Okay... nimmst du das als Pfand?
Und die Boots.
Auf gar keinen Fall.
* Heitere Musik *
Hey! Hey, endlich!
Wo ist 'n Dorner? Gerade in der OP.
Mein Vater wird jetzt operiert? Ja.
Lotta... Ich muss zu ihm!
Die Frau Brinkhammer...
Heute mal auf leisen Sohlen?
Was hat mein Vater?
Ein Skalenussyndrom.
Er hat tatsächlich 'ne Halsrippe? Hatte.
Ich habe sie ihm minimalinvasiv entfernt.
Das heißt, er war nicht überarbeitet,
hatte nur eine zerebrovaskuläre Synkope.
Bitte was? Gleich.
Genau, deshalb ist er zweimal umgekippt.
Ein Glück, dass er Sie zur Tochter hat.
Dr. Said wäre es ohne Sie nicht aufgefallen.
In ein oder zwei Wochen ist Ihr Vater wieder ganz der Alte.
Die Halsrippe ist 'ne Fehlbildung. Das hat auf die Arterie gedrückt.
Der Kreislauf gerät ins Stocken, der Körper zieht sich Blut ausm Kopf.
Rums, da fällt er hin. Dass du das alles weißt.
Ich bin Ärztin.
Was ist mit deinen Schuhen passiert?
Ich hab mit Erik in Berlin diesen Kunsttransport gemacht
und hatte dann kein Geld mehr fürs Taxi.
Das ist nicht dein Ernst. Ich hol mir die Schuhe zurück!
Du hast Erik fahren lassen?
Ein Bild, das eine Million Euro wert ist?
Fünf, um genau zu sein.
Er hat versprochen, dass er anruft, wenn...
* Er pustet. *
Verdammt.
Was?
Kann ich mal bitte dein Handy? Warum?
Gib mir jetzt dein Handy!
* Komödiantische Musik *
Was 'n los? Nix!
* Komödiantische Musik *
Mist, der müsste längst hier sein!
Wie kannst du Erik nur so 'n Bild anvertrauen?
Ich hatte keine andere Wahl! Keiner hat dich gezwungen!
Ach ja? Wieso verkriechst du dich in Kroatien?
Und schlägst mir die Tür vor der Nase zu?
Weil... Ja, weil?
Weil ich es leid bin, den Scheiß auszubaden,
den die bescheuerte Familie verzapft!
Ich hab mich verfahren. Erik, wo ist das Bild?
In der Raststätte waren 'n paar Kollegen von früher.
Ich habe nichts getrunken! Nichts!
Aber wie ich rausgekommen bin, da war er weg.
Wer war weg? Wer war weg?
Der war weg.
* Komödiantische Musik *
Da, da, da!
Da! Ja, da!
Hier!
Nein...
Hier!
Hier hab ich ihn hingestellt. Da ist er gestanden sicher!
Erik, 'n Lkw kann nicht einfach verschwinden.
Auf 'ner Autobahnraststätte klauen die sogar 'ne Palette Klopapier!
Fünf Millionen! Willst du die an die Platow abstottern?
Ich hab ihn hier abgestellt! Wieso musstest du anhalten?
Man wird ja wohl noch mal austreten dürfen!
Ja, und gleich wieder saufen! Mann, ich hab dir vertraut!
Lotta, ich habe nichts getrunken. Ach!
Wirklich! Lotta?
Ist das die Nummer von deiner Platow?
Ja.
Wenn ihr den Laster nicht findet, nehmt ihr euch 'n Taxi.
Ich kümmere mich um deine Kundin.
Ja, Frau Platow, Sebastian Brinkhammer hier.
Es geht um Folgendes...
Keiner weiß hier was.
Schon komisch. Was?
Wieso haben die keinen Kartoffelschnaps?
Ach Erik, was hat 'n das jetzt damit zu tun?
Vorhin hatten die welchen.
Ja, ich schwöre, ich hab nix angerührt.
Vorhin stand auf der Tafel 'Kartoffelschnaps', jetzt nicht mehr.
Bist du dir sicher, dass du ihn hier zuletzt gesehen hast?
Ich habe ihn hier abgestellt.
* Komödiantische Musik *
Oh, danke schön!
Danke schön!
Danke!
* Surren *
Ha! Da ist es ja.
Also ich versteh nicht, wie ich das hab verwechseln können.
* Es läutet. *
Ach, wir sind da! Hallo!
* Poltern *
Nehmen Sie!
Aber ich...
Fristgerecht geliefert, fristgerecht bezahlt. Nehmen Sie.
Übrigens, Sie irren sich.
Das Bild, ich hab's mir noch mal länger angeschaut.
Diese Frau, der Blick. Das ist keine Angst.
Das ist Vorsicht.
Dann ist sie also vorsichtig... und neugierig.
Und das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil!
Ich glaub, mit beidem kommt man ganz gut durchs Leben.
Ah ja, ein schöner Gedanke, aber für mich leider zu spät.
Falsch. Sie müssen gar keine Angst haben.
Kümmern Sie sich mal weniger um die anderen, sondern mehr um sich.
Frau Brinkhammer..., was wollen Sie wirklich?
* Musik *
* (Musik) Hindi Zahra: "Imik Si Mik" *
* Vogelgezwitscher *
* (Musik) Hindi Zahra: "Imik Si Mik" *
Dr. Dorner, guten Morgen! Ich hätte mal eine Frage.
Was ist denn?
Ich hab schon unter einigen Chefs gearbeitet.
Ich hab mich mit den meisten angelegt.
Kann ich mir vorstellen.
Seit einigen Wochen bin ich selber Chef.
Ich hab gemerkt, wie schwer das ist.
Jetzt wollen Sie sich entschuldigen?
Äh, nein. Ich wollt sagen, wie schwer es ist,
auch für andere Verantwortung zu übernehmen.
Wenn man jemanden in der Probezeit einstellt,
dann sollte man nicht so schnell sein Urteil fällen.
Frau Brinkhammer, was wollen Sie?
Ich möchte in Ihrem Krankenhaus arbeiten als Ärztin.
Wenn ich noch keine bin, möchte ich die Probezeit dazu nutzen,
um eine zu werden. Ich habe auch über Sie nachgedacht.
Und?
Hallo, ist hier ein Arzt?
Wir brauchen einen Arzt!
Na dann, Frau Kollegin!
Wir brauchen Hilfe!
Ich bin Ärztin! Rufen Sie 'n Krankenwagen!
Hallo, hören Sie mich?
* (Musik) Nick Straker Band: "I Walk In The Park" *
Okay, eine Rate... und dann?
Und dann muss die Firma mehr verdienen. Und das geht.
Lotta hatte den richtigen Riecher: Kunsttransporte, Papa.
Wir müssen uns spezialisieren. Was mach ich dann?
Tja, das ist doch mal die spannende Frage.
Ja... vielleicht.
Ja, und du? Was machst du?
Arbeitest du wieder als Ärztin oder? Wer weiß?
(singt mit) "I walk in the park, I step in the dark."
* Es läutet. *
Sie sind da!
Meine Maus! Wo ist meine Maus?
* Hoher Freudenschrei *
* (Musik) Nick Straker Band: "I Walk In The Park" *
Hey! Ich hab dich so vermisst.
Und wie groß du geworden bist! Du aber auch.
Kommt ihr noch auf einen Schluck mit rein? Kaffee, Kuchen...
Kommt rein, kommt rein!
* Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016
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